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Frage 862   

 

Dei Einsicht von H.P. zur Entrückung widerspiegelt sich in folgendem Artikel von

OH sehr gut  WK

 

 Entrückung: Er muss noch zweimal kommen !

Liebe Brüder,

ich habe mit Interesse die Beiträge in Frage 311   (Achtung, 450kb) gelesen. Aufgrund der Menge habe ich sie, ehrlich gesagt, eher nur überflogen. Eine meiner Meinung nach wesentlicher Punkt wurde nicht diskutiert:

Wenn es sich bei der Wiederkunft Jesu auf die Erde und die Entrückung der Gemeinde sich um das selbe Ereignis handelt, dann widerspricht sich die Bibel bei der Beschreibung der Umstände Seines Kommens, ja Jesus widerspricht sich selbst in Mt. 24 ! Er sagte nämlich in Versen 36 bis 51, dass er zu einer Stunde kommt, die wir nicht meinen. Er kommt in einer Zeit des Wohlstandes und der allgemeinen Sorglosigkeit (V.38), die der Sorglosigkeit der Zeit Noahs vor der Flut entsprach: Die Menschen rechneten mit allem, aber nicht mit dem Gericht.

In Versen 15 bis 28 beschreibt der Herr die Zeit seines Kommens als eine Zeit großer Bedrängnisse. Dieses finden wir in Offenbarung 6 bis 16 eingehender beschrieben. Es finden Kriege und Naturkatastrophen in einem Ausmaß statt, den wir uns nicht vorstellen können. Auch das alte Testament schreibt von vielen Kriegen und Schlachten, die stattfinden, bevor der Herr wiederkommt. Wie passt es zusammen, dass der Herr in einer Zeit der allgemeinen Sorglosigkeit kommt, aber gleichzeitig in einer Zeit der Bedrängnis ??

Die Konsequenz der Lehre der Entrückung nach der Trübsal wäre, dass die Gemeinde nicht auf den Herrn wartet, sondern auf das Eintreffen der angekündigten prophetischen Zeichen. Demnach könnte morgen der Herr nicht kommen, weil in Jerusalem noch der Felsendom steht und nicht der Tempel. Auch ist der Antichrist noch nicht offenbar geworden, die Aufmärsche der großen Armeen nach Harmagedon fanden nicht statt und die zwei Zeugen traten noch nicht auf.

Ich habe nicht unbedingt die Lehre der Entrückung vor der Trübsal "mit der geistlichen Muttermilch aufgezogen", kann mich selbst noch lebendig an Diskussionen in meinen früheren Kreisen erinnern, dass der Herr eigentlich noch nicht kommen kann, weil dies und das noch nicht geschehen ist. Das führt meiner Meinung nach zum Verlust der Naherwartung des Herrn, die im neuen Testament klar gelehrt wird (Mt. 24;36 ff, 1. Kor, 1;7, 1. Kor. 16;22, 1. Thes 1;10). Entweder man wird sorglos und rechnet nicht mit dem Kommen des Herrn im aktuellen Alltag, sondern geht seinen Geschäften nach, denn so lange keine Trübsal ist, kann ja der Herr nicht kommen. Oder wir haben unseren Blick eher in die Tageszeitungen, die Endzeitliteratur und in die Nachrichten gerichtet als auf den Herrn. Man kommt dahin, dass man als Christ nicht mehr auf Christus wartet, sondern auf den Antichristen.

Aus diesen Gründen denke ich, dass es sich bei der Wiederkunft des Herrn um zwei völlig voneinander getrennte Ereignisse handelt. Zum Einen kommt der Herr in einer Zeit des allgemeinen Friedens, Wohlstandes und Sorglosigkeit und zum anderen am Ende von Kriegen, Tragödien und Naturkatastrophen. Auch im Alten Testament wurden widersprüchliche Umstände zur Zeit der Erscheinung des Messias aufgezeigt: Das Kommen des Herrn zum Einen als Erlöser, der für die Sünden der Menschheit starb und zum anderen als Herr und König für das Volk Israel. Auch heute besteht viel Grund für Verwirrung, weil im neuen Testament sowohl gelehrt wird, dass der Herr zum Einen überraschend in einer Zeit der Sorglosigkeit und des Wohlstandes und zum anderen nicht überraschend nach einer Zeit der Bedrängnisse, Kriege und Naturkatastrophen. Die Auflösung liegt meiner Meinung nach auf der Hand: Er muss zwei mal kommen.

Beschreibt das Kommen des Herrn im Neuen Testament nur ein Ereignis, so habe ich biblisch gesehen recht, nicht jetzt mit der Wiederkunft des Herrn zu rechnen, sondern nach Dan. 12;11 frühestens in dreieinhalb Jahren. Selbst wenn der Herr die Gemeinde in der Mitte der 70. Jahrwoche holt, dann muss ich erst einmal auf das Auftreten der Zeugen (Offb. 11) warten. Das aber würde die wiederholte Mahnung des Neuen Testamentes, dass der Herr zu einer Stunde kommt, in der wir es nicht meinen, ad absurdum führen. Ich kann daraus nur den Schluss ziehen, dass er zwei mal kommen muss: Einmal überraschend für die Gemeinde und einmal nicht überraschend für das Volk Israel bzw. denen vom Volk, die in der Zeit der Trübsal auf die prophetischen Worte achten und die Tage zählen.

Liebe Grüße und Gottes Segen

Fritz


1.2.03

Lieber Fritz

ich gehe noch einen Schritt weiter, weil ich nicht glaube, dass in den Evangelien die Entrückung angedeutet wird. Ich denke also nicht,  dass ab Mt 24, 32 die Entrückung gemeint ist, sondern sein 2. sichtbare Kommen. Das Sichtbare Kommen Christi ist für ISRAEL!  Es werden einfach die verschiedenen sittlichen Lebensumstände beleuchtet, aber keiner deutet, so wie ich es sehe, auf die Entrückung hin, sondern auf das Kommen des Herrn zur Aufrichtung des 1000JR.

In IHM
Hans Peter


3.2.2003

Liebe Brüder,

dem, was Fritz in seinem obigen Beitrag geschrieben hat, stimme ich uneingeschränkt zu, dem, was Hans-Peter hier schreibt, allerdings nicht. Mit seinem Ansicht bezüglich der Entrückung in den Evangelien geht er m.E. nach fehl.

Obwohl auch ich ein Prätribulationist bin, denke ich, dass nicht nur in Joh. 14,3, sondern auch in Mt.24,37-42 und auch in Lk. 17,34-35 sehr wohl die Entrückung gemeint ist. Somit kennt Hans Peter also schon mindestens zwei Personen, nämlich Fritz und mich, die es auf die Entrückung hin deuten.

Hier einige Argumente (aus Lk.14,34-35):

Viele Prätribulationisten vertreten die Auffassung, Mt. 24, 40-41 und Lk. 17, 34-35 meinten nicht die Entrückung, sondern ein plötzliches, übernatürliches Gericht über die Ungläubigen. Einige Ausleger (z.B. John Heading in: Was die Bibel lehrt, Bd.1, Seite 438) meinen, diese Verse mit dem in Mt.25,31-46 geschilderten Endgericht über die Nationen vergleichen zu können. Dagegen sprechen jedoch folgende Gründe:

a)        dieser Vergleich vernachlässigt die in der Schrift genannte

Reihenfolge: erst sammeln und dann vernichten (Mt.13,30/Mt.25,32).

b)        diesem Vergleich fehlt die Zeit für den zuvor stattfindenden Gerichtsprozess, bestehend aus: Urteilsverkündung mit Begründung, Rechtfertigungsversuch und Gegenbeweis (Mt.25,41-46).

 

Andere (z.B. Crawford in: Was die Bibel lehrt, Bd.3, Seite 368) meinen deshalb, Lk. 17,34-35 sprächen von einem plötzlichen, übernatürlichen Gericht über Israel. Es töte in einem Augenblick weltweit die ungläubigen Juden und lasse die sich in deren Umkreis neben ihnen befindlichen gläubigen Juden zum Eingang in das Reich am Leben. Auch dieser Auffassung schließe ich mich aus folgenden Gründen nicht an:

a)        Die Vorstellung eines schlagartigen Todes aller ungläubigen Juden, während sie mit den gläubigen Juden zusammen arbeiten oder schlafen, wird von keiner Schriftstelle gestützt.

b)        der Ausdruck "Nacht" (V.34) meint nicht eine astronomische Nacht, denn in V.35, geht es um eine Tätigkeit, die man nicht nachts, sondern tagsüber ausübt. Beim "Wegnehmen" während des Mahlens (V.35) mag die Sonne hell scheinen ? dennoch geschieht es "in jener Nacht". Um dies zu erkennen, muß man nur der schlichten Textaussage konsequent folgen.

c)        Wer die Ereignisse jener Nacht (V.34) in die Zeit des Kommens Jesu in Macht und Herrlichkeit (= jener Tag in V. 30/31) legt, der muß davon ausgehen, dass der Herr in den Versen 31-33 zunächst die Flucht der Juden in Judäa beschreibt und auch in V. 34 noch von jenem Tag (V. 31) spricht, sich aber in Gedanken auf die andere Seite der Weltkugel begibt und in V. 35 wieder nach Judäa zurückkehrt, ein wirklich ungewöhnlicher Gedankensprung, der mit Regeln der Exegese wohl kaum nachgewiesen werden kann.

d)        Auch müßten die Juden in Judäa an jenem Tag zugleich fliehen oder aber schon geflohen sein (V.31-33) und in aller Ruhe arbeiten (V.35), während sie auf der anderen Seite der Erdkugel schlafen (V.34).

e)        Es ist schwer vorstellbar, dass Juden in den Tagen der großen Drangsal ihrer normalen landwirtschaftlichen Arbeit (an der Mühle bzw. auf dem Feld) nachgehen werden. Sie werden sich wahrscheinlich 1260 Tage lang verstecken (Offenb. 12,6).

f)        Diese Sicht deutet entweder das Verb "nehmen" bzw. "wegnehmen" um in ein "töten" und "liegenlassen" oder geht davon aus, dass Ungläubige zum Gericht "entrückt" werden. Beide Auffassungen sind der Schrift unbekannt.

 

Wieder andere meinen, Lk. 17,34-35 beschrieben ein bei der Wiederkunft Jesu stattfindendes Gericht über die nach der Drangsal noch lebenden Juden und Heiden. Für Ryrie z.B. "bedeuten diese beiden Verse das Gericht über die Überlebenden, Juden wie Heiden. Die Hinweggenommenen gelangen ins Gericht und werden verurteilt, die Zurückgelassenen bestehen das Gericht und treten als Gesegnete ins Gottesreich ein." (Ryrie in: Die Bibel verstehen, Seite 541). Nicht nur die oben bereits genannten Argumente, sondern auch folgende Überlegungen sprechen gegen diese Ansicht:

a)        Das Verb "hinwegnehmen" (griechisch: paralambano) erfordert einen Ortswechsel der weggenommenen (abgeführten) Personen, während die Zurückgelassenen Personen ihren Aufenthaltsort nicht verlassen. Zu dem beim Kommen des HERRN stattfindenden Gericht (Mt.25) werden jedoch sowohl die Schafe (=die Gesegneten) als auch die Böcke (=die Verfluchten) vor dem HERRN versammelt werden (Mt.25,32), es ist also ein Ortswechsel sowohl der Schafe als auch der Böcke erforderlich. Wenn aber alle versammelt

(genommen) werden, wer bleibt dann noch zurück?

b)        Die Erklärung, das Wegnehmen bzw. das Zurücklassen sei möglicherweise erst das Resultat des Gerichtes, bietet zwar eine Lösung für das Problem a), vernachlässigt aber den Umstand, dass das Wegnehmen nicht aus dem Gerichtsprozess, sondern aus dem Alltag (aus dem Bett, von der Mühle weg, vom Feld weg) erfolgt.

c)        Das in Mt.25 geschilderte Gericht ist ein Gericht über die Nationen. Die Juden werden hier vom HERRN als "diese, meine Brüder"

(Mt.25,40) bezeichnet. Als irdisches Volk Gottes haben sie gegenüber den Nationen eine besondere Stellung. Die Schrift schließt sie gewöhnlich nicht in den Begriff "Nationen" mit ein. Fruchtenbaum und MacDonald weisen darauf hin, dass das Wort "Nationen" auch "Heiden" bedeutet (Handbuch der bibl. Prophetie, S.321 und Kommentar zum NT, S.141). Auch sie sehen in Joel 4,1.2 und Mt.25,31.32 jeweils das selbe Ereignis beschrieben: "dann werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Joschafat hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben." (Joel 4,2)

Der Zusammenhang der Parallelstelle in Mt.24,40-41 zeigt sehr schön, dass auch hier nicht von einem Gericht, sondern von der Entrückung der Christen die Rede ist. In Mt. 24 geht es u.a. um die beiden unterschiedlichen Arten des Kommens Jesu, denn: (a) wie ein Blitz (von allen sichtbar), so wird die Ankunft sein (Mt.24,28) und (b) wie der Eingang Noahs in die Arche (sie erkannten es nicht), so wird auch die Ankunft sein (Mt.24,39). Die Ankunft

(a) beschreibt also das für alle sichtbare Kommen Jesu in Macht und Herrlichkeit, während die Ankunft (b) sein für niemanden sichtbares, unerkanntes Kommen zur Entrückung der Gemeinde verdeutlicht. Die Ankunft

(b) steht sowohl im unmittelbaren Zusammenhang mit Noahs Eingang in die Arche (was auch hier wieder ? wie in Lk.17 ? ein Bild für die Entrückung der Gemeinde ist) als auch im unmittelbaren Zusammenhang mit dem "wegnehmen" und "zurücklassen" von Personen aus dem Alltagsleben, was in Verbindung mit der unerkannten Ankunft des HERRN ebenfalls nur die Entrückung meinen kann. Die Schlußfolgerung des HERRN lautet deshalb auch: "Wacht also, denn ihr wißt nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt." (Mt.24,42). Die Wortwahl "euer Herr" ist sicher sehr zutreffend, wenn es um die Christen geht, die das Kommen ihres HERRN erwarten. Fritz hat m.E. richtig beobachtet, wenn er hier zwei völlig verschiedene "Ankünfte" des HERRN sieht.

Eine gute Erklärung der Bedeutung des Verses paralambano (=nehmen, genommen

werden) findet sich im Sprachschlüssel der Elberfelder Studienbibel. Hier ein Auszug: paralambano bedeutet "... im NT nicht einfach aufnehmen, empfangen, sondern zu sich oder mit sich nehmen, wie z.B. seine Frau, mit der man nach dem Gesetz schon verheiratet ist, die aber erst nach einer bestimmten Zeit zu ihrem Mann zieht bzw. von diesem zu sich genommen wird

(Mt.1,20.24); jmd. mit sich nehmen (Mt.2,13.14.20f; 4,5; 12,45; 17,1); ...

; entrücken, nehmen, aufnehmen von der Erde Jesus entgegen (Mt.24,40f;

Lk.17,34f; vgl. 1Thes4,17); nehmen, ergreifen (Mt.27,27; Joh19,16)."

Dem sei meinerseits noch die Bemerkung hinzugefügt, dass sich das Verb paralambano außerdem auch noch in der dritten Parallelstelle zur Entrückung in den Evangelien, nämlich in Joh.14,3 findet.

Es fällt auf, dass von Prätribulationisten mindestens drei unterschiedliche Auffassungen über das angeblich in Mt.24,40-41 und Lk.17,34-35 beschriebene Gericht vertreten werden. Offensichtlich ist man sich über den Zweck, die Art und den Umfang des Gerichtes nicht einig. Die Vielzahl der Gegenargumente läßt jedoch alle Gerichtsvarianten als sehr unwahrscheinlich erscheinen. Die Auffassung, diese Verse informierten über ein Gericht, scheint eine Erfindung zu sein, die den Prätribulationismus eher schwächt anstatt ihn zu stärken. Sie trifft ebenso wenig zu wie die Ansicht, die Entrückung der Gemeinde sei ein Geheimnis, das der Apostel Paulus erst später enthüllt hätte. Das Geheimnis, von dem Paulus schrieb, war nämlich nicht die Entrückung, sondern die Verwandlung der Gläubigen im Moment ihrer Entrückung (1.Kor.15,51). Wie Noah vor der Flut in die Arche ging, so werden auch die Christen vor der Drangsal in den Himmel gehen. Es gibt keine Bedingung, die vorher noch erfüllt werden müsste.

Liebe Grüße

Bernd G.


Lieber Bernd

sehrwahrscheinlich gibt es noch mehr Christen, die in den Evangelien die Entrückung sehen. Aber ich glaube dass Fritz weder Joh 14 noch Lk 17 erwähnt hat.  Also nochmals zu meiner durchaus hinterfragbaren Auslegungsmethode:

Ich glaube nicht,  dass der Herr Jesus jemals  in den 4 Evangelien von der Versammlung gesprochen hat, weil ich einfach keine Bibelstelle dazu finden konnte. Das kommt also nicht aus meinem  heilszeitlichen Denken heraus, sondern einfach daher,  dass ich ein ganz ganz einfacher Bibelleser bin. Ich glaube auch nicht an so genannte Parallelstellen gibt, ich konnte auch nie welche Entdecken. Ich denke vielmehr,  dass im Worte Gottes oft  die selbe Angelegenheit von verschieden Standpunkten her beleuchte wird.

Ich glaube nicht,  dass der Herr  Jesus je von Entrückung gesprochen hat, ganz einfach darum weil ich  bis jetzt diese Bibelstelle noch nie gefunden habe.

Dann noch zu Mt 24.41.
 Das heisst in meiner Beschränktheit einfach, dass Welche für das 1000JR gelassen werden und Andere vorher genommen werden zum Gericht. Ich kann nicht auf der einen Seite Prätribulationist sein und auf der anderen Seite denken, dass die Entrückung während der Drangsalszeit kommt.

Da noch ein Links WK

Liebe Grüsse

Hans Peter


Febr 3..2003

Hallo Herr

seit wann steht in Johannes 14 1- 3 nichts von Entrückung?

Mit freuendlichen Grüssen

Martin Q.


Lieber Martin Q.

"Seit immer",...   es gibt meines Wissens keine Bibelübersetzung,  die "das zu mir nehmen" mit der Entrückung  gleichstellt. (verwechselt...)  Die Entrückung ist  etwas für lebende Menschen. Link: >>>WK

 Diejenigen, zu denen der Herr Jesus in Joh 14 spricht sind alle gestorben. Er wird sie alle zu sich nehmen, aber eben wie gesagt, nicht durch Entrückung sondern durch Auferweckung (1.kor 15.52)  In den Evangelien wird die Entrückung weder gelehrt noch angedeutet.   Siehe auch: https://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=entrückung&id=620

https://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=entrückung&id=78

Allgemein gesagt: Wenn der Herr Jesus in direkter Rede zu jemandem in den Evangelien gesprochen hat, dann hat er direkt die Angesprochen gemeint und nicht mich direkt.  Wenn z.B.  von der Lästerung des Geistes geredet wird, dann kann man nicht einfach daraus schliessen dass man heute auch den Heiligen Geist lästern. Das meinen zwar die Pfingstler, die meinen aber noch viel.

Liebe  Grüsse

Hans Peter


 

Siehe auch  861     (  311  Achtung:  450 kb )

Die Auslegung der 7. Posaune ist für sich allein kein stechendes Argument. Jedoch drücken doch die Verse 15-18 doch aus, dass es nach dieser 7. Posaune und der Aufrichtung des Reiches Gottes kein anderes Reich mehr geben kann. Wenn nun die 7. Posaune die Auferstehungs- und Entrückungsposaune ist - dem stimmt der Verfasser des Beitrag ("Willy") ja zu- gleichzeitig aber diese letzte Posaune das Zeichen der Aufrichtung der Herrschaft Christi ist, wie kann man dazwischen die Bildung des antichristlichen Reiches ansiedeln? (7

Jahre!) Im Standbild Daniels zerstört das Reich Gottes, welches auch dort bis in alle Ewigkeit bestehen bleibt, das letzte Reich. Nach Daniel kann das Reich Gottes erst nach Beendigung aller weltlichen Reiche einsetzen. Wenn es mit der 7. Posaune beginnt, liegt hier der Zeitpunkt für das Ende des Reiches des Tieres, nicht der Anfang.

Der 2. Punkt ist die Annahme der chronologischen Reihenfolge der Offenbarung. Ob die Offenbarung chronologisch oder parallel geordnet betrachtet wird, kann nicht Grundlage sondern muss Ergebnis der Auslegung sein. Zudem muss die chronologische Auslegung versuchen, besser zu sein als eine andere Sicht der Dinge. Dies kann der Verfasser, den ich hier bei seinem unten angeführten Namen der Klarheit nennen will, dies kann also Willy selbst anhand des beiliegenden Artikels prüfen. Er ist noch im Entwurfsstadium, sollte aber zur Anregung und Hinterfragung von bestehenden Meinungen gut dienen. Meines Erachten gibt es gute Gründe, die Abläufe in der Offenbarung in 4 großen Parallelen zu sehen:

die Sendschreiben Gemeinde bis zur Entrückung

die Siegel im Vorfeld der Endzeit bis zur sichtbaren Wiederkunft Jesu und

Entrückung

die Posaunen in den letzten 7 Jahren einsetzend bis zur Entrückung

die Schalen in den letzten 3 1/2 Jahren einsetzend bis zur Entrückung nur

auf Reich des Antichristen

Insgesamt nützt es wenig, wenn wir anhand von bereits bekannten Ansichten Bibelstellen auslegen und diese bereits meinungsmäßig eingefärbten Auslegungen als Beweis anführen. Ich finde den Ansatz von Hr. Böhme sehr praktisch, die Punkte einzeln zu nennen um gezielt diese abzuhandeln. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn in dieser Art die von mir vorgebrachten Argumente für eine späte Entrückung behandelt würden und zudem gezeigt würde, dass meine Kritik an den 32 Punkte nicht stimmig ist. Zugegeben, diese Arbeit kostet Zeit und Mühe, aber einen anderen Weg, Klarheit zu erlangen kenne ich nicht. Um die Kernpunkte zu nennen:

Behandlung von 2. Thess. 2,1ff im Zusammenhang

Jerusalem = Braut = Weib = Gemeinde

Gemeinde in Offenbarung vorhanden

Ohne schlüssige Klärung dieser 3 Punkte ist eine Diskussion wenig sinnvoll. Daher sollte die Diskussion hier einsetzen.

Im übrigen möchte ich auf meinen Schlusssatz hinweisen. Es ist nicht mein vorrangigstes Ziel, jeden von meiner Sicht der Entrückung zu überzeugen. Dies kann nicht gelingen. Was mich aber bisher massiv stört und auch fatale Folgen haben kann, ist dass nur einseitig eine Vorentrückung gelehrt wird und nirgends auf Mängel in dieser Lehre verwiesen bzw. gar von anderen Meinungen gesprochen wird. Wie ich dargelegt habe, kann die Vorentrückungslehre sehr wohl falsch sein, zumindest liegen in der Auslegung teils erhebliche Probleme vor. Mir würde es reichen, wenn aufrichtig und konsequent darauf hingewiesen wird, dass die Vorentrückungslehre kein Dogma, keine unumstößliche Lehre wie die Rechtfertigungslehre ist. Sie kann falsch sein. Daher sollte den Menschen auch Hinweis gegeben werden, was zu tun ist, wenn ich doch recht haben sollte und Jesus erst ganz zu letzt kommt, wenn keiner mehr mit ihm rechnet.

 

Es grüßt dich herzlich

Martin (BRD)


Antwort zu Frage 862

Es ist offensichtlich, dass der Umfang meiner Ausarbeitung (311 Achtung 450 kb) nicht gering ist. Daher mag es richtig sein, es einfach nur zu überfliegen, die Punkte, die einem nicht gefallen zu vergessen und andere sich selektiv zu merken. Warum man dann aber sich genötigt fühlt, ohne richtige Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Inhalt eine Kritik daran zu verfassen, verstehe ich nicht. Der Schreiber von „862“ moniert, dass Mt. 24 nicht korrekt berücksichtigt ist. Soweit ich die Argumentation richtig verstehe, sieht er die Dinge wie folgt: Nach Mt. 24 wird es eine sorglose, ruhige Zeit sein, wenn Jesus die Gemeinde holt. Die Menschen werden gleich wie zu Noahs Zeiten in Wohlstand und Sorglosigkeit leben. Sollte hingegen eine Entrückung zum Ende der Trübsalszeit stattfinden, kann dieses Szenario nicht dem von Mt. 24 entsprechend. Zum Ende der Endzeit wird Chaos, Krieg und Angst die Welt beherrschen. Demnach kann die Entrückung nicht zum Ende der Trübsal stattfinden. Jesus muss 2x kommen, einmal verborgen in Zeiten von Wohlstand und Frieden, einmal sichtbar in Zeiten von Krieg und Chaos.

Klingt auf dem ersten Blick einleuchtend und überzeugend. Dies ist aber gerade das Wesen von falschen Ansichten und Lehren. Ich will dies an folgendem Abschnitt veranschaulichen:

Apg 16,32 Und sie redeten das Wort des Herrn zu ihm samt allen, die in

seinem Hause waren.

Apg 16,33 Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen

die Striemen ab; und er wurde getauft, er und alle die Seinigen alsbald.

Apg 16,34 Und er führte sie hinauf in sein Haus, setzte ihnen einen Tisch

vor und frohlockte, an Gott gläubig geworden, {Eig. Gott geglaubt habend} mit seinem ganzen Hause.

Viele sehen in dieser Stelle einen klaren Beweis für Kindertaufe. Er ließ sich mit den Seinigen taufen. Dazu gehören doch auch die Kinder. Diese Stelle ist für die Verfechter der Kindertaufe (also Taufe eines unmündigen

Kleinkindes) der Beweis für die Richtigkeit ihrer Handlung. Kennern der Bibel ist hier längst klar, dass es klare und unzweideutige Aussagen über die Taufe gibt, die unstrittig zeigen, dass zuerst der Glaube (verbunden mit Buße und Sündenvergebung) und dann die Taufe kommt und folglich Kinder, die noch unmündig zum Glauben sind, nicht gemeint sein können. Es ist fatal und Ursache vieler Irrlehren, dass einzelne Verse oder Abschnitte überbetont werden und Inhalte hineingelegt werden, die dem Text nicht direkt zu entnehmen sind. An obiger Stelle ist von Kindern nicht die Rede.

Betrachten wir nun den Text aus Mt. 24 gesamt:

Mt 24,37 Aber gleichwie die Tage Noahs waren, also wird auch die Ankunft des

Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,38 Denn gleichwie sie in den Tagen vor der Flut waren: sie aßen und

tranken, sie heirateten und verheirateten, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging,

Mt 24,39 und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte,

also wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,40 Alsdann werden zwei auf dem Felde sein, einer wird genommen und

einer gelassen;

Mt 24,41 zwei Weiber werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und

eine gelassen.

Mt 24,42 Wachet also, denn ihr wisset nicht, zu welcher Stunde euer Herr

kommt.

Mt 24,43 Jenes aber erkennet: Wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher

Wache der Dieb komme, so würde er wohl gewacht und nicht erlaubt haben, daß sein Haus durchgraben würde.

Mt 24,44 Deshalb auch ihr, seid bereit; denn in der Stunde, in welcher ihr

es nicht meinet, kommt der Sohn des Menschen. -

Mt 24,45 Wer ist nun der treue und kluge Knecht, {O. Sklave; so auch

nachher} den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur rechten Zeit?

Mt 24,46 Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also tuend

finden wird!

Mt 24,47 Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über seine ganze Habe setzen.

Mt 24,48 Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr

verzieht zu kommen,

Mt 24,49 und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, und ißt und trinkt mit

den Trunkenen,

Mt 24,50 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tage, an welchem er

es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß,

Mt 24,51 und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil setzen mit den

Heuchlern: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.

 

In der Frage „862“ erwähnt der Schreiber 2 Begriffe: „Wohlstand“ und „Sorglosigkeit“, welche die Zeit vor der Sintflut kennzeichnen sollen. Diese Begriffe findet man in diesem Abschnitt vergebens. Sie sind hineininterpretiert. Es steht nur geschrieben, dass zur Zeit der Entrückung die Menschen mit den Dingen des Lebens beschäftigt sein werden und aus diesem Zustand heraus entrückt werden bzw. zurück bleiben. Dieser Zustand des normalen Lebens (Essenszubereitung => Mahlen von Getreide, Arbeiten auf dem Feld => Arbeit) wird bis zum letzten Tag dieser Erde andauern. Ebenso werden die Menschen sich verlieben und heiraten, Dinge kaufen und verkaufen. Auch diese Dinge sind grundsätzliche Lebenssituationen, die bis zum letzten Tag des letzten Weltkrieges ebenso gültig waren, trotz allem Chaos und Not. Man könnte als Ausleger dazu übergehen, diese Umschreibung auf eine Lebensweise zu münzen, die nur noch das Diesseits kennt, jedoch Gott und eine Existenz nach dem Tod völlig verneint. Es geht über den Text aber völlig hinaus, anzunehmen, dass die Zeit vor der Sintflut mit Wohlstand und Sorglosigkeit gefüllt war. Aus dem Lied des Lamech (1.Mose 4,23ff) kann man erahnen, dass diese Zeit sehr brutal war. Lamech erschlug Menschen nur wegen einer Verletzung. Statt Kain nur 7x zu rächen, rächte sich Lamech 77x mal. Aus dieser Beschreibung der Zeit vor der Sintflut ist keine Sorglosigkeit abzuleiten. Wir wissen aber, dass die Menschen vor der Sintflut keine Achtung und Ehrfurcht vor Gott hatten. Gott spielte in ihrem Leben keine Rolle mehr. Andere Dinge traten an ihre Stelle, so dass dieses Geschlecht so verdorben wurde, dass es Gott in völlig zerstörte. Ich persönlich sehe in der starken Reduktion des Lebens auf Dinge des Lebens allein die Parallele zwischen der Endzeit und der Zeit Noahs. Die Menschen sind so beschäftigt mit den Dingen des Lebens, dass sie den Herr des Lebens nicht beachten und völlig überrascht sind, wenn dieser Gericht hält. Das Gefährliche der Argumentation ist, dass in einen Bibelvers eine Aussage hineingelegt wird („Sorglosigkeit“, „Wohlstand“), diese Kernbegriffe als Ergebnis des Textes herausgenommen werden und dann als Gegensatz zu anderen Stellen verwendet werden, so dass zum Schluss die Gleichung entsteht: Entrückung bei Wohlstand/Sorglosigkeit =/= Sichtbare Wiederkunft bei Gericht/Chaos = Jesus kommt 2x

Im Wesen ist diese Argumentation nicht besser als die der Kirche hinsichtlich Kindertaufe oder der Charismatiker hinsichtlich der allgemeinen und speziellen Zungengabe.

Im weiteren wird in der Frage „862“ der Punkt der Endzeiteinstellung behandelt. Es wird so dargestellt, als ob die Lehre, dass Jesus erst zum Ende der Trübsalszeit kommt, der Gemeinde die „Nahzeiterwartung“ nimmt. Dies ist in gewisser Weise so. Doch zählen nicht menschliche Wunschvorstellungen sondern auf der Bibel gegründete Vorstellungen. Man muss hier stark unterscheiden zwischen dem Weg der Gemeinde und dem persönlichen Weg. Jeder Mensch stirbt, erwartet oder plötzlich. Dies ist unsere persönliche Endzeit. Danach werden wir empfangen, worin wir unser Leben gelebt haben. Als treue Haushalter unseres Herrn –dies zeigen die Gleichnisse Jesu deutlich an – dürfen wir uns niemals zurücklehnen und darauf verlassen, es ist noch genügend Zeit. Wir sind persönlich für jeden Augenblick verantwortlich und daher gehalten, unser Leben optimal und nach dem Willen unseres Herrn auszugestalten. Dies kann aber in dem vollen Bewusstsein und Wissen, dass Jesus nicht sofort kommt, erfolgen. In seinen Endzeitreden hat Jesus Christus angekündigt, dass allen Völkern das Evangelium gepredigt wird, bevor er kommt (Mt 24,14). Diese Prophetie erfüllt sich erst in unseren Tagen. Daher konnte bis jetzt kein bibelkundiger Christ erwarten, dass die Entrückung kurz bevorsteht. Die Nahzeiterwartung, die den frühen Christen zuinterpretiert wird, steht nicht auf biblischen Fundament. Der Weg der Gemeinde insgesamt ist getrennt von unserem eigenem Schicksal zu sehen. Auch wenn der Weg der Gemeinde weitergeht, die Entrückung noch nicht unmittelbar angekündigt vor der Türe steht, weil verschiedene Zeichen noch ausstehen, muss ich in der persönlichen Endzeiterwartung meines eigenen Todes leben und handeln. Ich habe diese Endzeiteuphorie der Gemeinden (Wim Malgo, Lindsay usw.) ebenfalls persönlich miterlebt. Anfangs sprachen viele von Entrückung, von der baldigen Wiederkunft Jesu. Man riet meinen Eltern die Kinder nicht auf besondere Schulen zu schicken, vielmehr sollten sie doch bescheiden bleiben, für das Reich Gottes arbeiten statt zu lernen. Als ich dann heiratete und Planungen für mein Leben machte, sagten viele, ich solle nicht daran denken, ein Haus zu kaufen, denn dieses sei doch umsonst wenn doch Jesus in Kürze wiederkommt. Dies ist jetzt fast über 20 Jahre her. Zu meiner Verwunderung haben viele, die früher nur noch über Endzeit sprachen, heute kaum etwas hierzu zu sagen. Sie haben inzwischen feudale Häuser und leben ihr Leben mit viel Phantasie und Urlaub sehr gut. Wenn man über die Endzeit zu reden anfängt, hört man nicht selten, dass dies kein Thema sei. Jesus holt die Gemeinde vorher ab, was also sich darum kümmern. Dies ist doch alles Haarspalterei. Vielmehr versucht man evangelistisch zu sein. Man macht gemeinsame Sache mit Kirchen, mit charismatische Gruppen, Berührungsängste zur katholischen Kirche („sind doch auch Christen“) oder gar sektiererischen Gruppen („Adventisten“) gibt es nicht mehr. Gemeinsam für eine bessere Welt, Evangelium für die Welt, Einsatz für eine bessere Welt sind die Schlagworte dieser neuen Evangelisation. Dies mag für viele, die diese Web-Seite lesen nicht zutreffen, wer aber die Entwicklung der Gemeinden, der ehemals auf Christus gegründet waren, sieht, wird mir vielleicht zustimmen. Die Gemeinde läuft direkt in die endzeitliche Verwirrung. Abfall und Verirrung herrschen bis in die höchsten Kreise der Evangelikalen (man denke hier an Hr. Gerhard Maier und seinen Einsatz für die katholische Kirche) und trotzdem glaubt jeder, Jesus würde uns schon vorher abholen und vor der Verführung dadurch bewahren. Ich hoffe wirklich für viele, dass Jesus Christus verborgen und still vorher kommt und viele der Gemeinden dadurch vorher errettet. Jedoch sehe ich in der Bibel für diesen Wunsch keinen Raum und die jetzigen Entwicklungen zeigen dies überdeutlich. Welche Einstellung der Gläubigen wünschen wir uns nun in der Gemeinde? Gläubige, die sich ruhig zurücklehnen und trotz aller Irrungen darauf vertrauen, dass Jesus Christus sie schon vorher abholt oder Christen, die sich festigen und im Glauben wach halten, die sich der Gefahr der endzeitlichen Verführung bewusst sind und nüchtern, wachsam im Dienst für den Herrn stehen? Wer glaubt, dass Jesus erst nach der Trübsal kommt, wird nicht still dasitzen und meinen, es ist noch Zeit. Vielmehr wir er sich im Klaren sein, dass es in dieser letzten Zeit kein Überleben im Machtbereich des Antichristen gibt. Er wird warnen, keinesfalls das Zeichen des Tieres anzunehmen. Er wird die aktuellen Entwicklungen in der Gemeinde und in Israel aufmerksam beobachten, um bei gegebener Zeit Konsequenzen zu ziehen. Ich habe darüber im Abschnitt „Die persönliche Konsequenz“ mehr geschrieben. Falls nun dieser Christ sich getäuscht hat, Jesus Christus trotzdem vorher die Gemeinde entrückt, wird er besser dastehen als jene, die meinen bewahrt zu werden und dann doch hineingeraten. Wenn wir nicht klar festlegen können, welche Meinung nun tatsächlich korrekt ist, sollten wir uns nicht leichtfertig auf eine Standartmeinung festlegen. Vielmehr sollten wir so leben und andere auch lehren, für den schlechtesten Fall vorbereitet zu sein.

Ich habe mich bemüht, in meiner Diskussion des Themas „Entrückung vorhandene Argumente aufzugreifen und deren Fragwürdigkeit darzustellen. Es wäre hilfreich, in dieser Diskussionsebene vorerst fortzufahren und diese bereits angeführten Punkte eingehend zu diskutieren. Danach können gerne noch weitere und vielleicht auch gewichtige Punkte behandelt werden. Doch zuerst sollten die Standartargumente behandelt werden. Wenn meine Sicht der Dinge wirklich so falsch und unhaltbar ist, sollte es doch ein leichtes sein, die von mir genannten Argumente biblisch zu widerlegen. Dieses Widerlegen muss aber mit und durch das Wort erfolgen. Wir sind sonst in unserem Umgang mit dem Wort nicht besser als die vielfach kritisierten Charismatiker, Allversöhner usw.

Es grüßt in Christus mit alle Gläubigen verbunden

Martin

PS: Ich hoffe, lieber Peter, dass ich nicht zu direkt und zu hart argumentiere. Es liegt mir fern, jemanden persönlich anzugreifen oder bloß zu stellen. Anderseits wird oft so oberflächlich und ohne tieferes Nachdenken argumentiert, dass ich mich wirklich oft frage, ob wir in unserer Kritik von Charismatikern und anderen Gruppen nicht viel zu weit gehen- unsere Gemeinden sind keinen Deut oft besser. Es hat keinen Sinn in unbiblischer Art zu argumentieren. Damit vertun wir nur Zeit und Kraft, ohne dass das Wort zum Zug kommt. Dies will ich in der obigen Argumentation klar stellen. Sollte ich es aber etwas „weich spülen“, teile dies mir bitte mit. Rückantwort nur an hufnagel_martin@freenet.de senden!

Liebe Grüße

Martin


04,02,03

Lieber Martin

werde bitte kein "Weichspüler" .  Diese Website ist ja auch nicht für Mimosen gedacht. Deine Artikel sind wirklich gute Arbeiten und sie regen zum Nachdenken an.

Ich selber habe meine Einsicht betreffend Entrückung kundgetan. Ich wiederhole mich: Die Entrückung wird in den Evangelien nach meiner Ansicht nirgends gelehrt, also kann ich keine Ableitungen daraus machen.  Weil ich das so sehe, komme ich auch nicht in "Erklärungsnotstand." Nimmt mich Wunder,  ob weiterführende Einsendungen kommen. Denn es ist schon so wie Du schreibst, "wer interessiert sich den heute noch für die Entrückung"? Die Verweltlichung ist total.

Betreffend Deiner Bemerkungen zu Charismatik /Pfingstbewegung:
 Der Apostel Paulus hat schon gewarnt vor Zauberei. Was ist den Zauberei? --> Stimulierung durch Drogen, auch religiöser Natur.

Zu Allversöhner:
 Da diese Menschen  ja den Geist Gottes nicht haben, (sie machen den Herrn Jesus zu einem Lügner),   können sie eigentlich gar nicht als Christen angesehen werden. (Der Herr kennt die Sein sind, wir sollen uns von jeder Ungerechtigkeit abwenden). Ich habe einiges an deutschsprachigem aus Allversöhnerkreisen gelesen. Auffallend ist die bildhafte Erklärung der Schrift, man nimmt auffallend das Wort Gottes nicht ernst als Wort, darum dann auch die überspannte paninhafte Zahlensymbolik die dann den fehlenden Glauben überdeckt.  Am Anfang ist man intellektuell begeistert, bis man merkt, es geht nicht um Glauben, sondern um Beweise, dass das Wort Gottes in seiner Schärfe nicht stimmen soll. Auch wird permanent Gott als ein Monster dargestellt, das die Menschen dann aber irgendwann mal nicht mehr "quäle". Das ist die Vorstellung der Supercalvinisten x Allversöhner = ein quälender Gott. Nimmt mich Wunder was sie einmal vor dem grossen weissen Thron zum Herrn Jesus sagen!   

 

IN IHM, JESUS CHRISTUS,  der sich selbst für mich hingegeben hat und mich vor dem ewigen Tod in der Hölle errettet hat.

Hans Peter


5.2.03

Lieber Hans Peter,

Deine Antwort möchte ich wie folgt kommentieren:

"Ich glaube nicht,  dass der Herr Jesus jemals  in den 4 Evangelien von der Versammlung gesprochen hat, weil ich einfach keine Bibelstelle dazu finden konnte.

Ich glaube nicht,  dass der Herr Jesus je von Entrückung gesprochen hat, ganz einfach darum weil ich bis jetzt diese Bibelstelle noch nie gefunden habe."

Wenn man nicht finden will, wird man auch nicht finden. Das hat der Heilige Geist sicher absichtlich so eingerichtet. Der Herr Jesus hat in Bildreden zu den Jüngern gesprochen. Diese gilt es, zutreffend zu deuten. Eine dieser Bildreden findet sich z.B. in Lk.17,22-35. Man kann, wenn man will, alle Bilder, die der HERR verwendete, um geistliche Wahrheiten zu vermitteln, umdeuten und in ein vorgefaßtes, falsches Denkschema hineinpressen. Das Problem dabei ist nur, dass man dann das, was "übersteht" und nicht hineinpasst, abschneiden bzw. ignorieren muß. Einiges von dem, was Du ignorierst, hat Fritz Dir bereits aufgezeigt. Anderes habe ich beigetragen. Solange Du diese Argumente nicht überzeugend widerlegst, bleiben Deine beiden obigen Statements unglaubwürdig. Daran ändert auch häufiges Wiederholen nichts.

"Dann noch zu Mt 24.41. Das heisst in meiner Beschränktheit einfach, dass Welche für das 1000JR gelassen werden und Andere vorher genommen werden zum Gericht."

Frage: zu welchem Gericht? Wie genommen? Schön wäre es, wenn Du eindeutige Antworten aus der Schrift auf diese Fragen geben könntest und wenn Du damit den o.g. Argumenten entgegentreten würdest. Doch statt darauf einzugehen, gibst Du auch hier nur ein Statement ab. Begründung fehlt. Wen willst Du damit überzeugen? Es tut mir leid, aber das Wort "Gericht" kann ich beim besten Willen nicht in Mt.24,41 finden!!! Wie kommst Du denn auf diese Idee??? (Du merkst, ich verwende hier Deine Taktik: was ich nicht geschrieben finde, gibt es auch nicht!!) Da ist es doch naheliegender, in Mt.24,41 an die Entrückung zu denken, als an Gericht, oder etwa nicht? Immerhin heißt "paralambano" übersetzt: "wegnehmen", was einen Ortswechsel meint. Genau dasselbe meint auch das Wort Entrückung. Es ist ein Ortswechsel. Insofern ist es naheliegend, hier an Entrückung zu denken. Wie aber willst Du das Verb paralambano oder irgend ein anderes Wort aus diesem Vers mit einem Gedanken an ein Gericht verbinden? Nein, lieber Hans Peter, von einem Gericht lese ich in Mt.24.41 nichts aber auch gar nichts, nicht einmal eine irgendwie angedeutete Spur davon. Wenn Du schon nur das glaubst, was Du im Text wörtlich geschrieben findest, dann darfst Du in Mt. 24,41 überhaupt nicht an ein Gericht glauben. Da Du es aber doch tust, verhältst Du Dich inkonsequent: Den vom Text her sehr naheliegenden Gedanken der Entrückung lehnst Du ab (weil Du nichts davon liest). Statt dessen postulierst Du ein Gericht, was dort mit keiner einzigen Silbe erwähnt wird. Wo ist da die Logik?

