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Frage 844        Der überlieferte Text     Doc       HTM    https://www.emmaus.name/

 

 

Lieber HP

Ich habe das Büchlein von Ebertshäuser über den Textus Receptus "gedownloaded". Dann habe ich mit grossem Elan das Ganze begonnen zu gelesen. Am Anfang bin ich nur so überflogen. Dann ab Seite 23 habe ich alles gelesen und auch mit meiner Bibel verglichen. Und da wurde ich sehr,  sehr stutzig. Denn es gibt zwei Wege. Entweder stimmt das alles (oder wenigstens teilweise) was Eberthäuser geschrieben hat oder nicht. Auf jedenfall sah ich mit einem mittleren Schrecken, dass sogar die Elberfelder von 1905 nicht gut wegkommt. Dass die rev. Elberfelder von 1967 nicht so genau ist wie die von 1905 wusste ich schon, aber dass sogar das Original von 1905 hinkt... Ich meine nicht, ich müsste irgendwelche Übersetzungen verteidigen, auch meine nicht, es geht mir nur um die Wahrheit, um das Wort. Mich machte vor allem auch stutzig, dass sogar innerhalb der Übersetzungen selbst Änderungen an Auflagen vorgenommen wurden. So steht auf Seite 27 oben, dass die Passage "an mich" doch sehr sinnverändernd ist. Und dann wechselt man so von Auflage zu Auflage dies! Wenn ich aus der heutigen Sicht heraus sagen würde, dann würde ich persönlich den

Textus Receptus als Basis nehmen. Warum?

1) Der andere textkritische Weg steht bei ziemlich vielen Versen auf wackligen Beinen, da ja bei einigen Stellen so 99% der Schriften den Textus Receptus bestätigen, und trotzdem nimmt die rev. Elb auch den anderen, ja sogar zum Teil die Elb von 1905, die textkritische Variante.

2) Haben ja die grossen Gottesmänner (wenn dies stimmt so wie Ebertshäuser es schreibt) wie Spurgeon, Whitefiled, Wesley, Edwards, Taylor, etc. den Textus Receptus verwendet. So ist also klar, das bis vor kurzem noch dieser Text genommen wurde und jetzt sollte er einfach nicht mehr stimmen. Angeblich wegen der Wissenschaft. Können wir den wissenschaftlich Gott beweisen? Ich jedenfalls bin für mich der Meinung, das ich die Version der Reformation, also von 1500 bis 1900 lesen möchte.

3) Auch wenn man die Punkte 1) & 2) nicht gut findet, muss man anerkennen, dass die moderne Grundlage für unsere Bibeln den Katholiken sehr entgegenkommt, gleiches gilt für Gnostiker, etc. Sind doch einige Stellen sehr allgemein beim modernen und sehr genau beim Textus Receptus. So kommen sie den Ungläubigen und Irrlehren der heutigen Zeit doch mehr entgegen als der TR.

Ich denke, das warnen von Irrlehren wie Sasek, (Ivo Sasek Obadja) Irrlehren wie der Charismatik und Derivate, Gemeinden wie Willow Creek, icf, etc. wichtig, sehr wichtig ist, aber das es genauso wichtig ist, wenn wir es SEHR GENAU untersuchen, auf welchem Grundtext unsere Bibel basieren. So war ich z.Bsp. erstaunt, dass in der revElb stand, dass Jesus Wein trank am Kreuz. Ich wusste schon als Kind, das es Essig war, und jetzt wurde es Wein... Auch die Passage "Ich gehe (noch) nicht zu diesem Fest." machte mich sehr stutzig.

Ich denke nicht, dass wir, wenn wir solche modernen Übersetzunge lesen wie die revElb das Heil verlieren, aber ich denke, wir dürfen da schon empfindlich sein, und das beste lesen wollen. So kann auch ein falsches Wort, das sich als DAS Wort ausgibt, auch schaden anrichten und nicht so gut wirken wie das richtige Wort. Denn das Wort und der Heilige Geist wirken zusammen. Hört ein Ungläubiger das ungenaue Wort, ist aber überführt, dann kann dies schlechter sein als wenn er das richtige Wort hört. Auch bei einem Gläubigen sehe ich dies so, wenn auch weniger schlimm. Vielleicht ist der Abfall unter / in den Gemeinden auch mit diesem lauen Wort begründet. Hoffe nicht, dass mir dieses "lau" der Herr übel nimmt, da ich da ja heiligen Boden betrete, ist ja auch sein Wort heilig.

Hast du diesen Artikel schon durchgelesen? Was denkst du darüber? Was denkst du dann über die Elb von 1905? Bin mal gespannt auf deine Antwort. Nur noch eines. Ich bin dem Herrn sehr dankbar, denn es gibt nur noch wenige Homepages, die einen solche Artikel veröffentlicht würden!!! Ich bin unserem HERRN auch dankbar für solche Männer wie Ebertshäuser, Peters, Liebi, (www.rogerliebi.ch.) etc. die sich Zeit nehmen, um solche Themen aufzugreifen. Auch denke ich, wenn solche Männer und auch gleich treue "Normalgläubige" nicht mehr da wären, dass dann der Abfall unter Christen schon viel weiter wäre. Als Christ fühle ich da zwei Herzen in meiner Brust. Auf der einen Seite wäre ich froh, wenn der Abfall schneller ginge und damit vielleicht auch die Zeit des Kommens eher erfüllt wäre. Auf der anderen Seite bete ich für noch so viele liebe Mitmenschen und Familien, die den Herrn noch nicht kennen, und ich hoffe darum, er wartet noch bis alle diese lieben Mitmenschen auch Kinder Gottes wären... Es wäre sooooooooooooo schön und wunderbar *sniff*!!!

