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Frage 872

Frage an das Forum:

Koran und Prophetentraditionen ("Hadith") treten ja mit dem Anspruch an, für alle Lebenssituationen die richtigen Verhaltensweisen zu kennen. Anders hier die Bibel.

In unserer Gemeinde ist gerade die sog. "Frauenfrage" akut. Hier die - doch  ernstgemeinte - Frage zum Schweigen der Frauen in der Versammlung:

1. Kor 14,35

Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer  fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden.  Was war zu Zeiten von Paulus für eine Schwester zu tun, für die mindestens  einer der folgenden Fälle zutrifft:

1.) sie ist nicht verheiratet

2.) sie ist die einzige Christin im Haus

Liebe Grüße

Andreas


Lieber Andreas

wie im Mail bereits geschrieben, hatten wir Gestern im Hausbibelkreis ziemlich genau das selbe Thema.

Wir betrachteten dann vorgängig folgende Schriftstellen:

in 1Mo 1-2 ->

Mat 19:4-6/

Mt 19,4 Er aber antwortete und sprach [zu ihnen]: Habt ihr nicht gelesen, daß der, welcher sie schuf, von Anfang sie Mann und Weib {Eig. männlich und weiblich} schuf {O. welcher sie von Anfang machte, sie Mann und Weib machte; vergl. 1. Mose 1,27; 5,2}
Mt 19,5
und sprach: "Um deswillen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und es werden die zwei ein Fleisch sein"; {1. Mose 2,24}Mt 19,6 so daß sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
 19,6 so daß sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

 

1Kor 11:8-9.12/

1Kor 11,8 Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne;
1Kor 11,9
denn der Mann wurde auch nicht um des Weibes willen geschaffen, sondern das Weib um des Mannes willen.

 

1Tim 2:13.

1Tim 2,13 denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva;
1Tim 2,14
und Adam wurde nicht betrogen, das Weib aber wurde betrogen und fiel in Übertretung.

 1Pet 3:5.6/1Mo 18:12.

1Petr 3,5 Denn also schmückten sich auch einst die heiligen Weiber, die ihre Hoffnung auf Gott setzten, indem sie ihren eigenen Männern unterwürfig waren:
1Petr 3,6 wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, wenn {O. indem} ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.

 


1Kor 14:34

1Kor 14,34 [Eure] Weiber sollen {O. ... sondern des Friedens. Wie in allen Versammlungen der Heiligen, sollen [eure] Weiber usw.} schweigen in den Versammlungen, denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern unterwürfig zu sein, wie auch das Gesetz sagt.  --->> Luk 24:44 Mosebücher, Joh 10:34 Psalmen und 1Kor 14:21 Propheten).

 

(
1Kor 11:14

1Kor 11,14 Oder lehrt euch nicht auch selbst die Natur, daß, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Unehre für ihn ist?

 

 Eph 5:22-33.

Eph 5,22 Ihr Weiber, [seid unterwürfig] euren eigenen Männern, als dem Herrn.

Eph 5,23 Denn der Mann ist das Haupt des Weibes, wie auch der Christus das Haupt der Versammlung ist; er ist des Leibes Heiland.

Eph 5,24 Aber gleichwie die Versammlung dem Christus unterworfen ist, also auch die Weiber ihren Männern in allem.

Eph 5,25 Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat,

Eph 5,26 auf daß er sie heiligte, sie reinigend {O. gereinigt habend; s. die Anm. zu Röm. 6,13} durch die Waschung mit Wasser durch das Wort,

Eph 5,27 auf daß er die Versammlung sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei.

Eph 5,28 Also sind auch die Männer schuldig, ihre {Eig. ihre eigenen} Weiber zu lieben wie {O. als} ihre eigenen Leiber. Wer sein {Eig. sein eigenes} Weib liebt, liebt sich selbst.

Eph 5,29 Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehaßt, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie auch der Christus die Versammlung.

Eph 5,30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, [von seinem Fleische und von seinen Gebeinen].

Dann haben  wir gemeinsam herausgearbeitet, weshalb der Apostel Paulus und der Herr Jesus diese AT Stellen zur Begründung der NT Stellen zitiert hat, und dann war , weil alles Wiedergeboren dabei waren am HBKR, alles klar. Die Schwester die neu dazugekommen war,  hatte keine Fragen mehr betreffend der Stellung der Schwester in der Versammlung. Du siehst,  dass die Stellen alle grundsätzlicher Natur sind, verbunden mit der Schöpfung und dem Sündenfall, also allgemein. Deswegen ist die Lehre die Gott dem Apostel Paulus betreffend der Schwestern anvertraut hat, auch nicht kulturell bedingt sondern Schöpfung und Sündenfall bedingt. Deswegen sehe ich auch schon lange nicht mehr ein, dass Schwestern allein Sonntagschullehrerinnen sein sollen. (Wenn es denn in einer christlichen Versammlung schon Sonntagschulen braucht..??..?)
Die jungen  Schwestern sollen sowenig lehren wie junge Brüder,  sondern sollen von älteren Schwestern lernen.  Die älteren Schwestern sollen jüngere Schwestern lehren.

