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Frage  456    Siehe auch Der Alpha-Kurs   Alphalive

 

Hallo lieber Bruder / liebe Schwester!

 

Darf ich Dir eine Frage stellen?

Wer soll bei der Verkündigung des Evangeliums im Zentrum stehen? Gott und seine Ehre (indem Sein Rettungswerk groß gemacht wird!), oder der Mensch und seine Bedürfnisse? (Humanismus!)

Die Antwort auf diese Frage macht den grundlegenden Unterschied zwischen der biblischen Verkündigung und modernen Evangelisationsmethoden aus:

Mensch-zentrierte Verkündigung

Gott-zentrierte Verkündigung


Der Anknüpfungspunkt im Gespräch mit Nicht-Christen ist die Liebe. „Gott liebt dich.“
 


Anknüpfungspunkt im Gespräch mit Nicht-Christen ist die Schöpfung. „Gott hat dich geschaffen.“ (Römer 1,18-25 vgl. Apg 17,22-31! )


Die Liebe ist Gottes wichtigste Eigenschaft.

 


Heiligkeit ist eine ebenso wichtige Eigenschaft Gottes wie die Liebe.
à Den Menschen erwartet das Gericht Gottes! (Röm 3,19; 2. Kor. 5,10-11)

 


Der Mensch sucht nach Gott, aber es fehlt ihm an den richtigen Informationen.

 


“Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott”  (Römer 8,7)
 
à Der Mensch steht unter dem Zorn Gottes! (Römer 2,5-9; vgl. 2.Kor 5,20)

 


Der Mensch braucht Liebe, Hilfe, Freundschaft.

 


Er braucht eine neue Natur (Verstand, Herz, Wille). Er muss errettet und von neuem geboren werden, in dem er seine große Sündenschuld erkennt und von Herzen Buße tut, d.h. sein Lebern unter die Herrschaft Gottes stellt.
(Eph 4,24; 2.Petr 1,4; Joh 3,3-8; 2.Kor 5,17-18; Gal 2,19-20)

 


Die Mensch ist krank und unvoll kommen. Er macht Fehler.


Der Mensch hat eine durch und durch Sündige Natur  
(1.Mose 6,5 +  8,21; Pred. 9,3), er ist geistlich Tod in der Sünde. (Röm 5,12)

 


Gott existiert, um uns zu helfen.


Wir
existieren, um Gott zu ehren und zu verherrlichen.
(1.Kor 10,31; Offenb. 5,13-14 + 15,4)

 


Christus erlöst uns von Egoismus und Fehlern.


Er erlöst uns von der Sündenschuld und Sündenmacht, um uns zu befähigen, Gott zu dienen.
(Röm 6,1-4; 1.Thess 1,9; vgl. 2.Mo 9,13).

 


Wir stimmen verstandesmässig den Wahrheiten des Evangeliums zu

à Entscheidung“.

 


Wir reagieren mit unserer ganzen Persönlichkeit (Verstand, Herz, Wille). 

à Bekehrung, Buße! (Mt. 3,7-10 u. 22,37-38; 2.Kor 7,9 vgl. Mk 10,17-22)

 


Der Appell richtet sich an die Gefühle (Sehnsüchte) des Menschen.

 


Die Wahrheit wird so verkündet, dass sie das Gewissen des Sünders trifft. (1. Kor 14,24-25; Apg 2,37 vgl. Jer 23,29)

 


Busse und Umkehr bleiben nahezu unerwähnt..


Echter Glaube ist immer von Busse begleite, welche aus Sündenerkenntnis erwächst. (Jer. 31,18-20 + siehe oben.)

 



Auch die Methoden der Evangeliumsverkündigung werden je nach Ansatzpunkt unterschiedlich gewählt:


 


Versuche, die Leute dazu zu bringen,  dass sie dir zustimmen. Wende ein fache “Schritt-für Schritt”-Methoden an. Bringe die Leute dazu, mit dir zu  beten.

 


Predige das Evangelium klar, eindringlich und ausführlich. Erkläre die Wahrheiten des Evangeliums geduldig und immer wieder. Lass dem Heiligen Geist Raum, den Menschen zu seiner Zeit (Joh 3,8) zu überführen (Joh 16,8).

 


Wähle ein sichtbares Zeichen, mit dem ein geistlicher Vorgang bestätigt werden soll: eine Entscheidungskarte ausfüllen, die Hand erheben, nach vorne gehen, ein Gebet nachsprechen.

 


Betone, dass der Angesprochene sich als Bekenntnis seines Glaubens taufen lassen soll. (Mt 28,19; Mk 16,16; Apg 2,38+41 u. 8,12)

 


Der Herr segne Dich!


08.03.02

Lieber Hans Peter

Ich hatte schon, seit dem ich den Beitrag im Forum 456 gelesen hatte, auf dem Herzen, eine Ergänzung dazu zu schreiben, bin einfach leider nie dazu gekommen. Leider steht in diesem Forum nicht, von wem der ursprüngliche Beitrag ist, ich kann also den Autor nicht persönlich ansprechen.

Ich glaube, wir haben als Christen immer wieder das gleiche Problem, da wir ja schlussendlich noch Menschen sind. Wir sehen alles sehr einseitig.
Wir haben vielleicht gewisse Erfahrungen gemacht, haben bestimmte Sachen gelesen, und jetzt zählt nur noch das, was wir kennen oder für gut und richtig befinden. So einfach ist das aber nicht.
Der ursprüngliche Beitrag ist in zwei Kolonnen geteilt: Mensch-zentrierte Verkündigung (Humanismus) und Gott-zentrierte Verkündigung. Ich kann mich mit dieser Aufteilung und vor allem nicht mit den gewählten Titeln nicht anfreunden. Der Autor will damit sagen, die Art, wie er das auf der rechten Seite beschreibt, nämlich die Gott-zentrierte Verkündigungsmethode, wie er das nennt, sei im Gegensatz zur "humanistischen" Methode die einzig Richtige Art, das Evangelium zu verkündigen.

Ist das aber biblisch korrekt?

Bevor ich weiterfahre, möchte ich dazu vielleicht noch folgendes erwähnen:
Was der Autor auf der rechten Seite geschrieben hat, steht ganz sicher alles in der Bibel. Er hat ja die dazugehörenden Bibelstellen angegeben ;-) *gg*.
Ich bin überzeugt, dass diese Art der Verkündigung sicherlich auch sehr nötig ist. Zudem gibt es Dinge auf der linken Seite, die ich genauso unbiblisch finde, wie der Autor.
Mein grösstes Problem mit dieser Einteilung, ist die Einseitigkeit dieser Methode der Verkündigung. Der Autor will uns sozusagen dazu zwingen, nur auf diese Art und Weise den Menschen "sein" Evangelium weiter zu geben.
Es gibt auch genügend Gemeinden, wo dies genau so gemacht wird. Wie gesagt, es ist eine Möglichkeit. Doch wie viele Menschen kommen dabei zum Glauben?

Meiner Erfahrung gemäss eher wenige! Warum? Eben, weil diese Form der Verkündigung zu einseitig ist und nicht alles berücksichtigt, was uns die Bibel sagt.

Es wird nur eine Sicht, eine Perspektive damit abgedeckt. Wenn nur diese Methode die Richtige wäre, wären weder ich noch Georg Müller jemals zum Glauben gekommen. Man soll einmal in den einschlägigen Biographien nachlesen, auf welche Weise Georg Müller die Bekehrung erlebt hat. Er hat zuerst die Liebe Gottes erfahren. Erst später hat der Herr ihn zu einer tieferen Busse geführt.

Bei mir war das ähnlich. Bei meiner Bekehrung hatte ich praktisch keine Ahnung davon, was Sünde ist. Ich wusste nur, Jesus hatte mich gerufen, ich musste antworten. Ich habe IHM meine Antwort gegeben. Bei dieser Antwort ist es bis heute, 25 Jahre später, auch geblieben. Erst nach und nach hat mir der Herr gezeigt, was Sünde ist und was ER alles von mir erwartet. Das war ein Wachstumsprozess, bei dem meine persönliche Erkenntnis bezüglich den geistlichen Dingen immer mehr zunehmen durfte. Selbstverständlich ist dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen.

Der Autor sagt, Heiligkeit sei eine ebenso wichtige Eigenschaft Gottes wie die Liebe. Ja, sicher! Aber welches ist denn das Höchste Gebot? Die Heiligkeit, oder die Liebe? Der Herr selber macht uns dies ganz klar (Mtth. 22, 34-40)!

