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Das Buch der Richter
15-21


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Das Buch der Richter 15-21

KAPITEL 15 UND 16
Es ist gut im Sinne zu behalten, daß, weil Simson der letzte Richter war, seine Geschichte die allerwichtigsten Grundsätze für uns in den letzten Tagen ans Licht bringt.

Es scheint, daß wir in Simson das Geheimnis der Kraft und das Geheimnis der Schwachheit lernen können.


Es wird zweimal erwähnt, daß Simson Israel zwanzig Jahre richtete, was zeigt, daß bei Simson etwas zur Errettung des Volkes Gottes vorhanden war. Gerade deshalb schien er besonders von Dingen angegriffen zu werden, die ihn ablenken und ihn seiner Kraft berauben sollten. Er stellt Übungen dar, die in diesen Tagen sehr nahe an unsere Seelen herankommen.

Wir haben schon dreimal bemerkt, daß uns gesagt wird, daß der Geist Jehovas über Simson geriet.

Immer, wo das der Fall war, wurde er durch Kraft zum Überwinden, ob den Löwen oder die Philister, gekennzeichnet.

Dann sehen wir, daß Kraft an und für sich nicht genügt, um uns für Gott zu bewahren. Es muß auch das Innere richtig sein. Es kann große Kraft zum Dienst auf gewissen Gebieten vorhanden sein, und überall, wo Seelen bekehrt werden und dem Volke Gottes geholfen wird, ist es vom Geiste Gottes; doch bei Simson sehen wir (V. 18),

daß, nachdem er große Heldentaten durch den Geist Gottes vollbracht hatte, er schließlich doch nur ein durstiger Mann war.

Ein Mensch kann die Kraft des Geistes Gottes über sich haben, um mächtige Taten im Dienst zu vollbringen, und doch keine innere Befriedigung, keine Kraft des Lebens durch den Geist in seiner Seele haben. Diese großen Belehrungen sind für die letzten Tage.

Kraft ist eine Sache des unumschränkten Willens Gottes. Gott kann durch Seinen Geist nach Seinem unumschränkten Willen wirken;

Er kann jedes beliebige Werkzeug gebrauchen; das echte Leben aber, die innere Freude und Befriedigung unserer Herzen ist etwas anderes. Gar mancher Diener kann öffentlich durch außerordentliche Kraft beim Dienst gekennzeichnet sein und doch die Glückseligkeit der inneren Befriedigung nicht kennen - er kann ein durstiger Mann sein.

Am Ende von Kapitel 15 muß Simson den Geist auf eine neue Weise kennenlernen.

Vielleicht möchte der Herr unsere Aufmerksamkeit auf den Geist unter dieser schönen Bezeichnung:
En-Hakore, „Quelle des Rufenden",
 lenken.

Paulus schreibt von der „Darreichung des Geistes Jesu Christi"; er empfand die Notwendigkeit dieser Darreichung, damit er den Leiden, den Verfolgungen und der Bedrängnis durch eine innere Quelle der Darreichung begegnen konnte.

Der Philipperbrief bringt weitgehend die Innerlichkeit der Dinge ans Licht. Es gibt zwei Begebenheiten im Leben Simsons, wo er Jehova angerufen hat. Die eine ist in Kapitel 15, 18, wo er sehr durstig war, und er rief zu Jehova.

„Da spaltete Gott die Höhlung, die zu Lechi ist, und es kam Wasser aus ihr hervor; und er trank, und sein Geist kehrte zurück,, und er lebte wieder auf. Daher gab man ihr den Namen: Quelle des Rufenden [En-Hakore), die zu Lechi ist, bis auf diesen Tag."
Das andere Mal ist in Kapitel 16, 28:

„Herr, Jehova! gedenke doch meiner, und stärke mich noch diesmal, o Gott, daß ich an den Philistern eine einmalige Rache nehme für meine beiden Augen!"

 Ich glaube, daß Simson, wenn er Jehova anruft, moralisch und geistlich ein größerer Mann war, als er es bei allen anderen Begebenheiten seines Lebens war.

 Es ist eine besondere Hilfsquelle für die letzten Tage, daß wir den Namen des Herrn anrufen.


