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Frage: 566

 

Von der babylonischen Gefangenschaft bis zum ewigen Zustand     E. Argaud

In wenigen Zeilen (Dan 9,24-27) teilt uns Gott in bemerkenswerter Genauigkeit die großen Etappen der Geschichte Seines Volkes mit, vom Wiederaufbau Jerusalems, ca. 450 v. Chr., bis zur Errichtung des Tausendjährigen Reiches. Eine solche Präzision braucht uns nicht zu überraschen, „denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Menschen Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist“ (2. Petr 1,21).

Die Rückkehr aus der Gefangenschaft

Die Gefangenschaft Judas in Babylon sollte nach dem Ratschluss Gottes siebzig Jahre dauern. Gott hatte durch Jeremia sagen lassen: „Sobald siebzig Jahre für Babel voll sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort an euch erfüllen, euch an diesen Ort zurückzubringen“ (Jer 29,10). Als diese Zeit erfüllt war, erweckte Gott den Geist des Perserkönigs Kores (Cyrus), damit er die deponierten Juden in ihr Land zurückkehren ließe: „So spricht Kores …: Alle Königreiche der Erde hat Jehova, der Gott des Himmels, mir gegeben; und er hat mich beauftragt, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem, das in Juda ist. Wer irgend unter euch aus seinem Volk ist, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus Jehovas, des Gottes Israels, (er ist Gott) in Jerusalem“ (Esra 1,2.3). So kehrte ein kleiner Überrest von etwa 50.000 Menschen unter der Führung Serubbabels nach Jerusalem zurück.

Der Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem

Das erste Anliegen dieser Treuen war, den Altar an seiner ursprünglichen Stelle im Hof des Tempels wieder zu errichten. Gott anbeten gemäß den Belehrungen, die Er uns von Anfang an durch die Apostel gegeben hat - sollte das nicht auch unsere erste Aufgabe sein?

 

Dann gingen sie an den Wiederaufbau des Tempels. Nach einer Unterbrechung von mehreren Jahren ermahnten und ermutigten Haggai und Sacharia die Bauenden. Unter der Regierung des Darius wurde der Bau vollendet (Esra 5,1; 6,15).

Der Wiederaufbau der Stadt und der Mauer Jerusalems

Nach der Fertigstellung des Tempels vergehen sechzig Jahre, bis der König Artasasta (Artaxerxes) Nehemia den Auftrag erteilt, Jerusalem und seine Mauer wieder aufzubauen (Neh. 2,1-8). Mit dieser Anordnung beginnen die 70 Wochen in der Prophezeiung von Daniel 9,24-27, die wir uns etwas ansehen wollen.

Die siebzig Wochen

Der Engel Gabriel verkündigt dem Propheten Daniel, der als Gefangener in Babylon weilte: „So merke auf das Wort, und verstehe das Gesicht: Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um … eine ewige Gerechtigkeit einzuführen … So wisse denn und verstehe: Vom Ausgang des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen. Straßen und Gräben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in Drangsal der Zeiten. Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Messias weggetan (eigtl. ausgerottet) werden und nichts haben.“

Damit sind also die Zeiten genau festgelegt:

*   7 Jahrwochen (49 Jahre) bis zur Vollendung des Wiederaufbaus Jerusalems und seiner Festungswerke,

*   dann 62 Wochen (434 Jahre) bis zur Kreuzigung unseres Herrn.

*   Die weiteren Worte in Vers 26 kündigen die Verwüstung Jerusalems an und beständige Kriege „bis ans Ende“. Zwischen der Ausrottung des Messias am Ende der 69. Woche und dem Beginn der 70., von der Vers 27 redet, muss eine lange Zeitspanne liegen. Das ist die Periode, die seit dem Tod Christi bis heute andauert. Die Stadt und das Heiligtum (der Tempel) sind durch die römische Armee unter der Führung des Titus zerstört worden, und Jerusalem ist im Lauf der Jahrhunderte der Spielball vielfältiger Kriege gewesen. Diese Zeit ist aber auch die Zeit der Gnade für alle, die das Evangelium annehmen. Sie bilden die Kirche Christi, deren Bestimmung himmlisch ist. Ihre Geschichte bildet eine Einschiebung, die in der prophetischen Zeitskala nicht mitzählt.

