Home       Bibelkreis.ch

 

Campus für Christus
- ihre Botschaft und Methoden

Charles W. Dunn

 

Eine kritische Betrachtung dieser populären Studentenarbeit durch einen ehemaligen Leiter von "Campus für Christus"

Beiwort zur Broschüre über "Campus für Christus", v. Patrick Tschui

_________________

Charles Dunn hat den "Säuretest" auf die Studentenarbeit von "Campus für Christus" angewandt, indem er ihre Methoden mit den Prinzipien der Bibel verglich. Einige seiner Beobachtungen aus erster Hand mögen Sie überraschen, doch er sagt: "Ungeachtet dessen, wie richtig und gut eine Organisation scheinen mag, muss doch ihre Arbeit immer rein nach biblischen Massstäben beurteilt werden."

"Die Welt will wissen, ob eine Botschaft Erfolg hat, aber die Bibel fragt zuerst, ob die Botschaft selber in Ordnung ist."

"Warum sollte jemand Christ werden wollen, wenn dies keine Veränderung seines Lebens und Verhaltens bewirkt?"

""Christsein einfach gemacht" könnte gut als wahrer, aber wenig schmeichelhafter Leitgedanke von "Campus für Christus" betrachtet werden."

Diese Broschüre wird Ihnen einen Einblick hinter die Kulissen dieser Organisation und auch in das Herz eines Mannes geben, der eine Last für die Studenten an den Hochschulen hat. Er hat eine sehr aktive und einflussreiche christliche Studentenarbeit sorgfältig untersucht und dann das Licht des Wortes darauf geworfen. Sie mögen überrascht sein, was diese Broschüre aufdeckt.
_________________

 

Originaltitel: "Campus Crusade - its Message and Methods" von Charles W. Dunn
© 1980 Bob Jones University Press, Inc., Greenville, South Carolina 29614, United States of America

ISBN 0-89084-154-3

Deutsche Übersetzung: Patrick und Annemarie Tschui

© Copyright 1999 by Bob Jones University Press. Reproduced with permission.
© Copyright 1999 bei Bob Jones University Press. Abgedruckt mit Genehmigung.

Die Bibelstellen werden nach der im R. Brockhaus Verlag Wuppertal erschienenen "Elberfelder Übersetzung" in nicht revidierter Fassung, unter Zuhilfenahme der Fussnoten, angeführt.

 

 

Vorwort

Ich schreibe diese Broschüre, um Christen ­ innerhalb und ausserhalb von Campus für Christus [in der Folge als CfC abgekürzt] ­ zu helfen, diese Organisation aus biblischer Sicht zu betrachten.

Wenn Sie jemanden unwissentlich auf eine Schlucht zufahren sähen, würden Sie diese Person dann warnen? In der Tat, wer würde diese Frage nicht mit einem entschiedenen "Ja" beantworten?

Traurigerweise wird man aber in christlichen Kreisen, wenn man einen anderen Christen darauf aufmerksam macht, dass er von der wahren Lehre abweicht, im allgemeinen als entzweiend, lieblos und kritiksüchtig gebrandmarkt.

Die Bibel ist Gottes Buch und will uns aufzeigen, wohin unser Weg führt, und wie, bzw. warum, wir an welches Ziel gelangen. Als Christen sind wir aufgefordert, andere vor dem Ende ihres Weges zu warnen, wenn sie von der wahren Lehre der Heiligen Schrift abweichen.

Genauso, wie ich aus Liebe jemanden warne, der im Begriffe steht, in eine Schlucht hinunterzustürzen, so habe ich dieses Büchlein aus Liebe geschrieben, um Menschen vor den lehrmässigen Gefahren von CfC zu warnen.

Ich will keineswegs behaupten, bei CfC gebe es keine Christen, oder dass diese Organisation nichts Gutes geleistet habe. Aber wie ein Auto, das von der Strasse abkommt, manchen den Tod bringen kann, so kann auch ein christliches Werk, das vom Weg abkommt, Menschen ernstlich in die Irre führen.

Der Pilot eines Flugzeuges auf einem Flug von Zürich nach New York wird nicht am gewünschten Ziel ankommen, wenn er auch nur ein Grad vom vorgegebenen Kurs abweicht. Weder Aufrichtigkeit noch ernsthafter Glaube, auf der richtigen Flugroute zu sein, wird etwas an seinem abweichenden Kurs ändern.

 

Johannes schreibt: "Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten" [1.Jo 2,3]. Das Wort Gottes ist unser "Flugkompass". Wir müssen auf klarem Kurs bleiben und für diejenigen dankbar sein, die uns warnen, wenn wir abweichen.

Ausbildungszentren und Hochschulen sind riesige geistliche Wüsten, welche die Erfrischung einer Oase brauchen, nämlich das biblische Zeugnis! Zu viele [christliche] Organisationen und Kirchen haben sich in diesen geistlichen Wüsten zu einer Fata Morgana entwickelt. Auch CfC, einst eine Oase, ist immer mehr zu einer Fata Morgana geworden.

Die Hochschulen brauchen die Botschaft der Erneuerung und Veränderung, nicht des Kompromisses und der Anpassung an die Welt. Oftmals brach mir fast das Herz, wenn ich zusehen musste, wie Studenten in den Wogen der letzteren fortgerissen wurden und die Erfrischung der ersteren verpassten.

Charles W. Dunn

 

 

 

Einleitung

Dr. Charles W. Dunn wurde am 8. Oktober 1940 geboren und ist jetzt Departementsvorsteher und Professor der politischen Wissenschaften an der Clemson Universität in Clemson, South Carolina.

Im Jahre 1975, als ich als leitender Mitarbeiter an der Clemson Universität für [das Missionswerk] "Forever Generation" tätig war, traf ich Dr. Dunn zum ersten Mal. Er war damals der Fakultätsberater von CfC in Clemson. Ich wusste, dass Dr. Dunn ein entschiedener Christ war, aber dass er dennoch fest mit der Arbeit von CfC und den neu-evangelikalen Kreisen allgemein verbunden war. Ich ahnte nichts davon, dass Gott daran war, ein sehr ungewöhnliches Werk in seinem Herzen zu vollbringen.

