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Noahs Flut - woher kam all das Wasser?

Dr. Don Batten
13Fragen an den Anfang
 Noah‘s Flood – what about all that water? (German Translation)
Translated from Creation Answers Book, 2018, Chapter 12
Translated with permission by: Andreas Albracht / Annemarie Tschui
Published by: Patrick Tschui, May 2020
By Dr. Don Batten ©
 Creation Ministries International Ltd. – creation.com Noahs Flut – woher kam all das Wasser? (Deutsche Übersetzung)

Übersetzt mit Erlaubnis des Herausgebers Übersetzung: Andreas Albracht / Annemarie Tschui Herausgegeben von:

 Patrick Tschui, Mai 2020 Autor: Dr. Don Batten © Creation Ministries International Ltd. – creation.com Webadressen in Fussnoten zuletzt überprüft: Mai 2020 Besuchen Sie die Seite www.creation.com

 Sie enthält eine Fülle von Material zum Themenbereich Schöpfung - Evolution in verschiedenen Sprachen, auch in Deutsch.

 Alle Hefte der Serie „Fragen an den Anfang“ können, soweit schon fertig gestellt, kostenlos bezogen werden bei:
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Noahs Flut – woher kam all das Wasser?
• Wo kam all das Wasser der Sintflut her?
• Gab es einen Baldachin aus Wasserdampf?
 • Wie wurde der Mount Everest mit Wasser bedeckt?
• Wohin verschwand das Wasser nach der Flut?
• Wie konnte es zu einer Flut kommen?


Die Bibel berichtet von einer Flut zur Zeit von Noah, die die ganze Erde überschwemmte und sie sagt auch, woher die Wasser kamen und wohin sie abflossen.

 In 1. Mose 7,11 werden die Ursprungsorte des Wassers genannt:
 „die Quellen der grossen Tiefe“ und die „Fenster des Himmels“.
 Die Quellen der grossen Tiefe

 Dass zuerst die „Quellen der grossen Tiefe“ erwähnt werden und danach die „Fenster des Himmels“, kann auf einen Unterschied in der Wichtigkeit oder auf die Reihenfolge der Ereignisse hinweisen. Was sind aber nun die „Quellen der grossen Tiefe”?
Dieser Ausdruck wird nur in 1. Mose 7,11 verwendet. In 1. Mose 8,2 wird mit der Wendung „Quellen der Tiefe“ eindeutig das gleiche bezeichnet.
Auch in Sprüche 8,28 kommt dieser Ausdruck vor, wobei dort die Bedeutung nicht eindeutig ist.
An drei weiteren Stellen finden wir den Begriff „die grosse Tiefe“:
In Jesaja 51,10 bezieht er sich eindeutig auf das Meer,
 in Amos 7,4 geht es um das Feuer des Gerichtes Gottes, das die grosse Tiefe austrocknen wird, womit

2

vermutlich die Meere gemeint sind; und
 in Psalm 36,7 steht der Ausdruck metaphorisch für die Tiefe der Gerechtigkeit und des Gerichtes Gottes. Häufiger steht nur „Die Tiefe“, was sich normalerweise auf die Ozeane bezieht
(z. B. 1. Mose 1,2;
 Hiob 38,30; 41,32;
Psalm 42,7; 104,6;
Jesaja 51,10; 63,13;
 Hesekiel 26,19;
 Jona 2,3),
 manchmal auch auf unterirdische Wasserquellen
 (Hesekiel 31,4.15).

 Das hebräische Wort majan, das mit „Quellen“ übersetzt wurde, bedeutet „Ursprung, Wasserquelle, Quelle“ (Strong's Concordance).

 Die „Quellen der grossen Tiefe“ sind also vermutlich ozeanische oder unterirdische Wasserquellen.
 Im Bericht über die Flut zu Noahs Zeit könnte beides gemeint sein.
Wenn das Wasser der Sintflut hauptsächlich aus den Quellen der grossen Tiefe stammte,
dann muss dort eine riesige Menge Wasser vorhanden gewesen sein.

Eine mögliche Erklärung dafür ist diese:
Als Gott am dritten Schöpfungstag das trockene Land aus dem Wasser hervorkommen liess, könnte einiges von dem Wasser, das die Erde bedeckte,
unterhalb und innerhalb des trockenen Landes eingeschlossen worden sein.

