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Frage: 803

Guten Tag,

ich bin gerade über Ihre Website gestolpert und lese mit Interesse Ihre kritischen Einlassungen. Auch wenn die Navigation auf Ihrer Seite nicht gerade leicht ist, so habe ich auch etwas über Willow Creek gefunden. Leider habe ich nicht die Zeit ALLES zu lesen, was da so geschrieben steht. Aber trotzdem bin ich etwas überrascht, mit welcher Pauschalität hier so manches abgehandelt wird.

Ich bin mit Sicherheit kein "Willow-Jünger". Ich denke die meisten der Teilnehmer solcher Kongresse sind dies nicht (dies wurde auf den von mir gelesenen Texten meines Erachtens fast suggeriert). Es sind Menschen, die das Verlangen haben, Menschen die Jesus nicht kennen zu erreichen.

Ich bin auch erstaunt darüber, dass Sie Bekehrungen von Leuten die Sie nicht kennen beurteilen. Ich zitiere: "Von einer Bekehrung kann nicht die Rede sein; die Veranstaltungen waren denn auch auf Wohlfühlen und Erfolg ausgerichtet, Ernst mache depressiv. Deshalb komme ich zum Ergebnis, daß hier ein Erfolgsevangelium verkündet wird. "

Nun kann ich als jmd. der pietistisch geprägt und charismatisch-kritisch ist Ihre Bedenken nachvollziehen... aber nicht unterschreiben. Vielleicht sind es die Theater-Elemente oder der perfekte Ablauf jener Großveranstaltungen in Deutschland, die sie stutzig machen. Ich sehe darin vielmehr die Liebe zu den Distanzierten (um dieses Wort zu übernehmen).

Ich bin 30. Ich bin Mitglied einer landeskirchlichen Gemeinschaft in Deutschland. Konservativ, mit Posaunenchor etc. Ich mag diese Gemeinschaft. Ich mag auch meine Freunde, die Jesus noch nicht kennen.

Jetzt frage ich sie, was ist daran verkehrt, wenn ich versuche, die Gottesdienste respektive Gemeindeveranstaltungen attraktiver zu machen? Sie werden einwenden, Gott brauche so etwas nicht um zu wirken.... Nun wir sind Menschen und Gott hat uns nicht nur einen gesunden Menschenverstand gegeben sondern auch die Möglichkeit um z. B. Musik zu genießen.

Paulus wusste genau was er sagte als er meinte er sei den Griechen ein Grieche und den Juden ein Jude. Er musste sich anpassen um die Menschen zu erreichen. Paulus hätte auch von Jerusalem aus Traktate versenden können. Aber er hat es nicht getan. Er hat sich aufgeopfert und angepasst soweit es sein Glaube zulässt.

Ich sehe nichts verwerfliches, Gottesdienste attraktiv zu gestalten. Wir gestalten ja sowieso unsere Gottesdienste... konservativ, modern oder irgendwo dazwischen.

Wie gesagt, ich bin kein Jünger von Hybels. Menschenkult liegt mir nicht. Aber ich finde es traurig, wie sie (meines erachtens nach) nur um der Kritik willen hier um sich feuern. Könnten sie sich vorstellen, dass die Motivation von Hybels und Co war und ist, Menschen zu erreichen. Menschen für Jesus zu gewinnen. Dazu müssen wir manchmal unseren Kopf anstrengen und uns fragen, wie erreichen wir Menschen heute. Wo holen wir sie ab. Den Auftrag haben wir von Gott.

Haben Sie ein großes Herz für Menschen die Jesus noch nicht kennen? Kennen sie das Mitgefühl das einem bei überkommt, wenn man seine ungläubigen Freunde betrachtet. Kennen Sie das Ringen im Gebet um ungläubige Freunde? Haben Sie ungläubige Freunde? Kennen Sie nicht den Drang Menschen für Jesus zu begeistern? ... und ist es denn gottgewollt dass manche meiner Freunde mit traditionellen Gottesdienstformen nichts anfangen können - oder stehen wir vielleicht auch hier in der Verantwortung, weil wir an Traditionen festhalten - obwohl davon nichts in der Bibel steht?

Was machen Sie um Menschen zu Gott zu bringen - wir haben diesen Auftrag.

viele Grüsse

Thomas Schmitz


Lieber Thomas

ich sitze auch gerne weich und brauche frische Luft. Aber das allein ist nicht das Evangelium. Ich schaue mich manchmal im "Aufatmen" rum und da lese ich manches, auch sicher  im ersten Moment gutes von B. Hybels.
Aber das Ziel aller dieser Gruppen ist, den Menschen das schmale Tor zu verstecken und dann sie auf den breiten Weg zu Verführen.  Und darüber schreiben wir ab und zu. Mein Hauptinteresse ist,  dass ich meinem Retter, Jesus Christus  diene, Menschen an meinem Arbeitsplatz und in der Eisbahn und manchmal auf einer BikeTour das Evangelium in Form von Traktaten weiterzugeben.  Schon längere Zeit  verteile ich fast nur noch " Das ist eine gute Frage " Von William MacDonald, und etwas von N. Lieth. Da sind schon mehrere Tausend durch die Hände meines Schwagerfreunde und mir gegangen. Daneben haben wir in unserem Hause einen Hauskreis der für alle Menschen offen steht, und manchmal kommt auch unverhofft jemand einfach auf Besuch oder nun mache ich dann gleich eine Besuch bei meinem 90 jährigen Nachbar.