Im Lauf der nächsten paar Jahre zeigte ihm der HERR unmissverständlich die Bereiche auf, in denen CfC Kompromisse eingegangen war. Diese Zeit war geprägt von grossen persönlichen Kämpfen. Seine Freunde, sein Beruf und sein jahrelanger Dienst in der Arbeit Gottes verbanden ihn mit CfC und anderen Werken, welche in den gleichen Punkten von der Heiligen Schrift abgewichen waren. Aber trotz diesen persönlichen Bindungen erwies sich Dr. Dunn als ein Mann von Format. Er entschied sich klar dafür, nicht Menschen zu folgen, sondern Gott. Darum wählte er die biblischen Grundsätze. Er trat als Diakon der örtlichen "Southern Baptist"-Kirche zurück und löste seine Verbindungen mit CfC.

Seit er diesen Standpunkt eingenommen hat, hat der HERR ihn mächtig gebraucht. Er hat mitgeholfen, eine wachsende, fundamentalistische Gemeinde in Clemson zu gründen und arbeitet nun als Fakultätsberater für die "Forever Generation" ­ eine fundamentalistische Studentenarbeit in Clemson. In der Tat, Dr. Dunn ist ein Mann, der aus Erfahrung redet. Er kennt sich bezüglich CfC aus und lässt uns in dieser Broschüre deutlich die Kompromisse ihrer Arbeit erkennen.

 

Rich Kerns
Forever Generation

 

 

An einem späten Nachmittag im Januar 1974 rief mich Dr. Bill Bright von CfC aus der Ferne an und lud meine Frau und mich ein, einer Konferenz an seinem Hauptsitz in Arrowhead Springs, Kalifornien, beizuwohnen. Seine Absicht war, uns dafür zu gewinnen, in die Leitung von Campus für Christus [in der Folge als CfC abgekürzt] einzusteigen, um bei der damals geplanten christlichen Botschaft in Washington D.C. mitzuhelfen. Dort hatte ich während der späten 60er Jahre vier Jahre lang als Angestellter des Kongresses gearbeitet.

Vor diesem Telefonanruf hatte ich mich bereits während einiger Jahre an der Arbeit von CfC beteiligt und wurde 1973 deren Verantwortlicher für den Lehrkörper an der Clemson Universität. Noch vorher, während ich an der Universität von Illinois arbeitete, hatten meine Frau und ich mehrere Konferenzen von CfC besucht, einschliesslich der EXPLO '72 in Dallas, Texas.

Im Lauf der Zeit bekam ich zunehmend ein ungutes Gefühl bezüglich der Botschaft und den Methoden von CfC.

Niemand kann ihren Eifer bestreiten, aber Eifer muss den biblischen Richtlinien entsprechen. Dies bewog mich schlussendlich dazu, mich von CfC zu trennen. Ungeachtet dessen, wie richtig und gut eine Organisation scheinen mag, muss doch ihre Arbeit immer rein nach biblischen Massstäben beurteilt werden. Es ist aber nicht meine Absicht, hier einen bissigen Angriff gegen CfC zu starten, sondern zu helfen, Organisation und Methoden mit den biblischen Vorbildern und den historisch akzeptierten, schriftgemässen Richtlinien zu vergleichen.

Der Schein kann trügen. Deshalb müssen alle menschlichen Erfahrungen und Aktivitäten anhand der Schrift geprüft werden und nicht umgekehrt. Jesus sagte: "Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht" (Joh 7,24).

Traurigerweise leben wir aber in einer Zeit, in der die Zurechtweisung, obwohl klar in der Schrift angeordnet, selten von Christen praktiziert wird. Wenn heutzutage ein Christ seinen Mitchristen zurechtweist, so wird er gewöhnlich als lieblos und als Quelle der Uneinigkeit bezeichnet. Die Bibel hingegen lehrt nicht, dass Fehler übersehen werden sollen, weder aus Liebe noch um der Einheit willen. Fehler zu übersehen, ist in Wirklichkeit weder liebevoll noch für die Einheit förderlich.

Christen sollen überführen, strafen, ermahnen "mit aller Langmut und Lehre" (2.Tim 4,2) und streng zurechtweisen, "auf dass sie gesund seien im Glauben" (Tit 1,13). Wenn Liebe und Einheit gewonnen werden, indem man über biblische Lehren und Prinzipien hinwegsieht, wird die biblische Norm für das Leben der Christen aufgeweicht.

Jakobus 5,19+20 zeigt, dass es eine Belohnung für Christen gibt, welche anderen Christen helfen, aus Verirrungen zurückzufinden: "Meine Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt, und es führt ihn jemand zurück, so wisse er, dass der, welcher einen Sünder von der Verirrung seines Weges zurückführt, eine Seele vom Tode erretten und eine Menge von Sünden bedecken wird."

 

Geschichtliche Einordnung von CfC

Von den Fundamentalisten, der geschichtlich ältesten Gruppe der Protestanten, haben sich drei grössere Gruppen wegbewegt: die Modernisten im 19. Jahrhundert, die Neu-Orthodoxen im 20. Jahrhundert und die Neu-Evangelikalen, von welchen CfC ein Teil ist, in den 1940er und 1950er Jahren. Jede dieser Gruppen hat eine ganz andere Ansicht über die Bibel.

Die Fundamentalisten glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist, die reine Wahrheit ohne Irrtum, und dass die Christen seine vollständige Autorität anerkennen müssen. Darum sind die Jungfrauengeburt, das Sühnopfer, die leibliche Auferstehung und die Wiederkunft Christi Lehren, die innig festgehalten werden. Die Fundamentalisten glauben auch an eine buchstäbliche Hölle und an einen buchstäblichen Himmel, und dass der ewige Aufenthaltsort eines Menschen ­ sei es die Hölle oder der Himmel ­ dadurch bestimmt wird, ob er aus Gnade durch den Glauben an das vergossene Blut Christi wiedergeboren wurde.

Was christliche Organisationen, Denominationen und Personen betrifft, welche diese zentralen Glaubenswahrheiten leugnen, glauben die Fundamentalisten, dass Römer 16,17 angewandt werden muss: "Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr achthabet auf die, welche Zwiespalt und Ärgernis anrichten, entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und wendet euch von ihnen ab." Einige andere der zahlreichen Schriftstellen, die das Prinzip der Absonderung lehren, sind: 1.Kor 5,11; 2.Kor 6,14­18; 2.Thess 3,6.14; 1.Tim 6,3­5; 2.Tim 3,2­5; Tit 3,10 und 2.Jo 9­11.