*   Dann kommt die 70. Woche, die nach der Entrückung der Gläubigen beginnt[1]) und bis zur Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches dauert.

Auf dieses Reich folgt der ewige Zustand, der aber nicht Gegenstand der Weissagungen des Alten Testaments ist. Die Prophezeiung Daniels hat sich genau erfüllt, und am Ende der 62 Wochen, die auf den Wiederaufbau Jerusalems folgten, wurde der Messias „weggetan“.

Der Einschub der Kirche

Nach der Vollendung der 69 Wochen beginnt eine Einschaltung. Es ist die Geschichte der Kirche, die in der prophetischen Zeitrechnung nicht berücksichtigt wird, weil die Kirche außerhalb der Offenbarungen Gottes an Sein irdisches Volk liegt. Diese Periode hat mit Pfingsten begonnen und endet mit dem Kommen des Herrn, um Seine Erlösten in die Herrlichkeit zu holen. Sie dauert noch an, wird aber bald zu Ende gehen. Dann werden die entschlafenen Gläubigen auferweckt, einschließlich der Gläubigen des Alten Testaments, die lebenden Gläubigen werden verwandelt, und alle zusammen werden entrückt werden, um „allezeit bei dem Herrn“ zu sein (1.Thess 4,17). Dann wird Gott Seine Beziehungen zu Seinem Volk Israel wieder aufnehmen. Daniel hat ja geschrieben:

 

„Siebzig Wochen sind über dein Volk … bestimmt, um … eine ewige Gerechtigkeit einzuführen“ (Dan 9,24), d.h. das Tausendjährige Reich.

 

Nach der Entrückung der Heiligen muss sich noch die 70. Woche erfüllen.

Die 70. Jahrwoche

Diese Woche betrifft die Gläubigen der gegenwärtigen Gnadenzeit nicht direkt. Sie werden bei dem Herrn sein, im Haus des Vaters. Doch es hat Gott gefallen, denen, die Ihn fürchten, Seine Geheimnisse mitzuteilen (Ps 25,14). Vor der Zerstörung von Sodom und Gomorra hatte Gott gesagt: „Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?“ (l. Mose 18,17). Ferner steht geschrieben: „Denn der Herr, Jehova, tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart habe“ (Amos 3,7). Wie glücklich dürfen wir uns schätzen, dass wir in die Geheimnisse unseres Gottes eintreten dürfen!

 

Nach der Entrückung der Heiligen wird Gott den auf der Erde verbliebenen Menschen „eine wirksame Kraft des Irrwahns senden, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt … haben“ (2.Thess 2,10-12). Ohne Zweifel wird es eine wirksame Kraft des Irrwahns sein, die das durchaus verständliche Erschrecken der Menschen verscheuchen wird, wenn sie das Durcheinander wahrnehmen, das durch das unerklärliche Verschwinden so vieler Menschen hervorgerufen worden ist.

 

Obwohl diese Periode von kurzer Dauer ist - sie umfasst etwa sieben Jahre - werden sich in ihr Gerichte einer bis dahin ungekannten Häufigkeit und Heftigkeit ereignen: mörderische Kriege, wie es sie nie gegeben hat, Hungersnöte, Erdbeben und Verfolgungen. „Der Bruder wird den Bruder zum Tode überliefern und der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben gegen die Eltern und sie zu Tode bringen“ (Mk 13,12). Die Menschen werden eine erschreckende Unsicherheit erleben.

 

Das ist nicht weiter erstaunlich, denn um die Mitte der Woche wird Satan vom Himmel auf die Erde geworfen werden und dort seine ganze Wut gegen Christus und Seine Treuen entfalten.

