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Frage 271


Du hast letzthin in Zusammenhang mit  "Aufatmen"  P. Strauch erwähnt. Nun
habe ich eine Anfrage da bez. dieser Person.  Kannst Du mit einige Zeilen
über Ihn schreiben. Hintergrund  - Lehre  -Verbindungen?

Liebe Grüsse
 Hans Peter

Siehe auch:

"Fünf Jahre Aufatmen ­ 
ein Rückblick und eine
 kritische Analyse"


Lieber Hans Peter, ich versuche von TOPIC etwas reinzuholen.
Hörst du in der Sache nichts mehr von mir, dann habe ich nichts bekommen.
Er ist aber ein Brückenbauer der Allianz zu den Pfingstlern und Charimatikern,
den würde ich persönlich meiden wollen!

Frage mal Peter Streitenberger an und auch Stefan Browa.
Über deine Seite in Sachen "Levitencamp" bin ich auch wieder auf Strauch
gestoßen,
die Pfingstler jubeln ihn hoch und P. Strauch reagiert sehr gereizt auf alle
Gegner der
Wiedervereinigung zwischen Allianz und Pfingstler.

Alle Eins  IN CHRISTUS   Ja!           Allianz - Nein danke!


 


Lieber Hans Peter,

bin in meiner Sammlung fündig geworden.

Hier ist eine sehr gute Hintergrundinfo auch wegen „aufatmen“  (auskotzen!) , entschuldige aber das wäre passender für diese christliche „BILD -Zeitung“. 

Na, da kannst du staunen!

Weiter Mails folgend.

 


