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Frage 127   Kein Evangelium auf der HomePage?

25.Januar 2001

Hallo

Gerade bin ich zufällig auf Eure Webseite gestossen und bin ziemlich
geschockt worden. Ich habe da einen Artikel über den Alpha Kurs gelesen und
sonst noch einige.

Ich kenne Leute, die in einem Alpha-Kurs Jesus kennengelernt haben und
seither, für jeden sichtbar, total anders geworden sind.

In dem Artikel auf Ihrer Homepage wird der Alpha Kurs aber massiv zur
Schnecke gemacht. Es wird argumentiert, dass das Evangelium zu kurz kommt
und dafür irgendwelche Lehren, die Ihnen scheinbar nicht in den Kram passen
überbetont werden.

Nun ja, ich bin ja nicht Alpha Kurs Experte. Vielleicht mag ja da etwas dran
sein.
Aber was ich ja der Hammer finde: Auf Eurer Homepage fand ich das Evangelium
auch nicht. Vielleicht ist es ja tatsächlich irgendwo. Ich habe es
jedenfalls nicht gefunden. Dafür habe ich tonnenweise Kritik über andere
gefunden.

Da muss ich mich ernsthaft fragen: Ist das alles was Ihr zu bieten habt? Ist
das wirklich alles?

mfg Geri


25. Januar 2001

Lieber Geri ich danke Dir für Deine Zeilen.

"Evangelium". also das Angebot Gottes zur Busse findest Du mit dem Suchen Suchen  auf der ersten Seite am Besten. (Volltextsuche!)

Dann noch einige direkten "Evangeliums - Links"  von der ersten Seite aus:

https:///evang/wahrgott.htm

https://wahrheit.cjb.net/

https://home.debitel.net/user/martin.arhelger/nachdenk.htm

https://www.aufblick.de/index.html

https:///evang/sinnlos.htm

https:///evang/evangel.htm

Weitere "Evangelium Links findest Du auf der . Ich bin aber dankbar, wenn Du mir Texte sendest Die ich veröffentlichen dürfte.

(NB: Ich sende Dir gerne die Gratis CD mit 650MB christlicher (deutscher) Literatur, inklusive der kompletten   zu. Postadresse genügt.

Zum Alpha- Kurs Artikel: Was findest Du genau schlecht an diesem Artikel?  Ist der Ausdruck "zur Schnecke" gemacht wirklich treffend?  Übrigens ist es nicht wichtig, ob mir einige Lehren nicht  "in den Kram passen" wie Du schreibst, sondern ob diese "Lehren" auch wirklich biblisch fundiert sind.

Mit 2. Timotheus Brief Kapitel 3

Hans Peter

Freue mich schon jetzt auf Deine weiteren  Zeilen!


 

Hallo Hans Peter

Ich muss mich bei Dir entschuldigen.
Das Mail, dass ich Dir geschrieben habe, war nicht gerade Ok.
Ich suchte gestern auf dem Internet Informationen und bin dabei immer wider
auf Seiten von eurem Bibelkreis gestossen, wo irgendwas kritisiert wird.
Ich bin dabei ziemlich zornig geworden und deshalb, dass etwas heftig Mail
*sorry*.
Gestern am Mittag habe ich Gott gefragt, was er von meinem Mail halte und er
war nicht sehr begeistert. Im Gegenteil.

Irgendwann werde auch ich nochs lernen.

Sorry!!!

mfg Geri


Aus einem Mail Ende Januar 2001

Lieber Hans Peter

Mich beschäftigt aber langsam immer mehr ein anderes Problem. Ich glaube, Geri hat mit seinen Bemerkungen in der Forumsfrage 127 nicht einmal so unrecht. Es geht mir aber nicht einmal so sehr um die Homepage, sondern mehr um das Problem in der gesamten Christenheit. Ich muss immer mehr einsehen, dass viele Christen ein Haufen Missstände kennen, die sich ausserhalb ihrer eigenen Gemeinschaft eingeschlichen haben. Sie können genau sagen, was wo faul ist. Doch im eigenen Leben und in der eigenen Gemeinde mangelt es an allen Ecken und Enden. Dies führt auch ein wenig dazu, dass man zum Christ-sein fast Akademiker werden muss, um sich mit all der Aufklärung auseinander zu setzen, die wir heute über all die verschiedenen Gruppierungen und Strömungen haben. Und anstatt die Geschwister näher zum Herrn zu bringen, treibt es sie immer mehr in die Angst .                 ( Privates von mir rausgestrichen)

Treiben wir da nicht reine Symptombekämpfung? Wäre es nicht angebrachter, unsere Geschwister näher zum Herrn zu bringen und sie zu ermutigen, dem Herrn nachzufolgen und in Ihm zu wachsen? Uns vielleicht einmal konkret damit auseinanderzusetzen, was wir als Christen denn vor allem brauchen, um im Geist zu wandeln und zu wachsen. Hilft uns z.B. die Lehre der Bündnisse und Haushaltungen wirklich so sehr, bessere Christen zu werden? Wenn nicht, sollten wir vermehrt Gewicht auf andere Themen legen, damit die Geschwister ein immer besseres "Gspüri" bekommen, was dem Herrn wohlgefällig ist und was nicht (Eph. 5, 10; Hebr. 5, 14). Damit wäre schon ein Grossteil des Problems "Sekten" gelöst, weil dadurch Geschwister von selber sehr schnell merken, wenn etwas vom Kurs abkommt, weil sie im Wille Gottes fest verankert sind.