Wir sollen weder etwas von der Schrift wegnehmen, noch etwas hinzufügen, noch etwas so drehen, wie es uns lieb wäre. Wer sind also wir, die wir uns anmassen, die Heiligkeit als Höchstes Gebot hinzustellen, wenn Gott uns diesbezüglich ein anderes Gebot gibt? Nach mir gibt es sowieso keine echte Liebe ohne Heiligkeit und umgekehrt. Heilig bedeutet rein und geweiht, für eine Sache abgesondert. Zeige mir eine Liebe, die nicht rein und geweiht ist, und ich zeige dir eine Liebe, die weder echt noch biblisch ist!

Gottes höchste Motiv für Sein Handeln, als Er uns die Erlösung durch Seinen Sohn schenkte, war die Liebe (Joh. 3, 16). Nicht, weil wir es verdient hätten, sicher nicht. Sondern weil Er uns liebte, trotz all unseren Sünden und Verfehlungen Ihm und einander gegenüber (Röm. 5, 7-10). Gott hat uns so sehr geliebt, dass Er seinen einzigen Sohn sandte, damit wir gerettet werden konnten.

Er kennt unsere Herzen ganz genau, Er weiss, was es bedarf, um uns zur Umkehr zu bringen. Und nun wollen sich gewisse Menschen anmassen, zu diktieren, wie wir die Botschaft an Andere wiedergeben sollen!

Die einen Menschen benötigen eine strenge Botschaft der Umkehr und der Busse, bei der Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit im Mittelpunkt steht. Völlig einverstanden! Aber Andere benötigen eine Botschaft, bei denen ihnen die Liebe Gottes vor Augen gehalten wird. Dies ist, wenn es richtig gemacht wird, keine Mensch-zentrierte Botschaft, sondern ebenfalls eine völlig Gott-zentrierte Verkündigung, bei der nur Gottes Handeln und Gottes Eigenschaften im Zentrum stehen.

In der Aufteilung Mensch-zentrierte Verkündigung hat es einige Punkte, die tatsächlich unbiblisch sind. Diese Punkte müsste man streichen. Ich würde eine neue Aufteilung empfehlen, nämlich in Gnade-zentrierte Verkündigung und Busse-zentrierte Verkündigung. Bei der einen Art der Verkündigung steht die Liebe und die Gnade Gottes im Mittelpunkt, bei der anderen steht die Busse und die Heiligkeit Gottes im Mittelpunkt. Interessant ist z.B., das gerade der eingefleischte Calvinist George Whitefield eher die erste Art der Verkündigung (Liebe/Gnade) vorzog, wobei der eingefleischte Arminianist John Wesley eher die Buss-Verkündigung vorzog. Meiner Meinung nach stellte George Whitefield immer Gottes Handeln ins Zentrum, während John Wesley eher den Menschen in den Mittelpunkt rückte. So sieht man, dass beide Arten der Verkündigung sehr unbiblisch verwendet werden können.

Ich werde versuchen, in nächster Zeit eine neue Aufstellung zu machen, die diese beide Arten der Verkündigung einander gegenüberstellt, ohne die eine gegen die andere Art ausspielen zu wollen, denn ich finde beide Arten der Verkündigung nötig und wertvoll, wenn sie biblisch gehandhabt werden.

Ganz liebe Grüsse und in IHM verbunden

P.K.


Lieber Peter

Ich bin froh und dankbar für Deine  Antwort! freue  mich schon auf die angekündigte Ergänzung. Wenn ich daran denke, wie ich errettet wurde oder wie ich erleben durfte, wie Freunde von mir gerettet wurden dann kann ich nur staunen darüber, dass Gott mich überhaupt errettet hat. Ich zB.: wollte nämlich an meinem Bekehrungs-Abend, gar nicht an die Evangelisation (Paul Kiene) gehen, ich hatte einfach genug! Da hat Gott mich gerettet, in meinem Zimmer, ganz ohne äusseres menschliches Wirken. Das war nun vor 40 Jahren und ER hält mich immer noch fest in Seiner  Hand.  ER sei gepriesen!

In Jesus Christus, der mich geliebt und Sich selbst  für mich hingegeben hat

Hans Peter


08.03.02

Sali Peter

<<Dies ist, wenn es richtig gemacht wird, keine Mensch-zentrierte Botschaft, sondern ebenfalls eine völlig Gott-zentrierte Verkündigung, bei der nur Gottes Handeln und Gottes Eigenschaften im Zentrum stehen.<<

Ja genau um dies geht es. Es wird eben NICHT so gemacht, siehe Willow Creek und dergleichen. Aber das weisst du ja vielleicht!