  Der Bundes-Verlag entwickelt sich zur evangelikalen Medienmacht

 Manche nennen ihn liebevoll einfach nur das "Bündchen". Gemeint ist der "Bund Freier evangelischer Gemeinden" (FeG), eine evangelikale Freikirche mit etwas über 30.000 Mitgliedern. Obwohl die FeGs im Verhältnis zu Baptisten oder Methodisten zu den kleinen deutschen Freikirchen zu zählen sind, halten FeG'ler wichtige Schalthebel in der evangelikalen Welt Deutschlands in den Händen. Dies wird besonders deutlich an den Aktivitäten des Bundes-Verlages in Witten, der dem "Bündchen" gehört. Nach seiner Neugründung 1986 engagierte sich der Bundes-Verlag hauptsächlich im Zeitschriftenmarkt und stampfte eine evangelikale Zeitschrift nach der anderen aus dem Boden. Mittlerweile verfügt der Bundes-Verlag über sieben publikumsträchtige Zeitschriften, die eine Zielgruppe vom Vorschulkind bis zum Senior abdecken: "Kläx - Magazin für Kinder" (Auflage: 16000 Exemplare), die Teenager-Zeitschriften "TeensMag" (Auflage: 30.000 Expl.), die Zeitschrift für junge Erwachsene "dran" (Auflage 16.000 Expl.), die Familienzeitschrift "family" (Auflage: 90.000 Expl.), das Magazin für die evangelikale Elite "AufAtmen" (Auflage 35.000 Expl.) sowie die "Hauspost" der Freien ev. Gemeinden "Christsein heute" (Auflage 8000 Expl.). Seit Januar diesen Jahres kommt aus dem Bundes-Verlag auch ein christliches Magazin für Senioren, "senior", das 25 Jahre lang im evangelisch-landeskirchlich orientierten Verlag "Junge Gemeinde" (Leinfelden-Echterdingen) erschienen war. Die neuen Besitzer planen das Blatt völlig umzukrempeln, um damit die frommen "jungen Alten" zu erreichen. Mit dieser Zeitschriftenpalette ist der Bundes-Verlag im Bereich der evangelischen Publizistik der Marktführer und erreicht regelmäßig knapp eine halbe Million Leser - von jung bis alt. Ende 1998 machten die Wittener mit einem neuen Paukenschlag auf sich aufmerksam. Sie fusionierten mit dem R. Brockhaus Verlag (Haan bei Wuppertal) und "schluckten" als Mehrheitseigner damit einen der renommiertesten evangelischen Buchverlage Deutschlands. Der bisherige Verlagseigentümer, Dr. Ulrich Brockhaus, soll weiterhin Teilhaber bleiben, wird die Geschäfte aber zusammen mit dem Geschäftsführer des Bundes-Verlages, dem FeG-Pastor Erhard Diehl, führen. Mit dem Brockhaus-Verlag kauften die Wittener auch noch teilweise den Oncken-Verlag ein, der zur Hälfte Dr. Ulrich Brockhaus gehörte. Das neue Firmen-Konglomerat erhält als Dach eine Holding-Gesellschaft, deren Aufsichtsrats-Vorsitzender der hessische Unternehmer Friedhelm Loh wird. Der FeG'ler Loh ist nicht irgendwer, sondern Kopf der Friedhelm-Loh-Unternehmensgruppe (Rittal-Werk, Stahlo GmbH etc.), die weltweit die "Nummer eins" im Schaltschrankbau ist. Der gläubige Unternehmer beschäftigt rund um den Globus etwa 7000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von knapp über zwei Milliarden Mark. Nach Angaben von evangelikalen Verlags-Insidern habe der "reichste Evangelikale Deutschlands" schon viel Geld in den Bundes-Verlag gesteckt (aber auch in viele andere evangelikale Werke). Diese neue evangelikale Medienkonzentration unter dem Dach des Bundes-Verlages muß nachdenklich stimmen. Denn durch das neue Engagement im Buchmarkt und die absolute Übermacht bei den Zeitschriften können die Wittener Freikirchler Themen plazieren und salonfähig machen. Und sie tun es längst! Mit der aufwendig gestalteten Zeitschrift "AufAtmen" versuchen sie fast mit jeder Ausgabe die Vermengung von Charismatikern und Evangelikalen voranzutreiben. So wird z. B. in der neuesten Ausgabe der begehrte Konferenzredner und Charismatiker Geri Keller vorgestellt, der ein glühender Anhänger des "Toronto-Segens" war und in seiner Gemeinschaft Außerbiblische Phänomene (AbP), wie Zittern und Umfallen, für "göttlich" erklärt. Chefredakteur und FeG-Pastor Ulrich Eggers weiß genau, wen er "im Land" bearbeiten muß, um sein Lieblingsvorhaben - die Zusammenführung von Charismatikern und Evangelikalen - voranzutreiben. Nach einer Analyse des Bundes-Verlages erreicht "AufAtmen" "die 'Crème de la Crème' nahezu aller Landes- und Freikirchen ... aber auch gläubige Selbständige und Unternehmer - mit naturgemäß hoher Entscheidungskompetenz". Was in "AufAtmen" steht, hat somit eine Art Signalwirkung. Eggers ist überhaupt "der

  

Mann", der die Zeitschriftenpalette des Bundes-Verlages mit Kompetenz und Cleverness aufbaute. Er war für "dran" zuständig, baute "family" und "AufAtmen" auf und ist bis heute deren Chefredakteur. Bei evangelikaler Politik sind die FeG'ler weitaus mehr als nur ein "Zünglein an der Waage". FeG-Leute entscheiden, was viele Evangelikale zu lesen bekommen - und was nicht. Es scheint ratsam, auf die Kirchen- und Medienpolitik des "Bündchens" ein besonderes Auge zu werfen, denn mit ihrem Präses Peter Strauch haben die FeG'ler ein weiteres entscheidendes Eisen im "evangelikalen Feuer". Strauch ist "Chef" der Vereinigung deutscher Freikirchen und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Ev. Allianz (DEA). Er war es hauptsächlich, der die gemeinsame Erklärung zwischen DEA und Pfingstlern 1996 zustande brachte. Kollege Eggers hat nun die Aufgabe übernommen, die Frommen im Lande darauf ein- und umzustimmen. 

