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Betreff: Die Taufe

 

Lieber Hans-Peter,
 
die Aussage, die Taufe sei ein Bekenntnis vor z.B. der
unsichtbaren und der sichtbaren Welt habe ich in
"Brüderkreisen" jetzt schon öfter gehört.
 
Allerdings frage ich mich, wie man darauf kommt.
 
Wenn man sich die zugehörigen Bibelstellen anschaut,
 
Matthäus 3,6 und sie wurden von ihm im Jordanfluß getauft,
[b]indem sie ihre Sünden bekannten[/b].
Matthäus 3,7 Als er aber viele der Pharisäer und Sadduzäer
zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Otternbrut!
Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?
 
Kann man also durch die Taufe dem "kommenden Zorn
entfliehen"?
 
Matthäus 28,19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu
Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des Heiligen Geistes,
 
mit der Taufe kann man also "Jünger" machen?
 
Markus 1,4 Johannes trat auf und taufte in der Wüste und
predigte die Taufe der Buße [b]zur Vergebung der
Sünden[/b].
Markus 1,5 Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische
Land und alle Einwohner Jerusalems, und sie wurden im
Jordanfluß von ihm getauft, [b]indem sie ihre Sünden
bekannten[/b].
Markus 16,16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist,
wird errettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt
werden.
 
Glaube+ Taufe = Errettung?
 
 
Lukas 7,29 Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner
haben Gott recht gegeben , indem sie sich mit der Taufe des
Johannes taufen ließen ;
Lukas 7,30 die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten
haben den Ratschluß Gottes für sich selbst wirkungslos
gemacht , indem sie sich nicht von ihm taufen ließen .
Apostelgeschichte 2,38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut
Buße, und jeder von euch [b]lasse sich taufen auf den Namen
Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden![/b] Und ihr werdet
die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
 
Apostelgeschichte 16,33 Und er nahm sie in jener Stunde der
Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab; und er ließ
sich taufen [b]und alle die Seinen sogleich.[/b]
Apostelgeschichte 18,8 Krispus aber, der Vorsteher der
Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Haus; und
viele Korinther, die hörten, wurden gläubig und ließen sich
taufen .
Apostelgeschichte 18,25 Dieser war im Weg des Herrn
unterwiesen, und, brennend im Geist, redete und lehrte er
sorgfältig die Dinge von Jesus, obwohl er nur die Taufe des
Johannes kannte.
Apostelgeschichte 19,3 Und er sprach: Worauf seid ihr denn
getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des
Johannes.
Apostelgeschichte 19,4 Paulus aber sprach: Johannes hat mit
der Taufe der Buße getauft , indem er dem Volk sagte, daß
sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das ist an
Jesus.
Apostelgeschichte 19,5 Als sie es aber gehört hatten,
ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen ;
Apostelgeschichte 22,16 Und nun, was zögerst du? Steh auf,
laß dich taufen [b]und deine Sünden abwaschen[/b], indem du
seinen Namen anrufst!
Römer 6,3 Oder wißt ihr nicht, daß wir, so viele auf
Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft
worden sind?
Römer 6,4 So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die
Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten
auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so
auch wir in [b]Neuheit des Lebens[/b] wandeln.
(1.Korinther 15,29 Was werden sonst die tun, die sich für
die Toten taufen lassen ? Wenn überhaupt Tote nicht
auferweckt werden, warum lassen sie sich denn für sie
taufen ?)
Galater 3,27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft
worden seid, [b]ihr habt Christus angezogen.[/b]
Epheser 4,5 Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
Kolosser 2,12 [b]mit ihm begraben in[/b] der Taufe, in ihm
auch mit auferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft
Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.
1.Petrus 3,21 Das Gegenbild dazu [b][u]errettet jetzt auch
euch,[/b] das ist die Taufe[/u] - [b]nicht[/b] ein Ablegen
der Unreinheit des Fleisches, [b]sondern[/b] die Bitte an
Gott um ein gutes Gewissen - durch die Auferstehung Jesu
Christi.
 
kann man da nicht darauf schliessen.
 
Viel eher kann man zu der Annahme gelangen, dass die Taufe
ein rettendes Moment hat.
Damit stünde aber die lutherische Praxis der Bibel näher
als die der "Brüder".
 
Wie ist das zu verstehen?
 
