Index    Bibelstunde per Skype   Bibel englisch deutsch   Irrlehren   Jahresbibellese  ForumArchiv Hauptordner  Bündnisse Forum Maeachi 316  Syngrammata WF  Lehre aus dem Wort Gottes



1   2   3   4   5   6   7   8  9   10-15   15-21  CAC

Richter 6

How to overcome


Liebe Schwester Larissa
zunächst folgendes

Die Mesopotamier .................... DIE WELT
Die Moabiter ............. .............. DAS FLEISCH
Die Kanaaniter.............. ........... DER TEUFEL
Die Midianiter .......................... IRDISCHE DINGE
Die Philister ............................ FLEISCHLICH –RELIGIÖSES CHRISTENTUM
In dieser Reihenfolge werden sie uns vorgestellt, und so wollen wir sie auch betrachten, mit dem ernsthaften Gebet, daß wir alle mehr Überwinder sein möchten, durch Den, der uns geliebt hat (Römer 8,37).

Es wird nicht schwierig sein, zu beweisen, daß die Völker, die Israel bedrückten, ein Bild unserer Feinde sind, wie oben erwähnt, denn ihre Kennzeichen sind schon auf den ersten Blick ganz klar;
es wird nur wenige geben, die nicht mit uns übereinstimmen, wenn wir behaupten,
daß der Großteil aller Christen sich unter der Macht einer oder mehrerer dieser Feinde befindet und daß das Bedürfnis nach Befreiung zu einem der dringendsten unserer Tage geworden ist.

Irdische Dinge überwinden

Midian: Bild irdischer Dinge

Und die Kinder Israel taten, was böse war in den Augen Jehovas; und Jehova gab sie in die Hand Midians sieben Jahre.
Und die Hand Midians wurde stark über Israel. Vor Midian richteten sich die Kinder Israel die Klüfte zu, die in den Bergen sind, und die Höhlen und die Bergfesten.
Und es geschah, wenn Israel gesät hatte, so zogen Midian und Amalek und die Söhne des Ostens her*auf, sie zogen herauf wider sie.

Und sie lagerten sich wider sie und verdarben den Ertrag des Landes bis nach Gasa hin, und sie ließen
keine Lebensmittel in Israel übrig,
weder Kleinvieh,
noch Rind,
noch Esel.
Denn sie zogen herauf mit ihren Herden und mit ihren Zeiten, sie kamen wie die Heuschrecken an Menge,
und ihrer und ihrer Kamele war keine Zahl, und sie kamen in das Land, um es zu verderben.

​
Und Israel verarmte sehr wegen Midian; und die Kinder Israel schrieen zu Jehova.
Und es geschah, als die Kinder Israel wegen Midian zu Jehova schrieen, da sandte Jehova einen Propheten zu den Kindern Israel,‑ und er sprach zu ihnen:
So spricht Jehova, der Gott Israels: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch herausgeführt aus dem Hause der Knechtschaft;
und ich habe euch errettet aus der Hand der Ägypter und aus der Hand all eurer Bedrücker, und ich habe sie vor euch vertrieben und euch ihr Land gegeben.



Und ich sprach zu euch: Ich bin Jehova, euer Gott; ihr sollt nicht die Götter der Amoriter fürchten, in deren Land ihr wohnet.

Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht.
Und der Engel Jehovas kam und setzte sich unter die Terebinthe, die zu Ophra war, welches Joas, dem Abieseriter, gehörte.
Und Gideon, sein Sohn, schlug eben Weizen aus in der Kelter, um ihn vor Midian zu bergen. Und der Engel Jehovas erschien ihm und sprach zu ihm:
Jehova ist mit dir, du tapferer Held! Und Gideon sprach zu ihm: Bitte, mein Herr! wenn Jehova mit uns ist, warum hat denn dieses alles uns betroffen?

Und wo sind alle seine Wunder, die unsere Väter uns erzähl( haben, indem sie sprachen: Hat Jehova uns nicht aus Ägypten heraufgeführt? Und nun hat Jehova uns verlassen und uns in die Hand Midians gegeben.
Und Jehova wandte sich zu ihm und sprach: Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians!
Habe ich dich nicht gesandt? Und er sprach zu ihm: Bitte, mein Herr! womit soll ich Israel retten?
Siehe, mein Tausend ist das ärmste in Manasse, und ich bin der Jüngste im Hause meines Vaters. Und Jehova sprach zu ihm: Ich werde mit dir sein, und du wirst Midian schlagen wie einen Mann (Richter 6,1‑16).

Die Midianiter sind ein treffendes Bild von irdischen Dingen. Sie raubten den Israeliten die Freude an ihrem von Gott empfangenen Erbteil, sodaß Not und Elend Einzug in ihr Leben hielten.
Das ist genau das, was irdische Dinge bei einem Gläubigen bewirken, wenn er von ihnen beherrscht wird.
Nun sind die Dinge dieser Erde nicht unbedingt schlecht und sündig. Es sind Dinge, die an ihrem Platz sogar gut und richtig sein und unter Umständen als ein Ausdruck der zeitlichen Segnungen Gottes angesehen werden können.
Aber wenn sie bei uns zum Lebenszweck werden, verdrängen sie die himmlischen Dinge, und als Folge davon wird es in unserem Leben dunkel, der Lobpreis verschwindet von unseren Lippen und das innere Glück geht zu Ende.
Sorgen, Reichtum, Vergnügen und sonstige Bedürfnisse des Lebens, sie alle zählen zu den irdischen Dingen und stehen in Verbindung mit dem Schönen und Unangenehmen,
mit Freude und Leid, mit dem Glück und Unglück unseres Lebens. Sie treten im familiären, sozialen und geschäftlichen Kreis auf, und wenn es ihnen gelingt,
uns ganz in Anspruch zu nehmen, dann wird die Saat des Wortes im Herzen erstickt und bringt keine Frucht mehr hervor.
Ganz deutlich sagt der Herr in Lukas 8,14: «Das aber unter die Dornen fiel sind diese, welche gehört haben und hingehen und durch Sorgen und
Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen.» Und weiter: «Und ihr, trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe
(Anm.: wollet nicht hoch hinaus) ... Trachtet jedoch nach seinem Reiche, und dieses wird euch hinzu*gefügt werden» (Luk. 12,29.31).

Diejenigen, die Gott nicht kennen und deren Aufmerksamkeit nur der Gegenwart gilt ‑ die Nationen der Welt, trachten nach irdischen Dingen (Luk. 12,30).
Doch wie der Adler seine Schwingen ausbreitet, sich über die Erde erhebt und im reinen Licht der Sonne badet, so hat der Christ das Recht und die Fähigkeit,
sich über die irdischen Dinge zu erheben, um die herrlichen Schätze des Reiches zu genießen, wo Christus in allem den Vorrang hat. Vergräbt er sich aber in das Irdische,
so gibt es weder Frucht für Gott noch Licht für andere, denn diese beiden Dinge hängen nach den Worten des Herrn (Luk. 8,15.16) eng miteinander zusammen.
Irdische Dinge bilden immer einen Gegensatz zu den himmlischen, und zwischen ihnen besteht eine beständige Rivalität. Dem Gläubigen gehören die himmlischen Dinge,
aber diejenigen dieser Erde beanspruchen seine Aufmerksamkeit und wollen ihm das rauben, was sein wahres Teil ist.
Deshalb ist die Ermahnung so wichtig: «Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so ... sinnet auf das was droben ist, nicht auf das was auf der Erde ist» (Kol. 3,1.2).

Der Zustand derer, die nach irdischen Dingen trachten, ist sehr ernst, gerade wenn es sich um Gläubige handelt, von denen der Apostel schreiben mußte:
«Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, daß sie Feinde des Kreuzes Christi sind, ... die auf das Irdische sinnen. Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln» (Phil. 3,18‑20).



Wie die Midianiter Israel behandelten


« Und sie lagerten sich wider sie ... und sie ließen keine Lebensmittel in Israel übrig, ... und Israel verarmte sehr wegen Midians» (Richt. 6,4.5).


Die Midianiter hatten gegen Israel die Oberhand gewonnen, und deswegen richteten sich die Kinder Israel die Klüfte in den Bergen zu, und die Höhlen und die Bergfesten (Richt. 6,2).
Kurz gesagt, sie ersteckten sich in der Erde. Gott hatte sie in dieses Land gebracht, damit sie ein Zeugnis für Ihn sein sollten,
und wenn sie auf Seinen Wegen geblieben wären, hätte ihr Licht nicht aufgehört, hell zu scheinen, und die anderen Nationen hätten erkannt, wie gut es ist, ebenfalls den Gott Israels als Gott zu haben.
Die Kinder Israel waren jedoch kein Zeugnis für Gott, solange sie sich in den Klüften und Höhlen der Erde versteckt hielten; auch heute gibt es kein Licht für Gott bei denjenigen von Seinem Volk,
die sich unter der Macht irdischer Dinge befinden; ihr Licht ist versteckt, wo es sich doch, von allen gesehen, auf dem Leuchter befinden sollte.
Gott hatte die Kinder Israel in dieses Land gebracht, damit sie es genießen sollten, und sie fanden ein Land vor,
das von
- Milch und Honig floß ‑ ein Land der Freude und des Glücks,
‑ wo Korn im Überfluß reifte und das Vieh auf den fruchtbaren Höhen gedeihen konnte.

Aber als die Midianiter in dieses Land eindrangen und sich niederließen, ging dem Volk das alles verloren,
denn sie waren wie Heuschrecken, die alles Grüne verzehren, und Israel wurde ausgesaugt und gänzlich jener Segnungen, die Gott ihnen gegeben hatte, beraubt.

Befindet sich einer der Leser in einer ähnlichen Situation? Du hast vielleicht den Dingen dieser Erde erlaubt, deine Gedanken und dein Herz zu beschlagnahmen,
und sie sind in großer Menge in das Land eingedrungen und über das Schönste und Beste hergefallen.
Du siehst zurück auf die Zeit, als die himmlischen Dinge noch das Glück und die Freude deiner Seele ausmachten, aber jetzt ist der Geschmack daran verlorengegangen,
die Wirkung des Heiligen Geistes ist unterdrückt worden, und deine Seele ist wie ausgelaugt. Es ist keine Zeit mehr da, um die stille Gemeinschaft mit dem Herrn zu pflegen,
denn die Midianiter «zogen herauf mit ihren Herden und mit ihren Zelten, sie kamen wie die Heuschrecken an Menge; ... und sie kamen in das Land, um es zu verderben» (Richt. 6,5).

Wie schade und wie traurig, daß das bei Tausenden von Christen der Fall ist, die einst Frucht brachten und nicht durch eine schwere Sünde oder durch Weltförmigkeit überwunden wurden, sondern durch die «Dinge dieser Erde"

«Man muß sich ja um die Familie, das Geschäft und die Dinge dieses Lebens kümmern», so sagen sie, und folglich werden die Belange des Herrn,
die doch das eigentliche und wirkliche Teil des Volkes Gottes sind, vernachlässigt, und das dreifache Ergebnis davon wird sichtbar:

1.) Keine Frucht für Gott,
2.) Kein Licht für andere,
3.) Keine Nahrung für sich selbst.

Der erste Schritt zur Befreiung


In seinem Elend schrie Israel zu dem Herrn, und mit diesem Notschrei war der erste Schritt einer Änderung zum Guten getan. Die Kinder Israel mußten zu der Erkenntnis gebracht werden,
daß, wenn Gott ihnen nicht helfen würde, es keine Hoffnung mehr für sie gab; und dies ist eine wichtige Lektion, die jeder lernen muß. Es kann gar nicht genug immer wieder ausdrücklich betont werden,
daß jede Befreiung von Gott kommen muß ‑ unser Bemühen ist vergeblich. Alte Anstrengungen, uns selbst von dem drückenden Joch irdischer Dinge zu befreien, sind umsonst.

Erst wenn unsere Mittel erschöpft sind, befinden wir uns in dem Zustand, wo uns Segen zufließen kann. Denn das Ende unserer Möglichkeiten ist der Anfang der unbegrenzten Möglichkeiten und Mittel Gottes.
Wenn wir am Ende sind, dann können wir Ihn unser Schreien hören lassen. Er ist unveränderlich; es sind immer nur unsere eigenen Wege,
die Not und Elend über uns gebracht haben, genauso wie die Israeliten wegen ihres eigenen Ungehorsams leiden mußten (Richt. 6, 10).
Als Antwort auf ihren Hilferuf erweckte Gott ihnen einen Befreier, von dem uns eine sehr interessante und lehrreiche Beschreibung gegeben wird.
Es gibt einige Punkte, die sehr deutlich in seinem Wesen und Verhalten zum Ausdruck kommen, und die wir aufmerksam betrachten wollen:
1.) Er war in der Lage, für sich selbst etwas von den Erzeugnis*sen des Landes in Sicherheit zu bringen, deren der restliche Teil Israels beraubt war.
2.) Er war sehr bedrückt wegen des Zustandes des Volkes Gottes.
3.) Er dachte gering von sich selbst.
4.) Die Hauptereignisse auf seinem Weg zum Sieg geschahen des Nachts oder im Verborgenen.

1.) Gideon wird uns vorgestellt, wie er gerade an einem geheimen Ort Weizen drischt, um ihn vor den Midianitern zu verbergen.
Dieser Weizen gehörte dem Volk, denn er war das Erzeugnis des Landes, das Gott ihnen gegeben hatte: für uns ein Bild von Christus.
Israel war seines Unterhaltes beraubt worden, aber Gideon konnte dennoch etwas vor den Dieben in Sicherheit bringen, und offensichtlich war das, worauf er so sorgfältig achtgab,
sehr wertvoll für ihn, und er hätte es sich unter keinen Umständen rauben lassen. Solch einem Mann konnte der Herr Sich Selbst offenbaren und ihn einen tapferen Helden nennen, denn er hatte angefangen, den Weg des Sieges zu betreten.
Ist Christus wertvoll für uns, und sind wir es gewohnt, uns zurückzuziehen, an einen «geheimen» Ort, abseits von der Beanspruchung und Sorge des täglichen Lebens, um uns von Ihm und Seinen Dingen, die unser eigentliches Teil sind, zu ernähren?
Oder müssen wir bekennen, daß wir für Seine Dinge keine Zeit haben, und daß wir von früh bis spät mit den Pflichten des Alltags beschäftigt sind?
Dann allerdings befinden wir uns unter dem bitteren Joch von Feinden unserer Seele, die mit zu den schlimmsten gehören ‑ die irdischen Dinge.

Wir müssen uns zeit nehmen, um uns in der Stille mit Christus zu nähren, und bald werden wir merken, wie gut das tut.
Die Tage werden schöner, die Lasten leichter, unsere Gereiztheit verschwindet, und vielleicht auch der gehetzte Ausdruck auf unserem Gesicht.
Kurz, eine neue Epoche wird anbrechen, wenn wir beginnen, das wahre Korn in der Abgeschirmtheit der Gegenwart Gottes zu dreschen.
Wir müssen über diese Augenblicke allerdings sehr eifersüchtig wachen, denn wenn wir es zulassen, werden sich die irdischen Dinge ohne Zögern in die heiligsten Stunden hinein*drängen.
Während Gideon also das Korn ausschlug, erschien ihm der Engel des Herrn mit der aufregenden Ankündigung: «Jehova ist mit dir, du tapferer Held.» Derjenige, der das festhielt, was Gott gegeben

hatte, konnte so genannt werden; der Herr war mit ihm, und folglich konnte er stark und mutig sein.
2.) Der Gruß des Engels versetzte Gideon allerdings in keine gehobene Stimmung. Er dachte an den Zustand des Landes und brachte das zum Ausdruck. Die Tage waren nicht mehr so, wie sie einst gewesen waren, und er litt darunter.
Es schien so, als ob der Herr Sein Volk aufgegeben hätte, und das belastete ihn schwer. Er hatte wohl Weizen für sich, aber es befriedigte ihn nicht, etwas allein zu besitzen; der erbärmliche Zustand des Erbteils Gottes konnte ihn nicht gleichgültig lassen.
Der Herr dagegen sah auf ihn mit deutlicher Befriedigung und sagte ihm: «Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Habe ich dich nicht gesandt?»

Derjenige, der die Not wirklich zu Gott bringt, muß fühlen, wie mager es in den Seelen so vieler im Volke Gottes aussieht und wie wenig die kostbaren Dinge Christi gekannt und geschätzt werden.
Wenn man so etwas fühlt, kann man sich nicht damit zufrieden geben, sein Teil allein zu essen. Niemals! Denn das wäre der deutliche Beweis dafür,
daß das Herz sich nicht im Zustand der Gemeinschaft mit Gott befindet. Wir können uns nicht innerlich von dem Rest der Herde Gottes trennen; ihr Mangel und ihr Schaden ist auch unserer.

Gideon wollte sich nicht von dem Rest des Volkes Gottes absetzen, denn als der Engel sagte: «Jehova ist mit dir .... » antwortete er: «... wenn Jehova mit uns ist ... »
Je wertvoller Christus für uns wird, desto mehr werden wir Sein Volk lieben und nach der Befreiung eines jeden einzelnen aus ihm von jeglichem Joch der Knechtschaft verlangen.

3.) Das dritte Merkmal im Wesen Gideons war, daß er gering von sich selbst dachte. Er bildet sich nichts darauf ein, wie er angeredet wurde,
sondern spricht stattdessen von der Armut seiner Familie und seiner eigenen Bedeutungslosigkeit; und das macht ihn endgültig zu einem ausgewählten Gefäß für den Herrn,
sodaß die bereits geschehene Ankündigung jetzt noch einmal bestätigt wird: «... du wirst Midian schlagen wie einen Mann.»
Diese drei Dinge gehören also immer zusammen, und jedes ist ein Kennzeichen der Gnade Gottes in Seinem Volk:
1 .) Die Wertschätzung Christi;
2.) Liebe und Sorge um Sein Volk; und
3.) Niedriggesinntheit. (Demut)

Gott muß zu Seinem Recht kommen


Gideon befand sich noch in Unwissenheit darüber, wer mit ihm gesprochen hatte, aber es ist erfreulich zu sehen, daß, als der richtige Zeitpunkt kam, er die ungesäuerten Kuchen aus einem Epha Mehl und ein Ziegenböcklein darbringen konnte.
Der Herr nahm seine Gaben an und versicherte ihm: «Friede dir! fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben.»
Mit zunehmendem Licht wuchs auch der Glaube und die Kraft in Gideon, denn er baute dem Herrn einen Altar und nannte ihn «Jehova‑Schalom», was soviel wie «Jehova ist (od. sendet) Frieden» bedeutet.
Gideon stützte sich auf die Verheißungen, die Gott ihm gemacht hatte und nahm den Frieden für alle im Glauben in Anspruch.
Das Aufrichten dieses Altars bedeutete, daß Gott wieder zu Seinem Recht kommen sollte, das Ihm für so lange Zeit vorenthalten worden war; und wenn wir Gottes Rechte über uns wieder anerkennen, dann kann Er Frieden senden.

Das war also der Mann, den Gott für die Befreiung Seines Volkes gebrauchen konnte, und die Merkmale der Gnade und des Glaubens in ihm sind typisch für den Zustand,
in dem wir uns befinden müssen, wenn wir befreit werden und Befreier sein möchten. Derjenige, dessen Seele sich von den himmlischen Dingen nährt,
wird ein wahrer Anbeter Gottes sein, denn sein Herz ist gefüllt mit den göttlichen Dingen; er ist es auch, der den Altar mit der göttlich eingegebenen Absicht aufrichten kann, Gott das zu geben,
was Ihm gehört. Solch ein Mann wird es auch nicht zulassen, daß sein Verstand, sein Herz und seine Zeit total von den Dingen dieser Erde in Beschlag genommen werden.
Bis hierher hatten die Aktivität und der Fortschritt Gideons nur im Geheimen mit Gott stattgefunden; wir kommen jetzt zu seinem ersten öffentlichen Schlag gegen die Herrschaft des Feindes.

