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Frage: 662    26.0 7.02                  Siehe auch Aufklärung, Charismatik etc. Pfingstbewegung   Fritz Wolf


 

Was lehren die  Charismatiker

 

Hi Hansi,

hab dir grad ne Mail geschickt wegen Christentum.tk und dachte mir, ich schreibe dir wie ich die Geistestaufe und das Sprachengebet von der Bibel her und vom praktischen heutzutage sehe.

Die Bibelstelle 1. Kor 13,8 ( und die drumrum) gibt in keinem Fall das Recht zu sagen, das Wirken des heiligen Geistes hat einfach aufgehört.

Es wird irgendwann kommen, aber erst wenn Jesus wiederkommt. Weil dann sind Geistesgaben überflüssig denn wir haben Gemeinschaft mit Gott.

 

Also, hier der Text der auch meine theologische Sicht über diese Dinge 100%ig trifft.

 

Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan werden. Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, gibt er ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion geben? So nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist denen geben, die ihn bitten! - Lukas 11,10-13

Die Lehre Jesu

Bevor Jesus seine Jünger verliess, um zu leiden, zu sterben und aufzuerstehen, gab er ihnen ein Trostwort: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. (Johannes 16,7).

Hier sprach Jesus vom Heiligen Geist, den er senden will, um sein Versprechen zu erfüllen, für immer bei den Jüngern zu sein (Matthäus 28,20).

Pfingsten vor 2000 Jahren hat Gott angefangen, diese Verheissung zu erfüllen, indem er begann, den Heiligen Geist auf alles Fleisch auszugiessen, wie es der Prophet Joel (Kapitel 3) im Alten Testament und Petrus in seiner Pfingstpredigt sagen:

Dies ist, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: «Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und offenbar werdende Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen, daß jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, errettet werden wird.» (Apostelgeschichte 2,16-21)

Alles Fleisch ist sicherlich mehr als die paar Menschen, die Pfingsten dabei waren und auch mehr als danach im ersten Jahrhundert und in den ersten Gemeinden den Heiligen Geist empfangen haben.

Es ist eben wie immer und alles im Reich Gottes etwas, das klein anfängt und im Laufe der Zeit und der Jahrhunderte immer grösser und mehr wird. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist steht auch heute noch jedem Jünger Jesu zur Verfügung.

Eigentlich kann man jetzt schon sehen, dass es zwei verschiedene Paar Schuhe sind, Jünger Jesu zu sein und im Heiligen Geist getauft zu sein. Als Jesus seinen Jüngern die Verheissung des Heiligen Geistes gab, waren sie zwar schon seine Jünger, aber keiner hatte den Heiligen Geist.

Ebenso setzt es sich dann in der Apostelgeschichte fort. Theologisch kann man eigentlich nur von einem doppelten Werk des Heiligen Geistes in der Wiedergeburt und der Geistestaufe sprechen:

Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen. (Apostelgeschichte 2,38)

Und so findet man dann auch im Neuen Testament bereits Menschen, die zwar Christen und auch getauft waren, aber den Heiligen Geist noch nicht empfangen hatten:

Als aber die Apostel zu Jerusalem hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist empfingen; denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist. (Apostelgesch 8,14-17)

Was damals ging, das geht leider auch heute: viele Menschen sind zwar wiedergeboren und errettet und leben auch mit Jesus, aber die Kraft des Heiligen Geistes fehlt doch in ihrem Leben. Es gibt eben tatsächlich eine Kraft, die aus der Geistestaufe kommt, wie es Jesus ja auch gesagt hat: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt, und werdet Zeugen für mich sein (Apostelgeschichte 1,8).

Es ist sehr schade, wenn man als Christ nicht die ganze Kraft hat, die Gott uns zur Verfügung stellt denn wir können es uns wahrlich nicht leisten, auf irgendeine Gabe Gottes zu verzichten, weder als einzelne Christen noch als ganze Gemeinde.

Die Geisterfüllung gehört einfach zum christlichen Leben dazu. Erst mit Pfingsten hat sich Jesu Lehre erfüllt. Bis dahin fehlte noch ein wichtiger Teil. Johannes hatte bereits über Jesus gesagt, dass er der ist, der mit Heiligem Geist tauft: Matthäus 3,11 / Markus 1,8 / Lukas 3,16 / Johannes 1,33.

Das sagte er in ganz normalen Predigten zum ganz normalen Volk und nicht zu einigen Auserwählten. Die Verheissung gilt allen, die gläubig sind.

Wie um seine Jünger noch einmal daran zu erinnern, dass da noch etwas aussteht, handelt die letzte Lehre Jesu, unmittelbar vor seiner Himmelfahrt, von der Geistestaufe:

Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt im heiligen Geiste getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen.

Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt. (Apostelgeschichte 1,5+8)

Auch als später die ersten Heidenchristen mit Heiligem Geist getauft wurden, sprach man wieder über diese Lehre und erinnerte sich der Wort Jesu (Apostelgeschichte 11,6).

Es besteht also eine Kontinuität der Lehre vom Alten Testament über die Prophezeiung Johannes des Täufers über Jesu eigene Worte bis hin zu den Aposteln und durch die Geschichte bis in unsere Zeit hinein.

Die Arten, auf die der Heilige Geist empfangen wird, sind sowohl in der Apostelgeschichte als auch im täglichen Leben verschieden:

 Viele haben ihn spontan an Pfingsten empfangen, als er ausgegossen wurde (vgl. Apg.2).

 Während einer Predigt von Petrus fällt der Heilige Geist auf alle Zuhörer (Apg. 10,44-48).

 Viele empfingen den Heiligen Geist aber auch durch das Auflegen der Hände der Apostel. Tatsächlich scheint das im Neuen Testament die übliche Praxis gewesen zu sein. Es hat sich bis heute bewährt, den Heiligen Geist durch Handauflegung zu vermitteln, (vgl. Apg. 8,17 / 19,6 / 2.Tim 1,6)

Die Geschichte

In der Urgemeinde und der frühen Kirche gehörten Erfahrungen mit dem Heiligen Geist und Gottes übernatürlicher Kraft noch zum christlichen Alltag. Die Apostelgeschichte beschreibt Kapitel für Kapitel die Erfahrungen der ersten Gemeinde und die Rolle, die der Heilige Geist bei der Evangelisation und der Ausbreitung des Christentums hatte.

Diese Rolle war enorm. Ohne das Initialerlebnis an Pfingsten würde es eine Gemeinde in der Form des Neuen Testamentes gar nicht geben, und ohne ein späteres Wirken des Heiligen Geistes wäre der letzte Satz des Markusevangelium nicht erklärbar:

Sie aber gingen aus und predigten allenthalben; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. (16,20)

Dennoch geschah später etwas unglaubliches: der Heilige Geist verlor an Bedeutung und trat hinter den Institutionen der Kirche in den Hintergrund!

Das fing schon Ende des 1.Jahrhunderts an: seit den Zeiten der Apostelgeschichte waren einige Jährchen ins Land gegangen, von den Aposteln lebte nur noch Johannes selber. Die Gemeinden begannen sich immer mehr zu institutionalisieren und zu erstarren. Mittlerweile kam bereits die dritte Generation Christen zur Welt, und Traditionen bildeten sich heraus.

Typisch für Gemeinden in der zweiten und dritten Generation sind die Sendschreiben an Ephesus (Offenbarung 2,1-7), Sardes (Offenbarung 3,1-6) und Laodicea (Offenbarung 3,14-22): die erste Liebe war verlassen, Jesus nicht die Nummer eins und das Zentrum der Gemeinde; Lauheit und geistlicher Tod setzten ein und griffen um sich.

Immer mehr institutionelle Erstarrung und die zunehmende politische Macht der Kirche leiteten schliesslich das Mittelalter ein, das "Zeitalter des Vaters", in dem der Heilige Geist (von einigen Untergrundbewegungen abgesehen) nur noch ein Gerücht war.

Paulus schrieb im 1.Thessalonicher 5,19, dass man den Geist dämpfen oder, je nach Bibelübersetzung, auslöschen kann. Genau das scheint im Mittelalter im grossen und ganzen der Fall gewesen zu sein.

Ab dem Ende des Mittelalters gab es plötzlich wieder Bewegungen, die den Heiligen Geist erlebten und seine Gaben kannten. Zwei dieser Bewegungen waren die Quäker (um 1645)und die Methodisten (1739).

Leider gerät die Bedeutung des Heiligen Geistes in diesen Bewegungen immer etwas ins Hintertreffen gegenüber den grossen theologischen Entwicklungen. Daher folgen hier einige Zeugnisse von "geistlichen Grössen des 19.Jahrhunderts", die von ihren ersten Erfahrungen mit dem Heiligen Geist und ihren Geistestaufen handeln.

John Wesley (1703-1791)

Wesley, Gründer der Methodisten, bezeugte einen "zweiten Segen", den er als Heiligungserfahrung verstand. Nach seiner Bekehrung beim Anhören von Luthers Vorrede am 24.05.1738 bezeugt er eine weitere tiefe Erfahrung im Januar 1739:

"Ungefähr um 3 Uhr morgens, als wir anhielten im Gebet, kam die Kraft Gottes mächtig auf uns nieder, so daß viele von uns vor überströmender Freude laut schrieen und auch zu Boden fielen. Sobald wir uns von der Furcht und Verwunderung ob der Gegenwart seiner heiligen Majestät ein wenig erholt hatten, brachen wir mit einer Stimme aus: Wir preisen Dich, o Gott, wir bekennen, daß Du der Herr bist!"

Wesley predigte von da an noch gewaltiger als vorher. Die Menschen wurden dabei von ihren Sünden überführt, schrien laut und fielen zu Boden.(..)Es geschahen auch auffallende Heilungswunder in Wesleys Dienst.

Charles Finney (1792-1875)

"Ich empfing eine mächtige Taufe mit dem Heiligen Geist. Ohne die geringste Erwartung, ohne auch nur einen Gedanken gehabt zu haben...kam der Heilige Geist auf mich hernieder in einer Weise, daß es mich nach Leib und Seele zu durchdringen schien...wie Fluten flüssiger Liebe...wie der Odem Gottes...keine Worte können die Liebe schildern, die in mein Herz ausgegossen wurde. Ich weinte laut vor Freude und Wonne und mußte meinen Gefühlen schließlich durch lautes Schreien Ausdruck geben..."

Dwight L.Moody (1837-1899)

"Ich meinte zwar, ich hätte Kraft. Ich hatte die größte Zuhörerschaft in Chicago, und es gab viele Bekehrungen... Doch dann entstand in meiner Seele ein großer Hunger. Ich wußte nicht, was es war. Ich begann, zu Gott zu schreien... und seufzte die ganze Zeit, daß Gott mich mit seinem Geist erfüllen möchte. Da, eines Tages, mitten in der Stadt New York...ich kann es nicht beschreiben... es ist fast eine zu heilige Erfahrung...ich kann nur sagen, daß sich mir Gott offenbarte...ich hatte ein solches Erlebnis seiner heiligen Liebe, daß ich ihn bitten mußte einzuhalten...Ich möchte jetzt für nichts in der Welt dahin zurückkehren, wo ich vor dieser gesegneten Erfahrung gestanden habe."

Dr. R.A. Torrey (1856-1928)

"Es ist eine Sache, wiedergeboren zu sein durch den Heiligen Geist, es ist eine andere Sache, die noch hinzukommen muß, getauft zu sein mit dem Heiligen Geist. Dies geht klar aus dem fünften Vers im ersten Kapitel der Apostelgeschichte hervor. Jesus sagt ihnen: "Ihr sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen." Es ist ganz klar, daß sie in dieser Weise bis dahin noch nicht getauft waren. Sie waren aber durch die Kraft des Heiligen Geistes wiedergeboren. Denn Christus sagt zu denselben Männern in Johannes 15,3: "Ihr seid schon rein um des Wortes willen, daß ich zu Euch geredet habe." Was meint nun aber "rein durch das Wort"? Wir finden die Antwort in 1. Petrus 1,23, wo wir lesen, daß der wahre Christ wiedergeboren ist, nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das Wort Gottes. Demnach waren nach des Herrn Jesu eigener Erklärung diese Männer wiedergeboren, aber sie waren noch nicht mit dem Heiligen Geist getauft. Wir lesen in 1.Korinther 11, daß es ein Geist sei, aber eine große Mannigfaltigkeit von Gaben. Jedoch wird in jedem einzelnen Fall Kraft da sein. Ich könnte hier von vielen Männern und Frauen erzählen, die aus einem Zustand der Schwachheit herausgetreten sind in einen Zustand der Kraft im Dienste Gottes, einfach dadurch, daß sie die Gabe, die ihnen verheißen war, in Anspruch nahmen."

