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Frage: 1650

Lieber Bruder

Kompliment betreffend deines Forums, deiner aufschlussreichen Links. Sehr
informativ, fundiert. Steckt sicher viel Herzblut dahinter und Zeit.

Zu meiner Frage: Ich habe eine engagierte gläubige Christin  kennengelernt,
eine stets aufgestellte Person, die mich sehr verblüfft hat, als sie mich
darauf ansprach, dass viele Christen leider nur täglich in der Bibel Gottes
Wort durch Lesen begegnen, statt auf Gottes Wort im Alltag zu hören, was
sehr schade sei, aber häufig vorkäme.

Ihre Argumente: Gott ist Allgegenwärtig, er gab uns Gaben, um uns gegenseitig
zu helfen/dienen. Gläubige seien miteinander verbunden, und wenn wir unsere
Antenne auf Empfang stellen würden, könnten wir uns unter Gottes Führung
gegenseitig effizienter ein Segen in IHM sein, weil Gott für den Bau von
Gottes Reich eher Hörer/Täter des Wortes, als Schriftgelehrte gebrauchen
könne.

Christen, die am Morgen in der Bibel lesen würden, aber am Nachmittag nicht
der Eingebung folgen würden, einer schwer beladenen Frau Hilfe beim Tragen
anzubieten, hätten gegen die Worte.....wer da weiss Gutes zu tun und tut
es nicht, dem ist es Sünde....verstossen. Ich finde das etwas übertrieben.

Doch gab es mir schon etwas zu denken. Was meinen die Forumteilnehmer? Was
ist wichtiger? Auf Gottes Wort hören und handeln, oder Gottes Wort lesen.
Ich habe auch schon auf Eingebungen zu helfen - aus Bequemlichkeit -nicht
gehört.

Michael K.

Lieber Michael K

wenn es mich nicht täuscht, ist diese Frau eine Esoterikerin. Sie kennen
und gebrauchen auch einige theologische Begriffe wie Heilsgewissheit usw.
Aber ansonsten reden sie von dem, was sie getan haben und verwerfen das, was der Herr Jesus getan hat.
Folglich werden sie gerichtet nach ihren "guten" Werken und das Ende ist das ewige Gericht.
Sie handeln dach dem Motto. "Gutes tun und davon reden." . Nach den heiligen Massstäben Gottes würden
solche Personen  aber auf Schritt und Tritt der Heuchelei überführt. Nach den Menschlichen Massstäben
sind sie aber perfekt, nur das reicht eben nicht!
Ich hoffe natürlich bezogen auf diese Person, dass ich mich einmal mehr irre.

in IHM
Hans Peter 

 

Offb 20,13 Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen {Eig. ihren} Werken.



 

Lieber Michael K.

<<Ich habe eine engagierte gläubige Christin kennengelernt, eine stets aufgestellte Person, die mich sehr verblüfft hat, als sie mich darauf ansprach, dass viele Christen leider nur täglich in der Bibel Gottes Wort durch Lesen begegnen, statt auf Gottes Wort im Alltag zu hören, was sehr schade sei, aber häufig vorkäme.<<


Nun, dass solches sicher vorkommt ist klar!  In welchem Masse und ob es "häufig" vorkommt, wage ich nicht zu beantworten. Ich bezweifle, dass man eine solche Aussage "einfach" so machen kann... Insofern man Schwierigkeiten hätte das zu messen... Wie will ein Mensch das messen, was der andere im Alltag immer tut? Ist er immer dabei, auf Schritt und Tritt? Man kann einen Menschen an den Früchten messen, das stimmt, dass ist aber auch nicht immer einfach und wer was alles Gutes während des Tages vollbringt, weiss letztendlich nur der HERR!

<<Gott ist Allgegenwärtig, er gab uns Gaben, um uns gegenseitig zu helfen/dienen.<<

Stimmt alles!

