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Frage 942

Zu Joel 2,28

Lieber ....
Ich verwende am PC meist die Elberfelder, da meine Schlachter 2000 noch keine Suchfunktion hat, ( bin noch dran..)

Nur einige Gedanken zu
Joel 2,28 - 31 andere Verseinteilung bei Elberf.    bis resp.
Joel 3,1 bis:

Joel ist ein AT Prophet, der wie alle AT Propheten seinen Dienst an Israel oder an Juda oder an Jerusalem tut. Für die Gemeinde gibt es in den Propheten keine Auslegung dafür viele  Anwendungen.

Interessant,  wie nun der Apostel Petrus, inspiriert durch den Heiligen, aus „Joel“ zitiert.
Mindestens so interessant ist auch, warum er aus Joel zitiert und nicht Jesaja oder aus Hesekiel, die ja beide in KP 32 / 34 resp. Hes. 39 von der Ausgiessung des Geistes sprechen.

Aber in Joel ist eben eine Besonderheit in Sachen Geistesausgiessung erwähnt, die gilt es zu beachten und Petrus hat dies getan.

Als Vergleich da die 4 angeführten Bibelstellen:

Jes 32,15          bis der Geist über uns ausgegossen wird aus der Höhe, und die Wüste zum Fruchtgefilde wird, und das Fruchtgefilde dem Walde gleichgeachtet wird.

Jes 44,3      Denn ich werde Wasser gießen auf das Durstige, und Bäche auf das Trockene; ich werde meinen Geist ausgießen auf deinen Samen, und meinen Segen auf deine Sprößlinge.

 

Hes 39,29      Und ich werde mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, wenn {O. weil} ich meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe, spricht der Herr, Jehova.

 

Joe 2,28      Und danach wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure Jünglinge werden Gesichte sehen.

Joe 2,29      Und selbst über die Knechte und über die Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen. -

Joe 2,30      Und ich werde Wunder geben im Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen;

Joe 2,31            die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag Jehovas kommt, der große und furchtbare. -

Joe 2,32      Und es wird geschehen, ein jeder, der den Namen Jehovas anrufen wird, wird errettet werden; denn auf dem Berge Zion und in Jerusalem wird Errettung {O. werden Entronnene} sein, wie Jehova gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen, welche {O. wen} Jehova berufen wird.

Apg 2,16      sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist:

Apg 2,17      "Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geiste ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; {Eig. mit Träumen träumen}

Apg 2,18      und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen.

Apg 2,19      Und ich werde Wunder geben in dem Himmel oben und Zeichen auf der Erde unten: Blut und Feuer und Rauchdampf;

Apg 2,20           die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag {O. der große und Erscheinungs-Tag} des Herrn {S. die Anm. zu Mat. 1,20} kommt.

Apg 2,21      Und es wird geschehen, ein jeder, der irgend den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden." {Joel 2,28-32}

 

 

Weshalb verwendet Petrus die Joel - Stelle? Weil diese Stelle zeigt,  dass der Zaun des Judentums überschritten wird. Und dass  dies mit Zeichen verbunden war. Nun ist es

aber gut zu beachten, dass Petrus nicht sagt, dass die Joel -Stelle erfüllt, sei sondern: 

dass Joel gesagt habe.

A)    wurde der Geist nicht über alles Fleisch ausgegossen,

B)    weil damals wie heute noch nicht "die letzte Tagen"  sind  (Vers 17)

C)      Dies wird erst sein, wenn Israel wieder zurück im Lande und die Gerichte von Joel 1 geschehen sind.

D)     Deswegen steht ja auch in Joel 2,28  "danach!!"

E)      Petrus wendet diese Stelle an

F)      Der Beweis ist auch da, dass die Joel - Stelle weder zu Pfingsten noch heute nicht erfüllt ist, weil diese Zeichen noch nicht da sind und zwar weder bei Petrus noch heute irgendwo.

G)     Kostbar ist auch zu sehen, wie der Heilige Geist die Joel Stelle zitiert: in der APG steht  "von meinem Geist, 2 x ",  währendem Joel von "meinen"  Geist schreibt.

Ein Schriftausleger hat auch einmal vermerkt, dass in Joh 19,36 eine Erfüllung beschrieben wird, jedoch in Vers 37 eine Andeutung von etwas, was noch kommen muss.

 

H)     Die göttliche Weisheit im zitieren  hat auch Gott der Sohn demonstriert, als er in Lk. 4 Jes. 61 anführte, aber genau zum richtigen Zeitpunkt aufhörte mit zitieren und das Buch zurollte. Oder der Apostel Paulus in Gal 3,16. (dem ,,,,den)

I)         Heute haben wir die Erstlinge des Geistes und damit auch die Innewohnung, was bei der Ausgiessung des Heiligen Geists auf „ALLES“ Fleisch, so wie ich es sehe, nicht sein wird.

J)       Zusammenfassung: Joel schreibt nicht für die Gemeinde sondern für Israels Überrest.

K)      Zu Pfingsten wurde der Geist ausgegossen, aber noch nicht in dem Umfang wie er anfangs  des 1000JR sein wird, auch wurde zu Pfingsten der Leib Christ  „gebildet“ und mit dem Geiste getauft, etwas was es auch nur einmal gab.

L)       Auf Grund der Worte "ehe" in Joel 3,31 und "danach"  in Vers 28 wird angedeutet, dass Joel  2,28 nach der Wiederherstellung Israel in Erfüllung geht, also zeitlich nach dem Beginn des Tages des "Herrn" oder wie ich lieber lese,  "Tag Jehovas".

M)     Vorher muss sich Israel aber noch demütigen: Joel 2,17ff

N)     Dieser Tag ist noch nicht da, 2, Thess 2,2-3,  deswegen gibt es auch die entsprechenden Zeichen noch nicht. Zuerst muss zwingend die Entrückung der Wiedergeborenen der Gemeindezeit stattfinden.