Allerdings dauerte es immer noch eine ganze Weile, bis der Heilige Geist wieder "in grossem Stil bekannt" wurde.

1901 fingen in der Topeka Bibleschool in Amerika die ersten Christen dieses Jahrhunderts an in Sprachen zu beten (eine Geistesgabe). Die Ereignisse, die dazu führten sind gut dokumentiert und ziemlich heftig zu lesen. Von dieser Bibelschule aus ging es um die ganze Welt.

1906 mietete William Seymour eine alte Methodistenkirche in der Azusa Street in Los Angeles. Die nächsten drei Jahre liefen quasi ununterbrochen Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen, und die Lehre vom Heiligen Geist wurde international bekannt.

Mittlerweile ist die pfingstlich-charismatische Bewegung mit ca. 400 Millionen Mitgliedern "die am schnellsten wachsende nicht politische, nicht militärische Bewegung der Weltgeschichte".

Was allerdings viel wichtiger als diese imposante Zahl ist, dass die Wahrheit der Geistestaufe und die Ausübung der geistlichen Gaben nicht mehr ein "charismatisches Sondergut" ist, sondern in grossen Teilen der Christenheit akzeptiert ist. Es gibt charismatisch geprägte Freikirchen in Massen und auch innerhalb der beiden Volkskirchen immer wieder mal charismatische Strömungen und Aufbrüche. Man muss also nicht Charismatiker sein, um den Heiligen Geist zu haben und die Gaben auszuüben, ebensowenig wie man automatisch Baptist ist, wenn man an Glaubenstaufe glaubt.

Ein Mittelweg

Es gibt bezüglich der Geistestaufe zwei theologische Pole.

1. Der Dispensationalismus:

Der Dispensationalismus sagt, grob vereinfacht, dass es keine Geistesgaben mehr gibt und die ganzen "spektakulären" Dinge der Evangelien und der Apostelgeschichte mit den Aposteln aufgehört haben. Für die heutige Gemeinde haben diese Dinge nicht nur keine Bedeutung, sie gehören nach Meinung der Anhänger Scofields, Cessationismus in der Kirchengeschichte einem der Begründer dieser Lehre, sogar verboten, weil sie nicht mehr von Gott kommen.

Leider ist der Dispensationalismus in der westlichen Theologie noch immer recht weit verbreitet, und in ihm gründet ein gewisses Unbehagen den Dingen des Heiligen Geistes und den Geistesgaben gegenüber.

Tatsache ist, dass es zu allen Zeiten der Kirchengeschichte Menschen gegeben hat, die Geistesgaben praktizierten, und dass auch im Neuen Testament die "Gabe des Geistes" nicht an die Apostel geknüpft war und diese Gaben auch heute noch genauso lebendig und lebenswichtig für die Gemeinde sind wie zu Zeiten des Neuen Testaments.

2. Das zweite Erlebnis:

Nachdem die Wahrheit der Geistestaufe Anfang des 20.Jahrhunderts von den Pfingstlern "wiederentdeckt" und Mitte bis Ende des Jahrhunderts von den verschiedenen Charismatischen Bewegungen auf weiter Basis propagiert wurde kam es an manchen Stellen zu einer Überspitzung der Lehre des "zweiten Erlebnisses".

Obwohl diese Lehre nicht notwendigerweise mit der Lehre über Geistestaufe einhergeht, hat sie doch das theologische Bild, dass sich andere von der pfingstlich-charismatischen Bewegung machen, sehr geprägt. Das zweite Erlebnis ist ein von der Bekehrung trennbares, klares Erleben der Geistestaufe durch körperliche Effekte.

Nun kommt es natürlich auch einmal vor, dass es bei der Geistestaufe zu körperlichen Symptomen kommt – ich selbst bin ganz klassisch umgefallen und war noch Stunden später "breit im Geist" – nur muss das eben nicht so sein. Ebensowenig wie der Heilige Geist sich auf eine Methode der Geistestaufe festlegen lässt, kann man sagen, dass immer etwas Spürbares passiert, und darum geht es auch gar nicht.

Man kann den Heiligen Geist auch ohne "zweites Erlebnis" haben. Tatsächlich kommt das sehr häufig vor. Wie viele Beter(innen) in traditionellen Gemeinden haben geistliche Gaben in Form von Prophetie und Erkenntnissen, ohne je ein zweites Erlebnis gehabt zu haben oder auch nur von Geistesgaben zu reden? Man nennt es da eben anders und spricht von Offenbarungen.

Es ist schade, wenn Gottes Wirken immer nur in Extremen wahrgenommen wird, denn oft ist es ganz "alltäglich".

Eingang in die Gaben

Die Geistestaufe ist der Einstieg in die Welt der Geistesgaben. Zusammen mit dem Heiligen Geist empfängt man auch Gottes übernatürliche Befähigungen und Möglichkeiten.

Natürlich ist das nicht das einzige, was mit der Geistestaufe kommt, sondern nur ein kleiner, aber wichtiger Ausschnitt. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass der Heilige Geist uns heiligt, zubereitet und in die Fülle Gottes bringt.

Und weiter zum Sprachengebet:

Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geistesgaben trachtet, suchet, zur Erbauung der Gemeinde daran Überfluß zu haben! Darum: wer in Zungen redet, der bete, daß er es auch auslegen kann. Denn wenn ich in Zungen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. Wie soll es nun sein? Ich will im Geiste beten, ich will aber auch mit dem Verstande beten; ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen. (1.Korinther 14,12-15)

Ein Zeichen der Christen zur eigenen Auferbauung

Das Beten in Sprachen ist eine übernatürliche Gabe des Heiligen Geistes. Man redet in einer Sprache, die man nie erlernt hat und die es auch normalerweise nicht auf der Welt gibt. Gewöhnlich versteht weder man selbst noch irgendjemand sonst ausser Gott, was gesagt wird. Es bleibt ein Geheimnis. Wozu ist das Beten in Sprachen dann gut, wenn es niemand versteht?

1. Das Beten in Sprachen ist ein Zeichen der Christen.

Jesus hat der Gemeinde einige Zeichen gegeben, die sie von der Welt abheben und an denen ihr übernatürlicher Ursprung in Gott erkennbar ist:

Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. Markus 16,17-18

Zunächst ist das Sprachenbeten also ein Zeichen unter anderen. Zeichen meint Hinweis, wie auf einem Verkehrsschild. Das Beten in neuen Sprachen ist also wie ein Pfeil, der auf uns zeigt und auf dem "Christ" steht.

Genau das ist auch passiert, als Pfingsten die Jünger und ihre Freunde zusammensassen und der Heilige Geist ausgegossen wurde. Die Versammelten wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und fingen an in andern Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab. (Apostelgeschichte 2,4).

Als Folge der übernatürlichen Zeichen und der mutigen Pfingstpredigt des Petrus wurden an diesem Tag etwa 3000 Menschen der Gemeinde hinzugetan (Apostelgeschichte 2,41). Das Zeichen der Zungen ist offensichtlich verstanden worden!

Auch später noch hatte das Beten in neuen Sprachen die Bedeutung des Zeichens. Als die ersten Gemeinden noch zerstritten waren über die Frage, ob nur Juden Christen werden könnten, oder ob der Heilsweg Jesu auch den Heiden offen stünde, war es das Sprachengebet, das half, die Frage zu entscheiden: Als Petrus in Gottes Auftrag dem Kornelius und seinen Leuten das Evangelium verkündigte, fiel der Geist auf sie und sie begannen in neuen Sprachen zu reden (Apostelgeschichte 10,45-46). Das war für die Apostel der unumstössliche Beweis, dass Gott keinen Unterschied der Person macht und dass Menschen aller Vorprägungen und Herkunft Christen werden können (Apostelgeschichte 10,47).

So wundert es uns eigentlich nicht, dass auch Paulus im 1.Korintherbrief diese Lehre aufgreift und sagt, dass die Sprachen als ein Zeichen dienen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen (14,22). Das sagt auch schon etwas aus über den Platz, den Sprachengebet idealerweise in Gottesdiensten einnehmen sollte. Das alte Argument, Geistesgaben würden Ungläubige abschrecken und die Gemeinde wie "geistig umnachtet" dastehen lassen, zieht nicht.

2. Das Beten in Sprachen dient zur eigenen Auferbauung.

Innerhalb der Geistesgaben nimmt das Sprachenbeten eine Sonderrolle ein. Normalerweise sind die geistlichen Gaben zum Aufbau der Gemeinde gegeben (1.Korinther 14,12), aber das Beten in Sprachen stellt da eine Ausnahme dar, denn es handelt sich hierbei um eine Geistesgabe, mit der man sich selbst erbaut: Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde. (1.Korinther 14,4).

Wahrscheinlich liegt hier auch das Geheimnisvolle des Sprachengebetes. Wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse. (1.Korinther 14,2).

Wenn wir in einer Sprache beten, reden wir nicht nur mit Gott, sondern auch exklusiv für ihn. Niemand versteht, was wir sagen, nicht einmal wir selbst. Der Heilige Geist aber baut uns auf, während wir in Sprachen beten. Das Wort, das hier im Griechischen verwendet, wird meint eigentlich einen Hausbau und ist das gleiche Wort, das anderer Stelle für den Bau der Gemeinde verwendet wird. Ebenso wie Gott die Gemeinde durch Geistesgaben baut, baut er also den Sprachenbeter auf.

Sprachenbeten ist also eine Kraftquelle, aus der wir schöpfen können, die uns geistlich stärker macht. Ich selber habe es oft erlebt, wie Sprachenbeten den geistlichen Akku wieder auffüllt, erfrischt und mit neuer geistlichen Kraft ausstattet.

Weil das Sprachenbeten den Beter selber auffrischt und erbaut, kann man davon ausgehen, dass es eine Gabe ist, die allen offensteht, die darum bitten.

Paulus schreibt Ich möchte aber, daß ihr alle in Sprachen redet (1.Korinther 14,5), was darauf schliessen lässt, dass alle zumindest theoretisch die Möglichkeit haben. Dafür spricht auch das Pfingsterlebnis, wo nicht einige, sondern alle vom Heiligen Geist erfüllt anfingen, in anderen Sprachen zu reden (Apostelgeschichte 2,4).

 Achtung

Trotzdem kann es sein, dass ein Christ geistgetauft ist und auch schon andere Gaben ausübt und nicht in Sprachen betet. Die Rechnung: >>wer geistgetauft ist, kann in Sprachen beten, also kann jemand, der nicht in Sprachen betet, auch nicht geistgetauft sein<< geht nicht auf. Der Umkehrschluss ist einfach falsch, denn es gibt viele Barrieren ("ich komme mir so doof vor"), die uns davon abhalten, von der Gabe auch tatsächlich Gebrauch zu machen.

Auslegung &#8211; Zungenrede im Dienst der Gemeinde

Neben der Sprache zur eigenen Erbauung gibt es noch eine öffentlichere Art des Sprachengebets, dass an die Gemeinde adressiert ist und diese aufbauen soll. Zur Unterscheidung nenne ich diese "Zungenrede".

Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung! Will jemand in Zungen reden, so seien es je zwei, höchstens drei, und der Reihe nach, und einer lege es aus. Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er rede aber für sich selbst und zu Gott. (1.Korinther 14,26-28)

Normalerweise ist es ja so, dass niemand das Sprachengebet versteht. Es kann aber auch passieren, dass Gott Dich im Gottesdienst nach vorne schickt um eine Zungenrede weiterzugeben. Das ist natürlich zunächst einmal superseltsam, wenn da jemand für die anderen unverständlich in einer Gebetssprache etwas durchs Mikro sagt. Dafür gibt es dann die Gabe der Auslegung. Gott sagt Menschen, die diese Gabe haben, was die Zungenrede heisst.

Wohlgemerkt: jemand mit der Gabe der Auslegung kann nicht jedes Sprachengebet übersetzen, aber eben die Zungenreden.

