Frage2142

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Hallo HP,

wenn Paulus explizit seine Meinung aeussert, ist das denn auch Gottes Wort?

Viele Liberale fuehren gegen das biblische Inspirationsverstaendnis an, dass z.B. Lukas, die Sachen, die er geschrieben hat,in Erfahrung gebracht habe. Was wuerdest Du entgegnen?

Martin

 

 
Lieber Martin.
 
hier möchte ich nun ein konkretes Beispiel bringen, in Bezug auf den von Dir genannten Paulus:

1.Kor. 7 (UELB)
10 Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß ein Weib nicht vom Manne geschieden werde,
11 (wenn sie aber auch geschieden ist, so bleibe sie unverheiratet, oder versöhne sich mit dem Manne) und daß ein Mann sein Weib nicht entlasse.
12 Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder ein ungläubiges Weib hat, und sie willigt ein, bei ihm zu wohnen, so entlasse er sie nicht.
 
25 Was aber die Jungfrauen betrifft, so habe ich kein Gebot des Herrn; ich gebe aber eine Meinung, als vom Herrn begnadigt worden, treu zu sein.
 
38 Also, wer heiratet, tut wohl, und wer nicht heiratet, tut besser.
39 Ein Weib ist gebunden, so lange Zeit ihr Mann lebt; wenn aber der Mann entschlafen ist, so ist sie frei, sich zu verheiraten, an wen sie will, nur im Herrn.
40 Glückseliger ist sie aber, wenn sie also bleibt, nach meiner Meinung; ich denke aber, daß auch ich Gottes Geist habe.
 
 

William Mac Donald schreibt in seinem Kommentar zum Neuen Testament so:

Zitat Anfang:
7,10 Die nächsten zwei Verse sind an »Verheiratete« gerichtet, wenn beide Partner gläubig sind. »Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr« bedeutet einfach, daß das, was Paulus hier lehrt, auch schon vom »Herrn« Jesus gelehrt wurde, als er hier auf der Erde lebte. Christus hatte zu diesem Thema schon konkrete Anweisungen gegeben. Er hatte z. B. Scheidung verboten, außer bei Ehebruch (Matth 5,32;19,9). Die allgemeine Anweisung, die Paulus hier gibt, lautet, »daß eine Frau sich nicht vom Mann scheiden lassen soll«.
7,11 Doch er erkennt, daß es einige Extremfälle gibt, wo es notwendig sein mag, daß eine Frau ihren Ehemann verläßt. In solche einem Falle ist sie verpflichtet, »unverheiratet« zu bleiben »oder … sich mit dem Mann« zu versöhnen. Trennung hebt nicht die eheliche Bindung auf, sie gibt eher dem Herrn die Gelegenheiten, den Streit zu schlichten, der die beiden getrennt hat und beide Teile wieder in die Gemeinschaft mit ihm und untereinander zu bringen. Der »Mann« ist angewiesen, »seine Frau nicht« zu entlassen. In seinem Fall wird keine Ausnahme gemacht.
7,12 Die Verse 12-24 befassen sich mit dem Problem der Ehe, wenn nur ein Partner gläubig ist. Paulus leitet seine Bemerkungen mit der Feststellung ein: »Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr.« Und wieder möchten wir energisch betonen, daß das nicht bedeutet, daß das von Paulus Gesagte nur seine eigene Ansicht und nicht die des Herrn sei. Er will nur erklären, daß seine Aussagen noch »nicht« vom »Herrn« so gelehrt wurden, als er noch auf der Erde war. Es gibt keine Anweisung in den Evangelien, die dieser hier entspricht. Der Herr Jesus hat das Thema einer Ehe, in der nur einer von beiden gläubig ist, nicht aufgenommen. Doch nun hat Christus seinen Apostel in dieser Angelegenheit unterrichtet und deshalb ist das, was Paulus hier sagt, das inspirierte Wort Gottes. »Den übrigen« bedeutet, denjenigen, deren Partner nicht gläubig sind. Dieser Abschnitt rechtfertigt nicht, daß ein Christ einen Unerlösten heiratet. Es geht hier wahrscheinlich um die Situation, wenn einer der Partner nach der Eheschließung errettet wurde.
......
7,25 In den Versen 25-38 richtet sich der Apostel an die Unverheirateten, ob männlich oder weiblich. Das Wort »Jungfrau « kann sich auf beide beziehen. Vers 1. Korinther 7, 25 ist ein weiterer Vers, der von einigen benutzt worden ist zu lehren, daß der Inhalt dieses Kapitels nicht unbedingt inspiriert sei. Sie gehen sogar so weit zu sagen, daß Paulus, der Junggeselle war, ein Chauvinist gewesen sei, und daß sich hier seine persönlichen Vorurteile zeigen! Wenn wir solch eine Haltung akzeptieren, so haben wir hier natürlich einen harten Angriff auf die Inspiration der Schrift. Wenn Paulus sagt, er »habe … kein Gebot des Herrn … über die Jungfrauen «, so meint er einfach, daß der Herr während seines irdischen Dienstes keine ausdrückliche Anweisung zu diesem Thema gegeben hat. Deshalb sagt er hier nun seine »Meinung als einer, der vom Herrn die Barmherzigkeit empfangen hat, vertrauenswürdig zu sein«, und diese »Meinung« ist von Gott inspiriert.
......
7,40 Paulus’ ehrliche Ansicht ist nun, daß eine Witwe »glückseliger ist, wenn sie so bleibt«, nämlich unverheiratet. Das ist kein Widerspruch zu 1. Timotheus 5,4, wo Paulus den Rat gibt, daß jüngere Witwen heiraten sollten. In unserer Schriftstelle spricht er von allgemeinen Grundsätzen – und gibt in 1. Timotheus eine Ausnahme an. Dann fügt er noch hinzu: »Ich denke aber, daß auch ich Gottes Geist habe.« Einige haben diese Worte mißverstanden. Sie glauben, daß Paulus sich nicht sicher gewesen sei, als er diese Anweisungen gab! Wieder wehren wir uns sehr gegen eine solche Interpretation. Es kann keinen Zweifel an der Inspiration der Worte des Paulus in diesem Abschnitt geben. Er spricht hier ironisch. Seine Apostelschaft und seine Lehre wurde von einigen in Korinth angegriffen. Sie gaben vor, die Gedanken des Herrn zu kennen, wenn sie sprachen. Paulus sagt hier nun praktisch: »Was immer andere von mir sagen mögen, ich denke, daß ich auch den Geist Gottes habe. Sie geben vor, ihn zu haben, doch sicherlich sind sie nicht der Ansicht, ein Monopol auf den Heiligen Geist zu haben.« Wir wissen, daß Paulus natürlich »Gottes Geist« bei allem hatte, was er uns geschrieben hat, und daß es für uns bedeutet, dem Glaubensweg zu folgen, wenn wir seine Anweisungen beachten.
Zitat Ende.

Eine Frage an nicht wiedergeborene Theologen könnte lauten:
„Wenn Sie sich sicher sind, dass dieser Vers oder dieser oder jener... nicht inspiriert ist, wie wissen sie, welche Verse dann wirklich inspiriert sind und welche nicht?“
 
 
Nun, wir wissen aus der Heiligen Schrift:

Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben, und nützlich... (2. Timotheus 3,16+17)
 
 
2.Petr. 1,
19 Und so besitzen wir das prophetische Wort befestigt, auf welches zu achten ihr wohl tut, als auf eine Lampe, welche an einem dunklen Orte leuchtet, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen;
20 indem ihr dies zuerst wisset, daß keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist.
21 Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geiste.
 
Hier wird anschließend gleich noch eine Warnung abgegeben:
2.Petr. 2. 1 Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volke, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche verderbliche Sekten nebeneinführen werden und den Gebieter verleugnen, der sie erkauft hat, und sich selbst schnelles Verderben zuziehen.
2 Und viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen, um welcher willen der Weg der Wahrheit verlästert werden wird.
3 Und durch Habsucht werden sie euch verhandeln mit erkünstelten Worten; welchen das Gericht von alters her nicht zögert, und ihr Verderben schlummert nicht.

