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Frage: 094

Frage 94      Wie ist das eigentlich, haben wir als Menschen einen freien Willen?

Dazu ist der eingesandte Artikel  " Weisheit der Gemeinde " sehr passend.. Dank an  NN:

Hallo Hans-Peter!

Danke für das Mail! ....ja die Zeit, das ist wirklich ein Problem bei
mir...

Wie ist das eigentlich, haben wir als Menschen einen freien Willen? Haben
wir die Möglichkeit uns für oder gegen Gott zu entscheiden? Alles andere
wäre widersinnig! Oder?

- Genauso widersinnig ist auch die Theologie das mit einem einmaligen "Akt"
der Freifahrtschein für den Himmel gelöst wird. Wenn ich nicht mehr die
Möglichkeit habe mich gegen Gott zu entscheiden, dann bin ich zu einer
Marionette geworden! Aber der Herr möchte keine Marionetten sondern Kinder,
die IHN aus freiem Willen lieben! Deshalb muss es möglich sein - deshalb ist
es möglich! - sich, nach dem man die Wiedergeburt erlebt hat, wieder von
Gott abzuwenden.

"Denn wenn sie den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis unseres Herrn
und Heilandes Jesus Christus entflohen sind, aber wieder in diese verwickelt
und überwältigt werden, so ist für sie das letzte schlimmer geworden als das
erste. Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu
haben, als sich, nachdem sie <ihn> erkannt haben, wieder abzuwenden von dem
ihnen überlieferten heiligen Gebot. Es ist ihnen aber nach dem wahren
Sprichwort ergangen: »Der Hund kehrt wieder um zu seinem eigenen Gespei« und
die gewaschene Sau zum Wälzen im Kot." 2. Petrus 2,19-22

Liebe Grüße!

Markus


Zum 2. Petrus Brief mal folgender Gedanke:

Dr. Arnold G. Fruchtenbaum

schreibt in seiner Betrachtung "fünf Warnungen im Hebräerbrief" unter

Einführung folgendes:

 

"Die fünf Warnungen im Hebräerbrief"

Kontaktadresse:

Manfred G. Künstler Nelkenweg 3, D- 89155 Erbach

 

A. Die Stellung des Hebräerbriefes

 

Im Neuen Testament gibt es insgesamt 21 Briefe. Fünf dieser 21 Briefe -

Hebräer, Jakobus, 1. und 2. Petrus sowie Judas - wurden jedoch gezielt für

jüdische Gläubige geschrieben. Das ist ein wesentlicher Punkt, da die

Verfasser in diesen Briefen spezifisch jüdische Fragen behandeln. Die

Schreiber wenden sich in Briefen an den Überrest Israels jener Zeit. Es gibt

darin Aussagen, die fraglos für alle Gläubigen allgemein gültig sind. Aber

gleichzeitig gibt es einige Dinge in diesen Briefen, die einzig für jüdische

Gläubige von einmaliger Bedeutung sind. Es ist ein verbreitetes

Missverständnis, dass die Aussagen in diesen Briefen für die gesamte Kirche

gelten, und diese Verzerrung hat immer wieder zu einer "Ersatztheologie"

geführt {wonach die Christenheit an die Stelle der Juden als auserwähltes

Volk getreten sei - Anmerkung. D.Übers.].

 

Die messianisch jüdische Gemeinschaft des ersten Jahrhunderts sah sich

zwei Hauptproblemen konfrontiert. Zum einen gab es die Verfolgung; zum

andern gab es Irrlehren. Die genannten fünf Briefe wurden verfasst, um mit

dem einen oder dem andern Problem fertigzuwerden.

 

Was die Verfolgung betrifft, so wurden die jüdischen Christen sowohl im Land

Israel als auch in der Diaspora, also ausserhalb des Landes, verfolgt. Um

das Problem der Verfolgung im Land selber anzugehen, wurde der Hebräerbrief

geschrieben. Er wurde von einem jüdischen Christen in der Diaspora für

jüdische Christen, die im Land Israel lebten, verfasst. Zum Problem der

Verfolgung in der Diaspora wurden Jakobus und 1.Petrus geschrieben. Der

Jakobusbrief wurde von einem jüdischen Christen im Land für jüdische

Christen ausserhalb des Landes verfasst.

1.Petrus wurde von einem jüdischen Gläubigen an einem Ort in der Diaspora

für Gläubige anderswo in der Diaspora geschrieben.

 

Zum Problem der Irrlehren wurden 2.Petrus und Judas geschrieben. Den

2.Petrusbrief schrieb ein jüdischer Christ aus einem Ort in der Diaspora an

jüdische Christen anderswo in der Diaspora. Der Judasbrief wurde von

jüdische Christen in Israel für jüdische Christen in der Diaspora verfasst.

 

 

Mit lieben Grüssen aus der windigen Schweiz

Hans Peter

 

https://


Lieber Hans Peter

Neben meinem Beitrag zum Thema "Wieder verloren gehen" hier noch etwas zum
Thema "Freier Wille" (der ja für das Thema 74 auch sehr wichtig ist):

Du und AF (wer ist AF?) ---> ( Dr. Arnold G. Fruchtenbaum, Parenthese von H.P. ) schreiben, dass die Briefe Hebräer, Jakobus, 1. + 2.
Petrus und Judas von Juden (stimmt) für Juden geschrieben sind. Für die
Bestimmung der Empfänger als Juden gibt es, ausser beim Hebräerbrief, kaum
schlüssige Beweise. Ich empfehle euch, hier verschiedene Ausleger zu
konsultieren, die euch diese Meinung bestätigen werden.

Nehmen wir jedoch an, diese Aussage würde doch stimmen. Was dann? Bezüglich
dem Verhältnis zwischen Gläubigen Juden und Heiden macht die Bibel einige
ganz klare Aussagen. Fangen wir bei der Apg. an. Petrus sagt ganz klar (Apg.
15, 8-9):

"Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen
Geist gab wie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und
ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. Nun denn, was versucht
ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter
noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des
Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene."

Hier wird also ganz klar kein Unterschied zwischen Judenchristen und
Heidenchristen gemacht. Gehen wir aber weiter. Paulus sagt zu den Ephesern
(2, 14-16):

"Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung, die
Feindschaft, in seinem Fleisch abgebrochen.
Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei - Frieden
stiftend - in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und die beiden
in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er die
Feindschaft getötet hat."

Auch hier wird wieder klar, das Judenchristen und Heidenchristen alle zu
EINER Gemeinde gehören, und das hier kein Unterschied mehr gemacht werden
darf. Petrus, Paulus und die anderen, jüdischen Christen, werden, wie wir,
beim Schall der letzten Posaune verwandelt und entrückt (1. Kor. 15, 51-53),
wir werden alle zusammen am Bema (Richterstuhl Christi) erscheinen müssen,
um unsere Belohnung vom Herrn zu erhalten. Sie werden, wie wir, ebenfalls
mit dem Herrn auf diese Erde zurückkehren, wenn es Zeit ist, den Antichrist
mit seiner Armee zu vernichten und Israel zu erretten. Seid also vorsichtig
dass ihr nicht anfangt, zu sehr zu unterscheiden, wo keine Unterscheidung
mehr gemacht werden darf.

Betreffend den anderen Fragen wegen freien Willen hat unser Freund Markus
Krieg (ist es derselbe?) ja schon einen Beitrag zum Thema 74 geleistet. Ich
hoffe, noch mehr von ihm zu hören.

Einen ganz lieben Gruss

Peter 


21.09.00

Lieber Hans Peter,

Vielen Dank für Deine ermutigenden und verständnisvollen Worte. Ich meine auch, dieses Schwert schneidet auf beide Seiten. Ich muss Dir ebenfalls etwas gestehen. Wenn Du mich vor fünfzehn Jahren kennengelernt hättest, hättest Du mich als eingefleischten Arminianist bezeichnen müssen, obwohl ich damals noch keine Ahnung hatte, was dieser Begriff überhaupt bedeutet. Heute muss ich den Arminianismus ablehnen, genauso wie ich den strikten Calvinismus ebenfalls ablehnen muss, obwohl ich vor dem Calvinismus fast noch die grössere Ehrfurcht habe. Ich muss Dich deshalb höchstens noch fragen, was Du unter "beiden Betrachtungsweisen" verstehst. Etwa Calvinismus und Arminianismus? Ich hoffe aber, dass es während dieses Forums klar geworden ist, dass ich weder das eine noch das andere vertrete. Ich sehe in der Schrift etwas anderes als diese beiden Sichten vertreten.

So wie Du früher gemeint hast, wer nicht die Sicht der Unverlierbarkeit des Heils vertritt, würde den Herrn verunehren oder zu wenig glauben, so habe ich immer gemeint, wer diese Sicht vertritt, möchte es sich einfach machen und keine Verantwortung übernehmen, was auch wieder darauf hinauskommt, den Herrn zu verunehren und zu wenig zu glauben. Interessant, gel? Heute glaube ich das auch nicht mehr. Durch das Gespräch mit anderen Brüdern habe ich gemerkt, dass auch solche, welche Deine Sicht (die Unverlierbarkeit des Heils) vertreten, ganz liebe und aufrichtige Geschwister sein können. Ich habe in beiden Lagern Schönes, aber auch weniger Schönes erlebt.

Ich verstehe auch gut was Du meinst, wegen dem "Nachplappern". Ich liess mich früher auch sehr schnell von etwas begeistern, dass ich irgendwo gelesen habe. Erst nachdem ich einige Male damit ins Messer lief, bin ich endlich vorsichtiger geworden und habe angefangen, alles selber anhand der Schrift zu überprüfen und mir genug Zeit zu lassen, dass der Herr mir die Richtigkeit des gesagten bestätigen oder dementieren kann. Es ist ja sehr peinlich, wenn man einen Vortrag hält, und einem das Gesagte (Behauptete) vom Publikum direkt und kompetent widerlegt wird (ist tatsächlich vorgekommen! Sehr ernüchterndes Erlebnis!).

Zudem musste ich immer wieder einsehen, dass ich zu viel (verstandesmassig und gefühlsmassig) in eine bestimmte Sicht investiert hatte und deshalb nicht bereit war, sie loszulassen. Ist ja auch schade, denn so verschliessen wir uns selber davor, dass der Herr uns weitere wunderbare Wahrheiten aus Seinem Wort offenbaren kann. Ein Warnzeichen, welches ich immer wieder ernst nehmen musste, war meine persönliche Reaktion auf Aussagen Andersdenkender. Wenn ich anfing, fleischlich zu reagieren, d.h. unfreundlich, hart oder ärgerlich, dann musste ich meine persönlichen Motive für mein Denken (meine Sicht) nochmals überprüfen. Wenn der Friede Christi nicht mehr mein Herz regiert hat (Kol. 3, 15), dann war bestimmt irgendwo etwas faul. Ich will damit nicht sagen, dass mir das nicht sogar heute noch passieren kann (demütiges und reuiges Bekenntnis), aber es ist doch eine grosse Hilfe, wenn man solche Warnsignale erkennen und beachten darf. Ich will ja den Geist in mir nicht betrüben.

Ich glaube, hier ist auch der Kreuzweg, von dem Du redest. Der schmale Weg ist ja wirklich ein "Kreuz-Weg", der Weg zum Kreuz Christi. Bin ich bereit, meinen eigenen Meinungen und Ansichten gegenüber zu sterben, damit nur noch eine Meinung und Ansicht mich beherrscht, nämlich die Gesinnung Christi (1. Kor. 1, 10; Phil. 2, 1-8)? Wenn uns eine solche Diskussion hilft, diese Gesinnung bzw. diese Eigenschaften (Frucht des Geistes: Gal. 5, 22) in uns zu wecken und im Leben umzusetzen, dann hat sie auf jeden Fall etwas gebracht, nämlich uns mehr in das Bild Christi zu verwandeln (2. Kor. 3, 18). Das ist für mich dann auch echte Bruderschaft. Nicht, wer hat den Streit gewonnen, sondern was haben wir persönlich daraus zu unserem Nutzen gewonnen? Auch wenn mir dieser Austausch bis jetzt erkenntnismässig nichts Neues gebracht hat, so durfte ich doch in geistlicher Sicht sehr viel profitieren. Darum auch vielen Dank dafür und für Deine Geduld und Liebe.