Während es für das normale Sprachenbeten keine weiteren Regeln gibt, sieht es bei der Zungenrede im Gottesdienst anders aus. Hier gibt es drei Regeln um den Gottesdienstablauf nicht zu stören:

1. Es sollen nicht zu viele sein.

Paulus sagt zwei oder drei, damit es nicht völlig ausufert. Da ein Gottesdienst in der Regel viele Teile hat, soll es eine Beschränkung geben. Sonst würden Gottesdienste unmenschlich lang werden. Ähnliches gilt dann natürlich auch für die Länge der anderen Beiträge.

2. Es soll nacheinander geredet werden.

Scheinbar hatten die Korinther ein Disziplinproblem, und es mag passiert sein, dass mehrere gleichzeitig  öffentlich in Zungen geredet haben, was vermutlich ein ziemliches Chaos gegeben haben dürfte.

3. Es soll ausgelegt werden.

Ohne Auslegung bleibt eine Zungenrede von vorne seltsam und unverständlich. Das bringt keinem was. Deshalb soll es ausgelegt werden, damit alle etwas davon haben.

Diese drei Regeln sind natürlich absolut sinnvoll. Leider werden sie manchmal stark überstrapaziert. Wenn Paulus sagt "in der Gemeinde", ist natürlich ein öffentliches Reden "von vorn" gemeint. Es geht nicht um die Gemeinderäume, in denen nur ausgelegt in Sprachen geredet werden darf. Im Gegenteil, Paulus ordnet nicht an, dass geschwiegen werden soll, wenn kein Ausleger da ist. Dann soll nur nicht öffentlich (bei uns: an alle gerichtet durchs Mikrofon) in Zungen geredet werden, sondern für sich selbst und zu Gott.

Wenn also die Gabe der Zungenrede und Auslegung für die Gemeinde nicht zur Verfügung steht, soll es dennoch auch im Gottesdienst die Möglichkeit zum Sprachenbeten für sich und zu Gott geben. Das ist ja auch klar, wie sollen sonst Ungläubige dieses Zeichen in unseren Gottesdiensten mitbekommen?

Der Lobpreis ist immer eine gute Zeit zum Beten in Sprachen, auch zum Singen in Sprachen (https://www.bbkr.ch/Singetdemherrnkomplett_23_09_2019/singetdemherrn/index.htm- Epheser 5,19) &#8211; gerade dann praktisch, wenn man den Text eines Liedes nicht kann :-)

Es ist sicherlich auch keine Katastrophe, wenn eine Zungenrede mal nicht ausgelegt wird. Das ist halt live. Genauso wie es mal schlechte Predigten, miserablen Lobpreis und Querschläger im Zeugnisteil gibt, kann es auch passieren, dass mal eine Zungenrede daneben geht &#8211; na und?

Wenn Du die Gabe schon hast, stell Dein Licht nicht unter den Scheffel und experimentier ruhig auch mal damit. Manchmal ist es cool, ganz leise zu beten, und manchmal ist besser zu schreien. Mal ist singen besser, und mal ist es dran mit verstellter Stimme zu reden. Gottes Gaben sind faszinierend, und es ist gut mit ihnen zu experimentieren.

Die Geister der Propheten &#8211; wir reden

Manche Stellen sich das Sprachenbeten so vor, dass der Heilige Geist sie hinterrücks zu Boden wirft, sie die Kontrolle verlieren und auf einmal in einer Sprache reden, die sie nicht kennen. Klar, dass viele Angst vor den geistlichen Gaben haben, wenn sie mit solchen Bildern im Herzen leben! Aber so ist es nicht.

Es ist unsere Gabe, und wir selbst bestimmen, was wir mit ihr machen. Genauso wie der Heilige Geist niemand überwältigt und auf eine Bühne schleift, wo er sich predigend wiederfindet, zwingt er irgendwen zum Sprachenbeten. Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. 1.Korinther 14,32. Ebenso ist es auch mit allen anderen Geistesgaben. Es mag sein, dass Gott bittet, beauftragt, sendet und sogar drängt. Aber letzten Endes sind wir es, die reden, gehen und beten.

Es sind unsere Sprechwerkzeuge, die wir zum Beten in Sprachen benutzen, und nur wir verfügen darüber. Sprachenbeten ist immer aktiv und geschieht bei vollem Bewusstsein. Wenn Du einmal geübt bist in dieser Gabe, kannst Du von deutsch auf "sprachisch" wechseln wie von deutsch auf englisch.

Gründe, warum jemand nicht in Sprachen betet, und Tipps für Einsteiger

&#61623; Weil sie nicht geistgetauft ist. Das lässt sich leicht beheben. Bitte Gott um seinen Geist, und er wird ihn Dir geben (Lukas 11,10-13). Wenn es alleine nicht klappt, such Dir jemanden, von dem Du weißt, dass er/sie geistgetauft ist und lass für Dich beten. Weiteres steht in unserem Handout "Die Geistestaufe".

&#61623; Weil sie noch nie etwas von der Gabe gehört hat und deshalb auch nie auf die Idee kommt, es einfach mal zu testen.

&#61623; Man kommt sich doof vor, in einer Sprache zu "brabbeln", die man nicht versteht. Und wer weiss, ob das echt ist.

Ich vermute, das ist das Haupthindernis. Also ehrlich: ja, es klingt am Anfang seltsam, und ja, man ist sich oft unsicher, ob es von Gott ist oder nicht. Das ist normal und gibt sich mit der Zeit.

Selbst wenn es nicht "die echte Gabe" wäre, was wäre daran so schlimm? Wenn Du Dir ganz unsicher bist, sprich doch mal einem Christen, der die Gabe schon lange hat, etwas vor und frag ihn, ob das wohl echt ist.

Normalerweise merkt man aber irgendwann von selbst, was von Gott ist und was nicht. Schau Dir mal an, wie ein Kind sprechen lernt. Da kommen am Anfang viele Wörter vor, die man in keinem Lexikon der Welt finden würde. Aber mit der Zeit kriegt es den Bogen raus und die Phantasievokabeln werden weniger. Ebenso lernen wir mit der Zeit die Worte, die Gott uns gibt, von den eigenen zu unterscheiden.

&#61623; Du findest keinen Anfang.

Dann ein Tipp: lass Dich einfach fallen, am besten irgendwo im Lobpreis und achte gar nicht auf das, was Du sagst. Bete einfach alles, was Dir in den Sinn kommt, auch und gerade komische Silben. Du kannst auch dabei Walkman hören, dann hörst Du erst mal nicht, was Du sagst.

&#61623; Es kann auch helfen, mit anderen zusammen anzufangen. Also einfach in gemütlicher Umgebung mit mehreren routinierten Sprachebetern zusammen anzufangen.

&#61623; Spiel mit der Gabe herum. Bete laut, leise, in Gedanken, konzentriert, zerstreut. Versuch mal, Dich mit anderen auf sprachisch zu unterhalten. Klappt natürlich nicht, macht aber Spass und schult die Gabe.

Dieser Abschnitt ist für das Verständnis des Sprachengebetes nicht wichtig. Er vertieft nur ein paar biblische Gedanken zum Thema und regt vielleicht noch etwas zum Nachdenken an.

1. Eine Sprache, die man nicht lernen muss

Uns kommt es sonderbar vor, dass es möglich ist, eine Sprache zu sprechen, ohne Vokabeln und Grammatik zu büffeln. Eigentlich ist es aber etwas, das in der Bibel häufiger vorkommt, sogar schon im Alten Testament:

Und Gott der HERR bildete aus Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennen würde, und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gäbe. (1.Mose 2,19)

Gott schuf Adam bereits mit der Fähigkeit, zu benennen und zu sprechen. Adam musste nicht sprechen lernen. Nirgendwo steht, dass Gott ein Wörterbuch oder Ähnliches schuf, damit Adam sprechen lernt. Er konnte es eben.

Und der HERR sprach: Siehe, es ist nur ein einziges Volk, und sie sprechen alle nur eine Sprache, und dies ist der Anfang ihres Unternehmens! Nun wird es ihnen nicht unmöglich sein, alles auszuführen, was sie sich vorgenommen haben. Wohlan, laßt uns hinabfahren und daselbst ihre Sprache verwirren, daß keiner des andern Sprache verstehe! (1.Mose 11,6-7)

In der Sprachverwirrung in Babylon hat Gott das, was er im Garten Eden im Kleinen getan hat, im grossen Stil wiederholt und viele Sprachen in einem Moment geschaffen. Wieder hat niemand die Sprachen lernen müssen.

Es ist aber kein Widerspruch, wenn wir auf der einen Seite davon reden, dass man die Sprache nicht lernen muss und auf der anderen Seite von üben sprechen. Selbst Dinge, die man eigentlich kann, muss man noch durch Übung zur Reife bringen. Zum Beispiel denken. Oder hören.

2. Eine Sprache, in der man nicht sündigen kann

Das, was mich mit am meisten am Sprachenbeten begeistert ist, dass die Sprache gewissermassen rein ist. Auf deutsch habe ich schon geflucht, gelogen usw. In meiner Gebetssprache nicht.

Jakobus schreibt:

aus ein und demselben Munde geht Loben und Fluchen hervor. Es soll, meine Brüder, nicht also sein! Sprudelt auch eine Quelle aus demselben Loch zugleich Süßes und Bitteres hervor? Kann auch, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen, oder der Weinstock Feigen? So kann auch eine salzige Quelle kein süßes Wasser geben. (Jakobus 3,10-12)

Gleiches gilt natürlich auch für die Sprache, die aus dem Mund kommt. Stell Dir vor: eine Sprache mit der man nicht lästern kann und nicht fluchen, mit der man gar nicht sündigen kann, selbst wenn man wollte.

Niemand, der im Geiste Gottes redet, sagt: «Verflucht sei Jesus!» es kann aber auch niemand sagen: «Herr Jesus!» als nur im heiligen Geist. 1.Korinther 12,3

© bitte kopieren und weitergeben. copyright wird generell nicht erhoben.

verantwortlich für den Inhalt: storch. Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

&#61478; Bibelzitate nach der 1951er Schlachterübersetzung

&#61618; zu diesem Handout gibt es eine ähnliche Predigtkassette. Auch als mp3 im Internet

... Das Reden in Sprachen verhindert nicht ... (1.Korinther 14,39)

Segen wünscht

Olli


26.07.02

Lieber Oliver

ich danke Dir für die Kopie. Wie Du ja weisst, denke ich eigentlich, dass die meisten Pfingstler gar keine Christen sind. (An Ihren Werken sollt ihr sie erkennen) . Das zeigt sich unteranderem darin, dass Sie Bibelstellen wie z.B.. Joel zu Israel sagt und Petrus zitiert, für sich in Anspruch nehmen. Da sind diese Irrlehrer nicht anders als die Nichtwiedergeborenen innerhalb der Katholischen , Neu Apostolischen, Zeugen Jehovas, Adventisten, Allversöhner usw. "Kirchen".

Ob Fineys Werk, Gottes Werk war kann ich nur beurteilen auf Grund dessen, was ich gelesen habe. Er ist ein typischer Arminianer der die Bekehrungen via die Seele ohne tatsächliche Wiedergeburt schaffte.  (Willow Creek lässt Grüssen) Also das selbe Phänomen wie bei den Pfingstlern die Regel ist.

Torrey ist nur kurze Zeit von dem Pfingstlertum angetan gewesen, und durfte dann den Weg zu Gott wieder finden.

Apostelgeschichte 2.38 ist zu Juden gerichtet, (Bitte genau lesen, der Petrus hat hier noch gar nicht zu den Nationen sondern zum Hause Israel gesprochen. Zu den Nationen, das kam wesentlich später, deswegen auch "nur" Busse aber es wurde nicht "Glaube>" gepredigt, den hatten dieses Juden schon längst.

Zu Wesley: Da fällt mir nichts gutes ein...

Zu "schnellstwachsenen Bewegung", da fällt mir nur das Wort des Herrn ein: "Wird der Sohn des Menschen kommen wird, Glauben finden? "

Antwort : Nein, aber eine abgefallene Christenheit! Die  wirklich Wiedergeborenen sind vor seinem 2ten Wiederkommen dann bereits entrückt.

Summasummarum:  Bitte die Schrift im Zusammenhang lesen, und mal prinzipiell was "Ausleger " schreiben sagen und fest behaupten an Hand der Schrift überprüfen.

In diesem Sinne frohes Schriftstudium!

