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Nochmals hallo an Euch beiden!
Ich hatte noch einen Link aus Nikodemus wo ich mir mit dem Artikel nicht so ganz sicher bin.
Meiner Meinung wird hier Prophetie zum Teil eingeräumt.
Bitte liest auch mal und lasst mich bitte  wissen was Ihr davon haltet.
Ist echt nicht einfach raus zu finden, in welche Gruppierung man die Artikel packen kann.
Es bedarf wohl noch jahrelanges Lesen meinerseits.
Ein gesegnetes Wochenende an Euch!
Jörg U. / nzwbxwb/r


Hier der Link:

Gott gibt seine Gaben nicht einfach so als "Verzierung" an uns Christen. Deutlich schreibt Paulus, dass längst nicht alle Propheten sind und prophetisch Reden können und müssen:

 

Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied. Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede. Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Sind alle Wundertäter? Haben alle die Gabe, gesund zu machen? Reden alle in Zungen? Können alle auslegen?
1.Korinther 12,27-30


Daher ist zunächst einmal die Frage, ob Du diese Gabe überhaupt für Deinen Dienst benötigst.

Daß Paulus hier tatsächlich an den Dienst denkt, geht daraus hervor, dass er im gesamten Abschnitt ab Kapitel 12 vom "Leib Christi" schreibt. An diesen symbolischen "Leib" sind wir Christen als Glieder "angehängt". Jeder von den Menschen, die Teil des Leibes Christi sind, erfüllt eine bestimmte Aufgabe - analog zu den Gliedern eines menschlichen Körpers.

Ob Du für Deine Aufgabe diese Gabe benötigst, musst Du mit Gott klären. Er gibt sie Dir, wenn er meint, dass Du sie für Deinen Dienst an anderen Christen, am Leib Christi, benötigst.

 

Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede!"
1.Korinther 14,1



Das Wort, dass hier mit "prophetische Rede" wiedergeben ist, heißt im Griechischen "propheteuo" und bedeutet in dem Vers soviel wie: "prophezeien, weissagen oder göttliche Wahrheiten aufgrund des Wortes Gottes und der Gabe der Prophetie aussprechen." (ElBStB NT)

Prophetische Rede hat also mehrere Aspekte. In jedem Fall wird dabei der Wille Gottes bekannt gegeben, wobei es sich dabei vergangene, gegenwärtige, oder auch um zukünftige Dinge handeln kann.

Da die Bibel an sich schon prophetisches Wort ist (2.Petrus 1,18), muss man nicht Prophet im strengeren Sinne sein, um prophetisch Reden zu können. Es muss daher unterschieden werden, ob jemand einen Bibeltext auf eine Situation anwendet, oder ob eine direkte Botschaft weitergegeben wird. Das auch letzteres nicht der Bibel widersprechen kann und darf, ist dabei von vornherein festzustellen.

Sobald jemand als Prophet im Namen Gottes auftritt und weissagt, unterliegt er den strengen Richtlinien und Maßstäben der Heiligen Schrift, die für die Prüfung dieses Amtes vorgesehen sind. So ist die Botschaft eines von Gott gesandten Propheten niemals falsch (5.Mose 18,20-22) und führt Menschen auch niemals von Gott und seinem Wort weg (5.Mose 13,1-5).

Im Alten Testament sind falsche Propheten getötet worden (Bsp.: 5.Mose 13,6). Im Neuen Testament lesen wir davon nichts. Dafür warnt Jesus umso deutlicher vor der Gefahr, durch falsche Propheten verführt zu werden (Markus 13,22).

Jede Aussage, die über Gott, die Bibel oder andere geistliche Themen gemacht wird, muss von den Zuhörern geprüft werden (1.Korinther 2,13+14). Dies trifft gerade auch für prophetische Aussagen aufgrund eines Prophetenamtes zu (1.Thessalonicher 5,19-22, 1.Johannes 4,1-3).


Fazit:

Nach der prophetischen Rede zu streben bedeutet zunächst einmal, sich sehr gut im Wort Gottes auszukennen. In diesem Bereich können wir mit der Hilfe des Heiligen Geistes und viel Fleiß im Bibellesen ein gutes Stück vorankommen.

Das Amt eines Propheten bekommen nicht viele Christen. Prophezeiungen, deren Inhalt die Bibel ergänzen würden, sind dabei ohnehin nicht zu erwarten. Vielmehr geht es hierbei um Aussagen wie die des Agabus (Apostelgeschichte 11,28 und 21,10). Ob man das Amt eines Propheten erhält, ist immer in Gottes Hand und an den Dienst, den ein Christ im Reich Gottes ausfüllen soll.

 

Lieber Jörg U. / nzwbxwb/r

Ich habe den ganzen Artikel durchgelesen und finde diesen gut. Was ich selber nicht schreiben würde ist,  dass es ein Amt eines Propheten gibt. Das gibt es nämlich heute nicht mehr. Aber wie der Verfasser gut herausgearbeitet hat, kann man prophetisch reden, in dem Sinne, dass Gott uns brauchen kann, um jemandem durch Sein Wort in der Predigt oder im Gespräch ins Gewissen zu reden. In dem Sinne wird eben das Wort "Prophezeiung"  auch verwendet.

in IHM
Hans Peter

 

15.04.05
nur eine kleine Anmerkung, um die Unterschiede zwischen den Begriffen Gaben und Ämter noch genauer herauszuarbeiten.
 
Ämter haben im Neuen Testament immer einen Bezug zu einer Ortsgemeinde. Klassische Ämter sind Älteste und Diakone, die an einem bestimmten Ort ihren Wirkungskreis haben. Paulus belehrt und darüber in den Briefen an Timotheus und Titus.
 
Gaben sind grundsätzlich dem Leib Christi gegeben. Darum ist der Hinweis von Hans Peter, dass er nicht sagen würde, dass es das Amt eines Propheten gibt, völlig in Übereinstimmung mit der Schrift. Die Bibel kennt die Gabe Prophet zu sein, aber nicht das Amt eines Propheten. Gleiches gilt übrigens für Apostel, Lehrer, Evangelisten und Hirten (Pastoren).
 
Es ist ganz interessant, wenn man entdeckt, dass es für die protestantische Gewohnheit lokale Pastoren zu benennen keine biblische Vorlage gibt. Es wird eine Gabe auf einen Ort beschränkt.
 
Nach einem Amt kann man streben, man kann es im Sinne der Bibel begehren. Das ausfüllen eines Amtes entspricht der natürlichen Entwicklung eines Christen. Die (Be) gabung gibt der HERR. Eine Begabung ist so zusagen ein Geschenk.
 
Ich schreibe ziemlich in Eile, darum habe ich auf die Anführung der genauen Bibelstellen verzichtet, es ist aber sicher für jeden der Mühe wert den Unterschied zwischen Ämtern und Gaben selbst heraus zu arbeiten.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich