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Frage 834     

Hallo und guten Tag,
 
hier schreibt Karl Rapp, Jahrgang 1947, zwei Söhne mit 21 und 24 Jahren.
 
Gestern Abend sagte mir mein jüngster Sohn, er würde mit seinen Freunden den Film "Herr der Ringe" anschauen. Ich war zunächst einmal nur schockiert. Was hat unsere Erziehung in all den Jahren eingebracht, so fragte ich mich.
Wir haben seit über einem Jahrzehnt keinen Fernseher....
 
Nun mußte ich mir also anhören, daß in der christlichen Jugendgruppe selbst die Leiter rege Kinogänger sind die nichts dabei finden, sich alles mögliche reinzuziehen.
 
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte ob mein Vater (mittlerweile 91 Jahre alt) mich richtig informiert hat, dann hätte ich ihn jetzt.
In meiner Kindheit wurde ich bereits vor folgendem gewarnt:
 
- vor der evangelischen Kirche, weil die Pfarrer nicht glauben was in der Schrift steht.
- vor dem Fußball, das wäre weltlich und Sünde
- vor dem Rauchen, denn jede Untugend wäre Sünde
- vor dem Tanzen.....
- vor dem Kino.... (Fernsehen gab es damals zumindest bei uns noch nicht)
- vor der Musik, denn sie käme aus dem Abgrund....
- vor dem Jahrmarkt mit seinen Schaubuden, denn es wäre weltliche Verführung....
 
Was soll ich noch aufzählen? Mir kam es damals vor, als wäre für mich gar kein Platz mehr auf dieser Welt. Ich war oft sehr einsam, denn Freunde hatte ich wenige.
 
In dieser Zeit mußte ich mit meinen Eltern jeden Sonntagnachmittag in die Versammlung. Diese Jahre prägten mein Empfinden für das Leben draußen "in der Welt". Hunderte von Liedern haben sich in meinem Gedächtnis eingegraben von denen ich keines missen möchte. Die Heils- und Siegslieder, die man heute so gut wie überhaupt nicht mehr hört, bestimmten unser Leben.
 
Mit 16 Jahren etwa ging in in den CVJM und zur evangelischen Kirche und erlebte in der Folge (bis dato), daß es genauso ist wie man mir ehedem sagte.
 
Glaubensabfall auf der ganzen Linie. Überall hat die Welt Einzug gehalten. Das "sondert euch ab" wurde abgelöst durch das "macht alles mit es kann nicht schaden".
 
 
Wie wohltuend, daß in Eurem Forum doch noch Stimmen laut werden die diese schleichende Verführung erkannt haben.
 
Jahrzehnte der permanenten Umerziehung haben bewirkt, daß es heute kaum noch eine Gemeinde gibt, die sich nicht dem Zeitgeist geöffnet hat.
 
Es ist nach meinem Empfinden genau so gekommen wie wir bereits Anfangs der 60er Jahre befürchtet haben und wie es mein Vater und die damaligen Brüder voraussahen.
 
Ich kann an die jungen und älteren nur appellieren, legt alles ab was nichts nützt für ein geheiligtes Leben.
Entsorgt den Fernseher als erstes und wendet Euch der Bibel zu.
 
Wer von Euch, die Ihr dieses lest, schwankend oder tief greifend fragend ist, der ist gerne eingeladen für einige Tage bei mir und meiner Familie eine "Auszeit" zu erleben.
 
Es grüßt herzlich aus dem Allgäu

Karl Rapp