Dies nur mal einige Gedanken zu Joel 3,1 resp. Joel 2,28

 

In IHM
Hans Peter


Lieber Hans Peter,

mir scheint an Deiner Auslegung folgender Punkt nicht ausreichend beleuchtet zu sein:

Wenn Petrus sagt:
Apg 2 16 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages;
16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist:

dann erklärt er damit, was ein aktuelles Ereignis bedeutet, das zuvor geschildert wird, nämlich die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Verkündung der großen Taten Gottes in vielen Sprachen.

Das bedeutet doch auf jeden Fall, dass zumindest das von dem Propheten Joel Gesagte sich zu erfüllen begann. Das erinnert in der Tat an die "Antrittsrede" von Jesus in Lukas 4.

Das Herausragende ist also die Feststellung, daß tatsächlich in einem konkreten geschichtlichen Moment eine Prophetie erfüllt wird.

Das heißt nicht, daß sofort und auf der Stelle die Prophetie sich in allen Einzelheiten ereignet, weil es sich ja um geschichtliche Abläufe handelt, die eben ihre Zeit brauchen.

Wenn Petrus das " danach " in Joel 2,28 ersetzt durch " in den letzten Tagen " und gleichzeitig davon spricht, daß " dies " geschieht; darüber hinaus auch Johannes davon ausgeht, daß dies " die letzte Stunde " ist, dann kann ich keinen anderen Schluß daraus ziehen, als daß Petrus der Auffassung war, daß "die letzten Tage" bereits angebrochen waren. Sie waren noch nicht beendet/vollendet.

Petrus spricht zu konkreten Zuhörern, nämlich den in Apg 2, 5 und 6 genannten Personen, gottesfürchtige Männer aus vielen Nationen (und sicher auch ein paar Juden), um diesen zu erklären, was hier "abgeht" und nicht um irgendeine Aussage zur Entrückung oder zum Überrest der Juden zu machen, die zu diesem Zeitpunkt konsequenterweise noch gar nicht gelebt haben konnten.

Ich schließe daraus, daß diese Menschen die Ausführungen von Petrus so verstehen mußten, daß die Ausgießung des Heiligen Geistes in diesem Augenblick begann und sich nicht auf Juden beschränken würde, sondern den "Haag" (so sagt man auch im Allgäu, wo ich herkomme :-)) des Judentums überschreiten würde. Das Gleiche geschieht in Apg 10:

" 44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten.
45 Und die Gläubigen aus der Beschneidung, so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich, daß auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war ;

Man beachte, daß die Feststellung, daß "auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war" nicht bedeutet, daß alle Menschen den Heiligen Geist empfangen, sondern daß alle Menschen, egal woher sie stammen, diesen Zugang haben.

Damit ist aber für mich sonnenklar, daß das, was an Pfingsten geschah, der Anfang dessen ist, was Joel an der von Petrus zitierten Stelle gesagt hat, nämlich die Ausgießung des Heiligen Geistes auf "alles Fleisch", also nicht nur auf jüdisches Fleisch.

Daß Petrus sich die Freiheit nimmt, statt "meinem Geist" "von meinem Geist" zu sagen, ist für mich nicht sehr erheblich, weil er sich a) auf Joel bezieht, also die Stelle bei Joel nicht eigenmächtig abändern will (was er nicht tut, wenn er "danach" mit "in den letzten Tagen" ersetzt, weil das für ihn das Gleiche ist) und weil b) Gottes Geist unendlich ist und insofern immer "von" ihm ausgegossen wird.

Für mich ist bei der Auslegung der Bibel von herausragender Bedeutung zu fragen:

Wie konnten und sollten die damaligen Adressaten biblischer Aussagen diese entsprechend ihres kulturellen und religiösen Hintergrunds verstehen?

Wenn ich das nicht tue, dann übergehe ich Gottes Absicht, in konkreten geschichtlichen Bezügen zu reden und zu handeln und setze meine westliche (maßgeblich vom griechischen, aristotelischen Denken geprägte) Auffassungsmöglichkeit absolut. Und dann werde ich zu völlig falschen Schlüssen kommen.

Keine Silbe der vorstehend aufgeführten Bibelstellen befasst sich im Übrigen mit "Entrückung". Also darf ich das hier nicht hinein lesen, nur um mein theologisches systematisches Gedankengut zu retten.

Ich kann es deshalb nicht nachvollziehen, wenn Du sagst, daß deshalb, weil sich diese Prophetie (nach Deiner Kenntnis) nicht (vollständig) erfüllt habe usw., sich die von Petrus zitierte Prophetie sich nur an Israels Überrest wende könne.

Alles Liebe

ML



 Lieber Claus - Stephan

                            ich habe tatsächlich sehr bruchstückhaft geschrieben. Es ist natürlich etwas aus dem Zusammenhang  gerissen, da ich einfach eine Kopie gemacht habe von einem Beitrag von mir,  in einem anderen Forum. Ich schreibe allgemein, Ich bin überzeugt,  dass das ganz AT für Israel geschrieben ist. Ich weiss nicht, hast Du Dir mal eine eigene Zusammenfassung über den Propheten Joel gemacht? Ich für meinen Teil sehe nichts , was an die Gemeinde geschrieben wäre, übrigens bei keinem der Propheten,  aber alles ist zu unserer Belehrung und genau so hat es Petrus auch angeführt.  Es dreht sich eben in der Bibel nicht alles um die Gemeinde, Genau genommen, das wenigste, dafür aber sind wir, die wir zum Leibe Christi gehören,  die Braut des Lammes und haben die himmlische Segnungen, die Israel nicht kennt.

In IHM
Hans Peter


22.04.03

Liebe Hans Peter und Claus - Stephan

Herzlichen Dank für beide wertvollen Beiträge, die sich eigentlich im Ergebnis gar nicht so sehr unterscheiden.

Ich will nur auf einen Punkt eingehen, nämlich auf das von Claus - Stephan rot Hervorgehobene (und ihm demnach offenbar besonders wichtige) bezüglich der sehr gefährlichen Methode der sogenannten HISTORISCH-KRITISCHEN Bibelauslegung. Wenn man diese Methode konsequent anwendet, kann man damit praktisch die ganze Schrift für ungültig erklären, denn Du wirst kaum je eine Situation antreffen, die genau derjenigen entspricht, in welcher sich die direkt angesprochenen Personen befanden.

Als ganz einfachen Grundsatz wollen wir beachten, dass die meisten Schriftstellen zwar zu einer bestimmten Menschengruppe gesprochen wurden, aber in die Heilige Schrift hineingenommen wurden sie für uns, nicht für jene!

Selbstverständlich ist nicht unbeachtlich, zu wem die entsprechenden Worte gesprochen wurden und vor allem für wen sie gelten (nicht: galten!). Auch müssen wir darauf achten, ob es sich um Geschichte oder um Lehre handelt.

Aus dem Wort Gottes geht jeweils klar hervor, wenn Gottes Geist etwas kulturabhängig verstanden haben will. Das ist beispielsweise bei gewissen Kleidervorschriften der Fall. Männerkleider sind nicht überall und in jederzeit gleich. In einigen Kulturen tragen Männer Röcke, in anderen Hosen ... Der Heilige Geist hat keinerlei Probleme, uns das Seiner Absicht entsprechend darzulegen!

Ich will nicht weiter ausholen. Das wäre eigentlich ein Thema für sich. Es geht mir aber darum, vor der oben genannten Methode zu warnen. Zum Beispiel erlebe ich immer wieder, wie man die Lehren für die Gemeinde aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel 10 bis 14, genau mit diesen Argumenten für uns als ungültig bezeichnen will, weil unser kultureller und historischer Hintergrund anders sei als im Korinth des ersten Jahrhunderts. Was daraus geworden ist, muss ich wohl nicht erwähnen.

 

Mit lieben Grüssen in Ihm der selber das Wort Gottes in Person ist!

22.4.03 Hans Rapold


 

23.04.03

Lieber Hans Rapold,

ich vertrete nicht die historisch-kritische Bibelauslegung. Ich frage mal dumm nach: Was verstehst Du darunter? Weißt Du konkret, was die historisch-kritische Bibelauslegung bedeutet?

Was ich sagte, ist folgendes:

Die Bibel besteht aus Büchern, "Schriften", die zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Kultur und Sprache geschrieben wurde und die sich in aller Regel zunächst an bestimmte Adressaten in dieser Zeit und Kultur richtet. Wenn ich also wissen will, was der konkrete Inhalt einer Bibelstelle ist, dann kann ich nicht einfach mein westliches Verständis voraussetzen, sondern ich muß fragen:

Wie hat der konkrete Adressat einer Bibelstelle in seiner Zeit diese Bibelstelle verstanden?

Erst dann, wenn ich das weiß, kommt Auslegung dran, nämlich die Frage:

Hat dies auch für mich/für die Gemeinde heute eine Bedeutung und wenn ja, welche?

Damit nehme ich den Text so ernst wie möglich.

Ich befinde mich also methodisch vor jeder Auslegung und versuche einfach herauszufinden, was da eigentlich steht.

Mein Vorbild sind hierfür die nach meiner Meinung geradezu horvorragenden Arbeiten von Glenn M. Miller, die Du unter https://www.christian-thinktank.com finden kannst. Gute Englischkenntnisse sind hierfür allerdings Voraussetzung.

Die historisch-kritische Methode geht hier noch weiter. Sie versucht anhand von in der Tat sehr fragwürdigen Annahmen, die Entstehung von Bibeltexten zu klären und "Textschichten" in der Bibel zu untersuchen und dann vielleicht noch zu unterscheiden, welche Jesuworte tatsächlich von Jesus gesagt worden seien und was später die Gemeinde Jesus sozusagen in den Mund geschoben hat usw.

Das lehne ich als rein spekulativ ab.

Lieber Hans Rapold, bitte (das ist eine brüderliche :-) Ermahnung) denke oder besser frage zuerst genau nach, bevor Du mir zu Unrecht einfach vorwirfst, die historisch-kritische Methode anzuwenden.

Alles Liebe

ML


Lieber ML

ich habe vor 3 Wo https://www.christian-thinktank.com mit Winhttrack runtergesaugt. Ist tatsächlich eine selten gute Fúndgrube.

Alles Gute

Hans Peter


24.04.03
Lieber ML

Wenn Du meine wenigen Worte genau liest, stellst Du fest, dass ich Dir keinerlei Vorwürfe machte. Mir ging es nur darum, vor der historisch-kritischen Methode der Bibelauslegung zu warnen,
die ich zugegebenermassen darin wahrzunehmen meinte. Das war für Dich, wie ich nun erfreut feststellen darf, offenbar völlig unnötig, aber vielleicht hat es doch einigen Lesern geholfen,
Deine Ausführungen nicht in dieser Hinsicht falsch zu verstehen.

Ich konnte freimütig von einem wertvollen Beitrag schreiben. Und was ich schreibe, das meine ich auch.
 Vielleicht war das aber schon ein wenig "hemdärmlig" formuliert und ich hätte mich etwas feiner ausdrücken sollen.
Ich hoffe, dass Du mir das vergeben kannst.

Ich bin dankbar für Deine Antwort, vor allem dass auch Du Dich von dieser gefährlichen Methode ausdrücklich distanzierst.
 Das ist mehr als ich erhoffen konnte, auch wenn ich persönlich noch etwas mehr davon Abstand nehme als Du. Ich bin glücklich darüber, dass wir uns im Grundsatz einig sind.

[An Hans Peter: Vielleicht wäre diese historisch-kritische Methode doch einmal ein Thema im Forum wert? Oder ist das bereits behandelt worden?]

Mit herzlichem Gruss

Hans


 24.04.03

Lieber Hans

Ja das wäre vor allem für mich sehr interessant, weil ich darüber noch nicht soviel gelesen habe. Ich habe aber gelernt,  dass
wenn man sich mit etwas befasst, dass dann auch der Moment kommt,  wo man es gut brauchen kann

 

IN JC
HP


 

 

Joels Chronologie
MNR Norbert Lieth

Vor Tausenden von Jahren kündigte Gott etwas für die Welt Unerhörtes an - etwas, das bis heute nicht
erfüllt wurde. Er liss dem Volk Israel durch Seinen Propheten Joel sagen:

 «Und ihr werdet wissen, dass ich in Israels Mit te bin und dass ich, der Herr, euer Gott
bin und keiner sonst. Und mein Volk soll nie mehr beschämt werden» (Joel 2,27).


Das ist Gottes Endziel mit Israel.

__Der Prophet Sacharja erklärt, dass ein Tag kommen wird, an dem Israel seinen
Herrn und Erlöser erkennen und auf Den sehen wird, in welchen es gestochen hat. Israel wird Busse tun (Sach 12,10; vgl. Offb 1,7).

Jesus Christus hat sich als
dieser durchstochene Herr und Erlöser offenbart, und Er selbst macht deutlich, dass das Volk der Juden Ihn eines Tages
wieder willkommen heissen wird:
 «Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!» (Mt 23,39).

Es ist ein langer Weg dorthin, was schon die Tatsache zeigt, dass wir heute im Jahre 2018 nach dem (vermuteten) Geburtsjahr unseres Herrn Jesus leben. Wie dieser lange Weg verlaufen und enden wird,
beschreibt Joel chronologisch, direkt im Anschluss an den oben zitierten
Vers,
in Kapitel 3:
____ «Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgiessen werde über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure Jünglinge
werden Gesichte sehen. Und sogar über die Knechte und über die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgies sen.
- Und ich werde Wunder geben im
Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer
und Rauchsäulen; die Sonne wird sich in
Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des Herrn kommt, der grosse und furchtbare» (V. 1-4).

Der Prophet Gottes beschreibt im Grunde genommen zwei verschiedene Ereignisse in einer Vision.

Die Zeitspanne  zwischen diesen beiden Geschehnissen sieht er nicht.
Es ist nämlich so:
Erst dann, wenn alle prophezeiten Ereignisse vollkommen in den Rahmen der biblischen Aussagen passen, können sie als Erfüllung von Prophetie bezeichnet werden
-.
Der Apostel Petrus greift Joels Weissagung am Pfingsttag auf und sagt:
→ «Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist
ausgiessen werde auf alles Fleisch, und
eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure alten Männer werden Träume haben» (Apg 2,17).
Das «Ende der Zeit» wird mit Pfingsten, als der Heilige Geist auf die Gemeinde ausgegossen wurde, markiert bzw. eingeleitet.

Diese Endzeit zieht sich fortlaufend weiter bis zur Wiederkunft des Herrn in Herrlichkeit: «... bevor je ner grosse Tag kommt, an dem der Herr in seiner Herrlichkeit erscheint» (Apg 2,20).

Das Zeitalter, in dem wir seit Pfingsten leben, ist somit das EndzeitsZeitalter, das mit der Wiederkunft Christi abgeschlossen wird. Interessanterweise sagt Petrus nicht,
dass Pfingsten die Erfüllung der Joelaussage ist; er weist lediglich darauf hin:
 «Dies ist es, was durch den Propheten Joel ge sagt ist» (Apg 2,16).

Immer wenn etwas «erfüllt» πληρόω (pleroo) wird, betont die Heilige Schrift dies auch (s. z.B. Mt 1,22; 2,17.23; 4,14; 8,17; 12,17; 13,14.35; 26,54.56; 27,9).
 Die Ausgiessung des Heiligen Geistes war eine Vorwegnahme für die Gemeinde, aber sie war nicht die vollumfängliche Erfüllung der alttestamentlichen Prophetie.
Diese bezieht sich vielmehr auf: «nach
diesem». Die Erfüllung wird geschehen
«nach diesem».
Petrus macht deutlich, dass die letzten Tage angebrochen sind, und zwar die letzten Tage, die sich auf Israel und das messianische Reich beziehen. Denn davon sprachen die Propheten.

Petrus hat die herrliche Wiederkunft des Herrn Jesus vor Auger und die damit einhergehenden Ereignisse (vgl. Apg 3,19-21).
 Was Petrus zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wurste, war, dass der Allmächtige noch ein Geheimnis einschieben würde,
 nämlich das der Gemeinde aus Israel und den Nationen.
Dieses Geheimnis begann mit der Bekehrung des Kornelius einzutreten (Apg 10)
und wurde erst dem Apostel Paulil vollends offenbart (Eph 3).
So wurde an Pfingsten die Gemeinde Jesu Christi geründet, aber der Herr selbst
erschien nicht in Herrlichkeit.

Am Ende der sogenannten Drangsalszeit oder Trübsalszeit wird der Geist Gottes
 «über alles Fleisch»
ausgegossen.
 Aber nur die Juden werden weissagen, Träume haben und Gesichte sehen, denn sie werden im Tausendjährigen Reich das Heilsvolk Gottes sein.
Pfingsten war lediglich die erste Etappe.
Zu Pfingsten wurde der Heilige Geist nicht auf alles Fleisch ausgegossen, sondern nur auf die anwesenden, bereits gläubigen Juden.

Wäre Apostelgeschichte 2
die voll kommene Erfüllung von Joel 3 gewesen, dann hätte Petrus etwas später in seiner zweiten Predigt nicht gesagt:
 «So tut nun Busse und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden, damit die Zeit der Erquickung komme von dem Angesicht des Herrn und er den sende, der euch
zuvor zum Christus bestimmt ist: Jesus»
 (Apg 3,19-20).
Die Prophezeiung von Joel 3 wird sich erst in Ende der Drangsalszeit voll kommen erfüllen, denn die erwähnten
Wunderzeichen wird es vor der Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit geben:
Blut, Feuer und Rauchdampf, und die Sonne
wird in Finstemis und der Mond in Blut
verwandeIt werden.
 