<<Interessant ist z.B., das gerade der eingefleischte Calvinist George Whitefield eher die erste Art der Verkündigung (Liebe/Gnade) vorzog, wobei der eingefleischte Arminianist John Wesley eher die Buss-Verkündigung vorzog. <<

Bin gar nicht mit dir einverstanden!!!

Es ist gerade umgekehrt!!! Lies einmal das Buch von B. Peters über Whitefield! Bin gerade dabei!

Seite 174: ... wie sehr sie ihn (Whitefield) bewunderten, wiewohl er ihnen nicht gerade schmeichelte, indem er sagte, sie seinen ihrer Natur noch halb Tier, halb Teufel.

Seite 47: Gottes Wort, Gottes Forderungen an den Menschen, Gottes Wirken, Gottes Gnade, Gottes Heil waren Ausgangspunkt und Mittelpunkt seiner Predigten.

Wie du siehst, er hat kein einseitiges Evangelium, oder ein Ev., dass eher auf die eine Seite kippte! Man fand auch keine Rührseligen Erfahrungsberichte (Seite 36). Er hatte beides, Gottes Liebe und Gottes Heiligkeit! Aber immer Gott-zentrierte!

Lies auch die Seiten 40 und 41.
Es war IMMER beides! Aus dem Buch, zumindest bis Seite 160 (bin jetzt gerade dort am lesen) kann man deine Position NICHT herauslesen.
Whitefiled war ein Mann, der Gottes Allwissenheit, Gerechtigkeit, Allmacht, Heiligkeit und Grösse betonte und klar sagte, dass der Mensch niemals vor Gott genügen könne! Er sagte klar wie sündig und teuflisch der Mensch ist und er rief kompromisslos zur Busse auf! Gleichzeitig war er aber total überwältigt von Gottes Gnade und Liebe zu den Menschen und sich selbst!

Er predigte daher sicher auch die Liebe Gottes zu den Menschen.

Gruss Michael


 

 16.03.02

 

Ich danke auch dem Herrn, dass er mich errettet, und ewiges Leben geschenkt hat.  Amazing grace.

 Ich kam nicht durch eine Evangelisation zur Glauben, sondern durch das Bibellesen, durch Lebensumständen  vor Bekehrungsleben (Gespräche mit anderen Gläubigen, Problemen, in deren ich mehr und mehr Interesse an Jesus gewann; ER, der einzigsten Person, wem 100 % Vertrauen schenken kann (zusammenfassend :Gott hat mich gerufen).  Ja, so nachdem ich Römer 12: 9-21 gelesen habe, "entschied" ich, mich Jesus zu vertrauen. Ich begann mit Jesus zu leben, auch wenn ich nicht wusste wie es ist, Das nur Dank Gott: ich hatte das nicht erlangen können ohne die Gnade Gottes, der mich in seinen Wegen geführt hat . Durch das Lesen seines Wort in jenen ersten Monaten, hat er mich gezeigt die Basis der Glaube wie z.B.: "ich bin ein Sünder, Jesus hat für mich bezahlt". Am Anfang, sofort, hat mich von einige Sünde, schlechte Gewohnheiten, befreit (Reinungssache) und langsam liess mich mehr tief erfahren, warum Jesus am Kreuz gestorben ist. Ja ich wusste nach und nach mehr, wer Er ist, seine Heiligkeit, Liebe, und Gerechtigkeit  und wie Sünde seriös für Ihm ist, wie Verdorben  ist der Mensch und Tod in der Sünde ist. Ja, so, langsam, so wie er heute tut, Gott lass mich erfahren seine Weisheit. Meine Augen öffnen sich weiter. Gepriesen sei im in Ewigkeit.

Das war einigermassen meine Bekehrung. Nach dieser knapp 4 Jahren in der Gnade, was betrifft die Verkündigung der Evangelium, durch die Schule des Herrn, durch das lesen und studieren der heilige Schrift:, ich hab verstanden dass die Verkündigung der Gute Nachricht hauptsächlich zentriert in was Jesus gemacht hat, was  Jesus gesagt hat. Ja, Gott zentriert Verkündigung und nicht  anders (wie z.B.: die Bedürfnisse der Menschen. )

.