Um aber zurück zu unserem Thema zu kommen, möchte ich noch etwas betreffend der Souveränität Gottes und dem Willen des Menschen hinzufügen. Die Lehre der Unverlierbarkeit des Heils spricht ja dem Menschen seinen freien Willen völlig ab. Das kann ich aber so nicht in der Schrift erkennen. Die Erwählung, welche ja ein wesentlicher Bestandteil der Lehre von der Souveränität Gottes darstellt, ist ja ganz klar in der Heiligen Schrift verankert. Ich glaube, da gibt es kaum etwas daran zu rütteln. Die Lehre der Unverlierbarkeit des Heils berücksichtigt aber meiner Meinung nach zu wenig die Vielschichtigkeit Gottes und Seine Souveränität auch solchen Dingen wie dem Willen des Menschen gegenüber (was ja der Arminianismus sowie nicht macht).

Die Lehre von der Unverlierbarkeit des Heils behauptet, der Mensch könnte von sich aus nichts gutes Wollen (wie kann er auch, er hat ja gemäss dieser Lehre keinen freien Willen?). Dem widerspricht aber Paulus, indem er sagt, das Wollen sei bei ihm vorhanden, aber das Vollbringen nicht (Röm. 7, 18). Er will also das Gute, kann es aber nicht tun. Er redet ja hier vom Menschen, der unter dem Gesetz steht, also nicht wiedergeboren ist. Im Kapitel 8 stellt er den Menschen, der nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter dem Geist steht, dar. Dies bedeutet, dass auch beim nicht wiedergebornen Menschen der Wille völlig intakt ist. Das Problem liegt also nicht beim Willen des Menschen, sondern in seiner sündigen Natur, deren er nicht Herr wird. Erst der Heilige Geist, der in uns wohnhaft wird, ermöglicht uns den Sieg gegen das sündige Fleisch (die sündige Natur), indem der alte Mensch gekreuzigt und in den Tod gegeben wird.

Wir müssen hier vielleicht zwei Dinge unterscheiden. Ein Mensch, der das Gute nie gesehen hat, kann es auch nicht wollen. Wollen können wir erst etwas, wenn wir es gesehen haben und es deshalb wünschen. Wir spüren vielleicht, dass uns etwas fehlt, doch unsere Natur macht uns da einen Strich durch die Rechnung. Ein neu geborenes Kind schreit, weil es Hunger hat. Es weiss gar nicht, dass es der Hunger ist, der ihm Schmerzen bereitet, weiss auch nicht, wie es den Schmerz loswerden kann (indem es z.B. trinkt), aber es weiss, dass es etwas benötigt und schreit deshalb. Der Herr muss uns hier helfen, damit wir das Gute erkennen können, indem Er uns das Gute vor Augen stellt. Die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, haben wir uns ja im Garten Eden geklaut. Der Herr leitet uns nun in Seiner Güte zur Busse (Röm. 2, 4). Er zeigt uns entweder die guten Taten anderer, bzw. Sein Gesetz, welches uns Seinen Massstab und Seine Güte vor Augen stellt. Er zeigt uns auch die Konsequenzen unseres Handelns. An diesem Punkt muss unser Wille aktiv werden. Wir müssen uns entscheiden.

Dies ist jedoch nicht notwendigerweise der Punkt, an dem Gottes Souveränität aktiv werden muss. Die Erwählung hat ja schon lange stattgefunden. Paulus sagt, vor Grundlegung der Welt (Eph. 1, 4). Somit steht auch der Wille des Menschen mit der Souveränität Gottes nicht im Widerspruch, denn sie stehen ja beide auf einer völlig anderen Ebene zueinander. Wir verstehen, dass der Herr im Menschen Wesen erschaffen hat, die völlig frei selber entscheiden können, was sie tun wollen. Dies ebenfalls gemäss dem Bilde Gottes, nachdem sie erschaffen sind (1. Mose 1, 27). Durch Gottes Vorkenntnis hat er sich erwählt, wer gerettet wird. Dabei hat er bestimmt auch alles im Menschen - seine Fähigkeiten, seine Charaktereigenschaften, usw. - berücksichtigt. Dies war ein Prozess, der sich völlig unserem Verständnis und Erkenntnis entziehen muss, da die Schrift uns darüber nur sehr wenig bis keine Auskunft gibt und die Erwählung ja vor der Zeit stattgefunden hat. Wir können nur vertrauen, dass der Herr hier, wie in allem, völlig gerecht, wahrhaftig, barmherzig und liebend gehandelt hat. In Seiner Allmacht und in Seinem Allwissen ist es für den Herrn absolut kein Problem, trotz unseres freien Willens, das ganze Geschick der Menschheit gemäss Seinem souveränen Willen zu lenken. Unsere Entscheidung hat zwar für unser Leben und das Leben Anderer Konsequenzen, doch können wir dadurch Gottes Wille nicht ändern oder Seinen Plan zunichte machen. Absolut unmöglich!

