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Erste Antwort von Peter 

Brief von Peter  an Andreas vom 14.01.2001

Frage      117

Hesekiel 15 In einer umfassenden Darstellung beweist der Prophet, dass das Volk Israel für den

                 Herrn nutzlos ist. Das Holz des Weinstocks ist zu nichts nütze, man kann nicht einmal

                 einen Nagel daraus machen. Wenn ein Weinstock keine Trauben bringt, so ist er ganz

                 nutzlos,  man muss ihn ins Feuer werfen.

Joh.15.1-9  Auch hier bedient sich der HERR dieses Anschauungsbildes, um mit der Verbindung

                 Von Weinstock und Reben die bestimmte innere Lebensverbindung zwischen sich und

                 den Jüngern darzustellen. Wenn Reben Frucht tragen sollen, müssen sie am Stock

                 bleiben, der ihnen den Saft zuführt. So ist es auch für die Jünger das Bleiben in der

                 Gemeinschaft mit dem Herrn, eine unbedingte Erfordernis, denn ER gibt ihnen die

                 Lebenskraft, um Frucht zu bringen. Wie Reben, je nach ihrem Ertrag, vom Winzer

                 gereinigt oder weggenommen werden, so unterstehen auch die Jünger, je nach der

                 Lebendigkeit ihrer Gemeinschaft mit dem Herrn, der ernst Zucht oder dem göttlichen

                 Vernichtungsgericht.

                 Das Rebholz ist das Nutzloseste aller Holzarten, es ist für nichts brauchbar wie es

                der Prophet Hesekiel erwähnt- dieses Wort ich für Sie als Anrede empfangen habe.

 

Herr yx

 

Sicherlich will Gott der Herr ihnen mit der obenerwähnten Androhung  zurechtweisen!

Dass ich eine falsche Prophetin sei und Hurerei bei uns getrieben werde, das ist Verleumdung.

Verleumden bedeuet, hinter dem Rücken des andern, so dass er sich nicht wehren und verantworten kann, Schlechtes und Unwahres über ihn zu reden. Die Verleumdung, die den Nächsten

Immer an der Wurzel seiner Existenz trifft (Sprüche 18.; 26.22), steht neben dem Totschlag

(3. Moses 19.16), und die Bibel beurteilt den Verleumder härter als den Dieb. Auch das NT nennt

die Verleumdung unter den schweren Vergehen gegen Gott ( Römer 1.3O; 2. Tim.3.3).

Ich persönlich kenne Sie nicht- habe auch noch nie mit Ihnen gesprochen, deshalb ihre schänd-

lichen Aeusserungen  ich zur Vergeltung DEM anheim stelle, der da gerecht richtet.

Römer 12.19- Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum den Zorn Gottes;  denn es steht geschrieben ( 5. Moses 32.35): „ Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.“

 

Ich werde nun trotzdem versuchen Ihnen darzustellen was ein Prophet ist.

Prophet ist nach dem Griechischen nicht nur ein Vorhersager-, sondern vielmehr ein Heraussager,

               ein Dolmetscher = Übersetzer göttlicher Rede.

Ihre Tätigkeit erstreckte sich auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, es sind auch Hüter und

Wächter (Jes.56.10; Hesekiel 3.17; Hosea 9.8). Ein Prophet schaut wie ein Wächter überall umher,

ob Gefahr im Anzug ist, ob der Feind von ferne heranzieht. Er stösst dann ins Horn, um das Volk

aufzuwecken und zu warnen.

Die Propheten wurden nicht durch Familientradition zu ihrem Dienst wie die Priester berufen, sondern

Gott berief sie besonders durch SEINEN RUF, der sie mit göttlicher Kraft ergriff (Jes.6; Jer.1; Hes.2).

Durch Gottes freie Auswahl mussten sie sich dem Dienst weihen und den prophetischen Beruf als

Lebenswerk ausüben. Sie waren Zeugen der Wahrheit, die trotz ihrer brennenden Liebe zum Volk

v e r k a n n t  und verfolgt wurden.

Die Propheten wurden auch als Boten Gottes beglaubigt. Sie erweisen sich als Boten und Werkzeuge

Gottes durch Wunder, die sie in göttlicher Kraft verrichteten, und das Eintreffen ihrer Weissagung,

in Verbindung mit der Reinheit in Lehre und Wandel stand (5.Mos.13.2.5; 1.Sam.10.6.9; Matth.13.24;

2. Thess.2.9; Offb. 13.13).

 

Die Propheten werden mehrfach sogleich nach den Aposteln erwähnt 1.Kor.12.28, mit denen zu-

sammen sie das Fundament der Gemeinde bilden Eph.2.2O; erst danach folgen die Evangelisten,

Hirten und Lehrer (Röm.12.6).

In Offenbarung 11.18; 16,6; 18.24 werden die Propheten von den gewöhnlichen Gemeindegliedern

ausdrücklich als eine besondere Gruppe unter den „Heiligen“ unterschieden. Ihre Botschaft richtet

sich gewöhnlich an die Glaubenden in der Gemeindeversammlung 1.Kor.14.3.

So ist es nicht verwunderlich, dass das NT Elisabeth, Zacharias, Simeon als Propheten schildert, und

Hanna ausdrücklich als Prophetin bezeichnet (LK 2.36).

Die Propheten sind Gottes Gabe an sein Volk, das mahnende Gewissen, durch das Gott mit seinem

Volk Umgang hat.

Die falschen Propheten weissagten gegen Entgelt- wogegen sich die Propheten des Herrn aber

Wehrten (2. Kön.5.16). Die Schriftpropheten, z.B. Amos 7.14; und Micha 3.5-8; distanzierten sich

entschieden von diesen Berufspropheten.

Die  w a h r e n  Propheten sind allein von Gott abhängig und von der Berufung an ist der Prophet

„Diener/in Gottes“ Jer.7.25). Gott selber lenkt sein Leben bis in die privaten Bereiche. Er bestimmt

die Ehe (Hos.1.3), die Namen der Kinder (Jes.8.1-4; Hos.1;).

