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Frage: 1750

Die Geburtswehen, von denen Jesus spricht ...
Ist mit der Geburt die Staatsgründung Israel oder Jesu Wiederkunft gemeint ?

Chris


An welche Stelle denkst Du?

Gruss HP


 
Daher habe ich das mit den Erdbeben ...
 
  Dann ging Jesus auf den Ölberg. Dort setzte er sich dem Tempel gegenüber nieder. Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas waren bei ihm. Sie fragten ihn: "Sag uns, wann wird das geschehen? Und woran können wir erkennen, dass das Ende von allem bevorsteht?" Jesus sagte zu ihnen: "Seid auf der Hut und lasst euch von niemand täuschen! Viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich behaupten: 'Ich bin es!' Damit werden sie viele irreführen. Erschreckt nicht, wenn nah und fern Kriege ausbrechen. Es muss so kommen, aber das ist noch nicht das Ende. Ein Volk wird gegen das andere kämpfen, ein Staat den anderen angreifen. In vielen Ländern wird es Erdbeben und Hungersnöte geben. Das ist aber erst der Anfang vom Ende - der Beginn der Geburtswehen."

"Was euch angeht, so seid darauf gefasst, dass sie euch an die Gerichte ausliefern und in den Synagogen auspeitschen werden. Auch vor Statthaltern und Königen werdet ihr stehen um meinetwillen, um auch vor ihnen als Zeugen für mich auszusagen; denn nach Gottes Plan muss die Gute Nachricht allen Völkern verkündet werden, bevor das Ende kommt. Wenn sie euch verhaften und an die Gerichte ausliefern, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen sollt. Sagt, was euch in dem Augenblick eingegeben wird. Denn nicht ihr werdet dann reden, sondern der Heilige Geist wird aus euch sprechen. Ein Bruder wird den andern dem Henker ausliefern und ein Vater seine Kinder. Kinder werden sich gegen ihre Eltern stellen und sie in den Tod schicken. Alle Menschen werden euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt. Aber wer bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet werden (Markus 13, 1 - 13)."

Chris


Welch Bibel "Übersetzung " verwendetet Du da?

Gruss Hans Peter


 
Lieber Chris,   3.10.04
 
1) Ich muss zunächst darauf hinweisen, dass die von Dir verwendete Übersetzung (Gute Nachricht ?) nicht für genaue Textstudien geeignet erscheint, da es sich um eine (subjektive) Interpretation des zugrundeliegenden Textes handelt - nicht um eine wörtliche Übersetzung (Empfehlung daher: Elberfelder 1905 oder Schlachter).
So steht beispielsweise etwa im GNT die Passage " Das ist aber erst der Anfang vom Ende" überhaupt nicht im Text und ist vielmehr reine Hinzufügung zu Gottes Wort. Wenn man den Satz wiedergibt: "alle diese (Dinge) (sind) nun Anfang der Wehen", liegt man ziemlich wörtlich.
 
2) Der Herr Jesus bezieht sich ja in seiner Antwort auf die Frage der Jünger (V.3): "Sage uns, wann wird das alles geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?"
In Matthäus ist ein Teil der Antwort des Herrn wiedergegeben - den Abschnitt der sich auf den ersten Teil der Frage bezieht (Geschehnisse in Verbindung mit der Tempelzerstörung und dem Gericht über das jüdische Volk im Jahre 70) findet man im Lukasevangelium (Kap 21,20ff).
 
Der Zusammenhang der Erwähnung der (Geburts-) Wehen liegt also im zweiten Teil der Frage der Jünger - nämlich nach dem Ende der Weltzeit und der Wiederkunft des Herrn Jesu Christi auf die Erde (nicht die Wiederkunft des Herrn für die Gemeinde in der Luft - 1Thess 4).

Im Zusammenhang mit Daniel 9 und der Offenbarung beschreibt der Herr Jesus die letzten sieben Jahre der Trübsal, die über die Erde gehen und seinem Kommen mit den Wolken vorangehen. Sowohl die Gerichte der Offenbarung, als auch Matt 24 enden mit dem Kommen des Herrn Jesus Christus.
Jüdische Rabbiner habe schon bereits von den "Wehen des Messias" gesprochen, die dessen Kommen vorangehen.
 