Ein gutes Beispiel hierfür wäre das Tier (Off. 13). Der Herr erlaubt jedem, auch dem Tier, sich völlig frei zu entscheiden. Und trotzdem muss das Tier Gottes Wille tun, indem es zu Gottes Zuchtrute wird und die grosse Hure richtet (Off. 17, 15-16). Dies ist schon deshalb möglich, weil die Geschichte der Menschheit so komplex ist, dass nur der Herr allein den Überblick darüber behalten kann. Natürlich wird der Herr auch zulassen, das Menschen, welche die Wahrheit abgelehnt haben, verblendet werden (Eph. 4, 17-19; 2. Thess. 2, 9-12). Er kann ihnen aber auch wieder zur gegebenen Zeit Licht schenken, damit sie doch noch zur Umkehr kommen, wie er dies beim König Manasse getan hat (2. Chr. 33, 12-13).

Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass ein Kind Gottes, vom ersten bis zum letzten Schritt, für sein Verhalten verantwortlich ist und sich frei entscheiden kann, ob es gehorsam sein will oder nicht. Zudem schreitet ja auch seine Selbsterkenntnis Hand in Hand mit seiner Erkenntnis des Herrn voran. Es kann irgendwann passieren, das es nicht bereit ist, einen bestimmten Schritt im Gehorsam zu tun. Dies kann sogar erst spät im Glaubensleben geschehen, weil der Herr Zeit brauchte, ihm etwas aufzudecken. Bei mir persönlich war es auch einmal so, dass ich an einen Punkt in meinem Glaubensleben kam (da war ich schon längst gläubig und wiedergeboren), an dem ich dem Herrn lieber nicht mehr nachgefolgt wäre, weil das, was Er von mir verlangt hat, einfach zu sehr weh getan hat. Aber ich musste mich entscheiden. Ich hätte sicher viele Möglichkeiten gefunden, den Glauben abzustreiten. Aber ich wusste, es wäre alles nur Vorwand gewesen. Es gab nur eine Möglichkeit für mich, und die war, dem Herrn gehorsam zu sein. Ich habe mich gemäss meiner damaligen Erkenntnis so entschieden. Eine andere Person hätte sich vielleicht anders entschieden und wäre dann mit der Zeit vom Glauben abgerückt. Auch Hiob musste sich entscheiden und er hat es getan.

Was hier die Sicherheit unseres Heils anbelangt, dürfen wir wissen, dass der Herr uns niemals über unser Vermögen prüfen wird (1. Kor. 10, 13; 2. Petr. 2, 9). Er wird alles tun, um uns zu helfen, uns beizustehen und wird nicht zulassen, dass irgend etwas uns von Ihm trennt (Joh. 10, 27-28; Röm. 8, 38 - 39). Aber Er wird uns nicht gegen unser Wille zwingen, bei Ihm zu bleiben, wenn wir das nicht wollen, obwohl Er uns bestimmt auch nicht kampflos ziehen lässt. Ich verstehe gut, dass es Geschwistern, die mit der Lehre der Unverlierbarkeit des Heils aufgewachsen sind, ein wnig mulmig wird, wenn sie erkennen müssen, dass ihr persönlicher Entscheid einen grossen Einfluss auf ihr Heil hatte und noch hat. Das ist aber schade, wenn unsere Sicherheit und die Gewissheit unseres Heils nicht von unserer Beziehung zum Herrn und der Gewissheit, die Er uns im Herzen schenkt, beruht, sondern rein auf einer von Menschen formulierten Lehre (siehe nochmals Röm. 8, 16 aber auch Ps. 51, 14 Elberfelder).

Ich glaube, damit habe ich vorläufig wieder genug zu diesem Thema gesagt. Eventuell wird es nötig sein, das eine oder andere etwas klarer darzustellen, das werde ich ja dann aus den Reaktionen der anderen Brüder, die mein armes Brandopfer zerfleischen, wieder sehen.

Ganz liebe Grüsse

Peter 


Von Michael Bolsinger, ca 09.Januar, 2001 

Zitat aus deiner Antwort zu Frage 94:

Zum Problem der Irrlehren wurden 2.Petrus und Judas geschrieben. Den
2.Petrusbrief schrieb ein jüdischer Christ aus einem Ort in der Diaspora an
jüdische Christen anderswo in der Diaspora. Der Judasbrief wurde von
jüdische Christen in Israel für jüdische Christen in der Diaspora verfasst.

Willst Du damit sagen daß Petrus ein jüdischer Christ war? wäre es dann nicht einfacher gleich zu sagen Petrus hätte Ihn geschrieben. Auch der Elberfelder Koran behauptet Petrus hätte den Brief geschrieben.
 

Bei dem Hinweis auf die Gültigkeit bestimmter Briefe für Judenchristen der Anfangszeit vermisse ich den Hinweis daß diese Briefe auch den Heilsplan für die Zeit nach der Entrückung enthalten. Schließlich können dei Gläubigen dann ihr Heil verlieren wenn Sie das Malzeichen annehmen.

PS: Der Judas Brief wurde nicht von jüdischen Christen sondern von Judas verfaßt wenn dei Bibel das unfehlbare Wort Gottes usw..... du weißt schon

michael


Zwischenfragerei von Hans Peter   11.Januar, 2001

"H.P." schrieb:

on [DATE], Michael Bolsinger  

Zitat aus deiner Antwort zu Frage 94:

Zum Problem der Irrlehren wurden 2.Petrus und Judas geschrieben. Den
2.Petrusbrief schrieb ein jüdischer Christ aus einem Ort in der Diaspora an
jüdische Christen anderswo in der Diaspora. Der Judasbrief wurde von
jüdische Christen in Israel für jüdische Christen in der Diaspora verfasst.

Willst Du damit sagen daß Petrus ein jüdischer Christ war? wäre es dann nicht einfacher gleich zu sagen Petrus hätte Ihn geschrieben.
Ja aber es ging mir darum zu zeigen das der Standort und die Zielrichtung dieser Schreiber  für mich bedeutungsvoll sind.

Hmm!

 
Auch der Elberfelder Koran behauptet Petrus hätte den Brief geschrieben.
Meinst Du die Elberfelder  Bibel?

Ja.

