Home       Bibelkreis.ch

Frage 228        Warnungen im Hebräerbrief    Arnold Fruchtenbaum


 Und nun komme ich zum eigentlichen Grund, warum ich schreibe. Wir hatten uns
 ja über Fruchtenbaum unterhalten. Ich war auch einmal mit in einer
 Vortragswoche in Zavelstein. Verschiedenes, was ich dort zu hören bekam, ist
 mir wertvoll, ist es doch von einiger Bedeutung, das jüdische Umfeld und die
 Bräuche etwas zu kennen um da und dort Schriftstellen besser zu verstehen. So
 tun sich uns doch Zusammenhänge auf, warum der HErr gerade damals und dort
 etwas gesagt hatte. Ich denke z.B. Joh. 7, 37ff, wo am grossen oder letzten
 Tage des grossen Festes (Laubhütten) die Priester von einem der Teiche Wasser
 in den Tempel hinauf brachten. Wunderschön, wie der HErr die Gelegenheit
 nutzte, auf das wahre Wasser des Lebens hinzuweisen.

 Nun habe ich aber von Dr. Fruchtenbaum auch eine Vortragskopie bekommen über
 die 5 Warnungen des Hebräerbriefes. Hier bekam ich den Eindruck, der Text
 werde zu einseitig ausgelegt, will er doch die Folgen lediglich auf ein
 irdisches, physisches Gericht verstanden wissen. Ich meine aber, Kap. 6 des
 Hebräerbriefes zeige auch Folgen, die für die Ewigkeit eine unabänderliche
 Konsequenz hätten.

 Auf Seite 12 schreibt Fruchtenbaum, das "unmöglich" beziehe sich im
 Griechischen auf beide Satzteile und er schliesst daraus, es sei den Juden
 einfach unmöglich so etwas überhaupt zu tun. Ein anderer Griechischkenner, dessen
 Argumentation mir Hanspeter ausgedruckt hat, schreibt dazu:  
"Hier muss ich  Fruchtenbaum klar widersprechen. Das was unmöglich ist, wird im Deutschen (und
 im Grundtext) im Infinitiv angeschlossen. Der Infinitiv zu "es ist unmöglich"
 findet sich ausschliesslich in dem Ausdruck "(zur Busse) zu erneuern". Der
 Begriff "abgefallen sind" ist KEIN Infinitiv (weder im Deutschen noch im
 Griechischen) und ist deshalb keine direkte Ergänzung zu "es ist unmöglich".

 Nun lieber Hans würde es mich interessieren, wenn Du überhaupt Zeit dazu hast,
 wie Du das siehst. Die Stelle hat ja immer und immer wieder zu
 Verunsicherungen geführt und Gläubige geängstigt. Für mich ist klar, dass wer
 von neuem geboren ist, nicht wieder verloren gehen kann, weil er ein Kind
 Gottes ist, vom Vater dem Sohne gegeben. Und was er ihm gegeben hat, das nimmt
 er ihm auch nicht mehr weg. Und wer versiegelt ist mit dem Heiligen Geist
 (erhalten bei der Wieder- od. besser Neugeburt), der hat damit auch das Angeld
 und Pfand durch die Innewohnung des Heiligen Geistes.

 Andererseits bin ich aber überzeugt, dass wer wider besseres Wissen (weil er
 die Zeichen und Wunder, die nur Gott tun kann, gesehen und als solche erkannt
 hat) behauptet, es sei durch Beelzebub geschehen, eine unvergebbare Sünde
 begangen hat.  Allerdings habe ich auch schon gehört, das sei nur in der
 damaligen Zeit, als Jesus auf Erden war, möglich gewesen.

 
 Herzlich

 Kurt




Lieber Kurt
Herzlichen Dank für Deine Zeilen samt der Beilage. So habe ich doch auch
einmal etwas von diesem Bruder im HERRN.
 Zunächst kommt seine Sicht der zitierten Briefe der meinen sehr nahe. Ich
war - für mich - schon immer der Überzeugung - und bin wahrlich nicht der
erste damit - dass wir zwar die ganze Schrift für uns haben (2. Tim. 3.16),
dass wir aber nicht überall die Erstadressaten sind. Die Alten sagten: Die
ganze Schrift spricht zu uns, aber nicht immer von uns.

In Bezug auf Vergangenes, insbesondere Israels Geschichte, haben wir keine
Bedenken. Aber Israel hat eine Zukunft, die Versammlung des lebendigen Gottes ist
zeitlich begrenzt von Pfingsten bis zur Entrückung. Danach wird GOTT- Jahve
wieder mit dem Überrest seines Volkes, wie überhaupt mit ganz Israel
fortfahren.

Vom Wort lesen wir, dass es als schriftliche Quelle abgeschlossen ist. Also
muss es auch noch etwas für die dannzumal Gläubigen aus Israel u. den
Nationen haben. Hier sehe ich vor allem die genannten Briefe, die ja genau
an solche gerichtet sind. Ich meine, wir haben kein Recht, die Adresse zu
vergeistlichen und damit primär auf die Versammlung zu beziehen. Das heisst
natürlich beileibe nicht, dass diese Teile der Schrift uns nichts angingen.
Wir dürfen die Grundsätze dort sicher auch auf uns anwenden, wie wir das ja
auch vom ersten Blatt der Bibel an tun. Das ganze Wort hat ja eine Quelle,
einen Ursprung, einen Absender, richtete sich aber an Adam u. Eva, an Kain,
an Abraham, an Ninive, an Bileam, an Pharao usw., an jeden letztlich.

In Bezug auf das "Wieder-verloren-gehen-können" bin ich, wie Du, völlig
gewiss, dass ein von neuem, durch die Gnade Gottes und Christi Blut,
Geborener dieses neue Leben nicht wieder verlieren kann, das sein Ursprung
auf Göttlicher Verheissung u. Erwählung beruht, und nicht auf Werten, die
wir zu unserer Rettung aus der Finsternis beigetragen hätten.

Ob ein Mensch von neuem geboren ist, muss sein Bekenntnis in Wort u. Tat
erweisen. Dabei ist zu bedenken, zu was wir alles fähig sind, und zwar als
Heilige! Die Briefe des Ap. Paulus reden eine deutliche Sprache

Auch sagte unser HERR schon, dass nicht jeder, der Seinen Namen nennt, in
das Reich der Himmel eingehen wird. ER, der Herzenskenner, wird jeden Seiner
Bluterkauften auch ans Ziel bringen.

Mit Fruchtenbaum gehe ich auch einig, dass wiedergeborene Menschen, nicht
das ihnen bestimmte, von Gott gewollte Mass erreichen können, z.B. Kinder
(unmündige im Glauben bleiben, den Willen Gottes nicht tun/eigenwillig
entscheiden, den Geist in sich dämpfen oder gar zum Schweigen bringen, kurz
in mancherlei Sünden verharren (nicht fallen), bewusst oder unbewusst.

Die Folgen sind die Genannten (siehe auch 1. Kor. Bei unerwünschter
Teilnahme am Brotbrechen). Gott hat viele Mittel der Zurechtweisung =
Erziehung = Zucht, ausser wir wollen nicht (wie Jerusalem) - schwach, krank,
entschlafen weist die sich steigende Massnahme auf, die aber nur unser Leben
als Kinder Gottes hier auf Erden trifft.

Die Folgen im Himmel (Lohn v. Schaden = Lohn, den wir hätten haben können)
hängen mit unserem irdischen Wandel zusammen, sind also mit unserer Treue
gegenüber dem von Gott geplanten u. gewollten Mass u. Ziel mit uns
verbunden.

Wie das praktisch aussieht, vermögen uns nur die
Gleichnisse von den Pfunden / Talenten und vom Weinberg zu verdeutlichen. D.h.,
es wird im Himmel Unterschiede geben, jedoch kein Neid und keine Missgunst,
aber auch kein Dünkel oder Überheblichkeit.
Zu den Griech - Gramm. - Problemen kann ich nichts sagen, auch nicht auf die
Relation Griech -Deutsch.

Ich denke, dass die Erneuerung/Wiedergeburt eines Menschen ein einmaliger
Akt ist, und am Anfang steht die "Busse zu Gott". So hatten die
Reformatoren-Brüder im Grundsatz recht, dass es nur eine Taufe gebe, wie ja
das Wort selbst sagt. Allerdings irrten sie, übrigens in bester Absicht,
wenn sie dieses göttlich- (menschl.) Handeln ins Alter der absoluten
Unmündigkeit verlegten (-Taufwiedergeburt).

Ob die Gläubigen aus den Juden nur für die Zeit der Verfolgung zum Gesetz
zurückkehren und nach deren Beendigung wieder zur Gnade in Christo
zurückkehren wollten, oder ob sie den gleichen Schritt aus dem gleichen
Grunde, jedoch ohne die Absicht zurück zu kehren, im Sinne hatten ob sie -
wie ihre Väter (und auch wir) oft - beides miteinander wollten, kann ich
nicht genau sagen.

Eines aber scheint deutlich: In Bezug auf Gnade u. Gesetz (welches zwei
versch. Bündnisse sind) gibt es kein "sowohl als auch".

Der "neue Bund in meinem Blute" ist das eindeutig bessere, und zwar in dem
Sinne, dass der alte Bund in sich stets wiederholenden stellvertretenden,
auf das wahre Opferlamm hinweisenden Bund durch den besseren abgelöst
wurde. Wir haben also im Grunde nicht mehr die Wahl zwischen zwei
Möglichkeiten, dem "guten" alten und dem "besseren" neuen Bund. "ICH bin der
Weg...., niemand kommt zum Vater, als nur durch mich", d.h., den besseren
Bund  -Römerbrief: Gesetz

Als Anwendung können wir wohl sagen, dass wir zum Schlechteren, mit
ähnlichen Folgen, zurückkehren, wenn wir uns wiederum der Welt oder dem
menschlichen (religiösen) Einrichtungen zuwenden, aus denen wir heraus
errettet wurden.

Oberstes Ziel möge sein und bleiben, dem lebendigen GOTT zu dienen, d.h. tun
u. lassen, was ER will, und Seinen Sohn Jesus Christus, den Urheber unserer
(ewigen u. zeitlichen) Errettung aus den Himmeln zu erwarten.

Seinen Willen hat ER uns in Seinem unveränderlichen Wort kundgetan. Deshalb
ist es so wichtig, ja lebensnotwendig, es so gut wie möglich zu kennen.

Dann wissen wir auch jeweils, ob eine Lehre aus GOTT ist oder von Menschen.
Ohne den Massstab des Wortes Gottes geraten wir ins Trudeln und stürzen gar
ab, denn es herrscht heutzutage ein Orkan ???   aller möglichen Lehren.
Der HERR segne Dich, mein lieber Bruder

H