    

TOPIC Bibliothek für den PC, Ausgabe 1994-2000, © 1994-2001 Skambraks-Verlag, Kreuztal.  Alle Rechte vorbehalten. Verlags- und Redaktionsanschrift: Postfach 1544, 57206 Kreuztal. Telefon 02732/791859, h.p.wepf_______bibelkreis.ch 02732/74677 TOPIC erscheint mtl.  Bezugspreis jährlich DM/sFr 39,- incl. MWSt. + Versand . Preis in Österreich ÖS 330

Im evangelikalen Lager in Deutschland vollzieht sich eine Spaltung

 

Nach Ansicht von Peter Strauch, dem 2. Vorsitzenden der Deutschen Ev. Allianz (DEA), "erleben wir im evangelikalen Bereich zur Zeit eine große Zerreißprobe. Sie schlägt sich in unseren Pressediensten und Zeitschriften nieder, und es besteht die Gefahr, dass daraus bleibende Fronten werden. Gemeinsame Projekte wie 'ProChrist' und 'Spring' werden heftig kritisiert. Koalitionen mit Katholiken und Charismatikern werden als Verrat am Evangelium gesehen." Tatsächlich scheint sich mehr als eine Zerreißprobe anzubahnen. Eine Spaltung der Evangelikalen im deutschsprachigen Europa zeichnet sich ab. Der Grenzverlauf der beiden Lager wird durch Oekumenisierung, Charismatisierung und liberalen, laxen Umgang mit Bibel und Bekenntnis markiert. Besonders der Umgangston ist zwischen den beiden Parteien in letzter Zeit gereizter geworden.

 

Da rechnet der Redaktions-Leiter der evangelikalen Zeitschrift aufatmen, Ulrich Eggers, in der aktuellen Ausgabe mit all denen ab, die sich in letzter Zeit gegen "Wohlfühl-Gottesdienste" und einen "Wohlfühl-Jesus" kritisch geäußert haben. Gemeint sind Vertreter der Bekenntnisbewegung "Kein anderes Evangelium", die Gottesdienste der Willow Creek Bewegung kritisch unter die Lupe nahmen. Eggers, auch im Vorstand von Willow Creek Deutschland, wurde in seinem Beitrag so ausfällig, dass er sich zum Schluss seiner publizistischen Standpauke genötigt sah, eine Entschuldigung einzubauen.

Wüste Beschimpfungen musste auch die Arbeitsgemeinschaft Bekennende Gemeinde über sich ergehen lassen. Die Arbeitsgemeinschaft, die aus etwa 50 Mitgliedern besteht und zum Sympathiesantenkreis der "Bekenntnisbewegung" gehört, hatte in der evangelikalen Wochenzeitschrift ideaSpektrum in einer Anzeige vor dem "Jesus-Tag" in Berlin gewarnt. Dort kämen charismatische Dämonenlehren wie die "Geistliche Kampfführung" zum Einsatz. Diese Lehre stimme nicht mit der Bibel überein und trage "die Handschrift des Irrgeistes, der von jeher in der 'Pfingstgemeinde' herrscht." In einer Flut von Anrufen bei der Arbeitsgemeinschaft und in Leserbriefen an ideaSpektrum wetterten die Kritisierten massiv dagegen und sprachen von "geistlichem Kannibalismus", "spalterischem Schwachsinn" und "Sünde wider den Heiligen Geist". Der Präsident der Schweizerischen Pfingstmission, Max Schläpfer, verurteilte sogar den Anzeigen-Anbieter ideaSpektrum, da er diese Anzeige zugelassen hatte.