"Ich kann nicht auf der einen Seite Prätribulationist sein und auf der anderen Seite denken, dass die Entrückung während der Drangsalszeit kommt."

Stimmt. Das kann ich auch nicht. Doch das verlangt ja auch niemand.

Übrigens: Du dürftest auch nicht glauben, dass Jesus in den Evangelien vom 1000JR gesprochen hat, weil Du in den Evangelien einfach keine einzige Stelle dazu finden kannst. Ist doch logisch, oder?

Herzliche Grüße

Bernd G.


Lieber Bernd

Ja es stimmt haargenau, ich habe die Entrückung nie gesucht in den 4 Evangelien. Ich suche eigentlich in der Schrift nie etwas Spezielles sondern ich lese sie einfach von vorne bis hinten von vorne bis hinten,  --->>>  Limes liegesdes 8....

 Und bis jetzt habe ich die Entrückung als Lehre nur bei Paulus gefunden. Sonnst bis jetzt noch nirgends.  Wie vorsichtig ich mit Bildern bin, habe ich Dir ja schon mal im Zusammenhag mir dem Bilderrahmen geschrieben, den ich fast wichtiger finde, ansonsten Spekulationen uferlos werden.

Zu Mt 24.41 und Gericht.  Ich lese einfach im Zusammenhang und da findet sich die Ankündigung der grossen Drangsal mit ihren spezifischen Gerichten der Endzeit ab Mt 24,15

1000JR. Ich denke das 1000JR ist doch tippisch für die Volker und die Israeliten z.B. in Mt 25 ab Vers 14  speziell z.B. Vers 34?

Liebe Grüsse

Hans Peter


7.2.03

Lieber Hans Peter,

"Zu Mt 24.41 und Gericht.  Ich lese einfach im Zusammenhang und da findet sich die Ankündigung der grossen Drangsal mit ihren spezifischen Gerichten der Endzeit ab Mt 24,15"

Da gebe ich Dir Recht. Sehe ich auch so. Ich lese nämlich auch einfach im Zusammenhang und da findet sich tatsächlich das, was Du sagst: Ab Mt. 24,15 ist von der grossen Drangsal die Rede. Richtig. ABER: Diese Zeit ist schon in Mt. 24,31 vorbei. Oder meinst Du vielleicht, die Drangsal sei beim Kommen des HERRN in Macht und Herrlichkeit noch nicht zu Ende??? Wie kommst Du eigentlich auf die Idee, Mt.24,40.41 meine die Drangsalszeit? Hast Du vielleicht beim Weiterlesen übersehen, dass in Mt. 24,38 von einer Zeit vor der Flut (= vor der Drangsal) die Rede ist? Dass der HERR vom Tag des Eingangs Noahs in die Arche sprach? (= der Tag, an dem die Flut begann). Wer auch immer von Noah repräsentiert wird - du meinst, es sei der Überrest, der durch die Drangsal hindurch gerettet wird, ich meine, dass Noah die Versammlung repräsentiert, die vor der Drangsal in den Himmel (=in die Arche) geht - wie auch immer man dieses Bild deutet - man kann nicht umhin, zu erkennen, dass "Alsdann" (d.h. am Tag vor der Flut = vor der

Drangsal) "einer genommen" und "einer gelassen" wird (Mt.24,40.41). Das Wort "Alsdann" (Mt.24,40) macht diesen Vers zeitgleich mit Mt.24,38, wo von einem Tag vor der Flut (=vor der Drangsal) die Rede ist. Welches Ereignis vor der Drangsal (= vor der Flut) kann es wohl sein, was hier beschrieben wird, wenn nicht die Entrückung?

Mt.24,39 beschreibt den selben Tag wie Mt.24,38. (Dieser Vers beginnt mit dem Bindewort "und".) Es ist nämlich der Tag, an dem sie den Eingang in die Arche nicht bemerkten. Sie bemerkten es erst, als die Flut kam. Vielleicht auch erst, als sie weggerafft wurden.

Selbst wenn sich das "Alsdann" auf das Kommen der Flut (Mt.24,39) beziehen sollte (und nicht auf den Tag des Eingangs in die Arche), dann befänden wir uns zeitlich gesehen noch immer vor der Drangsal, bzw. an deren Beginn. Zeitlich liegt Mt. 24,40.41 also in jedem Fall vor oder unmittelbar am Beginn der Drangsal.

Noch mal: Welches Ereignis könnte es sein???

Die einzige Möglichkeit, die evtl. bleibt, Mt.24,40.41 auf einen späteren Zeitpunkt (nämlich in die Drangsal hinein oder gar an deren Ende) zu verschieben, wäre die, das Wort "Alsdann" mit dem Zeitpunkt des "Wegraffens" (Mt.24,39) gleichzusetzen. Das aber macht absolut keinen Sinn, denn hierfür wird in Mt.24,39 kein eigener Zeitpunkt genannt. Das "Wegraffen" wird schlicht mit "und" mit dem Kommen der Flut verbunden, was darauf hinweist, dass der HERR das "Wegraffen" hier nicht als zeitlich relevant angesehen hat. Hätte er in Mt.24,40 den Zeitpunkt des Wegraffens im Sinn gehabt, hätte er diesen Zeitpunkt deutlich vom Tag des Eingangs in die Arche (bzw. des Kommens der Flut) unterschieden, denn er kannte die alte Geschichte sehr genau und wußte, dass es nach dem Kommen der Flut noch viele Tage dauerte, bis alle weggerafft waren. Der HERR sprach in Mt.24,38-41 von einer Zeit vor der Drangsal (=Flut) d.h. einem Zeitpunkt unmittelbar vor bzw. zu Beginn der Drangsal (=Flut). Ein anderer Zeitpunkt ist aus dem Text (und den Regeln des Verständnisses unserer Sprache) nicht verifizierbar.

Übrigens: Das Wort "Gericht" findest Du im ganzen Kapitel (Mt.24) nicht. Ich weiß wirklich nicht, warum Du in Mt.24,41 an ein Gericht denkst. Es ist im gesamten Kapitel mit keiner einzigen Silbe erwähnt.

Liebe Grüße

Bernd G.


7.2.03

Hallo lieber Hans Peter,

ich habe die letzten Beiträge und Diskussionen über das Thema, ob in den Evangelien die Entrückung enthalten ist oder nicht aufmerksam gelesen. Meines Erachtens kann man diese Frage nicht aus den Evangelien heraus beantworten. Ich halte diese Stellen für zu interpretierbar und daher nicht geeignet für eine Beweisführung. Wenn jemand neben dem sichtbaren Wiederkommen unseres Herrn eine stille und verborgene Entrückung annimmt, wird er diese in den Evangelien nicht finden, da die dort (in den Evangelien) geschilderten Ereignisse stets mit dem sichtbaren Kommen unseres Herrn verbunden sind. Für mich, der ich beide Ereignisse (Sichtbare Wiederkunft Jesu = Entrückung) zusammen sehe, ist hingegen in den Evangelien sehr wohl von Entrückung die Rede. Da aber der bereits vorher vorhandene Standpunkt das Ergebnis der Auslegung vorgibt, die Stellen unterschiedlich ausgelegt werden, sind ansich beide Interpretationen möglich. Daher nützt diese Diskussion meines Erachtens wenig. Erst durch die Festlegung über klarere Stellen (vornehmlich Paulus 1. + 2. Thess.) kann diese Frage der Entrückung beantwortet werden. Im Nachgang kann man nun Parallelen zu anderen Stellen ziehen (Off. 6 und Mt. 24 z.B.) Diese Parallelen haben aber für sich alleine keine selbständige Beweiskraft, sondern sich eine Art Prüfsumme, ob eine Auslegung korrekt ist. Sollten sich nämlich unvereinbare Widersprüche zu anderen Bibeltexten ergeben, so muss gefolgert werden, dass die Auslegung falsch oder ergänzt werden muss. In der Argumentation von Bernd G. ist etliches über Israel ausgesagt. Die von ihm zitierten Aussagen (Crawford) zeigen sehr deutlich an, dass offensichtlich innerhalb der Vorentrückungslehre bezüglich Israel manches noch sehr unausgegoren ist. Das Problem mit Israel, welches in der Diskussion über Mt. 24 anklingt liegt meines Erachtens darin, dass wie folgt gedacht wird: Entrückung der Gemeinde vor Trübsal => Ende der Verstockung Israels => Israel bekehrt sich teilweise => Israel kommt in Bedrängnis der Endzeit => Israel rettet sich an Bergungsort und wartet auf Wiederkunft des Herrn => Herr kommt auf Ölberg nieder => Israel erkennt Christus (Sach. 12) => gläubiger Überrest Israels geht in 1000-jähriges Reich ein

Problem dieser Sicht ist meines Erachtens, dass die Vollzahl der Heiden, mit welcher erst die Decke von Israel genommen wird (Römer 9-11)erst mit der Entrückung und dem Abschluss der Gemeinde erfolgen kann. Findet die Entrückung vor der Trübsal statt, kann bei direkter Betrachtung danach kein Heide mehr Teil der Gemeinde werden. Demnach wird jeder, der sich danach zu Jesus bekennt nicht mehr Teil der Gemeinde sein. Dies gilt auch für die danach bekehrten Israeliten während der Trübsal, da die Gemeinde bereits abgeschlossen ist. Das 2. Problem ist, dass die Bekehrung Israels in 2 Ereignissen gesehen wird. Einmal bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu nach Sach. 12, zum anderen vorher als Hinwegnahme der Decke nach Vollendung der Gemeinde.

Meines Erachten lässt sich dieses Thema leichter lösen, indem die Dinge wie folgt gesehen werden: Gemeinde Jesu wird erst bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu entrückt Gemeinde besteht aus unzählbaren Schar aus Heiden und auch aus einem Überrest messianischer Juden => Off. 6 Mit der Entrückung und sichtbaren Wiederkunft Jesu ist die Gemeinde vollendet und abgeschlossen. Bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu und der Vollendung der Gemeinde wird die Verstockung Israels beendet. Dies deckt sich mit der Schilderung aus Sach. 12. Dieses nun bekehrte Israel geht in das 1000-jährige Reich als Missionsvolk Gottes ein. Trotzdem wird dieses nach der Entrückung bekehrte Israel nie Teil der Gemeinde sein, da es durch Schauen nicht durch Glauben an Chrisus gläubig wird. Demnach werden dieses Menschen, wie auch alle Menschen, die an der Entrückung nicht teilnehmen, in dem Gericht am weißen Thron nach ihren Werken verurteilt. Diese Ansicht habe ich bereits ansatzweise in meine Ausarbeitungen enthalten, werde aber umfassender noch darauf eingehen (Kap. 3 Personen der Offenbarung). Da aber alle Ansichten mit dem Zeitpunkt der Entrückung stehen oder fallen, ist vorrangig die Klärung des Zeitpunkts der Entrückung immens wichtig. Ohne diese Klärung ist ein richtiges Verstehen der Offenbarung und vieler Prophetien nicht möglich.

 

Viele Grüße Martin ex. BRD


07..02.03

Lieber Bernd

ich werde nochmals über "die Bücher"  gehen!  In einigen Tagen schreibe ich Dir mal auf,  wie ich schon oft Mt 24 + 25 gelehrt habe im Hausbibelkreis.  Muss meine Randnotzitzen zuerst entziffern. Habe etwas Geduld mit mir. 

Liebe Grüsse

Hans Peter


10.2.03

Lieber Martin und andere Forenteilnehmer,

 

 

Kurzfassung des Beitrags:

Die Kernfrage:  Findet die Entrückung der Gemeinde zum gleichen Zeitpunkt statt wie die Ankunft des Herrn für das Volk Israel auf die Erde ?

 

Gründe, weshalb der Herr viel früher die Gemeinde in den Himmel holt:

 

?         Irdische Ereignisse werden nur im Alttestamentlichen Zeitrahmen vorhergesagt

?         Er kann nicht gleichzeitig überraschend und erwartet kommen. Es heißt nicht, dass er für die Welt draußen wie ein Dieb und unerwartet kommt, sondern für uns . Andererseits sind nach Dan. 12 die Tage bis zu seiner Ankunft abzählbar (in einem Zeitraum von 75 Tagen)

?         Überwindet der Antichrist die Gemeinde (Offb. 13;7) oder nicht (Mt. 16;18) oder ist sie dann gar nicht da ?

?         Die Trübsalszeit wird in der Offenbarung aus der himmlischen Perspektive beschrieben, die Gemeindezeit sowie die Zeit nach der Ankunft des Herrn in Offb. 19 auf der Erde.

?         Wenn die Ältesten der Offenbarung nicht die Gemeinde repräsentieren, wen dann ? Meines Wissens nach werden Engel nie als “Älteste” in der Bibel bezeichnet.

?         Anker-Argumentation: 2. Thes 2: alternative Erklärungsmöglichkeit: Als Beweis gegen Entrückung vor Trübsal nicht heranziehbar, da wir die genauen Umstände, die Paulus zu diesem Abschnitt veranlasst haben, nicht kennen.

 

Die Lehre der Entrückung vor der Trübsal ist meiner Meinung nach kein “billiger Trost für laue, leidensscheue und wohlstandsverwöhnte Christen”. Ich teile Martins Sorge um die “billige Gnade” aus ganzem Herzen, ich gehe sogar noch weiter, dass viele bekennende Christen sich sehr erschrecken werden, wenn sie feststellen, dass sie bei der Entrückung nicht dabei waren. Aber auch wenn niemand entrückt wird und die Gemeinde auf der Erde bleibt: Wer kann den Treuen etwas anhaben ? Der Antichrist kann denen höchstens ihr Leben nehmen, aber nicht ihre Seele. Wir sollten unsere Situation nicht verallgemeinern, ein Leben der Christen ohne Verfolgung im Wohlstand ist kirchengeschichtlich außergewöhnlich, nicht normal. Unter Verfolgung ist es eigentlich gleichgültig, wer die Verfolger sind. Deshalb: “Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärst stehts den Blick, wir gehen an unseres Meisters Hand und unser Herr geht mit !”

 

 

Ausführliche Fassung:

 

Ich habe mir nun die Zeit genommen, Deine Beträge etwas eingehender zu studieren. Zugegebenermaßen war es von mir nicht fair, auf Deinen Beitrag zu antworten ohne ihn genauer gelesen zu haben. Da ich selbst auch schon Erfahrungen mit vielen Lehrsystemen gemacht habe, neige ich auch dazu, Fragen nur anhand der Schrift zu beantworten und nicht anhand eines theologischen Systems (z.B. Dispensationalismus). Auch wenn meiner Meinung nach der Dispensationalismus viele Fragen für mich schlüssig beantwortet, will ich vermeiden, mit dem Dispensationalismus zu argumentieren. Deshalb will ich die Frage, ob in den Evangelien die Entrückung erwähnt wird, nicht weiter erörtern. Die Kernfrage, um die es mir geht, ist:

 

Wie oft muss der Herr noch kommen ?