Bei dem Hinweis auf die Gültigkeit bestimmter Briefe für Judenchristen der Anfangszeit vermisse ich den Hinweis daß diese Briefe auch den Heilsplan für die Zeit nach der Entrückung enthalten. Schließlich können dei Gläubigen dann ihr Heil verlieren wenn Sie das Malzeichen annehmen.
Das ist sicher ein interessantes Thema. Kannst Du mir für mein Forum mehr dazu schreiben?

In den letzten sieben Jahren (oder nach der Entrückung) ändert sich der Heilsplan. Niemand wird dann allein aus Glauben durch Gnade selig.
Viele Irrlehren sind  am falschen Platz angebrachte Lehren, die in die letzten sieben Jahre gehören. Zeit und Platz reichen mir jetzt nicht.
Nur drei Stichpunkte:
-jetzt gibt es keinen Unterschied zwischen Jude und Grieche;
die letzten sieben Jahre gibt es wieder einen.(144000)
- ein wiedergeborener Mensch ist "eternally secure"
in den letzten sieben Jahren muß man ausharren bis ans Ende, verliert seine Seligkeit wenn man das Malzeichen annimmt usw.
- zwei Entrückungen für eine muß man würdig werden (Lk21:36) (zwei Typen im AT) Henoch (unsere Entrückung) und
Eliah (die jüdischen Überwinder wärend der letzten 7 Jahre vgl. etwa "Jungfrauen Mt 25:1 Offb14:4)
Sei dem alles wie es wolle: Wer diese Sachen nicht auf die Reihe kriegt, wird sich nicht auf Dauer dagegen wehren können wieder unter die Fittiche des Papstes zu kriechen (Siehe etwa das kathogelisch /evantholische   Geschreibsel zur Rechtfertigung) weil das NT in eindeutigem Widerspruch zu Römer 8:38ff eindeutig Bücher enthält, die sagen, daß Errettung ein bedingter Zustand ist, für den man Leistungen bringen muß.
Zum anderen sind die Juden ja nicht falsch gelegen mit der Erwartung eines irdischen jüdischen Königreichs; das kommt ja noch. Auch wenn das in nominal bibelgläubigen Kreisen eine Binsenweisheit ist, sind doch die  meisten den charismatholischen calvinistisch gesinnten Weltverbesserern  gefolgt, die meinen das Evangelium handele vom Weltfrieden oder sozialen Programmen.
 

 

PS: Der Judas Brief wurde nicht von jüdischen Christen sondern von Judas verfaßt wenn die Bibel das unfehlbare Wort Gottes usw..... du weißt schon
Nein das ist mir nicht ganz klar. Schreibe mir mehr darüber, was  Du genau meinst.

Ist die Bibel das unfehlbare Wort GOttes,  wenn sie sagt der Judas (2Petrus) Brief sei von Judas (Petrus) geschrieben wenn dem nicht so ist?
"Wissenschaftliche" "Theologie" fängt in der Regel damit an zu beweisen, daß die Bücher der Bibel nicht von den Autoren stammen, die die Bibel selbst nennt. Ist das eine Neuigkeit?
Im Gegensatz hierzu neigt  sich die Jesaja 66:2 beschriebene Geisteshaltung dahin, zu glauben, daß Petrus den Petrusbrief und Judas den Judasbrief verfaßt  hat.

 Michael


Lieber Michael 

Einiges ist mir klar was Du geschrieben hast, einiges weniger. Für mich ist das das Evangelium, dass Gott die Busse angeboten hat, das heisst, dass der Mensch nicht  hoffnungslos  verloren ist, sondern dass in und durch Jesus Christus dem Sohne Gottes,  der Mensch wurde, die Erlösung angeboten wird. Diese Erlösung besteht nicht auf Grund von Werken meinerseits, sondern aufgrund des Werkes des Herrn allein.

Warum schreibst Du von "Elberfelder Koran" ? Ist dies irgendwie humoristisch gemeint? Für mich ist es die beste Bibelübersetzung in deutscher Sprache. Auch sind daran wirklich wiedergeboren Übersetzer an der Arbeit gewesen. 

 

Völlig unklar, weil ich eventuell die Hintergründe nicht kenne ist, mir folgender Satz von Dir:

"Ist die Bibel das unfehlbare Wort GOttes,  wenn sie sagt der Judas (2Petrus) Brief sei von Judas (Petrus) geschrieben wenn dem nicht so ist?

Bitte kläre mich da auf!

Liebe Grüsse aus Frauenfeld

In IHM
Hans Peter



Lieber Hans Peter

Zitat von Dir:
" Den 2.Petrusbrief schrieb ein jüdischer Christ aus einem Ort in der Diaspora an jüdische Christen anderswo in der Diaspora. Der Judasbrief wurde von
 jüdische Christen in Israel für jüdische Christen in der Diaspora verfasst. "

Ich verstehe nicht was Du nicht verstehst. Du sagst in obigem Zitat, "der Judasbrief wurde von jüdischen Christen verfaßt".  Wenn dem so ist - wie kann die Bibel das unfehlbare Wort Gottes sein, wenn sie behauptet der Judasbrief sei von Judas geschrieben?

Warum schreibst Du von "Elberfelder Koran" ? Ist dies irgendwie humoristisch gemeint?
Das ist ernst gemeint.
Für mich ist es die beste Bibelübersetzung in deutscher
       Sprache.
Die deutsche Sprache ist mit der Bibel gekommen nicht umgekehrt.
Auch sind daran wirklich wiedergeboren Übersetzer an der Arbeit gewesen.

Wiedergeboren oder nicht ist hier nicht die Frage (z.B 2Ti 2:26).
Eine "Bibel" die 1Ko 11:1  empfiehlt den Apostel Paulus nachzuahmen oder gar Epheser 5:1 rät Gott nachzuahmen ist ohne Zweifel inspiriert - und zwar vom Satan.

grüße
michael

Ps: Du hast einen Teil deiner ersten Antwort nicht rot gemacht :
" Ja aber es ging mir darum zu zeigen, daß der Standort und die Zielrichtung dieser Schreiber  für mich bedeutungsvoll sind"! Das verwirrt etwas weil nicht klar ist daß es sich um Deine Antwort handelt. 