Die Modernisten [auch Liberale genannt] lehnen im grossen und ganzen das ab, was die Fundamentalisten bekennen. Die übernatürliche Kraft Gottes und die grundlegenden Lehren der Schrift gehören nicht zu den Kennzeichen ihres Glaubens, da für sie die Bibel nicht das Wort Gottes ist (entgegen 2.Tim 3,16 und 2.Petr 1,20+21).

Die Neu-Orthodoxen betrachten die Bibel als teilweise wahr und teilweise falsch. Sie sagen, der Mensch könne mit menschlichen Methoden bestimmen, was wahr und was falsch sei. Für die Neu-Orthodoxen enthält die Bibel das Wort Gottes, ist aber nicht das Wort Gottes. Der fehlbare Mensch soll selber entscheiden, was Wort Gottes ist und was nicht.

Die Neu-Evangelikalen behaupten im allgemeinen, an dieselben Lehren zu glauben wie die Fundamentalisten, abgesehen von der biblischen Lehre der Absonderung. Darum umfasst die neu-evangelikale Bewegung ­ entstanden in den späten 1940er Jahren ­ solche, die an der Irrtumslosigkeit der Bibel festhalten und solche, die dies nicht tun.

CfC kann nicht in die geschichtlich älteste Hauptgruppe der Protestanten, die Fundamentalisten, eingeordnet werden, sondern in die neueste grössere Gruppe, die Neu-Evangelikalen. Diese neue Gruppe, die nicht gewillt ist, die völlige Autorität der Schrift anzuerkennen, sieht sich nun mit einem fortschreitenden Abfall in ihren Reihen konfrontiert. CfC, die sichtbarste der neu-evangelikalen Gruppierungen an den Hochschulen, zeigt, dass sie in bezug auf den sich ausbreitenden "Krebs" des Abfalls nicht immun ist.
Nach den Worten von Harold J. Ockenga vom Gordon-Conwell Seminar ­ er ist einer der Hauptgründer der neu-evangelikalen Bewegung und langjähriger Berater von CfC ­ betonen die Neu-Evangelikalen "die Neudarstellung der christlichen Theologie in Übereinstimmung mit den Nöten der Zeit, die Wiederaufnahme der Teilnahme an der theologischen Auseinandersetzung, die Rückgewinnung der Leiterschaft in den Denominationen, das Überdenken theologischer Probleme wie das Alter der Menschheit, die Sintflut, die verschiedenen Schöpfungsmodelle u.a.m.
In bezug auf die Schöpfung sagte Ockenga: "Unabhängig davon, ob Gott den Staub des Erdbodens oder ein bereits geschaffenes Tier gebraucht hat, überbrückte er die dazwischenliegende Zeitspanne durch das Einhauchen des Lebensatems in den Menschen und schuf ihn nach seinem Ebenbild."

Das Dach der neu-evangelikalen Bewegung ist so breit, dass es Römisch-Katholische, Charismatiker, sowie Mitglieder von Denominationen, welche modernistische oder neu-orthodoxe Ansichten vertreten, beherbergen kann. Die Neu-Evangelikalen übersehen, dass Abfall, d.h. das Leugnen von grundlegenden Lehren der Schrift, wie ein Krebsgeschwür wirkt. Wenn es nicht in einem frühen Stadium herausgeschnitten oder entfernt wird, tötet es den ganzen Organismus.

Die grossen Hauptdenominationen, nun vom Modernismus und der Neu-Orthodoxie beherrscht oder zumindest stark beeinflusst, erleiden grosse Einbussen an Mitgliedern oder abgeschwächte Wachstumsraten wegen dem "Krebsgeschwür" des Abfalls.

Im Bewusstsein, dass dieser "Krebs" schon bedrohliche Formen innerhalb der neu-evangelikalen Kreise angenommen hat, wurden Bücher wie "The Battle for the Bible" [Der Kampf für die Bibel] (Harold Lindsell) geschrieben und Organisationen wie "The International Council on Biblical Inerrancy" [Internationaler Rat für die Irrtumslosigkeit der Bibel] von neu-evangelikalen Leitern, einschliesslich Dr. Bill Bright von CfC gegründet.

Es ist interessant, wieviel Zeit, Talent und Geld die Neu-Evangelikalen nun aufwenden, um das zu verteidigen, was schon lange im Himmel feststeht (Ps 119,89). Was wäre, wenn derselbe Aufwand an Zeit, Gaben und Geld für die primäre Verantwortung der Christen, für das Seelengewinnen, eingesetzt würde (Spr 11,30; Mt 28,19+20 und Apg 1,8)?

 

Weltliche Wörter

Nachdem ich an mehr Veranstaltungen von CfC teilgenommen hatte als ich zählen kann und vieles von ihrer Literatur gelesen hatte, begann ich zu realisieren, dass ihre Botschaft in entscheidenden Punkten trügerisch von der biblischen Botschaft abweicht.

Die Welt will wissen, ob eine Botschaft Erfolg hat, aber die Bibel fragt zuerst, ob die Botschaft selber in Ordnung ist. Vom ganzen äusseren Eindruck her scheint die Botschaft von CfC anzukommen. Man bedenke die grosse Zahl von Menschen, die von dieser Bewegung angezogen werden.

Beachten Sie aber, dass Jesus, als er ans Kreuz ging, alleine ging ­ von den Menschenmassen verlassen. Als Johannes der Täufer enthauptet wurde, war er allein. Als die alttestamentlichen Propheten für Jahwe-Gott eintraten, taten sie es alleine. Die Schrift sagt, dass Jesus kam, um Entzweiung zu bringen (Mt 10,34) und nicht eine populäre Botschaft, welche die Massen anziehen werde. Seine Lehre ist: "Eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden" (Mt 7,14). "Wehe, wenn alle Menschen wohl von euch reden" (Lk 6,26).

Eine Botschaft also, die die Massen anzieht, speziell in einer zunehmend abgefallenen und heidnischen Nation wie den Vereinigten Staaten [dies ist sicherlich auch für die Schweiz nicht unzutreffend], ist vom biblischen Standpunkt aus betrachtet automatisch verdächtig, wenn sie nicht eine gründliche Lebenserneuerung bewirkt (2.Kor 5,17).

