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Frage 171

Meine  Inventur  (Eingesandt)    29.03.2005

Nun zu dem zweiten Teil:

Meiner Erfahrung bezüglich des Artikels "fischer.htm"
 
Der Artikel von K.P.  hat mich sehr stark an mich erinnert. Ich habe früher sehr selbstgerecht alle Menschen verurteilt, die in irgend einer Weise nicht in mein "Weltbild" passen.
So habe ich die Großmutter meines Vetters verurteilt weil sie zuviel Alkohol trank, - ich wurde selbst Alkoholiker.
 
Dann habe ich meine Cousine verurteilt, weil sie geschieden war - heute bin ich selbst geschieden.
 
So habe ich andere Geschwister be- und verurteilt, weil sie nicht "in den Wegen des Herrn wandelten" - ich mußte selbst noch einmal in die Sünde und Welt zurück um zu lernen was Gnade und Liebe heißt.
 
Ich habe die Erfahrung gemacht: In Alles in dem ich andere Menschen verurteilt habe, mußte ich selbst noch einmal hinein.
Was war ich selbstgerecht, und wenn ich nicht in der Nähe des Herrn bin, komme ich schnell wieder dahin.
 
Ich, Rainer, ich habe nicht das Recht andere zu be- und zu verurteilen. Ich war damals auch sauer als ich ausgeschlossen wurde. Heute bin ich froh darum. Der Herr hat mich durch die Tiefen der Tiefen gehen lassen. Ich mußte, wie Hiob, erst alles verlieren um danach alles wieder zu gewinnen. Geläutert im Schmelztiegel Gottes.
 
Ich mußte meinen Hass, meinen Groll, meine Verachtung vor dem Herrn bringen um wieder Frieden zu bekommen. Jetzt nun bin ich dabei den "Scheiterhaufen meines Lebens" mit des Herrn Hilfe wieder aufzuräumen und erlebe Dinge, die ich vor 10 Jahren nie für möglich gehalten hatte.
Hören wir auf, liebe Geschwister andere zu be- und verurteilen. Wir säen damit nur Zwietracht, Groll, Hass und halten Menschen von dem Herrn fern.
Schon die Welt sagt: "Ein jeder kehre vor seiner Türe ..."
 
Ich mußte  m e i n e Inventur machen und nicht die Inventur derer, die mich verletzt, be- und verurteilt haben. Seit ich die Kraft, die ich früher für die Verurteilung der anderen Menschen verwendet habe, jetzt für mich, für meine "Inventur" verwende, erlebe ich sehr schöne Dinge.
 
Früher sind die Kinder vor mir geflohen, heute grüßen sie mich auf der Straße mit einem frohen Gesicht.
 
Meine Enkelkinder freuen sich wenn der Opa kommt.
Einer meiner Enkelsöhne hat mir gestern gesagt: "Du bist der beste Opa!"
 
Mein Sohn hat mir gesagt: "Papa, endlich habe ich den Vater, den ich mir immer gewünscht habe!"
 
Liebe Freunde und Geschwister.
DASS ist die Gnade des Herrn Jesus. Nicht ich habe das getan, obwohl ich das Meinige dazu tun mußte, nämlich die Bereitschaft zu haben mich SEINER Führung und Leitung anzuvertrauen.
 
Liebe Freunde, für jeden, der bereit ist, sein Leben dem Herrn Jesus anzuvertrauen, gibt es Errettung, Frieden, Freude und "Geistigen Wohlstand".
Dazu fällt mir gerade ein, ich habe mich darin geübt für Alles, was ich erhalten, was mir passiert, danke zu sagen. So lebe ich heute in der Fülle. Habe ich doch früher immer im Mangel gelebt, weil ich Dingen nachgejagt bin, die ich eh nicht erreicht habe, bzw. für die es sich gar nicht gelohnt hat zu "Wühlen".
 
Geschwister, überlassen wir dem Herrn seinen Teil und hören wir auf Gott spielen zu wollen.
Ein jeder Mensch hat ein Recht auf SEIN Leben, auf SEINE Fehler. (Der Sohn kehrte heim zu seinem Vater, nachdem er festgestellt hatte, dass er es bei seinem Vater weitaus besser hat als in der Fremde.)
 
Die Weisheit bläht auf!!!
Hochmut kommt vor dem Fall!!
 
Wer bin ich, dass ich mir erlaube andere zu be- und zu verurteilen? Ich Wurm! Und doch wieder so kostbar, das Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, sein Leben für mich dahingegen hat, Schmerzen, Spott und Hohn auf sich nahm - um mich zu erretten.
 
Sollte diese Liebe nicht auch für andere Geschwister reichen?!
 
Ich habe die Erfahrung gemacht, immer wenn ich mir herausnehme andere zu beurteilen, weiß was gut für sie ist, dann bin ich in höchster Gefahr.
 