Ganz liebe Grüsse

Peter


20.08.02

Geri und Peter haben Recht. Wir verlieren mit unserem Herumkritisieren wirklich sehr wertvolle Zeit. Deine und meine Erkenntnisse sind nur Stückwerke.
Niemand ist gerecht und vollkommen.
Warum kann ich nicht einen Rat von einem Bruder oder einer Schwester annehmen, bei der ich Fehler in ihrem Leben gesehen habe.
Hat nicht Jesus in den Sand geschrieben und uns aufgefordert: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein?
Wenn wir also zuerst vollkommen ohne Fehler sein müssen bevor wir jemanden zurück auf die richtige Spur führen dürfen, so wirst du und ich dies in Zukunft sein lassen. Denn weder Du noch ich sind vollkommen und ohne Sünde.

Wenn wir so weiterkritisieren machen wir es den Franzosen in der Revolution gleich. Die frz. Revolution frisst ihre eigenen Kinder.
Ist dies wirklich wünschenswert? Oder sollten wir "unsere Kinder" nicht für die Mission zurückbehalten und dort einsetzen.

Es Grüessli

Catherine Nüesch


21.08.02
 

Auch ich sehe die Gefahr des Herumkritisierens um der Kritik willen.

Man will selbst besser dastehen und erhebt sich, in dem man sich auf die Köpfe derer stützt, die man kritisiert. Dies ist innerhalb der Gemeinde, aber auch außerhalb ein großes Problem. Kritik an andere ist  ein gutes Mittel, sich selbst besser darzustellen. Somit halte ich es für Aufklärer für sehr wichtig, sich immer wieder selbst und die eigene Motivation zu prüfen und zu hinterfragen.

Sollen wir die Aufklärungsarbeit aber jetzt einstellen, weil auch wir selbst Fehler haben ? Ich denke nein, denn es ist schädlich, wenn z.B. etwas als biblischer Weg des Heils vorgestellt wird, was aber in die  Irre führt. Als ehemaliger Charismatiker mache ich mir wirklich Sorgen, ob wir durch eine oberflächliche Verkündigung, die die Sünde kaum  erwähnt, wir Menschen nicht die Errettung zusprechen, die wirklich  nicht errettet sind. Sicherlich mögen Menschen durch den Alphakurs Alpha Kurs /Alphalive   oder durch Massenevangelisationen den Herrn finden, ich bin sogar felsenfest  davon überzeugt, dass es so ist. Wenn aber wichtige Kernaussagen wie  Gottes Schöpfung, sein Anspruch als Schöpfer, dass wir in seinem Sinne leben sowie die Sündhaftigkeit des Menschen nicht mehr Kernaussagen unserer Verkündigung sind, dann verblenden wir die Menschen. Wenn wir  den Menschen sagen: "Gott liebt dich", sagen aber nur verdeckt, dass er  ein Sünder ist und Buße tun muss, dann hält der sich für einen tollen Hecht, der der Buße nicht bedarf und sich dennoch als Gottes Kind sehen  darf. Wenn ich die Menschenmassen sehe, denen der Herr in Mt. 7;21-23 sagen wird, dass er sie nicht kennt, obwohl sie meinten, in der Kraft des Herrn gewirkt zu haben, dann sage ich denen lieber auf der Erde,  dass sie nicht dem Herrn, sondern wie ich 10 Jahre lang einer Illusion folgen.

In charismatischen Kreisen wird viel Druck auf Menschen durch  vermeintliche Worte des Herrn ausgeübt. Dort sind viele Menschen, die verzweifelt und in psychischen Nöten sind, obwohl sie nichts lieber  wollen, als den Willen des Herrn zu tun und dem Lamme nachzufolgen. Ich kenne persönlich Menschen, die, weil sie konsequent das lebten, was sie gelehrt bekamen oder vielleicht auch nur in den falschen Hals bekommen  haben, in große Schwierigkeiten kamen oder sogar in die Psychiatrie kamen. Viele Charismatiker sind sehr labil, sie wandeln nicht von Sieg  zu Sieg. Der innere Druck ist riesengroß, weil die Spannung zwischen  Anspruch und Wirklichkeit so groß ist. Durch Gottes Gnade durfte ich erkennen, dass die wahre Freiheit im biblischen Evangelium ist, dass  wir gesegnet sind mit jeglichem geistlichen Segen der Himmelswelt (Eph. 1;3) und wenn der Herr uns freimacht, wir wirklich frei sind.