Für mich war es Ende Dezember 2004 klar: „Geht heraus aus ihnen!“ und: „Damit ihr nicht Anteil habt an ihren Sünden!“
 
Wenn wir uns mit diesen Menschen umgeben, die das Wort Gottes verlästern, nehmen wir Anteil an deren Sünden. Das dürfen wir nicht zulassen. Klingt für manche hart, und diese sagen dann gleich: Du bist lieblos. oder: Du lebst nicht in der Liebe. Weißt Du, was ich dann überraschenderweise in DEM Kapitel der Liebe gelesen habe? Nun, lies selbst den Vers sechs in dem Kapitel der Bibel (ausserdem auch von Paulus!), der gerade von den Befürwortern der Liebe so gerne zitiert wird.
 
Liebe Grüße
Christian t. /at
26.04.05
 
Hallo Martin
 
"wenn Paulus explizit seine Meinung aeussert, ist das denn auch Gottes Wort?"
 
1Kor 1,10 Ich ermahne {O. bitte} euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle dasselbe redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinne und in derselben Meinung völlig zusammengefügt {Eig. vollbereitet} seiet.
 
Falls andere Meinungen, als die des Paulus in Korinth vertreten worden sind, so hat das auch Spaltungen bedeutet. Wo Paulus von seiner Meinung schreibt, da wollte er damit die Richtigkeit seiner Aussage unterstreichen.
und nicht damit Anlaß geben, diese seine Meinung in Frage zu stellen. Erkennbar wird dies aus den beigefügten Erklärungen.
 
1Kor 7,25 Was aber die Jungfrauen betrifft, so habe ich kein Gebot des Herrn; ich gebe aber eine Meinung,
als vom Herrn begnadigt worden, treu {O. zuverlässig, vertrauenswürdig} zu sein.
 
1Kor 7,40 Glückseliger ist sie aber, wenn sie also bleibt, nach meiner Meinung;
 ich denke aber, daß auch ich Gottes Geist habe.
 
Wer diese unterstrichenen Aussagen anzweifelte, mag zu einer anderen Meinung gekommen sein.
 
Kol 2,4 Dies sage ich aber, auf daß niemand euch verführe durch überredende Worte.
 
Oftmals schreibt Paulus "ich aber" oder "ich" was viele verdrehen, um zu behaupten, dies wäre nicht Gottes Wort,
sondern: "Das habe "nur" Paulus gesagt".
Speziell wenn Frauen lehren, so wird diese Interpretation oft angewandt (als Beispiel).
 
Aber genau das Gegenteil ist der Fall:
Dies sage ich aber, auf daß niemand euch verführe durch überredende Worte
 
- Überredende Worte -
im negativen Sinn: die falsche Überredung
die Überredungskunst, die (falsche) Vortäuschung bzw. Vorspiegelung
durch scheinbar richtige Argumente.
 
 
"Viele Liberale fuehren gegen das biblische Inspirationsverstaendnis an, dass z.B. Lukas, die Sachen, die er geschrieben hat,
in Erfahrung gebracht habe. Was wuerdest Du entgegnen?"
 
Ps 12,6 Die Worte Jehovas sind reine Worte - Silber, das geläutert in dem Schmelztiegel zur Erde fließt, siebenmal gereinigt.
 
Apg 2,4 Und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen {O. Zungen} zu reden,
wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
 
(Für mich ein Bild für die künftige Verkündigung des Wortes Gottes).
 
Durch den Hl. Geist gewirkte Verkündigung - Wie der Geist ihnen gab auszusprechen -
 
1Thes 2,13 Und darum danken wir auch Gott unablässig, daß, als ihr von uns das Wort der Kunde Gottes empfinget, ihr es
nicht als Menschenwort aufnahmet, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das auch in euch, den Glaubenden, wirkt.
 