Wenn der Herr anschliessend auf der Erde erscheinen wird, um Sein Reich aufzurichten, dann ist der Moment gekommen, in dem der Geist Gottes «auf alles Fleisch» ausgegossen wird.
In Joel 3.1 heisst es: «Danach wird es geschehen ...» Nachdem der Herr in Israels Mitte zurückgekehrt sein wird,
Israel Ihn als Messias-Gott erkennt und das Volk nicht mehr beschämt wird (Joel 2,27), wird der Heilige Geist auf alles Fleisch ausgegossen.
Doch bevor dies geschieht, müssen Himmel und Erde durch die Gerichte der grossen Trübsal bewegt werden (Phil  3,3-4). «Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der Herr gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen, die der Herr berufen wird» (Joel 3,5).
In jener Zeit, wenn der Herr wiederkommt, um inmitten Seines Volkes zu wohnen, wird jeder errettet,
der den Namen des Herrn anruft. Das erfüllt sich bereits im gegenwärtigen Heilszeitalter der Gemeinde (Rom 10,13),
harrt aber noch der Vollerfüllung im Messianischen Reich.
Deshalb können wir hier nur von einer «Teilerfüllung» reden.
Der Bibellehrer Arno C. Gaebelein bemerkt: «Die grosse kommende Ausgiessung des Geistes über alles Fleisch wird die Errettung zur Folge haben. Heute gilt der glückselige Grundsatz, dass <jeder, der den Namen des Herrn anruft... errettet werden) wird, doch das wird auch an jenem Tag zutreffen.
Das Wort aus dem Munde unseres Herrn, <das Heil ist aus den Juden) (Joh 4,22), wird seine umfassendste Erfüllung finden. Dann werden
sich die Nationen im Reich dem Herrn anschliessen (Sach 2,15).» Der erste Abschnitt von Joel 3,5 trifft auf unsere Zeit zu, aber der letzte Satz: «und unter den Übriggebliebenen, die der Herr berufen wird», deutet wahr scheinlich auf die allerletzte Zeit, in der Gott den Faden Israels wieder aufgreift.

In jener Zeit wird der Überrest (die Übriggebliebenen) Israels errettet; dieser er löste Überrest stellt dann ganz Israel dar:
 «Ein Überrest wird sich bekehren, der Überrest Jakobs zu dem starken Gott))
(Jes 10,21).
 «Und so wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht:
(Aus Zion wird der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden)»
(Röm 11,26).
Nach Römer 11,4 bilden die an Jesus gläubigen Juden heute bereits einen Überrest; diese gehören zur Auswahl der Gnade innerhalb der Gemeinde.

Wenn aber das Gemeindezeitalter abgeschlossen ist, kehrt sich der Herr zu den Israeliten, die dann durch die Trübsal müssen und später in das Messianische Reich eingehen.
In Offenbarung 14,1 sehen wir das Lamm Gottes auf dem Berg Zion stehen, umgeben von den 144.000 Versiegelten aus Israel.

Sie werden als «Erstlinge» beschrieben, weil ihnen noch andere Erlöste folgen sollen (V. 4).

 Dann wird von dem Berg Zion und aus
Jerusalem Rettung ausgehen für alle Nationen.

Da wir seit 70 Jahren wieder einen jüdischen Staat haben,
ist die Möglich keit geschaffen, dass das Volk den Herrn in Zion bzw. Jerusalem wieder erwarten kann.
 Gott ist dabei, das Volk und das Land für die letzten Ereignisse vorzu bereiten.
«Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich die Gefangenschaftjudas und Jerusalems wenden werde» (Joel 4,1).


Heseskiel 36.24 > 25 > 26

Die Wiederherstellung Israel verläuft in drei Phasen:

Erstens,
es wird im eigenen Land gesammelt, im Zustand des Unglaubens
 (Hes 36,24).

Zweitens,
es erhält anschliessend Vergebumg bei der Wiederkunft des Herrn
(Hes 36,25).

Drittens,
 daraufhin giesst Gott den
Heiligen Geist zur Wiedergeburt über Sein Volk aus
(Hes 36,26).

Zuerst kommt es zur physischen Wiederherstellung, danach zur geistlichen.
Von daher ver wundem wir uns nicht, dass Israel heu te noch nicht im Glauben steht und es sich vorwiegend um ein säkulares Volk handelt

Dieser Umstand scheint ganz im Plan Gottes
zu liegen.

Das Geschick Judas wurde 1948 im Unabhängigkeitskrieg gewendet und
das Geschick Jemsalems 1967 mit der
Wiedereinnahme der Stadt.

Chronologisch gesehen erkennen wir bei Joel, im Licht des Neuen Testaments:
Erstens,
das Pfingstereignis, wenn auch noch nicht als Voerfüllung.
Zweitens,
das für den Propheten noch verborgene Zeitalter der Gemeinde.
Drittens, die Erneuerung des
Staates Israel.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, was Gott als Nächstes durch den Propheten Joel spricht
 «Dann werde ich alle Nationen versammeln und sie in die Talebene Josaphat hinabführen; und ich werde dort mit ihnen rechten über mein Volk und mein Erbteil Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben; und mein Land haben sie geteilt und über mein Volk das Los geworfen; und den Knaben haben sie für eine Hure gegeben und das Mädchen für Wein verkauft, den sie getrunken haben. Und auch ihr, was wollt ihr mir, Tyrus und Sidon und alle ihr Bezirke Philistäas?

Wollt ihr mir eine Tat vergelten, oder wollt ihr mir etwas antun? Schnell, unverzüglich werde ich euer Tun auf euren Kopf zurückbringen» (Joel 4,2-4).

+++ Achten wir auf folgende Betonungen: mein Volk, mein Erbteil, mein Land. Joel schreibt über damalige zeitnahe Ereig nisse und über Ereignisse, die mit der Wiederkunft und dem Tag des Herrn zu tun haben. Wir besitzen heute dank des vollendeten Wortes Gottes und unserer Erkenntnisse aus der Geschichte die Möglichkeit, diese Ereignisse zu unter
scheiden.
Vor fast 2000 Jahren, um 70 n.Chr., wurde das Land Israel «entjudaisiert», und vor allem die jungen Israeliten wurden
als Sklaven verkauft.
Gaebelein berichtet:
«Fast 1,5 Millionen Menschen waren in
Jerusalem und im Land während dieses furchtbaren Krieges umgekommen. Mehr als 100.000 wurden gefangengenom men. Über diese Hunderttausend Juden verfügte Titus nachjosephus auf folgende Art und Weise:

<Diejenigen, die unter 17 Jahre alt waren, wurden öffentlich verkauft.
Von den Übriggebliebenen wurden einige sogleich hingerichtet und einige zur Arbeit in den ägyptischen Gruben verschickt
(was schlimmer als der Tod war).

