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Frage: 1854

Lieber Stephan!      5. 12. 04
 

Heiligung bedeutet laut Rö. 6, dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

Vor der Bekehrung war das Sündigen für uns alle völlig normal, manchmal sogar

Mit gutem Gewissen.

Unsere Gedanken, Gefühle, Augen, Ohren, die Zunge und andere Glieder wurden von der Sünde, also vom Bösen, missbraucht und entweiht.

Als wir Christus als Retter und Herrn akzeptierten, gab es einen Kommandowechsel.

Wir entsagten dem Teufel mit all seinen Werken und übergaben, bzw. weihten unsere Glieder dem Herrn.

Dieses generelle Nein zur Sünde und Ja zum Gehorsam Gott gegenüber ist das, was die Bibel Heiligung nennt.

Normalerweise wird dieser Herrschaftswechsel durch unsere Lebensübergabe an Christus  eindeutig und ehrlich vollzogen.

Bald danach wird uns jedoch klar, dass wir die getroffene Grundsatzentscheidung im Alltag verwirklichen , ja gleichsam einüben müssen.

Alte Neigungen und Wünsche möchten sich nämlich weiter einfinden und ungute Gewohnheiten sind nicht plötzlich verschwunden.

Und der alte Chef, Sünde genannt, möchte uns weiter beherrschen.

Wir haben es plötzlich mit 2 rivalisierenden Herren zu tun.

Was nun?

Wem sollen wir Hausrecht gewähren?

Für Christen bleibt klar, dass Jesus ihr Hausherr ist.

Aber was tun, wenn der alte Besitzer das Feld, bzw. Haus nicht freiwillig  räumen will?

Normalerweise beginnt jetzt ein Kampf.

Wir weisen ihm die Tür, lassen uns auf Wortgefechte ein, ziehen dabei aber oft den Kürzeren.

Wir merken, dass der alte Hausherr mit seinen Besatzern  raffiniert und brutal ist. – Daß wir ihm nicht beikommen.

Daß wir ihn nicht einfach hinaus bewältigen können.

Ja, es gab und gibt eine Lösung.

Ich habe es schon oft erlebt.

Und sie heißt: kämpfe nicht in eigener Kraft. – Empfange den Sieg durch den Glauben!

Was das heißt und wie man den Sieg im Glauben erleben kann, möchte ich jetzt aus persönlicher Erfahrung berichten.

Es gab einen Abschnitt in meinem Leben als Christ, in dem mich ein heftiger Zwiespalt beherrschte.

Meine Wiedergeburt hatte ich erlebt und war gewiss  geworden, ein Kind Gottes geworden zu sein.

 

Wir gehören zu den fünf klugen Jungfrauen aus dem Gleichnis.

Warum sage ich das?

Nun, weil wir  durch unsere  Lebensübergabe an Jesus Christus Kind er Gottes geworden sind .

Wir stehen  im „Buch des Lebens“, um es mit der Offenbarung zu sagen.

Wir sind  durch unsere  erfolgte Wiedergeburt aus dem Status eines Namenschristen heraus genommen.

Unsere  Zukunft ist gesichert, bis in die Ewigkeit hinein.

Wir brauchen  keine Angst mehr zu haben.

Wir müssen  nur noch dafür zu danken.

Weiter im Text: -

Aber im Alltagsleben hielt mich die Realität der Sünde und Welt noch gefangen.

Manchen Versuchungen konnte ich nicht widerstehen und bin darüber verzagt

und traurig geworden.

Immer wieder ließ ich mich zum Ärger reizen.

Hielt meine Zunge nicht im Zaum und ließ mich von unreiner Fantasie stark beherrschen.

Verzweifelt kämpfte ich gegen die Macht des Bösen in mir und unterlag immer wieder.

Ich war Christ, aber die Sünde war stärker als ich.

Sie triumphierte.

Oft klagte ich vor Gott: wann werde ich endlich die Sünde unter meine Füße bekommen?

Ich hatte damals gerade soviel vom Christ sein, um mich unter dauernden Selbstanklagen sehr miserabel zu fühlen.

Und das Schlimmste war, dass ich mich im Widerspruch zum Wort Gottes befand.

Einerseits las ich: Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt!

Andererseits war mir klar, damit stimmt dein Alltag nicht überein!

Du überwindest nicht die Welt, sondern wirst andauernd von ihr überwunden.

Deine Erfahrung sieht einfach anders aus.

Dieser Zwiespalt machte mich ratlos.

Wie sollte ich die Verhei0ung der Bibel und meine handfesten Niederlagen zusammen bringen?

Irgend etwas stimmte mit meinem Christsein noch nicht!

Dann aber begann Gott aber sehr ernst mit mir zu reden.