Hans Peter


26.07.02

Tach nochmal,

ich kenn die theologische Bildzeitung "Topics" von Ulrich da meine Eltern  sie beziehen. Ich les eigentlich fast jede Ausgabe aber 60 % vom Inhalt ist  nur Strohfeuer und Unterstreichung des Unglaubens Anhand von Quellen aus  zweiter Hand (wie hier bei Bonke).  Diese Ärzte waren NICHT dabei und somit ist es völliger Schwachsinn zu sagen  was wirklich passiert ist!  Wenn dieses eine "Show" war ist es Bonkes Sache damit später vor Gott Rede und Antwort zu stehen, wenn nicht hat sich Ulrich mit seinen

ich-rede-den-christen-mal-das-wirken-gottes-aus-schriften vor Gott zu verantworten.

Schade das du die Pfingstler als nichtchristen bezeichnest. Zitat: "Wie Du  ja weisst, denke ich eigentlich, dass die meisten Pfingstler gar keine  Christen sind".  Das Ausgiessen des heiligen Geistes ist EINMALIG damals in Apostelgeschichte 2 geschehen, danach aber ist das Kommen des Geistes durch beben und zittern  (der Erde) und was weiß ich in Apg.

Ich hab lange über dieses Thema nachgedacht, aber die Bibel läßt da keinen  2en Weg offen.  Gott wirkt heute noch wie früher! Daran hat sich nix geändert. Was sich  geändert hat ist unsere Theologie falls mal was NICHT klappt und auf diesen  Mist baut sich der Dispensationalismus usw. auf

 

Segen

Olli


26.07.02

Lieber Oliver
Bibel und Forum lesen ist ziemlich gleich wertlos, wenn man es nicht genau macht. Ich habe geschrieben :

 "dass die meisten Pfingstler gar keine Christen sind."  Will meinen, nicht alle! Das selbe denke ich von gewohnheitsmässigen Katholiken oder gewohnheitsmässigen Gemeinschaftsleuten!

Betreffend Bonnke rate ich Dir einfach, nicht alles zu glauben was so weither kommt. Das Du "Topic" kritisch liest, das ist schon richtig, nur leider, leider, recherchiert der "Ulrich" sehr genau! Ich wüsste momentan nichts, wo ich Ihn beim Schummeln erwischt hätte.

Oder Du?

Lies Doch mal da:  THE BEREAN CALL   und Sprachenreden kontra Zungenrede  und Zeitalter

Was hast Du übrigens gegen den Dispensationalismus?   Bist Du schon einmal einigen Wörtern in der Heiligen Schrift nachgegangen?

zB.:

"von da an"

"bis"

"Vor Grundlegung der Welt"

"Von Grundlegung der Welt"

Oder Johannes der grösste im alten Bunde,  aber der kleinste im Neuen Bund ist "grösser" den er, usw .

Hermeneutik


Dispensationalismus

"Warte schon gespannt auf Deine Antwort!

 

 

Da noch zu Bonnke: 
416 

588

Pfingstverführung 

Feuer der Erweckung in UK Auferstehung 

 
Reinhard Bonnke bei der Euro-Feuerkonferenz in Frankfurt 1987

3. Das geistliche Leben würde zusammenbrechen wie ein Kartenhaus 

Bonnkes Einsätze mit Hunderttausende von Bekehrungen

So war auch Bonnke in Antananarivo

Ich lernte dann Dr. Paul Yonggi Cho kennen, ich lernte Reinhard Bonnke kennen, ich lernte Mitarbeiter von Kathryn Kuhlman

Aber was ist das Evangelium, das wir verkündigen sollen

 

Liebe Grüsse

Hans Peter


31.07.02
Lieber Olli,
zunächst einmal ein Lob für Deine systematische Darstellung, was und  warum die Charismatiker glauben. Ich halte diesen Artikel aus   informativen Gründen deshalb für sehr lesenswert. Jeder der  charismatischen Bewegung Fernstehende kann auf diese Weise die  Gedankengänge erfahren, wie Charismatiker zu ihren Ansichten kommen ! Ich habe das vor 15 Jahren ähnlich geglaubt und hätte diesen Artikel  voll unterschrieben. Aber so einfach ist es nicht !

 Ich habe ein  Problem, wenn alttestamentliche Verheißungen und Prophetien, die an das  Volk Israel gerichtet sind, direkt auf die Gemeinde oder gar für nichtjüdische Völker angewendet werden ! Diesen bitteren Beigeschmach   hatte ich schon als Charismatiker zu einer Zeit, als ich den Begriff: 

"Dispensationalismus"

 überhaupt nicht kannte. Wenn man den Alten Bund  Gottes mit dem Volk Israel, der auf dem Berg Sinai geschlossen wurde  nicht vom Neuen Bund Gottes, der durch den Herrn Jesus eingesetzt wurde nicht unterscheidet, dann kommt es zu viel Missverständnissen und Irrtümern. Wenn im Alten Testament Israel angesprochen ist, dann ist  erst einmal damit meiner Meinung nach auch nur Israel gemeint. Olli, lies einmal den ganzen Joel und nicht nur das kurze dritte Kapitel.

Dann wirst Du feststellen, dass sich vieles, was dort beschrieben hat,  sich noch nicht zugetragen hat, insbesondere die Naturkatastrophen. Lies bitte meinen Artikel: "Was lehren die Charismatiker ?". Dort gehe  ich zumindest teilweise auf die Thesen Deines Artikels ein.

Weiterhin werden in dem Artikel die Begriffe: "Taufe mit dem Heiligen Geist", "Empfangen des Heiligen Geistes" und "Erfüllung mit dem Heiligen Geist" gleichgesetzt. Es handelt sich meiner Meinung nach hierbei um völlig unterschiedliche Wirkungsweisen des Geistes Gottes.

Um der Wahrheit näher zu kommen, empfehle ich Dir, diese Begriffe  unabhängig voneinander zu studieren.

Lieber Hans-Peter,

ich denke, wir sollten auf Aussagen wie "die meisten Pfingstler sind nicht gläubig", o.ä. in der Diskussion und der Aufklärungsarbeit verzichten. Wir können das nicht beweisen und sie polemisieren meiner  Meinung nach unnötigerweise die Diskussion. Im Gegensatz vieler Charismatiker, die in diesem Forum posten bzw. mit denen ich Mailkontakt hatte habe ich von Olli den Eindruck, dass er ein fairer Diskussionspartner ist. Ich kann, ehrlich gesagt, Deine Aussage nicht uneingeschränkt teilen, in den klassischen Pfingstgemeinden wird m.E.

durchaus auch das biblische Evangelium verkündigt, wenn auch nicht überall in Klarheit oder leider auch verquickt mit Sonderlehren. Es gibt durchaus hingegebene Christen unter den Pfingstlern, die das Wort unseres Herrn sehr ernst nehmen, aber vieles nicht besser wissen. Ob nun 10% oder 90% aller Pfingstler oder Brüdergemeindler gläubig sind - das kann niemand von uns sagen, im Himmel wissen wir es besser. Das wichtigste für uns persönlich ist, dass wir dem Herrn Jesus folgen.

Jedenfalls sehe ich in charismatischen Diskussionspartnern durchaus den  Bruder im Herrn, so lange er sich nicht selbst als solchen  disqualifiziert. Viele haben sich, so wie ich, in charismatischen  Kreisen bekehrt und denen muss man meiner Meinung nach zugestehen, dass  sie auch deren Sonderlehren vertreten, weil sie halt davon geprägt  sind. Es war für mich nicht leicht, den Weg da raus zu finden, es  bedurfte viel Gnade des Herrn. Es ist meiner Erfahrung nach nicht leicht, in dieser Diskussion sachlich zu bleiben, schnell fühlt sich  der charismatische Gesprächspartner persönlich angegriffen. Deshalb ist für mich die Konzentration auf die Sachdiskussion auf biblischer

Grundlage ohne das Hinterfragen persönlicher Motivationen sowie  unbeweisbare Unterstellungen sehr wichtig. Ich bin froh um jeden Charismatiker, mit dem eine sachliche Diskussion fürbar ist. Den Meisten sitzt jedoch die Angst im Nacken, sie können dabei den heiligen Geist lästern ! Deshalb werden manche anscheinend auch so aggressiv,  wer  aber dennoch nüchtern und sachbezogen bleibt, der meint es wirklich ernst und mit dem kann man auch reden. Sprechen wir jemanden zu schnell das Christsein ab (auch durch indirekte Aussagen), dann schrecken wir unnötigerweise Suchende und Fragende ab, wir sehen ohnehin nur das, was  vor Augen ist, aber Gott schaut das Herz an. Besser halte ich es, Argumente aufzugreifen und die Schrift in den Vordergrund zu stellen.  Dadurch fordern wir unsere Diskussionspartner auf, sich dem Wort zu stellen und er muss eine Entscheidung treffen. Ich habe eigentlich nur  eine Empfehlung im

Umgang mit Charismatikern: Mache den Herrn groß !

Euch beiden liebe Grüße und Gottes Segen

Fritz


Lieber Fritz         31.07.02

Ich nehme meine Bemerkung die ich gemacht habe?? oder gemacht haben soll  "die meisten Pfingstler sind nicht gläubig" voll zurück, obwohl ich nicht wüsste wann und wo ich so was geschrieben oder gesagt haben soll.
Ich glaube im Gegenteil, dass der normale Pfingstler zuviel glaubt  oder sogar alles glaubt.
Meine Sorge und meine Erfahrung ist auch, dass der Glaube der Pfingstler nichts mit dem erretteten Glauben zu tun hat. Wer glaubt, dass er Glaubt,  muss noch lange nicht errettet sein, oder liege ich da falsch?
 Was  ich meine ist,  dass die meisten Pfingstler, Katholiken, Mormonen, Adventisten Neu -Apostolen, Islamisten (die haben ja auch einen "Jesus") usw.  keine wiedergeborenen Christen sind.
Du hast natürlich völlig recht, dass dies letztlich nur Gott  weiss, aber ich könnte auf Gemeinschaftsebene Menschen die falschen Propheten nachhangen die Rechte der Gemeinschaft nicht geben.

Übrigens freue ich mich, dass der Herr es offensichtlich immer noch schenkt, dass er immer noch Menschen aus dem religiösen Irrwahn der Pfingstbewegung rettet. Wer zum Beispiel meint, dass es ca. 400 000 000 Pfingstler gibt, der hat nicht nur ein übersteigertes Selbstwertgefühl, sondern glaubt einfach schlicht zu viel Mist. Oder verwechselt Oliver die Christenheit mit den wirklichen Christen?

Liebe Grüsse

Hans Peter


31.07.02

Lieber Oli

Was du da schreibst ist FALSCH!

Du schreibst:

<<Jesus hat der Gemeinde einige Zeichen gegeben, die sie von der Welt abheben und an denen ihr übernatürlicher Ursprung in Gott erkennbar ist: Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts  schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. Markus 16,17-18<<

Nun, dieses Bibelstelle ist an die Jünger gerichtet und nicht an die Gemeinde!

<<Normalerweise ist es ja so, dass niemand das Sprachengebet versteht. Es kann aber auch passieren, dass Gott Dich im Gottesdienst nach vorne schickt um eine Zungenrede weiterzugeben.<<

Ja ein typischer Satz eines Char. der nachplappert was er gesagt bekommt! 

Lieber Oli. Schau mal was das "Sprachengebet" den heisst im Grundtext.   Lerne es verstehen. Es ist IMMER die gesprochene Sprache gemeint, also  eine Fremdsprache, die irgend jemand Fremder als Muttersprache hat. So  wie Suaheli, Japanisch, Chinesisch, etc.

Und zu Wesley: Er lehrte folgendes:

1) Ein Mensch kann von sich aus zu Gott kommen

2) Ein Mensch kann im Laufe seines Lebens ohne Sünde werden (im Sinne, wenn er genug reif ist, dann sündigt er nicht mehr) Alles völliger Quatsch und völlig unbiblisch.

Schau mal meine Ausführung an zur Frage 536!

Dort gehe ich ein auf 1 Kor 14,1ff. Da siehst du schnell einmal, wo du  falsch liegst! Viel Segen  beim Bibelstudium (beim tiefen, gründlichen Bibelstudium, nicht oberflächlich und nachplappernd von anderen...)!