Meine Kinder habe ich dressiert, damit sie das tun sollten was ich nicht konnte.
 
Geschwister habe ich verurteilt, wenn ich sah, dass sie die gleichen "Fehler" machten die ich beging aber nicht abstellen konnte.
 
Andere Menschen brachten mich Rage, wenn sie Dinge taten die ich nicht konnte - weil mein Hochmut es nicht zuließ, das da andere besser waren als ich.
Da andere sich erdreisten mich zu verurteilen.
 
Ihr von anderen Geplagten und Gestressten, überlasst diese Geschwister dem Herrn, ER wird es richten. Ich habe da vollstes Vertrauen.
 
Loslassen - Gott überlassen!
 
Heute versuche ich meinen Lebensweg so Nahe mit dem Herrn zu gehen, wie es mir möglich ist.
Früher wollte ich immer ein "Guter Christ" sein, wollte den Menschen gefallen. Was habe ich mich bemüht. Habe Sonntagsschule abgehalten. Es gelang mir nicht. Entweder mein eigenes Gewissen ließ mir keine Ruhe. Ich mußte, wollte perfekt sein. Ich wollte "Gott sein". ICH wollte alles in meinem Hochmut "regeln". Dazu kam die Kritik der Brüder, die auch hinter allem herjagten, dass sie selbst nicht konnten. (Ist mir erst später durch meine eigene Inventur bewußt geworden).
 
So bin ich durch meine "Unvollkommenheit" erst richtig in die Sünde gegangen.
Das hat angefangen, dass ich an meiner Errettung zweifelte. Dass das ein Charaktermangel von mir ist, wußte ich noch nicht. Wird mir gerade jetzt beim Schreiben bewußt. Ich möchte alles perfekt machen ansonsten lieber nichts.
Raum für den Herrn hatte ich nicht. Ich mußte "machen", damit ich angenehm für den Herrn bin.
 
Liebe Brüder versteht ihr was da für ein Druck, was für eine Verzweiflung dahinter steckt?? Gut sein zu wollen und es nicht zu können.??!?!
 
Dazu kamen noch die Zurechtweisungen der Brüder.
 
Warum nur bin ich Christ, wenn mir der Herr keine Kraft gibt mich zu ändern? Ich habe auf den Knien gelegen und den Herrn angefleht, gibt mir die Gnade, dass ich ein guter Christ werde und dir und den Geschwistern in der Versammlung keine Not mehr bereite. Aber nichts geschah. Bin ich nicht errettet? Bin ich gar kein Eigentum des Herrn? Was ist mit mir los? Wer bin ich? Alles quälende Fragen.
 
Als ich mich einem Bruder anvertraute, sagte dieser "Wandele in des Wegen des Herrn und der Herr wird die zeigen wie du wandeln sollst." Bums, wieder hatte ich mein "Fett" weg. Ich wußte nicht wie ich in den Wegen des Herrn wandeln sollte.?!?!?
So bin ich aus der Versammlung ausgetreten, später per "Eingeschriebenen Brief mit Rückschein" ausgeschlossen worden.
 
Gott in seiner wunderbaren Weisheit und Gnade hat mich Wege gehen lassen, die in Sackgassen führten etc. Und doch hat er mich immer wieder mit erretteten Christen zusammengeführt. War immer bei mir, ob ich es merkte, "wahr"-"nahm" oder nicht. ER war da. Mein ganzes Leben ist ein Führen und Hinweisen auf IHN den Schöpfer, Erretter und Erhalter des Lebens.
 
So ich merke gerade, mein Herz fließt wieder einmal über.
Das was ich erlebt habe, werde und will ich in einem anderen Schreiben mitteilen.
 
1. Kor. 13 und das Gleichnis "Vom heimkehrenden Sohn", oder auch das Gleichnis "von dem Vater mit seinen beiden unterschiedlichen Söhnen", bekannt unter dem Gleichnis "vom verlorenen Sohn" und Hiob, sind mir besonders wichtig geworden.
 
Mich in Liebe, Demut, Vertrauen zu Gott dem Vater und in liebevollem Verständnis zu anderen Geschwistern und Menschen zu üben, ist ein Teil meiner heutigen Aufgabe, damit ich andere mit dem Trost zutrösten vermag mit dem  ich getröstet worden bin.
 
 Ärgert mich die Welt, dann wird es Zeit für mich Inventur zu machen. Was will der Herr mir zeigen, wo habe ich mich zu ändern, genauer gesagt, meine Charakterfehler aufzudecken, dem Herrn zu bekennen und diese von IHM verändern zu lassen, indem ER mich immer wieder daran erinnert, damit ich nicht wieder hochmütig und selbstgerecht werde, und das fängt bei mir schon an, wenn ich über andere lächele.
 
Wir sind Glieder an SEINEM Leib und daran hat jeder eine andere Funktion.