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Frage 1325

Liebe Geschwister,

ich bin gebeten worden, kurz auf eine weitere widerbiblische Lehre MacArthur's im Forum einzugehen:

A) John MacArthur lehrt Nichts weist darauf hin, dass Christus sein leibhaftiges Blut in das Heiligtum gebracht habe“ (John MacArthur Studienbibel, Kommentar zu Heb 9,12). An anderer Stelle behauptet er wiederum:

“Nothing in Scripture indicates that the literal blood of Christ is preserved in heaven and applied to individual believers. When Scripture says we're redeemed by the blood (I Peter 1:18-19), it is not speaking of a bowl of blood in heaven. It means we're saved by Christ's sacrificial death” (offener Brief, John MacArthur). [Übersetzung: Nichts weist in der Schrift darauf hin, dass das eigentliche Blut Christi im Himmel aufbewahrt ist und auf einzelne Gläubige angewandt wird. Wenn die Schrift sagt, dass wir durch das Blut erlöst sind (1.Petrus 1,18-19), spricht das nicht von einer Schale mit Blut im Himmel. Es bedeutet, dass wir durch den Opfertod Christi errettet sind.)

Über den Verbleib des Blutes Jesu schreibt MacArthur: "Das eigentliche Blut Christi ist in den Staub und Dreck geflossen" (John MacArthur, offenen Brief, 2.Oktober 1986)

B) Ist die Lehre MacArthurs, dass das Blut Christi nicht in das himmlische Heiligtum gebracht wurde, in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift ?

C) Weist nicht der Heilige Geist schon im alten Bund auf das Werk Christi hin ? Es ist ja bekannt, dass das irdische Heiligtum der Stiftshütte und des Tempels ein Abbild des wirklichen Heiligtums im Himmel darstellen (Heb 9,23).

Christus ist die Erfüllung der Schattenbilder des Alten Bundes und der wahre Hohepriester im himmlischen Heiligtum.

In Heb 8,3 heißt es Denn jeder Hohepriester wird bestellt, um sowohl Gaben als auch Schlachtopfer darzubringen; daher ist es notwendig, dass auch dieser etwas habe, das er darbringe.“ Wir werden belehrt, dass es für den Herrn Jesus als unser Hohepriester notwendig war, etwas als Opfer im wahren Heiligtum zu haben. Im alten Bund musste der irdische Hohepriester am Großen Versöhnungstag mit Blut im Heiligtum erscheinen, das er auf den Sühnedeckel der Bundeslade sprengte: Heb 9:7 in das zweite Zelt aber geht einmal im Jahr nur der Hohepriester, nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die Versehen des Volkes darbringt.“ (Zum Blut im Heiligtum siehe ebenso Heb 13,11)

Genauso wie der irdische Hohepriester mit Blut vor der Anwesenheit Gottes im Allerheiligtum erschienen ist, so lehrt Heb 9,12 über den hohepriesterlichen Dienst des Herrn Jesus auch nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit [oder ‚durch’] seinem eigenen Blute, ist ein für allemal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte.“

In Hebräer 12 werden zudem ab Vers 22 sieben himmlischen Wahrheiten beschrieben, zu denen die Gläubigen gekommen sind. Die letzten Aussagen über die himmlischen Dinge werden in Vers 24 genannt und zu Jesu, dem Mittler eines neuen Bundes; und zu dem Blute der Besprengung,“.

Der Heilige Geist sagt hiermit also ausdrücklich, dass das Blut des Herrn im Himmel ist.

Darüber hinaus weist Heb 10,19 darauf hin, dass wir aufgrund des Blutes Jesu Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum haben können.

D) Es ist somit eindeutig davon auszugehen, dass die Lehre MacArthur’s im Widerspruch zur Heiligen Schrift steht.

Peter Streitenberger

 

ANHANG:

Das Blut Jesu rechtfertigt (Röm 9,5)

Das Blut Jesu wäscht rein von Sünden (Offb 1,6)

Das Blut Jesu erkauft Menschen für Gott (Offb 5,9)

Das Blut Jesu ist Grundlage unserer Erlösung (Eph 1,7)

Das Blut Jesu bringt uns in Gemeinschaft mit Gott (Eph 2,13)

Durch das Blut Jesu haben wir Frieden mit Gott (Kol 1,20)

Durch das Blut Jesu wurde eine ewige Erlösung gefunden (Heb 9,12)

Ohne das Blut Jesu gibt es keine Vergebung (Heb 9,22)

Das Blut Jesu reinigt das Gewissen (Heb. 9,14)

Durch das Blut Jesu haben wir Zugang zum Heiligtum, d.h. Zutritt zur Nähe Gottes (Heb 10,19)

Das Blut Jesu heiligt das Volk Gottes (Heb 13,12)

Das Blut Jesu ist kostbar (1Pet 1,19)

Das Blut Jesu reinigt von aller Sünde (1Joh 1,7)

Das Blut Jesu ist Grundlage des Neuen Bundes (Mat 26,28; Mark 14,24; Luk 22,20;1.Kor 11,25;Heb 13,20)

Das Blut Jesu zur Erlösung muss persönlich angewendet und angenommen werden, um ewiges Leben zu haben (Joh 6,53ff)

Der Abendmahlkelch zeigt die Verbindung des Gläubigen mit dem Blut Jesu (1.Kor 10,16)

 

 


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Ich halte JMA auch nicht in erster Linie aus diesem Grund für gefährlich, obwohl ich auch diese Lehre deutlich bestreiten würde.
 
b) Ich denke - abgesehen von den Aussagen im Hebräerbrief -, dass auch aufgrund von Psalm 16:10 ("Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, daß dein Frommer die Verwesung sehe."), die Aussage, dass das Blut des Herrn in Staub und Dreck geflossen ist und "rotted" (JMA), nicht zutreffend ist.  Der Herr ist ja aus den Toten auferweckt worden und als Auferstandener in die Herrlichkeit des Himmels zurückgegangen ist. Sollten wir dann soweit gehen, zu behaupten (JMA), dass das Blut des Herrn 'rotted' ist ?
 
c) Br. K.  schrieb "Wenn im Zusammenhang mit dem Werk des Herrn am Kreuz davon die Rede ist, dass er "Sein Blut gegeben hat", dann meint das IMMER Seinen Tod"
Diese Gleichsetzung kann ich nicht nachvollziehen - SOWOHL das Blutvergießen, ALS AUCH der Tod des Herrn war zu unserer Erlösung notwendig. Dem Blut Jesu kommt dabei sehr wohl eine eigenständige Bedeutung zu (siehe Anhang).
 
Peter