Dadurch entstehen Konflikte und Nöte (Jer.20.7) Jona). Der Prophet steht gegenüber dem Volk

als der vollmächtige Bote Gottes. Damit ist er auch ausgesondert, ein einzelner. Da sein Amt

Wächteramt ist (Hes. 3.17.33.7), sein Wort Mahnung und Blosslegung der Sünde (Jes.1.2; Jer.7;)

Seine Botschaft Ankündigung des Gerichtes, steht er weiterhin im Gegensatz zu seinem Volk und

Ist einsam. Damit lebt der Prophet in der furchtbaren Spannung zwischen dem Auftrag Gottes und

Der Zugehörigkeit zu seinem eigenen Volk.

Die Botschaft der Propheten fordert Glauben und Entscheidung. Das wird deutlich in der äusserlichen

Kennzeichen, die rechte Botschaft der falschen gegenüber als glaubwürdig auszuweisen. In der

Erfüllung der BOTSCHAFT bestätigt (Jer.28.29) und die falsche als Lüge entlarvt (5.Mos.18.22).

So besteht auch im NT das Amt der Propheten, die nun aber von dem entscheidenden Christus-

geschehen her leben. 2.Petr.3.2 bilden sie den Grund der Gemeinde. Prophetie ist nicht Ekstase,

die den Menschen ausschaltet, sondern ein gedankenmässig beherrschtes, geordnetes Wort (1.Kor.14.31). Die Prophetie offenbart das Innere des Menschen (1,Kor.14.24, ermöglicht das

Durchschauen des andern (besonders in der Seelsorge; vgl. Matth.16,17; Mk 2.8; und ermöglicht

die Geisterunterscheidung.

Der Dienst der Frau

Römer 16.1-17; Tryphäna und Tryphosa

Apg. 18.26        Bibelschule zu Ephesus

Phil.4 2-3          Evodia und Synthyche

Prophetinnen im NT

LK 1.46                Loblied der Maria

LK 2.36-38           Hanna eine Prophetin

Joh.4.39              Die Samariterin war eine erfolgreiche Evangelistin

Apg.21.9             die 4 Töchter des Philippus weissagten

 

Weissagen- ist ein mündliches Weitergeben eine vom Heiligen Geist geschenkte Offenbarung.

Jesus Christus, der Auferstandene, gibt Frauen den Auftrag, Seine Auferstehung zu verkündigen-

ehe ER noch den Jüngern den Missionsbefehl gegeben hatte:

Matth. 28. 7 Aufforderung der Engel

 

Matth. 28.10 Gehet hin und verkündigt es meinen Brüder

Joh. 20.17 Maria Magdalena

Ein Teil der Bibel wurde auch tatsächlich von Frauen geschrieben:

Lied Debora                     Richter 4.4. Kap.5;

Wort der Hulda                2. Kön.22.14;

Lobgesang der Hanna       LK, 2.36-38;

Lied der Maria                  LK 1.46

 

2. Mos.15.2O     Mirjam,- die Prophetin

Richter 4.4         Debora- Richterin und Prophetin

1. Sam.2.1-1O    Lobgesang der Hanna (Frauen reden)

2. Kön. 22.14     Hulda die Prophetin (beachte:““so spricht der Herr“, wie Jesaja u.a)

Jes. 8.3             die Frau des Jesaja, die Prophetin

Joel 3.1             eure Söhne und Töchter sollen weissagen- von Petrus wiederholt Apg.2.18;

Psalm 68.12       er gab das Wort mit grossen Scharen von Evangelistinnen.

Es ist nach diesen Stellen des AT und NT. Ausser Zweifel, dass die Frau einen Auftrag der

Verkündigung haben kann – genau wie der Mann. Es ist dann aber auch klar, dass Paulus der Frau

Das Reden, das Verkündigen des Evangelium und das Weissagen nicht verbietet.

Die Bibel kann sich selbst nicht widersprechen.

Nun zu 1. Korinther Kapitel 14

Dieses Kapitel hat Paulus der Ordnung im „Gottes“ dienst gewidmet. Aus den verschiedenen Ermahnungen kann man entnehmen, dass in Korinth tatsächlich das ichbetonte Wesen in den

„Gottes“ dienst eingedrungen war. Besonders war es schwierig, unter denen Ordnung zu halten,

die weissagten und die mit Zungen redeten – auch da sagte jeder „ ICH“, und so kam es , dass

alle, Mann und Frau, in wildem Durcheinander weissagten und mit Zungen redeten.

 

Paulus hat der Frau ausdrücklich im Kapitel 11.5 das weissagen zugestanden und ihr nur befohlen,

sich in der Gemeinde der Sitte gemäss das Haupt zu bedecken. Es ist also unmöglich, dass er ihr

das Weissagen überhaupt verbietet.

Was aber meint Paulus, wenn er sehr scharf das „Reden“ der Frau in der Gemeinde als „übel

anstehend“ bezeichnet?

In 1.Kor.14 geht es nur um die beiden Begriffe:“ Weissagen“ und in Zungen reden“ nach der

griechischen Übersetzung gibt dies ein ganz anderer Sinn. Sie können sich selbst nach der

griechischen Übersetzung die verschiedene Begriffe erläutern lassen. Es kann sich also nicht

um die Frage der Verkündigung handeln, sondern um das Zungenreden oder um ein anderes

ungeordnetes Reden – das nicht Reden im Auftrag Gottes ist z.B. neugieriges Fragen, das die

Andacht störte.

1.Tim.2.11-15

Dieser Brief ist persönlich von dem Apostel Paulus in den letzten Jahren seines Lebens an seinen

Vertrauten Mitarbeiter Timotheus geschrieben worden.

Das gesunde Leben in Jesus Christus in der lokalen Gemeinde ist Paulus sehr wichtig. Er redet zu

Timotheus in der Autorität des Apostels Jesu Christi, also im Auftrag Jesu Christi selbst. Er gibt

grundlegende Vorschriften für die lokale Gemeinde. Gott hat zwei Ordnungen unbedingt und für

alle Zeiten festgelegt: Das ist die Ordnung der Stellung von Mann und Frau in der Ehe: 1. Mos.3.16.