Ich möchte es hier als Zwiegespräch formulieren:

Gott fragte mich gleichsam: ob es wahr sei, dass ich Sein Kind sei.

Was ich natürlich bejahte.

Gott fragte weiter: Glaubst du denn, dass alles wahr ist was Ich dir durch Mein Wort sage?

Ich antwortete: Ja.

Weshalb hast du bisher nicht geglaubt, dass du die Welt überwindest, - hielt Er mir darauf vor.

Steht es nicht eindeutig geschrieben: Wer von Gott geboren ist, überwindet die Welt?!

Folglich bist auch du ein Überwinder!

Oder etwa nicht?

Wenn du Meinem Wort vertraust. Dann danke dafür, da0 du die Welt überwindest!

Doch meine Antwort lautete: Ach, Herr, Du weißt wie viele Niederlagen ich inzwischen erlebt habe.

Das genaue Gegenteil  von Sieg ist bei mir der Fall.

Wie könnte ich jetzt dafür danken die Welt schon überwunden zu haben.

Aber der Herr redete weiter sehr ernst mit mir.

Ich will, dass du deine Erfahrungen und Gefühle verleugnest und Meinem Wort vertraust.

Wenn Ich dir sage, daß  du, als Mein Kind die Welt überwindest, dann ist das wahr!

Aber dafür hast du Mir bisher weder gedankt, noch in Anspruch genommen.

Denke daran, wie du die Vergebung deiner Sünden erlangt hast.

Obwohl du dich noch schuldig und elend fühltest, hast du Meiner Zusage, dass Mein Blut dich rein wäscht von allen Sünden, schließlich geglaubt.

Warum vertraust du Meiner Zusage nicht, dass du die Welt überwindest, ja überwunden hast!!

Ich habe am Kreuz für dich gekämpft und die Welt für dich schon überwunden.

Mein Sieg ist dein Sieg!!

Glaube es jetzt!!!

Du musst ihn nicht erst selber erringen!!!

Und dann begann ich, zunächst zögernd, etwas zu tun, das meiner Vernunft völlig widersprach.

Ich faltete die Hände und betete etwa folgendermaßen:

Herr, Dein Wort sagt, dass ich durch meine Wiedergeburt von Dir zu einem Überwinder gemacht worden bin.

Ich habe bisher zwar wenig davon erlebt, aber ich danke Dir, dass es wahr ist.

Ich glaube jetzt, dass ich Sieger bin über den Teufel, Sünde und Welt, weil Dein Wort es mir sagt.

Amen!

Dieses Gebet hat mein Glaubensleben verändert.

In der Praxis sah es bei mir  so aus: Von Natur aus war – war! – ich ein jähzorniger Mensch.

Ich weiß, ich hatte es ererbt.

Wenn mein Vater sagte, der Himmel ist grün, dann durfte ihn niemand widersprechen. Das ist jetzt bewusst übertrieben. Ich weiß. 

Mein Glaubensleben erhielt aber jetzt eine neue Qualität. .

Wie gesagt, ich war überaus kritikempfindlich.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt konnte meine Frau sagen: das hätte ich vor 2 Jahren nicht sagen dürfen, denn dann wärest du explodiert.

Heute kann ich darüber lachen.

Diese Veränderung selbst spüre ich ich nicht.

Ich hatte auch kein "Training" oder was auch immer unternommen, um davon frei zu werden.

Auch brauchte ich keine Dämonenaustreibung, geschweige denn, irgendwelche Kriegsführung.

Die Veränderung geschieht durch den innewohnenden Heiligen Geist, in dem ich den von Jesu errungenen Sieg in Dankbarkeit in meinem Leben wirken lasse.

Bis dahin kannte  ich nur die Dimension der Vergebung meiner Sünden. – Allein durch den Glauben.

Jetzt erschloß sich auch die Dimension des Sieges über die Sünde als freies Geschenk, allein durch den Glauben.

Durch den Glauben trat ich aus dem grauen Nebeltal meiner Niederlagen  heraus in die frohe und freimachende Höhe des Wortes Gottes-

Beschämt erkannte ich, dass ich mich  bisher zwar gläubig genannt hatte, aber meinen Glauben auf einen Teil der Erlösung beschränkt hatte.

Nämlich auf die Sündenvergebung und das ewige Leben.

Daß ich ein Weltüberwinder war, wollte ich erst glauben, wenn ich es durch die Erfahrung bestätigt fand.

Weil das aber nicht der Fall war, darum hatte ich den Wort Gottes misstraut und

daher in meinen Herzen entwertet.

Ich hatte mich erdreistet, der Zusage Gottes, dass ich ein Überwinder war, eine eigene verdrehte Lesart zu geben.