1 In 1. Mose 7,11 lesen wir, dass an dem Tag, als die Flut begann, die Quellen „aufbrachen“. Das Wasser wurde also
_______
1 Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass es in den Tiefen der Erde noch
 immer eine grosse Wassermenge gibt, gespeichert in den Kristallgittern
 der Minerale, was aufgrund des immensen Druckes möglich ist. Siehe
Bergeron, L., 1997, Deep waters, New Scientist 155(2097):22-26: ‚In der
Übergangszone ist ozeanweise Wasser gespeichert. Sie trieft vor Wasser.‘

 3

 freigesetzt, sei dies durch grosse Risse im Boden oder im Meeresuntergrund.
Das Wasser, das bis zu jenem Zeitpunkt zurückgehalten wurde, brach nun mit katastrophalen Folgen hervor.

Zwischen den Gesteinsschichten, die offensichtlich während der Flut zu Noahs Zeit entstanden waren, befindet sich viel vulkanisches Material. Es ist somit plausibel, dass das Aufbrechen der Quellen der grossen Tiefe mit einer Serie von Vulkanausbrüchen verbunden war, wodurch ungeheure Mengen an Wasser aus dem Erdboden aufschossen. Interessanterweise besteht das Material, das aktive Vulkane ausstossen, auch heute noch zu 70%
 und mehr aus Wasser, häufig in Form von Wasserdampf.




Bei einer Katastrophe vom Ausmass wie der Sintflut wäre eine starke vulkanische Aktivität zu erwarten.

3

4 In ihrem Sintflutmodell gehen Austin et al.2 von einer plattentektonischen Katastrophe aus
und schlagen vor, dass sich der Meeresgrund bei Beginn der Flut rasch bis auf 2000 Meter hochgehoben haben könnte. Als Grund nennen sie den Temperaturanstieg, als sich die tektonischen Platten immer schneller horizontal bewegten.
Dadurch wäre das Wasser der Meere auf das Land geschwappt und hätte eine massive Überschwemmung verursacht – vielleicht ist genau das mit dem Aufbrechen der „Quellen der grossen Tiefe“ gemeint.


 Die Fenster des Himmels

Der zweite Ort, woher die Wasser der Sintflut kamen,
sind „die Fenster des Himmels“. Aus 1. Mose 7,12 wissen wir, dass es 40 Tage und 40 Nächte ununterbrochen regnete.

In 1. Mose 2,5 lesen wir, dass es keinen Regen gab, bevor der Mensch erschaffen wurde. Daraus schlossen einige, dass es bis zur Sintflut nirgendwo auf der Erde geregnet habe. Doch dies steht nicht explizit so in der Bibel geschrieben. 4
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 2 Austin, S.A., Baumgardner, J.R., Humphreys, D.R., Snelling, A.A.,
 Vardiman, L. und Wise, K.P., 1994, Catastrophic plate tectonics: A global
Flood model of Earth history, Proc. Third ICC, S. 609–621.
 3 Siehe Heft 18 dieser Serie: Kontinentaldrift und Sintflut?
4 Gleiches gilt für das Argument, dass die Menschen jener Zeit deshalb über
Noahs Warnung vor einer zukünftigen Flut spotteten, weil sie keinen Regen
kannten. Die Menschen heutzutage haben Regen und Überschwemmungen
 erlebt und spotten doch weiterhin über eine weltweite Flut. In 1. Mose 2,5
 lesen wir, dass es auf der Erde bis dahin noch nicht regnete. Ob es danach
in der vorsintflutlichen Welt geregnet hat oder nicht, ist nicht beschrieben.


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 Andere argumentieren, dass es vor der Flut noch keinen Regen und keine Wolken geben konnte, weil Gott den Regenbogen erst nach der Flut als das Zeichen seines Bundes mit Noah gab (1. Mose 9,12-17).

Allerdings hat Gott auch bei anderen Gelegenheiten etwas bereits Existierendes zu einem besonderen, „neuen“ Bundeszeichen gemacht, denken wir nur an das Brot und den Wein beim Abendmahl. Es fällt schwer, sich vorzustellen, wie der vorsintflutliche Wasserzyklus ohne Wolken und Regen funktionieren konnte, denn die Hitze der Sonne wird auch damals zur Verdunstung grosser Mengen von Wasser geführt haben, welches seinerseits wiederum zu flüssigem Wasser kondensierte. Und aus Tröpfchen von flüssigem Wasser bilden sich Wolken, aus denen es dann regnet.

 Der Ausdruck „Fenster des Himmels“ wird im Sintflutbericht zweimal verwendet (1. Mose 7,11; 8,2).
 Er kommt nur vier weitere Male im Alten Testament vor: zweimal in
 2. Könige 7 (Verse 2 und 19), je einmal in
Jesaja 24,18 und in
Maleachi 3,10.
An allen diesen Stellen geht es um ein aussergewöhnliches Eingreifen Gottes mit dem Ziel, Segen oder Gericht über sein Volk kommen zu lassen. „Fenster des Himmels“ ist kein Ausdruck für gewöhnliche Ereignisse. Der Regen war aussergewöhnlich, wie noch nie jemand es gesehen hatte.

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Was ist mit den „oberen Wassern“ gemeint?

Aus 1. Mose 1,6-8 wissen wir, dass Gott am zweiten Schöpfungstag eine Trennung zwischen dem Wasser auf der Erde und dem Wasser oberhalb einrichtete. Er gab dieser Trennwand den Namen raqiya5 , was „Ausdehnung“ bedeutet und in deutschen Bibeln mit „Firmament“ oder „Feste“ wiedergegeben wird. Das hat viele veranlasst, die „Ausdehnung“ mit der Atmosphäre gleichzusetzen. Da Gott, gemäss 1. Mose 1,20, die Vögel in der Ausdehnung fliegen liess, müsste diese Ausdehnung die Atmosphäre, in der die Vögel fliegen, mit einschliessen. Die „oberen Wasser“ wären demnach jenseits der Atmosphäre zu suchen.

_______
 5 In ihrem Bemühen, die Bibel lächerlich zu machen, behaupten einige Skeptiker,
dass mit dem Wort raqiya eine solide Kuppel gemeint sei und dass die
 alten Hebräer an eine flache Erde mit einer befestigten Kuppel glaubten.
Doch finden sich derartige Ideen weder in der Bibel noch entsprechen sie
dem hebräischen Verständnis des Wortes raqiya. Siehe dazu die Antwort
von J.P. Holding an H. Seely, 1999: “Is the raqiya‘ (‘firmament’) a solid
dome? Equivocal language in the cosmology of Genesis 1 and the Old
Testament: a response to Paul H. Seely” in Journal of Creation 13(2):44–51.
 creation.com/raqiya By Steve Cardno


7

 Doch in 1. Mose 1,20, wo es um die Erschaffung der Vögel geht, heisst es (wörtlich): „... es sollen Vögel dahinfliegen über die Erde ANGESICHTS der Ausdehnung der Himmel“6 Das würde die Möglichkeit eröffnen, dass „die Ausdehnung“ den Raum über der Atmosphäre einschliessen könnte.

Dr. Russell Humphreys7 ist der Ansicht, dass die Ausdehnung mindestens den interstellaren Weltraum einschliessen müsse. Denn in 1. Mose 1,17 wird uns mitgeteilt, dass Gott auch die Sonne, den Mond und die Sterne „in die Ausdehnung des Himmels“ platzierte. Und das würde bedeuten, dass sich die Wasser oberhalb der Ausdehnung von 1. Mose 1,7 jenseits der Sterne am Rande des Universums befinden.8

 Nun sind aber im Hebräischen Präpositionen (in, unter, über, usw.) ziemlich flexibel, wie auch im Englischen. Ein Unterseeboot befindet sich sowohl unter Wasser als im Wasser. Ebenso könnten die Wasser über der Ausdehnung und in der Ausdehnung sein. Wir sollten daher vorsichtig sein und nicht zuviel in diese Ausdrücke hineinlesen.

 Nun, was ist nun mit diesen „oberen Wassern“ gemeint? Sind es einfach die Wolken, wie einige vorschlagen? Oder

________
6 Leupold, H.C., 1942. Exposition of Genesis, Bd. 1, Baker Book House,
Grand Rapids, Michigan, S. 78.
7 Humphreys, D.R., 1994. A biblical basis for creationist cosmology, Proc.
Third ICC, Pittsburgh, PA, S. 255–266).
8 Dies könnte eine Erklärung bieten für die im Universum zu beobachtende
 Hintergrund-Mikrowellenstrahlung. Siehe Heft Nr. 4 dieser Reihe: In einem
 jungen Universum entfernte Sterne sehen? sowie Fussnote 7.