 

Gerade idea ist ein Beispiel dafür, dass das Bürgerkriegs-Gebaren im evangelikalen Lager keinesfalls ohne Auswirkungen bleibt. Weil das Presse-Organ die Einheitspolitik der DEA auch immer wieder mit kritischen Beiträgen (z. B. zu Willow Creek) bedachte, kam es Ende letzten Jahres zu solchen Zerwürfnissen, dass idea die Bezeichnung "Informationsdienst der Deutschen Ev. Allianz" ablegte und sich aus der engen Umarmung der DEA löste. Ein weiteres "Spaltprodukt" ist die Akademie für Reformatorische Theologie (ART), die im Herbst ihren Betrieb in Marburg aufnehmen will. Die beiden Dozenten Kaiser und Klautke sowie das Kuratoriumsmitglied Nestvogel trennten sich von der Freien Theologischen Akademie (FTA) in Gießen, weil sie den Kurs der "kritischen Sympathie" der FTA in Bezug auf Willow Creek nicht mittragen wollten. Auch ein Kreis von etwa 20 bibeltreuen Publizisten, der sich seit zwei Jahren regelmäßig trifft und darüber nachdenkt, wie bibeltreue Positionen publizistisch effektiv vertreten werden können, ist ein weiterer Hinweis dafür, dass im evangelikalen Lager deutliche Trennungslinien spürbar sind. Diese Entwicklung macht auch vor den Gemeindetüren nicht Halt. Vor allem ältere Gemeindemitglieder beklagen den Verlust von geistlichem Tiefgang. Viele sind durch die "neuen Moden und Trends" glaubensmäßig stark verunsichert und sehen sich im gemeindlichen Abseits.

 

Dabei entzünden sich Ärger und Streit beständig an denselben Punkten: an der Charismatik, der Zusammenarbeit mit Katholiken sowie an einer laxen Auslegung der Bibel. Und da sind es nicht die Bibeltreuen, die immer wieder Anlass für Streitigkeiten liefern. 1996 unterschrieb der Präses der Pfingstgemeinden Deutschlands, Ingolf Ellßel, das Einigungspapier zwischen Pfingstlern und DEA. Darin wird u. a. festgehalten, dass die Bibel kein "mehrstufiges Heilsverständnis" zulässt, somit eine gesonderte "Geistestaufe" nach der Bekehrung eines Gläubigen unbiblisch ist. Doch Ellßel scheint vergessen zu haben, was er einstens unterzeichnete. In einem Beitrag für die charismatische Zeitschrift Stimme der Wahrheit äußerte er Ende 1999 folgendes: "Heute stehen uns Pfingstler viele Türen offen. Vor ein paar Wochen war ich bei dem großen deutschen Allianz/Gnadauer 'Spring99'-Treffen. Dort waren 5000 Menschen, überwiegend Evangelikale, auch viele lutherische Pastoren, eine Woche lang zusammen. Man bat mich, einen Pfingstler, über den Heiligen Geist und die Geistesgaben zu sprechen. An einem Abend habe ich mit 15 lutherischen Pfarrern um die Geistestaufe gebetet, und Gott berührte sie wunderbar." Dass durch ein solches Verhalten eines Top-Pfingstlers Trennungslinien im evangelikalen Lager nicht aufgehoben, sondern neu gezogen werden, ist leicht nachzuvollziehen.

 

