Frage 2218

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Hallo,

ich habe eine (wahrscheinlich) einfache Frage zu Abraham und seinem Bund:

Ist dieser Bund (Landverheissungen etc.) im AT bereits erfüllt worden ???

Oder dauert er noch an und es stehen noch weitere Entwicklungen aus ??

--> Wer ist dann aus biblischer Sicht heute Israel, wer das neue Israel?

--> Hieraus resultiert m.E. bei wen es sich um die 144.000 der Offenbarung handelt.

Für mich ist das alles noch ein bisschen verworren.....

Gruss,
Thomas

Lieber Thomas, 22.5.05

ganz kurz. selbst unter David und Salomo hat Israel nicht das ganze Gebiet in Besitz genommen, dass Gott dem Abraham verheißen hatte. Die Erfüllung steht also noch aus. Der HERR Jesus wird der König sein, der dann das Gebiet vollständig in Besitz nehmen wird.

Gott wird seine Verheißungen an Abraham Punkt für Punkt erfüllen (Römer 9-11).

Israel ist Israel, die 144.000 symbolisieren uns, dass jeder Stamm, auch die 10 Stämme die aktuell gar nicht wissen das sie Israel sind, an dem Reich teilhaben wird.

herzliche Grüße
Ulrich

 

Bündnisse   HLH Zukunft

 

Gott hat mit Abraham zwei Bündnisse geschlossen - vgl. dazu
 

1Mo 15,1 Nach diesen Dingen geschah das Wort Jehovas zu Abram in einem Gesicht also: Fürchte dich nicht, Abram; ich bin dir ein Schild, dein sehr großer Lohn.

1Mo 17,1 Und Abram war 99 Jahre alt, da erschien Jehova dem Abram und sprach zu ihm: Ich bin Gott, {El} der Allmächtige; wandle vor meinem Angesicht und sei vollkommen. {S. die Anmerkung zu Kap. 6,9}

Röm 4,9 Diese Glückseligkeit nun, ruht sie auf der Beschneidung, oder auch auf der Vorhaut? denn wir sagen, daß der Glaube dem Abraham zur Gerechtigkeit gerechnet worden ist.

Röm 4,10 Wie wurde er ihm denn zugerechnet? als er in der Beschneidung oder in der Vorhaut war? Nicht in der Beschneidung, sondern in der Vorhaut.

 und in

Gal 3,15 Brüder, ich rede nach Menschenweise; selbst eines Menschen Bund, der bestätigt ist, hebt niemand auf oder verordnet etwas hinzu.

Gal 3,16 Dem Abraham aber waren die Verheißungen zugesagt und seinem Samen. Er sagt nicht: "und den Samen", als von vielen, sondern als von einem: "und deinem Samen", {1. Mose 22,18} welcher Christus ist.

Gal 3,17 Dieses aber sage ich: Einen vorher von Gott bestätigten Bund macht das vierhundertdreißig Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig, um die Verheißung aufzuheben.

Gal 3,18 Denn wenn die Erbschaft aus {O. auf dem Grundsatz des (der); so auch nachher} Gesetz ist, so nicht mehr aus {O. auf dem Grundsatz der (des); so auch nachher} Verheißung: dem Abraham aber hat Gott sie durch Verheißung geschenkt.

Gal 3,19 Warum nun das Gesetz? Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt (bis der Same käme, dem die Verheißung gemacht war), angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers.

zeigt Paulus wer der Erfüller des Bundes ist,

Hebr 7,22 insofern ist Jesus eines besseren Bundes Bürge geworden.

ich hoffe, dass diese Stellen zum Überlegen anregen
Josef /A

 

