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Frage 1178

Lieber Hans Peter,

lies doch mal https://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,272710,00.html.

Was hälst Du persönlich davon? Besteht in der Schweiz auch "absolute" Schulpflicht oder kann man auch Heimunterricht erteilen.

Für mich ist die "absolute" Schulpflicht - unabhängig von der Glaubensfrage - wieder mal ein typisches Beispiel für deutschen Kleingeist (das darf ich als Deutscher auch sagen :-)).

Alles Liebe

ML


9.11.03

Lieber ML

<<Besteht in der Schweiz auch "absolute" Schulpflicht oder kann man auch Heimunterricht erteilen.<<

Also: Wir in der CH haben da ein Schulsystem das von Kanton zu Kanton verschieden ist! Im Kanton ZH, wo ich wohne, hatte wir erst kürzlich eine grosse Abstimmung über ein neues Schulgesetz, das ZUM GLÜCK, vom Volk an der Urne abgeschmettert wurde. Es hätte u.a. folgende Neuerung gebracht:

1) Den Heimunterricht verboten! Alle Kinder also in die Schule, ob staatlich oder privat.

2) Auch hätten alle Schulen im Kanton der Schuldirektion des Kantones genehm sein müssen. D.h. auch die Weltanschauung der Lehrer oder der Schule insgesamt hätte angeschaut werden dürfen. Das hätte zur Folge gehabt, das wenn ein Schule der Direktion nicht passt (der Gesellschaft nicht passt), dann müsste sie geschlossen werden. Heute müssen sie NUR den Bildungsauftrag wahrnehmen und erfüllen können. So hätten also Schulen wie die Rudolf Steiner-Schulen oder christliche Schulen vielleicht geschlossen werden müssen, da man nie weisst, ob das den Herren Politikern noch passt...

Wie es in anderen Kantonen so geht, weiss ich nicht.

Nun zum eigentlichen Thema:

Die Bibel lehrt, das wir dem Staat untertan sein sollen und seine Gesetze zu respektieren haben. Dies gilt allerdings nur solange, bis der Staat uns zwingt, etwas zu tun, was unbiblisch ist. Dann müssen wir Gott mehr gehorchen als dem Staat! Bei der Schule ist das so eine Sache. Gerade kleiner Kinder, bis ca. 12 Jahre, können je nach Reife und Charakter noch sehr labil sein. Mögen sie den Lehrer sehr dann ist er ihr grosses Vorbild. Klar möchten sie ihm gefallen und dann machen sie eben Sachen, die auch unbiblisch sind. Darum ist es wichtig, die Kids zu "frühreifen", selbstständigen und mutigen Personen zu erziehen! Gerade Eltern haben da eine grosse Verantwortung und Aufgabe! Sie sind ihren Kindern Vorbilder. Kinder brauchen aber Schutz und Geborgenheit. Wenn sie das vom Elternhaus her bekommen, dann sind sie auch mutiger und können sich gegen solche "Angriffe" wehren. Wer behauptet, schon ein 6 Jahre altes Kind lasse sich nicht manipulieren und könne von Natur aus gutes und schlechtes Unterscheiden, der liegt eindeutig falsch! Auch ist immer abzuwägen, was den Kindern mehr schadet. Den Wechsel in den Privatunterricht oder an eine Privatschule (Verlust von Kollegen) oder der Verbleib in einer Schule / Lehrer, welcher den Kids mit Unbiblischem abfüllt.

Wie ich aber weiss, gibt es in D viele Privatschulen. Gibt es in der Nähe dieser Familie keine christl. Privatschule? Vielleicht ja, aber diese können ja auch teuer sein...?

Soviel mal dazu!

Gruss und Gottes Segen

Michael / CH

PS: Ich für meinen Teil, würde meine Kids bis mindestens 10 Jahre in eine christl. Privatschule schicken, bis sie genug reif sind, unbiblisches zu erkennen. Denn wenn sie es erkenne, dann können sie sich wehren. Aber sie können sich nicht wehren, wenn sie nichts erkennen!

PPS: Ich habe noch einen guten Artikel auf https://www.soundwords.de zu diesem Thema gefunden. Er heisst "Schule und Glauben".


 

Vielleicht kannst / darfst / willst du ihn verwenden.

