Home       Bibelkreis.ch

Frage  220                    Aufklärung über Martin Luther:       Calvinismus

- Wie sind die Verse aus Römer 11,16-21 zu verstehen. Was meint er mit dem  ausbrechen und einpfropfen?

     Herzliche Grüsse von
      Ruth


0.06.01

Liebe Ruth  

Zuerst werde ich den Kontext kurz wiedergeben und dann versuchen, aus dem Text die Bedeutung der einzelnen Begriffe herauszufinden.  

Kontext (Römer 11)

Gott hat das Volk Israel nicht verstossen, doch hat er ihnen einen Geist der Schlafsucht gegeben, damit sie die Wahrheit nicht erkennen bis auf den heutigen Tag. Durch den Fall der Juden ist den Nationen das Heil geworden, mit der Absicht, u.a. das Volk zur Eifersucht zu Reizen.

Nun sind sie verworfen und die Nationen kommen in den Genuss des Heiles. Welcher übergrosser Segen wird erst sein, wenn sie einmal angenommen sind/werden?!  

Die Klärung der Begriffe Römer 11,16-26

Anhand des Textes und des Zusammenhanges wird es ziemlich klar, welche Personengruppe mit den jeweiligen Wörtern gemeint ist.

Wurzel: Sie trägt die Zweige, sie ist edel, heilig, und eines Ölbaums. Einige Zweige werden ausgebrochen. Die Zweige haben keinerlei Bestimmungsgewalt über die Wurzel. Wenn wir die Bedeutung der übrigen  Gegenstände vorgenommen haben, kann die  Wurzel nur noch mit Gott identifiziert werden. Möglicherweises ist darin auch Abraham zu sehen, dem Urvater des Volkes Gottes, der von Gott auserwählt wurde.  Nicht im Bezug auf seine Abstammung und als Vorfahre Israels, sondern in Bezug auf seinen Glauben (z.B. Römer 4,13).

Wilder Ölbaum:  Stammbaum der nachträglich eingepflanzten Zweige. Nicht der ganze wilde Ölbaum wurde eingepflanzt sondern nur einige Zweige desselben. Im Vers 24 redet Paulus eine Gruppierung (Zweig) aus dem wilden Ölbaum mit “DU” an. Wer könnte da wohl gemeint sein? Dies wird im Vers 13 klar: “Denn ich sage Euch, den Nationen ......”. Also ist der Ölbaum ein Bild der Nationen (Heiden). Davon wird ein Zweig umgepflanzt. Darin können wir die Gläubigen aus den Nationen sehen.

Natürliche Zweige: Zweige, die von Anfang an zu dem edlen Ölbaum gehören. Werden zum Teil ausgebrochen.

Verbleibende natürliche Zweige: Nicht alle Zweige werden ausgebrochen (V 17), sondern nur solche die im Unglauben sind (V 23).Also verbleiben noch einige natürliche Zweige in der Wurzel. Darin sind sws die an den Christus gläubigen Juden zu sehen.

Ausgebrochene Zweige: Wurden von Gott ausgebrochen. Er hat diese “Urzweige” nicht geschont. Im Vers 23 steht wird klar, dass diese Zweige wegen ihres Unglaubens ausgebrochen wurden. Sie werden aber wieder eingepflanzt, wenn sie wieder glauben. Im Kontext ist es unschwer zu sehen, dass mit diesen Zweigen ein Teil des  Volkes Israel gemeint ist, nämlich dieser Teil, der jetzt nicht an den Messias glaubt.

 

Aus dem Text gehen noch viel mehr Hinweise hervor, die aus meiner Sicht jedoch alle auf diese Identifizierung hinauslaufen. Ziemlich sicher sind mit den einzelnen Zweigen einzelne Menschen gemeint.  Auch sind im Text noch viele Details verborgen. Es lohnt sich, diese zu studieren!

 

Die Replacement Theology   (Irrlehre der Calvinisten und sonstigen Revolvermatoren wie Max S. Weremchuk.) (Inzwischen bereits in der Ahnengalerie der Brüderbewegung eingepfropft..., mal schauen, welche Frucht da wieder hervorkommt) http:///personen/fragebogen.html

Es gibt eine Lehre, die behauptet, dass Israel ganz und gänzlich ausgerissen wurde und die Christen diese ersetzt haben. Die Juden waren Gottes auserwähltes Volk, doch als sie Jesus verwarfen, trat die Kirche an ihre  Stelle. Nun wird die Kirche alle Segnungen erhalten, die eigentlich dem Volke Israel zugesprochen wurden.

Diese Theorie ist sicher falsch!

Fazit des Ganzen

Paulus erklärt in einem Bild, wie Gott mit Israel und den Nationen umgeht. Wer in welchem Ölbaum steckt hängt von dem Glauben des einzelnen ab. Die Zweige untereinander haben kein Recht sich irgendwie gegeneinander zu erheben oder aufeinander herabzuschauen, denn Gott handelt gegen alle mit Güte und diese ist immer unverdient.

 

Ausreissen und Einpropfen

Früher wurde oftmals in eine Wurzel eines qualitativ schlechten Ölbaums Zweige eines guten Ölbaums eingepfropft. Diesen Vorgang nennt man “Veredeln”. Die Früchte wurden dadurch qualitativ und mengenmässig besser. Diese Praxis wird soviel ich weiss auch heute noch bei verschiedenen Hölzern durchgeführt.

Paulus kehrt in seinem Bild diese Sache um und es werden schlechte Zweige in eine gute Wurzel eingepflanzt. Die natürlichen Zweige sind das Volk Israel, die fremden Zweige die Heidenchristen.  

Diese Antwort ist sicher noch zu prüfen, denn sie muss nicht nur angewendet auf dieses Kapitel passen, sondern im Kontext der ganzen Schrift!  

Mit lieben Grüssen

  Markus


Zu :

Röm 11,15 Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anders sein als Leben aus den Toten?

Röm 11,16 Wenn aber der Erstling heilig ist, so auch die Masse; {O. der Teig} und wenn die Wurzel heilig ist, so auch die Zweige.

Röm 11,17 Wenn aber einige der Zweige ausgebrochen worden sind, und du, der du ein wilder Ölbaum warst, unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes mitteilhaftig geworden bist,

Röm 11,18 so rühme dich nicht wider die Zweige. Wenn du dich aber wider sie rühmst - du trägst nicht die Wurzel, sondern die Wurzel dich.

Röm 11,19 Du wirst nun sagen: Die Zweige sind ausgebrochen worden, auf daß ich eingepfropft würde.

Röm 11,20 Recht; sie sind ausgebrochen worden durch den Unglauben; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich;

Röm 11,21 denn wenn Gott der natürlichen Zweige nicht geschont hat, daß er auch deiner etwa nicht schonen werde.