8

handelt es sich um eine Hülle aus Wasserdampf, also eine Art „Baldachin“, der die Erde umgab?

Ein Baldachin aus Wasserdampf?


 Dr. Joseph Dillow hat viel Forschung betrieben zur Frage, ob die vorsintflutliche Erde von einer Wasserdampfhülle umgeben sein konnte.9 In einer modifizierten Theorie zur Wasserdampfhülle schlägt Dr. Larry Vardiman10 vor, dass viel von den „oberen Wassern“ in kleinen Eispartikeln gespeichert wurde. Diese waren in äquatorialen Ringen um die Erde herum angeordnet, vergleichbar mit den Saturn-Ringen.

 Das Bild vom Öffnen der Fenster des Himmels in 1. Mose 7,11 lässt sich mit dem Zusammenbruch der Wasserdampfhülle gleichsetzen, die aus irgendeinem Grund instabil wurde und abregnete. Vulkanausbrüche in Verbindung mit dem Aufbrechen der Quellen der grossen Tiefe könnten Staub in die Wasserdampfhülle geschleudert haben, sodass der Wasserdampf an den Staubpartikeln zu Regentropfen kondensierte und zur Erde fiel.

Dillow, Vardiman und andere haben darauf hingewiesen, dass die Wasserdampfhülle einen Treibhauseffekt bewirkte, so dass in der Zeit vor der Flut auf dem gesamten Globus ein angenehmes subtropisch bis gemässigtes Klima herrschte, sogar an den Polen, die heute eisbedeckt sind. So hätte auf dem gesamten Erdball eine üppige Vegetation entstehen können.

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 9 Dillow, J.C., 1981. The Waters Above, Moody Press, Chicago.
10 Vardiman, L., 1986. The sky has fallen, Proc. First ICC 1:113–119.


9

 In der Antarktis wurden Kohlegesteinsschichten entdeckt, in welchen Pflanzen eingeschlossen sind, die heute in der Polarregion nicht vorkommen, aber unter wärmeren Bedingungen ganz offensichtlich dort gediehen. Diese Funde stützen die obigen Schlussfolgerungen.11

 Eine Wasserdampfhülle hätte auch die globalen Windsysteme beeinflusst. Zudem waren die vorsintflutlichen Berge höchstwahrscheinlich nicht so hoch wie die heutigen (siehe weiter unten). In unserer Zeit leisten starke Winde und hohe Bergketten einen sehr wichtigen Beitrag zum Wasserkreislauf, der den Regen zu den Kontinenten bringt. Vor der Flut hätten diese Faktoren jedoch zu anderen Wettersystemen geführt.

Eine Hauptschwierigkeit der Baldachin-Theorie

Vardiman12 erkannte eine Hauptschwierigkeit der Wasserdampf-Baldachin-Theorie: Selbst beim besten Modell wäre es auf der Erdoberfläche unerträglich heiss gewesen.
Auf der Suche nach einer Lösung merkten Rush und Vardiman, dass sie die Wasserdampfmenge in der Wasserdampfhülle drastisch reduzieren mussten: Von einem Regenäquivalent von 12 Metern auf lediglich 0,5 Meter. Weitere Modellrechnungen legten nahe, dass nur 2 Meter Regenäquivalent in einer solchen Wasserdampfhülle gespeichert


_______

11 Eine andere Erklärung für die Funde von Pflanzen aus warmem Klima an
 den Polen wäre auch die Bewegung von tektonischen Platten. (Siehe Heft
 Nr. 18 in dieser Reihe: Kontinentaltrift und Sintflut?)
12 Vardiman, Fußnote 10, S. 116,119.

10

 werden konnte, selbst wenn alle relevanten Faktoren zugunsten einer maximalen Wassermenge eingestellt worden wären.13 Solch eine reduzierte Wasserdampfhülle hätte nicht besonders viel Wasser zu dem 40-tägigen Regen zu Beginn der Flut beitragen können.

