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Frage173

Lieber Hans Peter,

 
ich habe da zwei Verständigungsfragen an dich:
1. Frage: In Hiob 1:6 heißt es "... da kamen "die Söhne Gottes", um sich vor Jehova zu stellen;". In der Betrachtung über Hiob von Bruder Benedikt Peters spricht dieser von Engeln.
Woraus geht hervor, dass die Söhne Gottes Engel sind?
Wäre denn dann der Herr Jesus als "Gottes Sohn" nicht auch ein Engel? Oder kann es sein, das hier "die Söhne Gottes" eine andere Bedeutung hat, oder ist die Übersetzung "falsch"?
 
2. Frage: In oben erwähnte Betrachtung sagt Bruder Benedikt Peters unter:

    " 2. Gott und Seine Söhne - im Himmel  1:6-12" 
    "... Dieser auffällige Wechsel von der irdischen zur himmlischen Szene will uns zeigen, woher alles Wohl und alles Wehe im Leben des Menschen kommt. Die irdische Szenerie ist von der himmlischen determiniert; im Himmel entscheidet sich, was auf Erden letzten Endes geschieht."

Nach meinem Verständnis dieser Auslegung heißt das doch, dass wir doch keinen "freien Willen" haben. Egal was wir tun, wie wir uns entscheiden, es ist alles im Himmel schon entschieden. Wir wären dann doch die Marionetten Gottes. Das kann ich einfach nicht glauben. Da hat Gott schon alles bestimmt und ich habe alles auszuführen?

Meine Erfahrungen und Gedanken sind: Gott läßt uns Wege gehen, auch wenn sie nicht gut für uns sind und nicht Seinen Wünschen entspricht. Er führt uns aber durch Umstände, Menschen etc. dahin, dass wir seine Regierungswege erfüllen und am Ende dann doch, durch unsere Willensentscheidungen, seinen gewünschten Weg gehen. Tun wir dieses nicht, dann kann Er uns wegen einer Sünde zum Tode vorzeitig heimrufen.

Eine weitere Fragen: Viele Brüder lehnen die rev. Übersetzung der Elberfelder Bibel ab. Gibt es Literatur darüber warum? Und welche Stellen eventuell falsch übersetzt wurden?

Ich danke dir für deine Bemühungen und freue mich schon jetzt auf Nachricht von dir.

Liebe Grüße aus dem "Nassen" Deutschland

in der Liebe des Herrn Jesus verbunden

dein Bruder Rainer Müller  

 

Guten Tag Rainer,   23.05.05

Zur Frage 1: der Söhne GOTTes.

Jesus Christus ist der eingeborene (gr: monogenes) Sohn GOTTes.

Das es daneben auch noch weitere Söhne GOTTes gab, steht nun einmal in der Schrift und kann nicht wegdiskutiert werden. Das mögen sogar Engel mit «höherem Rang» gewesen sein.

Es waren mit Sicherheit «Geistwesen» die irgendwie zum «Tross» GOTTes gehörten.

Welcher Mensch aber mag von sich sagen, das er genau wüsste welche Aufgabe diese Söhne hatten. Wäre es wichtig für uns zu wissen stände mehr über sie in der Bibel.  So wissen wir nur diese zwei Dinge aus Hiob 1 und 1 Mose 6 über sie. Und den Unterschied zwischen ihnen und dem eingeborenen Sohn.

Sie (konnten) sündigen. Der Christus zog das noch nicht einmal in Erwägung. Sie waren Bestandteil der Schöpfung, der Christus ist der Schöpfer.

Sie waren keine Konkurrenz für den Herrn, warum also einer Sache, über die die meisten von uns spätesten in 50 Jahren Bescheid wissen jetzt den Kopf zerbrechen. Dann werden wir sehen und uns oft genug beschämt «vor den Kopf schlagen und sagen was hab da bloß draus gemacht.

Viele solcher Fragen sind zwar theologisch hochinteressant, haben aber geistlich keinen Brennwert.

 

Zu Frage 2.

Das mag Benedikt Peters so sehen, ob es richtig ist wage ich durchaus zu bezweifeln.

Die Antwort werde ich… s.o.