Gruss Michael


01.08.02 Lieber Hans-Peter,

Du hast die Aussage, dass die meisten Pfingstler keine Christen sind,  am 26.7. dem Olli zu dieser Frage geschrieben. Ob nun ein Mensch im biblischen Sinn errettet ist oder nicht, kann man  meiner Meinung nach am Besten anhand dem ersten Johannesbrief  überprüfen. So kann jemand in einer Gemeinschaft errettet sein, die den   biblischen Heilsweg nicht lehrt, umgekehrt aber kann auch ein Glied einer Gemeinschaft unerrettet sein, die den Heilsweg lehrt. Somit  stellt sich die Frage:

Lehrt die Gemeinschaft xy den biblischen Heilsweg ?

Bzgl. des Katholizismus denke ich, auch aus eigener Erfahrung, dass er  den biblischen Weg der Errettung vom Grundsatz her verneint. Es wird   dort definitiv gelehrt, dass der Opfertot Jesu am Kreuz nicht alleine  zur persönlichen Errettung ausreicht, sondern dass der Katholik weitere Gnaden empfangen muss wie die Sakramente, stellvertretende Fürbitte, Ablässe, etc. Wer sich demnach in der KK bekehrt, der steht schnell im Gegensatz zur offiziellen kirchlichen Lehrposition und disqualifiziert  sich, ein Katholik zu sein. Die Behauptung, dass die meisten Katholiken nicht errettet sind, teile ich, weil sie es nicht gelehrt bekommen. Bei  den Sekten und anderen Religionen wird entweder der Herr Jesus im Gegensatz zu Apg. 4;12 nicht als heilsvermittelnd gelehrt (Islam) oder in der Praxis sind Menschen heilsvermittelnd (Sekten).

Im Gegensatz dazu lehren die Gemeinden des BFPs (Bund Freier Pfingstgemeinden) in Deutschland (siehe: www.bfp.de: "Wir über uns"):

<--Zitat-->

BIBEL

Wir glauben, daß die Bibel das von Gott inspirierte und allein  unfehlbare Wort Gottes ist.

GOTT

Wir glauben an das Dasein des einen Gottes, der in Ewigkeit und in drei  Personen war, ist und bleibt: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

JESUS

Wir glauben an die jungfräuliche Geburt, den stellvertretenden  Versöhnungstod, die leibliche Auferstehung, triumphale Himmelfahrt und  beständige Fürsprache des Herrn Jesus Christus, und daß Er wiederkommt  zur Entrückung seiner Gemeinde und zur Vollendung aller Dinge.

ERLÖSUNG

Wir glauben an den Sündenfall des Menschen und an die Erlösung durch  das Blut Jesu Christi als einziges Mittel zur Erlangung des  persönlichen Heils. Dieses als Bekehrung und Wiedergeburt bekannte  Erlebnis ist ein Werk des Heiligen Geistes und erfolgt aufgrund von Buße und Glauben an den Herrn Jesus.

TAUFE

Wir glauben, daß die Taufe durch Untertauchen im Namen des Vaters, des  Sohnes und des Heiligen Geistes an allen vollzogen werden soll, die rechte Buße getan haben und von ganzem Herzen an Christus als ihren Heiland und Herrn glauben. (Markus 16,16)

GEMEINDE

Wir glauben, daß zur Gemeinde Jesu Christi alle wahrhaft Gläubigen  gehören. Wir glauben, daß jeder wiedergeborene und getaufte Christ Glied einer lokalen biblischen Gemeinde sein soll.

GEISTESTAUFE

Wir glauben an die Taufe in den Heiligen Geist nach Apg 2, 4.

FRUCHT

Wir glauben, daß ein wahrer Christ bestrebt ist, durch die Kraft der  Erlösung ein geheiligtes Leben zu führen, und daß er an der Frucht des Geistes nach Gal. 5, 22 erkennbar ist.

GEISTESGABEN

Wir glauben, daß Gott durch Gnadengaben, Dienste und Wirkungen (1. Kor.  12, 4-6) in der Gemeinde zum Nutzen der Gläubigen wirkt, zur Ausrüstung zum Dienst und zur Erbauung und Zubereitung der Gemeinde.

HEILUNG

Wir glauben, daß die Erlösung die Heilung von Krankheit durch  göttliches Eingreifen einschließt.

AUFERSTEHUNG

Wir glauben an die Auferstehung: an eine ewige Herrlichkeit für alle,  die das göttliche Heil in Jesus Christus durch Glauben annehmen, und an eine Verdammnis für alle, die gleichgültig an Christus vorübergehen.

<-- Zitat Ende -->

Außer der Lehre über die Geistestaufe sehe ich hier in diesem Grundbekenntnis keine Aussage, die falsch ist. Außerdem wird die Geistestaufe nicht als heilsnotwendig lehrt. Es gibt sogar eine Menge  Mitglieder in den Pfingstgemeinden, die nicht im pfingstlichen Sinne  die Geistestaufe haben und auch nicht in Zungen reden. In den lokalen

BFP-Gemeinden wird die Geistestaufe nicht überall mit der gleichen Betonung verkündet. Damals habe ich die Geistestaufe als besondere Ausrüstung des Christen für den Dienst verstanden, aber ich habe niemanden getroffen, der die Geistestaufe bzw. das Reden in neuen Sprachen als heilsnotwendig lehrt.

Damit will ich meine Kritik an den pfingstlichen Lehren über den  heiligen Geist bzw. den Geistesgaben nicht entkräften, sehe aber   durchaus Anlass zum differenzierten Umgang mit Pfingstlern und  Charismatikern. Gewiss gibt es die sektiererischen Auswüchse, dass in  der Praxis diverse Leiter durchaus fast heilsvermittelnd auftreten,  aber nach meiner Erfahrung sind solche extravaganten Leiter innerhalb  der Pfingst- und charismatischen Bewegungen nicht unumstritten. Ja, die Auseinandersetzung über bestimmte Lehren und Praktiken einzelner  Gruppen wird innerhalb der charismatischen Gruppen sogar in einem viel  schärferen Ton geführt als bei uns !

Kurzum: Das biblische Evangelium wird in den Pfingstgemeinden  verkündigt, wenn jemand von der Straße kommt. Der Virus, dass man dabei eher die Gnade und Barmherzigkeit Gottes betont, aber Gottes  Heiligkeit, Zorn und Gerechtigkeit, die Bestrafung der Sünde erfordert, eher weniger erwähnt, hat die Pfingstgemeinden sicherlich ebenso infiziert wie auch viele nichtcharismatische Gruppen (ein Thema für  sich). Aber es gibt auch strenge Pfingst-Prediger, die sehr wohl Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit betonen. Deshalb denke ich, dass sich  viele auch durch so eine Verkündigung bekehren. Die Gefahr sehe ich jedoch in der Überbetonung der persönlichen Erfahrungen, die dazu führt, dass viele Menschen keine echte Heilsgewissheit haben oder  tatsächlich sich nur auf der emotionalen Welle begeben, die sie für den heiligen Geist halten, aber sich nicht wirklich dem Herrn ausliefern.

Viele erheben auch die Hand getrieben durch eine emotionale Atmosphäre  bei Evangelisationen. Der Druck der großen Zahlen führt dazu, dass vielen Menschen das Heil zugesprochen wird, die noch nicht "durch"   sind. Deswegen gibt es in Pfingstgemeinden ein starkes Wachstum, aber auch eine hohe Fluktuation, dass Menschen wieder in die Welt zurückgehen. Aber es gibt auch viele Menschen, die ernsthaft nach  Errettung und Annahme durch den Herrn Jesus suchen, aber instabil sind. Aus diesem Grund sah ich auch den Anlass, den Charismatikern meine "7 Fragen",

 dabei auch die siebte Frage nach der persönlichen Errettung zu  stellen. Aber es gibt auch viele, die sich wirklich im biblischen Sinne bekehrt haben und dem Herrn entsprechend ihrem Erkenntnisstand mit mehr  oder weniger Eifer nachfolgen.

Liebe Grüße und Gottes Segen

Fritz

7 Fragen, die sich jeder Charismatiker stellen sollte 


01.08.02

Lieber Fritz

ich bin Dir dankbar für die Hilfestellung. Das Glaubensbekenntnis ist doch gut. Ich will jetzt gar nicht mit dem berühmten "aber"  kommen, wir wissen ja beide, was tatsächlich abläuft.

Liege Grüsse in IHM
Hans Peter


 

01.08.02

Lieber Oliver

da eventuell noch eine kleine Hilfe zu Joel, Verfasser J.N. Darby

Liebe Grüsse
Hans Peter

KAPITEL 1 u.2

 

Eine Zeit unvergleichlichen Mangels, der durch das Auftreten zahlloser Insektenschwärme verursacht worden war, dient dem Geiste Gottes zu einer passenden Gelegenheit, um das Volk auf den Tag Jehovas hinzuweisen: auf jenen großen und schrecklichen Tag, der kommen und an welchem sich die Macht Jehovas im Gericht offenbaren sollte. Dann würde Er, der so lange Geduld bewiesen hatte, endlich einschreiten, um die Herrlichkeit Seines Namens aufrechtzuerhalten und denselben von der Schmach zu befreien, welche durch die Sünde des Volkes auf ihn gehäuft worden war, und um an alledem Rache zu üben, was sich gegen Ihn erhob. Was uns hier als die Rute Jehovas dargestellt wird, ist das von Norden kommende Heer, welchem wir so oft in den Propheten begegnen: der Assyrer. Am Ende tritt aber Gott Selbst ins Mittel. Nachdem Er Sein Volk durch jenen Feind gezüchtigt hat, vernichtet Er denselben und richtet alle uni Jerusalem versammelten Nationen.

Der Leser wird bei Betrachtung dieser Weissagung finden, daß sie deutlich unterscheidet zwischen der Hungersnot, die ein V o r b o t e des Tages Jehovas ist, und diesem Tage selbst, Man braucht nur Kapitel 1, 15 mit Kapitel 2, 1. 11 zu vergleichen. Der Zustand allgemeiner Hungersnot und Verwüstung, über den der Geist der Weissagung das richtige Verständnis gibt, mahnt das Volk, vor Jehova zu erscheinen, weil der Tag Jehovas nahe sei.

In Kapitel 2. 1 wird der Lärm geblasen, weil der Tag nahe ist. Sodann wird der Tag selbst als der Einfall eines Volkes beschrieben, desgleichen weder Israel noch das Land je gesehen hatten. Es war in der Tat das Heer Jehovas. Seine Kraft war mit demselben, indem es Ihm als Rute diente. Die Stimme Jehovas wurde vor demselben her gehört; der Tag Jehovas kündigte sich als gekommen an (Kap. 2, 11). Es ist dies ein Beispiel von dem, was wir gewöhnlich in den prophetischen Belehrungen finden: der Geist der Weissagung greift irgendein Ereignis, welches eine Wirkung auf das Gewissen des Volkes ausüben sollte, heraus, zweifelsohne zu dem Zwecke, um das Gewissen desselben zu eben der Zeit, in welcher sich das Ereignis zutrug, aufzuwecken, aber weit mehr noch in der Absicht, es als ein Bild von irgendeinem weit wichtigeren Ereignis der letzten Tage zu benutzen. Das Gericht Gottes, welches das Volk bereits verdient hatte und das, durch Seine Langmut aufgehalten, über ihren Häuptern schwebte, harrt der Stunde entgegen, wo diese Langmut keine Wirkung mehr haben, mithin zwecklos werden wird, und wo der Zeitpunkt zur Enthüllung der Ratschlüsse Seiner Weisheit gekommen sein wird. Der Geist Gottes warnt das Volk vor diesem Gericht [sie hätten das zu eben jener Zeit beachten sollen); doch beschreibt Er schon auf künftige Tage hin, in welchen Gott tatsächlich das Gericht ausführen wird, durch Werkzeuge Seiner Rache. So werden in Kapitel 1 die Verheerungen jener Insekten, welche, wie es scheint, eine entsetzliche Not hervorgerufen hatten, benutzt, um zu der Zeit, da die Weissagung geschah, eine Wirkung auf das Gewissen des Volkes auszuüben; aber von Beginn des 2. Kapitels an hat die Prophezeiung die Zukunft im Auge und macht uns mit einem Volke bekannt, welches zu seiner Zeit das Land Israel in den letzten Tagen verheeren wird. Zu Anfang des Kapitels wird zwar zuerst nur Lärm geblasen, aber doch zugleich angekündigt, daß der Tag nahe sei.