Ende März trafen sich 108 Leiterinnen und Leiter von christlichen Werken, Ausbildungsstätten, Kommunitäten und Therapieeinrichtungen aus dem evangelischen und freikirchlichen Raum Deutschlands. Dieses ökumenische Netzwerk, das 1969 ins Leben gerufen wurde, nennt sich Treffen der Verantwortlichen. Zum Leitungskreis gehören z. B. Gerhard Proß, Leiter des CVJM Esslingen, Pfarrer Friedrich Aschoff von der Geistlichen Gemeindeerneuerung der Ev. Kirche oder Pastor Peter Dippl vom charismatischen Christlichen Zentrum Berlin. Höhepunkt beim diesjährigen Treffen war der Auftritt der 80jährigen Chiara Lubich. Die Italienerin ist die Gründerin der katholischen ökumenischen Fokular-Bewegung, der sich weltweit vier Millionen Menschen zugehörig fühlen. Die Katholikin Lubich ist eine Ökumenikerin, "wie sie im Buche steht". Deshalb erhielt sie 1977 den Templeton-Preis des Okkultisten und Multi-Millionärs John F. Templeton. Templeton ehrt Menschen, die die Zusammenführung der Religionen vorantreiben und so zu einem - nach seiner Meinung - "Evolutionsprozess" im Bereich der Religion beitragen. Über die Preisverleihung schreibt Lubich: "Nach meiner Rede in der Guildhall hatte ich den Eindruck, dass dort in diesem Saal bereits Wirklichkeit geworden war, was Jesus erbeten hat: Alle sollen eins sein. Auch wenn wir verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören ... Wir sollen nicht nur - geleitet vom Heiligen Geist - versuchen unsere Spiritualität, unsere Liebe und unser Leben in die anderen christlichen Kirchen zu tragen; wir sollen uns entschieden auf den Weg machen zu unseren Brüdern in den anderen Religionen." Wer solche Leute einlädt und feiert, darf sich nicht wundern, wenn informierte Bibeltreue Kritik üben und auf Distanz gehen. Denn es sind immer wieder dieselben Kreise - zumeist charismatische -, die den Kontakt zu umstrittenen Adressen suchen. Eine davon ist Raniero Cantalamessa, ein Franziskaner-Pater mit einer gewinnenden Ausstrahlung.

 

Der Theologie-Professor Cantalamessa ist einer von wenigen Auserwählten, die regelmäßig vor dem Papst und seinen Kardinälen predigen dürfen. Der Pater war schon häufig "katholischer Star" auf evangelikalen Veranstaltungen. So trat er 1997 auf der "Explo" in Basel auf und wurde als "unser Bruder im Vatikan" auf dem "Kongress Charismatischer Bewegungen" im letzten Jahr in Nürnberg begeistert gefeiert. Auffällig ist, dass der Franziskaner-Pater, wenn er in nicht-katholischer Umgebung spricht oder schreibt, keine römisch-katholischen Irrlehren vertritt. Wer sich jedoch seine Bücher zur Hand nimmt, beispielsweise "Maria, ein Spiegel für die Kirche" (1994) oder "Die Eucharistie unsere Heiligung" (1998), wird schnell feststellen: Der Hofprediger des Papstes ist ein "reinrassiger" Katholik.

 

Vielleicht wäre eine Einheit unter Evangelikalen schneller möglich als gedacht, wenn nicht immer wieder massive Hindernisse aufgebaut würden. Ein neueres dieser Art ist die Studie der Weltweiten Ev. Allianz, die das Predigt- und Leitungsamt von Frauen für biblisch erklärt. Dieses Dokument wird für weitere bittere Trennungslinien sorgen. Nötig wäre das nicht! Unter den theologischen Experten der DEA soll die Studie als "Dummes Zeug" gelten, nicht wert, darüber intern zu diskutiert. Dennoch wird sie öffentlich präsentiert. Manchmal beschleicht einen der Verdacht, dass die Hindernisse sogar gewollt sein könnten. Ausgerechnet diejenigen, die am kräftigsten das Einheits-Fähnlein schwenken, plazieren nämlich immer neue Barrieren, die den Weg zur Einheit auf biblischer Grundlage verbauen.

 

TOPIC Bibliothek für den PC, Ausgabe 1994-2000, © 1994-2001 Skambraks-Verlag, Kreuztal.  Alle Rechte vorbehalten. Verlags- und Redaktionsanschrift: Postfach 1544, 57206 Kreuztal. Telefon 02732/791859, h.p.wepf_______bibelkreis.ch 02732/74677 TOPIC erscheint mtl.  Bezugspreis jährlich DM/sFr 39,- incl. MWSt. + Versand . Preis in Österreich ÖS 330


Hallo, lieber Hans Peter!

 

Hier ist wohl die wichtigste Info – mit Hintergründen über die Medienmacht.

Strauch ist ein richtiger theologischer Wendehals –solche Brüder werden uns auf gut deutsch „in die Pfanne hauen“ . 

Ja,  „aufatmen“ wird für uns, die wir von Allianz nichts wissen wollen sehr schwer! 

Nun hast du genug „Zeugs“. 