Die Kraft, wovon im 2. Timotheusbrief die Rede ist ist mehr eine innere als eine äußere Kraft. Ich habe  mehrere Fälle gekannt, wo Männer gedient haben und von Gott gebraucht wurden; als sie sich aber nach außen  hin absonderten, wurde es offenbar, daß sie sehr wenig vom Innerlichen besaßen.

 Simson war einer, der eine, außerordentliche Kraft besaß - es gibt keinen Mann in der Schrift, der äußerlich so stark war - nichtsdestoweniger war er sich aber innerlich dessen bewußt, daß sein Herz unbefriedigt und daß er ein durstiger Mann' war.

Er mußte rufen, und dann bekam er dem Vorbilde  nach den Geist auf eine neue Weise in Verbindung mit-Innerlichkeit
 - er bekam dadurch nicht die Kraft, nach-außen hin große Heldentaten zu vollbringen, sondern um seine inneren Wünsche zu stillen.

Es ist mein Eindruck, daß wir etwas moralisch Größeres in Simson, sehen, wenn er zum Herrn ruft, als wenn er Tausende-von Philistern erschlug.

Wie sehr es Gott auch gefallen mag, mich öffentlich zu gebrauchen, früher oder spätererhebt sich die Frage: Ist auch der Durst meiner Seele gestillt?

 Habe ich den Geist auch innerlich, nicht nur als äußerliche Kraft; das ist die
 „Quelle des Rufenden",
eine schöne Bezeichnung für den Geist.


Wir neigen so sehr dazu, nur mit dem Äußeren weiterzugehen; ich glaube aber, daß eine Zeit kommt, wo jeder von uns sich mit der Frage auseinandersetzen muss: Iclr habe Zusammenkünfte gehabt, und sie waren sehr kostbar; ich habe die Gesellschaft der Brüder gehabt, und-sie war köstlich;

 Was er aber als -Antwort auf sein Rufen erhielt, bekam er in Verbindung -mit seiner inneren Übung. Das Innere wird uns in den-letzten Tagen helfen; es ist etwas, was Gott uns gegeben hat, das die Übungen, die in unseren Seelen nach Gott hin erzeugt worden sind, befriedigt.

Es ist eine persönliche Sache des einzelnen.

In Verbindung mit dieser Begebenheit finden wir einen-bemerkenswerten kleinen Satz, der oft im Alten Testament vorkommt:

 „Bis auf diesen Tag"

 Diese Worte haben eine moralische Bedeutung und zeigen, daß die Sache, von der die Rede ist, einen beständigen Platz in den Wegen Gottes mit Seinem Volke hat. Sie ist uns auch jetzt zugänglich.

Die Quelle besteht moralisch bis auf diesen Tag; der Geist, als die „Quelle des Rufenden", ist uns bis auf diesen Tag zugänglich. Ich möchte unser aller Herzen ermutigen, an den Geist als die hatte ihn durch List dahin gebracht, sein Nasiräertum aufzugeben, und er war ein armer, blinder Gefangener der für die Philister spielte. Er erreichte den niedrigsten Punkt, den ein Diener Gottes erreichen kann, doch yon diesem Punkte rief er zu Jehova, und er wurde größer als je zuvor.

Wenn er auch so tief gefallen war, so war j ihm doch eine Kraft eigen, die größer als die ganze Macht ' der Welt und größer als die ganze Macht war, der er verfallen war.

Wenn wir die Verfehlungen betrachten, die bei Simson ans Licht traten, so finden wir, daß er auf dreierlei Art geprüft wurde. Das Philisterweib in Kapitel 14 stellt das Natürliche dar; die Hure in Kapitel 16 stellt das Fleischliche dar, und Delila stellt das Satanische dar, denn gleich von Anfang an war sie mit den Widersachern gleichgesinnt, und sie tat ihr Äußerstes, um Simson zu vernichten.

Sein Großvater hatte gesagt:
„Lösche mich doch aus deinem Buche."
 Der wahre Stamm Levi war dem Ruf gefolgt:
 „Her zu mir, wer für Jehova ist!"

Es ist etwas Schreckliches, von dieser Höhe herabzufallen, um sich sonstwo aufzuhalten und einen Platz zu suchen.
Dieser Levit war gleichsam ein Diotrephes; er suchte nicht einen Platz für Jehova, sondern für sich selbst.

Wenn wir das tun, wird der Teufel uns sicherlich mit dem echten Götzendienste einsmachen.