Ein Grund, warum die Botschaft von CfC so populär ist, besteht darin, dass ihre Mitarbeiter, bewusst oder unbewusst gelehrt werden, keinen "christlichen Jargon", also keine Wörter wie Zeugnis, Busse, Bekehrung, Blut, Hölle, Sünde, Errettung, Heiligung und Abfall, zu gebrauchen. Seit wann aber ist die Wortwahl der Bibel nicht gut genug? Zugegeben, diese Wörter sind nicht "soft" und "cool" und man hört sie nicht gerne. Aber die Gedanken und Wege der Welt stehen immer im Widerstreit mit denjenigen Gottes. 2.Tim 1,13 befiehlt uns, "das Bild gesunder Worte" festzuhalten.

Ebenso wie Gertrude Stein geschrieben hat: "eine Rose mit einem anderen Namen wäre nicht dasselbe", so ist auch die biblische Sprache, wenn man sie anders verpackt, nicht mehr dasselbe.

Die Mitarbeiter von CfC mögen die Unterbetonung oder das offensichtliche Vermeiden von biblischen Begriffen verteidigen, indem sie sagen, dass die Publikationen von CfC immer in Fussnoten auf Bibelstellen hinweisen, welche diese Begriffe enthalten. Seit wann aber sollten wir die Begriffe Gottes durch die Begriffe der Welt ersetzen und dann noch die Kühnheit haben, erstere lediglich als Fussnoten anzugeben?

Satan weiss, dass er den Christen nicht täuschen oder zum Narren halten kann, indem er bedeutende Änderungen in der biblischen Ausdrucksweise plötzlich und radikal geschehen lässt, sondern er geht so vor, dass er durch unterschwellige Veränderungen und feine Bedeutungsunterschiede verführt. Flannary O'Connor traf es gut: "Des Teufels grösste List besteht darin, uns zu überzeugen, dass er nicht existiert." Die grossen Denominationen fielen nicht über Nacht ab. Nein, es war hier ein wenig ­ da ein wenig. Ebenso ist es mit CfC.

Zeuge. Jesus sagte in seinen letzten Worten in Apostelgeschichte 1,8: "Ihr werdet meine Zeugen sein", aber CfC ersetzt "Zeugen" mit "den Glauben mitteilen". Ich vermute, dass das Wort "Zeuge" von unserem Herrn gewählt wurde, weil es eine tiefere Bedeutung hat als "den Glauben mitteilen".

Das Wort "Zeuge" kommt nicht nur von derselben griechischen Wortwurzel wie "Märtyrer", sondern wer vor Gericht als Zeuge auftritt, muss schwören, die Wahrheit zu sagen über das, was er gesehen, gehört, gefühlt und erfahren hat. Ein Zeuge muss mehr tun, als nur seinen Glauben weiterzugeben. Er ist verpflichtet, wenn nötig, ein Märtyrer für seinen Glauben zu sein. Sollte nicht das Wort Jesu, "Zeuge", gut genug sein für mich?

Busse. Jesus sagte in Lukas 13,3: "Wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle ebenso umkommen." Seine ersten aufgeschriebenen Worte enthalten das Wort "Busse" (Mk 1,15). Als das "evangelistische Hilfsmittel" von CfC, "Die vier geistlichen Gesetze", zum ersten Mal gedruckt wurde, liess man das Wort "Busse" aus. Obwohl es unterdessen enthalten ist, nimmt sein Inhalt nicht den ihm in der Bibel gebührenden Platz ein. Kann es Errettung geben ohne Busse?

Bekehrung (Umkehr). Während CfC dieses Wort abschwächt, betont es Jesus, indem er sagt: "Wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen" (Mt 18,3). Dieses Wort, wie auch das Wort "Busse", weist auf ein aktives und willentliches Abwenden vom Bösen hin.

Petrus verband Busse und Bekehrung als er in Apostelgeschichte 3,19 predigte: "So tut nun Busse und bekehret euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden." Somit werden zwei wichtige Bestandteile der Errettung, "Busse" und "Bekehrung", von CfC leichthin weggelassen.

Blut. Die Bibel sagt, dass es ohne Blutvergiessen keine Vergebung gibt (Hebr 9,22). CfC erwähnt den Ausdruck "Blut" kaum einmal, als ob es etwas wäre, dessen man sich schämen müsste. Ich möchte beiläufig erwähnen, dass das Wort "Blut" über 700 mal in der Bibel vorkommt. Eines der ersten Dinge, die ein bekehrter Mensch lernen muss, ist, dass das Blut Jesu uns von unserer Sünde reinigt. Was gibt es Kostbareres als das Blut Christi (1.Petr 1,18+19)? Sollte das Wort gemieden werden?

Hölle. Dieser Ausdruck, der zwölfmal im Neuen Testament, und davon elfmal von Jesus selber, gebraucht wird, kommt kein einziges Mal in den "Vier geistlichen Gesetzen" vor. Ich erinnere mich nicht daran, das Wort "Hölle" auch nur in einer der vielen Veranstaltungen von CfC gehört zu haben, die ich besucht hatte. Die Bibel erwähnt die Hölle natürlich weit mehr als zwölfmal, indem sie sie umschreibt, so z.B. in Abschnitten wie Mt 25,41; 2.Thess 1,8+9 und Offb 20,15. Sollten wir mit den Sündern nicht ehrlich sein und ihnen sagen, worauf sie zusteuern?

Sünde. Mehrere Male habe ich Mitarbeiter von CfC aufgefordert, einem Mafiamitglied das erste der "Vier geistlichen Gesetze" zu zeigen, nämlich dass "Gott dich liebt und einen wunderbaren Plan für dein Leben hat". Darauf könnte ein Mitglied der Mafia leicht antworten: "Ja, Gott liebt mich. Schauen Sie nur, wie er mich gesegnet hat." Das erste der "Vier geistlichen Gesetze" würde das Mafiamitglied nicht veranlassen, seine überaus grosse Sündhaftigkeit und Gottes Heiligkeit zu erkennen.

Das erste der "Vier geistlichen Gesetze" ist eine interessante Technik innerhalb einer ganzen psychologischen Strategie, deren Ziel es ist, massenweise Christen zu erzeugen. Es nimmt die Schärfe, so dass der Mensch sich nicht sieht, wie er wirklich ist: nackt, hilflos und verdammt vor dem heiligen Gott.

