Home       Bibelkreis.ch

Frage 1405

Liebe Brüder und Schwestern!
 
Da ich noch nicht gefestigt bin im lesen der Bibel und im Moment nur als nächste Christen mit den Zeugen Jehovas die Bibel studiere ,   manche Auslegungen der Zeugen Jehovas innerlich aber ablehne  und noch nicht genau erklären kann warum, hätte ich gerne mal eine andere Stellungnahme zur Evangeliumsverkündigung.
Laut der Zeugen Jehovas sind wir dazu angehalten das Evangelium zu verkündigen und sie erklären es mir auch anhand der Schrift mit einigen Bibeltexten.  Ich schreibe jetzt aus meinen Gedächtnis einige Bibeltexte.

Z.B.  Macht Jünger aus allen Nationen   - 
 an den Früchten wird man Sie erkennen    -  usw.
ich hoffe ihr versteht was ich damit meine.
Nun fühle ich mich aber persönlich nicht dazu berufen von Haus zu Haus zu gehen (da gibt es auch noch ein Bibeltext ´zu)
und das Evangelium zu verkündigen.
Ich habe eher die Einstellung das Frauen gar nicht predigen und lehren sollten.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
 
 
Liebe Grüße
Anja

Hallo Anja,    05.04.04

Der Haus zu Haus Predigtdienst

“Wie nichts ich verschwiegen habe von den nützlich seienden (Dingen), so daß nicht (ich) verkündigt hätte euch und gelehrt hätte euch öffentlich und in (den einzelnen) Häusern“ Apostelgeschichte 20:20 - IGD “Wobei ich mich nicht davon zurückhielt, euch alles, was nützlich war, kundzutun und euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren.”

Apostelgeschichte 20:20 - NWÜ

Der Urtext “in (den einzelnen) Häusern” wird in der NWÜ umgedeutet in “von Haus zu Haus”. Die Worte im Urtext “so daß nicht (ich) verkündigt hätte euch” werden in der NWÜ einfach weggelassen, das Wort “kundzutun”

wird hinzugefügt, aus “gelehrt hätte euch” wird “zu lehren”. Das hat zur Folge, daß der Sinn total entstellt wird. Der Urtext will folgenden Sinn

vermitteln: Paulus, er spricht hier, hat seinen Brüdern nichts “verschwiegen”, denn jetzt folgt die Begründung: er hat seine Brüder “öffentlich” und in ihren “Häusern” gelehrt. Er ist dabei nicht wahllos “von Haus zu Haus” gegangen, sondern gezielt “in die einzelnen Häuser”.

“Durch ihn also laßt uns darbringen ein Opfer (des) Lobes durch alle

(Zeit) - Gott, das ist Frucht (der) - seinen Namen preisenden Lippen!”

Hebräer 13:15 - IGD

“Durch ihn laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben.” Hebräer 13:15 - NWÜ Mit dem Ausdruck “öffentliche Erklärung” verbinden ZJ ihre Haus-zu-Haus-Tätigkeit.

In die NWÜ wurden die Wörtern “für” und “abgeben” hinzugefügt, obwohl diese nicht im Urtext stehen. Eine sprachwissenschaftliche Rechtfertigung für diese Zensuren gibt es nicht.

Eine bewußte Verfälschung durch die WTG, die nur dem Zweck dient, die

Sektenpolemik (Wachturm-Erwachet) unter das Volk zu bringen- das unverfälschte Evangelium Jesu Christi wird dabei nicht weitergegeben.

Das war eigentlich nur einmal ein Ansatz- zur Problematik Jehovas Zeugen findet sich hier im Forum eine Menge mehr.

In IHM

joachim


Lieber Hans Peter;   9.4.04
 
Vielen Dank erst mal für die schnelle Antwort. Ich bin sehr interessiert an Lehr und Informationsmaterial und ich habe auch einen DVD Player.
Seit längerer Zeit bin ich in einem Konflikt, welcher Glaubensrichtung ich mich anschließen soll. Meine Schwester ist schon seid etlichen Jahren Zeugin Jehovas und verwickelt mich immer wieder in Gespräche und Diskussionen. Unter anderen habe ich auch ein Bibelstudium mit Zeugen Jehovas begonnen, allerdings auf Grund einiger
Differenzen habe ich damit aufgehört. Ich wollte die Bibel erst einmal unvoreingenommen für mich selber lesen. Wie ich meinen Weg zu meinem Vater und dem Herrn Jesus Christus gefunden habe, möchte ich hier jetzt nicht weiter vertiefen. Ich bin allerdings für mich persönlich zu dem Ergebnis gekommen durch Gottes Hilfe, das ich keiner Glaubensgemeinschaft mehr angehören möchte, sondern mich nur durch den heiligen Geist leiten lassen möchte. Ich weiß nicht wie ich es besser erklären soll.
Ich habe auch viele Hilfreiche Informationen für mich übers Internet gefunden, die meine Gefühle und Meinung der Bibelauslegung widerspiegeln. Für mich ist erst einmal wichtig das unser Heil nur über unseren Herrn Jesus Christus führt und wir Sündenvergebung nur durch Gottes Gnade erlangen können. Ich empfinde, daß alles weitere durch den heiligen Geist gelenkt wird. Also ich meine damit, daß sich die Lebenseinstellung zu vielen Dingen mit einmal ändert und man anfängt über vieles Nachzudenken und sein Verhalten dementsprechend anfängt zu ändern. Angefangen von Notlügen, Kleidung, Unterordnung etc.... Man macht es einfach aus sich heraus, nicht weil man von außenhin dazu angehalten wird. Nun habe ich wieder ein Gespräch mit den Zeugen Jehovas geführt, die mir unter anderen eben die Wichtigkeit des Dienstes usw. vor Augen halten. Nun bin ich innerlich in vielen Dingen aber einfach nicht gleich dazu eingestellt und mein Problem ist es einfach, daß ich hier alleine davor stehe und noch nicht Bibelfest genug bin, um ihre Auslegungen dementsprechend widerlegen zu können. Genau die gleichen Gespräche führe ich mit ihnen dann wegen vieler anderen Themen so zum Beispiel Trinität. Wo sie mir anhand der Bibel eben Auslegungen geben wo eben klar hervorgeht " Sohn Gottes". (Ich hoffe ihr wißt was ich meine.)  Ich aber genau weiß, das Gott sich ihm Sohn offenbart hat. So gibt es eben noch viele Sachen und sobald ich anführe, daß ich eben eine andere Empfindung dazu habe und es eben nur so sagen kann und noch nicht biblisch auslege, zeigen Sie mir wieder "tausend" Stellen, wo sie ihr Aussagen mit bezeugen wollen.
Ich bin natürlich dementsprechend in einem großen Zwiespalt, weil ich einerseits ja auch meiner leiblichen Schwester mitteilen möchte, wo ich eben Irrlehren bei ihnen sehe, dadurch aber, daß ich aber noch nicht lange bekehrt bin, in "ihren Augen"  vom Teufel auf Abwege geführt werde. Vielleicht kannst Du mir ja sagen, ob es in meiner Nähe Brüder und Schwestern gibt, die mir da vielleicht weiter helfen können.
 
