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Frage 230        Scheiden?  -  Wieder heiraten?
Das Forum auch nicht dazu da, um jede einzelne Meinung zu kennen, sondern um herauszufinden,  was wirklich gemeint ist...
 

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   Aus aktuellem Anlass nochmals im Forum

Ich bilde mir nicht ein, auf obige Frage die Antwort zu liefern. Immerhin
hoffe und bete ich, dass die paar Gedanken mithelfen, in diesen schwierigen
Situationen den guten Weg und den inneren Frieden zu finden.


I    Scheiden?

a) Gottes Absicht und Wille ist der Schrift klar zu entnehmen:
Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.  (Mt.19,6)
Ich hasse Entlassung   (Maleachi 2,16)

b) Wegen unserer Hartherzigkeit hat Gott in gewissen Fällen eine Scheidung
(Entlassung) zugelassen (ich beschränke mich auf Stellen im NT):
- Bei Ehebruch des Partners (Mt.5,32; 19,9)
    - Wenn der ungläubige Partner scheiden will.(1.Kor.7,15)
Interessant ist, dass die Ehe nicht durch die Scheidung gebrochen wird,
sondern erst durch eine körperliche Verbindung mit einer anderen Frau/einem
anderen Mann, selbst mit einer Hure! (1.Kor.6,16)

Unser Herr stellt in Mt.19,8 klar, dass diese Scheidungsmöglichkeit kein
Gebot ist, wie es diejenigen verdrehten, die Ihn versuchen wollten (V3),
sondern sie wurde nur gestattet (V7). Das erinnert mich an 1.Kor.10,23:
Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich;
alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut.

Unser Fleisch fragt nach dem, was erlaubt ist, der Geist aber nach dem, was
(der Sache des Herrn) nützlich ist, was erbaut, was Ihn ehrt!

Worauf deutet die Ehe gemäss Eph.5,31.32 hin? Sie soll Christus und Seine
Gemeinde darstellen! Wenn der Herr Jesus uns bei jeder Untreue "entlassen"
würde, wo wären wir?! Wir preisen Ihn und sind Ihm zu äusserstem Dank
verpflichtet, dass Er auch dann treu bleibt, wenn wir untreu sind
(2.Tim.2,13)! ER ist das perfekte Vorbild!

Gott will selbst bei Ehebruch keine Scheidung. Vielmehr soll die eheliche
Gemeinschaft durch Umkehr und Vergebung wieder hergestellt werden.

Seid aber gegeneinander gütig, mitleidig, einander vergebend, gleich wie
auch Gott in Christus euch vergeben hat. (Eph.4,32)

Beifügen möchte ich noch, dass es keine Rolle spielen kann, ob die Ehe
geschlossen wurde, als die beiden noch gar nicht im Glauben waren oder
später. Schon gar nichts kann die Ausrede rechtfertigen, dass die Ehe,
obwohl schon beide gläubig waren, "nicht von Gott gewesen sei, sie hätten
damals im Fleisch gehandelt".


II   Wieder heiraten?

Wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch (Mt.19,9). Ob der Zusatz
"nicht wegen Hurerei" nur in Verbindung steht mit der Entlassung
(Scheidung), oder auch mit dem Wieder-Heiraten, muss ich offen lassen. Hier
kommen wir jedenfalls zu einem kritischen Punkt, der verschieden ausgelegt
wird. Man kann argumentieren, dass nach Hurerei des einen Ehepartners die
Ehe bereits gebrochen sei. Deshalb könne eine erneute Heirat die schon
gebrochene Ehe nicht nochmals brechen. Selbst wenn das vielleicht
"rechtlich" zutreffen mag, stehe ich dieser Argumentation skeptisch
gegenüber, weil wir ja nicht nur "juristisch" denken und handeln sollen,
sondern in Gnade und in der Gesinnung Jesu Christi. Eine einmal gebrochene
Ehe kann und soll, wie oben erwähnt, durch Busse und Vergebung wieder
hergestellt werden. Vor allem, wenn wir die Auslegung des Herrn in Mt.5,28
bezüglich Ehebruch beachten, sind wir wohl (fast) alle auf Busse und
Vergebung angewiesen!

Mehr Verständnis habe ich, wenn der Ehepartner bereits wieder verheiratet
ist. Dann besteht ja kaum noch berechtigte Hoffnung auf Versöhnung und
Wiederherstellung der ersten Ehe.

Ich grüsse in der Liebe unseres Herrn:    Hans Rapold
(hans.rapold@winterthur.ch)


Lieber K.J CH/BRD VERS.  03.8.02

 

Einfach in meiner, das meiste vereinfachenden Art zum  Thema:

 

1.
Der Herr Jesus hat in den Evangelien meist zu ungläubigen Juden gesprochen, auch gab es da noch keine Christen die zum Leibe Christi die durch den Heiligen Geist miteinander verbunden waren, gehörten. Also, dieselbe Situation wie in den Evangelien, gibt es gar nicht mehr.

2.
Die Frage der Ehe von Christen wird eigentlich ausschliesslich im 1. Kor.  Brief behandelt.  Da  gibt es keine Scheidung zwischen wiedergeborenen Eheleuten. Es gibt da nur den Spezialfall, wenn ein Ehepartner nicht wiedergeboren ist.

3.
Wenn innerhalb einer Ehe die aus wiedergeborenen Ehepartnern besteht, eine Sünde geschieht, muss Busse getan werden, und der unschuldige Ehepartner muss vergeben. Wer nicht Busse tun kann, ist nicht wiedergeboren und wer nicht vergeben kann,  auch nicht.

4.
Wer Ehescheidung in irgendeiner Weise fördert ist in meinen Augen ein versoffener Mühlstein.

5.
Häufig hört man, dass es immer beide Partner sind,  die Schuld haben. Das ist ein blöder, nicht sehr hilfreicher Bauernspruch. Wenn z.B. ein  Ehepartner die Ehe bricht, dann ist der andere Ehepartner nie mitschuldig. Punkt.
6.

Mir dient Darby  x Ouweneel nur dazu um nachzuforschen,  was wirklich in der Schrift steht. Zu "wem" etwas, unter "welchen" Vorzeichen, in "welcher" Zeitform etwas gesagt, oder zitiert wird usw.

7. Wenn jemand irgendwann mal sich Scheiden liess und dann sich bekehrte und sich später wieder verheiratete, ist das nicht schön, aber bestimmt kein Grund, nicht mit Ihm / Ihnen Gemeinschaft haben zu können. Aber einen Dienst in der Gemeinde kann er unmöglich wieder ausüben,  da er in permanentem Ehebruch lebt.

 

Mk 10,10 Und in dem Hause befragten ihn die Jünger wiederum hierüber;

Mk 10,11 und er spricht zu ihnen: Wer irgend sein Weib entlassen und eine andere heiraten wird, begeht Ehebruch gegen sie.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch wunderschöne Ferien!
In IHM

Hans Peter 

 

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