Der Mann soll der Herr sein. Darum ermahnt der Apostel in seinen Briefen immer wieder die

Verheirateten Frauen: „Seid untertan eueren Männern“, z.B. Eph. 5.22-23 „ Die Weiber seien

untertan ihren Männern als dem Herrn. Der Mann ist des Weibes Haupt – wie Christus ist das

Haupt der Gemeinde.“

Die zweite grundlegende Ordnung Gottes über die Stellung von Mann und Frau betrifft die lokale

Gemeinde. Der Herr Christus will in der lokalen Gemeinde dieselbe Ordnung haben: der Mann ist

der Leiter der lokalen Gemeinde, er hat alle leitende Aemter zu führen, er ist Aeltester der Gemeinde

und Hirte (Pastor) und Lehrer. Aber die Frau kann eine Berufung zur Verkündigung des Evangeliums

als Freudenbotin haben. Diese Aufgabe als Prophetin hatte  sie auch im Alten Testament.

In der wahren Gemeinde, in der unsichtbaren Gemeinde ist kein Unterschied von Mann und Frau

Im Glauben und im Leben mit Christus.  Ebenso kann die Frau ausserhalb der lokalen Gemeinde

Durch eine besondere Berufung auch das Lehren des Wortes Gottes zufallen – wie damals Pricilla,

die mit Aquila zusammen Apollos unterrichtete (Apg.18.24-28) Gal.3.28).

Das    (Hier endet das Dokument)

0001.01.09


Lieber Hans Peter

Wir haben ja abgemacht, dass ich mit Andreas zuerst einmal einige grundlegende Fragen bzgl. dem Glauben durchnehme, damit wir sehen können, ob überhaupt eine gemeinsame Basis für weitere Gespräche vorhanden ist. Ich weiss nicht, ob es geschickt ist, diese Gespräche unter die Frage 117 zu hängen, aber ich überlasse es Dir, wo Du es hinstecken möchtest. Könntest Du eine Kopie an Andreas weiterschicken oder ihm melden, dass mein Beitrag nun auf der Website steht?

So, ihr habt also Bibelstunden mit Benedikt Peters über die kleinen Propheten.... Siehst Du schon, wie ich vor Neid verblasse? Leider ist Frauenfeld zu weit, als dass ich schnell dafür vorbeikommen könnte, aber möchten täte ich schon. Sagst ihm bitte einen lieben Gruss von mir, und dass er mir noch eine Antwort schuldig ist, nämlich welche Geistesgaben er heute noch als möglich betrachtet und welche nicht.

Ganz liebe Grüsse

Peter

Lieber Peter

die sehr schöne Gesprächsaufnahme  hat mich sehr gefreut. Ich werde sie  komplett mit Deinen einleitenden Worten veröffentlichen.

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Lieber Ändu

Wir haben abgemacht, dass wir zuerst einige grundsätzliche Glaubensfragen miteinander austauschen werden, um zu sehen, ob wir eine gemeinsame Basis finden. Ich finde dies sehr wichtig, denn was nützt es, wenn man eine völlig
andere Sprache redet und die Verwirrung dadurch nur grösser wird, wenn man sich zuerst solch komplexen Fragen wie der Prophetie und der Stellung der Frauen in der Gemeinde widmet?

Ich möchte deshalb vorschlagen, dass wir unsere Meinung bezüglich folgenden Themen austauschen:

1) Wer ist Gott?
     a) Gott - Vater
     b) Gott - Sohn
     c) Gott - Heiliger Geist

2) Wer ist der Mensch?
     a) Seine Erschaffung
     b) Sein Fall

3) Wie kann man gerettet werden, was ist dazu nötig?
     a) Errettung durch Werke
     b) Errettung durch Glaube und Gnade
     c) Errettung durch Erwählung

4) Wie wächst man im Glauben?
     a) Heiligkeit
     b) Liebe

5) Was ist das Wort Gottes?


Um keine Zeit zu verlieren, will ich sofort damit anfangen.

1) Wer ist Gott?

Gott offenbart sich in der Bibel als eine Einheit von drei Personen, die alle die Eigenschaften haben, dass sie Allmächtig, Allwissend, Allgegenwärtig und Ewig sind. Diese drei Personen können alle selbständig denken und fühlen, sind jedoch in ihrer Gesinnung völlig Eins und handeln deshalb auch nur als eine Einheit, um ein Ziel und ein Plan zu verwirklichen. Diese Personen kennzeichnen sich dadurch, dass sie absolut heilig und absolut liebend sind. Weil sie Heilig sind, ist Ihr Wesen auch durch Wahrheit, Reinheit und Gerechtigkeit gekennzeichnet. Nichts bleibt vor Ihnen verborgen, es wird alles ans Licht kommen. Weil sie die Liebe darstellen, ist Ihr Wesen aber auch durch Barmherzigkeit, Güte, Freiheit und
Gnade gekennzeichnet. Im Dreieinigen Gott sind alle diese Eigenschaften völlig gleich vorhanden, Er trifft keine Entscheidungen, in denen diese Wesenszüge nicht zum Ausdruck kommen, auch wenn wir als endliche Menschen dies nicht immer erkennen können.

a)    Gott-Vater

Er ist der Sendende: Er sandte Jesus im Alten Testament als Engel des Herrn oder Herr der Heerscharen. Er sandte Ihn im Neuen Testament als den im AT verheissenen Erlöser oder Messias. Er hat auch den Heiligen Geist auf die Erde gesandt, als die Zeit dafür kam.

b) Gott-Sohn

Es ist der Gesandte: Er wird vom Vater auf die Erde gesandt, um Seinen Willen zu tun und zu erfüllen.

c) Gott-Heiliger Geist

Er ist der Geist, der vom Vater und vom Sohn gesandt wird, um uns zu erfüllen und zu versiegeln. Der Geist Gottes ist genauso an allen Plänen und Taten Gottes beteiligt, wie die anderen zwei Personen, auch wenn jeder davon andere Funktionen zu erfüllen hat.