Ausserdem wird aus o.g. Stellen deutlich, dass die Taufe
immer passiv ist, d. h. empfangen wird.
Sie ist doch also nichts, was auf mein Verdienst
zurückgeht.
Wenn dem aber so ist, dürfte doch der Zeitpunkt (ob vor
oder nach meiner Bekehrung) keinerlei Rolle mehr spielen?
 
Fragend grüsst
 
Eckhard Sluiter
=============================
 
P.S.: Aus Luthers Taufbüchlein geht hervor, dass er das
Salz bestreuen etc. doch wohl eher als menschliches Beiwerk
abtut.
 
"So gedenke nu, daß in dem Täufen diese äußerliche Stück
das Geringste sind, als da ist unter Augen blasen, Kreuze
anstreichen, Salz in den Mund geben, Speichel und Koth in
die Ohren und Nasen thun, mit Oel auf der Brust und
Schultern salben und mit Chresam die Scheitel bestreichen,
Westerhemd anziehen und brinnende Kerzen in die Hand geben,
und was da mehr ist, das von Menschen die Taufe zu zieren
hinzugethan ist. Denn auch wol ohn solches alles die Taufe
geschehen mag, und nicht die rechten Griffe sind, die der
Teufel scheuet oder fleucht. Er verlachet wol größer Ding;
es muß ein Ernst hie sein" (Luther,M.; Das Taufbüchlein,
1538)
 
Hingegen er in Wirklichkeit auf würdigen Ernst hin pocht:
 
"Sondern da siehe auf, daß du in rechtem Glauben da
stehest, Gottes Wort hörest und ernstlich mit betest. Denn
wo der Priester spricht: Laßt uns beten, da vermahnet er
dich je, daß du mit ihm beten sollst. Auch sollen seines
Gebets Wort mit ihm zu Gott im Herzen sprechen alle Pathen
und die umher stehen. Darum soll der Priester diese Gebet
fein deutlich und langsam sprechen, daß es die Pathen hören
und vernehmen können, und die Pathen auch einmüthiglich im
Herzen mit dem Priester beten, des Kindleins Noth aufs
allerernstlichste für Gott tragen, sich mit ganzem Vermügen
für das Kind wider den Teufel setzen und sich stellen, daß
sie es ihnen ein Ernst lassen sein, das (da es) dem Teufel
kein Schimpf ist.
 
Derhalben es auch wol billig und recht ist, daß man nicht
die trunkene und rohe Pfaffen täufen lasse, auch nicht lose
Leute zu Gevattern nehme, sondern feine, sittige, ernste,
fromme Priester und Gevattern, zu denen man sich versehe,
daß sie die Sache mit Ernst und rechtem Glauben handeln,
damit man nicht dem Teufel das hohe Sacrament zum Spott
setze und Gott verunehre, der darin so überschwenglichen
und grundlosen Reichthum seiner Gnaden über uns schüttet,
daß ers selbst eine neue Geburt heißt, damit wir aller
Tyrannei des Teufels ledig, von Sünden, Tod und Hölle los,
Kinder des Lebens und Erben aller Güter Gottes, und Gottes
selbst Kinder und Christus Brüder werden.
 
Ach lieben Christen, laßt uns nicht so unfleißig solche
unaussprechliche Gaben achten und handeln; ist doch die
Taufe unser einiger Trost und Eingang zu allen göttlichen
Gütern und aller Heiligen Gemeinschaft. Das helfe uns Gott!
Amen."(Luther,M.; Das Taufbüchlein, 1538)
 
 
Aus Deinen Auslassungen über Luther schliesse ich, dass Du
das Gegenteil annahmst.
 
ich las gerade deine Frage auf bibelkreis.ch und dachte so an folgenden Artikel:

https://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=&id=457

Liebe Grüße

Stephan Isenberg

 

 