 

Peter Strauch ist neuer Vorsitzender der Deutschen Ev. Allianz

 

Anfang Oktober ist Peter Strauch zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Ev. Allianz (DEA) gewählt worden. Der 57-Jährige löst damit Dr. Rolf Hille ab, der sich nach sechsjähriger Amtszeit einer Wiederwahl nicht mehr stellte und sich nun vor allem der theologischen Forschung widmen will. Strauch war lange Jahre zweiter Vorsitzender der DEA und gehört seit 1986 dem Hauptvorstand der DEA an. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde Theo Schneider, Generalsekretär des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Peter Strauch ist auch Präses des Bundes Freier ev. Gemeinden (FeG) mit über 31.000 Mitgliedern. Zusätzlich ist er in etlichen Gremien tätig, beispielsweise im Leitungskreis von Willow Creek Deutschland. Wer ist Peter Strauch?

 

Zunächst ist er ein begnadeter Liederdichter, der mit Liedern wie "Jesus, wir sehen auf dich" oder "Meine Zeit steht in deinen Händen" sich in die Herzen von Millionen von Sängern und Hörern getextet und komponiert hat. Auch als kompromissloser und unerschrockener Streiter für Jesus Christus sticht Strauch immer wieder hervor. So kritisierte er im Mai diesen Jahres Bundespräsident Johannes Rau, als dieser Bemerkungen über die verwandtschaftlichen Beziehungen der drei monotheistischen Religionen gemacht hatte. Strauch: "Schließlich ist Jesus Christus Gottes endgültige Antwort auf alle Religiosität der Menschen, unvergleichbar und nicht zu überbieten." Strauch sprach sich auch mehrfach deutlich gegen die Ökumene aus, zuletzt im September diesen Jahres auf dem "Bundestag" der FeG'en.

 

Eine klare biblische Linie dokumentierte Strauch ebenso in einem Papier mit dem Titel "Die Charismatische Bewegung und die Position der Freikirchen", das er 1995 erarbeitete und vorlegte. Als damaliger Präsident der Vereinigung Ev. Freikirchen (VEF) postulierte er ein klares Nein zur pfingstlerischen Geistestaufe, zu prophetischen Bildern und Visionen, zu einer "Theologie der Zeichen und Wunder" sowie zur "Geistlichen Kampfführung" und anderen charismatischen Praktiken. Diese Position führte 1991 beim früheren Vorsitzenden der DEA, Dr. Fritz Laubach, noch zu der klaren Konsequenz: Zwischen DEA und Charismatikern sowie Pfingstlern sei "eine Zusammenarbeit oder geistliche Gemeinschaft in der Praxis leider unmöglich". Nicht so bei Peter Strauch! Zum Schluss des Positionspapiers der Freikirchen empfiehlt er, "Vertrauensbrücken" durch gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen zu bauen. Dabei sollte "charismatisches Sondergut" möglichst gemieden werden, "es sei denn, die beteiligten Gemeinden und Gruppen hätten sich darüber geeinigt".

 

