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Frage 1935

Lieber Hans Peter
 
Ich habe mich soeben im Forum etwas umgesehen und festgestellt, dass Einträge drin stehen, dass Luther eigenartige Aussagen gemacht hätte.  
Am meisten irritiert hat mich dabei die Aussage, dass Luther scheinbar ein Judenhasser gewesen sei.
Ich habe einige Bücher von Luther studiert und ich bin auf Textstellen gestossen wo Luther selber schreibt, dass es ungeheuerlich ist was er mit der Bibelübersetzung ausgelöst habe.
Denn jetzt wollen es alle besser wissen und verbreiten Lügen über ihn damit sie ihre persönliche Auslegung in den Vordergrund rücken können.
Sie bringen zum Beispiel Gerüchte und Schriften über ihn in Umlauf wo sie behaupten, dass er ein Judenhasser sei.
Doch wie könne er ein Judenhasser sein, wenn doch die Juden das Auserwählte Volk Gottes sind.
Wie arg werden sie es wohl erst treiben wenn er unter der Erde liegt und sich gegen die falschen Aussagen überhaupt nicht mehr wehren könne.
 
Genau so ist es mit dem grossen Reformator gekommen ! (Denn die Früchte des Fleisches sind offenbar derer da sind: Neid,...Missgunst ...ff.)
Ich persönlich wäre sehr vorsichtig mit so ultimativen Urteilen über andere.
Irgendwo behauptet sogar einer, dass Luther einen Mord begangen hätte - unglaublich - und dies auf einer christlichen Plattform ! 
 
Vielen Dank im voraus für Deine Antwort !
 
Lars
 
 
Lieber Lars
Es ist vielleicht einmal gut, wenn Du das Buch von dem Berufstheologen,  Dr. Martin Luther liesst:
"Die Juden und Ihre Lügen".
 Darf ich es dir als PDF zustellen? Ich brauche dazu einfach deine Postadresse. (es sind 330MB...
 Wenn Du dann noch glaubst, dass  Dr. M. Luther ein wiedergeborener Christ war, dann ist es der Papst und Adolf Hitler auch.
Auch die Irrlehren bezüglich Errettung durch Kindertaufe und der Wandlung des Brotes im Abendmahl, habe Luther als Heiden entlarvt.

Da noch einige Links zum Irrlehrer Dr. M.  Luther:

Aquavit

1093  Lutheraussagen  (Mit vielen Unterlinks)

Betreffend "Luther und Mörder"  folgenden Tipp: gib doch beide Worte mal im Google.de ein oder auch mal "Hieronimus Buntz".

In IHM
Hans Peter

Lieber Hans Peter

Vielen Dank für Deine Angaben. Ich habe sehr viel mit Katholiken zu tun - meist durch geschäftliche Kontakte.

Sehr oft treten sie nach einigen Gesprächen über die katholische Kirche dann aus, weil die Sache eigentlich auf der Hand liegt.

(Tretet aus von ihnen damit ihr nicht an ihren Sünden teilhaftig werdet.

An den Früchten werdet ihr sie erkennen usw. ).

Drin bleiben nur Verstockte und traditionell Verankerte. Doch Hauptsache es wurde ihnen mitgeteilt. Der Rest ist ihre Selbstverantwortung.

Dank u.a. Luther haben wir überhaupt eine Argumentationsgrundlage und würden uns sonst immer noch im Land der Mythen und Hokuspokus-Eucharistie tummeln.

Luthers Grundaussage war: Sola scriptura. Oder: Johannes-Evangelium - Im Anfang war das Wort und sas Wort war bei Gott und es ward nichts gemacht ausser durch das Wort Gottes usw. und dann Vers 14: Und Gott ward Fleisch:

Jesus Christus ! Ableitung: Wenn wir in der Heiligen Schrift lesen begegnen wir Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist.

Sogar Spurgeon hat folgendes einmal gesagt: Die Welt leidet an Mangel an klarer biblischer Lehre wie es Martin Luther gelehrt hatte.

Auch ich zähle mich zu denen, die sehr gute Ansatzpunkte bei Luther gefunden hatte. U.a. sola scriptura und dies hat für mich persönlich sehr viel Klarheit gebracht.

Als Luther merkte, dass die Leute sich auf ihn fokussierten sagte er u.a.:

Ich bin doch im Vergleich zu Christus nur ein elender Madensack, der einmal im Grab von den Würmern zerfressen wird. Seht auf die Heilige Schrift - auf Christus. Dort findet ihr euer Heil - nicht bei mir.

Ich finde, klarer kann man es nicht auf den Punkt bringen. Luther sah sich nur als Wegweiser in die Heilige Schrift.

Danach wurde er als Person permanent als Irrlehrer dargestellt damit die Bahn frei wurde für "gesalbte" Päpste in Jeanshosen die auch noch ihren Senf dazumischen wollen.

Vor allem in charismatischen Kreisen und Gruppierungen die ihre eigene Lehrmeinung durchboxen wollen, wird Luther sehr stark angegriffen, denn sein Hinweis sola scriptura lenkt von Menschen und Einzelpersonen ab. Da jedoch der Mensch sehr oft neurotisch profilierungssüchtig ist und weil er es vielleicht im "normalen" Leben nicht zu dem gebracht hat, was er eigentlich vorhatte, versucht er es oft im christlichen Lehrgewand. Da steht natürlich Luther im Wege der einfach in die Heilige Schrift gewiesen hatte. Schon in seinem Ableben klagte er über die lauen Pfärrer die nicht nach der Schrift lehrten, weil sie das Publikum nicht vergraulen wollten und sich des Evangeliums schämten.

Dies wird ihm heute - zum Dank - auch noch in die Schuhe geschoben.

Luther wurde im wahrsten Sinne des Wortes von der Welt letztendlich verspottet und verfolgt, weil er mit "sola scriptura" Säure über alle Irrlehren und Selbstherrlichen goss.

Die Gegenreaktion hatte ihre Nachhaltigkeit - bis heute !

Herzliche Grüsse

Lars

 
18.01.05
 
Lieber Lars,
 
du schreibst:
"Luther wurde im wahrsten Sinne des Wortes von der Welt letztendlich verspottet und verfolgt,
weil er mit "sola scriptura" Säure über alle Irrlehren und Selbstherrlichen goss."
 
Da denke ich einmal an das Naheliegende:
 
Mit "Allein die Bibel" dachte Luther natürlich an seine Bibel als Verkaufsschlager,
denn andere gab es ja auch.
 
Wieso sollte ein kath. Pfarrer damals die Lutherbibel lesen?
War der lateinische Text in einer lateinischen Bibel ein anderer ?
Das wäre vielleicht interessant.
 
Gruß
Kurt R.