Die Taufe als ein öffentlicher Seitenwechsel

Denn wir müssen wieder bedenken, daß hier zu Juden gesprochen wird. Und zu diesen Juden wird hier gesagt: Ihr seid errettet – wovon? – von einer bösen Welt, nicht nur von einer bösen Welt, sondern auch von einem bösen Volke. Was geschah am Pfingsttage? Da standen die 12 Jünger - wie wurden die getauft? Petrus kann hier nicht sagen: "Errettet UNS" – denn er war gar nicht getauft – wer sollte ihn getauft haben? Er hatte ja die Schlüssel des Reiches, er bildete mit den 120, auf welche der Heilige Geist kam, das Reich der Himmel. Sie standen drinnen und Petrus hatte die Schlüssel und er sollte jetzt, weil er den Schlüssel des Reiches hatte, andere durch die Taufe hineinführen, und so wurden die 3000 getauft. Er wurde selbst nicht getauft, brauchte er auch nicht, er war schon drin, in dem Augenblick, als der Heilige Geist auf ihn kam. Aber der Heilige Geist kam nicht automatisch auf das böse Volk, das den Herrn Jesus verworfen hatte. Keiner von ihnen empfing den Heiligen Geist bevor sie öffentlich von der falschen Seite, von dem Volk, das den Herrn Jesus verworfen hatte, zu der anderen Seite hinübergegangen war. Sie baten: „was müssen wir tun?“. Solche, die im Herzen berührt waren durch das Wort, das gepredigt wurde, und da sagt Petrus, sie sollten sich taufen lassen und dann würden sie den Heiligen Geist empfangen und er sagt auch dabei „Lasset euch retten von einem verkehrten Geschlecht!“.

Das ist Errettung, so wie nicht oft unter uns darüber gesprochen wird. Das ist aber auch Errettung. Wir sind nicht nur errettet von der Hölle, um zum Himmel gehen zu können, wir sind errettet von einer bösen Welt, wo wir hier auf dieser Erde auf der Seite des Gestorbenen, des Verworfenen stehen. Sie sollten sich retten lassen von diesem verkehrten Geschlecht. Nicht nur innerlich. Es genügte nicht, daß sie nur innerlich eine Entscheidung für Christus trafen, dann würden sie den Heiligen Geist nicht bekommen. Nein, das mußte öffentlich geschehen und im nächsten Vers steht unmittelbar, wie das geschah: „sie nahmen das Wort an und ließen sich taufen“. Von dem bösen Volke, das Christus verworfen hatte, so daß jeder, der noch zu diesem Volke gehörte, auch mit verantwortlich war dafür – sie mußten sich öffentlich davon trennen, durch diese öffentliche Handlung und so kamen sie auf die Seite des Verworfenen zu stehen. Da empfingen sie Vergebung, da empfingen sie den Heiligen Geist.

Die Taufe bei Paulus

So war es auch bei Paulus. Paulus wurde bekehrt auf dem Wege nach Damaskus. Da war alles in Ordnung, da war er fähig, um zum Himmel zu gehen, da war er verbunden mit einem verherrlichten Christus im Himmel. Aber wo stand er auf dieser Erde? Wo stand er für diese Erde? Auf der falschen Seite. Er stand noch auf der Seite des Volkes. Und jetzt kommt Ananias zu ihm und sagt: „lasse dich taufen und deine Sünden abwaschen“. Nun, sagen wir, wie ist das denn möglich, seine Sünden waren doch schon abgewaschen, ja, innerlich für Gott, aber noch nicht für diese Erde. Für diese Erde stand er noch auf der Seite des Volkes, daß Christus gekreuzigt hatte. Er sollte auch durch ein öffentliches Zeugnis klar machen, wo er jetzt stünde und erst dann würde auch für diese Welt in Bezug auf seinen Platz in dieser Welt keine Sünde mehr an ihm haften. Darum ist die Taufe so wichtig.

Für diese jüdischen Christen war die Taufe das Rettungsmittel gewesen. So wie die Arche den Noah und seine Familie aus dieser Welt befreit hatte, so waren diese jüdischen Christen durch diese Taufe aus dem bösen Volke befreit, und sie standen auf der Seite des Christus.

kompletter Artikel:
https://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=&id=899

ich las gerade deine Frage auf bibelkreis.ch und dachte so an folgenden Artikel:

https://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=&id=457

Liebe Grüße

Stephan Isenberg

Lieber Eckhard

Gestern brachte mir Kurt noch einige "Signal". Ich war echt erfreut und überrascht, dass die da einige Dinge in der letzten Zeit begriffen haben. Na, sie sind halt aus dem KT. Bern und da hat gut Ding Weile... Letztlich haben sie den Absprung von ihrem Liebling der alten Tanten, Gregor Dalliard doch auch noch geschafft. Dass sie es wagen, folgenden Artikel einzuschieben, zeigt,  dass sie das Herz doch auf dem rechten Fleck haben.