 

Wir Christen, sind Friedenstifter, wir bringen eine Frohe Botschaft: nicht grundsätzlich, dass Gott uns liebt, sondern :“Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. “Joh 3:16

 

Schwerpunkte in der Verkündigung sind: Jesus, unser Erretter; Heiligkeit und Liebe Gottes  die sich am Kreuz treffen;  entweder ewiges Leben oder ewiges Verderben (Holle); Vergebung der Sünde durch  das Blut Jesus; Busse tun; Bekehrung,; Befreiung von der Ketten der Sünde, Satan, und Freiheit in Christus;  folgende Absonderung!, Heilung !durch die Heilige Geist. Viele sagen, wie schon an der Zeit Spurgeon, dieser Typ der Verkündigung ist was verhaltet, gehörend zu der Puritaner Periode: aber diese ist die Torheit, die wie predigen sollen.

1Korinther 1:23 - 24 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit.“ Amen

Ich finde, so, die Beitrag vom Autor der Tabelle  „ grundlegenden Unterschied zwischen der biblischen Verkündigung und modernen Evangelisationsmethoden aus“ sehr treffend und nützliches um treu dem Herrn und seiner Botschaft zu sein. Es ist sicher eine Tabelle zu ergänzen , aber schließlich bringt in wenigen Worten eine Wahrheit die heute sehr ausgeprägt ist (leider).

 

NO COMPROMISE ! (Spurgeon)

 

Der Herr sei mit euch, wo auch immer ihr die Gute Christi Botschaft verkündigen werdet.

 

Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude! Matthäus 25:21 (Luther Ü.)

 

In Christus

 

Carlo  Andreotti aus Tessin


 

 19.03.02

Biblische Verkündigung

 

Wir Menschen haben die Eigenart, dass wir immer wieder versuchen, Methoden, Prinzipien, Techniken und Strategien zu entwickeln, um bestimmte Ziele zu erreichen. Wenn wir dann eine bestimmte Methode gefunden haben, probieren wir sie zu perfektionieren. Das ist nicht notwendigerweise falsch. Diese Technik, diese Strategie, kann uns jedoch ein falsches Gefühl der Sicherheit verleihen. Leider ist das bei uns Christen nicht anders. Wir sind dann vielfach der irrigen Meinung, dass sich unser Prinzip auf alle Situationen anwenden lässt. Wenn dann unsere Methode in der Praxis nicht immer das gewünschte Ergebnis liefert, können wir die Schuld für das Versagen der Methode auf die Hartherzigkeit und Sündhaftigkeit der Menschen abschieben. Somit bringen wir es fertig, trotz erdrückender Beweislast, an unserer Methode festzuhalten, anstatt uns durch des Herrn liebende Hand und der realen Situation, in die ER uns geführt hat, korrigieren zu lassen.

Bei mir war das früher auch so. Als der Herr mir z.B. ganz neu aufzeigte, wie wichtig Heiligkeit und Busse in unserem Leben sind, war ich Feuer und Flamme und meinte, alle Menschen zu dieser Sicht „bekehren“ zu müssen. Es ging so weit, dass ich sogar dachte, ich sei vorher noch gar nicht wirklich wiedergeboren gewesen. Ich war der Meinung, nur durch die Predigt des Gerichts könnten Menschen zu einer echten Umkehr und Wiedergeburt gebracht werden. Ich hatte durch diese Art Predigt viel gelernt, also dachte ich, es müsse doch auch den anderen helfen. Der Herr musste mich langsam aber sicher von dieser einseitigen Sicht der Dinge wieder wegbringen. Ich hatte diese Art Predigt zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben nötig. Nur weil ich sie früher nicht gehört bzw. nicht verstehen konnte, bedeutete jedoch nicht, dass ich deshalb weniger ein auserwähltes Kind meines Herrn war.

Wer die Bibel, das Wort Gottes, mit einem offenen Herzen liest, merkt bald einmal, dass es dem Herrn in der Bibel vielfach um Beziehungen geht. Es geht um die Beziehung zwischen Gott und den Menschen, es geht um die Beziehungen zwischen den einzelnen Menschen untereinander und wie diese Beziehungen geregelt bzw. geordnet werden. Der Herr sagt uns, das wesentlichste an diesen Beziehungen ist die Liebe. Die Liebe ist das Höchste Gebot (Mtth. 11, 28) und die Erfüllung aller Gesetzte und Ordnungen (Röm. 13, 8-10). Sie ist das Ziel jeder biblischen Lehre (1. Tim. 1, 5). Die Liebe deckt alle Sünden zu (1. Petr. 4, 8) und stellt auch das höchste Ziel unseres irdischen Lebens dar (1. Kor. 12, 31 – 13, 13). Wenn wir jemanden lieben, dann geht es darum, sich mit dieser Person auseinanderzusetzen, sie in ihrem Wesen zu erfassen und kennenzulernen.