Und die lautete etwa so: Alles, was von Gott geboren ist, bemüht sich oder versucht es immer wieder die Welt zu überwinden.

Ob ich das je schaffen würde?

Das war mir mehr als fraglich!

Wenn wir ehrlich zu uns sind, wissen wir, daß es ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Diese Interpretation, eigentlich mehr Manipulation eines Bibelwortes scheint von der Erfahrung gesehen, realistisch und vernünftig zu sein.

Sie hat nur einen entscheidenden Fehler:

So steht es nicht in der Bibel!

Sondern dort steht: Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt.

Das gilt schon jetzt und in jeder Versuchung.

Auch für mich und, falls   Du wiedergeboren bist,  auch ganz bestimmt  für Dich!

Wie sehr wir Christen leider an erlebten Niederlagen und nicht an dem, was Gott sagt, orientieren, ließe sich durch einen Test problemlos bestätigen.

 

Wenn ich in einem Gottesdienst fragen würde, wie viele Anwesende wiedergeboren sind, dann könnte es sein, dass etwa 2/3 der Anwesenden sich melden.

Würde ich danach aber fragen, wie viele von Ihnen haben Sieg über Teufel, Sünde und Welt.

Wer von Ihnen ist ein Weltüberwinder?

Ich bin sicher, wenn überhaupt, dann würden sich nur wenige melden.

Dabei bestätigt es Gott durch Sein Wort eindeutig allen Wiedergeborenen, dass sie tatsächlich Weltüberwinder sind.

Allerdings hilft diese Tatsache Ihnen nur dann, wenn Du es glaubst.

Indem Du ganz einfach dafür „Danke“ sagst.

Um es nochmals zu betonen:

Der kühne Glaube an den Sieg über Sünde und Welt gründet sich nicht auf Erfahrungen sondern auf Gottes untrüglichem Wort.

Glaubst du – so hast du!

Glaubst du aber nicht, - so hast du auch nicht!

Wäre die Logik dazu!

Falls Du nicht oder noch nicht glaubst, dann begehst Du  einen gravierenden Fehler.

Setze  Unglauben nicht zur Norm.

Das würde Dir  die Tür zum sieghaften Glauben nur noch mehr verschließen.

Übrigens:

Kleinglaube, Verzagtheit und verzweifeltes Ringen um den eigenen Sieg, wären ein triftiger Grund, darüber Buße zu tun.

Statt dankbar zu glauben,  dass Christi Sieg Dir gehört,  willst Du  es lieber selber versuchen!

Höre auf, Dich  selbst erlösen zu wollen.

Manche werden vorsichtig fragen fragen:  Ja, aber wie soll und wird es weiter gehen?

Wird mich das gleich total verändern?

Wenn ich glaube, ein Weltüberwinder zu sein!

Werde ich keine Enttäuschung mehr erleben und keine Fehler mehr machen?

Nur keine Angst zu schnell vollkommen zu werden!!

Das ist übrigens ein häufiger Grund, auf den kühnen Satz vom Glaubenssieg, der die Welt bereits überwunden hat, lieber doch zu verzichten!

Man scheut sich, damit in die Ecke der Perfektionisten zu geraten.

Nochmals:

Nur keine Sorge!

Du wirst es lernen, zwischen der Glaubensstellung, die Deinen  Siegesstatus voll bejaht und der Glaubensverwirklichung im Alltag zu unterscheiden.

In die Glaubensstellung gelangst Du  durch einen Glaubensakt oder –schritt. Eben, - durch Deine Bekehrung.

Für die Glaubensbewährung braucht Dein  Erzieher, der Heilige Geist, sehr viel Zeit.

Er wird Dir  jedoch nur dann weiter helfen, wenn Du  grundsätzlich glaubst ,

die Welt mit Jesus bereits schon überwunden zu haben.

Und durch Jesus Sieger zu sein!!

Ja, Du wirst  sicher noch Fehler machen.

Weil wachsender Glaube gleichsam eingeübt werden muß.

Aber Du wirst  dabei immer wachsamer werden und aus Fehlern, die Du  machst,  wirst Du  profitieren.

Ich bin dankbar, dass die Bibel für das Wachstum im Glauben manche Beispiele hat.

So heißt es im Psalm 84, Vers 8:

   Sie erhalten einen Sieg nach dem andern

Beim Überwinden der Welt gibt es folglich einen Fortschritt.

Denn es heißt nicht: sie erhalten alle Siege zugleich.

Heute wird dieses Übel erkannt und besiegt und morgen ein nächstes!

Und wahrscheinlich wird der Heilige Geist  bis zu Deinem  Tode mit der Heiligung fortfahren müssen.

Ein Überwinderleben lässt uns demütiger werden.

Mit freundlichem Gruß -
Berndt S