2Tim 3,16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und {O. Alle von Gott eingegebene Schrift ist auch} nütze zur Lehre, {O. Belehrung} zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,
 
 
Es gibt Aussagen in der Schrift von den Feinden Gottes, welche ihrem Inhalt nach (der Sinn) verkehrt sind, 
weil diese Aussagen aber so getätigt wurden, als Tatsachen im Wort Gottes zu finden sind.
Z.B.
Lk 11,15 Einige aber von ihnen sagten: Durch {W. In (in der Kraft des); so auch V.18. 19.} Beelzebub, den Obersten der Dämonen,
treibt er die Dämonen aus.
Lk 7,34 Des Menschen Sohn ist gekommen, ißt und trinkt; so sagt ihr: Siehe, der Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer,
der Zöllner und Sünder Freund!
Apg 2,13 Andere aber sagten spottend: Sie sind voll süßen Weines.
 
Somit ist im Einzelfall immer nachzufragen was denn verkehrt sei und wo das geschrieben steht.
So müßte diese alternative Literatur höher zu achten sein wie Gottes Wort, eben dann ein anderes Wort Gottes sein. 
Somit auch der Verfasser (als Person) dieser Literatur diese Glaubwürdigkeit besitzen  - von Gott zu sein -
 
Geschilderte Handlungsweisen kann man nicht immer als Lehre auffassen, aber zu dieser Zeit situationsbedingt
dennoch nicht anstößig waren.
 
Apg 2,45 Ihre Güter und Habe verkauften sie und teilten sie aus unter alle, nach dem jedermann not war.
Aber:
2Kor 9,7 Ein jeder, wie er sich in seinem Herzen vorsetzt: nicht mit Verdruß {Eig. aus Betrübnis} oder aus Zwang,
denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
 
2Jo 1,9 Jeder, der weitergeht und nicht bleibt in der Lehre des Christus, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt,
dieser hat sowohl den Vater als auch den Sohn.
 
Dieser Sachverhalt ist auch logisch, denn eine andere Lehre zeugt auch von einen anderen "Gott" (andere Inspiration).
Da es aber keinen anderen Gott gibt, so machen sich Menschen (und welche sie im Schlepptau ihrer Bewegung haben)
mit ihren Lehren selber zu "Gott" bzw. zu seinem Vertreter.
 
Der Mensch soll lernen, dem Wort Gehorsam zu sein, welches Christus selber ist, denn Christus annehmen, ist nichts anderes
als sein Wort aufnehmen, damit ER Gestalt in uns gewinnt.
 
Gruß
Kurt R.
 
 

 

Lieber Martin,
 
deine Frage ist extrem gefährlich. Man läuft nämlich Gefahr das Wort Gottes auf "wörtliche Rede des HERRN zu reduzieren". Natürlich äußert Paulus [unter der Leitung des Heiligen Geistes] seine Meinung. Es ist Wort Gottes, ob das nun kritische Denker wahr haben wollen oder nicht.
 
"Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geiste" 2. Petr. 1,21
 
"... so wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat," 2. Petr. 3,15
 
In Kenntnis von Gal. 2 bin ich dem HERRN doppelt dankbar für diese Passagen von Petrus in seinem Wort. Aber natürlich hat sich Paulus selbst zu der Frage geäußert.
 
"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, auf dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt." 2. Tim. 3,16+17
 
Vor knapp 34 Jahren hat mir mein Sonntagschullehrer die Verse aus dem 2. Timotheusbrief in meine erste vollständige Bibel geschrieben. Jeder, der zu diesem Wort uneingeschränkt JA sagt, hat alles was er benötigt in seiner Bibel.
 
Findet jemand allerdings kein uneingeschränktes JA zu den hier angeführten Bibelworten, dann wird er auch zu allen anderen Teilen der Bibel nie ein uneingeschränktes JA finden. Nach den Zweifeln zu den "Paulusworten" wird der Satan noch weitere Zweifel säen und dadurch wirklich alles wegnehmen.
 
Wenn das Wort Gottes nicht mehr gilt, dann gibt es keine Grundlage des Glaubens mehr.
 
Nimm jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam des Christus. Glaubensgehorsam
 
herzliche Grüße
 
Ulrich