Nachdem mein geistliches Leben zusammenfiel wie ein Kartenhaus durfte ich gleichzeitig erkennen, dass der Kampf, den ich jahrelang vergeblich ausfochte, im Herrn Jesus längst gewonnen ist. Deshalb geht es mir nicht darum, Menschen schlecht zu machen. Viele Charismatiker sind liebe Menschen, die es wirklich ernst meinen. Es mag da korrupte Menschen geben, aber die allermeisten, die ich kannte,  lebten, was sie glaubten, zumindest versuchten sie es. Ich habe keine "Leichen im Keller" und habe auch nicht das Bedürfnis, öffentlich  schmutzige Wäsche zu waschen. Ich bin froh, dass mein Gesprächsfaden zu Charismatikern nie ganz abgerissen ist. Deshalb halte ich es für wichtig, zum Einen in der Sache hart zu argumentieren und aufzuklären,  aber den Menschen zu respektieren und ihn so lange als Mitbruder höher zu achten als sich selbst, bis er sich selbst offensichtlich  disqualifiziert, ein Bruder zu sein. Wenn ich aber schweige, dann mache
ich mich mitschuldig und belasse viele Charismatiker in ihrem psychischen Gefängnissen, in denen sie sich befinden. Ebenso werde ich  schuldig an dem ehrlichen Katholiken, wenn ich ihm verschweige, dass seine Kirche auf dem Holzweg ist und nicht die Alleinseligmachende. Was nützt es ihm, wenn ich ihm auf der Erde auf die Schulter klopfe und ihm  sage, dass er schon ein ganz guter Christ ist, er sich danach gut fühlt, aber am Ende in die Hölle kommt, weil er auf sich selbst und meine Zusprache stützt und nicht auf den Herrn Jesus ?

Gewiss, auch wir haben Fehler und Schwächen und darunter müssen wir uns auch beugen. Ich sage aber auch meinen Kindern: Die Schuld des anderen rechtfertigt nicht deine Schuld, genausowenig umgekehrt. Wenn der Vater ein Kind zur Rede wegen einer Sache stellt, dann ist die beliebte   Antwort: "Mein Bruder hat dies und das gemacht." Nur hebt das die eigene Schuld keineswegs auf. Deshalb meine ich: Wir besitzen nicht die  Wahrheit, sondern wir werden von ihr bestenfalls geprägt. Auch wir müssen uns ständig selbst überprüfen, ob wir noch auf der Linie sind.

Liebe Grüße und Gottes Segen

Fritz


21.08.02

Liebe Catherine Nüesch

Deinem Posting stelle ich Epheser 5,6ff entgegen.

Wie meinst du, das wir Zeit verlieren. Und es geht auch nicht ums kritisieren. Es geht darum, um unbiblisches aufzuzeigen.

Und zum Stückwerk kann ich nur sagen, das dem so ist. ABER! So könnte man über jede Lehrmeinung sagen, du hast recht und ich auch, wir wissen es einfach nicht, eben weil alles Stückwerk ist... Aber muss ich dann nicht irgendwo Grenzen ziehen? Muss ich dann z. Bsp. sagen, bei einem Katholiken: "Ja bete du nur deine Maria an, ich kann es nicht beurteilen, ob es unbiblisch ist, es ist halt Stückwerk der Erkenntnis, etc."

Du schreibst:

<<Warum kann ich nicht einen Rat von einem Bruder oder einer Schwester annehmen, bei der ich Fehler in ihrem Leben gesehen habe.<<

Nun, geht es um das? Um den Bruder oder die Schwester und einen Rat von denen annehmen? Sicher darf man das! Aber am Worte Gottes prüfen soll man ihn! Geht es nicht vielmehr um die richtige Lehre? Um das prüfen was der andere sagt, was ich denke anhand von Gottes Wort?

Du schriebest:

<<Wenn wir also zuerst vollkommen ohne Fehler sein müssen bevor wir jemanden zurück auf die richtige Spur führen dürfen, so wirst du und ich dies in Zukunft sein lassen.<<

Wenn du das so meinst wie es hier tönt, dann müssten also alle Gläubigen, ich betone ALLE Gläubigen den Mund halten. NIEMAND dürfte mehr vor etwas unbiblischen warnen, es könnte ja sein, dass er es selbst nur aufgrund seiner Stückhaften Erkenntnis nicht merkt, dass es doch richtig ist... Wäre das biblisch?

<<Oder sollten wir "unsere Kinder" nicht für die Mission zurückbehalten und dort einsetzen.<<

Nein, nicht nur für die Mission. Wir sollen nicht 100% unsrer Zeit, Energie zur Evangelisation einsetzen? Wer behauptet so was? Die Bibel? Aber wir sollen ALLES der Bibel lehren, auch dass prüfen und beurteilen einer Lehre (2 Tim. 3,16)! Und dann auch Nächstenliebe, Vertrauen, Wesen Gottes, und all die andere Themen die es sonst noch gibt. Und naürlich sollen wir auch Gott dienen durch Evangelisation. Aber nicht Evangelisation auf kosten der biblischen Lehre!

Gruss Michael

PS: Weisst du was? Ich bin froh, das es diese "kritische" Homepage gibt. Denn man findet in der heutigen Zeit wenige Leute, Gruppen, Homepages die prüfen was gemacht wird und das mit dem Worte Gottes vergleichen... Würden sie es machen, dann müsste man es auf dieser Seite nicht machen...