Einige mussten bei den in allen grösseren Städten stattfindenden öffentlichen Spielen mit wilden Tieren kämpfen.
Nur die grössten und stattlichsten waren für den Triumphzug in Rom vorgesehen.)
Juden waren derart billig, dass sie für ein
Mass Gerste verkauft wurden.
Tausenden widerfuhr dieses Schicksal. Und wovon könnten wir anhand der jahrhunderte langen Geschichte berichten, wenn nicht von den grausamen und furchtbaren Verfolgungen, die Gottes Erbteil erlitt, von den zu Tausenden und Abertausenden Niedergemetzelten, Gefolterten,  Verhöhnten und als Sklaven Verkauften?
Haben wir nicht erst kürzlich ähnliche Gräuel in Deutschland gesehen? Und diese historische Entwicklung ist noch nicht zu Ende. Es wird zu weiteren Hassausbrüchen gegenüber dem Erbteil Israels kommen, bis die bald anbrechende Zeit der Bedrängnis für Jakob all ihr bisheriges Leiden in den Schatten stellen wird.
Dies wird eine Zeit der Drangsal sein, wie sie von Anbeginn der Welt bis jetzt nicht gewesen ist noch je sein wird (Mt 24,21). Der Tag wird kommen, an dem der Herr die Nationen wegen des Bösen, das sie
getan haben, richten wird.»
Es ist, wie der Herr durch Joel sagen lässt: «mein Land haben sie geteilt».
- Als Nahostkonflikt wird der Streit zwischen Israel und der Palästinenserführung um
dasselbe Land bezeichnet. Die Auseinandersetzung dauert seit Jahrzehnten an und hat mehrere Kriege provoziert.

Tyros, Sidon, und die Bezirke Philistäas sind bis heute streng judenfeindlich. R. Liebi weist darauf hin, dass Philistäa das Philisterland bezeichnet. Dieses Gebiet lag von alters her im Bereich des Gazastreifens und etwas darüber hinaus.
Das Wort Palästinenser geht zurück auf
das lateinische Wort für Philister. Im Arabischen ist es besser ersichtlich. Das
Wort für Philister ist in der arabischen Bibel Filastini. «Eine mögliche moderne Übersetzung wäre Palästinenserbezirke.»

Tatsächlich begannen mit der Wiedereinreise von Juden in ihre jahrtausendealte Heimat die Kämpfe um das Land. Die Juden beanspruchten ihre Heimat, die Weltmächte rangen um eine Lösung,
die arabischen Staaten wollten lieber eine «Endlösung». Die UNO, in der die Völker sich vereinigen, beachten nicht, dass Gott sagt: «mein Land haben sie geteilt». Die Nationen meinen, mit einer Resolution nach der anderen Israel das Land streitig machen zu können. Sie merken nicht, dass sie sich dabei gegen
Gott auflehnen und dass Er sie dafür zur
Rechenschaft ziehen wird.

___ Die Europe Israel Press Association
schreibt: «Am 29. November 1947 beriet die UN-Generalversammlung darüber
und erliess mit 33 zu 13 Stimmen eine Resolution über die Teilung des Landes. Der Teilungsplan sprach von zwei in dem
Territorium zu errichtenden Staaten: einem jüdischen und einem arabischen. Laut Teilungsplan sollte der jüdische Staat zu etwa einem Drittel die kleine fruchtbar gemachte Küstenebene mit Galiläa und zu etwa zwei Dritteln das grosse unfruchtbare Gebiet der Negev-Wüste erhalten, zusammen 56,47 Prozent des restlichen Mandatsgebiets Palästina ohne Jordanien.
Die Negev-Wüste konnte zu
dieser Zeit weder landwirtschaftlich genutzt werden noch konnte man dort Städte errichten. (...)

Nach dem UN-Teilungsplan sollte das
Gebiet von Jerusalem und Bethlehem
eine internationale Zone werden.

Die zionistische Führung akzeptierte offiziell den UN-Teilungsplan, obwohl sie gehofft hatte, einen Weg zu finden, die Grenzen des jüdischen Staates zu erwei tern. Die palästinensischen Araber und die umliegenden arabischen Staaten hingegen lehnten den UNO-Teilungsplan ab und betrachteten die Abstimmung der Generalversammlung als einen internationalen Verrat. Anschliessend starteten sie einen koordinierten militärischen Angriff gegen die Juden nur Tage nach der Verabschiedung des UN-Plans.»

Bei den Camp David II- Verhandlungen des Jahres 2000 bot Israels Ministerpräsident Ehud Barak seinerzeit dem Paiästinenserführer
Jassir Arafat an, 95 Prozent
des Gazastreifens und
der Westbank abzutreten und Teile Ostjeru salems zur palästinensischen Hauptstadt zu
erklären. Doch Arafat lehnte ab.