Liebe Grüße
Anja  

Liebe Anja 9.04.04

Ich versuche, in der nächsten Zeit einfach durch Verlinkungen oder kurze Gedanken, eigne der von Dir angesprochene Themen zu beantworten

Trinität    Der biblische Weg für die gläubige Frau.  Eine Ermutigung zu treuer Christusnachfolge    Unterscheidungen
Zu : Notlügen:   1412 Notlüge Rahabs


Hallo Anja,

 

Deine Verhaltensänderungen beziehen sich darauf, wie man sich kleidet, daß man zu keinen Notlügen greift und sich unterordnet, etc..

Ich möchte über diese Themen noch ausführlicher besprechen, weil man bestimmte Grenzen als Christ nicht dauerhaft überschreiten darf, um ein solcher zu werden oder zu bleiben. Aber um dazu hilfreich etwas sagen zu können, wäre es gut zu wissen, wo Du Grenzen ziehst bzw. wie richtiges Verhalten Deiner Meinung nach aussieht.  Könntest Du genauer beschreiben, wie das ist, das sich die Lebenseinstellung zu vielen Dingen auf einmal ändert, man über vieles nachdenkt und sein Verhalten entsprechend ändert?
 

Deine Aussage z.B., daß Frauen eher gar nicht predigen und lehren sollten, hört sich so an, als hätten Frauen weniger zu sagen und geringere geistliche Autorität als Männer (Apg.18. 24-28. Da Prizilla, in der Apg. 18.26 zuerst genannt wird, gehen die meisten Ausleger davon aus, daß sie die geistlich Führende war).  Kann es im Sinne von Gott sein, der jedem Christen seinen Geist gegen hat, unabhängig vom Geschlecht, hier einen Unterschied zu machen (Gal. 3.28)?

 

Soweit ich verstehe, ist die Verkündigung, die Lehre oder die Behütung nicht an Geschlechter gebunden, Mann und Frau bekommen von Gott die gleiche geistliche Autorität und Verantwortung zugewiesen. Wie man in Apg. 18 sieht, gab es auch damals Frauen, die in gewisser Hinsicht an erster Stelle standen.  Heutzutage haben wir in der europäischen Geschichte die bisher einmalige Gelegenheit, daß auch voll auszuschöpfen. Daraus sollte man jetzt kein Dogma oder eine Parität ableiten oder auch nur einen Prozeß unterstützen wollen, der Frauen in Führungspositionen bringt. Es sollte nur dazu dienen, sich über die Gleichberechtigung von Mann und Frau klar zu werden. Auch ohne diese Beispiele in der Bibel, müßte ein Gläubiger letztlich zu dieser Erkenntnis vordringen. Die Bibel ist ja kein Regelwerk, sondern führt einen Gläubigen in der richtigen Gesinnung.

 

Gewisse Schwierigkeiten scheinen in dieser Hinsicht vom Brief an die Epheser und an die Korinther auszugehen. Am besten könnte man ihnen begegnen, wenn man sie in ihrem historischen Kontext einordnet.

 

Gerade der ungezwungene Umgang der Geschlechter, der aus der Einsicht der Gleichstellung von Mann und Frau vor Gott entsprang, weil man sie nun wirklich als eigenständige Personen sah, die selbst verantwortlich sind für ihr Leben, war in der Anfangszeit des Christentums ein "Anstoß" bei einigen Gegnern des neuen Weges.

 

Ich bin deshalb auf diesen Punkt ausführlich eingegangen, weil er ein wichtiger Indikator für das richtige Verständnis von Gottes Willen im Umgang der Gläubigen miteinander darstellt. Es hängt eng mit der Bruderliebe zusammen, wie sie von Jesus beschrieben und von Johannes im ersten seiner Briefe charakterisiert wird (1. Joh. 4.7-21).  Was sagst du zu dieser Bibelstelle? 

 

 

Mit freundlichen Grüßen
Rolf