<<Gläubige seien miteinander verbunden, und wenn wir unsere Antenne auf Empfang stellen würden, könnten wir uns unter Gottes Führung gegenseitig effizienter ein Segen in IHM sein, weil Gott für den Bau von Gottes Reich eher Hörer/Täter des Wortes, als Schriftgelehrte gebrauchen könne.<<

Nun, was mich stutzig macht, ist dieser "Tuch" von Esoterik, dieser feine Esoterik-Drive in diesen Worten, dieser Unterton...
Alle Christen sind miteinander verbunden in einem Leib aber sicherlich nicht mit "Antennen" mit dem man mit anderen kommunizieren kann.
Ich bin mir nicht sicher, aber es tönt einfach sehr stark nach Esoterik...

<<weil Gott für den Bau von Gottes Reich eher Hörer/Täter des Wortes, als Schriftgelehrte gebrauchen könne.<<

Ja auch das ist eine "Lüge"! Weg vom Wort und hin zur Tat! Und wenn dann die Frage ist, ob die Tat gut und richtig ist, weiss man es nicht, weil man zuvor von der Bibel weg ist und dort die Antwort drinstehen würde...!
Nein. Beides ist wichtig man kann das eine nicht gegen das andere ausspielen. Auch sehe ich von der Schrift her nicht, warum das bauen wichtiger sei als das Wortstudium. Alles zu seiner Zeit, alles zu richtigen Zeit. Manchmal ist das angebracht, manchmal das. Der HERR weiss es schon und hilft uns das zu erkennen! Wie oben beschrieben, Gott gab uns verschiedene Fähigkeiten. Der eine ist eher ein "Evanglisator" und kann das wirklich gut, der andere ist eher der Lehrer oder der nächste ist eher ein demütiger Diener... Aber alles braucht es und alles ist gleich wichtig...

<< nicht der Eingebung folgen würden,<<

Eben, das Wort "Eingebung" tönt irgendwie charismatisch oder esoterisch...
Was aber ein guter und wichtiger Aspekt ist, ist schon, dass man im Alltag den Leuten (auch Ungläubigen) dienen kann! Aber ich würde das eher als "Erkennen eines Dienstes", Gottesführung, etc. betiteln. Das hat man oft im Alltag. Dann kann es sein, das ein anderer einem zuvorkommt (eine andere Person hilft) oder sich die Sache erledigt bis man helfen kann... Und das ist dann auch nicht schlimm... Wenn man einen solchen Dienst erkennt, dann sollte man schon zupacken. Das ist immer wieder schön, einem Menschen zu helfen und dann in die Gesichter zu schauen. Und daraus kann sich dann und wann ein Gespräch oder eine gute Gelegenheit zur Evangelisation ergeben....

Gruss
Michael / CH
 


19.08.04
 

 
Lieber Hans Peter, lieber Michael K,
 
Ich glaube, es führt aufs Glatteis, wenn man wie diese Frau versucht, das Studium der Bibel gegen die "guten Werke" auszuspielen.
 
Daß gute Werke bei einem Christen vorhanden sein sollen, ist klar:
Eph. 2,10:  Denn wir sind sein Werk, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen.
Jak. 2,14 Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, dabei aber keine Werke hat? Kann ihn denn der Glaube retten?
Genauso klar ist aber, daß er durch sie nicht gerettet ist.
 
Christen, die nur Schriftgelehrte aber keine Täter des Wortes sind, kritisiert die Frau zurecht.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß man durch zu viel Bibellesen ein solcher Nichttäter des Wortes wird (man könnte meinen, daß sie so denkt).
 
 
Noch glatter wird es, wenn man zwischen dem Lesen und dem Hören des Wortes Gottes einen grundsätzlichen Unterschied konstruiert.
 
Zitat:
>>>weil Gott für den Bau von
Gottes Reich eher Hörer/Täter des Wortes, als Schriftgelehrte gebrauchen
könne.<<<
 
Jakobus 1:
22  Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein, womit ihr euch selbst betrügen würdet.
23  Denn wer nur Hörer des Wortes ist und nicht Täter, der gleicht einem Manne, der sein natürliches Angesicht im Spiegel beschaut;
24  er betrachtet sich und läuft davon und hat bald vergessen, wie er gestaltet war.
 