 

Nach Martins These kommt er sowohl für die Gemeinde als auch für das Volk Israel am Ende der Zeiten zu einem Zeitpunkt, meiner Meinung nach handelt es sich um zwei verschiedene Ereignisse zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

 

Zum Einen möchte ich versichern, dass ich Martins Kritik nicht persönlich genommen habe, sondern ich halte das Forum für eine gute Möglichkeit, dass ein Mann einen anderen schleift (Spr. 27;17). Wie Hans-Peter schon geschrieben hat: Das Forum ist nicht für Mimosen. Ich möchte, dass auch meine Beiträge kritisch hinterfragt und geprüft werden mit dem Ziel, dass wir alle unserem gemeinsamen Herrn näher kommen und wir ihm ähnlicher werden.

 

Die Frage des Zeitpunkts der Entrückung wird meiner Meinung nach nicht so hieb- und stichfest beantwortet wie z.B. die Frage der Errettung des Menschen. Deshalb sollten wir uns einander zustehen, in dieser Frage unterschiedliche Sichten zu vertreten. Nach Lesen der Artikel und einigem Nachdenken möchte ich einige Punkte aufzeigen, weshalb es sich beim Kommen des Herrn in der Zukunft möglicherweise doch um zwei völlig unabhängige Ereignisse unter völlig verschiedenen Umständen handeln könnte. Jedenfalls kann ich die gegensätzlichen Beschreibungen der Umstände des Kommens des Herrn am Besten damit erklären, dass er noch zwei Mal kommen muss, und dass der erste Zeitpunkt völlig überraschend ohne jegliche Vorankündigung kommt. Hierbei komme ich meiner Meinung nach ohne ein theologisches System aus, sondern alleine aus der Schrift.

 

1. Irdische Ereignisse werden nur im alttestamentlichen Zeitrahmen vorhergesagt

 

Daniel erwähnt vier große Weltreiche: Babylon, Persien, Griechenland und Rom. Aber die Bibel schreibt kaum oder nichts über noch größere und bedeutendere Reiche der Weltgeschichte wie: China (nur ein Vers !), Mongolei, Arabisches Weltreich, das britische Empire, Spanien, USA und Russland (höchstens Hes. 38-39). Dies hat meiner Meinung nach nur einen Grund: Diese Reiche hatten ihre Blüte in der Gemeindezeit und hatten keinen Einfluss auf Gottes Heilshandeln für das Volk Israel. Es gibt einige Überscheidungen zu Beginn und zum Ende der Gemeindezeit: Die Zerstörung Jerusalems durch Titus wird in Dan. 9;26 angedeutet, die Sammlung des Volkes Israels, die an vielen Stellen im Alten Testament angedeutet ist.

 

Somit deckt die Alttestamentliche Prophetie die Zeit der 70 Jahrwochen ab: Zum Einen die Zeit bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels sowie sieben noch in der Zukunft liegende Jahre mit dem anschließenden Friedensreich. Die Zeit zwischen der Zerstörung des Zweiten Tempels bis zum Beginn der sieben Jahre (Drangsal Jakobs) ist in der Prophetie völlig ausgeblendet, obwohl aus menschlicher Sicht diese Zeit in der Menschheitsgeschichte sehr bedeutsam war und ist. Weiterhin wird der Gemeinde im Neuen Testament vermittelt, dass sie auf der Erde Gäste und Fremdlinge sind und keine irdische Heimat haben. Wir werden ermahnt, nach droben zu schauen und nicht auf das, was auf der Erde ist (Kol. 3). Deshalb meine ich, dass auf wir keine prophetischen Ereignisse auf der Erde hingewiesen werden, die sich noch erfüllen müssen, sondern das Ende der Gnadenzeit unvermittelt und auch für uns überraschend eintritt: “Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde” (Mt. 25; 13

 

 

2. Widerspruch: Kommt er überraschend oder erwartet ?

 

Martin schreibt: sowohl als auch. Das kann ich mir mit meinem Menschenverstand nicht erklären:

 

Dan. 12;11-12:

 

11 Und von der Zeit an, in der das regelmäßige Opfer abgeschafft wird, um den verwüstenden Greuel einzusetzen, sind es 1290 Tage.

12 Glücklich, wer ausharrt und 1335 Tage erreicht!

 

Mt. 24;42+50:

 

42 Wacht also! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt

 

50 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß

 

Halte ich mich an die Aussagen von Daniel 12, so bedarf es keinerlei geistlichen Unterscheidungsvermögen, um die Ankunft des Herrn zu berechnen, sondern ich kann stur die Tage abzählen, sobald das regelmäßige Opfer in einem noch zu errichtendem Tempel abgeschafft wird. Einen weiteren Hinweis erhalte ich in Dan. 9;27, dass es noch ca. sieben Jahre dauert, wenn Israel einen Bund mit dem Nachfolger des Römischen Reiches eingeht. Lasse ich demgegenüber die Ermahnungen stehen, wachsam zu sein, weil wir weder Zeit noch Stunde wissen, dann sind diese Makulatur, wenn ich nur genau die Ereignisse im Nahen Osten verfolgen muss, um den Zeitpunkt zu errechnen.

 

Es gibt noch weitere Widersprüche wie folgt:

?         Frieden oder Krieg ? (Sach. 14 gegenüber Mt. 24;36-39 und 1. Thes 5;3)

?         Trübsal und Angst oder geregeltes Leben ?

 

3. Überwältigt der Antichrist die Gemeinde oder nicht ?

 

Mt. 16;18

 

Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

 

Offb. 13;7

 

Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden; und es wurde ihm Macht gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Sprache und jede Nation.

 

Der Herr verheißt, dass die Gemeinde nicht überwältigt wird, aber der Antichrist wird die Heiligen überwinden. Es wird keinen Ort geben, wo sie sich zurückziehen können, denn der Antichrist hat Macht auf der ganzen Welt. Gut, mag sein, dass die Gemeinde das Weib in Offb. 12 repräsentiert und sich die Gemeinde in der Wüste versteckt. Aber ansonsten werden alle Heiligen überwindet werden. Das Weib kann jedoch sowohl das Volk Israel als auch die Versammlung sein, also widerlegt Offb. 12 die Entrückung vor der Trübsal nicht, belegt sie aber auch nicht.

 

4. Perspektive der Offenbarung

 

In der Offenbarung gibt es fünf Stellen, an denen etwas geöffnet wird:

 

?         Eine Tür geöffnet im Himmel (Offb. 4;1)

?         Das Buch (letztes Siegel) wird geöffnet (Offb 8;1) (Ein versiegeltes Buch kann dann aufgerollt werden, wenn das letzte Siegel offen ist)

?         Der Tempel Gottes wurde geöffnet (Offb. 11;19)

?         der Tempel des Zeltes des Zeugnisses wird geöffnet (Offb. 15;5)

?         Der Himmel ist geöffnet (Offb. 19;11)

 

Wende ich zusätzlich Offb. 1;19 (Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird) an, so kann man die Offenbarung in sieben Abschnitte wie folgt aufteilen:

 

?         “was du gesehen hast” (Offb 1)

?         “was ist” (Offb.2+3)

?         “was nach diesem geschehen wird” in weiteren fünf Abschnitten, in denen nacheinander eine Tür im Himmel, das Buch, der Tempel, der Tempel des Zeltes des Zeugnisses und schließlich der Himmel geöffnet wird,

 

Die Perspektive des Betrachters ändert sich in den jeweiligen Abschnitten: Die ersten beiden Abschnitte sind aus der Perspektive der Erde, der dritte bis sechste Abschnitt ist aus der Perspektive des Himmels beschrieben (dort, wo unsere himmlische Heimat ist) und der siebte Abschnitt bezieht sich wieder auf die Erde. Warum ist das für die Entrückung wichtig ?

 

Die Ereignisse beschreiben das Gerichtshandeln Gottes über eine unbußfertige Welt. Es ist nicht das Ziel der Offenbarung, einen lückenlosen Zeitplan zu erhalten, mit der wir “die Chronik der letzten sieben Jahre” schreiben können, wie es einige versuchen, sondern um Gottes Größe zu erkennen und zu bestaunen. Die Offenbarung ist ein Lied voller Lieder, die uns zum Singen ermutigen soll.

 

In Offb. 12;12 heißt es: Darum seid fröhlich, ihr Himmel, und die ihr in ihnen wohnt! Wehe der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat.

 

Arme Gemeinde, die sich jetzt noch auf der Erde befindet ! Wenn sie nun gleichermaßen wie Johannes alles aus himmlischer Perspektive sehen, wird das eine große Freude und Anbetung im Himmel sein. Deshalb gibt meiner Meinung nach die einzigartige Perspektive der Prophetie, die von der irdischen Perspektive des Alten Testamentes abweicht einen guten Hinweis, dass die Gemeinde des Herrn schon im Himmel ist.

 

 

5. Wenn die Ältesten in Offenbarung nicht die Gemeinde sind: wer dann ?

 

In der Bibel ist bei den Ältesten immer von Menschen die Rede, nie von Engeln. Deshalb halte ich es für naheliegend, auch hier die Gemeinde anzunehmen, denn wer sollen sie sonst sein ?

 

6. 2. Thes 4: Die Anker-Argumentation gegen eine Entrückung vor der Trübsal

 

Hier beschreibt Paulus, dass der Tag des Herrn nicht eher kommt bis der Antichrist auftritt. Was ist aber der Tag des Herrn ? Mich würde gerne interessieren, von was die Thessalonicher ausgegangen sind. Haben sie gedacht, dass Jesus irgendwo auf der Erde erschienen ist ? Meinten sie, dass sie die Entrückung verpasst haben ? Leider erfahren wir hier nicht die genauen Probleme dieser Gemeinde. Ich lese hier daraus, dass wir keinen Messias zu erwarten haben, der uns als Zeitgenosse plötzlich erscheint und glaubhaft uns mitteilt, er sei Jesus Christus. Wir sollen den Herrn aus den Himmeln erwarten (1. Thes. 1;10, Phil. 3;20), die Blickrichtung, die wir generell im Leben einnehmen sollen (Kol 3).

 

Ich verstehe diese Stelle als einen wichtigen Hinweis, dass uns niemand kommen kann, dass er irgendwo Christus begegnet ist, der nun sein Reich auf der Erde aufrichten will. Jesus selbst warnt uns vor den falschen Christussen. Man hört immer wieder von Sekten und Gruppen, die sich heutzutage um einen selbsternannten Messias scharen. Da mag der Hinweis auf den Antichristen sinnvoll sein, dass Christus nicht auf die Erde kommt, bevor er erscheinen wird. Aber wir warten nicht auf Christus, der auf der Erde erscheint, sondern auf Christus, der uns im Himmel begegnet.

 

Beachte ich aus dem Gesamtkontext der Bibel, dass Jesus zum Einen aus dem Himmel für die Gemeinde kommt und zum anderen für das Volk Israel auf die Erde, so bereitet mir diese Stelle im Gesamtzusammenhang keine Not.

 

Praktische Schlussfolgerungen:

 

Auch ich habe mich gegen die Lehre der Entrückung der gesamten Gemeinde vor der großen Trübsal gesträubt, weil ich in ihr einen bequemen Weg für uns gesehen habe, der uns vor aller Trübsal und Leid rechtzeitig entfernt. Aber wir dürfen unsere aktuelle Situation in Westeuropa und den USA nicht mit dem Rest der Welt vergleichen, wo aktuell in über 60 Ländern dieser Erde Menschen um des Herrn willen verfolgt werden. Es ist eigentlich für den Betroffenen gleichgültig, ob er vom Antichristen selbst oder einer seiner Vorläufer verfolgt wird. Es ist der Normalzustand der Gemeinde, dass sie verfolgt wird und ich halte unsere aktuelle Situation für die große kirchengeschichtliche Ausnahme und nicht für den Regelzustand der Christen. Auch stimme ich Martin zu, dass heutzutage viele Menschen sich nur gefühlsmäßig bekehren, aber keinen echten, rettenden Glauben haben. Sie werden die Entrückung verpassen, gleichgültig, wann sie stattfindet. Ich gehe selbst davon aus, dass nach der Entrückung bestimmt fast alle Gemeinden weiterbestehen werden, eben mehr oder weniger gefüllt. Insofern halte ich die Vorentrückungslehre nicht für einen billigen Trost.

 

Sollen wir nun auswandern ? Dieser Hinweis richtet uns doch wieder auf die Erde, dass wir zusehen sollen, nun möglichst schnell aus dem künftigen Machtbereich des Antichristen zu verschwinden. Wenn unser Blick nach Oben gerichtet ist, was kann der Antichrist uns denn anhaben ? Er kann unser Leben nehmen, wenn wir doch nicht entrückt werden, aber nicht unsere Seele (Mt. 10;28). Ist unser Blick auf den Herrn in den Himmeln gerichtet, dann brauchen wir uns nicht vor dem Tod zu fürchten ! Egal, ob es Nero, die katholische Inquisition, Hitler, Stalin, Mao, die Moslems oder der Antichrist persönlich ist, der uns an den Kragen geht. Ich bete und wünsche mir dieses Sehnen nach dem Herrn, dass die Welt für mich im Vergleich dazu eine Wüste ist und ich diese Kraft haben werde, wenn es sein muss.

 

Letztendlich soll sich jeder Leser dieser Beiträge anhand der Schrift ernsthaft prüfen, wie es sich verhält. Auch ich will wie Martin niemand von meiner Sicht zur Entrückung überzeugen, sondern ermutigen, seinen Blick himmelwärts auf den Herrn zu richten.

 

Liebe Grüße und Gottes Segen

Fritz Wolf

 


 

Die  Einsicht von H.P. zur Entrückung widerspiegelt sich in folgendem Artikel von

OH sehr gut  WK


08.03.03 

Zu 862 Erwiderung auf Stellungnahme bzw. Einwände von Fritz Wolf

Ich möchte im folgenden  die Einwände von Fritz Wolf behandeln. Damit nicht lange gesucht werden muss, habe ich die Textpassagen hineinkopiert und mit anderer Schrift versehen.

Zu 2. Widerspruch: Kommt er überraschend oder erwartet ?

 Martin schreibt: sowohl als auch. Das kann ich mir mit meinem Menschenverstand nicht erklären:

 Dan. 12;11-12:

 11 Und von der Zeit an, in der das regelmäßige Opfer abgeschafft wird, um den verwüstenden Greuel einzusetzen, sind es 1290 Tage.