2) Wer ist der Mensch?

    a) Seine Erschaffung

Der Mensch wurde von Gott erschaffen. Er ist nicht durch eine über Jahrmilliarden dauernde Evolution zustande gekommen, sondern wurde am sechsten Schöpfungstag von Gott aus dem Staub der Erde gebildet und zum Leben erweckt, dabei geht es bei den sechs Schöpfungstagen um sechs normale Tage zu je ca. 24 Stunden. Der Mensch wurde nach dem Bilde Gottes erschaffen, d.h. er kann ebenfalls selbständig denken und handeln und er kann fühlen. Er wurde dazu erschaffen, Gemeinschaft mit Seinem Schöpfer zu haben und Ihm zu dienen.

     b) Sein Fall

Der Mensch hat beim Sündenfall gezeigt, dass Er Seinem Schöpfer grundsätzlich nicht gehorsam sein will. Obwohl nur ein Gebot zu seinem eigenen Wohl aufgestellt wurde (nämlich nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen), hat er dieses Gebot übertreten und fiel dadurch in Sünde, was dazu führte, dass er aus dem Garten Eden und aus der ständigen Gemeinschaft mit Gott verbannt wurde. Es gibt kein Mensch auf der Erde, der den Massstab Gottes bezüglich Liebe (Güte, Gnade, Barmherzigkeit) und Heiligkeit (Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit) erfüllt. Alle sind abgefallen und haben die ewige Strafe, die für Satan und seine gefallenen Engel bestimmt ist, verdient.

3) Wie kann man gerettet werden, was ist dazu nötig?

Es gehört zur unerklärlichen Eigenschaft Gottes, dass Er uns Menschen, trotz all unserem Ungehorsam und unserer Sünde, liebt, und nicht möchte, dass wir verloren gehen müssen. Hierbei gibt es verschiedene Aspekte.

    a) Errettung durch Werke

Durch Mose hat Gott den Israeliten das Gesetz gegeben und somit der Welt gezeigt, welchen Massstab Er bei uns ansetzt und was Er von uns verlangt. Nur wer das ganze Gesetz hält, kann dadurch gerettet werden.  Die Geschichte hat jedoch gezeigt (und das ist es ja, was der Herr damit bezweckt hat), dass der Mensch nicht fähig ist, aus seiner sündhaften Natur heraus das Gesetz Gottes so zu halten, wie der Herr das von uns möchte. Darum musste Er einen anderen Weg ebnen, durch den wir gerettet werden können.

    b) Errettung durch Glaube und Gnade

Der Herr Jesus, der ja ewiger Gott ist und war, wurde Mensch, und hat dadurch alles persönlich kennengelernt, das wir so durchmachen müssen, und kann uns somit im Kampf gegen die Versuchung besser helfen, als jeder andere, weil Er im Kampf gegen die Sünde den Sieg errungen hat. Er kam dazu, als endgültiges Schlachtopfer für unsere Sünden zu sterben. Dies ist die Gnade Gottes, der nicht will, das irgend jemand verloren geht, sondern alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Dieses Opfer ist für jeden, der es annehmen will. Durch unseren Glauben an dieses Opfer, durch unsere Busse von unseren toten Werken, bestätigen wir die Gnade Gottes und werden von allen unseren Sünden rein gewaschen. Dieses Opfer Jesu ist ein ewiges Opfer, der uns von sämtlichen Sünden rein wäscht, die wir jemals begangen haben oder begehen können. Sollten wir wieder sündigen, dürfen wir dem Herrn unsere Sünden wieder bekennen und wiederum davon reingewaschen werden. Als Siegel dieser Errettung erhalten wir vom Herrn den Heiligen Geist, der fortan in uns wohnt und uns dabei hilft, uns in das Bild des Herrn zu verwandeln. Diese Versiegelung mit dem Heiligen Geist bezeichnet man auch als geistliche Wiedergeburt

    c) Errettung durch Erwählung

Ein weiteres Geheimnis der Errettung ist die Erwählung. Diejenigen, die zur Gemeinde Christi, zur Braut Jesu gehören, wurden bereits vor Urzeiten dazu auserwählt. Auch zu dieser Erwählung können wir gar nichts beitragen. Sie wird vom Herrn bestimmt.

4) Wie wächst man im Glauben?

Hier kommt nun die grosse Unterscheidung. Errettet werden wir durch Gnade und durch Glaube, nicht durch irgendwelche Werke, die wir tun könnten. Unsere Erlösung ist also nicht vom Stand unserer Erkenntnis oder von irgend einer bestimmten Tat abhängig, die wir tun könnten. Sie ist nur davon abhängig, dass der Herr uns erwählt hat und wir Sein Opfer im Glauben annehmen. Somit werden wir in den Stand eines Gotteskindes gesetzt. Dieser Stand ist durch Werke völlig unveränderlich. Was sich nun aber ändert, ist unser Wandel. Der Herr möchte, dass wir im Glauben und in der Erkenntnis wachsen, und dass unser Leben geistliche Frucht bringt. Wie weit wir aber diesbezüglich kommen, kann nichts an unserem Stand vor Gott ändern, höchstens am Mass der Belohung, die wir einmal vor dem Richterstuhl Gottes erhalten. Wir werden nicht durch Werke gerrettet, sondern die Werke vollenden unseren Glauben. Der Wandel hat nun zwei grundsätzliche Aspekte, die sich aber noch weiter aufteilen lassen, nämlich Heiligkeit und Liebe.

    a) Heiligkeit

Heiligkeit bedeutet eigentlich Absonderung und Reinheit. Es bedeutet, dass wir uns völlig unserem Gott weihen, für Ihn leben und uns aus diesem Grund auch für Ihn von allem Bösen, Sündigen und Unheiligen reinigen, um Ihm zu gefallen. Zu dieser Heiligung gehört unser Wachstum in der Wahrheit und in der Gerechtigkeit. Es besteht aber die grosse Gefahr, dass man genau diesen Aspekt des Wachstums im Glauben zu sehr betont. Dies führt dann zur Gesetzlichkeit, nämlich dass man anfängt, den Geschwistern viele Werke und Lasten anzuhängen, die der Herr nicht von uns verlangt. Dies kommt oftmals auch von einem falschen Verständnis dessen, was weltlich und sündig bedeutet. Tun wir irgend etwas, dass unsere Herzen vom Herrn abwendet, dann ist das z.B. Götzendienst. Folgen wir der Augenlust, der Fleischeslust oder dem Hochmut, dann ist das Sünde, wie es die Welt tut. Die persönliche Heiligung ist aber sehr vom Stand der Erkenntnis jedes Einzelnen abhängig, weshalb es sehr schwierig ist, diesbezüglich über andere Menschen zu urteilen, nur weil sie nicht unsere Erkenntnis teilen. Der Herr hat uns Menschen sehr verschieden gemacht, jeder hat deshalb auch ganz andere Bedürfnisse und wird vom Herrn anders geführt. Wir werden in diesem Leben in unserem Wandel niemals die Vollkommenheit erreichen, obwohl wir danach streben sollen. Durch den Heiligen Geist ist uns jedoch eine Hilfe gegeben, die Sünde in unserem Leben zu besiegen, indem wir lernen, die Waffen des Geistes richtig anzuwenden. Auch dies stellt aber wiederum ein Lehrprozess dar, der je nach Person wiederum ganz verschieden ablaufen kann.