Im Lande war ein Altar des Baal, des falschen Gottes, errichtet worden, und das war der Grund, weswegen Israel so unter der Tyrannei der Midianiter leiden mußte.
Baal ist der Gott der Sonne. Die Sonne stellt die Einflüsse dar, die den Tag beherrschen, und der Baalaltar im Lande zeigt, wie die irdischen Dinge Einfluß auf die Herzen und Sinne des Volkes Gottes genommen haben.
Dieser Altar mußte dem Altar Gottes unbedingt weichen.
in demselben Brief, in dem wir ermahnt werden, auf das zu sin*nen, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist, lesen wir: «... auf daß er in allem den Vorrang habe» (Kol. 1, 18).
Wenn wir von der Knechtschaft frei werden und uns in der Freiheit aufhalten wollen, muß Christus vorrangig sein. Ist das in unserem Herzen der Fall?
Er ist es unbedingt wert, diesen Platz einzunehmen, und wenn das «in allem» so sein soll, dann bestimmt auch in unserem Herz und Leben.
Wenn die Einflüsse des Tages und die Dinge dieses Lebens die Überhand in uns gewonnen haben, dann sind die Dinge Christi verdrängt; der falsche Gott Baal hat sich zum Mittelpunkt unseres Lebens gemacht, und als Folge davon werden wir freud‑ und fruchtlos.
Wir müssen diesen Altar auf der Stelle niederreißen und Christus wieder alles werden lassen. «Kinder, hütet euch vor den Götzen!»
Aber laßt uns daran denken, daß nur der Mann, der in der Stille mit Gott gewesen ist, den Altar des falschen Gottes niederreißen kann; wir haben keine Macht über diese Feinde, wenn wir den Umgang mit Gott im Verborgenen nicht gewohnt sind.

Eine unbedingte Notwendigkeit


Wir wollen nun zu der Betrachtung des äußerst interessanten Ereignisses übergehen, das uns in Kapitel 6,33‑40 berichtet wird.
Die Midianiter versammelten sich mit ihren Verbündeten, den Amalekitern (ein Bild des Fleisches), um gegen Gideon zu kämpfen. Das war ganz natürlich, und das ist auch heute noch so.
Wir können sicher sein, daß, wenn unser Herz ein Verlangen nach droben hat, wir gegen diese vereinigten Mächte kämpfen müssen, denn das Fleisch liebt die Dinge Christi nicht, sondern findet seine Befriedigung in den Dingen der Erde.

Aber Gideon hatte keine Angst; er stieß in die Posaune und versammelte das Volk Gottes. Bevor er allerdings in die Schlacht zog, sprach er wiederum im Verborgenen mit Gott.
Im Schutz der Gegenwart Gottes wünschte er sich die Erfüllung eines Wunders von ganz besonderer Art. Für uns ist es wichtig, daß wir seine Bedeutung verstehen, wenn wir siegreich sein wollen.
Gideons Wunsch war es, daß das Vließ von dem gesättigt sein sollte, wovon die Erde nichts kannte ‑ «wenn Tau auf dem Vließe allein sein wird und auf dem ganzen Boden Trockenheit.»
Das Fell eines Tieres läßt sehr oft erkennen, wo es herkommt und wie es lebt, und in dieser Bedeutung soll das Fell oder Vließ unser Wesen und unsere Herkunft in dieser Welt darstellen.
Wir wissen aber, daß unser Wesen von innen her geformt wird ‑ von dem, was Herz und Sinn einnimmt. Sind wir bereit, Gott zu sagen:
«Laß Tau auf dem Vließ sein; laß uns gesättigt, eingetaucht und vollständig geprägt sein von dem, was die Erde nicht besitzt»? Und das ist Christus,
und nur wenn sich unser Herz und unser Sinn von Ihm ernährt haben, werden die himmlischen Wesenszüge an uns sichtbar werden und uns deutlich von dem,
was von der Erde ist, trennen. Vielleicht ist das schon oft unser Wunsch gewesen, aber alle Anstrengungen in dieser Hinsicht waren umsonst. Wir können versichert sein,
daß unsere Anstrengungen immer fruchtlos sein werden. Wir sind unfähig, dieses Wunder zu vollbringen; nur die Macht Gottes ist dazu in der Lage.
Gideon wußte, daß er selbst das Wunder nicht zustandebrachte, aber er überließ das Vließ Gott und bat Ihn, es zu vollbringen. Und das ist das Geheimnis:
Wir müssen uns selbst Gott überlassen (Röm. 6,13),
und wir werden erfahren, daß das, was für Menschen unmöglich ist, bei Gott möglich ist. Es ist nämlich Seine Freude, unsere Herzen und Sinne in vollkommener Gnade und durch die Kraft des Geistes so mit Christus zu erfüllen,
daß wir Seine Wesenszüge in einer Welt ausstrahlen, die nichts von Ihm weiß. Aber Gideon tut noch mehr, als Gott das Vließ zu überlas*sen;
in Verbindung damit zeigt er auch Tatkraft und ein starkes Verlangen nach dem Wunder Gottes, denn er erhob sich früh am Morgen, um die Antwort auf sein Gebet zu sehen.
Gott möchte, daß wir die gleiche Energie in unserem geistlichen Verlangen zeigen. Oft ‑ zu oft ‑ belassen wir es schon bei unserem Verlangen und unserem Gebet.
Beides ist richtig, aber wir müssen weitergehen. Zuerst muß eine wirkliche Übergabe oder Auslieferung unsererseits an Gott erfolgen; dafür gibt es keinen Ersatz.
Und dann muß das ernsthafte Suchen und Warten auf das Ergebnis einsetzen.