 

Zwei Herrscher werden eine despotische Autorität aufrichten: der eine ist das Haupt des wiederhergestellten römischen Reiches, der andere ist der Antichrist in Jerusalem. Offenbarung 13 zeigt uns diese beiden Häupter im Bild zweier Tiere. Die ganze Erde ist voller Bewunderung für das erste Tier, den Regierungschef des römischen Reiches. Es lästert Gott und führt Krieg gegen die Heiligen (Offb 13,1-10). Ein anderes Tier stellt sich mit der Sanftheit eines Lammes vor, aber es redet und handelt wie Satan. Es übt eine teuflische Macht aus, es ist der Antichrist (Verse 11-18). Er tut Wunder, läßt Feuer vom Himmel auf die Erde fallen und verleiht dem Bild des ersten Tieres Odem, so dass dieses Bild sogar redet. Er errichtet eine absolut despotische Regierung, so dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht den Namen des ersten Tieres an seiner Hand oder an seiner Stirn trägt. Er wird die Vermessenheit besitzen, sich in den wiederaufgebauten Tempel in Jerusalem zu setzen und sich als Gott zu präsentieren (2. Thess 2,3.4). Das wird dann der Gipfel der Ungerechtigkeit und des Götzendienstes sein, der zur Verwüstung Jerusalems und des jüdischen Volkes führt (Mk 13,14).

 

Dieses Ereignis findet in der „Mitte der Woche“ statt (Dan 9,27) und markiert den Anfang der sogenannten „großen Drangsal“ (Mt 24,21). Diese schreckliche Zeitspanne von dreieinhalb Jahren wird in der Schrift auf mehrere Weisen angedeutet: „eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit“ (Dan 7,25; 12,7; Offb 12,14), „zweiundvierzig Monate“ (Offb 11,2; 13,5), „tausendzweihundertsechzig Tage“ (Offb 11,3; 12,6). Die Drangsal, die diese Zeit kennzeichnen wird, wird derart sein, wie es sie nie gegeben hat noch geben wird. Und wenn Gott diese Tage nicht verkürzen würde, so würde kein Fleisch errettet werden (Mk 13,19.20). Es wird nur eine einzige Möglichkeit geben, der satanischen Wut zu entgehen und auf das Eingreifen Gottes zu warten - nämlich fliehen. Jesus erwähnt diese Zeit; in Seiner Barmherzigkeit denkt Er an die, die dann besondere Schwierigkeiten durchmachen müssen: die nicht in ihrem Haus sind und noch etwas holen möchten, die Schwangeren und Stillenden und die, die wegen der Härte des Winters nicht fliehen können (Mt 24,15-22). Eine Stelle in der Offenbarung (12,14) zeigt uns die große Barmherzigkeit Gottes gegenüber dem treuen Überrest: dort heißt es, dass ihm „die zwei Flügel des großen Adlers gegeben“ werden, damit er in die Wüste fliehen kann und so auf wunderbare Weise der Wut Satans entrinnt.

 

Bei diesem Überschäumen des Bösen wird Gott in Seiner Gnade noch eine gute Nachricht verkündigen lassen: das ewige Evangelium. Der Inhalt dieser guten Botschaft lautet: Christus wird bald Sein Reich aufrichten, aber Er wird es durch ein furchtbares Gericht tun: „Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen“ (Offb 14,7).

Der Tag des Herrn

Der Herr Jesus wird vom Himmel herniederkommen „mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer“, um Seine letzten Feinde zu schlagen und Sein Reich aufzurichten. In Begleitung Seiner geliebten Erlösten wird Er kommen, um an jenem Tag „verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in allen denen, die geglaubt haben“ (2. Thess 1,7-10). Das Haupt des römischen Reiches und der Antichrist werden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. Satan wird für tausend Jahre gebunden und in den Abgrund geworfen (Offb 19,20; 20,2).

 

Halten wir fest, dass die Gläubigen der Epoche der Kirche diese schreckliche Prüfungszeit nicht durchmachen werden, da sie schon vorher in den Himmel entrückt werden. Ihnen ist die Verheißung gegeben: „Ich werde dich bewahren vor (nicht: in oder durch … hindurch) der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird“ (Offb 3,10).