    b) Liebe

Die Liebe Gottes umfasst alle Aspekte Gottes wie Gnade, Freiheit, Barmherzigkeit, Sanftmut, usw. In der Liebe zu wachsen stellt das höchste Gebot Gottes dar, denn die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht. Wenn wir uns nur heiligen, doch keine Liebe üben, werden wir hart, gesetzlich, unbarmherzig und verurteilen andere, weil sie sich nicht unserer persönlichen Erkenntnis anpassen. Wenn wir aber nur Liebe üben, ohne uns zu heiligen, dann landen wir in der Liberalität und im Chaos, weil die Wahrheit (d.h. auch Lehre) und die Gerechtigkeit vernachlässigt werden. Man meint dann plötzlich, man hätte so viel Freiheit, dass es nicht mehr darauf ankommt, wie sehr wir sündigen. Das ist aber auch wieder unnüchtern und unbiblisch. Nun heisst es, in unserem Leben das gesunde, biblisch Mass zwischen diesen beiden Polen zu finden. Heiligkeit ohne Liebe und umgekehrt ist unmöglich, sie gehören zusammen. Manchmal ist es möglich, dass wir uns auf die Heiligung konzentrieren, dass wir uns einmal von allem zurückziehen und uns absondern. Wenn wir aber nur noch das betonen, werden wir uns so sehr von der Welt abkapseln, dass wir die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen nicht mehr verstehen und deshalb diese Menschen nicht mehr erreichen können. Das ist nicht Gottes Wille. Wir müssen also lehren, in der Welt zu leben, doch nicht von der Welt zu sein. Das zu tun, was uns dem Herrn näher bringt, ohne uns zu sehr von den Menschen zu entfernen, damit sie unsere Liebe sehen, erkennen und davon berührt werden.

5) Was ist das Wort Gottes?

Das Wort Gottes ist die Bibel, ist aber auch Jesus Christus selbst, der sich mit Seinen, vom Geist Gottes inspirierten Worten verbunden hat. Seit dem der biblische Kanon abgeschlossen ist, seitdem die Apostel und die von ihnen direkt eingesetzte bevollmächtigte Personen gestorben sind, gibt es keine geistliche Autorität mehr, der wir über dem Wort Gottes setzen dürfen oder absolut gehorchen müssten. Der Herr will, dass wir durch die Bibel lernen, Seine Stimme zu hören und Ihm allein zu gehorchen. Die Gemeinde ist auf der Grundlage der Apostel und Propheten aufgebaut, deren Worte in den Schriften der Bibel festgehalten worden. Wir sind sozusagen das Funkgerät, welches durch Gehorsam gegenüber der Heiligen Schrift auf die richtige Frequenz abgestimmt werden muss, um Gottes Stimme recht zu hören. Heute gibt es keine solchen Apostel und Propheten mehr (obwohl es sehr wohl die geistlichen apostolischen und prophetischen Gaben zur Stärkung der Gemeinde gibt). Menschen, die sich heute noch eine solche Autorität anmassen (d.h. sie verlangen, dass man ihnen persönlich einen solchen, absoluten Gehorsam leistet), sind alles falsche Propheten und falsche Apostel.

So, Ändu, das ist nun mal das Allergröbste zum Thema. Bitte sieh es Dir mal an, dann wollen wir schauen, ob wir auf dieser Basis weiterfahren können. Wir haben hier wirklich nur eine sehr magere Basis gelegt, und es gibt noch vieles, dass wir miteinander definieren müsste. Einige Beispiele wären u.a. was heisst denn genau Glaube? Was heisst Gnade? Was ist Gerechtigkeit? Was ist Wiedergeburt? Was ist Sünde? Wollen wir nun grundsätzlich auf dieser Basis weiterfahren? Ich bin auf Deine Antwort gespannt.

Ganz liebe Grüsse

Peter 

 


                

                                                                           Spiez, den 14. Januar 2001 

Lieber Andreas

Danke für Deinen Brief, den ich gestern erhalten habe. Trotz dem harten und verurteilenden Ton, den Du darin anschlägst, kann ich Dich gut verstehen. Ich habe früher nämlich auch solche Briefe geschrieben, und zwar nicht zu wenige, bin aber immer mehr davon abgekommen, weil ich einsehen musste, dass mit solchen Briefen schlussendlich niemandem gedient ist. Es tut mir leid, dass mein Verhalten Dich so sehr geärgert hat, dass Du keinen anderen Weg mehr sahst, als einen solchen Brief zu schreiben. Ich möchte Dich persönlich auch um Vergebung bitten, dass ich nicht die nötige Kraft hatte, mich Dir gegenüber im Chat anders zu verhalten, da mir Dein Verhalten einfach auch zu viel wurde.

 

Trotzdem frage ich mich, ob es für Dich denn wirklich so schwierig ist, unsere Situation zu verstehen. Meine Frau ist schon seit vielen Jahren krank. Bereits dies ist eine rechte Belastung für die Familie, geschweige denn für meine Frau. Zudem haben wir in den Gemeinden, in denen wir in den letzten sechs Jahren verkehrt haben, immer wieder von gewissen Seiten mit massiven Angriffen auf unsere Familie zu kämpfen gehabt. Über die Gründe hierfür will ich in diesem Brief mal nichts erwähnen, um ihn nicht unnötig in die Länge zu ziehen (meine Briefe werden sowieso immer viel zu lang), Du darfst das aber auch gerne erfahren, wenn es Dich interessiert, denn wir haben ja nichts zu verstecken. Die Trennung von der letzten Gemeinde hat erst vor knapp zwei Monaten stattgefunden. Was wir nach dieser langen Zeit der Angriffe und Auseinandersetzungen brauchen, ist Ruhe. Wenn die Nerven völlig blank liegen, ist man kaum noch fähig, sich mit anderen Problemen auseinanderzusetzen, da fast alles über die Kraft geht. Das Chatten war für mich diesbezüglich eine willkommene Abwechslung und ich hatte mich eigentlich gefreut, wieder einige neue Menschen kennenzulernen, ohne mich mit schwerwiegenden Lehrmeinungen bezüglich des christlichen Glaubens auseinandersetzen zu müssen. Auch unsere Art, mit anderen Menschen umzugehen, kann ja ein Zeugnis der Liebe und Heiligkeit Gottes sein.