Was wäre herausgekommen, wenn Jesus das erste der "Vier geistlichen Gesetze" bei dem reichen Jüngling in Markus 10 angewendet hätte? Jesus hätte ihn sofort für die "Leiterschaftsschule" anmelden können, als einer, der "gebetet hat, um Christus aufzunehmen." Aber Jesus, der diesen jungen Mann nicht irreführen wollte, zeigte ihm seine grosse Sünde und was Gott verlangt. Weil er nicht alles aufgeben wollte, um Jesus nachzufolgen, ging der Mann traurig weg.

Wie kann jemand wissen, dass er Errettung braucht, wenn er nicht zuvor weiss, dass er ein Sünder ist, der ohne Retter verloren gehen würde?

"Sünder willkommen" schlug einer meiner Freunde scherzhaft vor, auf das Schild zu schreiben, das ein Treffen einer bekannten neu-evangelikalen. Organisation ankündigen sollte. Der Vertreter dieser Organisation antwortete: "Oh nein, bei uns gebrauchen wir keine solche Sprache. Sie könnte bei den Teilnehmern Anstoss erregen."

Dieser Mann ist zugleich ein sehr aktiver Förderer von CfC. Mein Freund und ich, im Auftrag unserer Gemeinde zu Besuch bei ihm, waren über seine Reaktion nicht überrascht, weil ja CfC und andere neu-evangelikale Werke die Botschaft von Christus gerne so präsentieren, dass sie für die Welt angenehm ist. Zu diesem Zweck müssen sie die Botschaft aber verwässern und nehmen ihr damit ihre Stärke und Schärfe.

A.W.Tozer sagt es treffend in "Das alte Kreuz und das Neue":

"Wir, die wir das Evangelium predigen, dürfen uns nicht als Werbefachleute vorkommen, die gesandt wurden, um zwischen Christus und der Welt ein gutes Einvernehmen herzustellen. Wir dürfen uns nicht einbilden, dass es unsere Aufgabe sei, Christus für die Geschäftswelt, für die Medien, für die Welt des Sportes oder für das moderne Bildungswesen annehmbar zu machen. Wir sind keine Diplomaten, sondern Propheten und unsere Botschaft ist kein Kompromiss, sondern ein Entweder­ Oder [wörtlich: Ultimatum]."

Errettet. CfC hält viel von der Terminologie "Beten, um Christus anzunehmen" anstatt "gerettet werden". Nun weiss ich wohl, dass es in Joh 1,12 heisst: "So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden", aber anschliessend steht "denen, die an seinen Namen glauben". Welches ist der Name von Jesus? Römer 10,9: "Dass, wenn du mit deinem Munde Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst." Sein Name ist Herr Jesus. Wenn wir an Jesus Christus glauben, akzeptieren wir Ihn als Herrn. Er wird der Herr, der Herrscher und der Souverän über unser Leben.

Die Menschen müssen wissen, dass "gerettet werden" bedeutet, dass man sein eigenes Leben dem Herrn Jesus Christus übereignet und nicht lediglich "betet, um Christus anzunehmen" und dann an den Wegen seines alten Lebens festhält. Das biblische Wort ist "errettet". Jesus Christus kam, um "zu suchen und zu erretten was verloren ist" (Lk 19,10). Wenn das Wort "errettet" für Jesus und Paulus gut genug war, sollte es dann nicht auch für mich gut genug sein?
Heiligkeit. Die Folgen der Vernachlässigung dieses Begriffes zeigen sich nirgends so deutlich wie im Bereich der persönlichen Heiligung der Christen. Ich sprach regelmässig zur Mitarbeiterschaft von CfC an der Clemson Universität und die meisten von ihnen besuchten meine Sonntagschulklasse [in den USA auch für Erwachsene]. Fast jedesmal legte mir Gott für meine Botschaft bei CfC das Thema der Heiligkeit aufs Herz, und auch in der Sonntagschule sprach ich oft darüber, denn Hebräer 12,14 sagt: "Jaget nach der Heiligkeit, ohne welche niemand den Herrn schauen wird." Typischerweise spalteten sich die Mitarbeiter von CfC wegen dieses Themas in zwei Gruppen; einige schätzten die Herausforderung zu einem geheiligten Leben, welche sie bei den Veranstaltungen von CfC nicht zu hören bekamen, andere lehnten sie ab, weil der weniger anspruchsvolle Lebensstil bei CfC ihnen lieber war.

Bis in die heutige Generation haben die grossen Evangelisten einmütig gegen gesellschaftliche Sünden wie Trinken und Tanzen gepredigt, aber ich habe nie gehört, dass dies in einer Veranstaltung von CfC erwähnt worden wäre. Ich behaupte nicht, dass CfC öffentlich zum Trinken und Tanzen ermutigt, sondern nur, dass sie einer schlechten und unbiblischen Auffassung folgen, wonach Christen abgefallene und sogar heidnische Organisationen, die Trinken und Tanzen heimlich oder öffentlich gutheissen, unterwandern sollen.

Die Mitarbeiter von CfC werden nicht gelehrt, dass die Mitgliedschaft in einer Studenten- oder Studentinnenverbindung Sünde ist, obwohl man weiss, dass diese Verbindungen die wildesten Trink- und Sexparties veranstalten, die man sich überhaupt denken kann. Ebensowenig hören die Mitarbeiter darüber, was eine biblische, örtliche Gemeinde ist. Anschliessend an meine letzte Botschaft im Rahmen von CfC vor etwa 200 Studenten der Clemson Universität lehrte ich in aller Liebe, mit Sorgfalt und biblisch begründet, dass Heiligkeit erfordert, dass wir uns "von aller Art des Bösen" fernhalten (1.Thess 5,22), und dass dies heidnische Organisationen und abgefallene Gemeinden einschliesst. Traurigerweise stiess die Botschaft grösstenteils auf taube Ohren und geistlich kalte Herzen.

Ich fand es interessant, die Veränderung von CfC an der Universität von Clemson zu beobachten, als schliesslich vollzeitliche Mitarbeiter hinzukamen. Vorher hatte CfC im allgemeinen Nachdruck darauf gelegt, sich von Studentenverbindungen zu trennen. Als die vollzeitlichen Mitarbeiter kamen, änderte sich dies. Vorher hatte einer der hingebungsvollsten Christen von CfC, die ich je gekannt habe, seine Studentenverbindung verlassen, weil er erkannt hatte, dass es nicht möglich ist, gleichzeitig in einer Studentenverbindung mitzumachen und ein christusgemässes Leben zu führen.

