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Frage 288

Sehr geehrte Damen und Herren,

am letzten Wochenende bin ich bei einer Recherche zu den Themen "Opfer" und "Stiftshütte" auf Ihre Internetseiten gestoßen. Hier fand ich viel biblisch fundiertes Material. Was mir weniger gefallen hat, waren Ihre Darstellungen über Charismatiker. Es ist nicht so, dass ich Ihre Kritik nicht im Wesentlichen teilen würde. Ich selbst bin Mitglied der Landeskirchlichen Gemeinschaft, die ihre Wurzel im Pietismus hat. Es geht mir allein um die Frage, in welcher Weise Sie diese Kritik anbringen. So biblisch fundiert Ihre Auseinandersetzung mit den Vorstellungen der Charismatiker auch sein mögen; Ihre Kritik bringt die Charismatiker nicht weiter, sondern sie zieht Mauern zu den Charismatikern hoch. Wenn wir uns aber mit den Glaubensvorstellungen anderer auseinandersetzen, sind wir zwar der Wahrheit, aber auch der Liebe verpflichtet. Sonst ist unsere Kritik nichts wert (vgl. 1. Kor. 13, 2). Ja mehr noch: Lieblose Kritik bringt uns selbst in eine große geistliche Gefahr - dass wir nämlich verurteilen (vgl. Röm. 14, 10).

Ich will ein Beispiel bringen. Meine Frau und ich leiten einen Gebetskreis mit Bibelgespräch und Seelsorgeangebot, der sich jeden Morgen trifft. Diesem Gebetskreis gehörten Christen aus unterschiedlichen Gemeinden an, zeitweilig gleichzeitig eine Schwester von den Altlutheranern und eine charismatischer Prediger. Bei dem Gespräch über Apg. 19 war es unvermeidlich, über das unterschiedliche Taufverständnis zu sprechen. Darüber streiten sich nun Theologen seit Jahrhunderten und es ist nicht unsere Aufgabe, hierüber zu urteilen. Ich betete für uns alle um Weisheit, um mit diesem schwierigen Thema umzugehen. Das Taufverständnis der Charismatiker konnte ich stehen lassen, auch wenn ich dessen biblische Rechtfertigung nicht nachvollziehen kann. Aber selbst wenn das charismatische Verständnis der Geistestaufe falsch sein sollte, ist es ist besser für mich, wenn ich es stehen lasse. Das Seelenheil meines Bruders wird von meinem Urteil nicht abhängen - aber vielleicht mein eigenes (vgl. Röm. 14, 10).

Erst vor kurzen hat der Herr mehreren von uns prophetische Worte über eine Schwester gegeben, deren "Rechtgläubigkeit" die persönlichen Beziehungen in dem Gebetskreis sehr belastete. Es waren harte Worte, die der Herr über diese Frau sprach ("Sie ist streitsüchtig und selbstgerecht." ... "Sie wird tief fallen.") Inzwischen hat der Herr uns sogar verboten, für diese Frau zu beten.

Was hat das mit Ihnen zu tun? Als ich die Aufsätze von Ihren Internetseiten las, betete ich: Herr, ich möchte für sie beten, damit sie liebevoll mit den Charismatikern umgehen können." (Ich sagte das, da ich keine Vollmacht habe, selbst zu beten. Nicht ich bin es der betet, sondern der Heilige Geist betet in mir.) Der Heilige Geist antwortete mir: "Ich bete nicht für sie." Ich war schockiert, weil ich sehe, dass Sie sich um die Wahrheit bemühen. Ich verhandelte mit dem Herrn, um Ihnen wenigstens diese Gebetserfahrung mitteilen zu können. Der Herr sagte mir: "Aber mehr als eine Stunde bekommst Du dafür nicht. Mehr ist die Sache nicht wert." Ich war wiederum schockiert, wie hart der Herr mit denen umgeht, bei denen die Wahrheit wichtiger ist als die Liebe.

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen auf mein Zeugnis hin umkehren. Ich wäre glücklich, wenn der Heilige Geist mir dies von Ihnen auch bald sagen würde.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Böhmer


Lieber Ulrich

ich kann Deine Zeilen akzeptieren, habe nun noch einige Fragen dazu:

1. Wie verstehst Du persönlich Apg 19? Ist dies nach Deiner  Meinung heute noch möglich? Gibt es heute noch  jüdische Jünger, die auf die Taufe Johannes getauft sind. Gibt  es noch ein Apostel Paulus auf Erden?  Nur so nebenbei noch bemerkt: Wer aus der Apostelgeschichte christliche Lehre ableitet, ist eh` kein Lehrer...