Was uns vor dem Götzendienst bewahrt,
finden wir in den Schriften des Johannes; sie sollen uns von allem Götzendienerischen bewahren und von dem, was den Charakter der Nachbildung trägt, von dem, was kein Leben ist.
Johannes will uns bewahren und uns in Silo festhalten, an dem Orte, wo die Rechte Christi anerkannt werden.

KAPITEL 19, 20 UND 21
Von Anfang des 17. Kapitels bis zum Ende des Buches gibt es Begebenheiten, die den moralischen Zustand des Volkes Gottes in einer sehr traurigen Weise bloßstellen.

Vielleicht steht das größere Übel zuerst, das heißt, das Verbinden des Götzendienstes mit dem Namen Jehovas: das ist das größtmögliche Übel; es erweckte aber keineswegs dieselbe Empörung in Israel, wie die Empörung über die moralische Verderbtheit, die zu Gibea ans Lichl kam.

 Es gibt Dinge, gegen die das natürliche Gewissen sich empört, jedermann würde sich gegen sie erheben, das sind aber nicht die schlimmsten Dinge.

Ein Vergehen direkt gegen Gott in den heiligen Dingen ist das größtmögliche Übel.

In bezug auf den Götzendienst im Hause Michas, der durch einen Enkel Moses gefördert wurde, versammelte sich ganz Israel nicht von Dan bis Beerseba. Man hätte erwarten können, daß solch eine Sache ganz Israel wie einen Mann hätte aufschrecken lassen, es war aber nicht der Fall.


Diese Geschichte zeigt, daß wir eher dazu neigen, durch etwas, was gegen die moralische Anständigkeit verstößt, empört zu sein, als durch etwas, was direkt den Dienst und die Herrlichkeit berührt.

Das natürliche Gewissen gewahrt das erste; man muß aber Gott wahrhaftig lieben, um aufs Tiefste das zu empfinden, was Gott beiseitesetzt und was Ihm unter Seinem Volke gebührt. Was getan wurde, war abscheulich; zweifellos war es das Ergebnis des Umgangs des Volkes mit den Ka-naanitern, von denen sie ihre gräßlichen Bräuche gelernt hatten. Wie die Schrift sagt, es war „ein Verbrechen und eine Schandtat" in Israel begangen worden; alles, was das Volk darüber redete, war wahr.

Deshalb versammelten sie sich alle vor Jehova in Mizpa, und das wurde die Versammlung des Volkes Gottes genannt.

Wie schrecklich ihr Zustand auch war, ihr Gewissen war noch genügend wach, um sich über diese grobe Übeltat zu entrüsten.

Sie gebrauchten die rechten Ausdrücke dafür.

Der Levit sagte:
 „Sie haben ein Verbrechen und eine Schandtat begangen in Israel" (V. 6];
und am Ende von Vers 10 sagte das Volk:
„Nach all der Schandtat, die es i n  I s r a e l begangen hat",
und in Vers 13
redeten sie darüber, das Böse „aus Israel" hinwegzuschaffen.

Wir sagen aber oft das Richtige, ohne dabei etwas zu empfinden.
Sie empfanden es nicht als eine Sünde Israels, sondern als die Sünde von Gibea.

Wenn sie diese Sünde als die Sünde von ganz Israel empfunden hätten, wären sie alle vor Gott auf ihr Angesicht gefallen und hätten sie als ihre eigene Sünde bekannt. Sie faßten die Sache aber in solch einer Weise auf, die Gott nicht unterstützen konnte; sie trauerten nicht darüber, obwohl sie das Rechte sagten.

 Es gab eine natürliche Entrüstung gegen das, was offenbar böse war; sie war aber gar nicht die Frucht des Umgangs mit Gott.

Es war kein Anzeichen da, daß sie vor Gott gedemütigt waren. Sie suchten nicht von Gott geleitet zu werden; sie beschlossen, was sie tun würden; sie sagten: Dies kann nicht geduldet werden; wir müssen gehen und sofort das Urteil darüber vollstrecken.