Lieber Michael

Vorerst nur zu "roter Farbe"
Entschuldigung, war nicht absichtlich gemacht.
 

Hans Peter


 

15.12.2018

Hallo "Freiwillige"

„Wenn der Herr nicht das Haus bewacht wacht der Wächter ( = Marionette) umsonst.“

Denkanstoss zur Frage 94:

Frage 94     Wie ist das eigentlich, haben wir als Menschen einen freien Willen? Haben wir die Möglichkeit uns für oder gegen Gott zu entscheiden? Alles andere wäre widersinnig! Oder?

 

Mein Name ist René Eschmann. Ich befasse mich seit ca. 3 Jahren mit der Frage des unfreien Willen, resp. der Frage der Prädestination. Auch habe ich das interessante Buch von Martin Luther "Vom unfreien Willen" (De servo arbitrio) gelesen. Dieses Luther-Buch das eigentlich eine Antwort auf das Buch des Erasmus von Rotterdam "Vom freien Willen" ist, finde ich sehr aufschlussreich. Gott hat mir da durch Luther für ein Geheimnis das eigentlich keines sein sollte die Augen geöffnet. Ein weiterer interessanter Autor zu diesem Thema wäre noch Hans Joachim Iwand. Iwand schreibt in der Einführung zum Buch von Luther: „ Wer diese Schrift nicht aus der Hand legt mit der Erkenntnis, dass die evangelische Theologie mit dieser Lehre vom unfreien Willen steht und fällt, der hat sie umsonst gelesen...“ und Luther selbst sagte später, dass der „grosse Katechismus“ und die Schrift „vom unfreien Willen“ das Beste sei, was ihm gelungen  ist, und dass alles andere nicht wert sei, der Nachwelt erhalten zu werden. (!! Sollen alle herhören die so gerne Luther zitieren!!)

Zu Deiner Äusserung: alles andere wäre wiedersinnig!  Frage ich Dich, in wessen Sinn wiedersinnig? Nach menschlichem Ermessen oder nach Gottes Ermessen?

Als ich die Bibel vor meiner Sinnesänderung las war für mich ganz klar, das sich jeder Mensch selber für oder gegen Gott entscheiden kann (freier Wille). Nachdem ich jedoch einfach einmal die Front gewechselt hatte (der Mensch hat keinen freien Willen) und mit dieser "Grundeinstellung" angefangen habe die Bibel zu lesen fiel ich fast vom Hocker. Die Bibel spricht seit dem Sündenfall nur vom unfreien Willen des Menschen. Ich fing an überall wo Gott über oder gegen den Menschen (Juden wie Heiden) regiert, führt oder entscheidet,  in meiner Bibel einen Randvermerk anzubringen. Wie war ich erstaunt, das ich auf fast jeder Seite der Bibel eine Anmerkung machen konnte. AT wie NT / Evangelien wie Briefe überall finden wir den unfreien Willen des Menschen. Dazu kommen noch interessante Verse wie z. Bsp: Röm.1,19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen geoffenbart. 1,24 Darum hat Gott sie dahingegeben in den Begierden ihrer Herzen in Unreinheit, ihre Leiber untereinander zu schänden, 1,25 sie, welche die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt und dem Geschöpf Verehrung und Dienst dargebracht haben statt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit. Amen. 1,26 Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr in den unnatürlichen verwandelt, 1,27 und ebenso haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen, sind in ihrer Wollust zueinander entbrannt, indem sie Männer mit Männern Schande trieben, und empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst. 1,28 Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt: Das heisst sobald der Mensch einen freien Willen hat (hätte), resp. Gott dem Menschen diesen gibt, handelt der Mensch nicht mehr nach Gottes Willen. Luther sagt der Mensch werde von Gott oder vom Teufel geritten... Es gibt keine „neutrale Zone“ oder sag mir, wo ich eine solche finde. Iwand schreibt: „für den Willen des Menschen gibt es kein Jenseits von Gut und Böse, weil es für den Menschen kein Jenseits von Gut und Böse gibt.“

Die logische Folgerung ist: Der Mensch hat wohl seinen „freien“ Willen, dieser ist aber nicht in dem Sinn frei. Das heisst entweder ist es gut was er will oder böse. Entweder handelt er nach dem Willen Gottes oder nach dem Willen des Teufels. Denn wenn der Mensch sich frei - und damit meine ich wirklich F R E I - entscheiden könnte, dann würde er sich sicher nicht für Gott oder den Teufel entscheiden. Denn der natürliche Mensch fragt nicht nach Gott (und eigentlich auch nicht nach dem Teufel): Denn Gott hat alle beschlossen unter den Unglauben auf das er sich aller erbarme...

1.Kor. 2,14 Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.

Und

Röm. 3,10 wie geschrieben steht: `Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; 3,11 da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. 3,12 Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer.

Jesu sagt:

Jh 15,16 „Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch ‹dazu› bestimmt, daß ihr hingeht und Frucht  bringt und eure Frucht bleibe...“  und in

Jh 12,39 Darum konnten sie nicht glauben, weil Jesaja wieder gesagt hat:

Jh 12,40 »Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, daß sie nicht mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.«

Joh. 6,44 Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. 6,45 Es steht in den Propheten geschrieben: `Und sie werden alle von Gott gelehrt sein. Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.

Wenn wir Göttliche Erkenntnis haben, so ist diese nie auf „unserem Mist gewachsen“.

“Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt Thyatira, die Gott anbetete, hörte zu; deren Herz öffnete der Herr, daß sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.“ Apg 16,14

Wir können kein Haar auf unserem Kopf schwarz oder weiss machen ohne das zutun (Einwilligung) vom Vater im Himmel (Mt.5,36) Unsere Haare sind alle gezählt und gehen nicht zufällig verloren (Lk.21,18 / 12,7 Mt.10,29+30). Ja wenn sich Gott sogar um so etwas geringes wie ein einziges Haar kümmert (und wir haben wirklich andere Probleme in dieser Welt), meinst Du nicht, dass sich Gott um alles in Deinem Leben kümmert. Du kannst Dich gegen seinen Willen nie wehren, resp. Deinen freien Willen anwenden oder durchsetzen (Jona), ausgenommen dann, wenn Dich Gott dahingibt zu tun Deinen Willen und dann tust Du „automatisch“ den Willen des Teufels, auch wenn das nach menschlichem Ermessen nicht unbedingt diabolisch aussehen wird.

Ein Beispiel: Jh. 8,41 Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sprachen zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 8,42 Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. 8,43 Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. 8,44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. 8,45 Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 8,46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? à Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.

Aus Gott sein geschieht jedoch nie aus eigenem freiem Willen: Joh. 1,11 Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; 1,12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 1,13 die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

 

Sogar Jesus als Mensch (obwohl er Gottes Sohn ist) kam nicht um seinen eigenen Willen zu tun sondern er tat den Willen des Vaters im Himmel.

 

Unsere Gedanken sind nicht Gottes Gedanken, Gottes Wege nicht unsere Wege. Freier Wille ist Feindschaft gegen Gott. (Gott kann wohl ein Gebet, eine Bitte (Wunsch, Wille) von uns erfüllen, aber im selben Augenblick, wenn ER den Wunsch erfüllt, ist es SEIN Wille. 1.Joh. 5,14 Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, daß er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten. 5,15 Und wenn wir wissen, daß er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, daß wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.

Gebetserfüllung aber ist nicht immer gleich Segen. Israel wollte („freier“ Wille) einen König. Gott sagte, das ER doch ihr König sei, doch das Volk bat, bis ER ihren Wunsch (Wille) erfüllte. Waren diese Könige ein Segen? - Nein. Mit einigen Ausnahmen waren viele Könige ein Fluch für das Volk, bis hin zur babylonischer Gefangenschaft. Aber Gott hat auch „Ja“ gesagt zu dieser neuen Geschichte und sein Volk jede Sekunde(!!!) geführt. Hier gäbe es auch andere Beispiele wie Hiob, Jona u.a.

Sobald Gott die Menschen dahingibt "zu tun ihren Willen", handelt der Mensch nicht im göttlichen Willen (er kann es auch nicht, denn der menschliche/natürliche Geist sucht nicht das, was Gottes ist.)

1.Kor. 2,7 sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott vorherbestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit. 2,8 Keiner von den Fürsten dieser Welt hat sie erkannt - denn wenn sie [sie] erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben -, 2,9 sondern wie geschrieben steht: `Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. 2,10 Uns aber hat Gott es geoffenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. 2,11 Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch niemand erkannt, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes. 2,12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind. 2,13 Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in [Worten], gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten. 2,14 Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird. 2,15 Der geistliche dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt. 2,16 Denn `wer hat den Sinn des Herrn erkannt, daß er ihn unterweisen könnte? Wir aber haben Christi Sinn.

In Stellen wie  Lk 23,25; Joh 1,13; 1Kor 7,37; Eph 2,3; 2Tim 2,26; 2Petr 1,21, wird der menschliche Wille, meist im Ggs. zum göttlichen Willen aufgeführt. Also, der natürliche Mensch sucht in seinem „freien“ Willen nie nach Gott.

Gott ist es, der Verlorenes sucht... Er ist gekommen zu suchen und zu retten was verloren I S T.

Wir leben in einer von Gott verdammten Welt!! Und wenn Noah nicht Gnade bei Gott gefunden hätte, oder anders gesagt: wenn Gott nicht Noah gesucht hätte, wären wir alle nicht mehr da.

Ja, und dann denken wir Menschen, es sei „wiedersinnig“ was Gott tut. Wer von uns will Gottes Ratgeber sein? (Röm. 9,14ff) Röm. 9,19 Du wirst nun zu mir sagen: Warum tadelt er (Gott)noch? Denn wer hat seinem Willen widerstanden? 9,20 Ja freilich, o Mensch, wer bist du, der du das Wort nimmst gegen Gott? Wird etwa das Geformte zu dem Former sagen: Warum hast du mich so gemacht? 9,21 Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen? 9,22 Wenn aber Gott, obwohl er seinen Zorn erweisen und seine Macht kundtun wollte, mit vieler Langmut die Gefäße des Zorns ertragen hat, die zum Verderben zubereitet sind - 9,23 und damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung kundtue, die er zur Herrlichkeit vorher bereitet hat . . . 9,24 - uns, die er auch berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Nationen.

„Was haben wir, das wir nicht zuvor von IHM erhalten haben. Spricht etwa der Krug zum Töpfer: Warum machst du mich so? Hat nicht ER alleine die Macht mit dem Ton zu schaffen was er will? ER macht ein Gefäss zur Ehre und eines zur Unehre. Der Gott, der den Menschen geschaffen hat, hat er nicht auch den „freien“ Willen des Menschen geschaffen? Das heisst: unser „freier“ Wille ist nach SEINEM Willen geschaffen worden, und SEINEM Willen unterstellt und somit auch nicht frei! Im Bild gesprochen ist unser „freier“ Wille wie eine Fliege die in einer Stube herumfliegt und dabei denkt, sie sei frei. Und irgendwie ist sie auch frei, aber nur innerhalb eines Raumes der ihr zugewiesen wurde. Wir können nicht machen was wir wollen. Unser Gott aber kann machen was ER will. Er führt die Kriege in aller Welt. (2.Chr.32,8/14,10; 5.Mo.20,4/3,22; Ps.46,10/144,1) Es geschehen Dinge die wir Menschen nie begreifen werden. Wir können nur anbeten und IHM alle Ehre geben und IHM danken, dass er uns auserwählt hat, IHN zu erkennen und die Kraft SEINER Auferstehung zu erfahren. ER ist der Allmächtige der allein Gott ist, und vor dem sich JEDES Knie beugen muss und JEDE Zunge bekennen muss, das ER der HERR ist!