Dies erinnert uns an eine Verordnung in 4. Mose 10, woselbst im 9. Verse geboten wird, wenn der Feind im Lande sei, mit den Trompeten Lärm zu blasen; Jehova würde dann des, Volkes gedenken, Beim Zusammenrufen der Versammlung (V. 7) sollten sie in die Trompete stoßen, aber nicht Lärm blasen. So wird denn in Joel 2, 1 in Zion Lärm geblasen. Ein großes, und mächtiges Volk, welches die Frucht der Erde verzehrt, ist im Lande. Ein Umstand allein (der eigentlich das Schrecklichste von allem ist) kann dem Herz n noch Hoffnung geben: die Tatsache nämlich, daß Jehova Selbst dieses alles verschlingende Volk anführt. Es ist S ein Heer. Hierauf gestützt kann der Glaube noch hoffen. Wer die Trompete Gottes als solche erkannt mit hat, wer durch den Geist der Weissagung aufgeweckt worden ist, als dieser Lärm blies und (wie nur der Geist es tut) das entsetzliche Unglück im voraus als das, was es wirklich ist, nämlich als das Werk Jehovas, beschrieb; wer verstanden hat, daß es das Gericht Gotte ist, daß Jehova Seine Hand darin hat: der kann dann auch, in Übereinstimmung mit den Wegen Jehovas, vor Ihn kommen und, in Übereinstimmung mit der Liebe Jehovas zu Seinem Volke, mit Ihm reden. Das ist es, was den wahren Glauben zu allen Zeiten kennzeichnet, und ist insbesondere die Stellung, welche der Überrest in n letzten Tagen einnehmen wird.

Da nun der Tag Jehovas tatsächlich hereinzubrechen droht, und durch die von ein Geist der Weissagung gegebene Unterweisung des en wahre Bedeutung verstanden wird, so ist das eine Aufforderung zur Buße gerade in dem Augenblick, wenn die Buße notwendig ist, in dem Augenblick, welchen Gott für Sein unmittelbares Einschreiten zugunsten Sein s Volkes bestimmt hat. So sind die Wege Gottes. Er, ein der Zeitpunkt bekannt ist wirkt einerseits von außen und zwingt Sein Volk, achtzuhaben, und wirkt andererseits durch ein Zeugnis auf ihre Herzen, um diese zu lenken. Dasselbe war in den Tagen Jesu der Fall. Vor d in schrecklichen Gericht, welches bald darauf das Volk traf, erschien das Zeugnis Gottes. Wer Ohren hatte u hören, machte sich dasselbe zunutze und genoß nun die Folgen des Einschreitens Gottes in einer Errettung, die Er dargeboten hat, die zwar anderer Art, aber noch besser war als jene, deren sich Israel in den letzten Tagen erfreuen wird. Der Herr tat täglich zu der Versammlung hinzu, die gerettet werden sollten."

Joel 2, 12-14 enthält das Zeugnis des Propheten, worin er das Volk angesichts der Strafgerichte, von welchen es bedroht war, zur Buße auffordert, In Vers 15 läßt Gott in die Posaune stoßen, damit sich das Volk nach 4. Mose 10, 7 versammle, um Ihn anzuflehen, Er möge doch Seinem Grimm ein Ende machen, und um sich zu Ihm zuwenden, als zu Dem, der notwendigerweise die Ausführung Seiner Gerichte Selbst in Händen hat. O wie gut ist es doch, es mit Gott zu tun zu haben und 1 h n in dem Gericht zu erkennen, obwohl Er ein verzehrendes Feuer ist! - So urteilte auch David, als er das Volk gezählt hatte.

Wie wir sehen, sollte die Demütigung eine allgemeine und vollständige sein, denn die Priester selbst werden aufgefordert, außerhalb des Heiligtums zu stehen und, in Gemeinschaft mit dem Volke, unter Berufung auf die Treue Jehovas, Ihn anzuflehen, damit doch die Heiden nicht sagen möchten: .Wo ist ihr Gott?" - wie dies seinerzeit die luden zu Jesu sagten floh. 8, 19). Wenn Sein Volk in dieser Weise niedergebeugt sein wird, dann will Jehova es erhören. Er will ihr Land mit Überfluß erfüllen, und sie werden nicht länger zum Hohn unter den Nationen sein. Das von Norden gekommene Heer, welches gleich Heuschrecken das Land verzehrt hatte, wird nach Osten zu hinausgetrieben und um seines Hochmuts willen gerichtet werden, weil es sich selbst rühmte, als ob es große Dinge getan hätte. Dagegen wird Jehova Großes tun, indem Er so Sein Volk von all seiner Furcht befreit. Voller, überströmender Segen wird über das Land Israel ausgegossen werden; die Kinder Zions werden sich in Jehova, ihrem Gott, freuen; das Volk Jehovas soll nie wieder beschämt werden. Von all den Jahren, in welchen sie keinen Ertrag gehabt haben, soll ihnen derselbe nun im Überfluss erstattet werden. Sie werden gewiß wissen, daß Jehova unter ihnen ist - Er, Jehova, ihr Gott, und kein anderer -, und sie sollen nimmermehr beschämt werden. Der Segen und Er, von dem der Segen herabfließt, werden sie somit davor schützen, daß sie unter den Nationen zum Hohn werden.

Aber das ist noch nicht alles. Es ist ein zeitlicher Segen, die Wiedereinsetzung Israels in den gesegneten Zustand früherer Tage, und zwar auf dem Boden der Gnade, so daß dieser Segen dem Volke nie wieder verloren gehen kann. Aber noch etwas Neues soll dem Volke geschenkt werden. Gott will Seinen Geist über alles Fleisch ausgießen. Die Jünglinge und die Greise des Volkes sollen Gesichte und Träume haben: selbst auf die Knechte und Mägde soll dieser Himmelsregen herabkommen. Vers 30 zeigt den behandelten Gegenstand von einer anderen Seite und steht nicht in unmittelbarer Verbindung mit den vorhergehenden Versen. Vor dem großen und schrecklichen Tage Jehovas werden im Himmel Zeichen und Wunder geschehen, auf Erden wird man den Schrecken Jehovas fühlen, und ein jeder, der den Namen Jehovas anrufen wird, soll errettet werden: denn auf dem Berge Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie Jehova gesprochen hat, und unter den übriggebliebenen, welche Jehova berufen wird".

Die Hauptereignisse der letzten Tage, wie sie hier in deutlicher Weise, wenn auch nur kurz, geschildert werden, sind daher folgende: Ein mächtiger Feind kommt als das Werkzeug des Gerichts Jehovas von Norden her und verheert das ganze Land; das Volk wird gerichtet, und zwar als ein irdisches Volk, entsprechend der zeitlichen Segnungen, die es früher, als es in Beziehung zu Gott stand, genoß; durch den Geist der Weissagung wird das Volk zur Buße aufgefordert, auf daß Gott jene Geißel wegnehmen könne. Sobald sie Buße tun, will Gott den zeitlichen Segen erneuern und das von Norden kommende Heer vertreiben und vernichten. Die Schmach, welche um seiner Sünden willen auf dem Volke lastete, soll für immer weichen. Sodann wird eine zweifache Reihenfolge von Ereignissen angekündigt, wobei zugleich die unmittelbare Beziehung zwischen Gott und dem Volke deutlich bezeichnet wird, und zwar nach zwei Seiten hin. Zunächst soll die zeitliche Segnung, welche das aufs neue die Güte Gottes genießende Volk erlangt haben wird, von einer noch herrlicheren Gabe begleitet sein, die ein noch höherer Ausdruck der Liebe Gottes sein wird: der Heilige Geist soll in reichlicher Weise ausgegossen werden; die Allereinfachsten und Allerniedrigsten sollen daran teilhaben. Zweitens jedoch will Jehova, ehe Sein großer Tag erscheint, erstaunliche Zeichen kommen lassen, und ein jeder, der Seinen Namen anrufen wird, wird errettet werden. Es wird das die Rückkehr der Herzen zu Jehova sein, zu welcher Er Sich bekennen wird; denn an jenem entsetzlichen Tage des Grimmes Gottes soll auf dem Berge Zion und Jerusalem, Seiner auserwählten Stadt, Errettung sein. Er ist es, der im Gericht ein schreitet; Er will au 9 Erbarmens nicht vergessen: ein durch Seine Gnade berufener Überrest soll bestehen bleiben. Die Erfüllung von allem diesem findet augenscheinlich in den letzten Tagen statt, wenn das Geheimnis Gottes vollendet sein und Er Seine Regierung in Gerechtigkeit und Güte auf Erden offenbaren wird; gleichwohl erhält der bußfertige Überrest die geistliche Segnung (geradeso wie es bezüglich des neuen Bundes der Fall sein wird) auf demselben Wege, wie die Christen sie erhalten haben. Aus dem ganzen Inhalt der Weissagung geht, denke ich, klar hervor, daß Joel nicht von dem Tier und dem Antichristen redet, sondern vielmehr von den heidnischen Mächten, die sich außerhalb des abtrünnigen Systems befinden. Man wird sich erinnern, daß es in Daniel 9 heißt, daß wegen des Schutzes der Greuel ein Verwüster sein wird. Joel redet also nicht von dem Manne, der einen Bund mit Israel schließen wird, sondern von diesem Verwüster. Daher brüllt Jehova hier aus Zion und läßt Seine Stimme aus Jerusalem erschallen (Kap. 3, 16). Das Gericht wird hier nicht vom Himmel aus über das Tier und seine Heere ausgeführt, sondern von Jerusalem aus !bar die Feinde und Verwüster Israels.

Indessen muß in Verbindung mit dieser Stelle noch auf etwas anderes hingewiesen werden. Der Geist Gottes hat dafür Sorge getragen, den von Ihm vorgeführten Gegenstand nach allen Seiten hin zu beleuchten. In Vers 27 sehen wir bereits, wie die Errettung von dem von Norden gekommenem Heere vollständig ist, und wie dem Volke ein zeitlicher Segen zuteil wird, dessen es sich unter dem Walten der Gnade erfreuen kann. Jehova ist da, und Sein Volk soll nimmermehr beschämt werden. Der Abschnitt von Vers 28 bis 32 steht ganz für sich allein da, und zwar aus sehr gewichtigen Gründen. Auf die Buße des Volkes hin sollte, wie wir wissen, der Heilige Geist mitgeteilt werden, und vor der Ausführung des Gerichts sollte ein jeder, der den Namen Jehovas anriefe, errettet werden. Inzwischen machte es aber die Verwerfung des Messias notwendig, daß an den Juden das Gericht vollzogen wurde (freilich diente dies auch mit dazu, daß noch andere Ratschlüsse Gottes betreffs der Versammlung in Erfüllung gingen, die außerhalb des jüdischen Systems liegen); ihr Tempel wurde der Macht der Feinde ausgeliefert, welche als das Heer Jehovas jene Mörder umbringen und ihre Stadt in Brand stecken mußten. Was daher die Juden betrifft, so sind für sie die letzten Tage, das Ende des Zeitalters, schon gekommen, wenn auch [sobald die Ratschlüsse Gottes hinsichtlich der Versammlung sich erfüllt haben werden) zur Ausführung des endgültigen Gerichts der ganze Lauf der Dinge innerhalb eines kurzen Zeitraums noch einmal wiederholt werden wird. Wenn indessen das Gericht so eilend heranzog, so konnte die Gnade nicht zögern, selbst zu erscheinen und jenem zuvorzukommen. Der Heilige Geist wurde der hier gegebenen Verheißung gemäß dem Überrest zuteil, welcher in jenen Tagen dem Rufe Jehovas Gehör schenkte, und wurde über alles Fleisch ausgegossen. In Zion wurde Errettung gefunden; indessen wurden die Erlösten (diejenigen, die gerettet werden sollten) in die Versammlung versetzt; denn die Zeit, da Gott Seine Regierung wieder aufnehmen wollte, war noch nicht gekommen - jene Zeit nämlich, in welcher Er, dem die Regierung übergeben war, alle diejenigen mit Sich vereinigen wird, die inzwischen gelernt haben, mit Ihm zu leiden, damit sie auch mitverherrlicht werden. Dann wird die endgültige Vollendung dieses ganzen Geheimnisses eintreten: der große und schreckliche Tag Jehovas wird kommen: Christus wird Seine große Macht annehmen und herrschen.

Aus dem Gesagten wird man verstehen können, welches die wahre Bedeutung der Zerstörung Jerusalems durch die Römer ist, welchen Platz jene Zerstörung in der allmählichen Verwirklichung des Planes Gottes einnimmt, sowie welche Verbindung, was Gottes Tun auf Erden betrifft, zwischen jener Zerstörung und dem, was sich am Pfingsttage ereignete, besteht. Es bleibt noch übrig, auf einen Umstand hinzuweisen, nämlich: daß der Geist Gottes im Blick auf die Gnadenratschlüsse gegenüber den Nationen sich stets solcher Ausdrücke bedient, daß jenen die Tür offen gelassen wird. Der Geist wird über a l l e s Fleisch" ausgegossen, und je der, der den Namen Jehovas anrufen wird, wird errettet werden". Diesen letzteren Ausdruck wendet der Apostel Paulus häufig in dem bezeichneten Sinne an.

Es ist von Interesse, sich hier 'an die verschiedenen Stellen zu erinnern, in welchen der Ausdruck alles Fleisch" vorkommt. In demselben liegt, was seine volle Tragweite anlangt, der H Hinweis auf die bedeutsame Tatsache die am Ende dieses Zeitalters ans Licht treten wird: daß nämlich Gott über den engen Kreis jüdischer Satzungen hinausgehen will, um im Blick auf das ganze Menschengeschlecht auf Erden in Tätigkeit zu treten. Was die Einwirkung auf Herzen und Gewissen betrifft, so geschieht dies bereits heute vermittels des Evangeliums. Am Ende wird es jedoch auch betreffs der Regierung Gottes der Fall sein. Als Christus auf die Erde herabkam, trat Er in den engen Schafhof Israels ein, obwohl Sein Werk wie auch Seine persönliche Gegenwart weit über denselben hinausgingen, und führte Seine Schafe aus demselben heraus; dann berief Er auch andere Schafe, um aus ihnen eine Herde zu bilden, die errettet und in Freiheit gesetzt war und Weide fand. Nachher wurde das Evangelium in die ganze Welt hinausgesandt, in Verbindung mit Jerusalem oder Galiläa durch die den Zwölfen aufgetragene Verwaltung desselben und in Verbindung mit dem Himmel durch den Dienst des Paulus. Am Ende wird Gott Sich tatsächlich in der Macht Seiner Regierung mit allem Fleische beschäftigen.

In Jesaja 40, 5 lesen wir: "Die Herrlichkeit Jehovas wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen." Hier eilt der Gedanke des Geistes voraus bis zu den letzten Tagen, wenn Christus geoffenbart werden wird. Indessen ist Jehova, der segnen sollte, gekommen, und das göttliche Zeugnis in der Wüste hat seinen Träger gefunden, ebenso wie das Blut des neuen Bundes vergossen worden ist, obwohl Israel es bisher noch nicht anerkannt hat.

"Alles Fleisch", selbst das Volk, "ist Gras" (V. 6). Dies hat Israel noch nicht gelernt, doch ist der Überrest gesegnet worden.

In Jesaja 66, 16 "rechtet Gott durch Feuer und durch Sein Schwert mit allem Fleische". Es ist dies das Gericht, welches sich auf alle erstreckt.

Hier in Joel ist davon die Rede, daß der Geist über alles Fleisch ausgegossen werden soll, um die Gegenwart Gottes offenbar zu machen und zu zeigen, daß der Segen nicht länger auf die Juden allein beschränkt ist, sondern auf alle Menschen ausgedehnt werden wird.

Wir können schließlich noch die Warnung in Sacharja 2,13 vergleichen; ferner in Psalm 145 den Gesang Christi im Tausendjährigen Reiche: "Alles Fleisch preise seinen heiligen Namen immer und ewiglich"; endlich das Gericht über die Abtrünnigen in Jesaja 66, 24: Sie werden ein Abscheu sein allem Fleische." Siehe auch 1. Mose 6, 12.

 

KAPITEL 3

 

In diesem Kapitel gibt der Geist eine noch mehr ins einzelne gehende Beschreibung dessen, was sich in den letzten Tagen ereignen soll - in jenen Tagen, da Gott die Gefangenen Judas und Jerusalems zurückführen will. Dieser Zeitabschnitt geht der Friedens- und Segenszeit voraus, in welcher der Fluch gänzlich weggenommen worden wird. Es handelt sich hier um das Gericht über die Nationen, welches Gericht einesteils notwendig ist, um die Rechtsansprüche, welche Gott hinsichtlich Seines unterdrückten Volkes macht, zu behaupten, und andernteils um vor den Augen der Nationen an den Tag zu legen, was Er in Seinen Regierungswegen bezüglich der Erde ist. Hier stehen die, zehn Stämme nicht in Frage, auch nicht die allgemeine Wiederherstellung Israels. Ehe die volle Segnung Seines Volkes eintritt, muß Gott Seine unmittelbare Regierung desselben wieder aufnehmen, und zwar an demselben Orte, wo Er sie aufgegeben hatte, indem Er den Sitz jener Regierung, den Er einst Selbst erwählt hatte, aufs neue einnimmt. Dort wird Er in Seiner Macht rechten mit allen Nationen, welche Seine Rechte in Frage stellen, indem Er Sich inmitten Seines Volkes offenbart, als unter ihm wohnend handelt und die Rechtsansprüche desselben als Ihm Selbst zukommend aufrechterhält. Israel ist Sein Erbteil. Das Wort "Josaphat" bedeutet "das Gericht oder das Zepter Jehovas (oder jahs)". Der:, im Tale Josaphat, wird Er im Gericht den Nationen gegenüber die Sache Seines Volkes führen, welches sie zerstreut, sowie die Sache Seines Landes, welches sie unter sich geteilt hatten.

Alle Kränkungen, die einem Volke widerfahren sind, zählt Er auf als Ihm Selbst angetan. Vermittels des Volkes sollen den Nationen die nämlichen Leiden, welche sie jenem zugefügt haben, im Gericht wiedervergolten werden.

Die Nationen werden aufgefordert, sich zum Kriege zu rüsten, sie sollen sich alle versammeln; sie sollen sich aufmachen, ihre friedlicher Beschäftigungen verlassen und zu dem Tale Josaphat kommen. Dort wird Jehova sitzen, um alle Nationen ringsum zu richten. Und wenn die Nationen alle ihre Helden für den Tag Gottes erwecken sollen, so will auch Gott Seinerseits Seine Helden hinabkommen lassen (V. 11).

Mag aber der Stolz der Kriegsmänner noch so groß sein, es ist doch. das Gericht Gottes, um welches es sich handelt - die Sichel Gottes, welche die Erde aberntet. Seine Kelter wird voll sein, und Seine Kufen werden überfließen; denn die Bosheit war groß. In der Offenbarung wird zwischen der Ernte und der Weinlese ein Unterschied gemacht; erstere ist das Gericht, welches die Guten von den Bösen scheidet und umgekehrt, letztere die Ausführung der Rache. Hier scheint es mir, als wenn beide Bilder zusammengenommen den allgemeinen Gedanken der Ausführung des Gerichts darstellen, wiewohl dasjenige der Kelter das kräftigere ist. Welche Mengen werden wohl an jenem Tage erfahren, was für Folgen ihre Verachtung des Wortes der Gnade sowie ihr Hochmut, der sie zur Empörung gegen Jehova der Heerscharen verleitete, nach sich gezogen haben1 jede Form menschlicher Regierung sowie aller Glanz und alle Macht derselben sollen vor dem Gericht Gottes verschwinden.

Jehova wird aber dann Selbst die Zügel der Regierung auf Erden wieder ergreifen und Seine Stimme aus Jerusalem hören lassen. Bei Seinem Einschreiten werden Himmel und Erde erzittern. Während aber dieses Einschreiten den Empörern das Gericht bringt, wird Er, der einschreitet, Jehova, eine Zuflucht für Sein Volk sein Er Selbst eine Feste für die Kinder Israel. Auf diese Weise werden sie erkennen, daß Er Jehova, ihr Gott, ist, der auf Zion, Seinem heiligen Berge, wohnt. Jerusalem wird heilig sein, Fremde werden es nicht mehr durchziehen und als ihre Beute entweihen. Und damit nicht genug: das Land Seines Volkes wird eine Überfülle von Segen genießen Wein wird von seinen Bergen herabfließen und Milch von seinen Hügeln. Die Bäche Judas werden von Wasser fließen, und eine Quelle wird aus dem Hause Jehovas hervorbrechen und das Tal Sittim bewässern (vgl. Hesek. 47 und Sach. 14, 8). Ägypten und Edom werden zur Einöde gemacht werden, aber Juda und Jerusalem werden in ewigem Frieden wohnen; denn Jehova wird sie gereinigt haben. Wie wir sehen, handelt es sich hier um die Ausübung einer mächtigen, unumschränkten Gnade.

Außerdem wird man bemerken, daß diese Weissagung nicht über die Segnung Indes und Jerusalems hinausgeht; daß die Schilderung des an den Nationen vollzogenen Gerichts auf jenes Gericht Bezug hat, welches im Lande Judäa. woselbst ihre Heere versammelt sein werden, zur Ausführung kommt und dazu dient, Jehova in den Besitz Seines Throns auf Erden zu setzen - oder, um es noch genauer auszudrücken, durch Vollziehung dieses Gerichts ergreift Jehova Besitz von Seinem Thron und überschüttet dann das Volk, welches Seine Gnade gereinigt hat, mit Segen. Auf e i n Heer, welches schreckliche Verwüstungen anrichtend heranzieht, wird besonders hingewiesen; es ist jenes Heer, welches von Norden kommt. Zugleich ist ersichstlich, daß vor der Dazwischenkunft Jehovas die Verödung des Landes so groß ist, daß das Volk zu einem Gegenstand der Schmähung unter den Nationen wird. Wehe aber denjenigen, die das Volk Gottes verachten werden! Dieses Heer kündigt den Tag Jehovas an; doch will Jehova Selbst einschreiten, damit es in Wahrheit Sein eigenes Heer genannt werden könne, und indem Er einschreitet, wird Er das Volk befreien, welches Er liebt.


 

 

 

 

 

Joe 1,1 Das Wort Jehovas, welches zu Joel, dem Sohne Pethuels, geschah.

Joe 1,2 Höret dieses, ihr Alten, und nehmet es zu Ohren, alle ihr Bewohner des Landes! Ist solches in euren Tagen geschehen oder in den Tagen eurer Väter?

Joe 1,3 Erzählet davon euren Kindern, und eure Kinder ihren Kindern, und ihre Kinder dem folgenden Geschlecht:

Joe 1,4 Was der Nager {Verschiedene Arten oder Benennungen der Heuschrecke} übriggelassen hatte, fraß die Heuschrecke {Eig. der Mehrling, die gewöhnliche hebr. Benennung der Heuschrecke}; und was die Heuschrecke übriggelassen, fraß der Abfresser {Verschiedene Arten oder Benennungen der Heuschrecke}; und was der Abfresser übriggelassen, fraß der Vertilger {Verschiedene Arten oder Benennungen der Heuschrecke}.

Joe 1,5 Wachet auf, ihr Trunkenen, und weinet! und heulet, alle ihr Weinsäufer, über den Most, weil er weggenommen ist von eurem Munde!

Joe 1,6 Denn eine Nation ist über mein Land heraufgezogen, mächtig und ohne Zahl; ihre Zähne sind Löwenzähne, und sie hat das Gebiß einer Löwin.

Joe 1,7 Sie hat meinen Weinstock zu einer Wüste gemacht und meinen Feigenbaum zerknickt; sie hat ihn gänzlich abgeschält und hingeworfen, seine Ranken sind weiß geworden.

Joe 1,8 Wehklage wie eine Jungfrau, die mit Sacktuch umgürtet ist wegen des Gatten ihrer Jugend!

Joe 1,9 Speisopfer und Trankopfer sind weggenommen vom Hause Jehovas; es trauern die Priester, die Diener Jehovas. -

Joe 1,10 Das Feld ist verwüstet, es trauert der Erdboden; denn das Korn ist verwüstet, der Most ist vertrocknet, verwelkt das Öl.