Das war richtig, doch sie handelten nicht mit Gott. Wenn also auch gegen das Böse in Treue vorgegangen wurde, so geschah es aber nur durch viel Zucht, daß das Volk in einen Zustand versetzt wurde, bei welchem Gott in dem, was sie taten, mit ihnen sein konnte. Deswegen mußten sie diesbezüglich durch tiefes Leid gehen und sich dessen bewußt werden, daß die Sache auf solch eine Weise ausgeführt wurde, daß sie einen Stamm aus Israel beinahe verloren hatten.

Sie faßten es nicht als die Sünde Israels auf; sie hätten aus dem Falle Achans lernen sollen, wo Jehova sagte: „Israel hat gesündigt", und Er hielt ganz Israel für Verantwortlich. Es hätte als eine Übung der ganzen Versammlung aufgefaßt werden sollen.


Die siebenhundert auserlesenen Männer von Gibea hätten für das Volk Gottes bewahrt werden können.
Es gibt oft eine Weigerung, die -Dinge zu richten, sogar seitens auserlesener Männer.
 Sie waren auch sehrgenaue Männer, denn sie schleuderten mit dem Steine aufs Haar und fehlten nicht.

Wie traurig, daß solche Männer sich weigerten, das Böse zu richten!

Es ist traurig, Menschen zu sehen, die besser sind als wir, die aber nicht bereit sind, offenbares Böse zu richten.

Wir sollten das schmerzlich empfinden.
Ich habe das gesehen   fähige Männer-  genaue Männer, auserlesene Männer -, je vorzüglicher sie sind, desto tiefer sollten wir es empfinden,
 wenn sie nicht bereit sind, das Böse zu richten,

Wir sehen eifrige, ergebene und fromme Männer, die nicht bereit sind, das Böse zu richten, und wir sollten es sehr schmeniich empfinden.

Es war die göttliche Anordnung, daß Juda die Führung übernehmen sollte, jedoch unterstützte Gott diesen Stamm nicht.
 Israel mußte durch den Verlust von zwei-undzwanzigtausend Männern gezüchtigt werden, und am nächsten Tage durch den Verlust von achtzehntausend Männern.

Es liegt nicht bei uns, die Wege der Zucht Gottes mit Seinem Volke in Frage zu stellen.
Der ganze moralische Zustand von Juda war verkehrt, wie auch der Zustand von ganz Israel; ihr Gewissen war über das, was geschehen war, entrüstet, doch sie empfanden es nicht so, wie Gott wollte, daß sie es empfinden sollten.

 Er mußte sie züchtigen, bis sie es einigermaßen so empfanden, wie Gott es wollte,
und erst dann sagte Gott:
 „Morgen werde ich ihn in deine Hand geben" (Kap. 20, 28],

 und wir finden, daß J e h o v a Benjamin vor Israel schlug (V. 35).

Zum Schluß schlug Er sie.

Sogar in Verbindung mit dem Richten des Bösen kann die Selbstgerechtigkeit sich in einer sehr hinterlistigen Weise einschleichen.

Wenn ich gesinnt bin: Du hast unrecht, ich habe recht! zu sagen, so ist das die reinste Selbstgerechtigkeit, und gerade das mußte Gott dem Volke einprägen.
Sie mußten zum Hause Gottes, nach Bethel gebracht werden, und zwar um zu weinen, zu fasten und um Brandopfer und Friedensopfer darzubringen.

Sie mußten zur Grundlage zurückkehren, auf der sie mit Gott standen, zur Grundlage, auf der sie miteinander wandeln konnten, und das ist der Tod Christi.

Es geht nicht darum, daß Benjamin unrecht hat, ich aber recht habe, darum geht es gar nicht!

Als sie zu Pinehas kamen, brachten sie Brandopfer und Friedensopfer.

 Hier wird ein bemerkenswerter Zusammenhang der Gedanken Gottes hervorgehoben: die Bundeslade und Pinehas waren da.

Pinehas war ein Mann, der seinerzeit kurz entschlossen das Urteil über das Böse vollstreckt hatte.

 Kein Mann in der Schrift ist so bemerkenswert in bezug auf das Richten des Bösen; er richtete es schonungslos, jedoch sagte Gott von ihm:
„Er hat ... in meinem Eifer in ihrer Mitte geeifert" (4. Mose 25, 11].

Wir müssen dazu gebracht werden, daß wir nicht mit natürlicher Entrüstung eifern, sondern mit dem Eifer Gottes. Wenn wir igendein Übel richten, müssen wir fragen:

 Ist dies mein Eifer oder Gottes?