 

Deine «Erfahrung» allerdings finde ich sehr interessant. Es könnte sich lohnen darüber (mit geistlichem Brennwert) darüber nachzudenken. Sie würde einiges was mir jetzt noch unverständlich erscheint, zumindest teilweise anders beleuchten.

 

ich denke als Einstiegshilfe kann hier das Buch von Weber, eines der

wenigen Bücher, die ich außerhalb der Bibel las helfen.

 

Es hieß »Bibelübersetzungen» unter der Lupe. Es ist glücklicherweise

nicht unbedingt TR verherrlichend. Wobei meine persönliche Aussage zu

diesem leidigen Thema an folgendem Beispiel klar werden kann. In einer

kleinen   Gemeinde   im   Ruhrgebiet,   in   der   ich   gelegentlich

evangelisieren darf, wollte eine Jugendmitarbeiterin um jeden Preis

ihre  aus  katholischen Tagen vertraute «Einheitsbibel» (Herder) nicht

mit   einer   «anständigen»  Elberfelder  oder  wenigstens  Schlachter

tauschen.
 

Egal wie ich argumentierte, sie verbiss sich immer wieder zu einem

«Aber beim Lesen darin habe ich mich doch bekehrt». Ich gestehe es

ärgerte mich sehr.

 

Nach ein paar Wochen hörte sie auf Stellen aus den Apokryphen als

Bibeltext aus zugeben.
 

Eines Tages reichte sie, während einer Bibelstunde Ihre Bibel einem

Nachbarn. Der schrie plötzlich auf und beschwerte sich über diese

schreckliche Heidin, die einfach Bibelstellen, ja ganze Bücher einfach

durchgestrichen habe. Des Rätsels Lösung war: Sie hatte einfach alle

Apokryphen mit rot durchgestrichen damit sie nicht «in Versuchung» 

käme «diesen Mist zu lesen».

 

Wir sprachen dann alle über das Problem der «richtigen Übersetzung» 

anhand einiger Belegstellen aus o.. Buch. Und jene Geschwister kamen 

zu der Sicht, dass wohl eine alte Elberfelder oder eine alte Schlachter 

fürs «ernsthafte Lesen» die besten Übersetzungen seien.

Das GOTT aber in seinem Wirken, Rufen und Handeln auch durch das 

Verwenden von schlechteren bis grauenhafteren Übersetzungen nicht zu 

stoppen ist.

 

Ich bin kein großer Lehrer, kein Geheimrat GOTTes, es reicht bei mir 

gerade für das, was in meinem Dienst als «Evangelist», (ich weiß kein 

besseres Wort für jemanden der das Evangelium verkündet) und darum 

kann ich das ganze Problem ja nur aus dieser Sicht sehen.

 

Wenn GOTT mit diesem Problem bei seinen Kindern, so man ihn denn 

lässt, fertig wird, warum soll ich mich dann aufregen und gute Zeit 

verplempern, indem ich mit Leuten, die von dem was sie tun (hoffentlich) 

fest überzeugt sind zu streiten.


Es fragt ja wohl kaum einer nach der Wahrheit GOTTes. Alle schreien sich 

gegenseitig ihre Wahrheit entgegen und halten sich die Ohren zu um wie 

einst die Steiniger des Stephanus (verzeiht diesen Vergleich) nicht zu hören 

was der andere sagt.

 

Aber es mag ja so sein, das GOTT da einen Dienst geschaffen hat, der 

mir entgangen ist. Der des Aufsehers kann´s  nicht sein, der soll nach 

der Schrift ja ganz anders agieren.

Der eines Hirten auch nicht, der soll seine Schafe hüten und nicht (über 

Gebühr) mit anderen Hirten palavern.

 

Bei allem Wächterdienst, es scheint doch so zu sein, dass GOTT das Amt, 

bzw. den Dienst des Geheimrates neu und überaus ausgiebig besetzt hat.


Das geht nicht gegen Dich lieber (?) Rainer Müller. Mein Eindruck ist, dass 

Deine Frage und Aussage ernst gemeint ist. Ich habe heute, um ein wenig 

zu entspannen mal wieder ein paar Seiten hier gelesen. Da drängte sich mir 

dieses Bild einfach auf.

Ich muß jetzt wieder an meine Arbeit.

Ich grüße Dich, und wünsche Dir und mir GOTTes Segen

Peter.J.De