Frage2169

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Lieber Hans Peter,
 
Mutter Teresa als Beweis für die Richtigkeit von 1. Kor. 13,13.
 
Auf Seite 125 von "The Purpose Driven Life" Lernt man nach der "New Century Version" "Diese drei Dinge bleiben in Ewigkeit: Glaube, Hoffnung und Liebe. Und die größte von diesen ist die Liebe."
 
Jetzt steht in meiner Bibel in 1. Joh. 3,2 "Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, daß, wenn es offenbar werden wird, wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist." Ich habe das bisher immer so verstanden, als ob ich vom Glauben zum Schauen gelangen würde.
 
Ich bin wirklich gespannt, welche Bibelübersetzung der Ersteller von "Leben mit Vision" benutzt hat. Man muss das Buch wirklich hoch konzentriert lesen, um all die subtilen Feinheiten zu entdecken, mit denen hier verführt wird.
 
Liebe gibt uns ein Vermächtnis behauptet Rick Warren um dann auf Mutter Teresa zu kommen: "Es geht nicht darum was du tust, sondern wieviel Liebe du in eine Sache einbringst." Auf den Seite 123-125 wird 1. Kor. 13 dreimal angeführt (aus zwei unterschiedlichen Übersetzungen) ohne auf die Bedeutung von Liebe, gerade der bedingungslosen göttlichen Liebe, einer Liebe die liebt weil sie lieben muss, einzugehen.
 
Das Buch ist von solchen haarsträubenden Dingen gespickt, ohne dass man es beim ersten überfliegen unbedingt an jeder Stelle merkt.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich    
Liebe Forumteilnehmer,
 
In Kapitel 18 von "The Purpose Driven Life" spricht Rick Warren über Gemeinschaft. Er führt Matt. 18,20 an und kommt dann auf echte tiefe Gemeinschaft z.B. innerhalb der Sonntagschule und von Kleingruppen zu sprechen.
 
Nachdem die Abläufe und Veranstaltungen in den Gemeinden in den USA sehr wenig mit den Abläufen in europäischen Gemeinden gemeinsam haben, wollte ich doch wissen wie wohl der deutsche Übersetzer mit dem Begriff "Sonntagschule" umgegangen ist. Einfach eine wortwörtliche Übersetzung würde hier kaum weiterhelfen.
 
 In allen Gemeinden, die ich bisher in den USA besucht habe sind die sonntäglichen Abläufe ungefähr wie folgt:
  • morgens findet eine Anbetungsstunde statt.
  • direkt im Anschluss gehen alle, vom Kleinkind bis zum Greis in ihre Sonntagschulklassen. Dort findet dann für alle richtige Bibelarbeit statt.
  • Am Abend finden dann noch Wortverkündigungen statt, die vom Ursprung her wohl permanente sonntägliche Evangelisationen gewesen sind.
Das Rick Warren unter Sonntagschule etwas anderes verstehen muss als wir, geht aus dem Text eindeutig hervor. Der Übersetzer steckte also in der Klemme. Entweder gibt er ausschweifende Erklärungen oder er muss Text und Bedeutung abwandeln um sich nicht zu weit vom Manuskript zu entfernen.
 
Der Übersetzer hat sind für den Begriff "Hauskreis" entschieden. Er setzt damit eine mehr oder weniger private Veranstaltung mit einer offiziellen Gemeindeveranstaltung gleich. Zunächst fällt das gar nicht so richtig auf. Erst wenn man sich überlegt, warum wohl Matt. 18,20 auf private Hauskreise zutreffen soll, und ob das wohl immer so ist, kann man vielleicht stutzig werden.
 
Wenn man allerdings die Formulierung aus "Leben mit Vision" nimmt, dann hat man ein gutes Argument um die Gemeindeveranstaltungen zu Gunsten von Privatveranstaltungen aufzugeben. Die Intension von Rick Warren ist es in dem Kapitel aber, gerade die Gemeindeveranstaltungen zu stärken.
 
Nicht das ich plötzlich ein Fan von Rick Warren geworden wäre. Mit wäre es lieber es gäbe weder "The Purpose Driven Life", noch "Leben mit Vision". Hier wird nur noch zusätzlich deutlich, dass eine Übersetzung immer problematisch ist.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich