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War Augustin der erste Calvinist

Roger Liebi über Calvinismus, Augustin, Kirchengeschichte und die Lehre der Prädestination


Christlicher Medienvertrieb Hagedorn
CMV
Postfach 300430. 40404Düsseldorf


Inhalt

Vorwort zur deutschen Ausgabe 9

Vorwort 15
Einleitung 25

Kapitel 1
Stoizismus, Neoplatonismus, Gnostizismus und Manichäismus 29

A. Stoizismus 30
B. Der Neoplatonismus 33
C. Der Gnostizismus 36
D. Der Manichäismus 40
E. Fazit 42


Kapitel 2
Die frühen christlichen Autoren von 95-400 n.Chr. 45
A. Die apostolischen Väter und die Apologeten 95-180 n.Chr. 46
B. Christliche Autoren 180-250 n.Chr. 50
C. Christliche Autoren 250-400 n.Chr. 57
D. Fazit 61

Kapitel 3
Die traditionelle Theologie Augustins von Hippo 386 - 411 n.Chr. 63
A. Die Werke Augustins 386 — 395 n.Chr. 64
B. Die Werke Augustins 396 - 411 n.Chr. 66
C. Zwei Anomalien vor 412 n.Chr. 71
D. Fazit 81

Kapitel 4
Die Bekehrung Augustins zum „unfreien freien Willen" 83
A. Die Säuglingstaufe 84
B. Stoische und manichäische Philosophien 88
C. Die Gabe des Ausharrens und die begrenzte Sühne 92
D. Fazit 95

Kapitel 5
Augustin reaktivierte die manichäischen Auslegungen der Schrift 97
A. Manichäische deterministische Auslegungen 97£
B. Johannes 3,5 und Römer 5,12 100
C. 1. Timotheus 2,4 103
D. Johannes 14,6 und 6,65 104E. Psalm 51,7 105
E. Epheser 2,3 und 2,8-9 105
G. Fazit 107

Kapitel 6
Augustin lehrte den Determinismus als Prädestination 109
A. Der gnostische und manichäische Determinismus 109
B. Der stoische und neoplatonische Determinismus 111
C. Gott möchte, dass alle errettet werden 115
D. Fazit 117

Kapitel 7
Ein Überblick darüber, wann und warum Augustin sich zum Determinismus bekehrte 121
A. Ad Simplicianum im chronologischen Kontext 121
B. Zehn einflussreiche Faktoren 125
C. Korrektur der Ursache und des Datums von Augustins Bekehrung zum Determinismus 132
D. Augustin, allein auf weiter Flur und gegen die frühe Kirche 136
E. Fazit 138

Fazit
A. Die protestantische Reformation 141
B. Eine Inspektion des augustinisch-calvinistischen Fundaments 145
C. Alternativen zum augustinischen Calvinismus 148
Anhang I 149
Anhang II: Die logische und chronologische Entwicklung der Spättheologie Augustins 151

Für die Menschen, die keine Angst haben,
die Wahrheit über die Tradition
triumphieren zu lassen.


Vorwort zur deutschen Ausgabe

Es gibt viele Veröffentlichungen auf dem christlichen Bücher
markt, die man nie hätte schreiben sollen, ganz einfach, weil sie
den Lesern schaden anstatt sie im Glauben weiter zu bringen und
zu fördern. Zudem gibt es viele Bücher, die ebenso nie hätten veröffentlicht
werden sollen, nicht etwa, weil sie schädliche Lehren
verbreiten, sondern, weil sie einfach nicht nötig sind. Sie bringen
nichts. Bei dem hier vorliegenden Buch von Ken Wilson ist es
anders: Dieses Buch musste unbedingt geschrieben werden! Es
hätte eigentlich schon längst geschrieben werden sollen. Ich würde
aber sagen: Besser spät als nie.

Dr. med. Ken Wilson, ist ein US-amerikanischer Chirurg, spezialisiert
auf Hände und Unterarme. Mit seiner Berufung als Arzt
hat er, verbunden mit seiner nahbaren Art, unzähligen Menschen
mit viel Einfühlungsvermögen während vieler Jahre gedient, und
tut dies noch stets. So wie der Apostel Paulus aus guten Gründen
seinen bewährten Mitarbeiter Lukas „den geliebten Arzt" genannt
hatte (Kol 4,14), könnte man dies entsprechend von Dr. Ken Wil-
son sagen. Lukas lag eben nicht nur die körperliche Gesundheit
von Menschen am Herzen, ihm war das ewige Heil der Menschen
noch viel wichtiger, verbunden mit geistlicher Unterweisung, die
dem entspricht, was Paulus „gesunde Lehre" nannte (Tit 1,9;
2,1). Weit über den Bereich der Medizin hinausgehend, legte Ken
Wilson 2012 an der Universität Oxford (England) eine zweite
Doktorarbeit vor. Der Titel seiner umfassenden Forschungsarbeit
lautet: "Augustines Conversion from Traditional Free Choice
to 'Non-free Free Will': A Comprehensive Methodology."
(AufDeutsch: ,Augustins Abkehr von der traditionellen Lehre der
Entscheidungsfreiheit hin zur ,Lehre des unfreien freien Willens':
Eine umfassende Methodologie.

"Ken Wilson hatte zuvor das umfassende Gesamtwerk von
Augustin (354 - 430) gründlich studiert. Er hatte dabei besonderen
Wert darauf gelegt, alle seine Schriften in der zeitlichen Ordnung
ihrer Entstehung durchzulesen. Das sollte ihm die Möglichkeit
geben, ganz genau zu verfolgen, wie sich das Denken und Lehren
dieses so genannten Kirchenvaters im Laufe der Jahre verändert
hatte. Ganz besonders achtete Ken Wilson darauf, was Augustin
zu den Themen Auserwählung, Zuvorbestimmung, Vorkenntnis,
freier bzw. unfreier menschlicher Wille sowie Souveränität Gottes
und Verantwortung des Menschen ausführte. Dabei konnte er eindeutig
feststellen, dass es ab 412 bei ihm eine ganz grundlegende
Wende in seinem Denken und Lehren gab. Augustin änderte seine
Ansichten zu diesen Themen vollständig. Er wandte sich von dem,
was allgemein bis dahin gelehrt wurde, ab. Augustin brachte eine
ganz neue Lehrmeinung in die Kirche hinein. Er begann, Ansichten
zu vertreten, die von den Bibellehrern, die an der wahren und
biblischen Lehre über die Person Christi (wahrer Gott und wahrer
Mensch etc.) festhielten, in der gesamten Zeit von 100 - 412 n.
Chr. bekämpft worden waren.

An dieser Stelle muss ich erläuternd hinzufügen: Ken Wilson
studierte nebst den Schriften von Augustin auch die christliche
Literatur von 100 - 412 n.Chr. mit besonderem Blick auf die
oben genannten Themen. Dabei stellte er fest, dass die Elemente,
die Augustin ab 412 als fiir ihn neue Lehren zu verbreiten begann,
in der gesamten Zeit vor ihm offensichtlich nur von Irrlehrern
und heidnischen Philosophen vertreten wurden. Man findet diese
Gedanken sehr ausgeprägt bei den Gnostikern, den Manichäern
sowie bei den Neoplatonikern und den Stoikern. Die Bibellehrer
(in der Kirchengeschichte spricht man in diesem Zusammenhang
von den „Apostolischen Vätern", den „Apologeten" und den
„Kirchenvätern"), die nicht diesen Irrlehren bzw. Philosophien
anhingen, verkündeten diese Dinge nicht. Vielmehr wurden diese
Lehren aber von vielen Dutzenden dieser Bibellehrer angegriffen,
widerlegt und anhand der Heiligen Schrift entschieden zurückge
wiesen. Es ist allerdings leider auch eine Tatsache, dass bereits ab
dem 2. Jahrhundert n.Chr. viele falsche Ansichten und Lehren in
die Kirche hineinkamen. Deshalb gibt es in der christlichen Lite
ratur der ersten Jahrhunderte schon viel Verwirrung, Durchein
ander und sich Widersprechendes, was die gesunde Lehre in allen
möglichen Themenbereichen betrifft. Aber gerade bezüglich der
Themen wie Auserwählung, Zuvorbestimmung, freier Wille, Vorkenntnis
Gottes etc., bestand durch alle diese frühen Jahrhunderte
hindurch eine ganz erstaunliche Einheit in der Lehre.

Ken Wilson legte in seiner umfassenden Doktorarbeit weiter dar,
dass Johannes Calvin (1509 - 1564) später, in der Zeit der
Reformation, Augustins neue Lehren ab 412 zu diesen Themen in sein Den
ken aufnahm. Calvin bekannte selber:,Augustin ist so vollständig in
mir drin, dass ich meine gesamte Theologie anhand seiner Schriften
ausformulieren könnte." Diese zu einem System zusammengesetzten
neuen Lehren Augustins nennen wir heute „Calvinismus"!
Augustin (354 - 430) kam durch die Predigten des Bischofs
Ambrosius von Mailand zum Glauben. Er ließ sich im Jahr 387
taufen. In der Zeit vor seiner Bekehrung gehörte er jahrelang zur
Sekte der Manichäer, die von China bis ins Weströmische Reich
Verbreitung fand. Der Gründer dieser Sekte hieß Mani. Dieser
falsche Prophet aus Persien lebte von 216 - 274 n.Chr. Er nahm
viele Lehren der Gnostiker in sein Religionssystem auf. Unter
Gnostikern versteht man Irrlehrer, die ab dem 1. Jahrhundert -
also bereits zurzeit der Apostel Jesu Christi - geistlich gesehen
eine tödliche Gefahr für die wahren Christen darstellten. Der
Apostel Johannes bekämpfte mit seinem Evangelium diese
Irrlehren. Auch der 1. und der 2. Johannesbrief waren Kampfschriften
gegen die „Gnosis" (= Wissen), wie man das Glaubenssystem
dieser vielfältigen Irrlehrer-Bewegung nannte. Paulus warnte in
1. Timotheus 6,20 ausdrücklich vor diesem „fälschlich so
genannten Wissen [= griech.: gnosis]", und fügte hinzu, dass etliche, die
sich dazu bekannten, vom wahren Glaubensgut abgeirrt waren
(I Tim 6,21). Diese Gnostiker leugneten auch, dass Jesus Christus
ein wahrer Mensch geworden war, sie leugneten eben, dass er „im
Fleisch gekommen" war. Damit entlarvten sie sich als
,Antichristen" (I Joh 4,1-3). Die Gnostiker und die Manichäer lehrten im
Zusammenhang mit den Themen Auserwählung,
Zuvorbestimmung, dass die Möglichkeit zur Errettung von Anfang an nur
auf eine begrenzte Anzahl von Menschen festgelegt gewesen
sei.Sie glaubten nicht, dass grundsätzlich jedem Menschen der Weg
zur Errettung offensteht. Auch weitere Lehrbestandteile, die ganz
typisch für den Calvinismus sind, findet man bei den Manichäern.
Nun, das sind genau die neuen Lehren, die man bei Augustin ab
412 in seinen Schriften entfaltet wiederfindet. Augustin war in
diesen Dingen wieder in den alten Manichäismus zurückgefallen!
[...] und später in der Kirchengeschichte nahm Johannes Calvin
diese Dinge erneut auf und breitete sie massiv in der dem
Evangelium verpflichteten Christenheit aus.
Woher hatten die Gnostiker diese Gedanken? Ken Wilson legt
klar dar, dass diese Dinge zurückgehen auf die noch älteren Wur-

Seite 11

zeln der griechischen Philosophie. Er zeigt auf, wie man solche
Lehrelemente ausgeprägt bei den Stoikern und den
Neoplatonikern wiederfindet.
Ken Wilson zeigt auch auf, dass es unter den Bibellehrern
vor Augustin eine breite Übereinstimmung gab, dass Gott allen
Menschen mit seiner Retterliebe begegnet (Joh 3,16), und dass
Gott jedem Menschen die Möglichkeit anbietet, errettet zu wer
den (Tit 2,11; ITim 2,4; 2Pet 3,9). Ebenso bestand eine breite
Einheit des Glaubens in der Anerkennung der Tatsache, dass der
Mensch verantwortlich ist, auf Gottes Ruf zur Buße (Reue und
Umkehr) zu antworten, entsprechend dem an die Entscheidungsfähigkeit
gerichteten Aufruf: „So tut nun Buße und bekehrt euch!"
(Apg3,19).

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Was hat es nun
mit Gottes Auserwählung und Zuvorbestimmung auf sich?
Auch darüber gab es einen erstaunlichen Konsens in den Jah
ren 100 - 412 n.Chr.: Es wurde allgemein gelehrt, dass die
Auserwählung und Zuvorbestimmung Gottes nicht bedingungslos
ist, ganz im Kontrast zur so genannten 2. Säule des Calvinismus
(bedingungslose Auserwählung). Es wurde gelehrt, dass Gott in
seiner Allwissenheit von Ewigkeit her wusste, wer Gottes Ruf und
Zug zur Buße (vgl. Rom 2,4-5) dereinst einmal nachgeben bzw.
in selbstverschuldeter Störrigkeit widerstehen würde. Dies wurde
gelehrt aufgrund von 1. Petrus 1,1-2 und Römer 8,29. Aus beiden
Stellen geht hervor, dass die Auserwählung bzw. die
Zuvorbestimmung Gottes nicht bedingungslos ist, sondern sehr wohl durch
Gottes Vorherwissen bedingt ist. Wenn Petrus von den Wieder
geborenen (1. Pet 1,3) sagt, sie seien „auserwählt nach Vorkenntnis
Gottes", so muss man beachten, dass für „Vorkenntnis" im
griechischen Grundtext das Wort „prognosis" steht. Im Deutschen kennt
man dieses Wort vom Begriff der „Wetterprognose" her. Jedes Kind
kann verstehen, dass die Leute, die die Prognose stellen, dass es
z.B. morgen regnen und sogar stürmen wird, mit ihrem Vorher
wissen, keinen Einfluss auf die Entwicklung des Wetters haben.
Sie wissen zwar, was kommt, aber die Mechanismen in der Natur,
die zu den bestimmten Wetterkonstellationen fuhren, sind völlig
unabhängig von dem Wissen der Prognostiker. So ist es im
Prinzip auch mit der Prognosis („Vorherwissen") Gottes: Gott wusste
von Ewigkeit her ganz genau, wer einmal, konfrontiert mit dem
12
Ruf des Evangeliums, kapitulieren würde und wer nicht. Aber mit
diesem Vorherwissen hat Gott nicht festgelegt, dass irgendjemand
sich bekehren muss oder nicht bekehren kann. Von uns aus würden
iemand Gott suchen (Rom 3,10). Wenn ein Mensch beginnt,
Gott zu suchen, ist es immer Gottes Werk. Der Vater „zieht" Joh,
6,44), der Sohn „sucht" (Luk 19,10) und der Heilige Geist „über
führt von Sünde" (Joh 16,8). Das entspricht genau dem Gleichnis
in drei Teilen von Lukas 15: Der gute Hirte sucht das verlorene
Schaf, die Lampe scheint mit ihrem Licht in die Finsternis der
verlorenen Münze, der liebende Vater schaut voll Erbarmen aus nach
dem verlorenen Sohn. Der dreieine Gott wirkt, und nur so kann
ein Mensch schließlich gerettet werden. Aber ganz wichtig: Dieses
Werk tut Gott an jedem Menschen, nicht nur an einer begrenzten
Zahl (ITim 2,4; 2Pet. 3,9). Seine Retterliebe umfasst die ganze
Menschheit (Joh 3,16; Tit 2,12). Römer 2,4-5 macht deutlich:
Wenn ein Mensch sich nicht von Gottes Erbarmen zur Buße ziehen
lässt, sondern fortgesetzt widersteht, dann wird er ewig verloren
gehen (Mt 25,46). Aber dann ist es seine Verantwortung. Der Herr
Jesus wird denen gegenüber einmal sagen: „Ihr habt nicht gewollt!"
(Mt 23,37). Er hätte gewollt (1. Tim 2,4). Aber sie nicht.
Gott hat einen Plan - die Bibel spricht an vielen Stellen über
„den Ratschluss Gottes" - und er zieht ihn in seiner erhabenen
Souveränität durch. Aber die Souveränität Gottes schließt die
Verantwortung des gefallenen Menschen nicht aus. Darum sagte der Herr
Jesus im Blick auf die Pharisäer:

„Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner rechtfertigten
Gott, indem sie mit der Taufe Johannes' getauft worden waren; die
Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten machten in Bezug auf
sich selbst den Ratschluss Gottes wirkungslos, indem sie nicht von
ihm getauft worden waren" (Luk 7,29-30).

Gott führt seinen wunderbaren Ratschluss durch und vollendet
ihn auch. Aber der einzelne Mensch kann sich selbst von diesem
Ratschluss durch seine Störrigkeit und Verstocktheit
ausschließen. Wenn der Calvinismus biblisch sein sollte, so dürften diese
Verse nicht in der Heiligen Schrift stehen. Sie lassen dieses System
zusammenbrechen.
Die Doktorarbeit von Ken Wilson ist sehr ausführlich und
anspruchsvoll geschrieben. Viele Leser, die diese Arbeit studieren
sollten, würden es deshalb nie tun. Deshalb hat Ken Wilson eine

13
verkürzte und vereinfachte Version erstellt. Das ist das Büchlein,
das Sie jetzt in Ihren Händen halten! Möge es allen Lesern zum
Segen sein und Klarheit in ein Thema bringen, das viele Herzen
bewegt.Roger Liebi, 2. Mai 2020

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Vorwort


Mit dem Titel des vorliegenden Buches möchte ich dem Leser
helfen zu verstehen, dass das beeindruckend konstruierte
systematische theologische Gebäude des Calvinismus auf dem Fundament
der augustinischen Theologie errichtet wurde. Der Begriff
„augustinischer Calvinismus" ist eine Selbstbezeichnung, geprägt von
reformierten Theologen, die diesen Zusammenhang verstanden haben.

Ich wurde gebeten, meine Oxford-Dissertation in einem
kürzeren und vereinfachten Format zusammenzufassen, um es einem
größeren Leserkreis zu ermöglichen, die historischen Wurzeln des
augustinischen Calvinismus zu erfassen.' Mit dem vorliegenden
Buch erfülle ich diese Bitte. Meine Dissertation an der Universität
von Oxford wurde 2012 vorgelegt und trug den Titel
„Augustine s Conversion from Traditional Free Choice to
,Non-free free will': A Comprehensive Methodology."
Für dieses Projekt las ich alle über lieferten Werke, Briefe und Predigten
des Augustin in chronologischer Reihenfolge und verglich sie mit den
diversen religiösen und philosophischen Überzeugungen zu Schicksal versus freien Willen
von 2000 v.Chr. bis 400 n.Chr. Dies schloss die frühen
Kirchenväter ein. Die Dissertation wurde zahlreichen Korrekturen unter
zogen und durch weiteres Material ergänzt, einschließlich eines
Stichwortverzeichnisses und einer Liste von Schriftstellen, welche
die Gnostiker und Manichäer verwendeten, um ihren
Determinismus zu beweisen. Das aus der Dissertation hervorgegangene Werk
wurde schließlich als Kenneth M. Wilson, Augustine's Conversion
from Traditional Free Choice to „Non-free Free Will": A Compre
hensive Methodology in Studien und Texte zu Antike und Chris
tentum III (Tübingen: Mohr Siebeck, 2018) veröffentlicht.

Das hier vorliegende kleine Buch bietet einen stark gekürzten
und vereinfachten Zugang zu den wichtigsten Konzepten mei

Dies geschah, nachdem mein Video-Interview mit Dr. Leighton Flowers am
26. Februar 2019 im Netz veröffentlicht wurde. Dr. Flowers ist der Direktor
für Evangelisation und Apologetik der Texas Baptists und moderiert den Pod
cast „Soteriology 101".
Das YouTube-Video zu unserem Interview ist verfügbar unter
https://soteriologyl 01 .com/2019/03/11/was-st-augustine-the-firstto-introduce-calvinism-to-tne-church/.

15
ner Studie. 2 Es umfasse antike Philosophien und Religionen, die
frühen christlichen Autoren (95-400 n.Chr.), sowie die Faktoren,
die dazu führten, dass Augustin sich von der einheitlichen Sicht
aller frühen christlichen Autoren abwandte und sich der neuen
Sicht seiner Spättheologie zuwandte. Zitate aus der Primär- und
Sekundärliteratur, die in meinem Hauptwerk in den antiken und
modernen Originalsprachen wiedergegeben werden, wurden ins
Englische - bzw. hier ins Deutsche - übersetzt. Für den Nicht
Akademiker wurde komplexes Material vereinfacht und Fach
wörter wurden durch geläufigere Begriffe ersetzt. Die lateinischen
Titel der untersuchten antiken Werke wurden beibehalten. Die
Quellenangaben beziehen sich auf die lateinischen und griechischen
Originaltexte, da Übersetzungen oftmals eine abweichende
Kapitelnummerierung aufweisen.
Das vorliegende Buch ist eine stark gekürzte Version meines
Hauptwerkes und eignet sich nicht für eine kritische Bewertung im
Rahmen einer akademischen Studie. Forscher, die an dem Thema
interessiert sind und meine gesamte Interaktion mit den Primär
quellen in den jeweiligen Originalsprachen kennenlernen und sich
mit den Komplexitäten meiner Argumentation auseinandersetzen
wollen, mögen mein gesamtes veröffentlichtes gelehrtes Werk
lesen und darauf reagieren. (Es ist erhältlich unter der ISBN-13:
978-3161557538, auch als e-book bei Mohr Siebeck). Eine Kritik
oder eine Rezension dieser zusammenfassenden Darstellung
für Nicht-Akademiker sollte nicht als fundierte wissenschaftliche
Antwort verstanden werden, es sei denn der Rezensent hat zuvor
eine kritische Würdigung meiner vollständigen gelehrten Studie in
einem Fachjournal oder einem Fachbuch veröffentlicht. Ich halte
diese ausdrückliche Vorgabe für nötig, da manche Personen, sogar
manche Gelehrte, aufgrund von persönlicher Betroffenheit und
möglicherweise sogar unbewusst, versucht sein könnten, meine
Forschungsergebnisse beiseite zu schieben, um einer objektiven
Auseinandersetzung mit der Bekehrung des Augustin zum
Determinismus aus dem Wege zu gehen.


Große Anerkennung und Dank geht an Traci Emerson, J.D., M.L.I.S. Sie hat
mir geholfen, diese Aufgabe zu erfüllen. Ich übernehme die volle
Verantwortung für alle Herausforderungen, die für den Leser noch
übriggeblieben sind.

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Ich habe dieses Buch in einer Haltung der Akzeptanz geschrieben.
Mir ist bewusst, dass es verschiedene religiöse Prägungen gibt.
Es gibt bereits zu viele Spaltungen innerhalb jeder Religion.
Calvinisten jedoch beschreiben die Lehren des Augustin immer
wieder so, als ob sie direkt an die Lehren des Apostel Paulus
anknüpfen würden. Dieses Buch soll helfen, andere wichtige
Einflüsse auf die deterministische Spättheologie des Augustin
aufzudecken. Wenn der Leser diese zusätzlichen Einflüsse auf
den Bischof von Hippo überdacht hat, mag er sich entscheiden,
ob diese Faktoren so weitreichend waren, dass er nicht mehr am
Calvinismus festhalten kann, oder ob er weiterhin daran glauben
möchte, dass der große Augustin sich in Übereinstimmung mit
dem Apostel Paulus befand. Meine Hoffnung ist, dass der Leser
sorgfältig das hier ausgebreitete Beweismaterial prüfen möge und
sich ergebnisoffen mit den Fragen zur christlichen Willensfreiheit
und zum Determinismus auseinandersetzen möge.

17

Wer sich bloss (BRD bloß) zum Christentum bekehrt,
kann kaum noch erretteter Christ werden, denn dazu muss man vor
dem Herrn Jesus Christus bedingungslos in Busse kapitulieren
und an IHN glauben, und nicht Platonische Philosophie mit Christlicher Lehre mischen wollen.


Augustinus ist wie alle Kirchengläubige nicht an Christusgläubig.

>>> YT URL; >>
Streiflichter aus der Kirchengeschichte: War Augustinus wirklich der erste "Calvinist"?
Vortrag von Roger Liebi

Streiflichter aus der Kirchengeschichte: War Augustinus wirklich der erste "Calvinist"?
War Augustinus der erste Calvinist - Ken Wilson (Vorbestellung DE): https://www.cmv-duesseldorf.de/de/buc...
War Augustinus der erste Calvinist - Ken Wilson ( (Vorbestellung CH): https://www.edition-nehemia.ch/j3/onl...

Dr. med. Ken Wilson ist ein US-amerikanischer Chirurg, spezialisiert auf Hände und Unterarme.

2013 legte er an der Universität Oxford (England) eine zweite Doktorarbeit vor.

Diese Arbeit ist ein Schock für viele Gläubige! Ken Wilson belegte darin,
dass Calvin seine Prädestinationslehre nicht selber aufgebaut, sondern sie einfach von Augustinus übernommen hatte.
Ab dem Jahr 412 änderte Augustinus seine Ansichten über Prädestination grundlegend,
indem er philosophische Gedanken, die schon in früheren Zeiten von den Gnostikern, Manichäern,
Neoplatonikern und Stoikern gelehrt worden waren, übernahm.
Damit brach er mit den Lehrüberzeugungen aller Bibellehrer vor ihm.
Wir begeben uns mit der Bibel in der Hand auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Kirchengeschichte!