 

Trotzdem bin ich ein wenig über die massiven Vorwürfe erstaunt, die Du in Deinem Brief machst. Du kennst uns erst seit knapp einem Monat, und schon willst Du uns so massiv verurteilen? Wie bist Du denn vorgegangen, um zu einem solchen Urteil zu kommen? Ich selber versuche immer, möglichst viel Zeit über eine Sache gehen zu lassen, versuche verschiedene Aspekte davon anzusehen, einfach so, wie es in meinen Möglichkeiten liegt. Als wir uns z.B. mit der Gruppierung von Ivo Sasek auseinandersetzen mussten, liessen wir zuerst einmal fast ein Jahr verstreichen, bis wir ihn persönlich kontaktiert haben. Meine Schrift darüber kannst Du ja auf der Website lesen. In dieser Zeit haben wir uns intensiv mit seinen Schriften und seinen Aussagen auseinandergesetzt. Da einige Geschwister in unseren Kreisen zu seiner Gruppe Kontakt hatten (was ja der Auslöser war, weshalb wir uns mit ihm auseinandersetzen mussten), bekamen wir immer wieder Input aus erster Hand. Erst dann haben wir es gewagt, ihm persönlich zu schreiben und ihn auf Probleme aufmerksam zu machen. Die Schrift verlangt ja von uns, dass wir so gründlich vorgehen, wenn wir eine Sache untersuchen. Es verging dann sogar noch einmal ein Jahr, in dem wir uns weiterhin mit seiner Gruppe auseinandergesetzt haben, bis wir von ihm persönlich eine Antwort erhielten, die ähnlich vernichtend war wie Dein Brief an uns.

 

Andreas, ich würde es kaum wagen, solche Aussagen über Dich zu machen, wie Du sie über uns nun gemacht hast. Ich kenne Dich ja kaum. Wie gut hast Du uns und unsere Motive erkannt? Und bist Du Dir in Deinem Urteil so sicher? Ich kann höchstens anhand Deines Verhaltens, das wir bisher kennengelernt haben, sagen, dass Du nicht locker lässt, wenn Du eine Sache angepackt hast (was in dieser Situation aber eher unangenehm ist, weil wir wirklich sehr der Ruhe bedürfen), dass Du eine sehr absolute Meinung in Glaubensfragen vertrittst, die manchmal leider fast ans Überhebliche grenzt, und das Du Mühe mit der sexuellen Reinheit hast, was sich aus einigen unzüchtigen Bemerkungen, die Du anderen Chattern gegenüber gemacht hast, schliessen lässt. Doch dieses Urteil ist bei mir gar noch nicht fest, da ich Deine Situation noch viel zu wenig kenne. Ansonsten bist Du sicher eine sehr umgängliche Person, und viele Chatter schätzen Dich. Ich würde mich lieber diesem Urteil anschliessen, und mit meinem Urteil über deine anderen (eher negativen) Eigenschaften etwas abwarten, bis ich Dich besser kenne.

 

Leider hast Du meiner Familie aber sehr viel Ungutes angetan im letzten Monat. Du hast uns massiv unter Druck gesetzt, hast uns durch Deine Mutter immer wieder beschiessen lassen: alles Sachen, die wir im Moment, bei unserem derzeitigen gesundheitlichen Zustand, wirklich nicht brauchen können. Ich wollte ja niemals einen Brief von Deiner Mutter. Als ich Dir verschiedene Fragen gestellt habe, wollte ich Deine persönliche Meinung hören, und nicht das, was Deine Mutter dazu sagt, denn ihre Meinung kennen wir ja bereits.

 

Was Deine Mutter anbelangt, ist nämlich die Situation völlig anders. Wir kennen Deine Mutter seit fast zehn Jahren. In dieser Zeit hatten wir immer wieder die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit, wie auch ihre Glaubenseinstellung, kennenzulernen. Da Dich meine Aussagen über sie sehr geärgert haben, will ich in diesem Brief nicht zu viel erwähnen (obwohl einiges unumgänglich sein wird.) Im Moment vielleicht noch dieses kleine Beispiel, das aber eine typische Eigenschaft Deiner Mutter aufzeigt: woher nimmt sie die Aussage, dass ich behaupten würde, in eurer Gemeinde würde Hurerei getrieben? Ich habe Dich dies schon einmal gefragt und keine Antwort bekommen. Zeigt aber ein wenig, wie Deine Mutter vorgeht.

 

Wie ich bereits sagte, durften wir schon einige Opfer Deiner Mutter kennenlernen, die bei uns ihr Herz ausgeschüttet haben. Auch kennen wir Gottesmänner, die schon mit Deiner Mutter geredet haben und sie einiges besser kennen als wir. Leider liegt vieles von dem unter dem Seelsorgegeheimnis. Wenn ich nicht wüsste, dass Du alles wieder an Deine Mutter zurückträgst, und diese Personen dadurch erneut von Deiner Mutter unter Beschuss geraten (wie es ja jetzt bei uns auch passiert ist), würde ich einige dieser Personen gerne anrufen und sie fragen, ob sie bereit wären, mit Dir persönlich zu reden. Doch haben unsere Erfahrungen mit Dir in diesem letzten Monat gezeigt, dass das ein sehr gefährliches Unterfangen wäre. Ich wäre froh, könntest Du mich eines Besseren belehren.