 

Mit freundlichen Grüssen

René Eschmann


   

Hallo Hans Peter
Hab gesehen dass Du meinen Bericht über den unfreien Willen auf Deiner Webseite aufgeführt hast. Besten Dank! Eigentlich bin ich etwas erstaunt (und erfreut), dass auch eine solche theologische Meinung auf Deiner Seite Platz findet.
 
Hier hätte ich noch einen anderen Denkanstoss und obwohl ich diese Überzeugung schon über 10 Jahre vertrete, fand ich leider bis jetzt nur eine Person die diese Ansicht mit mir teilte (aber bereits vor über 100 Jahren gestorben ist (!)).
 
Meine Behauptung: Hast Du gewusst, dass in Apostelgeschichte 2 "nur" die 12 Apostel "Pfingsten" erlebten. Obwohl mehr als 12 Sprachen (Zungen) dort aufgeführt werden bin ich der Überzeugung dass alleine die 12 Apostel und nicht wie oft behauptet 120 Personen diese spezielle Geisteswirkung erlebten. Paulus erklärt den Korinther bei seiner Aufzählung der Geistesgaben, dass es die Gabe der Zungenreden (Mehrzahl!) gibt (1.Kor. 12,10 "... verschiedene  Arten von Sprachen"). Somit war es möglich dass eine Person (Apostel) in mehreren Sprachen (Zungen) reden konnte. Lies Apg. 1,26 + 2,1 in einem Atemzug und Du weisst wer diese "alle" waren.
 
Liebe Grüsse
 
René Eschmann

  JJ15.12.2018

Erstens zur Frage 94: Haben wir einen freien Willen?
 
Ich selbst bin davon überzeugt, dass wir einen freien Willen haben.
Ich kann entscheiden, ob ich mich beim Herrn Jesus aufhalte, oder ob ich der Sünde huldige, also den Teufel Raum gebe.
Ich habe beides in mir. Ich bin noch hier auf der Erde und habe die alte fleischliche Hülle. Auch wenn ich wiedergeboren bin. Ich mag das für mich an einem Bild verständlich machen. Ich bin mir der Unzulänglichkeit dieses Bildes Bewusst. Mit aller Ehrfurcht vor dem Herrn, ich brauche manchmal Bilder um Zusammenhänge zu verstehen.
 
In meiner fleischlichen Hülle sind zwei Kammern, in der einen immer noch das Böse, das fleischliche als Keimanlage in mir (sonst könnte ich als erretteter Christ mir nicht mehr die Füsse beschmutzen, also sündigen) ist; und ich habe das Neue, den Keim des neuen Lebens in mir. Je nachdem welcher Pflanze ich Nahrung gebe wächst diese.
Oder
Mein altes Leben ist in einer Schallplatte eingeritzt und wenn ich auf derselben Schallplatte andere Töne erzeugen will, muß ich eine neue Rille, die tiefer und dauerhafter ist, einritzen.
Das sind alles nur schwache Bilder, für mich aber macht es Vieles verständlich.
 
Ich habe eine Krankheit, die mit Verhaltensauffälligkeiten einhergeht. Um mein Verhalten ändern zu können, brauche ich die Kraft des Herrn und muß mich immer wieder darin aufs neue üben, "Niederlagen" hinnehmen, meine Charaktermängel und Fehler immer wieder dem Herrn bringen. Nur ER kann mich ändern, wenn ich will und das Meinige dazu tue und das auch nur wieder aus seiner Kraft heraus.
 
Das erfordert immer wieder mich, HEUTE, HIER und JETZT, neu dazu zu entscheiden.
 
Nun habe ich Zeiten erlebt, in denen ich alles selbst regeln wollte. Ich war sehr oft hochmütig, selbstgerecht und selbstgefällig. Da hat mir der Herr "Steine" in den Weg gelegt, oder er gab mir den "Stecken" zwischen die Beine. (Psalm 23,4 b: "... dein Stecken und dein Stab, s i e  trösten mich."
 
Der Stecken, der mich an meinen fleischlichen Gelüsten hindert, oder Paulus sagt: "der Stachel in meinem Fleische";
 
Der Stab, der mich wieder aufrichtet und mir Halt gibt (der Herr und Sein Wort, die Gemeinschaft mit Geschwistern.)

Lieber JJ 15.12.2018

Das Bild mit der Schallplatte ist einzigartig! Ja möge ER doch bei mir auch IHM wohlgefällige Töne hervorbringen! So kann ich es besser verstehen dass wir in Sein Bild verwandelt werden.

Besten Dank

Hans Peter


8.12.04

Es gilt: Gott erwählt Menschen zum Heil.

Der Mensch wird jedoch in die Verantwortung gestellt, das Heil für sich in Anspruch zu nehmen.

Als der verlorene Sohn den Entschluss ausführte „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen“ (Lukas 15, 18), lief der Vater ihm entgegen, um ihn anzunehmen (Lukas 15, 20).

Wenn wir die Errettung in freier Entscheidung annehmen, wird an uns Gottes Verheißung wahr: Ich habe dich je und je geliebt (Jeremia 31, 3), und ich habe dich bereits erwählt vor Grundlegung der Welt (Epheser 1, 4).

Ehe wir uns für Gott entscheiden, hat er sich schon längst vor unserer Zeit für uns entschieden.

Gott erwartet und respektiert unsere Willensentscheidung; aber ohne sein Erbarmen wäre keine Annahme möglich (Römer 9, 16).

 Bei wie vielen Menschen die göttliche Erwählung (Philipper 2, 13) und der freie menschliche Wille (Philipper 2, 12) zusammenwirken, weiß nur der Herr.

 Berndt S.


 Siehe auch: 1849  Der freie Wille des Menschen  03.12.04