Vor allem Strauch war es, der mit Eifer den Brückenschlag zwischen DEA und dem pfingstlerisch / charismatischen Lager vorantrieb. Dieser wurde mit der "Kasseler Erklärung" 1996 abgeschlossen. Seitdem verfolgt Strauch einen gefahrvollen theologischen Kurs: Er sucht stets das Gemeinsame und erklärt das Unterschiedliche für weniger bedeutend. In einem Beitrag für die evangelikale Zeitschrift AufAtmen (1/2000) schreibt er zum Thema "Wie Einheit der Christen gelebt werden kann": "Allein das Bekenntnis zu dem Retter und Herren Jesus Christus ist das entscheidende Kennzeichen der Einheit ... Wir haben kein Recht zu weiteren Grenzziehungen unter uns." Für Strauch gibt es biblische Grundwahrheiten, darunter stehen Erkenntnisse, Ableitungen und persönliche Meinungen: "Immer, wenn wir unsere Interpretationen und Ableitungen zur absoluten Grundwahrheit erklären, verlieren wir die Weite der Einheit aus dem Blick, die bei aller Unterschiedlichkeit in Christus gelebt werden kann und muss. Wir müssen endlich lernen, zwischen absoluten Wahrheiten und persönlichen Auffassungen zu unterscheiden ... Ob wir wollen oder nicht: Wir lesen die Bibel immer auch mit der Brille unserer Persönlichkeit und Lebensgeschichte. Damit rede ich nicht der Relativierung der Bibel das Wort, aber ich unterstreiche damit die biblische Aussage, dass unser Erkennen Stückwerk ist (1.Kor 13,9) ... Es ist durchaus möglich, dass Erkenntnisse unter uns einen solchen Stellenwert haben, dass sie zu eigenen gemeindlichen Wegen führen. Wenn sie nicht leichtfertig beschritten werden, müssen sie demütig akzeptiert werden. Sie gehören zur Vorläufigkeit unseres Erkenntnisvermögens." (Hervorh. durch die Red.).

 

Im Gegensatz zu seiner Bewertung der Einzigartigkeit Jesu Christi zeigt Peter Strauch mit dieser Betrachtungsweise eine Nähe zum Denkmodell der "neuen Toleranz". Sie lehrt: Es gibt nicht die absolute Wahrheit, sondern Wahrheiten. Glaubensauffassungen, Verhaltensweisen, Werte oder Denkinhalte werden auf der rein menschlichen Ebene angesiedelt und nur durch die menschliche Brille betrachtet und beurteilt. Da es oft mehrere menschliche Beschreibungen der Wirklichkeit gibt, kann nicht eine menschliche Meinung im letzten Sinne

 wahr sein. Was für den einen Menschen falsch ist, ist für jemand anders nicht unbedingt falsch. Die Meinung eines anderen ist wahr, wenn sie denn aufrichtig vertreten wird. Ich muss sie demütig als wahr akzeptieren und tolerieren. Mit dem Denkmodell der "neuen Toleranz" werden das ganze Wesen und die Bedeutung absoluter Wahrheit fundamental untergraben.

 

In einigen Äußerungen von Peter Strauch sind Spuren dieser "neuen Toleranz" zu entdecken. Dies belegt z. B. ein Interview mit der pfingstlerischen Zeitschrift Wort und Geist aus dem Frühjahr diesen Jahres. Dabei ging es auch um die Berliner Erklärung aus dem Jahr 1909, in der festgeschrieben wurde, dass der Pfingstgeist dämonisch inspiriert ist. Dies führte dazu, dass in Deutschland der pfingstlerisch/charismatische Waggon Jahrzehnte lang vom evangelikalen Zug abgekoppelt war. Strauch beurteilt die "Berliner Erklärung" heute so: "Diese Erklärung ist ein kirchengeschichtliches Dokument, abgefasst in einer konkreten Zeit und Situation. Wir haben heute nicht die damaligen Väter der Erklärung zu korrigieren. Sie haben ihre Entscheidung in ihrer Verantwortung vor Gott getroffen. Aber unsere Verantwortung ist es eben, heute zu fragen, was uns Pfingstler und Evangelikale verbindet und was uns trennt." Der Sachverhalt, um den es geht, ist damals wie heute derselbe. Der Pfingstgeist hat sich die Jahrzehnte hindurch nie anders gezeigt als anno dazumal. Nur, er wird heute anders bewertet, weil er auf einem weltweiten Siegeszug ist. Die Väter hatten ihre Wahrheit, wir Heutigen haben unsere. Unterschiedliche "Wahrheiten" stehen nebeneinander und neutralisieren somit jegliche Wahrheitsfindung nach biblischem Absolutheits-Standard. Strauch im Interview mit "Wort und Geist": "Das Ziel besteht also nicht darin, dass Evangelikale Pfingstler und Pfingstler Evangelikale werden, sondern dass beide aufhören, ihre persönliche Erkenntnis zum Maßstab ihrer Zusammengehörigkeit zu machen. Die hat allein in Jesus Christus ihren Grund." Wie kann aber Jesus Christus Quelle eines gemeinsamen Glaubens sein, wenn Kennzeichen und Auswirkung des Heiligen Geistes - SEINES Geistes - sich so unterschiedlich darstellen und zur persönlichen Ansichtssache gemacht werden müssen?

