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27.05.2001

Frage 204

Guten Tag
ich muß in der Schule ein Referat über Jesus und die Hölle halten und nun
möchte ich von ihnen gerne wissen, wann Jesus von der Hölle gesprochen
hat (religiöser und geschichtlicher Hintergrund).
Ich würde mich über eine baldige Antwort sehr freuen.
Sophie


Liebe Sophie

ich schreib dann noch etwas weiter, aber da mal was zum lesen.

In  IHM

Hans Peter

1. Die Bibelstellen

Mt 5,22 Ich aber sage euch, daß jeder, der seinem Bruder [ohne Grund] zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber irgend zu seinem Bruder sagt: Raka! {Ein Ausdruck der Verachtung: Tor, Taugenichts} dem Synedrium verfallen sein wird; wer aber irgend sagt: Du Narr! {O. Verrückter; auch: Gottloser} der Hölle des Feuers verfallen sein wird.

Mt 5,29 Wenn aber dein rechtes Auge dich ärgert, {d.h. dir zum Fallstrick wird} so reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist dir nütze, daß eines deiner Glieder umkomme und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.

Mt 5,30 Und wenn deine rechte Hand dich ärgert, {d.h. dir zum Fallstrick wird} so haue sie ab und wirf sie von dir; denn es ist dir nütze, daß eines deiner Glieder umkomme und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.

Mt 10,28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle.

Mt 18,9 Und wenn dein Auge dich ärgert, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist dir besser, {Eig. gut} einäugig in das Leben einzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.

Mt 23,15 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! denn ihr durchziehet das Meer und das Trockene, um einen Proselyten zu machen; und wenn er es geworden ist, so machet ihr ihn zu einem Sohne der Hölle, zwiefältig mehr als ihr.

Mt 23,33 Schlangen! Otternbrut! wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Mk 9,43 Und wenn deine Hand dich ärgert, so haue sie ab. Es ist dir besser, als Krüppel in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle hinabzufahren, in das unauslöschliche Feuer,

Mk 9,45 Und wenn dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab. Es ist dir besser, lahm in das Leben einzugehen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden, [in das unauslöschliche Feuer,

Mk 9,47 Und wenn dein Auge dich ärgert, so wirf es weg. Es ist dir besser, einäugig in das Reich Gottes einzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden,

Lk 12,5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Gewalt hat, in die Hölle zu werfen; ja, sage ich euch, diesen fürchtet.

Jak 3,6 Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge ist unter unseren Gliedern gesetzt, {O. stellt sich dar} als die den ganzen Leib befleckt und den Lauf der Natur {O. des Lebens, des Daseins} anzündet und von der Hölle angezündet wird.

 

2. Aus Strong


geenna


< hebr. 01516 und 02011; Subst.fem. (12)
AT: d. Tal Hinnom (wo nach jüd. Vorstellung d.

zukünftige Gericht stattfinden
sollte (2,306); vgl. in: Jos 18,16; 2Kö 23,10; 2Chr
28,3; Neh 11,30; Jer 7,32;




I.) d. Hölle
1) Gehenna, eine Talschlucht südlich von Jerusalem
wo unter König Ahas

( 2Kö 16,3; ) abscheuliche Feueropfer stattfanden,
wurde unter Josia

entweiht und seit dieser Zeit als Jerusalems
"Müllhalde" verwendet
wo d. toten Tierkadaver und d. Abfälle d. Stadt in

einem ständigen
Feuer verbrannt wurden. Bildl. übertr. auf d.

"Hölle" als dem Ort
bzw. dem Zustand d. ewigen Verdammnis.
Mt 5,22.29.30; 10,28; 18,19; 23,15.33; Mk 9,43; Lk

12,5; Jak 3,6; ua.

3. Aus BWS 4.0

HÖLLE 

1. Das NT spricht von einem »doppelten Ausgang« in die Ewigkeit: vom Weg zum ewigen Leben und von dem zur ewigen Verdammnis (vgl. z.B. Mt 25,46; Joh 5,29; Offb 20,11-15 u.a.).
Die Ansicht, daß »wir alle in den Himmel kommen«, findet in der HS keine Stütze.
Der Maßstab in Gottes Gericht über die Sünde des Menschen sind dabei dessen Werke und Taten (Mt 25,40.45; 2. Kor 5,10; Offb 14,13 usw.).
Dieser Maßstab ist jedoch dort aufgehoben, wo das Erlösungswerk Jesu Christi die Erfüllung des Gesetzes Gottes durch gute Werke gegenstandslos gemacht hat (Röm 3,22-24.28; 2. Kor 5,19; Tit 3,4.5 usw.).
Für den, der an Christus glaubt, ist die H. gegenstandslos geworden.
Für den aber, der Christus nicht angenommen hat, gilt der ganze Ernst der Realität der H.
Die H. ist der Ort für die von Gott im Gericht Verurteilten (Mt 25,41).

Der griech. Name für »H.«, gehenna, ist abgeleitet vom Tal Hinnom südwestl. von Jerusalem.
In atl. Zeit bestand hier ein heidnischer Kult, bei dem Kinder als Brandopfer dem Gott Moloch dargebracht wurden (2. Kön 23,10).
Der Prophet Jeremia, der diesen Kult angriff, nannte dieses Tal »Würgetal« (Jer 7,31-32; 19,5-9).

Das NT beschreibt die H. unter dem Bild eines nicht verlöschenden Feuers (Mt 5,22; Mk 9,43-48) und äußerster Finsternis (Mt 8,12 u.a.) und Verzweiflung (Mt 13,50).
2. Von der H. (gehenna) muß das Totenreich (griech. hades; hebr. scheol) unterschieden werden: Es handelt sich um das Reich des Todes, den Aufenthaltsort aller Toten, von dem auch schon das AT spricht (vgl. 1. Mose 37,35; Ps 6,6; 116,3; Jes 5,14; Hos 13,14 u.a.).
Auch das NT weiß von diesem Totenreich als dem Ort der Verstorbenen, für Gerechte wie für Gottlose (Offb 20,13-14)-ein Ort mit versperrten Pforten (Mt 16,18), zu denen nur Jesus, der Sohn Gottes, den Schlüssel besitzt: »Ich habe die Schlüssel des Todes und der Hölle« (Offb 1,18).
In dieses Reich ist Jesus auch hinabgestiegen, um das Evangelium zu predigen (»hinabgestiegen in das Reich des Todes«, 1. Petr 3,19; 4,6). (Von der H. im Sinne von gehenna weiß das AT nichts; diese Vorstellung taucht erst im rabbin. Spätjudentum auf.)

Die Lutherbibel übersetzt sowohl hades (Mt 11,23; 16,18; Offb 1,18) als auch gehenna (Mt 5,29; 10,28; 23,15; Jak 3,6) mit »H.«.
Siehe auch ABADDON; HINNOM; LEBEN NACH DEM TOD.