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Frage  448  7.2.02   siehe auch     Tolkien C.S. Lewis      408 Herr der Ringe

Liebe Geschwister!
 
Es ist sehr interessant, die verschiedenen Meinungen über Fantasyliteratur zu lesen. Ich frage mich aber, wie viele der Beiträge von Personen stammen, die sich wirklich eingehende damit auseinandergesetzt haben. Es gibt, wenn mal wieder "etwas Neues" auftaucht, immer wieder die gleichen Brüder und Schwestern, die zunächst vorsichtig sind oder gar grundsätzlich Bedenken anmelden.
Oft stecken hinter diesen Bedenken gar keine echten Argumente, sondern eine unterschwellige Angst vor Verführung zur Magie, zur Esoterik etc. Das kann ich auch gut verstehen, zumal unser Herr uns ja warnt.
 
Ich selbst kenne den Herrn der Ringe recht gut, habe auch das Silmarillion gelesen (ohne das man den religiösen Hintergrund des Ringzyklus m.E. nicht verstehen kann). Was mir dabei auffällt:
 
1. Tolkien erzählt zwar eine fantastische Geschichte, und darin kommt auch Magie vor, jedoch fordert er nirgendwo zum Gebrauch der Magie auf. Im Gegenteil: Für die Menschen ist der Gebrauch der Magie schädlich. So wurden die 9 Fürsten der Menschen durch den Gebrauch der Ringe zu Schattenwesen.
In anderen Büchern (allen voran Harry Potter) wird Magie als etwas erstrebenswertes dargestellt. Es wird "Lust" darauf gemacht (1. Mos. 3, 6: Der Baum war eine Lust für die Augen und begehrenswert....) Wenn wir schon von einer "Botschaft" reden: Der Herr der Ringe spricht sehr deutlich von der Gefahr der Verführung und warnt davor.
 
2. Die Ablehnung von Tolkien basiert auf einer oft grundsätzlichen Ablehnung von Fantasyliteratur. Ich frage mich, ob hier nicht gegen ein Feindbild vorgegangen wird, was nur schemenhaft erkennbar ist. Gott der Herr gab den Menschen die Fantasie, nicht der Satan. Fantasie ist etwas schöpferisches. Der Teufel kann nichts schaffen, sondern nur nachäffen (Wem es noch nicht aufgefallen ist: Interessanterweise ist Michael Endes "unendliche Geschichte" eine satanische Nachäffung von C.S.Lewis christlichen Narnia-Märchen). Deshalb wehre ich mich gegen eine grundsätzliche Ablehnung der Fantasyliteratur. Es gibt sehr gute christliche Atuoren, die eine deutliche christliche Antwort auf esoterische Fantasyliteratur geben. Dazu gehören u.a. Stephen Lawhead, F.E. Peretti, C.S. Lewis und Roger Elwood.
 
3. Die Ablehnung des Buches "Der Herr der Ringe" basiert auch auf seiner historischen Beliebtheit bei der Hippie-Generation, die es als Anregung für ihre Esoterischen Gedanken missbrauchte. Dazu muss gesagt werden, dass die Hippies auch die Bibel in gleicher Weise missbrauchten. Das ist also kein Argument
 
Ich würde mich freuen, wenn wir Christen es lernen, uns nicht von Pauschalurteilen leiten zu lassen. Pauschalurteile sind der "leichte Weg". Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es nicht der richtige Weg sein kann.
 
Gottes Segen und herzliche Grüsse
 
Matthias Störmer