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Frage 270

Sehr geehrter Herr H.P.

Könnten Sie mir vielleicht mitteilen, was der Name "Jerobeam" auf
Deutsch bedeutet. Über ein Antwort wäre ich sehr dankbar

Mit freundlichen Grüssen

B. Frauenfelder


17.07.01

Lieber Herr Frauenfelder

da einfach mal aus "Rienecker" reinkopiert....

Liebe Grüsse

Hans Peter

 



Jerobeam

»Es mehre sich das Volk«

1) Sohn Nebats, ein Ephraimiter aus Zereda, dessen Mutter Zerua
früh Witwe geworden war. J. war einer der Beamten (Vögte) Salomos (

1Kön 11,26 ). Beim Bau des Millo war er Salomo als tüchtig
aufgefallen. Darum übertrug dieser ihm die Leitung aller
Fronarbeiten des Hauses Josef (V. 27f). Der Prophet Ahija sagte
ihm die Herrschaft über die 10 Stämme voraus, indem er seinen
eigenen neuen Mantel zerriß und J. 10 von den 12 Stücken übergab mit
der Zusage, der Herr wolle mit ihm sein und ihm ein dauerndes Haus
bauen, wenn er Gott gehorsam sein und seine Gebote halten werde (V.
29-39).


Es scheint, daß J. einen Aufstand gegen Salomo plante (V. 26); denn
der König suchte ihn zu töten. J. floh aber nach Ägypten zum Pharao
Schischak, wo er bis zum Tode Salomos blieb (V. 40). Danach war er
in Sichem der Wortführer der 10 Stämme bei den Verhandlungen mit
Rehabeam ( 1Kön 12,3 ). Auf die törichte, übertrieben harte Antwort
Rehabeams fielen alle Stämme außer Juda und Benjamin von ihm ab und

erhoben J. zum König über ganz Israel (V. 20f). J. I. herrschte
926-907 v.Chr. Er residierte nacheinander in Sichem, Pnuël im
Ostjordanland ( 1Kön 12,25 ) und in Tirza ( 1Kön 14,17 ).

Die große Sünde Jerobeams war die Aufrichtung der goldenen Kälber
in Bethel und Dan. Damit gab er seinen Nachfolgern, die nicht mehr
davon abließen, ein schlechtes Vorbild. Dieser Bilderdienst
führte schließlich zum Untergang des Nordreiches (V. 16; 2Kön

17,21-2 ). J. hatte befürchtet, daß der Tempeldienst in Jerusalem
eine Rückkehr des Volkes zu Rehabeam bewirken könne ( 1Kön 12,26-30
). Darum baute er Höhentempel und stellte aus allen
Volksschichten Priester an, die nicht zu den Söhnen Levi gehörten
(V. 31). Außerdem verlegte er das Laubhüttenfest vom 15. Etanim
oder Tischri (Sept./Okt.) auf den 15. des folgenden Monats, Bul
oder Marcheschwan (Okt./Nov.); vgl. Jahr . Er selbst opferte auf

dem Altar in Bethel (V. 32f). Weder die Gerichtsdrohung durch
einen ungenannten Propheten aus Juda ( 1Kön 13 ) noch Krankheit und
Tod seines Sohnes Abija ( 2Kön 14,1-18 ) brachten ihn zur Umkehr,
wie ausdrücklich festgestellt wird ( 1Kön 13,33 ). Dieses Beharren
auf dem eigenen Weg wurde dem Haus Jerobeams zur Sünde und führte zu
seiner völligen Vernichtung (V. 34; Kap 15,29f), die der Prophet
Ahija vorausgesagt hatte ( 1Kön 14,10 ). Abija, der Sohn Rehabeams,
errang einen entscheidenden Sieg über J., dessen Macht nun

gebrochen war, und der Herr schlug ihn, daß er starb 2Chr 13,1-20
).Vgl. Abija (3) und (4).

2) Sohn des Königs Joasch von Israel, der um 797 v.Chr. als
Mitregent auf den Thron kam und nach dem Tod seines Vaters 787-747
herrschte. Unter seiner Regierung erlebte das Zehnstämmereich
seine größte Blütezeit. Er eroberte das Gebiet Israels zurück,

von Hamat an bis zum Toten Meer, wie es der Prophet Jona
vorhergesagt hatte ( 2Kön 14,25 ). Und doch hat sein Werk - das
möglich wurde, weil Damaskus durch die Einfälle der Assyrer
geschwächt war - bei allem äußeren Erfolg keine bleibende
Bedeutung gewonnen. Verhältnismäßig bald schon nach seinem Tode
ist das Nordreich zugrunde gegangen. Gerade unter seiner
Herrschaft aber zeichnet sich ein rel. und sittlicher Verfall des
Volkes auf breiter Basis ab. 

 


aus:

Wer ist wer

Jerobeam

hießen gleich zwei Könige von Israel. Übersetzt bedeutet der Name
»Es mehre sich das Volk«.
1) Jerobeam ist ein Ephraimiter aus Zereda. Sein Vater Nebat starb

früh, so daß seine Mutter Zerua eine Witwe ist. Jerobeam war einer
der Beamten Salomos ( 1Kön 11,26 ). Beim Bau des sogenannten Millo,
vermutlich einer Befestigungsanlage, bemerkt Salomo, daß er
tüchtig ist und überträgt ihm die Leitung aller Fronarbeiten des
Hauses Josef. Als Jerobeam eines Tages Jerusalem verläßt,
begegnet ihm der Prophet Ahija von Silo. Ahija hat einen neuen
Mantel an, den er in zwölf Stücke zerreißt und zehn davon Jerobeam

gibt. Dies soll Gottes Plan symbolisieren, ihm zehn Stämme zu
überlassen und nicht Salomos Nachfolgern, als Strafe dafür, daß
Salomo fremden Göttern gedient hatte. Daraufhin will Salomo
Jerobeam umbringen, und dieser flieht nach Ägypten, wo er solange
bleibt, bis Salomo gestorben ist ( 1Kön 11 ). Danach wird sein Sohn
Rehabeam neuer König, fällt aber bei dem Volk in Ungnade: Als das
Volk unter Leitung von Jerobeam ihn bittet, weniger streng als
sein Vater zu regieren, hat er nur eine ablehnende Antwort übrig.

Daraufhin wenden sich alle Stämme außer Juda und Benjamin von ihm
ab und sprechen daraufhin Jerobeam die Herrschaft zu, der von
926-907 v.Chr. König über Israel ist. Er residiert nacheinander
in Sichem, Pnuël im Ostjordanland und in Tirza ( 1Kön 12,25; 14,17
). Aber sein Selbstbewußtsein und vor allem sein Vertrauen in
Gottes Versprechen ist nicht besonders groß. Weil das Volk in
Jerusalem Opfer bringt, glaubt er, daß es sich von ihm ab- und

wieder Rehabeam zuwenden würde. So stellt er sicherheitshalber
zwei goldene Kälber in Bethel und Dan auf, damit das Volk dort
opfern kann und stellt aus allen Volksschichten Priester an, die
nicht zu den Söhnen Levi gehörten. Außerdem verlegt er das
Laubhüttenfest vom 15. Etanim oder Tischri (Sept./Okt.) auf den
15. des folgenden Monats, Bul oder Marcheschwan (Okt./Nov.) und
opfert auf dem Altar in Bethel. Weder die Gerichtsdrohung durch
einen ungenannten Propheten aus Juda ( 1Kön 13 ) noch Krankheit und

Tod seines Sohnes Abija ( 2Kön 14,1-18 ) bringen ihn zur Umkehr, wie
ausdrücklich festgestellt wird ( 1Kön 13,33 ). Dieses Beharren auf
dem eigenen Weg wird dem Haus Jerobeams zur Sünde und führt zu
seiner völligen Vernichtung (V. 34; Kap 15,29f), die der Prophet
Ahija vorausgesagt hatte ( 1Kön 14,10 ). Rehabeams Sohn Abija
erringt einen entscheidenden Sieg über Jerobeam, dessen Macht nun
gebrochen war, und er muß sterben ( 2Chr 13,1-2 ).

2) Der zweite Jerobeam ist der Sohn des Königs Joasch von Israel,
der um 797 v.Chr. als Mitregent auf den Thron kommt und nach dem Tod
seines Vaters 787-747 allein herrscht. Unter seiner Regierung
erlebt das Zehnstämmereich seine größte Blütezeit. Er erobert das
Gebiet Israels zurück, von Hamat an bis zum Toten Meer, wie es der
Prophet Jona vorhergesagt hatte ( 2Kön 14,25 ). Und doch hat sein
Werk - das möglich wurde, weil Damaskus durch die Einfälle der
Assyrer geschwächt war - bei allem äußeren Erfolg keine bleibende

Bedeutung gewonnen. Verhältnismäßig bald schon nach seinem Tod
geht das Nordreich zugrunde. Gerade unter seiner Herrschaft aber
zeichnet sich ein religiöser und sittlicher Verfall des Volkes
auf breiter Basis ab. Die Zustände, die wir durch die Propheten
Amos und Hosea kennenlernen, schreien zum Himmel. So ist denn auch
das Urteil der Bibel eindeutig: »Jerobeam tat, was dem Herrn
mißfiel« ( 2Kön 14,24 ).

Das Bild von Luxus, Reichtum und Prachtentfaltung zur Zeit
Jerobeams II., das Amos und Hosea zeichnen, ist durch die
Ausgrabungen in Samaria bestätigt worden. Auch das in Megiddo
gefundene Siegel - ein geschnittener Jaspis mit dem künstlerisch
hervorragenden Bild eines Löwen und der Inschrift: Sema, Diener
Jerobeams - gehört in diese Zeit.