Habe also genug zu tun und es macht mir grösste Freude das Evangelium von Jesus Christus weiter sagen zu dürfen. Unserer sehr traditionellen Gottesdienste (Brüderversammlung) sind aber auch für Weltmenschen nicht abstossend, aber einladend  zum Kreuz zugehen. Was nützt  denn um himmelswillen der schönste Willow Creek Gottesdienst, wenn sie den Ernst des Zornes Gottes nicht begriffen haben?

Liebe Grüsse
Hans Peter

In IHM
Hans Peter

Charismatik

Pfingstbewegung

Aufklärung

Fritz Wolf


3.12.02

Lieber Hans Peter,

wer sagt denn, dass bei Willow Creek alles kuschelweich ist? Gerade der Dienst ist in diesem Konzept (ich mag diesen Begriff in diesem Zusammenhang eigentlich nicht) wichtig. Es geht nicht darum die Leute einzulullen und ihnen viel Show zu bieten.

Aber was kommt dabei herum, wenn begabte Mitarbeiter Musik machen. Begabte Mitarbeiter die Technik, begabte Mitarbeiter die Predigt, begabte Mitarbeiter die Seelsorge, begabte Mitarbeiter barmherzig dienen etc?

Dann kommt eine Gemeinde heraus mit ansprechenden Predigten (die durchaus Gottes Zorn nicht verschweigt), mit ansprechender Musik, mit gutem diakonischem Dienst etc. Sind wir da nicht etwas zu hart, wenn wir plötzlich den professionellen Stil der Gemeinde kritisieren?

Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Umsetzung d. Willow-Creek Konzeptes in unserer Gemeinde. Und ich weiß sehr wohl, dass sich dieses Konzept eben nicht auf förmliche Umgestaltung und einlullendes, freundliches Predigen bezieht. Nein, nicht im Geringsten. Und es geht auch nicht darum, dass ein paar wenige, vielen einen softig-flauschigen Sonntag bieten.

Es geht darum, die Wahrheit zu reden - aber auch die traditionellen Hürden zu beseitigen, die bei uns noch so rumliegen. Das ist kein Widerspruch.

Es geht auch darum, neue Christen zu lehren (auch das wird auf bibelkreis.ch immer anders dargestellt - es wäre alles oberflächlich) und sie in den Dienst zu stellen. Und darf ich Ihnen was sagen, es hat sich schon einiges Getan und ich bin überrascht, wie treu und begeistert die Menschen dienen, die erst seit 2 oder 3 Jahren glauben.

Wir machen aber auch Fehler... wie jeder Christ. Und es ist unbarmherzig, diese Fehler zu suchen, sie anzuprangern und Rückschlüsse auf etwas ziehen, dass man einfach nicht mag (z. B. der Fehler v. Hybels m. diesem Moslem und das Willow Creek Konzept im allgemeinen.). Dann wäre prinzipiell alles falsch was wir alle machen. Das kann es nicht sein.

Sie schreiben auch:

"Unserer sehr traditionellen Gottesdienste (Brüderversammlung) sind aber auch für Weltmenschen nicht abstossend, aber einladend zum Kreuz zugehen."

Darf ich sie fragen, warum Ihre Gottesdienste traditionell sind? Kann es sein, dass dahinter keine bibl. Wahrheit, sondern einfach eine menschliche Vorliebe steckt. Und kann es dann nicht weiterhin auch sein, dass wir alle unsere Vorlieben bezügl. Stil haben?

Wie würden sie reagieren, würde man alle traditionellen Elemente ihres Gottesdienstes entfernen und durch moderne Ersetzen - ohne dabei bibl. Grundlagen zu verletzen. Ich wäre mir sicher, es gäbe einige Ihrer Brüder und Schwestern, die sie sehr schätzen, die damit ein großes Problem haben. Wenn nun Menschen, die sie kennen und denen von deren aufrichtiger Bekehrung sie wissen, Probleme mit Ihnen nicht vertrauten Stilen bzw. Gottesdienstformen haben - warum sollte dies dann bei anderen Christen und auch bei Nichtchristen anders sein.

Wenn Ihre Brüdergemeinde an traditionellen Elementen festhält, weil dieser Stil für sie von Bedeutung ist, warum sollen wir dann nicht an Stilen und Gottesdienstformen arbeiten, die widerrum für andere Menschen gleichsam Bedeutungsvoll sind.

Stile und Gottesdienstformen sind, so lange sie die bibl. Wahrheit nicht verletzen, ERMESSENSSACHE. Um ein weltliches Wort zu gebrauchen, wir arbeiten alle Zielgruppenorientiert, weil wir Menschen mit Vorlieben und Gewohnheiten sind.

viele Grüsse in die schöne Schweiz

Thomas Schmitz


3.12.02

Lieber Thomas

Du hast eventuell gesehen dass ich noch eine Frage  801  Was ist eine christliche Gemeinde? beantworten muss. Aber mich drängt es nun zuerst zum Nachbarn zu gehen. Und dann werde ich Dir den Linke senden wenn ich`s geschafft habe. Eventuell kann ich dann einige Dinge erklären wie ich es durch  meine Brille sehe. ok?

 

In IHM

Hans Peter