Joe 1,11 Seid beschämt, ihr Ackersleute, heulet, ihr Winzer, über den Weizen und über die Gerste! Denn die Ernte des Feldes ist zu Grunde gegangen;

Joe 1,12 der Weinstock ist verdorrt und der Feigenbaum verwelkt; Granate, auch Palme und Apfelbaum, alle Bäume des Feldes sind verdorrt; ja, {O. denn} verdorrt ist die Freude von den Menschenkindern. -

Joe 1,13 Umgürtet euch und wehklaget, ihr Priester; heulet, ihr Diener des Altars! kommet, übernachtet in Sacktuch, ihr Diener meines Gottes! denn Speisopfer und Trankopfer sind dem Hause eures Gottes entzogen.

Joe 1,14 Heiliget ein Fasten, rufet eine Festversammlung aus; versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes, zum Hause Jehovas, eures Gottes, und schreiet zu Jehova!

Joe 1,15 Ach über den Tag! denn nahe ist der Tag Jehovas, und er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen.

Joe 1,16 Ist nicht die Speise vor unseren Augen weggenommen, Freude und Frohlocken von dem Hause unseres Gottes?

Joe 1,17 Vermodert sind die Samenkörner unter ihren Schollen; verödet sind die Vorratshäuser, zerfallen die Scheunen, denn das Korn ist verdorrt.

Joe 1,18 Wie stöhnt das Vieh! die Rinderherden sind bestürzt, weil sie keine Weide haben; auch die Kleinviehherden büßen.

Joe 1,19 Zu dir, Jehova, rufe ich; denn ein Feuer hat die Auen der Steppe verzehrt, und eine Flamme alle Bäume des Feldes versengt.

Joe 1,20 Auch die Tiere des Feldes schreien lechzend zu dir; denn vertrocknet sind die Wasserbäche, und ein Feuer hat die Auen der Steppe verzehrt.

Joe 2,1 Stoßet in die Posaune auf Zion, und blaset Lärm auf meinem heiligen Berge! Beben sollen alle Bewohner des Landes; denn es kommt der Tag Jehovas, denn er ist nahe:

Joe 2,2 ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und der Wolkennacht. Wie die Morgendämmerung ist es ausgebreitet über die Berge, ein großes und mächtiges Volk, desgleichen von Ewigkeit her nicht gewesen ist und nach ihm nicht mehr sein wird bis in die Jahre der Geschlechter und Geschlechter.

Joe 2,3 Vor ihm her verzehrt das Feuer, und nach ihm lodert die Flamme; vor ihm ist das Land wie der Garten Eden, und nach ihm eine öde Wüste, und auch keine Entronnenen läßt es übrig.

Joe 2,4 Sein Aussehen ist wie das Aussehen von Rossen; und wie Reitpferde, also rennen sie.

Joe 2,5 Gleich Wagengerassel hüpfen sie auf den Gipfeln der Berge, gleich dem Prasseln der Feuerflamme, welche Stoppeln verzehrt; sie sind wie ein mächtiges Volk, zum Kampfe gerüstet.

Joe 2,6 Vor ihm zittern die Völker, alle Angesichter erblassen.

Joe 2,7 Sie rennen wie Helden, wie Kriegsleute ersteigen sie die Mauer; und sie ziehen ein jeder auf seinem Wege, und ihre Pfade wechseln sie nicht;

Joe 2,8 und keiner drängt den anderen, sie ziehen jeder einzeln auf seiner Bahn; und sie stürzen zwischen den Waffen hindurch und verwunden sich nicht {O. brechen nicht ab, d.h. halten in ihrem Zuge nicht inne}.

Joe 2,9 Sie laufen in der Stadt umher, rennen auf die Mauer, steigen in die Häuser; durch die Fenster dringen sie ein wie der Dieb.

Joe 2,10 Vor ihnen erbebt die Erde, erzittert der Himmel; Sonne und Mond verfinstern sich, und die Sterne verhalten ihren Glanz.

Joe 2,11 Und Jehova läßt vor seinem Heere her seine Stimme erschallen, denn sein Heerlager ist sehr groß, denn der Vollstrecker seines Wortes ist mächtig; denn groß ist der Tag Jehovas und sehr furchtbar, und wer kann ihn ertragen?

Joe 2,12 Aber auch jetzt noch, spricht Jehova {Eig. ist der Spruch Jehovas}, kehret um zu mir {Eig. bis zu mir, d.i. völlig zu mir} mit eurem ganzen Herzen, und mit Fasten und mit Weinen und mit Klagen.

Joe 2,13 Und zerreißet euer Herz und nicht eure Kleider, und kehret um zu Jehova, eurem Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Güte, und läßt sich des Übels gereuen.

Joe 2,14 Wer weiß? er möchte umkehren und es sich gereuen lassen, und er möchte Segen hinter sich zurücklassen: Speisopfer und Trankopfer für Jehova, euren Gott {Vergl. Kap. 1,9-12}.

Joe 2,15 Stoßet in die Posaune auf Zion, heiliget ein Fasten, rufet eine Festversammlung aus!

Joe 2,16 Versammelt das Volk, heiliget eine Versammlung, bringet die Ältesten zusammen, versammelt die Kinder und die Säuglinge an den Brüsten; der Bräutigam trete aus seiner Kammer, und die Braut aus ihrem Gemach!

Joe 2,17 Die Priester, die Diener Jehovas, sollen weinen zwischen der Halle und dem Altar und sprechen: Schone, Jehova, deines Volkes und gib nicht dein Erbteil der Schmähung hin, daß sie den Nationen zur Spottrede {Eig. zum Sprichwort} seien! Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist ihr Gott?

Joe 2,18 Dann eifert Jehova für sein Land, und er hat Mitleid mit seinem Volke.

Joe 2,19 Und Jehova antwortet und spricht zu seinem Volke: Siehe, ich sende euch das Korn und den Most und das Öl, daß ihr davon satt werdet; und ich werde euch nicht mehr zum Hohne machen unter den Nationen.

Joe 2,20 Und ich werde den von Norden Kommenden von euch entfernen und ihn in ein dürres und wüstes Land vertreiben, seinen Vortrab in das vordere Meer und seinen Nachtrab in das hintere Meer {d.h. in das Tote und in das Mittelländische Meer}; und sein Gestank wird aufsteigen, und aufsteigen sein übler Geruch {Eig. seine Fäulnis}, weil er Großes getan hat {Zugleich: sich überholen hat}.

Joe 2,21 Fürchte dich nicht, Erde; frohlocke und freue dich! denn Jehova tut Großes.

Joe 2,22 Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes! denn es grünen die Auen der Steppe; denn der Baum trägt seine Frucht, der Feigenbaum und der Weinstock geben ihren Ertrag {W. ihre Kraft}.

Joe 2,23 Und ihr, Kinder Zions, frohlocket und freuet euch in Jehova, eurem Gott! Denn er gibt euch den Frühregen nach rechtem Maße, und er läßt euch Regen herabkommen: Frühregen und Spätregen wie zuvor {So mit geringer Textänderung; im hebr. Texte steht: Frühregen und Spätregen zuerst}.

Joe 2,24 Und die Tennen werden voll Getreide sein, und die Kufen überfließen von Most und Öl.

Joe 2,25 Und ich werde euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecke, der Abfresser und der Vertilger und der Nager gefressen haben - mein großes Heer, das ich unter euch gesandt habe.

Joe 2,26 Und ihr werdet essen, essen und satt werden, und werdet den Namen Jehovas, eures Gottes, preisen, der Wunderbares an euch getan hat. Und mein Volk soll nimmermehr beschämt werden.

Joe 2,27 Und ihr werdet wissen {O. erkennen, erfahren}, daß ich in Israels Mitte bin, und daß ich, Jehova, euer Gott bin, und keiner sonst. Und mein Volk soll nimmermehr beschämt werden.

Joe 2,28 Und danach wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure Jünglinge werden Gesichte sehen.

Joe 2,29 Und selbst über die Knechte und über die Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen. -

Joe 2,30 Und ich werde Wunder geben im Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen;

Joe 2,31 die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag Jehovas kommt, der große und furchtbare. -

Joe 2,32 Und es wird geschehen, ein jeder, der den Namen Jehovas anrufen wird, wird errettet werden; denn auf dem Berge Zion und in Jerusalem wird Errettung {O. werden Entronnene} sein, wie Jehova gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen, welche {O. wen} Jehova berufen wird.

Joe 3,1 Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich die Gefangenschaft Judas und Jerusalems wenden werde,

Joe 3,2 dann werde ich alle Nationen versammeln und sie in das Tal {Eig. in die Talebene} Josaphat {bedeutet: Jehova hat gerichtet} hinabführen; und ich werde daselbst mit ihnen rechten über mein Volk und mein Erbteil Israel, welches sie unter die Nationen zerstreut haben;

Joe 3,3 und mein Land haben sie geteilt, und über mein Volk das Los geworfen; und den Knaben haben sie um eine Hure gegeben, und das Mädchen um Wein verkauft, den sie getrunken haben. -

Joe 3,4 Und auch ihr, was wollt ihr mir, Tyrus und Zidon und alle ihr Bezirke Philistäas? Wollt ihr mir eine Tat vergelten, oder wollt ihr mir etwas antun? Schnell, eilends werde ich euer Tun auf euren Kopf zurückbringen,

Joe 3,5 daß ihr mein Silber und mein Gold weggenommen und meine besten Kleinode in eure Tempel {Zugleich: Paläste} gebracht,

Joe 3,6 und die Kinder Judas und die Kinder Jerusalems den Kindern der Griechen verkauft habt, um sie weit von ihrer Grenze zu entfernen.

Joe 3,7 Siehe, ich will sie erwecken {Eig. aufregen, antreiben; so auch V.9} von dem Orte, wohin ihr sie verkauft habt, und will euer Tun auf euren Kopf zurückbringen.

Joe 3,8 Und ich werde eure Söhne und eure Töchter in die Hand der Kinder Judas verkaufen; und diese werden sie an die Sabäer {ein Handelsvolk im Glücklichen Arabien} verkaufen, an eine ferne Nation; denn Jehova hat geredet.

Joe 3,9 Rufet dieses aus unter den Nationen, heiliget einen Krieg {S. die Anm. zu Jer. 6,4}, erwecket die Helden; es sollen herankommen und heraufziehen alle Kriegsmänner!

Joe 3,10 Schmiedet eure Pflugmesser zu Schwertern und eure Winzermesser zu Speeren; der Schwache sage: Ich bin ein Held!

Joe 3,11 Eilet und kommet her, alle ihr Nationen ringsum, und versammelt euch! Dahin, Jehova, sende deine Helden hinab!

Joe 3,12 Die Nationen sollen sich aufmachen und hinabziehen in das Tal {Eig. in die Talebene} Josaphat; denn dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsum zu richten.

Joe 3,13 Leget die Sichel an, denn die Ernte ist reif; kommet, stampfet, denn die Kelter ist voll, die Kufen fließen über! Denn groß ist ihre Bosheit. -

Joe 3,14 Getümmel {Eig. Lärmende Menschenmengen}, Getümmel {Eig. Lärmende Menschenmengen} im Tale der Entscheidung; denn nahe ist der Tag Jehovas im Tale der Entscheidung.

Joe 3,15 Die Sonne und der Mond verfinstern sich, und die Sterne verhalten ihren Glanz.

Joe 3,16 Und Jehova brüllt aus Zion und läßt aus Jerusalem seine Stimme erschallen, und Himmel und Erde erbeben. Und Jehova ist eine Zuflucht für sein Volk und eine Feste für die Kinder Israel.

Joe 3,17 Und ihr werdet erkennen, daß ich, Jehova, euer Gott bin, der auf Zion wohnt, meinem heiligen Berge. Und Jerusalem wird heilig sein, und Fremde werden es nicht mehr durchziehen.

Joe 3,18 Und es wird geschehen, an jenem Tage, da werden die Berge von Most triefen, und die Hügel von Milch fließen, und alle Bäche Judas werden von Wasser fließen; und eine Quelle wird aus dem Hause Jehovas hervorbrechen und das Tal Sittim {Das unfruchtbare Jordantal oberhalb des Toten Meeres} bewässern.

Joe 3,19 Ägypten wird zur Einöde und Edom zu einer öden Wüste werden wegen der Gewalttat an den Kindern Judas, weil sie in ihrem Lande unschuldiges Blut vergossen haben.

Joe 3,20 Aber Juda soll ewiglich bewohnt werden, und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht.

Joe 3,21 Und ich werde sie von ihrem Blute reinigen, von dem ich sie nicht gereinigt hatte. Und Jehova wird in Zion wohnen.