In IHM
 Hans Peter Wepf

Der SEK verwirft die „Wiedertaufe“

von Pfr. Peter Uhlmann

In einem 13-seitigen Papier nimmt der „Schweiz. Evang. Kirchenbund“ deutlich gegen die „Wiedertaufe“ Stellung. Es werden drei Gründe angeführt:

a) Zum ersten Punkt steht in diesem Papier: „Biblisch-theologisch ist die Taufe ein einmaliger Akt. Die Kirche spricht dem Täufling die Gnade Gottes in Jesus Christus zu und der Täufling antwortet mit dem Bekenntnis des Glaubens. ... Die Wiedertaufe ist eng mit der Frage verbunden, ob die Taufe von unmündigen Kindern gültig sei oder nicht. Was in der Taufe von Erwachsenen (im Idealfall) zusammenkommt, der Zuspruch von Gottes Gnade durch die Kirche und die Antwort darauf im Bekenntnis des Gläubigen, tritt in der Taufe von Kindern auseinander. ...“

b) „Die Taufe ist ein Zeichen des Evangeliums, das die christlichen Kirchen im ökumenischen Prozess eint.“ Die offizielle Anerkennung der Wiedertaufe wäre ein innerkirchliches Zeichen der Spaltung, heisst es weiter. Zudem würden sich die Mitgliedkirchen des SEK mit der Praxis der „Wiedertaufe“ auf ökumenischer Ebene gegenüber „den katholischen und orthodoxen Kirchen isolieren“. Einmal mehr überschatten ökumenische Überlegungen die von der Bibel her gegebenen Fakten.

c) „Schliesslich ist auch seelsorgerlich die Wiedertaufe nicht ratsam. ...“

Die vollständige Stellungnahme kann man unter www.sek-feps.ch vom Internet abrufen.

Die Taufe - ein Reizthema

Bis heute ist die Taufe, resp. „Wiedertaufe“ für viele Leute und Kirchenleitungen ein Reizthema. Die meisten Kirchenmitglieder, die als Säuglinge getauft wurden, wollen von Christus und seinem Erlösungswerk sowie von der Bekehrung und der geistgewirkten Wiedergeburt nichts wissen. Es sind „mit Wasser bespritzte Heiden“, wie dies der geistesmächtige Pfarrer Heinrich Kemner formuliert hatte.

Täuferische Freikirchen, wie die Bapisten, die Mennoniten, die Evang. Täufergemeinden, die Freien Evang. Gemeinden sowie diverse pfingstlerische Gemeindeverbände (z.B. Schweiz. Pfingstmission) anerkennen die Säuglingstaufe nicht als neutestamentliche Taufe. Sie taufen nur Personen, die sich zu Christus bekehrt haben.

Bekenntnistaufe ist keine „Wiedertaufe“!

Von daher verwerfen die genannten Freikirchen den Ausdruck „Wiedertaufe“. In neutestamentlicher Zeit wurden alle Menschen, die sich bei Johannes dem Täufer taufen liessen, nochmals getauft, wenn sie an Jesus gläubig wurden. Dies kann man in Apostelgeschichte 19,1-7 nachlesen. Alle Menschen, die Johannes der Täufer schon getauft hatte, wurden nochmals getauft, nachdem sie an Jesus Christus gläubig geworden waren.

Zu beachten ist, dass die damalige Johannestaufe von der Form und vom Inhalt her viel näher bei der „Jesus-Taufe“ war, als die heutige Praxis der bekenntnislosen Säuglingstaufen.

Während Jahrhunderten Bekenntnistaufe

Seit frühster Zeit verlangten die frühchristlichen Kirchen ein Christusbekenntnis jedes Täuflings. Sie mussten zuvor auch einen zwei- bis dreijährigen Unterweisungskurs (Katechumenat) besuchen. Eine Taufe ohne Bekenntnis des Täuflings war unvorstellbar. Erwachsenentaufen wurden in der kath. Kirche teilweise bis ins 14. Jh. ausgeübt. In Florenz wurde Mitte des 13. Jh. vor dem Dom das letzte Baptisterium gebaut. Es enthielt ein Taufbecken von mehreren Metern Durchmesser.