2.Wie geht das so bei Dir vor,  wenn der  "Herr" Dir ein prophetisches Wort gibt? Was ist das für ein  "Herr", der Dir sagt,  dass Du aufhören sollst zu beten? Entschuldigung, Du schreibst  ja dass Du gar nicht betest, es ist ja, wie Du schreibest "der heilige Geist " der betet.   Ich muss annehmen, dass Du auch einer von denen bist, die meinen, Gott und den Teufel herumkommandieren zu  können?  1.M 3,5 Würde mich nicht wundern, wenn Du auch noch Dämonen austreiben könntest....

3. Ist übrigens noch nett von Dir, dass Du meinetwegen mit "dem Herrn" verhandelst, aber da "kribbelts" mir halt immer etwas, wenn ich solche Dinge lese.

4. Mein Herr hat`s  mit der Wahrheit!  

Mit freundlichen Grüssen

Hans Peter

Noch ein Rat: Liess bitte 2. Petrus 2 und den Judas Brief, eventuell schenkt Dir  der Herr,   Jesus Christus, Er ist Gott, Gnade!


Liebe Charismatiker,

denkt doch bitte einmal nach ! Gott hat Euch nicht nur einen Kopf
gegeben, um einen Hut aufzusetzen, sondern auch zwischen Euren Ohren
einige graue Zellen geschenkt, um sie zu benutzen !

Als ich die neuesten Beiträge gelesen habe, war ich wirklich
erschrocken über die Argumentation. Da ist Ulrich in Frage 288, dem der
Herr anscheinend eine Erlaubnis gegeben hat, nur eine Stunde für
Hans-Peter zu beten. Andreas rechtfertigt in Frage 289 die
Rechtgläubigkeit der Pfingstgemeinde, weil sie jetzt in der
Evangelischen Allianz mitarbeiten und Oliver unterstellt Hass auf
Gemeinden. Ich gebe zu: Der Ton macht die Musik. In einer
Auseinandersetzung unter Brüdern im Herrn sollte immer die Haltung im
Vordergrund stehen, den anderen höher zu achten als sich selbst. Aber
es ist meiner Erfahrung nach kaum möglich, mit einem Charismatiker
sachlich zu diskutieren. Es gibt einige Ausnahmen, aber die Meisten
beenden die Diskussion mit Vorwürfen, in Frage stellen meiner Person
und Gerichtsandrohungen.

Ich bin froh, dass Gott nicht von uns erwartet, unseren Verstand an der
Garderobe abzugeben, um sich mit geistlichen Fragen auseinander zu
setzen. Sicherlich können wir nicht alles mit dem Verstand erfassen,
insbesondere versteht der natürliche Mensch nichts, was geistlich ist
(1.Kor.2;7). Dennoch ist das, was Gott in seinem Wort offenbart,
durchaus logisch nachvollziehbar. Gott erwartet von uns nicht, Dinge zu
glauben, die faktisch falsch sind. Wir müssen nicht an Gott glauben wie
das Kleinkind an den Nikolaus, das irgendwie doch weiß, dass er nicht
echt ist, sondern von einem Erwachsenen gespielt wird. Es ist schlimm,
wenn es heißt: "Es ist unwichtig, ob Jesus Christus wirklich von den
Toten auferstanden ist, Hauptsache, ich glaube daran". 

Leider argumentieren viele derart: Alles, was funktioniert ist gut. Die
Tatsache, dass Zeichen und Wunder angeblich geschehen, dass sich viele
Menschen angeblich bekehren, usw. soll beweisen, dass der Geist Gottes
am Wirken ist. Alleine dies in Frage zu stellen, begibt sich nach
charismatischer Interpretation, die unvergebbare Sünde zu begehen,
nämlich den heiligen Geist zu lästern. Der postmoderne Mensch fragt
nicht: "Was ist Wahrheit ?", sondern: "Was bringt es mir ?". Es wird
nicht gefragt, ob das, was man glaubt, wirklich dem Wort Gottes
entspricht, sondern wie die Resultate sind. Ich hasse nicht diejenigen,
die "zeitgemäße Köder" auslegen, bin aber traurig, weil die
"zeitgemäßen Köder" nicht in die richtige Richtung locken. Das
Evangelium unterhält nicht, bietet keine Kurzweil, sondern es fordert
heraus. Wir sollen Schafe weiden und nicht Böcke belustigen, wie
Spurgeon einmal gesagt hat.