 

Wenn es tatsächlich so schwer sein sollte, biblische Klarheit bei wichtigen Themen und Unterthemen herzustellen, dann dürften Aufforderungen wie diese vom Apostel Paulus nicht in der Bibel zu finden sein: "Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennung und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie" (Röm. 16,17). Das Ringen um biblisch eindeutige Feststellungen - auch in Kleinigkeiten - darf nicht auf das Niveau von Nebensächlichkeiten absinken. Eine ausgedehnte Grauzone der "persönlichen Erkenntnis" schafft keine Klarheit, sondern fördert eher ein Denken à la "neuer Toleranz". Die "neue Toleranz" ist aber ein Todfeind der biblischen Botschaft! In Gottes Wort findet sich nicht der Generalauftrag an Christen, eine Einheit herzustellen. Jesus selbst macht deutlich, dass in ihm alle Christusgläubigen unsichtbar vereint sind (Joh. 17). Das ist eine Seite. Es gibt noch eine andere, die nicht übersehen werden darf: "Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen" (Jesus in Matth. 7,22-23)!

 

Mit der Wahl von Strauch zum Vorsitzenden der DEA gewinnt noch ein weiterer wesentlicher Aspekt an Bedeutung. Hinter Strauch steht eine einflussreiche FeG-Mannschaft. So sind große Teile der evangelikalen Medienlandschaft fest in FeG-Hand. FeG-Pastor Ulrich Eggers verantwortet Zeitschriften wie family und AufAtmen und leitet auch die Redaktion von WillowNetz, der deutschen Willow Creek-Zeitschrift. FeG-Pastor Erhard Diehl steuert als Geschäftsführer den Bundes-Verlag, in dem neben den genannten weitere auflagenstarke Zeitschriften erscheinen sowie ein Buchprogramm. Ein weiteres FeG-Mitglied, Helmut Matthies, ist Chefredakteur der evangelischen Nachrichtenagentur idea. Als großzügiger Förderer vieler FeG-Aktivitäten (aber auch anderer in der evangelikalen Welt) tritt immer wieder der hessische Unternehmer Friedhelm Loh in Erscheinung. Dem FeG-Mitglied gehört eine internationale Firmengruppe (Rittal-Werk, Stahlo GmbH etc.) mit Milliarden-Umsätzen. Loh ist auch Aufsichtsratsvorsitzender einer Holding, zu der der Bundes-Verlag, der Brockhaus-Verlag und Teile des Oncken-Verlages zählen. Aus dieser Perspektive gesehen, hat Strauch einen aus wenigen Leuten bestehenden Apparat aus FeG-Kreisen zur Seite, der in keinster Weise die evangelikale Welt in Deutschland repräsentiert. Kritik an der DEA und ihren Organen dürfte es jetzt noch schwerer haben, die breite evangelikale Öffentlichkeit zu erreichen. Die theologischen Akzente, die Strauch in letzter Zeit gesetzt hat, sowie die Machtkonzentration in seinem direkten Umfeld geben Anlass genug, ein waches Auge auf die Aktivitäten des neuen DEA-Vorsitzenden zu werfen und dabei immer auch seine Hintermannschaft genau im Blick zu haben.

 

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Die Vorstellung des P. Strauch zum Allianzvorsitzenden solltest du mal auf
die Homepage bringen, dann wissen Etliche wie weit es mit der Allianz ist!

Besorge dir doch die TOPIC-CD.
Ich helfe dir bis dahin gerne mit zum Themen etwas bei TOPIC zu suchen.

Ich habe mit dem Herausgeber öfters telefoniert, ich darf da
fast alles weiterreichen.