In den nachfolgenden Kriegen ging es immer darum, das Land zu teilen, einen
palästinensischen Staat zu errichten, Jerusalem nicht als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die Juden möglichst vollständig zu eliminieren. Die Völker gemeinschaft strebte und strebt eine Zweistaatenlösung an; es kam zu paläs tinensischen Selbstverwaltungsgebie ten. Begriffe wie «Camp David I - und
II-Abkommen» oder «Oslo-Beschlüsse
I und II» gingen in die Geschichte ein. Im Camp David II des Jahres 2000 bot Israels Ministerpräsident Ehud Barak
seinerzeit dem Palästinenserführer Jassir Arafat an, 95 Prozent des Gazastreifens
und der Westbank abzutreten und Tei
le Ostjerusalems zur palästinensischen Hauptstadt zu erklären. Doch Arafat lehnte
ab. Wenn überhaupt, dann drängen die Palästinenser auf zwei getrennte Staaten in den Grenzen von 1967, was die Israe lis unmöglich akzeptieren können, weil dies einem Selbstmord gleichkäme. Aufgrund des schrecklichen Terrorismus, der zahlreiche Zivilisten in den Tod riss, sah sich die israelische Regierung gezwungen, Zäune und Mauern zu errichten, die die jüdischen von den pa lästinensischen Gebieten trennte. Das Ostjordanland fiel den Jordaniern zu, und um das Westjordanland wird immer wieder gestritten. Die USA streben eine Zweistaatenlösung an und bieten sich immer wieder als Vermittler an, was jedoch bislang gescheitert ist. Kürzlich äusserte sich US-Präsident Donald Trump: «Ich schau auf einen Staat und auf zwei Staaten, ich kann mit beidem leben.»
Vom prophetischen Wort der Bibel her gesehen könnte es durchaus zu einer Teilung in Israel und Jerusalem kommen. Das spricht nicht nur Joel an, sondern sagt auch Jesus. Jerusalem wird nämlich von den Nationen zertreten, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sind (Lk 21,24; Offb 11,2).
Die Zeiten der Nationen gehen aber erst zu Ende mit der grossen Trübsal und der sich daran anschliessen den Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit. Die Zukunft wird demnach noch sehr spannend werden; und wir erkennen, wie aktuell Joels Prophetie ist.
Die Auseinandersetzungen um das Land haben immer Kriege nach sich gezogen; und es ist abzusehen, dass es noch schlimmer wird. Darüber berichtet auch Sacharja: «Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum; und auch über Juda wird es kom menbei der Belagerung von Jerusalem. Und es wird geschehen an jenem Tag,
da werde ich Jerusalem zu einem Laststein für alle Völker machen: Alle, die ihn aufladen wollen, werden sich gewiss
daran verwunden. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln» (Sach 12,2-3).
___Dies führt uns zum
nächsten Punkt in Joels chronologischer Weissagung:
 «Ruft dies aus unter den Nationen, heiligt einen Krieg, erweckt die Helden; alle Kriegsmänner sollen herankommen und heraufziehen! Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Winzermes ser zu Lanzen; der Schwache sage: Ich bin ein Held! Eilt und kommt her, alle ihr Nationen ringsum, und versammelt euch! Dahin, Herr, sende deine Helden
hinab!
Die Nationen sollen sich aufmachen und hinabziehen in die Talebene Josaphat; denn dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsum zu richten. Legt die Sichel an, denn die Ernte ist reif; kommt, stampft, denn die Kelter ist voll, die Fässer fliessen über! Denn gross ist ihre Bosheit. Getümmel, Getümmel im Tal der Entscheidung; denn nahe ist der Tag des Herrn im Tal der Entscheidung» Joel 4,9-14). Jesus Christus sprach in Seiner be kannten Endzeitrede auf dem Ölbergvon Kriegen und Kriegsgerüchten, von Nationen, die miteinander im Streit liegen, als Anfang der Wehen
(Mt 24,6-8).
Bei der Eröffnung des zweiten Siegels in der Offenbarung, zur Einleitung des Tages des Herrn, ist auch von Kriegen die Rede
(Offb 6,3-4).

 Dem Seher Daniel wurde prophezeit: «Und nach den 62 Wochen wird der Messias weggetan werden und
nichts haben. Und das Volk des kom
menden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, und das Ende davon wird durch die überströmende Rut sein;
und bis ans Ende: Krieg, Festbeschlos senes von Verwüstungen. [Mehrzahl]»
(Dan 9,26).
 Das ist genau der Verlauf unserer Weltgeschichte: Der Messias wurde ge kreuzigt. Später kamen die Römer und zerstörten Jerusalem und den Tempel in
den Jahren 70 n.Chr. und 135 n.Chr. in
einer überströmenden Flut. Von der Zeit
an sollte die Geschichte der Stadt von Krieg und Zerstörung erfüllt sein. Und
tatsächlich: seitdem toben unaufhörlich - und ganz besonders in Bezug auf das Judentum - Kriege und Verwüstung.
Das wird sich durchziehen, bis das Ende
kommt. Kriege, Aufstände, Ausschreitungen gegen das Judentum, Pogrome, Verfolgun gen, islamische Unterdrückung, Inquisitionen, der Erste und Zweite Weltkrieg, die Kriege und der Terrorismus nach der
Rückkehr der Juden in ihr Land ... es wird bis zur Wiederkunft des Herrn so
weitergehen. Und dieses Ende wird die Vollendung des Zeitalters und das Ende der Zeiten der Nationen sein
(Mt 24,3; Lk 21,24).
 «Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden. Und dieses Evangelium des Reiches wird auf dem ganzen Erdkreis gepredigt werden, allen Nationen zum Zeugnis, und dann wird das Ende kommen»
(Mt 24,13-14).
Offenbarung 16 spricht von der Kriegsschlacht in Harmagedon:
 «Und er versammelte sie an den Ort, der auf Heb räisch Harmagedon heisst» (V. 16)