Gideon hatte eine weitere Bitte, bevor er in den Kampf zog; diesmal sollte das Vließ trocken und die ganze Erde naß sein. Hier finden wir jetzt die andere Seite.
Das heißt nämlich für uns, daß unser Herz und unser ganzes Inneres von dem frei sein soll, womit die Erde gesättigt ist.
Ihre Grundsätze, Leitsätze und Bestrebungen und Ziele dürfen keinen Raum in unserem Leben finden, denn diese Dinge können die Freude an Ihm Selbst nur verderben.
Sein Kreuz hat uns von ihnen getrennt, und wir müssen wirklich davon frei sein, wenn wir Ihn richtig darstellen wollen.
Es ist interessant zu sehen, daß Gideon, als er diese Bitten vor Gott brachte, sich auf der Tenne befand ‑ dem Ort, wo der Herr zuerst mit ihm in Verbindung getreten war und wo Gideon gezeigt hatte,
wie sehr er die Segnungen Gottes schätzte. Wir können sicher sein, daß diese Bitten das wahre und natürliche Ergebnis des Beschäftigtseins mit Christus in der Verborgenheit der Gegenwart Gottes waren,
fern von den Einflüssen des Tages und der Zudringlichkeit irdischer Dinge.

Von diesem Ort aus ging Gideon dem Sieg entgegen. Er hatte viel mit Gott im Verborgenen zu tun gehabt, und mit der Kraft, dem Mut und der Weisheit, die er dort erlangt hatte, war er geeignet, seinen Feldzug gegen den Feind vorzubereiten.

Bevor wir zur endgültigen Befreiung des Volkes kommen, wollen wir einige weitere Lektionen lernen, die den Zweck haben, das noch einmal zu verdeutlichen, was uns bereits beschäftigt hat.

Die Läuterung des Volkes


Des Volkes war zuviel; da lag die Gefahr nahe, den Sieg als eigenen Verdienst anzusehen und dadurch in einen noch schlechteren Zustand zu fallen. Mehr als zwei Drittel von ihnen waren feige;
ihnen war ihr eigenes Leben lieber als der Kampf für den Herrn, und sie waren froh, nach Hause zurückkehren zu dürfen. Fürchten wir uns vor den Konflikten, die vor uns liegen?
Ist uns Ruhe und Bequemlichkeit lieber als Kampf, der unvermeidlich ist, wenn wir Überwinder sein wollen? Wir haben Gefallen an den Zusammenkünften, tun Dienste,
lesen Betrachtungen und reden über die Lehre, aber sind wir gekräftigt mit göttlichem Mut? Wenn nicht, so sind wir ungeeignet für den Kampf und, bevor unsere Seelen nicht wiederbelebt sind,
einfach untauglich. Zehntausend blieben übrig, die keine Feiglinge wie ihre Kameraden waren, aber noch immer war der größte Teil von ihnen noch nicht so, wie Gott sie gebrauchen konnte.
Deswegen mußten sie noch einer weiteren und strengeren Prüfung unterzogen werden.
«Führe sie ans Wasser hinab, daß ich sie dir daselbst läutere», lautete der Befehl Gottes. Wasser ist eine der größten Gaben Gottes, und in diesem Fall stand der Volksmenge reichlich davon zur Verfügung.
Die Art und Weise, wie sie es zu sich nahmen, offenbarte ihre Tauglichkeit als Kämpfer Gottes. Neuntausendsiebenhundert Männer ließen sich auf ihre Knie nieder,
um soviel wie möglich zu trinken; sie schienen dabei den Kampf vergessen zu haben. Dagegen nahmen dreihundert Männer nur das zu sich, was ihrem momentanen Bedürfnis entsprach, und nicht mehr.
Der Kampf für den Herrn nahm sie völlig in Anspruch, und alles andere war nicht so wichtig.

Der rechte Gebrauch der Gaben Gottes


An diesen dreihundert Männern erkennen wir, wie der rechte Ge*brauch der Gaben Gottes aussehen soll. Wir brauchen Nahrung, Kleidung und Obdach, und das alles steht uns auch zur Verfügung. Aber wie sollen wir sie benutzen?
Wenn es unser Ziel ist, soviel wie möglich von diesen Dingen zu besitzen, dann werden wir zu ihren Sklaven und gehören zu denen, die dem Feind nicht gegenüberstehen können,
weil wir begonnen haben, nach irdischen Dingen zu trachten. Wenn wir da*gegen diese Dinge nur als Gaben Gottes für uns gebrauchen und mit dem zufrieden sind,
was wir haben und daran denken, daß wir nicht hier sind, um uns Schätze zu sammeln, sondern um von dem Herrn zu zeugen, dann werden wir uns als brauchbare Werkzeuge für Seinen Dienst erweisen.
Diese lobenswerte Haltung wird bei den dreihundert Israeliten deutlich, denn sie hielten in ihren Händen nur soviel, wie es gerade ihren augenblicklichen Bedürfnissen entsprach, nicht mehr.
Das waren die geeigneten Männer für den Krieg, die sich bestimmt nicht in die Angelegenheiten dieses Lebens verwickeln ließen.

Die Waffen des Krieges


Es war schon eine merkwürdig ausgerüstete Armee, die da zum Kampf auszog. Die Waffen waren wider alle menschliche Vernunft,
und die Taktik dieser Kämpfer wurde niemals auf den Kriegsschulen gelehrt; aber es waren Männer, die ihre Augen einfältig auf den Herrn gerichtet hatten, die gehorsam und zuversichtlich waren, und mehr brauchten sie nicht zu sein und zu haben.
Der Blick dieser Männer war fest auf ihren Führer gerichtet, denn sein Befehl lautete. «Seht auf mich!» Wenn sie auf den Feind gesehen hätten, wären sie bestimmt auf Grund seiner zahlenmäßigen Überlegenheit entmutigt worden;
sie kamen aber gar nicht auf den Gedanken, auf den Feind zu blicken, denn der ihnen von Gott gegebene Anführer nahm ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch, und während sie auf ihn sahen, standen sie «ein jeder an seiner Stelle», und indem sie das taten, wurden sie zu einem festen,
einheitlichen Heer.
Ihre Waffen zur Kriegsführung waren sehr ungewöhnlich: Posaunen, Krüge, die nur dazu da waren, zerbrochen zu werden, und Fackeln. Sie trugen keine Schwerter bei sich, aber ihr Schlachtruf war ganz herrlich und bewies, daß sie siegesgewiß waren.
Sie wurden nicht enttäuscht, denn als sie riefen: «Schwert Jehovas und Gideons ... da lief das ganze Lager und schrie und floh» (Kap. 7,20.21).
Im zweiten Brief des Paulus an Timotheus finden wir das neutestamentliche Gegenstück dazu. In diesem Brief wird uns der schreckliche Abfall der bekennenden Kirche von der Wahrheit vorgestellt:
das Ergebnis des Trachtens nach irdischen Dingen.
Der Zustand, der uns im dritten Kapitel geschildert wird, könnte kaum schlimmer sein, und gerade darin haben wir ein treffendes Bild der bekennenden Christenheit heute; es wird klar, daß, wenn die Kirche oder irgendeine Gruppe von ihr unsere Hoffnung,
unsere Zukunft und unser Heil ausmachen würde, wir hoffnungslos verloren wären.
Aber Paulus sah nicht in diese Richtung; er sah über diesen Zustand des Fehlens und Versagens hinweg und richtete sein Auge auf den auferstandenen Christus zur Rechten Gottes,
und das Ergebnis dieses unverwandten Aufblickes war fortwährender Triumph. So kann man sagen, daß dieser Brief einer der leuchtendsten der Bibel ist, denn das Versagen der Menschen führt nur dazu, daß sich die Treue und Beständigkeit des Herrn um so glänzender davon abhebt.

Der Schlachtruf des Paulus


Geradeso wie Gideon, hatte auch Paulus einen Schlachtruf. Er konnte sich in Verbindung mit dem Zeugnis des Herrn sehen und ausrufen: «Das Zeugnis unseres Herrn und meines, seines Gefangenen» (2. Tim. 1,8),
und er, der solch einen Schlachtruf hatte, konnte sagen: «Aber ich schäme mich nicht, denn ich weiß, wem ich geglaubt habe, und bin überzeugt, daß er mächtig ist, das ihm von mir anvertraute Gut auf jenen Tag zu bewahren» (1, 12).
Und am Ende seines Lebens rief Paulus aus: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt» (4,7).

Er stand unerschütterlich an seinem Platz, so wie die Männer Gideons, weil er die Macht und Gnade seines großen Führers kannte, der den Feind vernichtet und über den Tod triumphiert hatte. Wir können uns darauf verlassen,
daß, wenn wir Jesus Christus im Gedächtnis halten, auferweckt aus den Toten nach dem Evangelium des Paulus, und unsere Augen auf Ihn geheftet haben, auf Ihn, in welchem sämtliche Segensabsichten Gottes sichergestellt sind, wir auch in der Lage sind, «jeder an seiner Stelle» zu stehen.

Wir stehen dann nicht mit Furcht und Niedergeschlagenheit, denn unsere Herzen werden ermutigt durch den Sieg des Herrn, und wenn wir so auf unserem Platz aushalten, dürfen auch wir den Schlachtruf des Herrn voll Vertrauen erschallen lassen.

Das Zeugnis des Herrn


Das Zeugnis des Herrn betrifft die wunderbare Wahrheit Seines Sieges und die Tatsache, daß die ganze Gnade Gottes in Christus ist, wo kein Feind ihr etwas anhaben kann. Es beinhaltet die große Tatsache, daß Gottes Plan nicht vereitelt werden konnte,
sondern daß alle Seine Gnadenabsichten in der einen Hand gesichert liegen, die die Macht des Todes zerschlug. Kurzum, es ist die herrliche Botschaft von Gott, Seinen Sohn betreffend als den Auferstandenen, durch den der ganze Wille Gottes erfüllt worden ist.
Das Wissen um diese Botschaft läßt uns siegesbewußt sein, und wir brauchen uns seiner Verkündigung nicht zu schämen, weil es nicht um uns, sondern um Christus geht; nicht um irgendeine Kirche, sondern um den allmächtigen Erlöser ‑ den Sohn Gottes.
Lassen wir uns doch durch den Geist der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit leiten, diese herrliche Botschaft entschlossen zu verkündigen.
Vielleicht schämen wir uns der Christenheit als eines Zeugnisses für Christus hier und schämen uns unserer eigenen Erbärmlichkeit, aber es gibt etwas, dessen wir uns nicht zu schämen brauchen ‑ die unermeßliche Macht und Weisheit Gottes.

Die Krüge und Fackeln


Die Männer, welche riefen: «Schwert Jehovas und Gideons!», hielten ihre Fackeln in den irdenen Krügen, und die Krüge mußten zerbrochen werden, damit die Fackeln scheinen konnten.
Das Leuchten dieses Lichtes in der Dunkelheit begleitete den Schlachtruf und das Blasen der Posaunen. Eine Anspielung darauf macht 2. Korinther 4,7.
Gläubige besitzen einen wunderbaren Schatz; es ist die Erkenntnis Gottes in ihrem Herzen. Dieses herrliche Licht strahlt in all seiner Vollkommenheit von dem Herrn Jesus aus und hat in unsere Herzen geschienen.

Aber wenn es in uns hineingeschienen hat, muß es auch wieder hinausscheinen. Das Licht darf nicht verdeckt bleiben; es muß aus diesen irdenen Gefäßen, die es enthalten, hinausleuchten.
Das kann nur in der Macht Gottes geschehen; menschliche Bemühungen sind dazu völlig unnütz.
Das Licht schien in Paulus; seine Lebensweise befand sich in Übereinstimmung mit dem Zeugnis, das er ablegte, so daß, wenn er predigte, daß alle Segnungen nur in Christus droben zu finden sind, er nicht auf der Erde danach suchte.
Er schaute nicht das an, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht. Ewige, nicht zeitliche Dinge beherrschten sein Denken, und so konnte er ein Sieger sein ‑ selbst befreit und in der Lage, auch andere zu befreien.
Das Hervorleuchten des Lichtes und das Ausbreiten des Zeugnisses muß zusammengehen. Dazu hat der Herr uns berufen, und es ist unser Vorrecht, uns mit dem Namen und Zeugnis des Herrn zu verbinden.
Aber laßt uns immer daran denken, daß, wenn wir mit irdischen Dingen beschäftigt sind, das Licht verborgen bleibt und wir aufhören, uns um das Zeugnis des Herrn zu kümmern.
Wir wollen noch einmal aufzählen, was die Voraussetzungen für den Sieg über diese Feinde durch das Heer Gideons waren:

1.) Es waren tapfere Männer (7,3).
2.) Sie nahmen nur das zu sich, was sie unbedingt benötigten (7,6).
3.) Sie waren ihrem Führer gehorsam (7,17).
4.) Sie ließen das Licht, das die Krüge enthielten, hinausscheinen (7,2 1)
5.) Sie ließen den Schlachtruf ertönen (7,21).
6.) Sie standen ein jeder an seiner Stelle (7,21).
Gott schenke uns, daß diese Dinge einen jeden von uns kennzeichnen.

Eine Warnung


Es gibt noch etwas in der Geschichte Gideons, was sehr interessant und lehrreich ist, und über das wir noch nichts gesagt haben ‑ ei*ne Sache, vor der wir auf jeden Fall gewarnt werden müssen.

Die Israeliten wollten Gideon zu ihrem König machen: sie sprachen von ihm als von ihrem Befreier und schienen völlig vergessen zu haben, daß sie alles nur Gott zu verdanken hatten (8,22).
Geschichte wiederholt sich immer wieder, denn das Herz des Menschen bleibt dasselbe, und so viele sind durch diese Schlinge zu Fall gekommen. Menschen wurden von Gott dazu auserwählt,

Seinem Volk zu helfen und es zu befreien, und viele haben sie verehrt und sind ihnen nachgefolgt; manche sind so weit gegangen, sich nach dem Namen des Gefäßes zu benennen,
das Gott benutzt hatte und machten es so zum Herrscher über sie. Davor werden wir in 1. Korinther 1 und 3 gewarnt, und man muß heute mehr denn je davor warnen.
Anstatt auf den Herrn zu sehen und allein an Ihm festzuhalten, sieht sich die Masse der Christen nach jemandem um, den sie für eine Zeitlang als Mann Gottes ansehen kann und von dem sie Führung und Licht erwartet.
Gideon bestand diese Prüfung und rief aus: «Jehova soll über euch herrschen!»

Die Männer von Sichem beachteten diese Worte Gideons nicht, denn nach seinem Tod machten sie seinen Sohn Abimelech zu ihrem König, mit dem Ergebnis, daß er sie und sie ihn später um*brachten.
Das neunte Kapitel des Buches der Richter berichtet uns die bittere Ernte seines Stolzes und ihrer Torheit und warnt uns davor, auf Menschen zu vertrauen ‑
der Dornstrauch in der Parabel Jothams ‑ besonders dann, wenn es sich um göttliche Angelegenheiten handelt.

Der Herr allein ist völlig ausreichend. Seine Liebe und Gnade und Macht kann niemals versagen. Er ist der wahre Weinstock, der Olivenbaum und der Feigenbaum,
von denen Jotham als Gegensatz zu dem unnützen Dornstrauch sprach. Alle Bedürfnisse Seines Volkes werden durch Ihn befriedigt.