CfC fragt: "Wer erreicht denn sonst die Leute in den Studentenverbindungen?" Nun, es ist nicht unsere Aufgabe, eine Handlungsweise, welche der Schrift widerspricht, zu rechtfertigen, sondern der Schrift zu gehorchen und scheinbare Probleme Gott zu überlassen. Der eben erwähnte Mann hatte durch seinen Austritt einen besseren Einfluss und war ein grösseres Zeugnis für seine Studentenverbindung, als wenn er in ihr geblieben wäre. Schliesslich will die Welt wissen, ob unser Glaube Veränderungen bewirkt. Warum sollte jemand Christ werden wollen, wenn dies keine Veränderung seines Lebens und Verhaltens bewirkt?

Abfall vom Glauben. Verschiedene Male sprach ich mit Leitern von CfC darüber, dass der Abfall vom Glauben in der Christenheit zunehme. Ich stiess damit auf völlige Verständnislosigkeit und auf die Frage: "Abfall vom Glauben, was ist das?" Nun, Petrus, Paulus und Johannes hatten eine Menge zu sagen über "Abfallen", über Leute mit "kitzelnden Ohren" und erkaltete Gemeinden, welche eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Die Bibel gebietet, dass sich Christen von Abgefallenem trennen sollen, aber CfC verbindet sich damit. Zum Beispiel lehnten es die meisten Studenten und Leiter von CfC, mit denen ich zu tun hatte, beharrlich ab, abgefallene Kirchen und Denominationen zu verlassen.

"Christsein einfach gemacht" könnte gut als wahrer, aber wenig schmeichelhafter Leitgedanke von CfC betrachtet werden. A.W. Tozer sagte in seinem Buch "Von Gott und Menschen" [nicht auf deutsch erhältlich]:

Der evangelikale Glaube, wie wir ihn heute kennen bringt wirklich einige echte Christen hervor, aber das geistliche Klima, in welches sie hineingeboren werden, fördert nicht ein nachhaltiges geistliches Wachstum. Ja, die ganze evangelikale Welt ist in einem grossen Masse hinderlich für ein gesundes Christsein

Wir verhelfen Menschen dazu, sich zu einem kraftlosen Christentum zu bekehren, das wenig Ähnlichkeit mit dem neutestamentlichen Glauben hat. Der durchschnittliche so genannte Christ unserer Tage ist nichts anderes als eine klägliche Entstellung wahrer Heiligkeit. Und doch stecken wir Millionen von Dollars in Bewegungen, die diese entartete Form von Glauben aufrechterhalten und greifen jeden an, der zu fragen wagt, ob dies weise sei.

 

Schlechte Methoden

Keine christliche Organisation, die ich kenne, legt mehr Wert darauf, die neuesten und besten Methoden zu haben, als CfC. Dies ist bemerkenswert, denn die Bibel sagt sehr wenig über Methoden, aber eine ganze Menge über den Menschen. Gott interessiert sich also mehr für Menschen als für Methoden. Eine Methode kann nur so gut sein, wie die Person, die sie anwendet und auch dann nur, wenn es eine biblische Methode ist.

Viele bekannte [christliche] Schlagworte stammen von CfC. Eines davon ist: "Ich hab's gefunden" [In der Schweiz hiess die entsprechende Kampagne "Aktion Neues Leben"]. Nun, für einen Slogan der Madison Avenue wäre dies nicht schlecht. Aber wir müssen uns immer bewusst sein, dass Gott nicht von Werbesprüchen abhängig ist. Er zählt auf Menschen, die vom Geist Gottes bewegt sind.

Ein Leiter, der mithalf, die "Ich hab's gefunden"- Kampagne vorzubereiten und durchzuführen, sagte später, dass diese Aktion grösstenteils ein Fehlschlag war und nicht bleibende Frucht brachte. Sollten wir je erwarten, dass Gott ein Programm ehrt und segnet, in welchem Jesus Christus zu einem neutralen "Es" reduziert wird?
Ich erinnere mich, wie ein Repräsentant von CfC in meine ehemalige Gemeinde kam, um zu erklären, wie man Telefonanrufe für die "Ich hab's gefunden"- Kampagne durchführt. Die raffinierten psychologischen Techniken in dem vorgegebenen Gesprächsmuster, welches mit der Präzision eines Computers befolgt werden sollte, zeigten keine Ähnlichkeit mit den biblischen Vorbildern des Zeugnisgebens, und ich konnte mich nicht aufraffen, auch nur einen dieser Telefonanrufe zu tätigen. Von den vielen Gemeinden, welche ich persönlich kenne und die sich an der "Ich hab's gefunden"- Kampagne mit einem grossen Aufwand an Mitarbeitern beteiligt hatten, war nicht eine in der Lage, den ersten Bekehrten oder ein neues Mitglied zu melden.

Um diese Kampagne zu erklären und rechtfertigen, sagte Dr. Bill Bright, viele der Bekehrten würden zur "elektronischen Fernsehkirche" am Sonntagmorgen gehören. Wenn dem so ist, wer sind sie? Wieviele sind es? Wurden sie getauft? Wachsen sie als Christen? Warum sind sie nicht in einer örtlichen Gemeinde?

Missionsbefehl ­ doch ohne Taufe. Keine andere Organisation, die ich kenne, legt mehr Gewicht auf den Missionsbefehl Jesu Christi, wie er in Mt 28,19+20 aufgeschrieben ist, als CfC. Ja, seit vielen Jahren rief CfC dazu auf, den Missionsbefehl in dieser Generation zu vollenden.

Leider übersehen aber viele übergemeindliche Werke, einschliesslich CfC, dass der Missionsbefehl nicht nur lautet: "Gehet hin und machet alle Nationen zu Jüngern", sondern auch: "und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Bekehrte sollen getauft werden, aber es ist für eine Gruppierung ziemlich schwierig, die Taufe zu betonen, wenn sie sich selber über die Form der Taufe nicht einig ist.