. Diese Aussage lehnt sich an die Aussage in Joel 4,11 an, weil es sich allem Anschein nach um dasselbe Ereignis handelt. «Eilt und kommt her, alle ihr Nationen ringsum,
und versammelt euch!» Die Endschlacht des Tales Josaphat nimmt in Harmage don seinen Anfang und zieht sich dann
in das Tal hinein. Mitten in der Unheils geschichte der Welt schreibt Gott Seine Heilsgeschichte. Durch alle Kriegs- und
Krisenzeiten hindurch kam es wieder
zum jüdischen Staat. Das immer noch
existierende Judentum ist ein Zeichen für die Aufrechterhaltung der Bündnisse Gottes mit Israel. Er ist es, der die Völker zum Gericht versammelt.
Josaphat heisst >:
«Jahwe richtet».
Dort wird Er mit den Völkern ins Gericht gehen und in die ser Region wird der Herr in Herrlichkeit erscheinen. Dort wird Israel in seiner schwersten Stunde gerettet.
«Die Sonne und der Mond verfinstern
sich, und die Sterne verhalten ihren Glanz» (Joel 4,15). Diese Aussage wurde bereits in Kapitel 3,3-5 vorweggenom
men und hier wiederholt. Bevor also der Heilige Geist ausgegossen wird auf alles Reisch, kommt es zu einer grossen Trübsal. Israel wird in sehr grosse Bedrängnis geraten. Miteinander verbündete Nationen werden sich Israel entgegenstellen; es wird einen Bund des Westens geben. Nationen werden unter der Federführung
des Antichristen über Israel herfallen. Es
wird aber auch einen Bund der Völker des Nordens und Ostens geben
(Dan 11; Offb 16), doch Gott wird vom Himmel her eingreifen.
Für das Gericht wird sowohl in Joel 4,13 als auch in Offenbarung 14,14-20
Aufgrund des schrecklichen Terrorismus, derzahlreiche Zivilisten in den Tod riss, sah sich die israelische Regierung gezwungen, Zäune und Mauern zu errichten, die die jüdischen von den palästinensischen Gebieten trennte.
das Bild der Ernte und des Tretens der Weinkelter gebraucht. Jesus Christus er wähnt, dass sich die Sonne und der Mond verfinstern werden (Mt 24,29). Offenba rung 6,14 spricht bildhaft davon, dass der
Himmel zusammengerollt wird wie eine Buchrolle. Alle diese Formulierungen gehen in dieselbe Richtung.
«Und der Herr brüllt aus Zion und lässt aus Jerusalem seine Stimme erschallen,
und Himmel und Erde erbeben. Und der
Herr ist eine Zuflucht für sein Volk und eine Festung für die Kinder Israel. Und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, euer Gott bin, der auf Zion wohnt, mei nem heiligen Berg. Und Jerusalem wird
heilig sein, und Fremde werden es nicht mehr durchziehen» (Joel 4,16-17). In jenen Tagen wird der Messias Isra
els zurückkehren. Die Zeiten der Natio nen werden zu Ende gehen und Israel wird gerettet. Zunächst wird Er auf dem Ölberg erscheinen, dann nach Zion kommen, um in Jerusalem für Sein Volk zu kämpfen. Er ist der «Löwe aus Juda» (Offb 5,5), der für Sein Volk brüllen und es beschützen wird.
Die Israeliten werden Ihn erkennen, Busse tun und als ihren Messias annehmen.
Jerusalem wird, indem der Herr selbst darin Wohnung nimmt, heilig sein.
Und die bereits zu Beginn erwähnte Weissagung aus Joel 2,27 wird sich erfüllen:

Der Heilige Geist wird ausgegossen
und die Juden werden das Missionsvolk
für die Nationen werden. «Und es wird geschehen, an jenem Tag werden die Berge von Most triefen und die Hügel von Milch fliessen, und alle Bäche Judas werden von Wasser fliessen; und eine Quelle wird aus dem Haus des Herrn hervorbrechen und das Tal Sittim bewässern.
Ägypten wird zur Einöde und Edom zu einer öden Wüste werden we gen der Gewalttat an den Kindern Judas, weil sie in ihrem Land unschuldiges Blut vergossen haben.
Aber Juda soll in Ewig keit bewohnt werden und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht. Und ich werde sie von ihrem Blut reinigen, von dem ich sie nicht gereinigt hatte.
Und der Herr wird in Zion wohnen»
(Joel 4,18-21). Die Erde wird unter die vollen Züge der Segnungen Gottes kommen. Es soll keinen Mangel mehr geben. Die Herrlichkeit des Messias wird sich über alles ausbreiten.
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Eine Quelle wird aus dem kommenden Tempel hervorbrechen und das Tal Sittim bewässern - dieses lag am Nordufer des Toten Meeres. Diese Aussage geht in die selbe Richtung wie die Prophezeiungen von Hesekiel 47,1-12 und Sacharja 14,8.
 Das ist ein herrliches Bild für den Sieg des Herrn über Sünde, Tod und Teufel. Wo Er
regiert, ist Leben in Fülle.
Über Ägypten und Edom (Jordanien) kommt jedoch das Gegenteil. Sie werden
zu einer Einöde und Wüste werden wegen ihrer Gewalttat am jüdischen Volk, denn damit haben sie sich gegen Gott erhoben imd Seinen Augapfel angerührt.
Diese beiden Orte könnten durchaus alle
Völker repräsentieren, die sich gegen Sein Wort, Seine Bündnisse und Sein Volk erheben. In fast allen prophetischen Worten über den Tag des
Herrn werden diese beiden Nationen erwähnt (Hes 30,3ff.; Jer 46,2-10; Jes 34,6-8; Obadja). Diesbezüglich ist es sehr interessant und aktuell zugleich,
dass unter den arabischen Staaten nur Ägypten 1979 und Jordanien 1994
ein Friedensabkommen mit Israel un terschrieben haben. Ist es möglich, dass diese Friedensverträge eines Tages gebrochen werden, man Israel
in den Rücken Fällt und dies deshalb
ein besonderes Gericht hervorruft? So stehen Segen und Fluch einander ge genüber: In Christus ist Segen und die Fülle des Leben. Wer sich jedoch im Unglauben gegen Ihn stellt und sich auflehnt, wird geistlich, seelisch und
schliesslich im Gericht verdorren. Juda und Jerusalem sollen ewig
bestehen bleiben, was die Treue
Gottes unterstreicht. Israel wird von seiner Blutschuld gereinigt, die seit der Kreuzigung Jesu und seinem
Ruf: «Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!» (Mt 27,25), auf ihnen lag. In der Erkenntnis und
Annahme des Messias wird die Ver gebung liegen. Die Joel-Chronologie endet mit der herrlichen Feststellung:
«Und der Herr wird in Zion wohnen.» So sehen wir in Joel prophetisch und chronologisch dargelegt:
Das Pfingstereignis -
wenngleich noch nicht als Vollerfüllung das für Joel selbst verborgene Zeitalter der Gemeinde, die Erneuerung des Staates Israel, die Teilung des Landes, Krieg, die grosse Trübsal, die Wiederkunft des Herrn
Jesus und das messianische Reich. Gottes prophetisches Wort verspricht demnach Israel: Ein wiederhergestell tes Land, ein erlöstes Volk, eine heilige Stadt und einen herrlichen König. Ohne einen Zeitpunkt berechnen zu wollen oder zu können, dürfen wir wohl sagen, dass wir in die Zeitperiode kurz vor der Wiederkunft Christi
eingetreten sind.
MNR NORBERT LIETH



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