12 Glücklich, wer ausharrt und 1335 Tage erreicht!

 Mt. 24;42+50:

 42 Wacht also! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt

 50 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß

 Halte ich mich an die Aussagen von Daniel 12, so bedarf es keinerlei geistlichen Unterscheidungsvermögen, um die Ankunft des Herrn zu berechnen, sondern ich kann stur die Tage abzählen, sobald das regelmäßige Opfer in einem noch zu errichtendem Tempel abgeschafft wird. Einen weiteren Hinweis erhalte ich in Dan. 9;27, dass es noch ca. sieben Jahre dauert, wenn Israel einen Bund mit dem Nachfolger des Römischen Reiches eingeht. Lasse ich demgegenüber die Ermahnungen stehen, wachsam zu sein, weil wir weder Zeit noch Stunde wissen, dann sind diese Makulatur, wenn ich nur genau die Ereignisse im Nahen Osten verfolgen muss, um den Zeitpunkt zu errechnen.

 

 

Diesen Einwand von Fritz, der sicherlich auch von anderer Seite erhoben wird, möchte ich genauer betrachten. Er ist von grundlegender Bedeutung. Sollte tatsächlich im Wort die Möglichkeit einer Früherkennung der Wiederkunft Jesu verneint werden, so wäre dies ein vernichtendes Urteil für jede Lehre, die eine Vorentrückung ablehnt. Es ist nun sehr wichtig, die entscheidenden Stellen der Bibel im Zusammenhang zu betrachten. Wesentlich ist hierbei auch, welche Ansicht der Auslegung zugrunde liegt.

Ich will hier zuerst bei der Wiederkunftsrede unseres Herrn Jesu in den Evangelien anfangen. Die umfassenste Stelle hierzu steht bei Matthäus.

Mt 24,1      Und Jesus trat hinaus und ging von dem Tempel {die Gebäude; s. die Anm. zu Kap. 4,5} hinweg; und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen.

Mt 24,2             Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht alles dieses? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird.

Mt 24,3             Als er aber auf dem Ölberge saß, traten seine Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird dieses sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?

Mt 24,4      Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch niemand verführe!

Mt 24,5      Denn viele werden unter meinem Namen {Eig. auf Grund meines Namens} kommen und sagen: Ich bin der Christus! und sie werden viele verführen.

Mt 24,6             Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Sehet zu, erschrecket nicht; denn dies alles muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.

Mt 24,7      Denn es wird sich Nation wider Nation erheben und Königreich wider Königreich, und es werden Hungersnöte und Seuchen sein und Erdbeben an verschiedenen Orten.

Mt 24,8      Alles dieses aber ist der Anfang der Wehen.

Mt 24,9      Dann werden sie euch in Drangsal überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen gehaßt werden um meines Namens willen.

Mt 24,10      Und dann werden viele geärgert werden und werden einander überliefern und einander hassen;

Mt 24,11      und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen;

Mt 24,12      und wegen des Überhandnehmens der Gesetzlosigkeit wird die Liebe der Vielen {d.i. der Masse der Bekenner; vergl. Dan. 9,27} erkalten;

Mt 24,13      wer aber ausharrt bis ans Ende, dieser wird errettet werden.

Mt 24,14      Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.

Mt 24,15      Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem durch Daniel, den Propheten, geredet ist, stehen sehet an heiligem Orte (wer es liest, der beachte {O. verstehe} es),

Mt 24,16      daß alsdann die in Judäa sind, auf die Berge fliehen;

Mt 24,17      wer auf dem Dache {O. Hause} ist, nicht hinabsteige, um die Sachen aus seinem Hause zu holen;

Mt 24,18      und wer auf dem Felde ist, nicht zurückkehre, um sein Kleid zu holen.

Mt 24,19      Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen!

Mt 24,20      Betet aber, daß eure Flucht nicht im Winter geschehe, noch am Sabbath;

Mt 24,21      denn alsdann wird große Drangsal sein, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzthin nicht gewesen ist, noch je sein wird;

Mt 24,22      und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.

Mt 24,23      Alsdann, wenn jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus, oder hier! so glaubet nicht.

Mt 24,24      Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.

Mt 24,25      Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.

Mt 24,26      Wenn sie nun zu euch sagen: Siehe, er ist in der Wüste! so gehet nicht hinaus; Siehe, in den Gemächern! so glaubet nicht.

Mt 24,27      Denn gleichwie der Blitz ausfährt von Osten und scheint bis gen Westen, also wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,28      [Denn] wo irgend das Aas ist, da werden die Adler versammelt werden.

Mt 24,29      Alsbald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.

Mt 24,30      Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen in dem Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, {O. der Erde} und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit. {O. mit großer Macht und Herrlichkeit}

Mt 24,31      Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, {O. Trompetenschall} und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. {W. von den Enden der Himmel bis zu ihren Enden}

Mt 24,32      Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist {O. weich wird} und die Blätter hervortreibt, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist.

Mt 24,33      Also auch ihr, wenn ihr alles dieses sehet, so erkennet, daß es nahe an der Tür ist.

Mt 24,34      Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dieses geschehen ist.

Mt 24,35      Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.

Mt 24,36      Von jenem Tage aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel der Himmel, sondern mein Vater allein.

Mt 24,37      Aber gleichwie die Tage Noahs waren, also wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,38      Denn gleichwie sie in den Tagen vor der Flut waren: sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging,

Mt 24,39      und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte, also wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,40      Alsdann werden zwei auf dem Felde sein, einer wird genommen und einer gelassen;

Mt 24,41      zwei Weiber werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen.

Mt 24,42      Wachet also, denn ihr wisset nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt.

Mt 24,43      Jenes aber erkennet: Wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb komme, so würde er wohl gewacht und nicht erlaubt haben, daß sein Haus durchgraben würde.

 

In dieser Rede des Herrn Jesus werden verschiedene Ereignisse nebeneinander beschrieben. Es genügt hier der Platz nicht, diese einzeln herauszuarbeiten.  Gemäß der Frage der Jünger werden 3 Dinge beantwortet:

V3 Sage uns, wann wird dieses sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?

 

Wann geschieht die Zerstörung des von den Jüngern so bewunderten Tempels? Was sind die Zeichen der Ankunft bzw. Wiederkunft Jesu und wann wird das Zeitalter vollendet?

Die Zerstörung des Tempels erfolgte ca. 70 n. Chr. Und deckt sich weitestgehend mit den Ereignissen, die Jesus in den Versen 15-22 nannte. Die Parallelstellen in Lukas und Markus geben weitere Informationen über dieses Ereignis. Doch gerade der Hinweis auf eine Trübsal, wie sie es noch nie auf Erden gegeben hat, zeigt an, dass V22 nicht 70 sondern irgendwann zum Ende dieses Zeitalters stattfinden wird. Die nachfolgenden Beschreibungen liegen in der Zeit kurz vor der Wiederkunft unseres Herrn bzw. bei seiner Wiederkunft. Es ist aber umstritten, wo die 3. Frage nach der Vollendung des Zeitalters beantwortet wird. Meines Erachtens kann nur das Gleichnis ab V. 31 auf die Vollendung des Zeitalters gedeutet werden, da hier die Nationen gerichtet werden, nicht aber Gläubige. Dieses Gericht muss daher nach der 2. Auferstehung stattfinden, da an der ersten nur die Gläubigen teilhaben. Doch ist dies eine eigene Arbeit, dieses Thema abschließend zu klären.

Unstrittig geht es in den Abschnitten von V22 bis V31 um die sichtbare Wiederkunft Jesu Christi als Herrn dieser Welt. Wer eine stille Entrückung annimmt, wird diese hier nicht suchen und letztlich auch nicht finden können, da derartige Annahmen sich aus dem Text nur unter Ansatz bereits bestehender Ansichten ableiten lassen. Betrachten wir den Text daher nun unter dem Gesichtspunkt, dass Entrückung und sichtbare Wiederkunft Jesu identisch sind, in einem Ereignis liegen. Fokus dieser Betrachtung ist die Frage, ob dieses Ereignis nun völlig unangekündigt und ohne Vorwarnung geschieht oder ob der Text andere Rückschlüsse zulässt. Folgende Aussage sind hier wichtig:

Mt 24,14      Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.

Mt 24,32      Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist {O. weich wird} und die Blätter hervortreibt, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist.

Mt 24,33      Also auch ihr, wenn ihr alles dieses sehet, so erkennet, daß es nahe an der Tür ist.

Mt 24,34      Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dieses geschehen ist.

Mt 24,36      Von jenem Tage aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel der Himmel, sondern mein Vater allein.

Mt 24,42      Wachet also, denn ihr wisset nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt.

Mt 24,44      Deshalb auch ihr, seid bereit; denn in der Stunde, in welcher ihr es nicht meinet, kommt der Sohn des Menschen. -

Mt 25,13           So wachet nun, denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde.

 

 

 

Betrachten wir nun diese Passagen hinsichtlich einer Zeitbestimmung.

V14 sagt klar aus, dass, bevor das Ende kommen kann, das Evangelium dem ganzen Erdkreis und allen Nationen verkündigt werden muss. Da diese Verkündigung durch die Gemeinde erfolgt, kann festgestellt werden, dass es letztlich bis in unsere Tage hinein klar fest steht, dass keine Entrückung oder Wiederkunft Jesu geschehen kann, da eben diese Bedingung nicht erfüllt ist. Bis in unsere Tage gibt es noch immer Völker, die nie ein Wort des Evangeliums erreicht hat. Jedoch stehen wir kurz bevor, dieses Kriterium zu erreichen. Demnach kann eine Entrückung erst in unseren Tagen geschehen, das Ende dieses Zeitalters erst jetzt erwartet werden. Wir haben also einen klaren Hinweis der Bibel auf ein Kriterium für die Entrückung. Da zur Zeit des Apostel Paulus dieses Kriterium nie erfüllt gewesen und anzunehmen ist, dass sich der Heilige Geist nicht widerspricht, wäre es falsch, dem Apostel Paulus eine Entrückung zu seinen Lebzeiten als seine Lehre unterzuschieben. Die Aufforderung, alle Zeit bereit zu sein, kann daher nicht als Beleg für eine sofortige und jederzeit zu erwartende Entrückung gewertet werden, weil sonst Paulus der hier genannten Stelle widersprechen würde.

 

Die Verse 32 – 34 sind vielfältig missbraucht worden. Viele haben aus dem Geschlecht eine Jahreszahl, zumeist 40, geformt und dadurch unter Zugrundelegung des Gründungsjahres Israels (1948) 1988 oder andere Jahreszahlen für die sichtbare Wiederkunft Jesu errechnet. Heute schreiben wir 2003 und es ist noch immer nichts geschehen.

Betrachten wir diesen Vers daher genauer: Jesus weist darauf hin, auf den Feigenbaum zu achten, wenn er grünt, erkennt man, dass es Sommer wird. Analog sollen wir Gläubigen auch anhand der von Jesus genannten Zeichen erkennen, dass der Sommer, die Zeit der Ernte naht und Jesu Wiederkunft vor der Türe steht. Jesus erklärt nun, dass das Geschlecht bzw. diese Generation nicht vergehen wird, bevor alles sich erfüllt. Wir dürfen die Bibel nicht mit außerbiblischen Vorstellungen und Gedanken auslegen. In der Bibel kann mit Generation das Lebensalter eines Menschen gemeint sein, ebenso aber auch der Zeitraum von der Geburt bis zur Geburt der gezeugten Generation. Dies ist die Generationsangabe, die vornehmlich in den Stammbäumen genannt wird (siehe Chroniker, Bücher Mose usw.).

Die Lebenszeit eines Menschen kann nach heutiger Erfahrung bei über 100 Jahre liegen. Die Angabe der Dauer einer Generation ist hingegen in der Bibel relativ genau beschrieben. Abraham war 100 Jahre alt, als ihm Isaak geboren wurde. Genau 4 Generationen war Israel in Ägypten. Diese Zeitspanne wird mit 400 Jahren angegeben. Demnach kann der Begriff Generation bis zu 100 Jahre umfassen. Den Startpunkt können wir nur ungenau festsetzen. Liegt er in der Gründung Israels als Staat (1948) oder in der Eroberung Jerusalems (1967)? Wir wissen es nicht. Vielleicht setzt das grünen Israels, dem Feigenbau Gottes bereits schon in den 20-ziger Jahren ein, als die ersten Kibutz gegründet wurden.

Unabhängig davon gibt aber wiederum das Wort ein Kriterium an, anhand dessen die Gemeinde, der einzelne Gläubige erkennen kann, ob Jesu Wiederkunft bevorsteht oder nicht. Wir sehen also, es kann abgeschätzt werden, wann Jesu Wiederkunft kommt, jedoch kann diese Schätzung nur einen groben Zeitbereich abdecken und eignet sich nur als Aufforderung zur Wachsamkeit, nicht aber zur Ermittlung von Terminen.

 

Jesus hat nun in den vorgenannten Abschnitten dieser Rede Kriterien genannt, anhand seine Wiederkunft abgeschätzt oder zumindest als wahrscheinlich zu sehen ist. Trotzdem weist Jesus in 24,42+44; 25,13 darauf hin, dass man wachsam und nüchtern sein soll, denn keiner weiß, wann der Herr wiederkommt. In V36 sagt er sogar, dass er, der Herr selbst und die Engel den Zeitpunkt dieses Tages nicht kennen, sondern allein Gott, der Vater. Widerspricht sich hier nicht unser Herr in seinem eigenen Wort? Dies ist kaum anzunehmen. Daher muss hier der Wortsinn und der genaue Inhalt betrachtet werden. 

Zum einen werden wir aufgefordert, wachsam und nüchtern zu bleiben, da der Tag der Wiederkunft nicht bekannt ist. Niemand außer Gott selbst kennt diesen Tag. Anderseits gibt Jesus für diese Zeit Kriterien an, die das Heraufkommen dieses Ereignisses erkennen lassen.

Meines Erachtens ist dieser förmliche Wiederspruch wie folgt lösbar:

Jesus gibt für die Zeit seines Kommen ein Zeitfenster an, welches anhand der Kriterien sichtbar wird. Es müssen alle Völker evangelisiert sein. Israel muss wieder grünen. Kriegsschrecken, Verführungen usw. müssen die Erde heimsuchen. Sind diese Dinge gegeben, können wir die Wiederkunft Jesu erwarten.

Trotzdem kann kein exakter Tag oder Stunde festgesetzt werden. Es wird bei den Stellen, die vor klaren Terminen warnen stets Tag und Stunde genannt. Dies weist darauf hin, dass zwar der Zeitraum bekannt ist, aber kein exakter Termin. Wir haben also ein sowohl als auch direkt im Wort. Wir können einen Zeitraum abschätzen, nicht aber einen Termin oder Zeitpunkt.

 

Betrachten wir in diesem Hinblick die Gleichnisse Jesu:

Mt 24,37      Aber gleichwie die Tage Noahs waren, also wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,38      Denn gleichwie sie in den Tagen vor der Flut waren: sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging,

Mt 24,39      und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte, also wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,40      Alsdann werden zwei auf dem Felde sein, einer wird genommen und einer gelassen;

Mt 24,41      zwei Weiber werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen.

