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Frage 214

Hallo Hans Peter

Was war die genaue Todesursache Jesu am Kreuz?

Gruss
Michael


02.06.01 /wf

Lieber Michael

ja,  da betreten wir heiligen Boden. Das Wort Gottes  lehrt uns bezüglich den Tod des Herrn folgende 2 Seiten:

a) Die Seite Gottes

Joh 10,18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen.

b) Die Verantwortung des Menschen:

Apg 2,23 diesen, übergeben nach dem bestimmten Ratschluß und nach Vorkenntnis Gottes, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geheftet und umgebracht.

Jesus Christus,  unser Heiland übergab den Geist.

Joh 19,30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und er neigte das Haupt und übergab den Geist.

Er war bei vollem Bewusstsein:

Mt 27,50 Jesus aber schrie wiederum mit lauter Stimme und gab den Geist auf.

Mk 15,37 Jesus aber gab einen lauten Schrei von sich und verschied.

Lk 23,46 Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte, verschied er.

Das heisst,, Er ist nicht an dem Blutverlust oder auf Grund der Schläge der Menschen gestorben, Nein, ER gab sein Leben selbst. Er ist das Lamm,  der Altar und der Priester!  ( Hebr 9)

 

Da noch aus Chafer:


A. Was der Tod des Sohnes vollbrachte
Wenn wir versuchen, den vollen Wert des Todes Jesu Christi in
Betracht zu ziehen, wird uns eine Reihe von wichtigen Tatsachen in
der Schrift offenbart.
1. Der Tod Christi versichert uns der Liebe Gottes gegenüber dem
Sünder ( Joh 3,16 ; Röm 5, ; 1Jo 3,16; 4,9 ). Daß Gott uns liebt,
sollte an Christus Gläubige dazu führen, nach einem hohen

moralischen Standard zu leben, der für einen Ungläubigen nicht
erreichbar ist ( 2Kor 5,15 ; 1Petr 2,11-25 ).
2. Der Tod Christi wird als Tilgungszahlung oder Lösegeld
bezeichnet, das für die heiligen Forderungen Gottes an den Sünder
gezahlt wird, um den Sünder aus der gerechten Verdammnis zu
befreien. Es ist bezeichnend, daß das genauer bestimmende Wort
"für", das "anstelle von" oder "zugunsten von" bedeutet, an jeder
Stelle im Neuen Testament verwendet wird, wo eine Erwähnung des

Todes Christi als Lösegeld auftaucht ( Mt 20,28 ; Mk 10,45 ; 1Tim 2,6
). Der Tod Christi war eine notwendige Strafe, die Er für die Sünder
auf sich nahm ( Röm 4,25 ; 2Kor 5,21 ; Gal 1,4 ; Hebr 9,28 ).
Indem Er den Preis für unsere Auslösung bezahlte, kaufte Christus
uns frei. Im Neuen Testament werden drei wichtige griechische
Wörter gebraucht, um diesen Gedanken auszudrücken:
1. agorazo, "auf dem Markt kaufen" ( agora bedeutet "Markt"). Der

Mensch in seiner Sünde steht unter der Strafe des Todes Joh
3,18-1 ; Röm 6,23 ), ein Sklave, "unter die Sünde verkauft" ( Röm
7,1 ), er wird aber im Akt der Erlösung von Christus durch das
Vergießen Seines Blutes freigekauft ( 1Kor 6,20; 7,23 ; 2Petr 2,1 ;
Offb 5,9; 14,3-4 ).
2. exagorazo, "aus dem Markt herauskaufen" fügt zur Bedeutung des
Kaufens noch die des Herausnehmens aus dem Verkauf hinzu ( Gal
3,13; 4,5 ; Eph 5,15 ; Kol 4,5 ), womit angezeigt wird, daß der

Freikauf ein für allemal gilt.
3. lutroo, "loslassen" oder "freilassen" ( Lk 24,21 ; Tit 2,14 ;
1Petr 1,18 ). Die gleiche Vorstellung findet sich in dem Hauptwort
lutrosis ( Lk 2,38 ; Hebr 9,1 ), in einem anderen ähnlichen Ausdruck
epoiesen lutrosin ( Lk 1,68 ) und einer weiteren häufig gebrauchten
Form, apolutrosis , die auf das Loskaufen eines Sklaven verweist (
Lk 21,38 ; Röm 3,24; 8,23 ; 1Kor 1,30 ; Eph 1,7.14; 4,30 ; Kol 1,14 ;

Hebr 9,15; 11,35 ).
Der Begriff der Erlösung beinhaltet also das Kaufen, das
Herausnehmen aus dem Verkauf und die vollständige Freiheit des
losgekauften Einzelnen durch den Tod Christi sowie die Anwendung
der Erlösung durch den Heiligen Geist.
Der Tod Christi war eine Opfergabe für die Sünde, nicht wie die
Tieropfer im Alten Testament, die die Sünde nur in dem Sinne
bedecken konnten, daß der Augenblick des gerechten Urteils

hinausgezögert wurde. In Seinem Opfer trug Christus unsere Sünden
für immer ( Jes 53,7-12 ; Joh 1,29 ; 1Kor 5,7 ; Eph 5,2 ; Hebr 9,22.26;
10,1 ).
3. Der Tod Christi bedeutet von Seiner Seite aus einen Akt des
Gehorsams dem Gesetz gegenüber dar, das die Sünder gebrochen
haben. Dieser Akt stellt eine Sühne oder Genugtuung für alle
rechtmäßigen Forderungen Gottes an den Sünder dar. Das