 Inzwischen haben die meisten Wissenschaftler, die den Schöpfungsbericht der Bibel ernst nehmen, das Wasserdampfhüllen-Modell aufgegeben14 oder sehen keinen Grund mehr dafür, besonders da es andere vernünftige Erklärungen für den Regen gibt.15 Eine mögliche Ursache für die Flut wäre z.B. im Modell einer plattentektonischen Katastrophe zu finden16. Eine rege Vulkantätigkeit, verbunden mit dem Aufbrechen des vorsintflutlichen Ozeanbodens, könnte einen linearen (wandförmigen) Geysir aus überhitztem Dampf aus dem Ozean hervorbrechen lassen, was wiederum starken Regen auf der ganzen Erde zur Folge gehabt hätte. Was auch immer die Quelle oder der Mechanismus gewesen sein mag, die biblische Aussage vom Öffnen der Fens

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13 Vardiman, L. und Bousselot, K., 1998. Sensitivity studies on vapor canopy temperature profiles, Proc. Fourth ICC, Pittsburgh, PA, S. 607–618.
14 Psalm 148,4 scheint gegen die Baldachin-Theorie zu sprechen. Dieser Psalm ist nach der Flut verfasst worden. Da darin die „Wasser oben am Himmel“ aufgerufen werden, Gott zu loben, kann hier keine Wasserdampfhülle gemeint sein, denn diese brach mit der Flut zusammen. Calvin, Leupold und Keil und Delitzsch waren der Ansicht, dass mit „den oberen Wassern“ lediglich die Wolken gemeint seien.
15 Natürlich kann es sein, dass wir nie zum richtigen Verständnis kommen, wie es genau zu der Flut kam, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sie stattfand.
16 Austin et al., Fussnote 2.

11

 ter des Himmels ist eine treffende Beschreibung für das Hereinbrechen einer weltweiten Regenflut.

Bei einer Dicke von mehr als 2 m Regenäquivalent hätte
die Wasserdampfhülle eine unerträglich hohe Temperatur
 auf der Erde erzeugt. Eine dünnere Hülle hätte hingegen
zu wenig Wasser enthalten, um massgeblich zur Flut beizutragen.




Wohin floss das Wasser nach der Flut?


Die gesamte Erde wurde mit dem Flutwasser bedeckt, und die Welt, die damals existierte, wurde durch eben jene Wasser zerstört, aus denen das Land auf Gottes Wort hin ursprünglich aufgetaucht war (1. Mose 1,9; 2. Petrus 3,5-6). Aber wohin floss jenes Wasser nach der Flut?


 Es gibt einige Bibelabschnitte, welche die Wasser der Sintflut mit den heutigen Meeren gleichsetzen (Amos 9,6 und Hiob 38,8-11, beachten Sie das Wort „Wellen“). Wenn die Wasser noch immer hier sind, warum sind dann heute die höchsten Berge nicht mehr von Wasser bedeckt wie zur Zeit Noahs? Psalm 104 deutet eine Antwort auf diese Frage an. Als die Wasser die Berge bedeckten (Vers 6), sprach Gott, und dann flohen sie (Vers 7). Zudem erhoben sich die Berge und die Täler senkten sich (Vers 8). Gott setzte den Wassern eine Grenze, sodass sie nie wieder die Erde bedecken (Vers 9).17 Es sind dieselben Wasser!


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17 Die schlüssigste Übersetzung von Psalm 104,8 ist: „Die Berge stiegen
empor; die Täler senkten sich ...“. Andere Bibelausleger beziehen diese
Aussage auf das Geschehen während der Schöpfungswoche.



 12 Auch Jesaja bestätigt, dass „die Wasser Noahs“ die Erde nie wieder bedecken werden (Jesaja 54,9).
 Die Bibel macht klar, dass Gott damals die Topografie der Erde veränderte. Neue kontinentale Landmassen mit neuen Bergketten aus aufgefalteten Gesteinsschichten wurden aus den weltumspannenden Wassermassen emporgehoben. Die gleichen Fluten hatten die Topografie der vorsintflutlichen Zeit erodiert und eingeebnet. Nun bildeten sich grosse, tiefe Becken in den Ozeanen, die das Flutwasser, das von den aufsteigenden Kontinenten herabfloss, auffangen konnten.