 

Was die Glaubensfragen anbelangt, kann ich Dir z.b. gerne Prof. Dr. Erich Mauerhofer empfehlen, der lange Jahre an der ehemaligen FETA lehrte, (jetzt STH) oder Prof. Herbert Janzen, der an der FETA lange Jahre Dogmatik gelehrt hat. Beides gute Freunde von mir und ganz liebe Brüder, die Dir sehr kompetent Auskunft geben können. Von beiden gäbe ich dir gerne die Email-Adressen, wenn Du sie möchtest. Auch Hans Peter ist sehr bewandert, und hat Zugang zu Brüdern wie Benedikt Peters und Wolfgang Bühne, die Dir ebenfalls ein Begriff sein sollten. Auch mit bekannten Gottesmännern aus dem englischsprachigen Raum haben wir Kontakt, wenn Dich das interessiert.

 

Lieber Ändu, dass Du Deine Mutter ehren willst, ist Dir sehr hoch anzurechnen. Diesem Gebot Gottes musst Du gehorsam sein, ungeachtet dessen, wer Deine Mutter ist und was sie tut oder getan hat. Dem steht aber auch nichts im Wege, und auch ich habe Dir niemals gesagt, Du sollst diesem Gebot nicht gehorchen. Vielleicht verstehen wir aber das biblische Wort „ehren“ ein wenig anders. Ich weiss es nicht. Genau über solche Fragen müssten wir ja eigentlich noch austauschen.

 

Dass ich jedoch falsch Zeugnis wider meinen Nächsten rede, das möchte ich nochmals vehement bestreiten. Ich wüsste nichts Unwahres, das ich jemals über Deine Mutter gesagt hätte. Alles, was ich Dir sage, beruht auf Tatsachen, die ich auch beweisen kann. Nur braucht es vielleicht Zeit und Geduld auf Deiner Seite, denn wir mussten ja erfahren, dass man Dir diesbezüglich nicht vertrauen kann. Und, wie gesagt, bin ich auch dafür verantwortlich, dass nicht noch mehr Personen von Deiner Mutter unter Beschuss geraten. Man muss also sehr vorsichtig vorgehen, damit niemand mehr zuschaden kommt.

 

Verleumdung bedeutet jedoch, dass wir Sachen über Deine Mutter herum erzählen würden. Das tun wir aber nicht. Es war eher immer umgekehrt, dass Menschen zu uns gekommen sind, und erzählt haben, bzw. wir ja Deine Mutter und ihre Art persönlich kennenlernen mussten. Wir gehen erst dann zum „Angriff“ über, wenn Geschwister in unseren Kreisen, für die wir verantwortlich sind, in eine ungute Sache hineingezogen werden. Das war bis jetzt bezüglich Deiner Mutter nicht der Fall. Wir lernten diese Personen erst nach ihrer Zeit bei Deiner Mutter kennen. Da wir höchstens persönlich von Deiner Mutter angegriffen wurden, haben wir deshalb auch nie etwas unternommen. Das wird auch weiterhin so bleiben, wenn sie uns in Ruhe lässt. Weder die Geschwister in Seftigen (abgesehen von einigen wenigen, die leider bereits einschlägige Erfahrungen mit ihr gemacht hatten), noch Hans Peter wussten z.b. etwas über die Existenz Deiner Mutter, bis sie durch euer Verhalten von selber darauf aufmerksam gemacht wurden, denn wir reden nicht darüber, wenn wir nicht durch die Umstände dazu gezwungen werden.

 

Auch bestreite ich, dass ich feige gehandelt habe. Ich habe im Gegenteil nur meine biblische Pflicht getan und meine Familie, vor allem meine Frau, vor Angriffen schützen wollen, weil ich weiss, dass sie denen nicht gewachsen ist. Du weißt ja gar nicht, was Deine Mutter meiner Frau und meinen Kindern schon alles angetan hat, aus welchem Grund wir uns auch leider mit ihr auseinandersetzen mussten. Die völlig ungerechtfertigten und unwahren Vorwürfe, die Gertrud wieder mal meiner Frau gegenüber gemacht hat, als sie den Brief vorbeibrachte, waren ja eine absolut masslose Frechheit! Und genau vor solchen Dingen will ich meine Frau schützen. Darum möchte ich nicht, dass Deine Mutter es wagt, mit meiner Frau zu reden oder jemand anders vorbeischickt, der das tut. Und warum immer nur dann, wenn ich nicht dabei bin, und mich für meine Frau oder meine Kinder einsetzen könnte? Ist das nicht feige, immer auf einer schwächeren Person herumzuhacken, die sich nicht wehren kann?

 

Uns wäre es ja auch lieber, wenn wir Deine Mutter niemals kennengelernt hätten, aber sie hat sich ja uns damals (und in der Zwischenzeit immer wieder, z.B. im Wald, wenn meine Frau mit unserem Hund spazieren geht) aufgedrängt, nicht umgekehrt. Warum ist sie z.B. zusammen mit Gertrud nach Seftigen in den Gottesdienst gekommen und hat die Versammlung mit ihrer Gegenwart und ihrem ungebetenen Gesang gestört? Dies stellt typisches Verhalten Deiner Mutter dar und ich staune, dass Dir da nicht die Augen ein wenig aufgehen. Was bezweckt Deine Mutter damit, dass sie sich so in das Leben von Menschen hineindrängt, die es nicht wünschen? Das tut ja der Herr auch nicht.

 

Du behauptest, Deine Mutter würde sich nie anmassen, Unwahres über eine Person in Umlauf zu bringen. Kennst Du sie denn so gut? Wir haben sie diesbezüglich in den letzten Jahren ganz anders kennengelernt. Aber wie sie ja selber sagt, alles muss ans Licht kommen. Auch dazu will ich im Moment nicht mehr sagen, da ich annehmen muss, dass Du zur Zeit nicht imstande bist, Dich sachlich damit auseinanderzusetzen.

 

Aus Deinem Schreiben muss ich annehmen, dass Du weder meine Schriften auf der Website, noch meine erste Antwort an Dich wirklich gelesen hast, sonst könntest Du nicht folgern, dass ich die Liebe überdimensional gross schreibe. Im Gegenteil habe ich ja schon in meiner Darstellung an Dich (wie ich bereits sagte, recht kurz und mager, aber es war alles, das ich z.Z. hinbringe, habe einfach im Moment keine Kraft für mehr) die Gefahren einer Überbetonung der einen oder anderen Eigenschaft Gottes dargestellt. In einigen meiner Schriften gehe ich noch viel detaillierter auf diese Problematik ein (siehe z.B. die Schrift „Weder zur Rechten noch zur Linken“.)