Liebe und Wahrheit: Ein Gegensatz, wie Ulrich schreibt ? Nach 1. Kor.
13 freut die Liebe sich der Wahrheit. Wir sollen die Wahrheit in Liebe
sagen, aber auch das kann weh tun. Es tut dem weh, der sie sagt, denn
man sagt ungern einem Freund, dass er falsch liegt. Es tut auch dem
weh, der sie gesagt bekommt, denn einem jeglichen dünkt ihm seinen
eigenen Weg recht, aber zuletzt führt er ihm zu Tode (nach Spr.). Aber
ist es Liebe, die Wahrheit nicht zu sagen ? Wenn ja, dann haben wir
kein Recht, das Evangelium zu verkünden !

In den verschiedenen Beiträgen dieses Forums habe ich einige Anfragen
gestellt, auf die mir bisher niemand erwidert hat (z.B. Frage 169).
Denkt doch einmal nach, ob das, was in Euren Kreisen als göttlich gilt,
wirklich dem Anspruch gerecht wird, göttlich zu sein. Seid Ihr
überhaupt bereit dazu, überhaupt einmal nachzufragen, ob da, wo der
Anspruch erhoben wird, dass Gottes Geist wirkt, er wirklich am Wirken
ist ? Die Aussage: "Wenn ich den Vater um einen Fisch bitte, wird er
mir keine Schlange geben", halte ich für zu naiv, weil Gott uns hier
das Rüstzeug gegeben hat, wie wir hier wahr und falsch unterscheiden
können

Herzliche Grüße
Fritz

 

Noch ein Link zur Geistestaufe


04.12.04

Lieber Herr Böhmer.

Ich war erschrocken, daß der Herr ihnen die Anweisung gegeben hat, für eine Schwester nicht mehr zu beten. Der Herr hat Möglichkeiten, die wir garnicht einschätzen können, geschweige denn, dürfen.  Und Er liebt ganz bestimmt  auch diese Schwester. Das kann nie im Leben der Heilige Geist gewesen sein. Die kumpelhafte Art: "nicht mehr zu beten als eine Stunde" ist absurd. Ich war 10 Jahre in der Charismatik. ich kenne mich da aus.

Dieser kumpelhafte Ton ist eine Beleidigung Gottes. Im Vordergrund standen immer  die "Erfahrungen"mit Gott. Erfahrungen müssen her, Erfahrungen müssen sein. Egal, ob sie neben der Bibel lagen oder nicht. Aber "Erfahrungen""!
Sehen Sie sich doch, bitte, nur mal die "Prophezeiungen"  der letzten 30 Jahre an. Abgegeben von "geistgesalbten" Brüdern. In der Ch. wird der HG eindeutig instrumentalisiert und manipuliert.
Auf dieser Ebene handelt man sich den "anderen Geist" ein. Gott sei gepriesen, daß wir vom Wort her sehr wohl unterscheiden können, welchen Geist wir haben.
Ich habe Dinge damals erlebt, das würde man mir nicht glauben.
Aber "wehe den HG. lästern".  Damit sind wir in Angst und Schrecken gehalten worden.
Aber ich habe eines gelernt: Nie wieder und - Hände weg!
Das, Herr Böhmer, war keine Freiheit, das war Angst.
Auch, wenn es hart klingt, Herr Böhmer, ich kann nicht anders. Wenn ich Ihren drohenden Ton hier lese, dann kommen mir ganz unselige Zeiten wieder hoch. Noch einmal: das ist nicht der vielbeschworene Heilige Geist. Da müssen wir als Kinder Gottes keine Angst haben. Meistens kamen ja bei "Nichtgehorsam" Auslegungen.
"So spricht der Herr.............." - Und wir zitterten.
Trotzdem: einen freundlichen Gruß -
Berndt St.
 

Nachsatz: 
Was hat das mit Ihnen zu tun? Als ich die Aufsätze von Ihren Internetseiten las, betete ich: Herr, ich möchte für sie beten, damit sie liebevoll mit den Charismatikern umgehen können." (Ich sagte das, da ich keine Vollmacht habe, selbst zu beten. Nicht ich bin es der betet, sondern der Heilige Geist betet in mir.) Der Heilige Geist antwortete mir: "Ich bete nicht für sie." Ich war schockiert, weil ich sehe, dass Sie sich um die Wahrheit bemühen. Ich verhandelte mit dem Herrn, um Ihnen wenigstens diese Gebetserfahrung mitteilen zu können. Der Herr sagte mir: "Aber mehr als eine Stunde bekommst Du dafür nicht. Mehr ist die Sache nicht wert." Ich war wiederum schockiert, wie hart der Herr mit denen umgeht, bei denen die Wahrheit wichtiger ist als die Liebe.