Das Tausendjährige Reich

Dann wird das tausendjährige Friedensreich anbrechen[2]). Nachdem Israel Jahrhunderte lang Verfolgungen ausgesetzt war, wird es jetzt über alle Nationen herrschen: „Und gebeugt werden zu dir kommen die Kinder deiner Bedrücker, und alle deine Schmäher werden niederfallen zu den Sohlen deiner Füße; und sie werden dich nennen: Stadt Jehovas, Zion des Heiligen Israels“ (Jes 60,14). Jerusalem wird die Hauptstadt der Welt werden, der Tempel wird nach den Plänen, die Hesekiel angibt, wieder aufgebaut, und das Tote Meer wird gesunden und von Fischen wimmeln. Die Segnungen werden auf alle Nationen kommen, die nach Jerusalem ziehen werden, um anzubeten: „Und Völker werden zu ihm strömen; und viele Nationen werden hingehen und sagen: Kommt und lasst uns hinaufziehen zum Berg Jehovas und zum Haus des Gottes Jakobs! Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln auf seinen Pfaden“ (Micha 4,1.2).

 

Und doch werden weder der Wohlstand noch der Friede, noch die Gerechtigkeit das Herz des Menschen ändern. Wenn die tausend Jahre erfüllt sind, wird Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden und hervorkommen, um die Nationen zu verfuhren. Die Menschen werden auf ihn hören und sich zu einem letzten Kampf gegen Christus versammeln. Aber Feuer von Gott wird aus dem Himmel herniederkommen und sie verzehren. Satan wird in den Feuersee geworfen. Dort wird er seine ehemaligen Helfershelfer wiederfinden, das Haupt des Römischen Reiches und den Antichristen, die dort schon tausend Jahre lang Tag und Nacht gepeinigt werden, ohne vernichtet zu werden (Offb 20,7-10).

Das Endgericht

Dann wird der „große weiße Thron“ aufgerichtet werden, auf dem Der sitzen wird, den Gott bestimmt hat, um alle zu richten, die die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, damit sie errettet würden (2.Thess 2,10). Sie werden auferstehen und vor dem Richter erscheinen. Ein Buch wird geöffnet werden - das Buch des Lebens. „Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen“ (Offb 20,15).

Der Tag Gottes

Schließlich wird „der Tag Gottes“ beginnen, eine Ewigkeit des Glückes für die Erlösten, aber der Qualen für die Ungläubigen. Die Himmel und die Erde werden für immer vergehen, und Gott wird „neue Himmel und eine neue Erde“ schaffen, in denen Gerechtigkeit wohnt (2. Petr 3,7.10-13; Offb 21,1).

Das Teil der Erlösten

Wenn wir an die hauptsächlichen Ereignisse erinnert haben, die sich auf der Erde abspielen werden nach der Entrückung der Erlösten und bis zum Anbruch des ewigen Zustands, so möchten wir mit einigen Worten noch unser Teil während dieser Zeit beschreiben. Wir werden mit dem Herrn Jesus im Haus des Vaters sein. Wir werden vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen, nicht, um gerichtet zu werden, denn „wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet“ (Job 3,18); das Gericht, das wir verdient hatten, hat Christus selbst getragen. Doch dort wird alles, was wir auf der Erde getan haben, bis in die kleinsten Details „offenbar“ und in das volle Licht gestellt werden. Nicht damit wir dafür bestraft werden, sondern damit die unendliche Gnade Gottes, die solche Wesen errettet hat, gepriesen wird (2.Kor 5,10; Röm 14,10-12). Da werden wir die Falschheit unseres Fleisches, aber auch das Ausmaß der Gnade Gottes erkennen. Dort wird der Herr, der gerechte Richter, den Seinen auch Belohnungen austeilen, je nach ihrer Treue. Möchten wir uns doch beeifern, Ihm wohlgefällig zu sein! (2. Kor 5,9).

 

Nach diesem Erscheinen vor dem Richterstuhl Christi wird die Hochzeit des Lammes gefeiert (Offb 19,6-9).

