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Frage 1077

Hallo Bibelkreis.ch

da noch einige  Fragen zum Thema "Erwählung"

1. Was ist Erwählung?

2. Wer wird erwählt?

3. Wann geschah diese Erwählung?

Mit freundlichen Grüssen und Erwartung einer baldigen Antwort

Ben d. Em /2.


04.09.03

Die Auserwählung der Gemeinde Gottes: 1.Petrus 2,9 und Eph 1,3

A) Anhand von 1Petr 2,9 und Eph 1,3 soll der Frage nachgegangen werden, wer auserwählt ist, auf welcher Grundlage und zu welchem Zeitpunkt die Auserwählung geschehen ist und welcher Zweck dadurch erfüllt werden soll.

B) 1 Petrus 2:9 „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündiget, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat“

Auserwählung spricht zunächst von der besonderen Stellung und Verantwortung, die die Gemeinde Gottes auf der Erde hat. Inmitten einer Menschheit, die Gott den Rücken gekehrt hat, gibt es ein auserwähltes Geschlecht, das sich Gott zum Eigentum bestimmt hat und das die Heiligkeit Gottes auf der Erde widerspiegeln soll.

Der erste Satzteil in 1.Petrus 2,9 zeigt uns diese Stellung, in die Gott die Gemeinde versetzt hat - sie ist ein „auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Eigentumsvolk“.

Der zweite Teil spricht von der Verantwortung und Aufgabe, die diese besonderen Stellung mit sich bringt: „damit ihr die Tugenden dessen verkündig...“

Die besondere Stellung der Gemeinde in der Welt macht auch Paulus deutlich, wenn er in Phil 2,15 schreibt  „damit ihr unsträflich seid und lauter, untadelige Gotteskinder, mitten unter einem verdrehten und verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr scheinet als Lichter in der Welt“

Gott selbst wohnt durch den Heiligen Geist in seiner Gemeinde und will durch diese auserwählte Heilskörperschaft sein Licht in der dunklen, gefallenen Welt verbreiten. Dadurch sollen die Tugenden Gottes, d.h. seine moralische Reinheit und Heiligkeit, verbreitet und verkündigt werden. Dies liegt in der Verantwortung der Gemeinde - dazu ist sie auch von ihm auserwählt.

 

C) Eph 1,3 „wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien“

 

1)Der Urheber der Auserwählung: „Wie er uns auserwählt hat“

Christus selbst ist zunächst der Auserwählte des Vaters: Jes  42:1 „Siehe, das ist mein Knecht, auf den ich mich verlassen kann, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Völkern hinaustragen.“

Christus als Auserwählter des Vaters hat in vollkommener Weise den Auftrag Gottes erfüllt und die Welt mit Gott versöhnt (2Kor 5,19). Es gab keinen anderen, auf den sich der Vater verlassen konnte und der diese Aufgabe erfüllen konnte, als nur der reine, sündlose Sohn des Vaters.

Wie der Vater Christus auserwählt hat und seinen Geist auf ihn gelegt hat, so ist es ebenso der Vater („er“) , der die Gemeinde („uns“) auserwählt hat und seinen Geist in die Herzen der Wiedergeborenen gelegt hat (Eph 1,13).  Die Gläubigen haben sich somit nicht selbst auserwählt, sondern wurden es durch Gott, den Vater.

 

2) Die Grundlage der Auserwählung: „in ihm“

Die Grundlage der Auserwählung der Gemeinde hat der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha gelegt. Daher spricht Eph 1,3 davon, dass die “Heiligen und Gläubigen“ (Eph 1,1) IN IHM - also in Christus - auserwählt sind.  Nur wer „in Christus“ ist und wer „aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“ (1Pet 2,9) berufen wurde, kann als „auserwähltes Geschlecht“, in Frage kommen.  Ist gibt keine Auserwählung, außer „in Christus“.

 

Es ist daher ein Generalirrtum des calvinistischen Lügengeistes, dass Auserwählung auf Menschen bezogen wird, die nicht „in ihm“ – d.h. nicht wiedergeboren bzw. errettet sind und keine Verbindung zu Christus haben. Es gibt keine Auserwählung ungläubiger Menschen der Welt, denn „die ganze Welt liegt in dem Bösen.“ (1Joh 5,19) und alle unerlösten Menschen stehen in gleicher Weise unter dem Gericht Gottes und können erst durch Bekehrung und Glauben an Christus Teil der Körperschaft der Gemeinde werden, die von Gott auserwählt ist.