Konkret nun  auf Deine 2 Fragen geantwortet heisst dies, dass eine Schwester die Fragen zum  Wort Gottes hat, einen lehrfähigen Bruder der Versammlung fragen soll.

Liebe Grüsse

Hans Peter

NB
bei uns in Frauenfeld handhaben wir es so, dass auf dem sogenannten "Wander -Hausbibelkreis", der von Familie zu Familie geht, eine Schwester,  die keine lehrfähigen Brüder in der Familie hat, da Ihre Frage stellen darf. Stand 21,203

In IHM
Hans Peter

Eines der besten Büchlein das ich dazu gelesen habe, heisst:
UNBEQUEM? Gottes Plan für Mann und Frau CSV; Postfach 100153 . 42490 Hückeswagen
Falls Du keinen Zugang dazu hast, melde Dich bitte bei mir.


20,02,2003

Lieber Hans Peter,

wahrscheinlich gehe ich mit dem Versuch, eine Antwort auf Frage 872 zu geben das Risiko ein, von den "Brüdern" als Ketzer angesehen zu werden.

Gibt diese apostolische Anweisung denn nicht nur dann einen Sinn, wenn es sich hier um Frauen handelt, die zusammen mit ihren gläubigen Männern die Gemeindeversammlungen besuchen. Ein ungläubiger Mann wird wohl ihre Fragen nicht beantworten können!

Die Lösungen, die William MacDonald in seinem Kommentar zum Neuen Testament oder die Kommentar-Reihe "Was die Bibel lehrt" anbieten, beantworten die gestellten Fragen nicht. Jemand schrieb mal, dass Gottes Wort oftmals Licht auf Kommentare wirft.

So schreibt MacDonald: "Wenn eine Frau keinen Ehemann hat, kann sie ihren Vater, ihren Bruder oder einen der Ältesten der Gemeinde fragen. Man könnte dies auch übersetzen:  Sie sollen ihr Männervolk Zuhause fragen". Ist das wirklich die richtige Übersetzung? Der "eigene Mann" idios andros (idios = eigen, zu einem selbst gehörig, nur dem einzelnen gehörend und nicht allen zusammen), bezieht sich im NT ausnahmslos auf den Ehemann: 1.Kor.7,2; 1.Kor. 14,35; Eph. 5,22.24; Kol. 3,18; Tit. 2,5; 1.Petr.3,1.5. MacDonald hat nicht recht, wenn er dazu schreibt: "Dasselbe griechische Wort andres kann Ehemänner, Männliche oder Männervolk bedeuten". Hier steht aber nicht einfach das Wort 'andros', sondern der Begriff "idios andros" = Ehemann!

Auf derselben Linie argumentiert 'Was die Bibel lehrt', Band 7, Seite 222: 'Die Frauen sollen ihre Fragen nicht öffentlich stellen, wenn sie mit irgend einer Sache nicht klar kommen, sondern sollen zu Hause Hilfe von Brüdern suchen. Das Wort, das mit 'eigenen Männern' wiedergegeben ist und in gewissen Zusammenhängen auch diese Bedeutung hat, bedeutet hier so etwas wie das männliche Geschlecht.'

Es geht aber nicht um das einzelne Wort 'andros', sondern um den Begriff 'idios andros'! Und dieser Begriff hat eben nicht nur "in gewissen Zusammenhängen", sondern immer im NT die Bedeutung "Ehemann"! Er bedeutet nirgends "Männervolk" usw. Und ist es nicht bedenklich, wenn praktisch dazu aufgefordert wird, daß ledige Schwestern bei sich zu Hause "die Hilfe von Brüdern" suchen sollen?

Es gibt eine klare Aussage in der Schrift, daß eine Frau nicht lehren oder über den Mann herrschen soll. Aber handelt es sich bei den Kommentaren nicht um einen Versuch, eine vorgefaßte Meinung biblisch belegen zu wollen? Bei jeder Auslegung der Schrift muß man doch den Zusammenhang betrachten. Hier geht es offensichtlich darum, daß eine verheiratete Schwester in der Gemeindeversammlung ihrem Ehemann Fragen stellt, die sie sich von ihm daheim beantworten lassen soll. Es geht nicht darum, daß eine Schwester in der Gemeinde nicht singen oder beten dürfte. Und wenn eine Schwester z.B. in einer Bibelstunde eine Frage hat, bedeutet das noch lange nicht, daß sie "lehren" will. Sollte man die Schwestern mit ihren Fragen allein lassen?

 

Herzliche Grüsse,

in unserem Herrn,

Werner