„Säuglingstaufe eine Abfall vom apostolischen Christentum“

Im 20. Jh. sprachen sich etliche Vertreter der Landeskirchen oft zum Unwillen ihrer Amtskollegen sehr deutlich zur Taufe entscheidungsfähiger Menschen aus. In einem 1929 erschienenen, sehr beachteten Artikel schrieb Hans Windisch: „Die Säuglingstaufe ist natürlich sehr schwer mit den apostolischen Taufzeugnissen zu verbinden; sie setzt eine zu einseitige Betonung des magisch-sakramentalistischen ... Faktors voraus ... Für das Volk wurde das Sakramental-Magische das Wesentliche bei der Taufe ... Die Kindertaufe der katholischen Kirche bedeutet einen Abfall vom apostolischen Christentum.“

Markus Barth, ein Sohn des eben zitierten Karl, kommt in seinem Buch, „Die Taufe ein Sakrament?“ von 1950, zu folgenden Schlussfolgerungen: „... das Neue Testament spricht nicht von einer Taufe unmündiger Kinder. ... Weil der Vollzug der Taufe an Säuglingen völlig unmöglich macht, dass die Taufe ein Akt der Buße und des Bekenntnisses des Täuflings ist, widerspricht die Praxis der Kindertaufe dem Befehl ‚Machet zu Jüngern, indem ihr tauft!‘ und dem Befehl: ‚Lasst euch taufen!‘ ... Ist die Wassertaufe Gebet um die Geisttaufe oder Bestätigung der Geisttaufe, so kann die Kindertaufe nicht als maßgebliche Form der Taufe gelten.“

Karl Barths Wende in der Tauffrage

1943 schrieb der reformierte Theologieprofessor Karl Barth in einem provozierenden Aufsatz: „Weil man durch die Schlaftaufe in die Volkskirche kommt, deshalb gibt es so viel Schlafchristlichkeit und so wenig bekennende Christen.“ – Aufgrund der Forschungsarbeit seines Sohnes formulierte Karl Barth seine Lehre zur Taufe neu. In seinem letzten Band seiner „Kirchlichen Dogmatik“ rief er die Landeskirchen dringend auf, die Taufpraxis zu reformieren und die Bekenntnistaufe einzuführen. Es gab damals manche hart geführte Diskussionen. Durch die Erfahrung im Nazi-Deutschland wurde Barth bewusst, dass nur die Bekenntniskirche eine Chance zum Überleben hat.

Emil Brunner: Das Missverständnis der Kirche

Auch andere Forscher zeigten auf, dass die Säuglingstaufe vom Neuen Testament her und aufgrund der frühchristlichen Fakten nicht wissenschaftlich zu begründen ist.

Was ist seit der Arbeit der beiden Professoren Markus und Karl Barth geschehen? – Jeder Leser kann sich selbst die Antwort geben. – Man wird den Verdacht nicht los, die reformierte Kirche wolle deshalb die Säuglingstaufe nicht aufgeben, weil sie sonst noch mehr Mitglieder verlieren würde. In dieser Situation wäre es angezeigt, die Schrift von Prof. Emil Brunner neu zu studieren: „Das Missverständnis der Kirche“. (154 Seiten; man kann sie in jeder Buchhandlung zum Preis von Fr. 18.80 beziehen).

Der Kernpunkt: Ja oder Nein zur Bekenntnisgemeinde

Der Kernpunkt der Auseinandersetzung liegt nicht im Tauf-, sondern im Gemeindeverständnis. Das Neue Testament kennt durchgängig nur die Gemeinde der zum Glauben Gekommenen. In den ersten Jahrhunderten waren die Kirchen ausschliesslich Bekenntnisgemeinden. Erst als Kaiser Theodosius die katholische Kirche im Jahr 380 zur Staatskirche erklärte, verlor sie immer mehr ihren Bekenntis- Charakter. Sie wurde zu einer staatlich verordneten Religion.

Irrlehren und Verneinung biblisch bezeugter Wunder werden toleriert

Dass die Menschen einer Bekenntniskirche nicht perfekt sind, sondern begnadigte Sünder bleiben, sagt das Neue Testament ebenfalls überdeutlich. Die theologischen Argumente für die Säuglingstaufe sind überwiegend nachträgliche Rechtfertigungen einer Praxis, mit der zu brechen es sich kein Pfarrer leisten kann, will er nicht sein Amt aufs Spiel setzen. Nahezu jede Irrlehre auf der Kanzel wird akzeptiert, nur ein Nein zur Säuglingstaufe scheint die Kirche in ihren Grundfesten zu bedrohen. Gleichzeitig prägen heute unbekehrte „Getaufte“ das Leben der Kirche in einem Ausmaß, wie es die Glaubenden niemals können. Damit sind die betreffenden Kirchen in einen gefährlichen antichristlichen Sog geraten.

 

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P. H. Uhlmann, Die neutestamentliche Taufe – Praxis und Geschichte, 46 S., Fr. 6.-, zu beziehen bei:

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