Wenn wir also den Menschen das Evangelium verkünden, was verkündigen wir ihnen? Ist es unser Ziel, ihnen eine bestimmte Lehre zu verkündigen, oder geht es uns darum, ihnen den Herrn zu verkündigen? Geht es uns darum, ihnen bestimmte Ansichten näher zu bringen, oder geht es uns darum, ihnen den Herrn Jesus näher zu bringen? Sind wir der Meinung, dass unsere Technik, unsere Methode, sie geistlich weiter bringen wird, oder sind wir uns bewusst, dass es nur der Herr ist, der sie schlussendlich weiterbringen kann?

Ich will mit diesen Zeilen niemanden davon abhalten, die Schrift zu studieren oder zu versuchen, aus all den komplexen Themen und Zusammenhängen, welche im Wort Gottes enthalten sind, eine übersichtliche Lehre der biblischen Wahrheiten zu formulieren. Im Gegenteil, der Apostel Paulus sagt uns ja, wie wesentlich eine gesunde Lehre ist (1. Tim. 1, 10; 6, 3; 2. Tim. 1, 13; 4, 3; Tit. 1, 9). Aber eben, die Lehre muss gesund bleiben. Vielfach ist unsere Lehre aber durch unsere eigene Arroganz und Ignoranz getrübt. Die Folgen davon sind Einseitigkeit, Sturheit und Härte und für die Menschen, die darunter leiden müssen, unsägliche Not. Darum ist es wichtig, dass wir beim formulieren einer Lehre uns darüber im Klaren sind, dass wir uns jederzeit irren können, dass wir höchstwahrscheinlich noch nicht alle Zusammenhänge erfasst haben und deshalb für Korrektur offen bleiben müssen. Wichtig ist vor allem, dass wir uns nicht immer wieder vom Wesentlichsten in der Lehre ablenken lassen, bzw. das Ziel aller Lehre vergessen, nämlich eine intensive, liebende Beziehung zu unserem Herrn Jesus Christus.

Als der Herr den Menschen erschaffen hat, hat Er ihn in Seinem Bild erschaffen (1. Mose 1, 26-27). Wir wissen, dass wir Menschen Gottes Gedanken und Handeln niemals werden völlig erfassen können (Pred. 8, 16-17; Jes. 55, 9; Röm. 11, 33). Somit ist klar, dass der Herr ein sehr komplexes Wesen ist. Auch wir Menschen, die wir in Seinem Bild erschaffen wurden, sind nicht minder komplex. So sehr sogar, dass nur der Herr allein sich ganz in unserem Herzen auskennt und alles darin erfasst (Jer. 17, 9-10; 1. Joh. 3, 20).

Wenn wir versuchen, bei der Verkündigung des Wortes Gottes die Menschen zu erreichen, dann müssen wir uns zweier Dinge völlig bewusst sein: Erstens ist es immer der Herr, der die Herzen der Menschen berührt und sie zu sich zieht (Spr. 21, 1; Joh. 6, 44+65). Wir können weder durch unsere Redekunst, unserer vermeintlichen Erkenntnis noch durch Menschenweisheit (1. Kor. 2, 3-5) die Menschen zur Umkehr oder Wiedergeburt bringen, sondern es muss alles durch Gottes Geist geschehen (Sach. 4, 6). Wir sind nur schwache Werkzeuge im Dienste unseres Herrn (Luk. 17, 7-10; Röm. 6, 13). Wir wissen nicht, wo eine Person zur Zeit steht oder was der Herr mit ihr vor hat. Wenn ER das Herz der Person noch nicht berühren will, dann ist das Sein gutes Recht.

Zweitens dürfen wir nicht vergessen, dass die Menschen sehr komplex, verschiedenartig und vielschichtig sind. Kein Mensch ist gleich wie ein Anderer. Jeder hat andere Anlagen mitbekommen und macht andersartige Erfahrungen, wächst vielleicht sogar in einer völlig anderen Kultur auf als wir. Wir sollten uns deshalb sehr sicher sein, dass das, was wir weitergeben, nicht einfach die Kultur, in der wir leben, widerspiegelt, sondern die ewigen Wahrheiten, die uns in der Heiligen Schrift vermittelt werden.

