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Lieber Hans Peter,       1. Johannes Brief
 
ich bitte zu dem nachfolgenden Vers um Rat und Erklärung.

1Jo 3,15 Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß kein Totschläger ewiges Leben bleibend in sich hat.

Dieser Vers stammt von Johannes, dem Jünger, der auch das Johannesevangelium geschrieben hat. Dieses Wort "bleiben" in seinen verschiedenen grammatikalischen Formen kommt im Zusammenhang mit der Unverlierbarkeit des Heils häufig vor:

Joh 3,36 Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Joh 6,27 Wirket nicht die Speise, die vergänglich ist, sondern die Speise, die ins ewige Leben bleibt, welche des Menschen Sohn euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt!

Joh 8,35 Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Hause; der Sohn bleibt ewig.

Joh 14,16 Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit,

Joh 15,4 Bleibet in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie das Rebschoß von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Weinstock bleibt, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet.

Joh 15,5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

Aus diesen Versen wird aus dem Wort "Bleiben" die Unverlierbarkeit des Heils gefolgert, da eben der Hl. Geist in Ewigkeit bei uns bleibt.
 
Nun steht da aber dieser Vers aus selber Feder. Betrachtet man den Vers aber nun genauer:
Wer ist ein Bruder?
Dies kann nur ein Mitchrist sein, da nur Geschwister Brüder sein können.
Hass:
Eine Einstellung des Herzen, eine Tat, die eine völlig verkehrte innere Einstellung und Verhaltensweise darstellt => im Wesen völlig gegensätzlich zu dem Wesen Christi
kein Totschläger ewiges Leben bleibend in sich hat:
Ewiges Leben ist beim Totschläger nicht bleibend. Er hatte es, es blieb aber nicht bei ihm. Sein ewiges Leben ist durch die Herzenseinstellung, seine Tat nicht bleibend, nicht beständig. Das ewige Leben war aber vorher bereits in ihm,
 
Man kann hier den Bruder, der hier durch Hass zum Totschläger wird nicht als Nichtbekehrten einstufen, da er sonst nicht vorher Bruder genannt werden würde. Durch diesen Ausdruck "kein ... bleibend in sich hat" wird bestätigt, dass sich die Verneinung nicht auf ewiges Leben, sondern auf das "bleiben" bezieht, d.h. das Ewige Leben ist in jenem gewesen, nicht aber bleibend.
 
Betrachtet man aus dieser Perspektive die Verse aus dem Johannesevangelium, so liegen auch diese Aussagen auf dieser Linie=> "bleibt in mir, so bleibe ich in euch"
 
Doch damit fällt unweigerlich die Unverlierbarkeit des Heils. Es gibt noch etliche Stellen, die zu ähnlichem Ergebnis führen, keine ist aber so zwingend, wie eben diese. Die Schrift bezeugt einen Zusammenhang von
- in Christus bleiben
- festhalten am Glauben 1Kor 15,2 durch welches ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Worte festhaltet, das ich euch verkündigt habe, es wäre denn, daß ihr vergeblich geglaubt hättet.
- Irrlehrern, die der Welt entflohen waren, wieder sich verirrt hatten, denen es besser wäre, den Weg nicht erkannt zu haben (2. Pet.2,20+21)
 
Wie sieht also eine Auslegung dieses oben genannten Verses aus, ohne die Unverlierbarkeit des Heils anzweifeln zu müssen?
 
Liebe Grüße
 
Martin/ibhl
 
Lieber Martin/ ibhl 28.02.05

Zunächst einige Dinge vorab.

Zu:" Bruder"
Das Wort Bruder wir in der Schrift auf leibliche Brüder und auf geistliche Brüder angewandt. So auch im Johannes Evangelium.

Zu:" Hass"
.
Ich habe viel zu wenig "Hass", ich hasse die Sünde zu wenig

Zu "Totschläger":   (besser wäre natürlich mit "Menschenmörder" übersetzt worden)
Er hat das ewige Leben nicht bleibend, (wohnend) in  sich, es sei denn, er hat sich bekehrt, dann wird er aber nicht mehr Totschläger genannt.

Johannes wurde es durch den Heiligen Geist gegeben, einige der wichtigsten Axiome der Christlichen Lehre, (GlaubensGrundsätze) niederzuschreiben. Glaubens- Grundsätze sind Lehrsätze, die keine weitere Beweisführung mehr brauchen.  Zum Beispiel: wer einen Bruder, und hier natürlich einen wiedergeboren, der auch zur Familie Gottes gehört nicht liebt, der ist kein Bruder,  der hat das Ewige Leben nicht und in dem ist die Göttliche Liebe nicht. An Axiomen kann man nicht rütteln.  Wenn zum Beispiel mich jemand hasst, dann ist  er nicht wiedergeboren, hat das ewige Leben und die Liebe Gottes nicht in sich und wohnt im Machtbereich des Todes.
 

Damit diese Dinge richtig auf unser Herz einwirken können, drei Verse aus diesem Kapitel,  in denen verschiedene Bedeutungen des Todes Christi gezeigt werden:

1Jo 3,5 Und ihr wisset, daß er geoffenbart worden ist, auf daß er unsere Sünden wegnehme; und Sünde ist nicht in ihm.

1Jo 3,8 Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, auf daß er die Werke des Teufels vernichte.

1Jo 3,16 Hieran haben wir die Liebe erkannt, daß er für uns sein Leben dargelegt hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben darzulegen.
 

In IHM
Hans Peter

Weitere Glaubens- Axiome:
a)     
1Jo 1,5 Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: daß Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist.
b)  2!   
 1Jo 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der da leugnet, daß Jesus der Christus ist? Dieser ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet.
c) 
2!     1Jo 3,4 Jeder, der die Sünde tut, tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.
d)        
1 Jo 3,15 Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Menschenmörder, und ihr wisset, daß kein Menschenmörder ewiges Leben in sich bleibend {O. wohnend} hat.
e) 2!    1Jo 4,16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.
f)         
1Jo 5,7 Denn drei sind, die da zeugen:
g) 2!    1Jo 5,17 Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; und es gibt Sünde, die nicht zum Tode ist.