3) Wenn man die Reiter in Offb Kap 6 und Mat 24 vergleicht, sieht man eine genaue Übereinstimmung der Ereignisse: Verführung, Kriege, Hunger, Seuchen etc.
Es handelt sich um die gleichen Ereignisse: die Trübsal nach der Entrückung der Gemeinde Jesu von der Erde.
Wenn der Herr hier den Vergleich mit einsetzenden Geburtswehen verwendet, sieht man die Entsprechung, wenn man sich den Ablauf der Geschehnisse in Mat und der Offb ansieht: es geht um die Steigerung der Heftigkeit und der Intensität der Gerichte, wie sich die Wehen verstärken, je näher der Geburtstermin rückt.
Parallel ist auch das Ergebnis - sowohl von Wehen als auch der Gerichte in Mat/Offb: ein Mensch kommt in die Welt: Mat 24,30 i.V.m. Offb 19 !
Jesus Christus tritt die Weltherrschaft über diese Erde an ! Wir sehen besonders in der Offb wie die Menschheit in den letzten sieben Jahre vor dem Kommen Jesu Christi gerichtsreif ist:
die Hure Babylon (m.E. der Katholizismus als führende Kraft der weltumspannenden Ökumene der Weltreligionen: Offb 17/18), Antichrist, Sünde (Morde, z.B. Abtreibungen, Hurerei etc. werden in der Offb beschrieben) werden in ihrer letzten Erscheinungsform beschrieben und werden durch die Gerichte und das Kommen des Herrn endgültig und ein für alle Mal beseitigt werden. Sowohl in Mat als auch in Offb sehen wir eine Zunahme der Bosheit und Sünde einerseits, als auch der Intensivität der Gerichte andererseits.
Die Gerichte, die der Herr Jesus am Beginn von Mat beschreibt, sind der "Anfang" der Ereignisse, die im Kommen des Herrn auf die Erde münden.
 
4) Um auf Deine Frage einzugehen: mit der Geburt ist nicht die Staatsgründung Israels gemeint. Bitte bedenke, dass Mat und Offb von zukünftigen Ereignissen spricht. Die Staatsgründung Israels ist jedoch schon Geschichte.
Die Beschreibungen setzen jedoch die Staatsgründung als "conditio sine qua non" voraus:
- Das Auftreten des Antichrist und dessen Verehrung im Tempel in Jerusalem: "der Gräuel der Verwüstung"
- Das Gericht über das jüdische Volk im Lande Israel.
etc.
 
Ich würde daher die von Dir erwähnte Geburt als Eintritt eines Menschen in die Welt sehen und daher eher mit dem Kommen des Herrn Jesus Christus auf die Erde vergleichen.
Zu dem entscheidenden Punkt, ob sich die Gemeinde Jesu in Mat 24 und Offb ab Kap 3 noch auf der Erde befindet, habe ich mir erlaubt, eindeutig Stellung zu beziehen (steht irgendwo in der Rubrik, die Hans-Peter unter meinem Namen angelegt hat).
 
Wenn manchmal behauptet wird, "die Zeichen der Zeit deuten auf die baldige Entrückung hin", kann ich mich da nicht ganz anschließen. Die Dinge, die wir heute im Zeitgeschehen beobachten:
- Staatsgründung Israels 1948
- Bildung der EU als wiederhergestelltes römisches Reich nach Daniel/Offb und Dinge wie die Ermöglichung der zentralen Steuerung des Zahlungsverkehrs (Offb 13,17)
- Zusammenrücken der Weltreligionen (ohne Anerkennung der Ansprüche Jesu Christi)
- Abfall i.V.m. der Zeichen und Wunderbewegung in der sog. Christenheit (in der Bibel immer im Kontext von endzeitlich-religiöser Verführung !)
- Ausufern der Sünden wie Abtreibung, Ehebruch, Hurerei, Unglauben
- Naturkatastrophen, Seuchen (Aids), Hunger und so weiter,
sind nicht die Vorzeichen oder gar Vorbedingungen zur Entrückung, sondern deuten auf das baldige "Einsetzen der Wehen" von Mat und Offb hin.
 
Die Gemeinde (bestehend aus allen, die Jesus Christus in Buße und Bekehrung als Herrn und Heiland angenommen haben und ihm nachfolgen) wird VORHER in die himmlische Herrlichkeit entrückt - das ist nota bene keine Phantasie- oder Wunschvorstellung, sondern klar biblisch belegt.
 
Wie nahe muss also das Kommen des Herrn Jesus für die Gemeinde sein....
 
 
Maranatha !
Peter