Gruss Michael      ---> (ich nehme doch schwer an, dass ich das darf. Schon mal besten Dank an Stephan und Dirk!) HPW

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Schule und Glauben

Nach der Einschulung, wenn bei Eltern und Kind die erste Begeisterung über die neue Situation verklungen ist, werden gläubige Eltern bald eine ernüchternde Feststellung machen: Das Kind bringt aus der Schule Gedanken mit nach Hause, die mit dem Wort Gottes und deshalb mit der Überzeugung der Eltern nicht in Einklang zu bringen sind. Die Eltern sind darüber enttäuscht, vielleicht auch entsetzt.

Woher kommt diese Enttäuschung? Was erwarten wir als gläubige Eltern von der Schule? (Die Rede soll hier von der »normalen« staatlichen Schule sein, die die meisten unserer Kinder besuchen.) Bei dieser Frage sollten wir uns vor Augen halten, daß die Schule für die Kinder die Möglichkeit bietet, viele wichtige und nützliche Dinge für ihr späteres Leben zu lernen, daß sie aber auch der Ort ist, an dem ihnen die »Welt« als Herrschaftsbereich des Fürsten dieser Welt ganz massiv gegenübertritt mit all ihren Ideen und Beeinflussungen. Zudem werden die Kinder ? leider ? zum größten Teil von Lehrern unterrichtet, die keine Beziehung zu Gott haben. Das sind alles Fakten, die wir selbstverständlich kennen, aber rechnen wir auch immer damit? Konsequenzen?

Welche Konsequenzen ziehen wir Eltern daraus? Gehen wir auf Konfrontation zu der Schule? Das mag in einer einzelnen Situation vielleicht angebracht sein, befreit die Kinder aber nicht auf Dauer von negativen Einflüssen. Viel wichtiger scheint mir, daß die Kinder selbst lernen, antigöttliche Gedanken zu erkennen. Aber ist das nicht zu viel verlangt? Wie können Eltern dieses Ziel erreichen? Sicher ist es ganz gut, wenn die Eltern eine Vorstellung davon haben, was die Kinder in der Schule erwartet und ihnen bei auftauchenden Fragen, z.B. auf dem Gebiet der Evolutionslehre, Auskunft geben können. Entscheidend aber ist, daß die Kinder möglichst viel von der Wahrheit wissen, um alles, was ihnen begegnet, daran zu messen. Und das Heranführen an diese Wahrheit, an das Wort Gottes, muß so früh wie möglich beginnen, nicht erst im Schulalter. Diese Aufgabe des Elternhauses kann auch nicht an irgend eine Einrichtung wie Sonntagschule oder Kindergarten abgetreten werden. Sie erschöpft sich auch nicht im Erzählen biblischer Geschichten. Nur wenn die Kinder an uns, den Eltern, sehen, daß wir mit diesem Wort leben und daß dieses Wort Maßstab unseres ganzen Lebens ist, werden auch sie bereit sein, dieses Wort als verbindlich anzuerkennen. Außenseiterrolle?

Wenn unsere Kinder das dann praktizieren, werden sie sehr schnell in eine Außenseiterrolle geraten. Das ist für die moderne Pädagogik eine schlimme Situation. Für uns als Eltern auch? Dabei sollten wir uns vor Augen halten, daß Nachfolger Jesu Christi der Welt gegenüber stets »Außenseiter« waren. Vielleicht ist uns das nicht mehr so recht bewußt, weil wir selbst schon so angepaßt sind und zuviel mit Kompromissen leben? Natürlich meine ich nicht, daß wir unsere Kinder zu Außenseitern um jeden Preis erziehen sollen. Sie sollen froh mit ihren Schulkameraden zusammen lernen, aber auch bereit sein, um ihres Glaubens willen klar Stellung zu beziehen, auch gegen die Mehrheit.

Woher sollen die Kinder aber die Kraft dazu nehmen? Aus sich selbst heraus können sie das nicht schaffen. Besinnen wir uns auf unsere wichtigste Kraftquelle: das Gebet. Wie entlassen wir unsere Kinder morgens in die Schule? Nehmen wir uns die Zeit, mit ihnen Gottes Wort zu lesen und vor allem mit ihnen zu beten und sie für den vor ihnen liegenden Schultag unserem Herrn anzubefehlen! Dann kann es auch für unsere Kinder zur Selbstverständlichkeit werden, alles, was sie in der Schule bewegt, im Gebet mit ihrem Herrn zu besprechen. Darauf liegt eine große Verheißung:

Seid um nichts besorgt, sondern laßt in allem durch Gebet und Flehen eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. (Phil 4, 6.7)

Mit freundlicher Genehmigung:

Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

aus "Die Wegweisung" (heute: Perspektive)

https://www.cv-dillenburg.de