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Frage: 1639

Lieber Hans Peter,

scheint nicht Joh. 5,28+29 einer milleniastischen Sichtweise zu
widersprechen? Oder wie legst Du es aus?

Bezieht sich der Ölbaum in Roem.11 ausschliesslich auf Israel, oder auf das
was Paulus häufig auch als (geistliches) Israel, die Summer aller
Gläubigen, sieht? Wenn es ausschliesslich Israel wäre würde mich das mit
dem Ausreissen und
Einpfropfen etwas wundern.

Und was ist mit Eph. 2,11-18?
Wolfgang/web.de

Lieber Wolfgang,      13.08.04
verzeih mir bitte, daß ich hier einfach dazwischenplatze, aber ich möchte kurz zu....:Joh 5,28    Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden;
Joh 5,29    und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

....Stellung beziehen.
Deine Frage läßt erahnen, daß Du der Auferstehung, von denen die das Gute getan haben, mit denen, die das Böse getan haben, zeitlich in einen "Topf" wirfst, oder?.
Betrachten wir in diesem Zusammenhang einmal: Offb 20,5    Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung.
Offb 20,6    Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

Einige andere Bibelstellen sprechen ja auch von einer "besseren" Auferstehung- z.B. Hebr. 11,35 oder auch Lk 20,36. Vergessen wir aber auch nicht:1Thes 4,16    denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herniederfahren, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst.

Alle übrigen Toten erleben die Auferstehung zum Gericht, wie auch Offb.20,11-15 es beschreibt. Sogar eine Differenzierung im Gericht kann man nachlesen: Mt 10,15
lieben Gruß
Joachim
 

Lieber Joachim, 14.08.04

nach Joh. 5,28+29 scheint es, das alle in den Gräbern sind und dass in der
Stunde, von der die Rede ist, sowohl die Auferstehung zum Leben, als auch
die Auferstehung zum Gericht stattfindet. Würde das Auseinanderreissen
dieser beiden
Auferstehungen (zum Leben/Gericht) nicht dem Wortlaut dieser beiden Verse
widersprechen?
In V24+25 wird von solchen gesprochen, die zu einer Stunde, die kommt und
jetzt schon gekommen sei vom Tod zum Leben durchgedrungen seien. Die, die
Stimme des Sohnes gehört haben. Über einen unbekehrten Menschen wird oft
als von einem (geistlich) Toten gesprochen. Warum kann man die
Wiedergeburt/Bekehrung nicht als Auferstehung sehen?

Herzliche Grüsse,

Wolfgang


14.08.04
Lieber Wolfgang,
nein, keinesfalls ist in Joh. 5,28-29
 

Joh 5,28 Verwundert euch des nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören,

Joh 5,29 und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übles getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

ein Widerspruch, denn durch die Stellen, die ich in meiner ersten Antwort gab, läßt sich ablesen, daß es sich zeitmäßig um zwei verschiedene Ereignisse handelt (1.Auferstehung- Auferstehung zum Gericht).
Sicherlich läßt es sich nicht verleugnen, dass in der Bibel auch von einer universalen Auferstehung gesprochen wird (Dan 12,1-2)
 

Dan 12,1 Zur selben Zeit wird der große Fürst Michael, der für die Kinder deines Volkes steht, sich aufmachen. Denn es wird eine solche trübselige Zeit sein, wie sie nicht gewesen ist, seitdem Leute gewesen sind bis auf diese Zeit. Zur selben Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen.

Dan 12,2 Und viele, so unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen: etliche zum ewigen Leben, etliche zu ewiger Schmach und Schande.

Andererseits finden sich aber auch Textpassagen, die von der Entrückung der Gemeinde Jesu in der ersten Auferstehung sprechen. Lesen wir einmal 
1Kor 15,21    Denn weil der Tod kam durch einen Menschen, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen;
1Kor 15,22    denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.
1Kor 15,23    Ein jeglicher aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus, darnach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft;
von hier läßt sich überleiten zu:

1Thes 4,16    denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herniederfahren, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst.
dann ist dazu noch  ...
1Thes 4,17    Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit.
..wichtig.
Dein Widerspruch liegt darin begründet, dass Du:
"Joh 5,28   Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden;

so auslegst,
als wenn mit dieser benannten Stunde, eine ganz bestimmte oder besser gesagt vorherbestimmte/geplante/gemeinsame Stunde gemeint wäre. Richtig verstanden wird aber erst dieser Satz, wenn man ihn aus einer anderen Blickrichtung versteht und somit dann Sinn ergibt und kein Widerspruch zu o. angeführten Bibelstellen besteht- dadurch: wenn wir in unserem Sprachgebrauch erwähnen: es kommt die Stunde (z.B. für Revanche etc.)... es kommt der Tag.. , so meinen wir einen noch uns unbekannten Zeitpunkt. Aber wir sind dann davon überzeugt, dass dann dieser Tag, diese Stunde einmal sein wird. Mit dieser angeführten Stunde ist lediglich gemeint, dass sie garantiert kommt (man kann sich darauf verlassen!) - in dieser "Stunde" werden die einen zum Leben auferstehen, die anderen zun Gericht. Nur wenn man einen Widerspruch herbeiführen will, geht man davon aus, daß die Guten und die Bösen dann gemeinschaftlich auferstehen. Das ist hier aber nicht so gemeint, denn zwischen diesen Ereignissen liegen sicherlich  1000 Jahre.
Eines muss ich aber noch dazutragen: in Joh 5,25 spricht der Herr Jesus davon, daß die Stunde schon begonnen habe, nämlich für diejenigen die geistlich tot waren und jetzt durch das Hören seiner Stimme lebendig geworden sind. Das bedeutet, dass diejenigen jetzt schon in einer freudigen Gewissheit leben dürfen, denn somit wäre die Wiedergeburt schon ein Garantieschein für eine "bessere" Auferstehung, für eine bessere Ewigkeit!
lieber Wolfgang, ich hoffe, es besteht jetzt keine Unklarheit mehr
liebe Grüße
Joachim


Siehe auch : Einschübe

Liebe Grüsse
Hans Peter