Da Menschen sehr verschieden sind, haben sie auch einen unterschiedlichen Stand der Erkenntnis, sie bringen unterschiedliche Erfahrungen mit, verstehen das, was wir ihnen sagen, auf unterschiedliche Art und Weise. Uns bleibt keine andere Wahl, als auf diese Verschiedenartigkeit, wie sie bereits in der Schöpfung Gottes zum Ausdruck kommt, einzugehen. Menschen, sind verschieden, sie benötigen also auch eine verschiedenartige Verkündigung, je nachdem, wo sie gerade stehen. Es ist deshalb möglich, dass das, was wir ihnen sagen könnten, sie nicht unbedingt viel weiter bringt. Das darf uns weder entmutigen noch verärgern. Die Person ist in Gottes Hand, ER weiss schon, was Er mit dieser Person vor hat, wie Er sie führen und leiten will und muss.

Ich will versuchen, in der nachfolgenden Aufstellung zwei verschiedene „Methoden“ der Verkündigung einander gegenüberzustellen. Es ist dabei sehr wichtig zu erkennen, dass sie auch wieder nur zwei Möglichkeiten darstellen. Sie sind weder vollständig, noch wird man jemals alle Menschen mit diesen beiden Methoden erreichen können. Zudem ist es sogar möglich, dass man einzelne Punkte dieser beiden Methoden untereinander vermischen muss, um einer Person den rechten Weg zu weisen. Hier heisst es, für die Führung des Herrn offen zu bleiben.

Es gibt Menschen, die sind auf der Suche nach Liebe. Sie haben vielleicht viel hinter sich und würden Liebe aufsaugen wie ein Schwamm. Wenn man diesen Menschen mit Härte und Gericht begegnet, wird man gar nichts bewirken, im Gegenteil, es wird dann vielleicht viel länger dauern, bis sie sich dem Herrn gegenüber öffnen können (siehe die Beispiele der Sünderin Luk. 7, 36-50, der Ehebrecherin Joh. 8, 2-11 oder der Maria Joh. 12, 1-8). Anderseits gibt es verhärtete Menschen oder sogar Verführer, welche die Gnade Gottes nur verspotten würden (Jes. 26, 9-10). Solchen Menschen kann man nur das Gericht verkünden (siehe als Beispiel die Pharisäer Mtth. 23, 13-36) und hoffen, dass des Herrn Güte sie zur Busse leitet (Röm. 2, 4). Diese beiden Möglichkeiten unter vielen möchte ich nun darzustellen versuchen.

 

Gnade-zentrierte Verkündigung

Buss-zentrierte Verkündigung

Gott hat uns erschaffen. Als Schöpfer ist ER um seine Geschöpfe besorgt. Er liebt uns und möchte sich um uns kümmern (Ps. 23; Mtth. 11, 28-30; 23, 37).

Gott hat uns erschaffen. ER ist der Töpfer, wir sind der Ton (Jer. 18, 6). ER hat das Recht, das mit uns zu tun, was ER will (Röm. 9, 20-21).

Die Liebe stellt für Gott die wichtigste Eigenschaft dar. Darum sagt ER auch klar, dass die Liebe das Höchste Gebot ist, die Erfüllung aller Gebote beinhaltet und das Ziel aller Lehre sein muss (Mtth. 22, 34-40; Röm. 13, 8-10; 1. Kor. 13; 1. Tim. 1, 5).

Heiligkeit ist diejenige Eigenschaft Gottes, welche in der Bibel am meisten erwähnt wird. Heiligkeit wird fast doppelt so oft in der Heiligen Schrift erwähnt, wie die Liebe. Wenn der Herr diese Eigenschaft als dermassen wesentlich betrachtet, dass es in der Bibel so oft erwähnt werden muss, sollten auch wir die Heiligkeit sehr ernst nehmen. Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen (3. Mose 19, 2; 2. Kor. 7, 1; 1. Thess 4, 3; Hebr. 12, 14; 1. Petr. 2, 15-16).

Gott möchte nicht, dass die Menschen verloren gehen, sondern möchte, dass wir umkehren und gerettet werden (Hes. 18, 32; 1. Tim. 2, 4).

Weil der Mensch sich von Gott abgewandt hat, erwartet ihn das Gericht (Röm. 3, 19; 2. Kor. 5, 10-11).

Der Mensch, der von Gottes Gesetz berührt ist, möchte gerne Gott gehorsam sein, verzweifelt aber an seiner sündigen Natur und seinem Unvermögen und sieht keinen Ausweg aus seinem Dilemma (Ps. 51; Röm. 7, 18-24).