Deshalb sind die Ozeane so tief, und darum gibt es gefaltete Felsschichten in den Bergen. Tatsächlich: Wenn man die gesamte Erdoberfläche, einschliesslich des Meeresbodens, einebnen könnte, würde das Wasser der Ozeane die gesamte Erdoberfläche 2,7 Kilometer hoch überragen. Zur Erinnerung: Es sind noch immer etwa 70% der Erdoberfläche von Wasser bedeckt. Es ist daher ziemlich einleuchtend, dass sich die Wasser von Noahs Flut heute in den Ozeanbecken befinden.








 Gäbe es weder Berge noch Meeresbecken, wäre die ganze Erde von einer 2,7km dicken Wasserschicht bedeckt. (Das Schema ist nicht massstabsgetreu.)


18

 
 Ein Mechanismus?

 
Das Modell einer plattentektonischen Katastrophe erklärt das Absenken der Ozeane und die Auffaltung der Berge am Ende der Flut mit folgendem Mechanismus:

Als sich die neu gebildeten Meeresböden abkühlten, verdichteten sie sich, wurden dadurch schwerer und sanken ab. Dadurch konnte Wasser von den Kontinenten in die Ozeanbecken abfliessen, erleichterte so die Kontinente und beschwerte die Meeresböden zusätzlich. So sanken die Meeresböden weiter ab, und die Kontinente bewegten sich aufwärts
 – wodurch noch mehr Wasser vom Land ins Meer abfloss. Aber auch die Kollision der tektonischen Platten drückte die Bergketten zusätzlich nach oben, besonders gegen Ende der Sintflut.

Hätten die Wasser den Mount Everest bedecken können?

Der Mount Everest ist annähernd 9 km hoch. Wie kann die Flut „alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel“ bedeckt haben? (1. Mose 7,19)

 Wie hoch waren die Berge vor der Flut? Wir wissen es nicht und es hilft uns nicht weiter, die heutigen Berge anzuschauen, denn sie wurden erst gegen Ende und nach der



_________________

18 Das geologische Prinzip wird als Isostasie bezeichnet. Die [tektonischen]
 Platten „schwimmen“ auf dem Erdmantel. Die Meeresbecken bestehen aus
 dichterem Gestein als die Kontinente und sinken deshalb tiefer in den Erdmantel
 ein als die Kontinente mit ihren Bergen.


 14

 Flut gebildet, als die tektonischen Platten zusammenstiessen und Auffaltungen verursachten. Zur Unterstützung dieser Theorie ist zu sagen, dass selbst auf dem Mount Everest in den obersten Gesteinsschichten Fossilien eingelagert sind. Die Sedimentschichten zeugen von einer Ablagerung im Wasser.19

Das Aufsteigen neuer kontinentaler Landmassen aus den Flutwassern müsste dazu geführt haben, dass die Wasser – als die Berge emporstiegen und die Täler sich senkten – rasch von den neu auftauchenden Landmassen abgeflossen wären. Auch das Kollabieren natürlich gebildeter Dämme, die das Flutwasser auf dem Land hätten zurückhalten können, hätte zu katastrophalen Überschwemmungen geführt.




 Eine derart rasche Verlagerung von grossen Wassermassen hätte eine beträchtliche Erosion verursacht und die grundlegenden Eigenschaften der heutigen Erdoberfläche geformt. Daher fällt es nicht schwer, sich das rasche Herausbilden der Landschaftsmerkmale vorzustellen, die wir heute auf

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19 Gansser, A., 1964. Geology of the Himalayas, Wiley Intersciences, UK, S. 289 Bis heute sind Fossilien von Meeresgeschöpfen auch in der Nähe hoher Berggipfel zu finden


