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Frage: 793

Liebe Brüder im Herrn,

wir hatten letztens in der Versammlung verschiedene  Ansichten über den Willen Gottes. Beispiel:

Eine gläubige Frau (während der Ehe zum Glauben gekommen), ist mit einem ungläubigen Mann verheiratet.

Der ungläubige Mann verbietet ihr die Teilnahme an der Versammlung. Wie seht ihr den Willen Gottes in solch einer Sache? Soll sie sich dem Mann unterordnen? Vielen Dank im voraus.

Friede sei mit euch

Gruß Michael


25.11.02

Lieber Michael

Der Mann hat weder von Gott noch vor dem irdischen Recht, recht. Das ist klar. Nun kommt die Gewissensfrage und die kann niemand der Frau abnehmen. Sie riskiert Repressalien des ungläubigen Mannes. Einige Frauen haben dies schon im Aufblicke zum Herrn auf sich genommen. Andere sind daran zerbrochen. Betet für diesen Mann und für diese Schwester. Hoffentlich wird es kein Nabal Fall sondern ein 1. Petrus  3.1 -  Fall!

In IHM
Hans Peter


2611.02

Lieber Michael

Meine Frau Rita und ich machen schon seit fast zwei Jahrzehnten Seelsorge an Ehepaaren. In dieser Zeit hatte es auch immer wieder Frauen darunter, die mit ungläubigen Ehemännern verheiratet waren oder umgekehrt. Die vielen Erfahrungen haben uns gezeigt, dass man die Bibel sehr genau durchforschen muss, damit man nicht zu einer einseitigen Haltung kommt und durch einen falschen Rat sehr viel Schaden anrichtet.

Die Bibel sagt uns zum Thema Unterordnung einiges. Zuerst einmal sagt sie grundsätzlich, dass sich die Frau dem Mann unterordnen soll (Eph. 5, 22; Kol. 3, 18; 1. Petr. 3, 1). Dies entspricht der normalen, Gott gegebenen Hierarchie (sieh auch 1. Kor. 11, 2-12). Doch muss man auch beachten, dass an jeder Stelle, wo einer der Apostel etwas zur Unterordnung der Frau sagt, sie auch ganz klar die Pflichten der Männer erwähnen, vor allem, dass der Mann die Frau so lieben muss, wie auch Christus die Gemeinde und Sein Leben für sie hingegeben hat und sie nicht bitter machen darf (Eph. 5, 25; Kol. 3, 19; 1. Petr. 3, 7). Diese beiden Prinzipien müssen zusammen wirken, sonst ist jede normale Frau völlig überfordert. Ich glaube, gerade bei einer gläubigen Frau, die mit einem ungläubigen Mann verheiratet ist, ist es schön, wenn sie durch ein stilles und sanftes Wesen den Mann ohne Worte gewinnen kann, wie es der Apostel Petrus in 1. Petr. 3, 1-6 empfiehlt.

Anderseits gibt es in der Schrift ganz klar das Gebot, dass man wachsen soll. Wir sollen von der Unmündigkeit weg zur Mündigkeit heranwachsen (1. Kor. 3, 1-3; Eph. 4, 11-16; Hebr. 5, 12-14). Wie Paulus in 1. Kor. 12 und Eph. 4 klar macht, ist das ohne die Gemeinschaft und Mitwirkung von gläubigen Geschwistern kaum möglich. Zudem sagt uns die Schrift, dass wir dem Herrn mehr gehorchen müssen als den Menschen (Apg. 5, 29). Dies gibt uns die entsprechenden Prioritäten klar an.

Wenn man nun einer Frau, die mit einem ungläubigen Mann verheiratet ist, sämtliche Möglichkeiten zum Wachstum nimmt, kann es sein, dass ihr Glauben nicht wieder gut zu machenden Schaden erleidet. Andererseits kann es sein, dass die Frau nur einen Grund sucht, gegen die natürliche Autorität des Mannes zu rebellieren. Hier ist guter Rat teuer, es braucht viel Weisheit und ein vorsichtiges Abtasten. Es kann sein, dass der Mann einen absoluten Hass gegen den Glauben hat und das nichts mehr bei ihm zu machen ist. Dann muss die Frau ihren Weg gehen. Anderseits kann es sein, dass der Mann Angst hat, durch den Glauben seine Frau zu verlieren. Da müsste man ihm mit viel Liebe und Geduld zeigen, dass das Gegenteil der Fall wäre, nämlich dass seine Frau ihm um so liebevoller dienen möchte.

Ich kann dir nur raten, dass ihr den Kontakt zu diesem Mann sucht und ihn in Liebe zu gewinnen probiert. Und dass auch die Frau ihr möglichstes tut, um bei ihrem Mann ihre Liebe bzw. ihre Bereitschaft zur Unterordnung zum Ausdruck zu bringen. Sucht doch einen offenen, ungezwungenen Kontakt zu ihm und probiert herauszufinden, warum er sich so dagegen wehrt, dass seine Frau die Versammlung besucht.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen, wenigen Zeilen ein wenig weiter helfen.

Ganz liebe Grüsse

P.K.