Der normale Mensch interessiert sich nicht für Gott und Seine Gebote, sondern seine Gesinnung ist Feindschaft gegen Gott (Röm. 3, 10-19; 8, 7). Er hat eine durch und durch sündige Natur (1. Mose 6, 5; 8, 21; Pred. 9, 3; Jer. 17, 9; Mark. 7, 21-23; Joh. 3, 19-20) und ist Tod in der Sünde (Röm. 5, 12; 6, 20-23). Wenn ein Mensch nicht das Gericht Gottes zu spüren bekommt, lernt er nichts über Gottes Gerechtigkeit und kehrt von seinem Unrecht nicht um (Jes. 26, 9-10).

Da der Herr weiss, dass wir nicht fähig sind, Seiner Ordnung und Seinen Geboten gerecht zu werden, hat Er einen Weg für uns bereitet, damit wir gerettet und wieder Gemeinschaft mit Ihm haben können. Er hat Jesus gesandt, der durch Seinen Tod die Strafe für unsere Sünden auf sich genommen hat (Joh. 3, 16; Eph. 1, 7). Er verwandelt unsere Gesinnung, schenkt uns ein neues Herz und einen neuen Geist (Hes. 11, 19-20; Röm. 12, 1-2; Eph. 4, 23-24; Hebr. 8, 10-12).

Der Mensch braucht eine neue Natur (Verstand, Herz, Wille). Er muss errettet und von neuem geboren werden, in dem er seine grosse Sündenschuld erkennt und von Herzen Busse tut, d.h. seine Gesinnung ändert und sein Leben unter die Herrschaft Gottes stellt (Joh. 3, 3-8; 2. Kor. 5, 17-18; Gal. 2, 19-20; Eph. 4, 24; 2. Petr. 1, 4).

Der Herr hat uns Menschen mit einem Herzen, mit Gefühlen, Verstand, Wille und einem Gewissen ausgestattet. Darum liebt Er uns auch so, und auch wir sollen ihn so lieben (Luk. 10, 27; 1. Tim. 1, 5). Wenn wir uns verwandeln, dann verwandelt sich unser ganzer Mensch in Sein Bild, nach Geist, Seele und Leib (2. Kor. 3, 18; 1. Thess. 5, 23; Hebr. 4, 12). Der Herr spricht den Menschen also ganzheitlich an, nicht nur einen Teil.

Wir müssen mit unserer ganzen Persönlichkeit auf Gottes Ruf antworten (Verstand, Herz, Wille). Es braucht eine echte Bekehrung und echte, durchdringende Busse! Echter Glaube ist immer von Busse begleitet, welche aus Sündenerkenntnis erwächst (Ps. 51, 5-7; Jer. 31, 18-20; Mtth. 3, 7-10; 4, 17; 22, 37-38; Mark. 10, 17-22; 2. Kor. 7, 9). Das Gewissen des Sünders muss getroffen und gereinigt werden (Jer. 23, 29; Apg. 2, 37-38; 1. Kor. 14, 24-25; Hebr. 9, 14; 10, 22; 1. Petr. 3, 21).

Der Herr liebt uns und möchte, dass unser Leben mit Friede, Freude und allem Schönen gefüllt wird (Mtth. 7, 7-8; Joh. 15, 11; 16, 24; 17, 13; Eph. 5, 8-10; Phil. 4, 4-9; Kol. 3, 15; 2. Thess. 3, 16; Jak. 1, 5; 1. Joh. 1, 4; 5, 14-15). Darum erhört Er uns auch, wenn wir zu Ihm beten (Mtth. 18, 19; 21, 22). Der Herr ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und Sein Leben als Lösegeld für uns zu geben (Mtth. 20, 26-28). Er setzt uns somit ein Beispiel, wie auch wir Ihm und einander in der Liebe dienen können (Gal. 5, 13).

Wir existieren, um Gott zu ehren und zu verherrlichen (1. Kor. 10, 13; 1. Petr. 4, 11; Off. 5, 13-14; 15, 4). Wir sind von der Sündenschuld und Sündenmacht erlöst worden, um Ihm und einander zu dienen (2. Mose 9, 13; Luk. 17, 7-10; Röm. 6, 1-4+22; Gal. 5, 13; 1. Thess. 1, 9).

 

 

 

P.K. 03.02.

http://www.bibelkreis.ch/charism/alpha11.htm