Wenn wir Gottes Eifer haben, werden wir in glückseliger Weise des Brandopfers, des Friedensopfers und der Bundeslade gedenken.

 Dies sind kostbare Dinge, die man in Betracht ziehen sollte, wenn es sich um Zucht handelt. Pinehas besaß den Bund des ewigen Priestertums; er hatte gar keine menschlichen Beweggründe; im Eifer für Gott nahm er die Lanze in seine Hand; bei ihm war gar keine natürliche Entrüstung, sondern ein heiliger, priesterlicher und geistlicher Eifer.

Wir müssen dahin kommen.

Ein Weltmensch kann das Unrecht richten, denn die Menschen haben ihre Gesetze über das Gute und das Böse, doch Gott spricht zu Seinem Volke:
 Ich will, daß ihr mit Mir  richtet - Ich will, daß ihr in bezug darauf mit Mir im Einklang sein sollt und die Sache viel tiefer richtet, als ihr es mit eurem natürlichen Gewissen tun würdet.

Paulus ist der Pinehas des Neuen Testaments.

Auf welchem Boden stehen wir?

Wenn wir mit Gott vorangehen, so ist es auf Grund des Brandopfers: wir stehen bei Gott voll und ganz auf dem Boden des Todes Christi.

 Mit den Brüdern stehen wir aber auf dem Boden des Friedensopfers; das ist eine andere Seite des Todes Christi.

 Das bewahrt uns vor jedem Gefühl der Selbstgerechtigkeit beim Richten des Bösen.
Wenn das nicht so ist, dann werden wir selbstgerecht gesinnt sein; dann sage ich: Dieser Bruder hat unrecht, ich habe recht! Gott will diese Gesinnung nicht haben.

Wir müssen erkennen lernen, daß wir mit Gott und miteinander auf dem Boden des Todes Christi stehen.

Die Lade führt uns zurück zum wahren Wesen der  gegenwärtigen Verwaltung, das wir niemals vergessen ?? dürfen.
Wir dürfen nicht vergessen, daß der Bund die  Grundlage von allem ist;
Christus ist die Bundeslade.
 Alle Gedanken der Segnung Gottes sind in Christo gesichert.


Ich habe oft gedacht, daß es bemerkenswert ist, daß es hier kein Sündopfer gab.
 Wenn es mir überlassen  gewesen wäre, hätte ich es hier eingefügt; aber nein - es  ist nur vom Brandopfer und vom Friedensopfer  die Rede,
 das heißt, es bezog sich auf die Grundlage, auf der das Volk bei Gott stand; sie waren da, und sie waren gesegnet, aber nicht wegen ihrer Treue oder Gerechtigkeit,
sondern Christi wegen.

Bei allem Richten des Bösen müssen wir das festhalten, damit wir uns nicht besser, zu sein dünken als die Menschen, die wir zu richten  haben.

 Wir stehen gar nicht auf dieser Grundlage vor Gott.
Wir stehen auf dem Boden des Todes Christi, und unsere Gemeinschaft als Heilige ist auf Christum und auf Seinen Tod gegründet.

Wir tun recht, das Böse zu richten und uns abzusondern, das ist aber nicht die Grundlage unserer Gemeinschaft.

Gott mußte das Volk durch Seine Zucht auf diese Grundlage bringen; dann gingen sie weiter und übten ein schreckliches Gericht über Benjamin aus, so daß dieser Stamm beinahe vertilgt, beinahe ausgerottet wurde, und das nächste Kapitel sagt uns, daß sie es sich gereuen ließen wegen ihres Bruders Benjamin, und sie mußten vor Gott weinen und trauern wegen der Tatsache, daß ein Stamm verlorengegangen war und daß er wahrscheinlich auf immerdar in Israel ausgerottet sein würde.

Gott will uns das einprägen, wenn wir uns zur Zeit eines Kampfes von unseren Brüdern absondern müssen.

 Manchmal gibt es einen großen Eifer, das Rechte festzuhalten, und sehr viel Treue, wenn wir in einer Entscheidung für Gott stehen; das Ergebnis davon kann aber sein, daß wir eine große Menge Brüder verlieren.

Empfinden wir das schmerzlich? Fühlen wir, daß wir Benjamin verloren haben? Ich glaube nicht, daß Gott es uns erlaubt, weiterzugehen, ohne schmerzlich zu empfinden, daß ein Stamm verloren ist.