Gruss Michael


Lieber Michael

ich habe da mal was dazu verfasst. Ich bin um es kurz zu machen dem Herrn dankbar dass er mir die Augen geöffnet hat. Ich bin bereits auf die Schlachter 2000 umgestiegen. Was ich nun noch suche, ist ein Bibelprogramm das diese anbietet, damit ich auf der WebSite in Zukunft auch den Text der Schlachter 2000 einkopieren kann.  EMMAUS-FernbibelschuleEmmaus-   https://www.emmaus.name/ews/images/stories/emmaus_seminar2003/03%20die%20bibel.pdf


Fernbibelschule

Liebe Grüsse

Hans Peter


Lieber Hans Peter

Vielleicht wäre es nützlich, um die Verhältnismässigkeit zu wahren, ein paar Gedanken zum bisherigen Austausch über diese Frage beizufügen, nämlich:

1. Der textus receptus umfasst nur das Neue Testament

2. Martin Arhelger hat sich mit dem sogenannten "textus receptus" kritisch auseinander gesetzt. Wir finden das ja auch im Forum. Diese Arbeit schafft m.E. ein gesundes Gegengewicht.

3. Die Überlegungen von Rud. Ebertshäuser, die ich vor einiger Zeit auch mit Interesse gelesen habe, betonen v.a., dass die neuere Textforschung vorwiegend von Ungläubigen betrieben werde, was wohl stimmen wird. Eigenartigerweise stört ihn aber offenbar nicht, dass der "textus receptus" vom ungläubigen Humanisten Erasmus von Rotterdam erstellt wurde.

4. Auch Ungläubige können grundsätzlich gute Übersetzungs- und Forschungsarbeit leisten. Das muss fairerweise für Erasmus von Rotterdam wie für die neueren Textforscher in gleicher Weise gelten.

5. Wir dürfen nur dem Wort Gottes blind vertrauen, alle anderen Schriften müssen wir mit einer gesunden Vorsicht studieren. Ich stelle bei uns eine nicht geringe Gefahr fest, dass wir einigen angesehenen Bibellehrern / Autoren einfach alles glauben und alles akzeptieren. Ich erinnere dagegen an Jak.3,2 : "Wir alle irren oft ..." Davon ist keiner ausgeschlossen!

Auch ich bin dankbar für die "Neue Schlachter", die ich neben den anderen guten Übersetzungen, die wir Gott sei Dank im deutschen Sprachraum haben, mitbenütze.

Herzliche Grüsse in unserem sich nie irrenden Herrn Jesus Christus!

Hans Rapold


Lieber Hans

Ich bin geneigt zu schreiben: "dem ist nichts mehr zuzufügen".

 Meine Vorbehalte betr. Erasmus  v.R. sind die selben. Ich kann es auch nicht verstehen, dass Gott diesen Weg gewählt hat.  Tatsache ist, dass der TR an keiner Stelle die R. Ebertshäuser zitiert hat, die Gottheit des Herrn und den Wert seines Opfers und Blutes schmälert.  Dann möchte ich auch noch hervorheben, dass es heute recht schwierig sein dürfte, eine unrevidierte Elberfelder zu kaufen, und ich persönlich kenne keine, die ich, (heute), längere Zeit ohne zu ermüden lesen könnte. Das Druckbild meiner 16 SFr.-  Schlachter ist hervorragend in / für meine Augen.

Dann möchte ich nicht verhehlen , dass ich das Wort "Jehova" in der Schlachter vermisse. Weshalb man einen an sich nicht übersetzbaren Namen mit "Herr" wiedergibt, ist mir nicht klar. Dass im NT bei Zitaten  "Jehova" mit Kyrios übersetzt ist, ist in meinen Augen kein Argument. Auf jeden Fall werde ich es vermissen, dass ich den Namen Gottes im AT, Jehova in den Zusammenkünften nicht mehr vorlesen kann...

Andere "Lutherismen" sind leider auch übernommen, wie zB. das Wort "Reich der Himmel", den es so als Ausdruck ja gar nicht gibt. Auch das Wort "gottselig", ist, wie in der unrevidierten Elberfelder eine nichts sagende Wortkonstruktion die halt so stark eingeführt ist, dass die Korrektoren den Fehler übernommen haben. (Wird aber, wie man mir gesagt hat,  in der "Fussnotenausgabe die in diesem Jahr erscheinen soll, erklärt.

Wo ich richtig froh bin, ist, dass einige fürchterliche Fussnoten der unrevidierten Elberfelder, die zum Teil in der revidierten Elberfelder sogar  im Text standen richtig, übersetzt wurden.

 Beispiel: 1. Petr 2.24. Was ich von solchen "Übersetzern" halte, schreibe ich nur auf spezielle Anfrage.

Und:  siehe : Hades + Scheol  " Artikel"

Mit Deinem Gruss!

Hans Peter