Da mein letztes Schreiben unter diesem Stichwort nicht ganz "so" angekommen ist, versuche ich es nocheinmal, es scheint mir recht wichtig: Paulus geht in Rö 4,10 davon aus, dass es einen Bund mit Abraham gab, bevor er beschnitten wurde! Dazu meinte ich, dass in 1Mo 15,ab V 13 Gott dem Abraham verspricht, dass die Nationen, die aus Glauben Kinder Abrahams werden, ohne Zutun des Gesetzes gerettet werden (Rö 4,4.5.8.13 Gal 3,15-24...) Aber der Bund der Beschneidung in 1Mo 17 aufgerichtet, ist an das Gesetz gebunden und deshalb, weil Abraham auch diesen Bund bekommen hat, ist er Vater der Unbeschnittenen und der Beschnittenen geworden! Die dem Fleisch nach Kinder Abrahams sind und die dem Geist nach Kinder Abrahams sind, nur der Bund der auf die Beschneidung zurückgeht ist ein Bund der Erziehung, er kann nicht Leben schaffen, er ist gegeben, dass die Menschen, die ansonst verloren wären, überhaupt ihre Sündhaftigkeit erfahren (Rö 3,19.20 7,7), sich überhaupt erst auf den Messias einlassen, deshalb gilt der Bund, der mit der Beschneidung zusammenhängt auch nur bis zum verheissenen Messias - 1Mo 17,9+10 hängt, wenn wir die Erklärung Paulis in Gal 3,16-19 zugrundelegen mit dem Einsetzen des Sinaibundes zusammen (Parallelstellen sind 2Mo 19,5 und Gal 3,17), denn der eigentliche Bundesschluss, mit dem Gal 5,3-6 das Einhalten der ganzen Tora verbindet, wurde erst 430 Jahre nach dem Bund für die Nationen (1Mo 15,) vollständig! Der Bund am Sinai (5Mo 4,8.13 Heb 8,6.7 7,11-22 Gal 4,19-26...) ist also ebenso ein Abrahamsbund, wie in Rö 4 schon aufgezeigt, aber es ist ein "Bund der Knechtschaft" und deshalb ist das Gesetz auch der Zuchtmeister (paidagogos) der nur zeitlich begrenzt galt (vgl Jo 1,17 Apg 13,38 Gal 3,19 Rö 5,20 7,1-7), der Bund aber, den Gott 430 Jahre zuvor mit Abraham bzgl. der Heiden geschlossen hat ist zeitlich unbegrenzt und deshalb ist er nicht von "vielen Nachkommen" sondern von dem Einen verwirklicht (Gal 3,16 Rö 5,15-18 Heb 7,22...), Paulus sagt deshalb in Rö 3,22 unter der Berücksichtigung von Genitivum subjektiv und Gen. objekt. folgendes, denn das "an" steht nicht im Grundtext:"Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben (grie. Pistis=Treue) Jesu Christi (zur Zusage Jahwes an Abraham) zu allen die da glauben...". Nur deshalb ist "der Mensch selig dem Gott die Sünde nicht zurechnet" Rö 4,8 Es gibt nur die An- oder Zurechnung der Gerechtigkeit Jesu, dann wird die Sünde nicht mehr angerechnet (1Jo 2,1) oder die Ablehnung der Erlösung durch das Lamm das die Sünde der Welt aufs Kreuz wegträgt, allen die an IHN glauben (Jo 1,29) und diese beiden Bünde zwischen denen - wie Paulus zeigt - 430 Jahre liegen, dürfen wir - denke ich - nicht verwechseln, weil wir sonst den Heilsplan nicht richtig verstehen, daraus ergibt sich nämlich ein scheinbarer Widerspruch und Streitpunkt: Jesus sagt in Mt 5,18 dass er nicht gekommen ist, Gesetz und Propheten aufzulösen! Wie denn dann das? Wenn ER das Gesetz hätte verändern können (Daniel 7,25), hätte ER nicht sterben müssen! Das Gesetz ist zwar nicht mehr Weg zum Heil, aber es ist Ausdruck des Charakters Gottes, und wir? Sind wir nicht in SEINEM Bilde erschaffen? (1Mo 1,26.27) - wer sich also am Gesetz vergreift, der macht ein anderes Bild von Gott und verliert damit automatisch das ihm von Gott zugedachte Bild - und kann die Sünde und Fehlerhaftigkeit gar nicht mehr erkennen Rö 7,7 Klar, dass solche Menschen kein Interesse an Religion (=Rückbindung an Gott) und Erlösung mehr haben, wenn sie sich der Erlösungsbedürftigkeit nicht bewusst sind!

Hoffe dass dieser "Abriss" meines Verständnisses der Heilsgeschichte besser "rüberkommt"

wie es beim erstenmal der Fall war Gruß Josef