15

 dieser Erde sehen,– denken wir nur an Orte wie den Grand Canyon in den USA. Die gegenwärtige Form des Uluru (Ayers Rock), eines Sandsteinmonolithen in Zentralaustralien, ist das Ergebnis von Erosion. Die durch Wasser abgelagerten Sandschichten lagen ursprünglich waagrecht im Flussbett, wurden dann gekippt und hochgedrückt und der Erosion preisgegeben. Der feldspatreiche Sand, aus dem der Uluru besteht, muss ziemlich schnell und erst vor relativ kurzer Zeit abgelagert





 worden sein. Wäre der Sand von weither transportiert worden, wären die Körner geschliffen und sortiert worden. Doch sie sind kantig und unsortiert. Hätten sich die Sandkörner langsam in einem Seebecken angesammelt und wären über grosse Zeiträume in der Sonne ausgetrocknet, so wie man es den Besuchern der geologischen Ausstellung im Informationszentrum des Parks weismacht, dann wäre der Feldspat zu Lehm verwittert. Auch wenn der Die Kata Tjuta Bergkette in Zentral-Australien besteht aus Material, das starke Strömungen in kurzer Zeit abgelagert haben mussten. Foto: Carol Drew



16

Uluru während Millionen von Jahren in dem einst feuchten Gebiet Zentralaustraliens gesessen hätte, wäre er längst völlig verwittert.20 Die nah gelegenen Kata Tjuta (die Olgas, [eine Berggruppe]) bestehen aus einer ähnlichen, unsortierten Mischung von grossen Felsblöcken, Sand und Schlamm. Auch dies ein Hinweis darauf, dass das Material sehr rasch herantransportiert und abgelagert wurde.


 Die abfliessenden Flutwasser erodierten das Land und bildeten Flusstäler. Dies erklärt, warum die Flüsse normalerweise so viel kleiner sind als die Täler, durch die sie heute fliessen – sie haben die Täler gar nicht selbst gegraben. Die Flusstäler müssen durch eine weitaus grössere Wassermenge geformt worden sein, als die Flüsse heute führen. Dies passt zu den Wassermassen, die am Ende der Sintflut von den sich erhebenden Landoberflächen in die rasch absinkenden, neu entstehenden, tiefen Meeresbecken abflossen.

Neue Erkenntnisse aus der bibelorientierten Forschung verbessern laufend unser Verständnis über den Ablauf der Flut. Theorien werden entwickelt und wieder verworfen, aber die Tatsache der Flut bleibt bestehen. Das 1. Buch Mose (die Genesis) spricht ganz klar davon. Der Herr Jesus und die Apostel haben es bestätigt. Und weltweit gibt es jede Menge geologischer Beweise für eine weltumspannende Flutkatastrophe.21


20 Snelling, A.A., 1998. Uluru and Kata Tjuta: Testimony to the Flood. Creation
20(2):36–40; creation.com/uluru
21 Oard, M., 2008. Flood by Design, Master Books, US. See also Geology
Q&A; creation.com/geology#catastrophe


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 Die Serie „Fragen an den Anfang“ umfasst 18 Titel. Sie werden
 nach und nach auf Deutsch herausgegeben.
Bezugsadresse siehe Impressum.
 1 Existiert Gott?
2 Die Natur spricht für den Schöpfergott der Bibel
3 Belege für eine junge Erde
4 In einem jungen Universum entfernte Sterne sehen?
5 Wie zuverlässig ist die Radiokohlenstoffdatierung?
6 Wie stichhaltig sind die Argumente für die Evolutionstheorie?
7 Von der Evolution zur Schöpfung
8 Was ist mit den Dinosauriern passiert?
 9 Adams Rippe
10 Wie kann ein liebender Gott Tod und Leid zulassen?
11 Wer war Kains Frau?
12 Besuch von Ausserirdischen?
13 Noahs Flut – woher kam all das Wasser?
14 Wie passten all die Tiere in Noahs Arche?
15 Gab es wirklich Eiszeiten?
 16 Das Mammut – ein Rätsel der Eiszeit
17 Wie entstanden die Menschenrassen?

18 Kontinentaldrift und Sintflut? Diese Themen werden auch in dem sehr empfehlenswerten Buch
 Fragen an den Anfang
– die Logik der Schöpfung behandelt (Don Batten, Hrsg., CLV Bielefeld, 2001).
 Erhältlich im Buchhandel oder bei CLKV (Adresse im Impressum).
 • Wo kam all das Wasser der Sintflut her?
• Gab es einen Baldachin aus Wasserdampf?
 • Wie wurde der Mount Everest mit Wasser bedeckt?
• Wohin verschwand das Wasser nach der Flut?
 • Wie konnte es zu einer Flut kommen?
Diesen Text und die anderen Titel der Serie finden Sie auch auf clkv.ch/imanfang www.clkv.ch