 

3)  Der Zeitpunkt der Auserwählung: „vor Grundlegung der Welt“

Nach Joh 17,24 war Christus der Geliebte des Vaters „vor Grundlegung der Welt“. Er war es auch, der nach 1Pet 1,20 „vor Grundlegung der Welt“ ersehen war, als Lamm Gottes, die Sünde der Welt wegzunehmen (Joh 1,29).

Bevor Gott die Welt erschaffen hatte, waren die Gedanken des Vaters jedoch bereits auch auf die Braut des Lammes gerichtet, d.h. auf Menschen, die durch Busse und Bekehrung seinen Sohn als Heiland angenommen haben. Vor Grundlegung der Welt trifft Gott den Entschluss, erlöste Menschen, die „in Christus“ sind, aus der Masse der abgefallenen Menschheit als sein Volk auszuwählen und nach Eph 1,5 „zur Sohnschaft“ vorherzubestimmen.

 

4) Das Ziel der Auserwählung: „dass wir heilig und tadellos vor ihm seien“

Dieser letzte Teil von Eph 1,3 spricht von der Verantwortung der Gemeinde und dem Ziel bzw. dem Zweck wofür die Gläubigen erwählt wurden.

Der Inhalt und das Ziel der Erwählung der Gemeinde Gottes („wir“) ist nach Eph 1,3, dass bereits Erlöste  „heilig und tadellos vor ihm seien“. Erlösung und Wiedergeburt sind Voraussetzung und Grundbedingung der Erwählung zur Heiligkeit. Ein weiterer Irrtum des calvinistischen Geistes ist daher der Bezug der Auserwählung einiger Ungläubiger zur Errettung bzw. Wiedergeburt. (vgl. MacArthurs Kommentar zu Eph 1 „Erwählung derer, die gerettet werden sollen“, d.h. Ungläubige (!) seien zur Errettung (!) erwählt). Da Gott jedoch will, dass alle Menschen errettet werden (1Tim 2,2), muss eine vorweltliche Beschränkung des Heils völlig abgelehnt werden. Es geht in Eph 1,3 vielmehr um die Erwählung der Gemeinde zur Heiligkeit und Tadellosigkeit und nicht um eine Auserwählung einiger Ungläubiger zur Wiedergeburt.
Nach Eph 5,25f war es das Ziel des Werkes Christi, dass seine Gemeinde „heilig und tadellos sei“. Die Erlösten sind nicht aus sich selbst heraus heilig und untadelig, sondern aufgrund des vollbrachten Erlösungswerkes Jesu Christi. Der Stellung nach sind die Erlösten „Heilige“ (Eph 1,1) – ihr Zustand und ihre Verantwortung jedoch ist es, dieser Stellung zu entsprechen. Durch die Auserwählung der Gemeinde zur Heiligkeit und Tadellosigkeit, will sich Gott auf der Erde selbst verherrlichen.

 

„Ihm sei die Ehre durch die Gemeinde“ (Eph 3,21) !

 

Peter Streitenberger


26.12.04

Lieber  Ben

Gott will, dass alle Menschen errettet werden (1Tim 2,2).

Berufung und Erwählung.

Dazu ein Beispiel:

Nehmen wir an, ein Handwerksmeister sucht per Zeitungsannonce 10 Mitarbeiter.

Aber nur 2 melden sich.

„Berufen“ waren 10.

Nur 2 meldeten sich.

Diese  zwei fallen, entsprechend dem Verständnis  der  Bibel in den Status „Auserwählte“.

Sie haben sich freiwillig gemeldet.

Die übrigen acht hätten auch die Möglichkeit der Anstellung haben können.

Sie haben die Annonce auch gelesen.

Aber  auch welchen Gründen, auch immer, sie wollten diese Stellung nicht annehmen.

Es war ihre Entscheidung.

Deshalb die Formulierung: Viele sind berufen............

Das betrifft alle Menschen.

Aber wenige sind auserwählt.

Gott wusste, daß Sein göttliches Erlösungswerk von Golgatha von den meisten nicht angenommen wird.

Durch die eigene Entscheidung des Menschen hängt „erwählt“ oder „nicht erwählt“ von ihm selbst ab.

B. Steinhagen.