Die "Domino-Theorie". Keine andere Organisation, die ich kenne, legt mehr Wert darauf, die einflussreichen Personen an den Hochschulen oder in einer Gemeinde zu gewinnen, als CfC. Wie oft haben Mitarbeiter von CfC, einschliesslich Dr. Bill Bright, mir voller Eifer erzählt, dass sie Führungskräfte für Christus gewinnen wollen, welche dann andere für ihn beeinflussen könnten. Dies ist sehr gute weltliche Logik, aber sie ist nicht biblisch.
Als ich Lehrer an der Universität von Illinois war, kam einmal der Vertreter von CfC und erklärte, nach welchem Plan seine Organisation die leitenden Persönlichkeiten z.B. von Studentenverbindungen und Sportvereinen erreichen wolle. Nachdem er geschlossen hatte, sagte ich: "Alan, ich bin verwirrt. David kam nach weltlichen Kriterien nicht einmal in Frage, König von Israel zu werden. Jesus berief nicht "Hohe und Mächtige" in den Kreis seiner zwölf Jünger. Und als Paulus sich auf der Strasse nach Damaskus bekehrte, schickte in Gott für drei Jahre nach Arabien in ein "Deprogrammierungs- und Umschulungstraining". Es gibt in der Bibel keinen Hinweis darauf, dass seine frühere einflussreiche Position ein wichtiger Faktor für seine spätere Missionsarbeit war." Alans Kinn fiel weit hinunter. Er konnte keine Antwort darauf geben.

Ich will nicht behaupten, dass Gott mächtige, einflussreiche Menschen nicht retten will. Er will es. Aber ich behaupte, dass die Bibel uns warnend mitteilt, dass wenige von ihnen sich retten lassen werden. Auch von den grossen christlichen Führern im Laufe der Jahrhunderte kamen die meisten von den "Landstrassen und Nebenwegen des Lebens", nicht aus den Häusern weltlicher Grössen.

Ansehen der Person. Keine andere Organisation, die ich kenne, legt mehr Wert darauf, Erlebnisberichte von Mitgliedern von Studentenverbindungen, Spitzensportlern und erfolgreichen Geschäftsleuten aufweisen zu können, als CfC. Bei der Welt und bei CfC machen solche Auszeichnungen Eindruck, aber "bei Gott ist kein Ansehen der Person". König Saul war ein mächtiger Mann in den Augen der Welt, doch "der Mensch sieht auf das Äussere, aber Gott sieht auf das Herz" [1.Sam 16,7].

An einem Bankett von CfC, das ich besuchte, wurde eine abwesende Mitarbeiterin mit folgenden Worten entschuldigt: "Sie kann heute abend nicht hier sein, weil sie an einem Schönheitswettbewerb teilnimmt. Solche Schwestern haben wir." Meine Frau hat mir später mehrmals gesagt, wie die Herzen anderer anwesender Mädchen durch diese Worte verletzt worden sein müssen. Waren sie ja nicht "solche Schwestern", die an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen konnten. Auch hier wollen wir wieder hören, was die Schrift sagt:
"Meine Brüder, habet den Glauben unseres Herrn Jesus Christus, des Herrn der Herrlichkeit, nicht mit Ansehen der Person. Denn wenn in eure Synagoge ein Mann kommt mit goldenem Ringe, in prächtigem Kleide, es kommt aber auch ein Armer in unsauberem Kleide herein, und ihr sehet auf den, der das prächtige Kleid trägt, und sprechet: Setze du dich bequem hierher, und zu dem Armen sprechet ihr: Stehe du dort, oder setze dich hier unter meinen Fussschemel ­ habt ihr nicht unter euch selbst einen Unterschied gemacht und seid Richter mit bösen Gedanken geworden? Höret, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die weltlich Armen auserwählt, reich zu sein im Glauben, und zu Erben des Reiches, welches er denen verheissen hat, die ihn lieben? Wenn ihr aber die Person ansehet, so begehet ihr Sünde, indem ihr von dem Gesetz als Übertreter überführt werdet" (Jak 2,1­5.9).

Blitzkrieg. Keine andere christliche Organisation, die ich kenne, legt mehr Wert auf intensive Betriebsamkeit als CfC. In der Militärsprache ist ein "Blitzkrieg" ein schnell durchgeführter Angriff, der abgeschlossen ist, bevor der Gegner bereit ist. Er lebt von schnellen Bewegungen und Aktivität. CfC ist ein wahrer Bienenstock von Aktivitäten. Sobald ein Student bei CfC mitarbeitet, hat er einen vollen Terminkalender. So viele Aktivitäten warten auf ihn, dass wenig Zeit übrigbleibt für biblische Aufforderungen wie: "Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!" (Ps 46,10; nach Luther) oder um das Beste aus den akademischen Studien zu machen, wie es in Kolosser 3,23 befohlen wird: "Was irgend ihr tut, arbeitet von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen."

Es beeindruckte mich, wie "aufgestellt" und dynamisch die Mitarbeiter von CfC waren, aber dann realisierte ich, dass dies hauptsächlich davon kommt, dass das menschliche "Rezept" ständiger Betriebsamkeit sie auf Draht hält. Wenn die Aktivitäten wegfallen, brechen sie zusammen. Relativ wenig Beachtung finden bei CfC Grundpfeiler geistlichen Wachstums wie das Sich-Einprägen von Bibelstellen und die "Stille Zeit" mit dem Herrn am frühen Morgen. Dies ist natürlich verständlich, laufen doch diese Gewohnheiten der von CfC betonten Aktivität geradezu zuwider.
Es mag Mitarbeiter von CfC geben, die Schriftstellen auswendiglernen oder am Morgen eine "Stille Zeit" machen, aber dies ist nicht die Regel, sondern eine Ausnahme. Einmal ermahnte mich ein älterer Mitarbeiter von CfC, weil ich die Wichtigkeit einer "Stillen Zeit" am Morgen betont hatte. Dadurch seien einige Studenten frustriert worden, weil sie zu etwas aufgerufen worden seien, was sie nicht imstande waren zu tun.

Der Schwanz wedelt mit dem Hund. Keine andere Organisation, die ich kenne, schafft mit der Absicht, etwas für die örtlichen Gemeinden zu tun, mehr Probleme für diese, als CfC. Das Wort "Gemeinde" kommt etwa 120 mal im Neuen Testament vor, davon bezieht es sich ungefähr 90 mal auf die örtliche Gemeinde und die anderen Male auf den allgemeinen Leib Christi. CfC ist natürlich keine Gemeinde, sondern eine überkonfessionelle Organisation ­ ein Begriff, der in der Schrift nie gebraucht wird. Ich habe einige bedeutende Probleme beobachtet, die von CfC in örtlichen Gemeinden hervorgerufen wurden.