Mt 24,42      Wachet also, denn ihr wisset nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt.

 

Betrachten wir das Gleichnis Noahs genauer. Noah predigte viele Jahre den Menschen das Gericht Gottes. Dann begann er die Arche zu bauen. Zuletzt sammelte Noah alle Tiere in der Arche und ging nun zuletzt hinein. Die Menschen konnten klar und deutlich verstehen und sehen, dass hier etwas geschah. Sie hörten die Predigt, sahen die Bautätigkeit (Zeichen) und zuletzt sahen sie das Wunder der Sammlung aller Tiere in der Arche. Erst dann geschah die Flut. Man kann schwerlich sagen, die Menschen waren nicht gewarnt oder unvorbereitet. Sie sahen klar das Zeugnis des Gerichts und ignorierten es. Der Grund der Ignoranz liegt in der Weltverbundenheit der Menschen. Ihr ganzen Trachten und Tun war nur auf dieses Leben gerichtet: essen, trinken, heiraten, geheiratet werden. Sie waren blind und gebunden an die weltlichen Dinge, so dass sie die drohende Gefahr nicht erkennen konnten. Die Wachsamkeit kann nun darauf gerichtet sein, die warnenden Zeichen der Wiederkunft nicht zu übersehen und unvorbereitet zu sein. Die Gefahr besteht darin, dass man zu denjenigen gehört, die nicht geholt werden, die verlassen zurückbleiben und nicht genommen werden.

Es gibt andere Auslegungen dieses Bildes des Noahs im Gleichnis Jesu. Daher ist für diese Auslegung die Betrachtung der anderen Gleichnisse unentbehrlich:

Mt 24,43      Jenes aber erkennet: Wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb komme, so würde er wohl gewacht und nicht erlaubt haben, daß sein Haus durchgraben würde.

Mt 24,44      Deshalb auch ihr, seid bereit; denn in der Stunde, in welcher ihr es nicht meinet, kommt der Sohn des Menschen. -

Mt 24,45      Wer ist nun der treue und kluge Knecht, {O. Sklave; so auch nachher} den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur rechten Zeit?

Mt 24,46      Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also tuend finden wird!

Mt 24,47      Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über seine ganze Habe setzen.

Mt 24,48      Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verzieht zu kommen,

Mt 24,49      und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, und ißt und trinkt mit den Trunkenen,

Mt 24,50           so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tage, an welchem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß,

Mt 24,51      und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil setzen mit den Heuchlern: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.

 

Dieses Gleichnis ist zweigeteilt bzw. sind 2 Gleichnisse. Im ersten erklärt Jesus, dass der Hausherr, wenn er wüsste, wann der Dieb kommt, sicherlich wachsam gewesen wäre und den Einbruch verhindert hätte. Da er aber es nicht wusste, –Jesus spricht hier teils in Vergangenheit und im Konjunktiv, was den Rückschluss darauf zulässt, dass der Hausherr wohl schon überfallen und beraubt wurde – konnte er überfallen werden. Es war also so, dass der Hausherr den Dieb erwartet hatte, sein Kommen geahnt hatte, bereits Wachen aufgestellt bzw. wachsam gewesen war, jedoch nicht ausreichend und umfassend genug, so dass der Dieb dennoch eindringen und rauben  konnte. So wie der Dieb bei Nacht kommt, ist auch bei Nacht die Wachsamkeit angeraten. Hinsichtlich der Erwartungshaltung auf die Wiederkunft Jesu ist auch hier klar zu erkennen, dass gleich wie der Dieb, Jesus zu einem Zeitraum erwartet werden kann, jedoch infolge der Länge der Nacht keine exakte Feststellung über den Zeitraum getroffen werden kann.

 

Beim 2. Gleichnis vergleicht Jesus 2 Knechte. Der eine tut treulich seine Pflicht, übt sein Amt mit Sorgfalt und Rechtschaffenheit aus. Der andere Knecht hingegen meint, es ist noch Zeit, erwartet seinen Herrn nicht, beginnt seine Aufgabe zu vernachlässigen, geht Gemeinschaft mit Trunkenen ein. Dieser falsche Knecht wird nun durch die Wiederkunft des Herrn jäh überrascht und wird verdammt werden.

Dieses Gleichnis sagt deutlich aus, dass der Herr für den falschen Knecht völlig überraschend und unerwartet kommt. Kernbotschaft dieses Gleichnisses ist  aber nicht der Zeitpunkt der Wiederkunft sondern der Lebensstil der Knechte. Der eine lebt in wachsamer Sorgfalt, allezeit bereit für sein Tun Rechenschaft abzulegen während der andere Knecht letztlich aus seiner Berufung herausfällt und verdammt wird. Ich möchte diesen Artikel an dieser Stelle nicht hinsichtlich dem Abfallen vom Glauben behandeln. Doch sollte dieses Gleichnis manchem als ernsthafte Warnung dienen, auf seinen Lebenswandel zu achten. In Hinblick auf den Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu  können wir auch hier erkennen, dass Jesus vor allem für die unvorbereiteten, letztlich abgefallenen überraschend kommt.

 

Das letzte Gleichnis handelt von den 10 Jungfrauen. Diese waren ausgegangen, den Bräutigam zu empfangen. Jedoch kam er zu spät, die Jungfrauen schliefen ein. Als er nun doch kam, waren 5 ungenügend vorbereitet, so dass sie am Hochzeitsmahl nicht teilnehmen konnten.

Bezüglich unserer Zeitfrage ist dieses Gleichnis interessant. Erstens machten sich alle auf, um zu warten. Alle waren auf eine Wartezeit eingestellt, jedoch wurde diese Zeit unterschiedlich lang beurteilt, so dass nur die Klugen ausreichend Öl mitnahmen. Hinsichtlich des Zeitpunkts hatten alle eine gewisse Vorstellung, wann der Bräutigam zur Hochzeitsfeier kommen wird. Als die Zeichen da waren, dass die Hochzeit stattfinden sollte, machten sich alle Jungfrauen bereit und warteten. Wir sehen anhand dieses Gleichnisses deutlich, dass es einen Bereichszeitraum der Erwartung gibt, jedoch der exakte Zeitpunkt nicht bekannt ist. Wir können anhand der Zeichen der Zeit erkennen, ob Jesus vor der Türe steht, jedoch wann er eintritt, wissen wir nicht.

 

In den Gleichnissen Jesu ist also durchweg das sowohl als auch enthalten. Dieses wird mit einer ernsthaften Warnung, nüchtern und wachsam zu sein, verbunden. Es ist falsch zu sagen, dass der Herr Jesus jederzeit nach Himmelfahrt kommen könne. Es müssen erst bestimmte Geschehnisse und Zeichen gegeben sein. Wenn diese Zeichen aber vorliegen, der Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu möglich wird, beginnt eine Zeit des Wartens. Diese ist unbestimmt lang und wird –am Gleichnis der Jungfrauen ersichtlich – dazu führen, dass viele unvorbereitete diese Zeit nicht Heil über stehen.

 

Wenn wir die Rede Jesu insgesamt betrachten, sehen wir, dass Jesus einerseits Hinweise auf Vorauszeichen gibt, anderseits einen genauen Zeitpunkt aber nicht nennen kann. In genau diesem Schema erfolgen nun die Gleichnisse. Daher ist die Auslegung in sich geschlossen und im Kontext. Es kann meines Erachtens daher nicht aus den Stellen:

 Mt. 24;42+50:

 42 Wacht also! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt

 50 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß

gefolgert werden, dass der Tag des Herrn völlig überraschend erfolgt.

 

Es muss aber beachtet werden, dass ich hier stets den Tag des Herrn, den Tag der sichtbaren Wiederkunft Jesu als ein Ereignis mit der Entrückung sehe. Wer diese Ereignisse getrennt sieht, wird zu völlig anderen Ergebnissen kommen. Daher sind meines Erachtens die Evangelien nicht als Beweisführung für oder gegen eine Entrückung zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verwerten. Vielmehr sind hierzu andere Stellen zu betrachten. Wichtig ist es für mich aber zu zeigen, dass bei Annahme einer Entrückung bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu keine Widersprüche entstehen.

 

Ein weiterer Textabschnitt der häufig als Argument für eine überraschende Entrückung verwendet wird, ist der Abschnitt aus 1. Thess. 5.

1Thes 5,1      Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, daß euch geschrieben werde.

1Thes 5,2      Denn ihr selbst wisset genau, daß der Tag des Herrn also kommt wie ein Dieb in der Nacht.

1Thes 5,3      Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, gleichwie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen.

1Thes 5,4         Ihr aber Brüder, seid nicht in Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife;

1Thes 5,5      denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis.

1Thes 5,6      Also laßt uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein.

1Thes 5,7      Denn die da schlafen, schlafen des Nachts, und die da trunken sind, sind des Nachts trunken.

1Thes 5,8         Wir aber, die von dem Tage sind, laßt uns nüchtern sein, angetan mit dem Brustharnisch des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung der Seligkeit. {O. Errettung}

 

Doch kann sich jeder, der den Text genau liest davon überzeugen, dass hier von 2 Gruppen gesprochen wird: Einer Gruppe, die im Dunkeln ist, Frieden erwartet und jäh vom Tag des Herrn überrascht wird. Paulus spricht aber die Gemeinde von Thessalonik als solche an, die nicht des Nachts sind, die nicht schlafen und daher nicht von diesem Tag überrascht werden. Insofern ist bei exakter Auslegung auch aus dieser Stelle keine völlig überraschende Entrückung abzuleiten. Dies wird sogar noch durch das gewählte Beispiel in V3 verstärkt. Hier verwendet Paulus die Geburtswehen der Frau als Zeichen auf den Tag des Herrn. Wie jeder weiß, dauert eine Schwangerschaft ca. 9 Monate, mal mehr, mal weniger. Letztlich kann doch eine Frau gar nicht davon überrascht werden, da sie doch den Zeitpunkt abschätzen kann. Trotzdem trifft dieser Moment oftmals die Frau völlig unvorbereitet und unvermittelt, dass tatsächlich trotz aller Vorberechnung die Überraschung groß ist. Gerade dieses Beispiel als Vorbild für den Tag des Herrn zeigt doch an, dass wer sich auskennt, nicht schlafend oder trunken ist, anhand von Umständen die Zeit heraufziehen sieht.

Genau in dieser Linie liegen doch auch die Verse aus 2. Thess. 2, 1-5. Paulus nennt hier auch Vorauskennzeichen und verweist zudem in V5 noch auf die erfolgte Belehrung der Thessaloniker.

Somit kann das Argument des überraschenden Kommens nicht als Beweis gegen eine Entrückung zum sichtbaren Wiederkommen unseres Herrn dienen. Wie ich bereits anhand von Daniel ausgelegt habe, liegt die Zeitunschärfe bei ca. 75 Tagen. Somit ist der Zeitraum bekannt, der Tag aber verborgen.

 

1. Irdische Ereignisse werden nur im alttestamentlichen Zeitrahmen vorhergesagt

 

Daniel erwähnt vier große Weltreiche: Babylon, Persien, Griechenland und Rom. Aber die Bibel schreibt kaum oder nichts über noch größere und bedeutendere Reiche der Weltgeschichte wie: China (nur ein Vers !), Mongolei, Arabisches Weltreich, das britische Empire, Spanien, USA und Russland (höchstens Hes. 38-39). Dies hat meiner Meinung nach nur einen Grund: Diese Reiche hatten ihre Blüte in der Gemeindezeit und hatten keinen Einfluss auf Gottes Heilshandeln für das Volk Israel. Es gibt einige Überscheidungen zu Beginn und zum Ende der Gemeindezeit: Die Zerstörung Jerusalems durch Titus wird in Dan. 9;26 angedeutet, die Sammlung des Volkes Israels, die an vielen Stellen im Alten Testament angedeutet ist.

Somit deckt die Alttestamentliche Prophetie die Zeit der 70 Jahrwochen ab: Zum Einen die Zeit bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels sowie sieben noch in der Zukunft liegende Jahre mit dem anschließenden Friedensreich. Die Zeit zwischen der Zerstörung des Zweiten Tempels bis zum Beginn der sieben Jahre (Drangsal Jakobs) ist in der Prophetie völlig ausgeblendet, obwohl aus menschlicher Sicht diese Zeit in der Menschheitsgeschichte sehr bedeutsam war und ist. Weiterhin wird der Gemeinde im Neuen Testament vermittelt, dass sie auf der Erde Gäste und Fremdlinge sind und keine irdische Heimat haben. Wir werden ermahnt, nach droben zu schauen und nicht auf das, was auf der Erde ist (Kol. 3). Deshalb meine ich, dass auf wir keine prophetischen Ereignisse auf der Erde hingewiesen werden, die sich noch erfüllen müssen, sondern das Ende der Gnadenzeit unvermittelt und auch für uns überraschend eintritt: “Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde” (Mt. 25; 13

 

Dieser Einwand beruht auf der Annahme, dass sich ein Wirken Gottes an Israel nur außerhalb der Gemeindezeit vollziehen kann. Dies ist aber eine Annahme, die biblisch erst begründet werden muss. Daher eignet sich dieses Argument nicht für eine Diskussion über die Entrückung.

Wie ich bereits angedeutet habe, sind meine Arbeiten „Die Entrückung“, „Die Abfolge der Gerichte“ und die folgenden Teil einer umfassenden Behandlung des Themas „Endzeit“ mit Ansatz einer Entrückung zur sichtbaren Wiederkunft Jesu. Bisherige Bücher haben meines Erachtens immer die Vorentrückung zur Grundlage. Daher sehe ich es notwendig an, die Dinge einmal grundlegend von anderer Warte zu betrachten. Meines Erachtens passen die Dinge auch besser. Ich werde in kürze den nächsten Teil abschließen, in dem ich dann die Frage der Personen und Reiche genauer behandeln werde.

3. Überwältigt der Antichrist die Gemeinde oder nicht ?

Mt. 16;18

 Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

 

Offb. 13;7

 Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden; und es wurde ihm Macht gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Sprache und jede Nation.

 Der Herr verheißt, dass die Gemeinde nicht überwältigt wird, aber der Antichrist wird die Heiligen überwinden. Es wird keinen Ort geben, wo sie sich zurückziehen können, denn der Antichrist hat Macht auf der ganzen Welt. Gut, mag sein, dass die Gemeinde das Weib in Offb. 12 repräsentiert und sich die Gemeinde in der Wüste versteckt. Aber ansonsten werden alle Heiligen überwindet werden. Das Weib kann jedoch sowohl das Volk Israel als auch die Versammlung sein, also widerlegt Offb. 12 die Entrückung vor der Trübsal nicht, belegt sie aber auch nicht.