griechische Wort hilasterion wird gebraucht für den
"Sühnmittel" ( Hebr 9,5 ), den Deckel der Bundeslade im
Allerheiligsten, der das Gesetz in der Lade zudeckte. Am
Versöhnungstag ( 3Mo 16,14 ) wurde der Sühnmittel mit Blut vom
Altar besprengt, und dies machte aus dem Richterstuhl einen
Sühnmittel ( Hebr 9,11-15 ). Auf die gleiche Art wird der Thron
Gottes zu einem Thron der Gnade ( Hebr 4,14-1 ) durch das
Sühneopfer des Todes Christi. Das verwandte griechische Wort

hilasmos bezieht sich auf den Vollzug des Sühneopfers ( 1Jo 2,2;
4,1 ); es bedeutet, daß Christus, indem Er am Kreuz starb, alle
gerechten Forderungen Gottes nach Verurteilung der menschlichen
Sünde vollständig zufriedenstellte.
4. Der Tod Christi bewirkte nicht nur Genugtuung und Sühnung bei
einem heiligen Gott, sondern stellte auch die Grundlage her, auf
der die Welt mit Gott versöhnt wurde. Das griechische Wort

katallass , das "versöhnen" bedeutet, beinhaltet den Gedanken,
daß Gott und der Mensch zusammengebracht werden, indem der Mensch
grundlegend verändert wird. Es erscheint in verschiedenen Formen
häufig im Neuen Testament ( Röm 5,10-11; 11,15 ; 1Kor 7,11 ; 2Kor
5,18-2 ; Eph 2,16 ; Kol 1,20-2 ). Der Begriff der Versöhnung
beinhaltet nicht, daß Gott sich verändert, sondern daß sich
aufgrund des versöhnenden Werkes Christi Seine Beziehung zum
Menschen ändert. Dem Menschen ist vergeben, er ist gerechtfertigt

und geistlich auf eine Ebene gehoben, auf der er mit Gott versöhnt
ist. Dieser Gedanke bedeutet nicht, daß Gott mit dem Sünder
versöhnt wird, d.h. einem sündigen Zustand angepaßt wird, sondern
vielmehr, daß der Sünder an Gottes heiliges Wesen angepaßt wird.
Die Versöhnung geschieht vorläufig für die ganze Welt, weil
Christus die ganze Welt erlöste und das Sühnopfer für die Sünden
der ganzen Welt ist ( 2Kor 5,19 ; #### 1Jo 2,1-2 ). So vollständig und

weitreichend ist diese wunderbare Vorsorge Gottes in der
Erlösung, Sühne und Versöhnung, daß die Schrift sagt, Gott rechne
die Sünde der Welt jetzt nicht zu ( 2Kor 5,18-19 ; Eph 2,16 [?]; Kol
2,20 [?? Kol. 1,20 ?]).
5. Durch den Tod Christi gibt es für Gott keine moralischen
Hindernisse gegen die Errettung von Sündern mehr, denn durch ihn
wurde die Sünde gesühnt, Gott wurde zufriedengestellt und der
Mensch mit Gott versöhnt. Es gibt für Gott keinen weiteren

Hinderungsgrund, jeden, der an Jesus Christus als an seinen
Retter glaubt, frei anzunehmen und zu rechtfertigen ( Röm 3,26 ).
Weil Gottes unendliche Liebe und Macht von jeder Einschränkung
befreit sind durch den Tod Christi, in dem jedes Urteil
vollstreckt wurde, das Seine Gerechtigkeit gegen einen Sünder


05.05.2001

Hoi H.P.

Also, ich stellte die Frage, weil ich ursprünglich eine Meinung einer Person gehört hatte. Sie sagte, dass Jesus an Kreuz starb aber die
Todesursache, also der Grund, welcher das plötzliche Sterben Jesu verursachte, war der Speer, der ihm der Soldat in die Seite stiess.
Ist das biblisch haltbar?

Gruss
Michael

05.05.2001

Lieber Michael

Da aus dem untrüglichen Wort Gottes:

Joh 19,32 Da kamen die Kriegsknechte und brachen die Beine des ersten und des anderen, der mit ihm gekreuzigt war.
Joh 19,33 Als sie aber zu Jesu kamen und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht,
Joh 19,34 sondern einer der Kriegsknechte durchbohrte mit einem Speer seine Seite, und alsbald kam Blut und Wasser heraus.
Joh 19,35 Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahrhaftig; und er weiß, daß er sagt, was wahr ist, auf daß auch ihr glaubet.

Es gibt nun natürlich mehrere Varianten: Entweder hat die Person die Bibelstelle nicht gekannt, dann sollte sie halt die Bibel einige Male durchlesen, so 10 x schon, vorher sollte man keine  Aussagen über das Wort Gottes wagen ().   Oder die Person kennt die Bibelstelle,  glaubt sie aber nicht,  dann muss sie sich halt  bekehren, dann schenkt Gott den Glauben, ohne den wir eh nix verstehen.

Ich persönlich bin immer gut gefahren wenn so was behauptet wird, dann stelle ich mich blöde, was mir zugegebenermassen auch nicht sehr schwer fällt, und frage: "Wo steht dies oder das den geschrieben?"  In 95 % der Fälle wird das blaue vom Himmel behauptet.  Im weiteren zitiere ich mich gerne selbst: die Person soll doch meine erste Antwort lesen....

In IHM
Hans Peter