Erstens: die Mitarbeiter von CfC haben eine falsche Loyalität. Immer dann, wenn sich z.B. Terminüberschneidungen oder andere Konflikte zwischen der Gemeinde und CfC ergaben, entschieden sich die Mitarbeiter von CfC für ihre überkonfessionelle Organisation.

Zweitens: die Programme von CfC sind ganz klar darauf ausgerichtet, der örtlichen Gemeinde den Stempel von CfC aufzudrücken. CfC scheint auf die örtliche Gemeinde als einen armen, sich mühenden Körper herabzuschauen, welcher verzweifelt lebengebenden Atem durch die superanimierenden Programme und Methoden von CfC benötige. Die Zeitschrift "Eternity" brachte kürzlich eine Titelgeschichte mit der Überschrift: "Rauben die christlichen Organisationen der Gemeinde die Kräfte?". Darin schrieb der Chefredaktor von "Eternity": Die vollamtlichen Mitarbeiter und die Leitung von Gemeinden fragen sich, ob der Schwanz angefangen habe, mit dem Hund zu wedeln. Was den Einfluss und das Geld ­ also die Macht ­ betrifft, laufen die überkonfessionellen Werke den Gemeinden den Rang ab. Vor allem Prediger lassen Kritik laut werden, dass sie einseitig seien, sich nicht um Lehrfragen kümmern und den Gemeinden sowohl Geld wie Mitarbeiter abziehen. Die Hauptkritik, und diese ist am einfachsten zu belegen, besteht darin, dass überkonfessionelle Werke niemandem als sich selber Rechenschaft geben müssen. Überkonfessionelle Werke sind an die Religion verlorengegangene freie Unternehmen.

Als ich einen erfahrenen Mitarbeiter von CfC wegen einiger biblischer Mängel von CfC ansprach, antwortete er: "CfC ist keine Gemeinde, und damit nicht verantwortlich für alle Wahrheiten der Schrift". Sein Kommentar stimmt sicherlich nicht mit der Lehre von Jesus in Johannes 12,48 überein, wonach wir durch die ganze Schrift gerichtet werden. Der "Schwanz" gehört zum gleichen Körper wie der "Hund"!

Infiltration (Unterwanderung). Keine andere neu-evangelikale Organisation, die ich kenne, hat mehr dazu beigetragen, liberale und modernistische Gemeinden zu durchdringen [engl. infiltrieren] wie CfC. Dieses Bemühen widerspricht aber erstens der Schrift und hat zweitens bemerkenswerte Konsequenzen.

Wenn ein Mitarbeiter von CfC in eine geistlich tote Gemeinde kommt, so scheint er den Gemeindegliedern Lichtjahre im geistlichen Wachstum voraus zu sein. Er ist dynamisch und dauernd daran, "seinen Glauben mitzuteilen". Welch einen Eindruck muss wohl das junge Campus-Mitglied auf den durchschnittlichen "Kirchgänger" einer liberalen oder modernistischen Gemeinde machen. Es ist, wie wenn man einen Zauberer auf das Podium eines Leichenhauses stellen würde. Diejenigen Gemeindeglieder, die an geistlichem Wachstum interessiert sind, wenden sich meist an die Mitarbeiter von CfC, um Anleitung zu bekommen. Dann beginnt das Gemeindeglied seine kalte Gemeinde mit der superanimierenden Organisation von CfC zu vergleichen und entscheidet, dass es vielleicht besser sei, seinen Zehnten und Gaben, zumindest teilweise, CfC zu geben, als die örtliche Gemeinde zu unterstützen.

Ich kann dies sehr gut verstehen, da mir dasselbe passierte, als ich selber in einer geistlich toten Gemeinde war. Aber durch die Gnade Gottes habe ich mich vom Neu-Evangelikalismus getrennt und mich einer unabhängigen fundamentalistischen Gemeinde angeschlossen, die die neutestamentlichen Kriterien einer örtlichen Gemeinde erfüllt.
Statt nun in einer "Leichenhalle" zu sitzen und den "Zauberer" zu betrachten, durfte ich erleben, wie die "Leichenhalle" selber zu leben begann und das ohne einen "Zauberer". Gott braucht keine Zauberer, nur Menschen, die willig sind, der Schrift zu gehorchen. Dann schafft ER Leben.

Die Philosophie der Durchschnittsperson. Keine Organisation, die ich kenne, glaubt fester als CfC daran, dass "der Durchschnittsmensch, wenn er richtig angesprochen wird, bereit ist, sein Leben Christus zu übergeben."

· Wenn dem so ist, warum sind dann die Durchschnitts-Zeitgenossen Jesu dem "Meisterlehrer" nicht bis zum Kreuz gefolgt, als er sie persönlich auf der Erde unterwies?

· Wenn dem so ist, warum sagte dann Jesus: "Wenn die Welt euch hasst, so wisset, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenket des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht grösser als sein Herr" (Joh 15,18­20).

· Wenn dem so ist, warum sagt die Bibel dann: "Viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte" (Mt 20,16)?

Ich wäre der Erste, der zugibt, dass CfC es aufrichtig meint, aber die Mormonen, die Zeugen Jehovas und eine Menge anderer sind auch aufrichtig ­ und doch irregeführt.

Paulus sagte: "Wir haben der Verheimlichung aus Scham entsagt, indem wir nicht in Arglist wandeln, noch das Wort Gottes verfälschen" (2.Kor 4,2).

"Campus für Christus! Eine Rose mit einem anderen Namen ist nicht mehr dasselbe!"

Charles W. Dunn

Beiwort zur Broschüre über "Campus für Christus", v. Patrick Tschui


Dieser Text ist auch als Broschüre erhältlich (kostenlos). Bestelladresse:

Patrick Tschui
Heuweidlistr. 12
CH-8340 Hinwil
Tel.+h.p.wepf_______bibelkreis.ch ++41 1 937 18 64
Patrick Tschui,

    Liste weiterer kostenloser Schriften.


Kommentare, Fragen und biblisch begründete Kritik zu dieser Broschüre sind ebenfalls willkommen.

Home