 

Verherrlicht und geschmeckt, erfüllt mit Deinem Segen ist dann die selge Braut, die Du zur Hochzeit führst. Sie darf sich dort voll Glück bei Dir zu Tische legen, wo Du, Herr, sie bedienen wirst. (Lukas 12,37)

 

Während des Tausendjährigen Reiches werden wir dann bei dem Herrn sein. Das können wir mit Bestimmtheit sagen, weil die Stelle in 1. Thessalonicher 4,15-17, die das Kommen des Herrn Jesus zur Entrückung der Seinen beschreibt, mit den unendlich kostbaren Worten endigt: „… und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein“. In der Tat, wir werden mit Ihm regieren.

Der ewige Zustand

Nach der letzten Rebellion Satans wird Gott den ewigen Zustand einfuhren: Die Himmel werden mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber im Brand aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden (2.Petr 3,10). Wir aber, die Gläubigen, „erwarten nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde“, „und der Tod wird nicht mehr sein noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen … diese Worte sind gewiss und wahrhaftig“. Wer sind also diese Glückseligen, die die ganze Ewigkeit hindurch die reinste Freude und die himmlische Herrlichkeit erleben und den Urheber ihrer Errettung anbeten werden? „…nur die geschrieben sind in dem Buch des Lebens des Lammes“ (Offb 21,1.4.5.27).

 

Eine solche Darlegung der Wege Gottes kann uns nicht gleichgültig lassen. Sie redet zu unseren Herzen und zu unseren Gewissen, ob wir gläubig oder ungläubig sind. Den Gläubigen zeigt sie die ganze Liebe Gottes, der Seine eigene Glückseligkeit mit uns teilen will; den Ungläubigen ruft sie die unbeugsamen Forderungen Seiner Gerechtigkeit ins Gedächtnis. Gott kann nicht dulden, dass man die Gabe verachtet, die Er uns gegeben hat, indem Er Seinen Sohn zum Heil unserer Seelen in die Welt sandte, und Er kann es auch nicht hinnehmen, dass man an dem Kreuz Seines Vielgeliebten gleichgültig vorübergeht. Möchte der Gläubige sich angesichts dieser Offenbarung des Ratschlusses Gottes in Anbetung niederbeugen, und der Ungläubige sich vor dem Gericht Gottes eilends in Sicherheit zu bringen.

(Aus: Hilfe und Nahrung, Heft 8, 1998; Ernst-Paulus-Verlag, Haltweg 23, D-67434 Neustadt a. d. Weinstraße)


 

[1] Die 70. Woche wird beginnen, wenn das Haupt des Römischen Reiches mit der Masse des ungläubigen jüdischen Volkes einen festen Bund schließen wird (Dan 9,27). Zwischen der Entrückung der Heiligen und diesem Beginn der 70. Woche wird ohne Zweifel eine gewisse Zeit verstreichen, während der sich Unruhen ereignen, die der Herr Jesus „Anfang der Wehen“ nennt (Mt 24,8).

[2]     Die Herrschaft Christi über die Erde wird durch zahlreiche prophetische Stellen des Alten und des Neuen Testaments angekündigt (Jes 32,1; Jer 23,5; Ps 45,6; Dan 7,14; Lk 1,33; Offb 11,15; etc.). Ihre Dauer, tausend Jahre, wird in Offenbarung 20,4 deutlich mitgeteilt. Hier noch einige Stellen, die zeigen, dass dieses Reich erst nach der Entrückung der Heiligen aufgerichtet wird:

       Offenbarung 19 gibt die Aufeinanderfolge der nachstehenden Ereignisse an: Da findet zuerst die Hochzeit des Lammes im Himmel statt. Die Kirche, das Weib des Lammes, ist im Himmel. Die Hochzeit findet also nach der Entrückung der Heiligen statt.

       Dann erscheint der Herr öffentlich: „... er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit“ und bringt schwere Gerichte über die Erde. Er vernichtet das Tier und den falschen Propheten, bevor Er das Tausendjährige Reich aufrichtet. Doch die himmlischen Heiligen erscheinen mit Ihm: „Und die Kriegsheere, die in dem Himmel sind, folgten ihm auf weißen Pferden, angetan mit Leinwand, weiß und rein“ (V. 14). Das ist die Kleidung des Weibes des Lammes (V. 8).