 
Ich habe noch mal "nachgelesen": Nein, das war nicht der Heilige Geist. Das ist nicht die Sprache des Herrn. (Sth)

5.12.04

Lieber Ulrich

<<
bei denen die Wahrheit wichtiger ist als die Liebe<<

Nur schon mit diesem Satzteil sehe ich, dass dies der Satan war und nicht Jesus!
Jesus würde NIE etwas entgegen der Bibel sagen! Stimmt's? Aber DAS ist gegen die Bibel!
Jesus wird NIEMALS die Wahrheit für die Liebe schmälern genauso wie er NIEMALS die Liebe für die Wahrheit schmälert! Beides ist 100% Jesus! Die WAHRHEIT und die LIEBE!
Jesus kämpft nicht gegen Jesus!

Gruss
Michael / CH


Hallo Herr Böhmer,

" Der Heilige Geist antwortete mir: "Ich bete nicht für sie." Ich war schockiert, weil ich sehe, dass Sie sich um die Wahrheit bemühen. Ich verhandelte mit dem Herrn, um Ihnen wenigstens diese Gebetserfahrung mitteilen zu können. Der Herr sagte mir: "Aber mehr als eine Stunde bekommst Du dafür nicht. Mehr ist die Sache nicht wert." Ich war wiederum schockiert, wie hart der Herr mit denen umgeht, bei denen die Wahrheit wichtiger ist als die Liebe."

Das ist ein Ausschnitt aus Ihrer Mail. Auch mir stellt sich die Frage, wie sich der Heilige Geist Ihnen gegenüber äussert? Wie verstehen Sie diese klaren Anweisungen? Und Sie sind sicher, dass Sie mit dem Heiligen Geist verhandelt haben? Wie können Sie sicher sein? Weil Abraham einmal unterwürfigst gehandelt hat? Auch Mohammed hat gehandelt, aber nicht mit Gott, soviel steht fest.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es nicht der Heilige Geist ist, der mit Ihnen geredet hat. Auch deshalb nicht: "Inzwischen hat der Herr uns sogar verboten, für diese Frau zu beten." Wie Sie selbst schrieben ging es um eine Schwester, also um eine Gläubige. Dafür soll man nicht mehr beten? Was hat sie denn gesagt, was so verwerfenswert war?

Und vor allem: "Der Herr sagte mir: "Aber mehr als eine Stunde bekommst Du dafür nicht. Mehr ist die Sache nicht wert" Hat der Heilige Geist wirklich "die Sache" gesagt? Der Heilige Geist spricht von einem Menschen als Sache?

Das soll ich glauben? Nein, das kann ich nicht glauben.

Sie haben 1. Korinther 13 sicher oft gelesen, aber kennen tun Sie es bis heute leider nicht. Beachten Sie bitte folgenden Zusammenhang:

1Kor 13,8 Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden

weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden.

 

1Kor 13,13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte

aber von diesen ist die Liebe.

Sehen Sie den Zusammenhang? Sehen Sie, dass sich die Verse 8 und 13 wie eine Klammer um die Verse dazwischen legen?

Fakt ist also, dass die Vers 8 genannten Dinge aufhören und die Vers genannten 13 bleiben. Nur der Zeitpunkt ist strittig. Dafür müssen wir klären, was das "Vollkommene" ist. Ist es wirklich das von Angesicht zu Angesicht schauen des Herrn Jesus? Also, dann wenn er uns in den Himmel entrückt? Dann würde aber Vers 13 nicht stimmen, denn dann wird der Glaube zum Schauen und die Hoffnung ist nicht mehr nötig, denn sie ist erfüllt.Diese Dinge bleiben dann also nicht mehr. Also der Zeitpunkt des "Vollkommenen" muss vorher sein. Was soll es denn sonst sein, wenn nicht die vollständige Bibel? Wenn es aber die Bibel ist und nach Vers 8 Weissagungen, Erkenntnis und Sprache weggetan sind bzw. aufgehört haben, so ist doch Ihre ganze Prophetie falsch.

Prüfen Sie es, finden Sie wirklich heraus was diese Verse sagen, denn darauf bauen Sie Ihren Glauben.

Gruss Stephan Stöver