 

Auch verstehe ich nicht, was Du damit meinst, ich hätte mich in ein Amt gesetzt. Welches Amt denn? Ich bin mir nicht bewusst, irgend ein Amt inne zu haben oder für eines erwählt worden zu sein. Solltest Du jedoch damit sagen wollen, dass Du glaubst, ich sei nicht vom Herrn Jesus als Kind Gottes erwählt, dann ist das tatsächlich ein sehr, sehr schwerer Vorwurf, den Du Dir vielleicht wirklich nochmals überlegen solltest. Anhand der Schrift sehe ich, dass jeder für sich beurteilen kann, ob er ein Kind Gottes ist oder nicht. Von aussen ist das aber manchmal sehr schwer zu beurteilen. Ich würde mir jetzt ein solches Urteil Dir bzw. Deiner Mutter gegenüber niemals anmassen. Und, wie bereits gesagt, glaube ich nicht, dass Du uns genug kennst, um beurteilen zu können, ob und wie viel Frucht in unserem Leben vorhanden ist, genauso wie ich das nicht bei Dir beurteilen kann. Dazu müsste ich zuerst etliche Menschen kennen, die auch Dich kennen, und schauen, welchen Einfluss Dein Leben auf sie gehabt hat. Und auch wenn ich persönlich keine Frucht in Deinem Leben erkennen könnte, sehe ich ja niemals alles, weiss auch nicht, worauf der Herr bei Dir sieht. Wie will ich das also so vollumfänglich beurteilen können?

 

Nochmals, lieber Andreas, möchte ich Dich dazu ermutigen, Dich doch sachlich und nüchtern mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und Dich nicht zu einem vorschnellen Urteil verleiten zu lassen. Du weißt ja selber, was die Bibel über das fleischliche Richten/Urteilen sagt. Nur weil ich nicht jetzt sofort die Kraft dazu habe, mich so mit Dir auseinanderzusetzen, wie Du das gerne möchtest, bedeutet dies nicht, das es keine Antworten auf Deine Fragen gibt. Du musst vielleicht auch ein wenig Geduld lernen. Sollte ich Dir oder Deiner Mutter mit meinen Aussagen oder meinem Verhalten tatsächlich Unrecht getan haben, dann tut mir das wirklich furchtbar Leid. Nur habe ich bis jetzt noch nichts gesehen, das meine Meinung ändern könnte und ich muss so handeln, wie es mir mein Gewissen gebietet. Ich hoffe, dass Du dafür Verständnis hast.

 

Lieber Andreas, ich bin nach wie vor bereit, mich mit Dir und Deinen Fragen auseinanderzusetzen, damit wir gemeinsam das Wort Gottes nach Antworten erforschen können. Nur muss der Ton natürlich ein anderer werden. Wenn Du sowieso schon davon ausgehst, dass nur Deine Meinung, bzw. diejenige Deiner Mutter, die richtige ist, bringt ein Meinungsaustausch nichts (das Wort „Diskutieren“ getraue ich mich nach unserer letzten Auseinandersetzung gar nicht mehr zu verwenden, da Du diesen Begriff ja auch unbedingt falsch verstehen wolltest.) Wenn Du mich wieder persönlich angreifst, mich belehren oder gar zu Deiner Sicht bekehren willst, so wie das z.B. letzte Woche im Chat passiert ist, möchte ich wirklich lieber darauf verzichten. Du musst doch selber zugeben, dass Deine Art, mit Glaubensfragen umzugehen, sehr angriffig und absolut sein kann. Aber es liegt im fleischlichen Wesen des Menschen, dass er es gerne hat, sich als etwas Besonderes zu sehen und er sich deshalb gerne anmasst, mit seiner Sicht die alleinige Wahrheit zu vertreten, der sich alle anderen Menschen unterordnen müssen, wie das z.B. Deine Mutter tut. Auch ich hatte früher sehr mit diesem hochmütigen Wesenszug bei mir zu kämpfen (die Erkenntnis bläht ja bekanntlich auf.)Bitte sei mit mir deshalb nachsichtig, wenn mir im Moment einfach die Kraft fehlt, geistlicher mit einer solchen Einstellung bei Anderen umzugehen. Ich habe diesbezüglich einfach zu viel erlebt.

 

Nun wünsche ich Dir noch von Herzen alles Gute und des Herrn reichen Segen. Das ist übrigens ganz ehrlich gemeint, ich wünsche Dir das wirklich. Ich sehe auch nicht, was einem Segen Gottes bei Dir im Wege stehen sollte, nur weil wir im Moment solche Hahnenkämpfe durchführen.

 

Ganz liebe Grüsse

 

P.S. Ich werde Deinen Brief und den nun vollständigen Brief Deiner Mutter an H.P. weiterleiten, damit er sie einscannen und mit OCR als Textdatei weiterverarbeiten kann. Er wird dann den vollständigen Brief Deiner Mutter wahrscheinlich auf die Website stellen. Was er mit Deinem Brief macht, weiss ich nicht, denn wenn es so persönlich wird, stellen wir es meistens nicht auf die Website. Auch meinen Brief an Dich werde ich an ihn weiterleiten. Vielleicht bringen Frage und Antwort einigen Geschwistern doch noch etwas.

 

Übrigens, im Duden steht zum deutschen Gebrauch des Wortes „diskutieren“: „Seine Meinung über ein bestimmtes Thema austauschen“. Schade, musstest Du eine solche Auseinandersetzung provozieren und auf die lateinische (nicht griechische, wie Du sagtest) Bedeutung dieses Wortes zurückgreifen. Das hat mich wirklich ziemlich verrückt gemacht. Zurückgreifen auf Ursprachen ist nur dort nötig, wo es um einen Text in dieser Sprache geht, wie z.B. eben bei der Bibel. Wenn wir uns aber auf Deutsch unterhalten, dann wäre es schon wichtig, dass wir auch beim deutschen Sprachgebrauch bleiben. Findest Du nicht auch?