Die Zucht hat zu dem Austilgen eines Stammes geführt. Wenn die Sache in einer geistlichen Weise ausgeführt worden wäre, hätte sich ein göttlicher Weg gefunden, sie zu erledigen, ohne einen Stamm zu verlieren.

Vor kurzem sprach ich mit jemand über einen bestimmten Bruder, von dem man sich zurückgezogen hatte, und ich fragte, ob bei ihm eine Regung zur Wiederherstellung vorhanden wäre.

Er sagte: Nein, und wir haben viele Übungen durchgemacht in bezug darauf, ob, wenn wir ihn gnadenvoller behandelt hätten, er bewahrt worden wäre.

 Ich war froh, das zu hören, es war eine richtige Übung. Der Mann wurde zu Recht gerichtet, nachher führte aber der Herr die Seinigen durch diese Übung.

Das ist die Übung des letzten Kapitels; sie ließen es sich gereuen wegen ihres Bruders Benjamin. Sie änderten nicht ihr Urteil über das Böse, sondern sie fühlten, daß sie ihren Bruder verloren hatten.
Wie durchforschend sind diese Übungen! Das Volk hatte geschworen, sie hatten einen Eid geschworen, und sie mußten zu ihrem Schwur stehen. Sie hatten geschworen, daß alle, die nicht hinaufzogen, getötet werden sollten. Sie töteten alle Männer von Jabes-Gilead. Das war recht, aber wenn sie geistlicher gewesen wären, hätten sie nicht zu schwören brauchen.

Sie hatten geschworen, daß sie ihre Töchter Benjamin nicht geben wollten.

Es sah wie äußerste Treue aus, es brachte sie aber in Verlegenheit.

Das letzte Kapitel sagt uns, was für eine Schwierigkeit es war, den sechshundert Männern von Benjamin Weiber zu verschaffen, damit der Stamm nicht ausgerottet werden möchte. Wie schrecklich wäre es gewesen, wenn ein Edelstem aus dem Brustschilde hätte entfernt werden müssen! Wer könnte sich die Verstümmelung des Brustschildes, die durch das Entreißen eines Steines entstanden wäre, vorstellen?!

Als sie dahin kamen, die Dinge Gott gemäß zu sehen, konnten sie den Gedanken des Verlustes von Benjamin nicht ertragen. Es sollte ein großer Kummer für uns sein, wenn wir gezwungen sind, uns von jemand zu trennen, den wir als einen wahren Heiligen gekannt haben.

Wir mögen das tun müssen, es fragt sich aber, wie machen wir das? Die Belehrung dieses Kapitels bezieht sich nicht auf Gerechtigkeit; was sie getan hatten, war vollkommen gerecht, ihr Tun hatte aber keinen göttlichen Wohlgeruch, und sie mußten dahin gebracht werden, zu fühlen. daß sie in ihrem Eifer und in ihrer Treue eine Katastrophe über Israel heraufbeschworen hatten, die hätte vermieden werden können, wenn ihre Haltung geistlicher gewresen wäre.

Es war gerecht, daß Benjamin geschlagen werden sollte; in welcher Gesinnung hätte das aber getan werden sollen?

Die Schlußkapitel geben uns den allgemeinen moralischen Zustand Israels. Es ist gleichsam keine politische Geschichte des Volkes unter den Richtern, sondern es wird über diese Begebenheiten berichtet, um uns den ? tatsächlichen moralischen Zustand des Volkes zu zeigen, und wie weit sie von Gott entfernt waren, sogar beim Richten des Bösen, denn sie taten, was recht war in ihren Augen.
Das durchforscht uns alle sehr. Es wäre nicht in Gottes Wort niedergeschrieben, wenn wir es nicht nötig hätten.

Wenn wir dieses beherzigen würden, so würde es uns dafür zubereiten, mit Ruth weiter voranzugehen.

Das Buch Ruth zeigt uns, was von Gott war. Im Buche der Richter hat Er uns gezeigt, welche Unzulänglichkeiten überall unter Seinem Volke herrschten, Er behält Sich aber dieses holdselige Buch der Ruth vor, und zwar als Anhang, um zu zeigen, was trotz alledem von Ihm war.