Die Tatsache, daß Jakobus hier von Hörern und nicht von Lesern spricht, beruht wohl darauf, daß man sich damals nicht einfach eine Bibel (bzw. das, was damals davon schon existierte) bzw. Torah kaufen konnte, sondern daß das Wort Gottes in den Versammlungen vorgelesen wurde. Darum ist es, denke ich, unzulässig, zwischen den Hörern und den Lesern grundsätzlich zu unterscheiden.
 
Daß Gott uns in konkreten Situationen Impulse gibt, etwas zu tun oder zu lassen, ohne daß man gerade die Bibel in der Hand hat, ist (für mich) auch klar.
 
Stutzig gemacht hat mich aber folgendes:
 
Zitat:
>>>Gläubige seien miteinander verbunden, und wenn wir unsere
Antenne auf Empfang stellen würden, könnten wir uns unter Gottes Führung
gegenseitig effizienter ein Segen in IHM sein,<<<
 
Wie meint diese Frau das mit den Antennen? Wie soll ein Christ denn ihrer Meinung nach "auf Empfang" stellen???
 
Mir scheint, sie sieht das "direkte" Hören auf Gottes Stimme als wesentlich wichtiger an, als das Reden Gottes zu uns durch sein offenbartes Wort.
 
So landet man ganz schnell neben der Straße am "Sekten-Baum".
 
Martin
 
 20.08.04
Hallo Allerseits,


ich würde nun diese Frau in keine dubiosen Ecken stellen, allein von den
paar Zeilen der Schilderung.
 Ich kann in den Aussagen nichts schlimmes entdecken. Gerade den Dienst an den Brüdern und Schwestern und Bedürftigen erwähnt sie. Und das wir Täter des Wortes sein sollen nicht nur Hörer und Besserewisser. Ich finde das mehr als OK.

Jesus war das beste Beispiel wie es sein sollte. Er war die Wahrheit, sagte die Wahrheit und half den Menschen im Einklang der biblischen Wahrheit die er auch vorlebte.
Was nützt uns all das Wissen, wenn wir anderen damit nicht dienen können.
Eine geheuchelte Hilfe ist aber eine falsche Herzenshaltung. Wir sollten so
sein, dass wir die "Werke" freimütig und ohne Hintergedanken aus uns selbst (ja und natürlich mit Jesu Hilfe) tun, und nicht um uns später selbst
auf die Schulter zu klopfen.

Nun sind wir ein Tempel des Heiligen Geistes der in uns wohnt (1. Kor. 6,18) 
Weshalb der Heilige Geist auch mit unsere Seele / Geist kommunizieren
kann.

der BEISTAND (Sachverwalter (Elberfelder)) aber, der heilige Geist, 
welchen mein Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch 
alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Johannes 14:26
 

Also: Wir haben einen Beistand, der uns erinnern kann, soll, wird ! 


Grüßle

Michael/de
soli deo gloria

20.08.04
Lieber Hans Peter

Ich danke allen Forum-Teilnehmern für die Denk-Anstösse. Doch ich stimme
hauptsächlich mit Michael/de überein. Mit Esoterik hat diese Frau nichts
am Hut, da bin ich mir ganz sicher. Sie sagte kürzlich, sie hätte Mitleid
mit diesen  -am falschen Ort suchenden-. Jesus Christus sei wirklich der
einzige Weg, um in dieser Welt ohne Angst zu leben. Sie hat ein unerschütterliches
Gottvertrauen und eine Gelassenheit.

Sie hat aber bei allem was sie tut und in jeder Situation einen passenden
Bibeltext. Sie sagt oft lächelnd, dass sie am Weinstock bleiben wolle, ohne
Jesus sei sie ein Nichts gewesen, jetzt bleibe sie aus Überzeugung am Weinstock,
sie wolle ja nicht wie gewisse Pseudochristen vom Weinbauer ausgegeizt werden,
weil die keine Früchte des Friedens und der Liebe am Nächsten bringen. 

Ich persönlich betrachte die Bibel auch als eine Gebrauchsanweisung Gottes,
die für das Umsetzen im Alltag bestimmt ist. Also nochmals danke, liebe Brüder

Euer Michael K.