 

Diese Frage berührt im Grunde ebenso die vorherige Frage, da es um den Machtbereich des Antichristen geht. Ist das antichristliche Weltreich tatsächlich weltweit, so kann die Gemeinde letztlich hier nicht bestehen. Gerade aber die Betrachtung des letzten Herrschers bei Daniel, der mit dem Antichristen identifiziert werden kann,  zeigt aber deutlich, dass zumindest 3 weitere Reiche neben dem Reich des Antichristen bestehen. Man denke auch an das 1000x1000 Herr der Offenbarung und an die 3 Frösche, welche die Könige der Welt zur Schlacht bei Harmaggedon versammeln werden. Das Reich des Antichristen wird europäisch-römisch sein. Als Nachfolgereich des 4. Tieres wird es in der Tradition als auch Größe entsprechend sein und niemals weltweit. Daher wird letztlich nur innerhalb des Machbereiches dieses Reiches für die Gemeinde kein Überleben möglich sein. Diese Situation ist letztlich bereits in vielen Ländern der Welt gegeben. Nach menschlicher Vorstellung kann es dort keine Gemeinde mehr geben. Trotzdem existiert sie im Verborgenem weiter. In wie weit dies für das letzte Reich noch gilt ist abzuwarten. Die Bibel macht meines Erachtens keine große Hoffnung.

 

4. Perspektive der Offenbarung

 In der Offenbarung gibt es fünf Stellen, an denen etwas geöffnet wird:

 ?         Eine Tür geöffnet im Himmel (Offb. 4;1)

?         Das Buch (letztes Siegel) wird geöffnet (Offb 8;1) (Ein versiegeltes Buch kann dann aufgerollt werden, wenn das letzte Siegel offen ist)

?         Der Tempel Gottes wurde geöffnet (Offb. 11;19)

?         der Tempel des Zeltes des Zeugnisses wird geöffnet (Offb. 15;5)

?         Der Himmel ist geöffnet (Offb. 19;11)

Wende ich zusätzlich Offb. 1;19 (Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird) an, so kann man die Offenbarung in sieben Abschnitte wie folgt aufteilen:

?         “was du gesehen hast” (Offb 1)

?         “was ist” (Offb.2+3)

?         “was nach diesem geschehen wird” in weiteren fünf Abschnitten, in denen nacheinander eine Tür im Himmel, das Buch, der Tempel, der Tempel des Zeltes des Zeugnisses und schließlich der Himmel geöffnet wird,

Die Perspektive des Betrachters ändert sich in den jeweiligen Abschnitten: Die ersten beiden Abschnitte sind aus der Perspektive der Erde, der dritte bis sechste Abschnitt ist aus der Perspektive des Himmels beschrieben (dort, wo unsere himmlische Heimat ist) und der siebte Abschnitt bezieht sich wieder auf die Erde. Warum ist das für die Entrückung wichtig ?

Die Ereignisse beschreiben das Gerichtshandeln Gottes über eine unbußfertige Welt. Es ist nicht das Ziel der Offenbarung, einen lückenlosen Zeitplan zu erhalten, mit der wir “die Chronik der letzten sieben Jahre” schreiben können, wie es einige versuchen, sondern um Gottes Größe zu erkennen und zu bestaunen. Die Offenbarung ist ein Lied voller Lieder, die uns zum Singen ermutigen soll.

In Offb. 12;12 heißt es: Darum seid fröhlich, ihr Himmel, und die ihr in ihnen wohnt! Wehe der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat.

Arme Gemeinde, die sich jetzt noch auf der Erde befindet ! Wenn sie nun gleichermaßen wie Johannes alles aus himmlischer Perspektive sehen, wird das eine große Freude und Anbetung im Himmel sein. Deshalb gibt meiner Meinung nach die einzigartige Perspektive der Prophetie, die von der irdischen Perspektive des Alten Testamentes abweicht einen guten Hinweis, dass die Gemeinde des Herrn schon im Himmel ist.

5. Wenn die Ältesten in Offenbarung nicht die Gemeinde sind: wer dann ?

In der Bibel ist bei den Ältesten immer von Menschen die Rede, nie von Engeln. Deshalb halte ich es für naheliegend, auch hier die Gemeinde anzunehmen, denn wer sollen sie sonst sein ?

 

Die Einwände 4 und 5 möchte ich zusammenfassen, da sie inhaltlich auf einer Linie liegen. Grundsätzlich kann man bei einer Argumentation bei großer Stoffmenge an jeder Stelle beginnen. Jedoch zeigen die vielen verschiedenen Auslegungen doch an, dass die Mehrheit irren muss oder die Bibel nicht Gottes Wort ist. Da dies meines Erachtens nicht der Fall ist, suche ich daher den Fehler in den Auslegungen. Das Hauptproblem liegt darin, dass Meinungen gebildet werden und dann blindlings die Bibel danach geformt und ausgelegt wird. Dies ist deutlich und sehr übersichtlich im Thema Zungenrede zu finden. Allein durch den Beginn der Auslegung bei der Apostelgeschichte gelangen viele zu völlig anderen Erkenntnissen als wenn bei 1. Kor. 12-14 begonnen wird. Dies sollte eine deutliche Mahnung sein, zu prüfen, wo wir auszulegen anfangen.

Die Offenbarung ist ein Buch mit hochkomplexem Aufbau. Durch die Verwendung von unzähligen Zitaten aus anderen Büchern der Bibel ist es faktisch nicht selbständig auszulegen, sondern bedarf der restlichen Bibel als Hilfsmittel. Ich sehe diese Zitate daher als Lesezeichen und Querverweise. Die Offenbarung verbindet die Stränge der Bibel gleich einem Bogenscheitel im Gewölbe. (man merkt letztlich hier, dass ich Bauingenieur bin). Diese Stränge müssen aber erkannt und freigelegt werden, sonst werden sie unzulässigerweise vermischt und das Ergebnis passt nicht mit anderen Bibelstellen zusammen.

Bezüglich unserem Thema „Zeitpunkt der Entrückung“ ist für mich die Entrückung nicht das Ergebnis einer Auslegung der Offenbarung sondern der Auslegungsschlüssel. Im Rückschluss sehe ich anhand von verschiedenen Beschreibungen die Entrückung in der Offenbarung dargestellt, jedoch ist der Beweis über den Zeitpunkt der Entrückung außerhalb der Offenbarung deutlich zu finden.

Wenn nun Fritz analog B. Peters die Offenbarung anhand von  Off. 1,19 in 3 Zeitabschnitt einteilt, so halte ich dies für eine legitime Auslegung. Diese muss aber in sich stimmig und geschlossen sein und auch im Rückschluss gelingen. Anhand dem Begriff „Weib“, dem Bild des Diebes in den Sendschreiben und Off. 19 als auch bei den Wiederkunftsreden Jesu und der zentralen Stelle im 1. Thess. 4-5 habe ich aber dargelegt, dass die Dinge stärker verwoben sind und viele gängige Auslegungsschemata nicht gut passen bzw. widersprüchlich sind.

Das grundsätzliche Problem der Offenbarung liegt aber darin, dass es je nach Auslegungsschema anders ausgelegt wird, somit das vorher feststehende Ergebnis durch die Auslegung nur bekräftigt, nicht aber widerlegt wird.

 

Gehen wir doch noch mal zu meinem Artikel über die Entrückung und die gängigen Lehrmeinungen über die Entrückung zurück.

Die Hauptargumente der Vorentrückungslehrer sind:

  1. Tag des Herrn ist von Tag Christi zu trennen
  2. Heiliger Geist ist es, was das Auftreten des Antichristen verhindert
  3. Gemeinde wird in Offenbarung ab Kap. 4 bis ca. 20 nicht mehr genannt
  4. Letzte Jahrwoche ist nur für Israel bestimmt
  5. Gemeinde kommt nicht ins Zorngericht der Offenbarung

 

Diese Punkte habe ich dargelegt und erhebliche Unzulänglichkeiten daran aufgezeigt, teilweise sind diese Behauptungen falsch und reines Hineininterpretieren in die Bibel.

 

Dann habe ich anhand der Stellen aus 1. Kor. und 1. und 2. Thess. dargelegt, dass die Entrückung

-         zum einen mit lauten, hörbaren Ereignissen verbunden ist, eine stille Entrückung wird an keiner Bibelstelle gelehrt

-         die Entrückung mit Vorausereignissen verknüpft ist (Auftreten Antichrist)

-         die Entrückung nach 2. Thess. mit dem Tod des Antichristen zusammenfällt

 

Anhand des Bildes des „Diebs in der Nacht“ aus den Reden Jesu, den Brief des Paulus und den Hinweisen in der Offenbarung habe ich dargelegt, wie verknüpft die Dinge sind und eine Linie dann gefunden wird, wenn die Entrückung mit der sichtbaren Wiederkunft Jesu zusammenfällt.

 

Statt ständig über neue  Argumente, die häufig nicht einmal selbstständige Beweiskraft besitzen, zu diskutieren, wäre es meines Erachtens besser, die bereits vorgetragenen Punkte ausführlich und abschließend zu behandeln. Erst, wenn diese Punkte abgeschlossen sind, sollte die Diskussion auf andere Bereiche erweitert werden. Ich fürchte, dass sonst die Auseinandersetzung derart ausufert und fruchtlos bleibt. Wenn meine Ansicht falsch ist, sollte es doch ein Leichtes sein, die 5 Kardialargumente für eine Vorentrückung fest und nachvollziehbar zu begründen und zudem meine Gegenargumente hinweg zu fegen. Ist dies nicht der Fall, so wären alle anderen noch verfügbaren Argumente, die selbständig als Beweis dienen können, zu behandeln. Wenn dann noch immer kein schlagender Beweis geführt werden kann für eine stille Vorentrückung, sollte ehrlicherweise diese Lehre gestrichen werden. Da man dies von Charismatikern hinsichtlich der Zungenrede und den umfassenden Bibelauslegungen hierzu verlangt, sollte dies um so mehr auch für uns gelten. Sollte ich eindeutig widerlegt werden, so bin auch ich gezwungen, meine bisherige Meinung zu ändern und meine Standpunkte zu korrigieren.

 

Liebe Grüße im Herrn

 

Martin


 

Lieber Hans-Peter,

ich habe ein wenig die Diskussion über die Entrückung mit verfolgt.

Ich glaube auch daran, daß in Lk. 17 und Mt. 24 von einer Entrückung die Rede ist. Nur glaube ich, daß es sich hier um die "Entrückung" der Ungläubigen handelt, wenn man das mal "Entrückung" nennen darf, denn es ist eine Entrückung zum Gericht wie Lk. 17,36 andeutet, wo es von den Leichnamen heißt, daß sie von den Vögeln des Himmels verzehrt werden (siehe Offb. 9,17-18). Ich stimme mit dir darin überein, daß es sich hier nicht um die Entrückung der Gläubigen handelt. Warum?

1a) es heißt in Lk. 17,31, daß der Sohn des Menschen GEOFFENBART wird. Das ist eben bei der Entrückung der Gläubigen völlig anders. Christus kommt nur bis zu den Wolken. Er kommt eben nicht sichtbar und wird nicht geoffenbart. Auch heißt es in 2.Thess.2,1, daß wir zu ihm versammelt werden. Wenn er aber GEOFFENBART wird, dann wird er sowohl von Gläubigen als auch von Ungläubigen gesehen werden - eben mit Macht und großer Herrlichkeit.

1b) es heißt in Mt. 24 von der "Ankunft des Sohnes des Menschen" - Zum einen ist die Ankunft des Herrn in der Regel auch eine sichtbare Sache [also nicht in der Luft oder dergleichen] und zweitens heißt es hier nicht nur von der "Ankunft", sondern von der "Ankunft des Sohnes des Menschen" --> das hat jüdischen Charakter - siehe z.B. Ps. 8, aber auch Mt. 24,27, wo es eindeutig auf die Juden bezogen ist.

2) für Christen ist das einleitende Wort in Lk. 17,23 nicht relevant. Dort heißt es: "Und man wird zu euch sagen: Siehe hier! Siehe dort!..." in Mk. 13,21 heißt es gar: "Siehe hier ist der Christus!" - Nein, diese Frage erhebt sich für den Christen nicht, weil er dann sowieso klar wüßte, daß es niemals der Herr sein kann. Denn Christen werden ihrem Herrn in der Luft begegnen. Sie werden ihn niemals auf der Erde suchen (1.Thes. 4). Nein Lk. 17,23 ist für Christen nicht relevant und deshalb glaube ich, daß der Abschnitt eben für das Volk der Juden ist, für die diese Sprache sehr wohl relevant ist, weil sie einen Christus auf der Erde erwarten.

3) mir scheint ein Zusammenhang vorzuliegen zwischen den Stellen in Lk. 17 und Mt. 24 mit 2.Thess. 1,7-11. Dort werden auch welche "vom Angesicht des Herrn" ins Verderben gehen [werden genommen werden] und in anderen wiederum wird er verherrlicht werden [die dagelassen werden]. Wieder interessant ist, daß es auch in 2.Thess. 1,7-11 von der "Offenbarung" des Herrn heißt - also bei seiner sichtbaren Wiederkehr.

4) mir scheint, daß auch Maleachi diesen Tag von Lk. 17 und Mt. 24 schaute, als er davon sprach, daß für die einen die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen würde "mit Heilung in ihren Flügeln" und für die anderen dieser Tag sein wird wie das brennen in einem Ofen. Dieser Tag des Herrn wird ein Tag der Scheidung sein. "Einer wird genommen [bildlich der Ofen] und der andere gelassen werden [mit Heilung in ihren Flügeln]" --> siehe Mal. 4,1-2

5) Zephanja 3,11+12

"An jenem Tage wirst du dich nicht mehr all deiner Handlungen schämen müssen, womit du wider mich übertreten hast; denn alsdann werde ich deine stolz Frohlockenden AUS DEINER MITTE WEGNEHMEN [Lk. 17: die einen werden genommen!], und du wirst fortan nicht mehr hoffärtig sein auf meinem heiligen Berge. Und ich werde IN DEINER MITTE ein elendes und armes Volk ÜBRIGLASSEN, und sie werden auf den Namen Jahwes vertrauen."

--> m.E. eine sehr zu herzengehende Übereinkunft mit Lk. 17 und Mt. 24.

6) Offenbarung 19,17-18 scheint sehr gut zu dem Vers 36 in Lk. 17 zu passen. Die Leichname sind doch wohl hier die Toten, also jene die "genommen" wurden, oder? Der Vers 36 weist doch wohl auch auf das Gericht hin! (Das sage ich, weil es hier und da abgelehnt wurde, daß es in Lk. 17 um das Gericht ginge!)

7) Die Entrückung ist in den Evangelien unbekannt, weil Paulus schreiben konnte in 1.Kor. 15,51: "Siehe, ich sage euch ein GEHEIMNIS: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,"

---> es wäre kein Geheimnis, wenn der Herr schon vorher davon gesprochen

hätte!

Herzliche Grüße

Stephan Isenberg

www.soundwords.de