Frage 2221

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Dave Hunt/T A. McMahon:

Die Verführung der Christenheit

 

Ausschnitte

 

Erfolg und Zauberei

 

„Sehet zu, daß euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf der Menschen Lehre und auf die Ele­mente der Welt und nicht auf Christus” (Kolosser 2,8).

 

„Wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, er werde den Glauben finden auf Erden?” (Lukas 18,8).

 

Es kann sein, daß die Christenheit heute vor der größten Heraus­forderung in ihrer Geschichte steht: eine Reihe gewaltiger, zuneh­mender Verführungen verändert nahezu unbemerkt bestehende bibli­sche Auslegungen und untergräbt den Glauben von Millionen von Menschen. Die meisten Christen merken kaum, was da vor sich geht, noch viel weniger verstehen sie, was wirklich auf dem Spiel steht.

Die Verführung ist überraschend unkompliziert. Sie begegnet uns nicht als offensichtlicher Frontalangriff fremder Religionen. Dem wä­re einfach zu begegnen. Nein, sie kommt manchen Christen vielmehr in Gestalt von glaubensfördernden Techniken entgegen, mit denen sie hoffen, geistliche Kraft zu erlangen und Wunder zu erleben. Oder aber sie stellt sich als Psychologie der Selbstverwirklichung dar, wodurch es möglich wird, alles zu erreichen, was im Menschen steckt, als wissenschaftliches Hilfsmittel zu einem erfolgreichen christlichen Le­ben. Und sie kann auch noch andere Formen annehmen. Charles Colson hat dazu geschrieben:

 

„Ich habe von den Frontalangriffen gesprochen und von den heimlichen Angriffen. Aber es gibt noch etwas Schlimmeres .. . Der Feind ist mitten unter uns. Er hat unser eigenes Lager schon so durchdrungen, daß viele einfach nicht mehr zwischen Freund und Feind, zwischen Wahrheit und Ketzerei unterscheiden kön­nen.”

 

Ein trojanisches Pferd mitten in der Kirche?

Selbst führende Männer, welche die religiösen Entwicklungen in unserem Land beobachten, haben im allgemeinen nicht erkannt, daß das trojanische Pferd schon bis in die Kirche und in ihre eigenen Rei­hen hinein vorgedrungen ist und seine Verführung von innen her wei­ter betreibt. Seltsamerweise sagen die meisten der heutigen führenden Lehrer der Christenheit, die mit Recht so heftig gegen viele Übel wettern, sehr wenig oder gar nichts gegen das Wiederaufleben der Zauberei, die sowohl die Welt als auch die Kirche von neuem überschwemmt. Vielfach liegt das an der mangelnden Erkenntnis oder an zuviel Naivi­tät, manchmal aber auch daran, daß man nicht bereit ist zuzugeben, wie tief man selbst darin verwickelt ist. Woher kommt das? Es liegt daran, daß die meisten Christen so wenig über den Okkultismus informiert sind, daß sie ihn, außer in seinen gröbsten Formen, gar nicht erkennen würden. Außerdem wissen anscheinend sehr viele Christen überhaupt nichts von den Abschnitten in der Bibel, die okkulte Prak­tiken grundsätzlich verbieten. Deshalb sind sie nicht in der Lage, Zau­berei auf dieser Grundlage zu identifizieren. In den folgenden Kapi­teln werden wir die ernüchternde Tatsache belegen, daß nicht nur li­berale, sondern auch konservative Christen in überwältigender Zahl verführt werden. Das Ausmaß, in dem antichristliches und sogar ok­kultes Gedankengut und Methoden im Laufe der letzten Jahre in die Christenheit eingedrungen sind, ist verblüffend, und diese Tendenz verstärkt sich in geradezu erschreckendem Maße.

Der Köder am Angelhaken des Heidentunis war schon immer das Versprechen, so zu sein wie Gott. Damit hat die Schlange schon Eva verführt. Der Versuch, dieses Gottsein selbst zu erfahren, hat die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte in zahllose Formen des Okkul­tismus verwickelt. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang oft ge­braucht wird, um alle heidnischen und okkulten Praktiken zu bezeich­nen, ist das Wort „Zauberei”. Wenn wir diesen Begriff im folgenden verwenden, meinen wir damit jeden Versuch, die Wirklichkeit zu ver­ändern (innerlich, äußerlich, in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft), und zwar durch die verschiedensten Techniken, in denen Gedanken Macht über die Materie gewinnen sollen. Das zieht sich von Al bimie und Astrologie hin bis zum Positiven Denken

Zauberei: der unerkannte Feind                               
Techniken, durch die der Geist über die Materie verfügt, stammen aus der alten Kunst der Zauberei. Sie scheinen oft zu funktionieren und unsere Welt radikal zu verändern, von der Naturwissenschaft und Medizin bis zur Psychologie und Pädagogik. Nobelpreisträger Roger Sperry hat vor kurzem gesagt:
 „Die neueren Vorstellungen über die Beziehung zwischen Geist und Verstand bedeuten einen direkten Bruch mit der lange geltenden materialistischen und behaviouristi­schen Lehre, die die Neurologie viele Jahrzehnte lang bestimmt hat. "2
Und der Physiker George Stanciu, Mitherausgeber des Buches „Die neue Geschichte der Naturwissenschaft”, stellt fest: „Die Physik, die Neurologie und jetzt auch die Psychologie legen den Materialismus des 19. Jahrhunderts ab.” 3 Die Physik wird wieder zur Metaphysik, weil sich die Naturwissenschaft dem Mystizismus zuwendet. Bei­spielsweise wurde hinter dem Eisernen Vorhang von dem Bulgaren Georgi Lozanov das „Superlernen” (Superlearning) entwickelt, das im Westen mittlerweile rasch an Einfluß gewinnt. Lozanov verwendete Elemente aus dem Yoga, der Musik, der Hypnose, dem autogenen Training, der Parapsychologie und der dramatischen Kunst und erarbeitete daraus seine sogenannte Sug­gestologie, die veränderte Bewußtseinszustände auf das Lernen, Heilen und die Entwicklung anwendet.” 4 Wasdie Welt „geistige Kraft” nennt, verwechseln viele Christen mit „Glauben”. Und genauso wird die unpersönliche „Kraft”, welche die Okkultisten auch als universellen Geist oder Natur bezeichnen, von sehr vielen Christen und Nichtchristen einfach und naiv als eine ande­re Bezeichnung für Gott angesehen, während es in Wirklichkeit gera­de ein Ersatz für Gott ist. Daher kann dann das, was in der Kirche als die „Kraft des Heiligen Geistes” bezeichnet wird, kaum noch unter-schieden werden von den angeblichen „Geisteskräften” eines Me­diums. Parapsychologen haben schon jahrelang wissenschaftliche Ex­perimente mit einem Medium durchgeführt, und die Vorstellung von „psychischen Kräften” gewinnt immer mehr an Glaubwürdigkeit.
Personen, die professionell als Medium arbeiten, sind heute keine Einzelfälle mehr wie noch vor ein paar Jahren, sondern es gibt jetzt schon Hunderte von ihnen, und sie werden in weiten Teilen unserer Gesellschaft ernst genommen. Außerdem werden von der breiten Masse ähnliche „Geisteskräfte” entwickelt, mit Hilfe eines ganzen Menüs von psychologischen Tricks. Und sie verbreiten sich nicht nur durch wohlbekannte Gruppen und Sekten wie etwa die Scientisten (Scientology), das Forum (früher est-Erhard-Seminare), Lebens-quell oder die Silva Gedankenkontrollmethode, sondern sie sind das übliche Material bei den heutigen Lehrgängen, die eine positive Gei­steshaltung, mehr Lernbereitschaft und mehr Erfolg versprechen. Die Fähigkeit, mit geistigen Kräften Einfluß auf die Materie auszu­üben, wird heute nicht mehr als Zauberei oder Okkultismus betrach­tet, sondern vielmehr als ein Teil der natürlichen, normalen und doch unbegrenzten Fähigkeiten, die im Menschen schlummern und die je-der ausüben kann, der sich nach bestimmten sogenannten „Erfolgsge­setzen” richtet.
Diese Techniken des Neuen Zeitalters sind allerdings ganz und gar nicht neu, sondern es handelt sich um die uralte Zaubereikunst, die heute nur unter anderen Namen auftritt. Viele moderne Menschen, die sie anwenden, darunter auch führende Persönlichkeiten der christlichen Kirche, sind sich anscheinend überhaupt nicht im klaren darüber, was in Wahrheit hinter den gefährlichen geistigen Spielereien steckt, die sie betreiben. Zauberei bleibt Zauberei, auch wenn sie unter anderem Namen verkauft wird, und wir finden sie überall in un­serem heutigen Raumfahrtzeitalter. Sie versucht nur,  ihr  wahres We­sen hinter wissenschaftlichen oder psychologischen Begriffen und Be­zeichnungen wie Erfolg, Motivation und Selbstverwirklichung zu ver­bergen.
Ein Mann, der selbst Okkultismus betreibt und einer der führenden Autoritäten und Historiker auf diesem Gebiet ist, nämlich Manly P. Hall, hat in diesem Zusammenhang erklärt:
„... es gibt reichhaltige Beweise dafur, daß in vielen Formen des modernen Denkens - besonders in der sogenannten 'Fort­schrittspsychologie', in der Metaphysik des 'Aufbaus der Wülens­kräfte oder in der Verkaufstechnik der Managerausbildung unter 'Hochdruck' - die schwarze Magie nur durch eine Verwandlung hindurchgegangen ist. Wenn sich auch der Name geändert hat, ist ihr Wesen dabei doch gleich geblieben.” 5
Das Zauberwort heißt: Erfolg
Erfolg ist der Schlüsselbegriff heutzutage, nicht nur draußen in der bösen Welt, sondern auch innerhalb der Kirche. Demut ist altmodisch geworden; Selbstbewußtsein ist jetzt aktuell, obwohl wir in der Heili­gen Schrift ermahnt werden: „In Demut achte einer den andern höher als sich selbst {Phifipper 2,3).
Früher wurde allgemein anerkannt, daß die immer wiederkehren-de Sünde des Menschen der Stolz ist. Heute allerdings erzählt man uns, dass das Problem nicht darin  Liegt,  daß wir zuviel von uns hal­ten, sondern im Gegenteil zu wenig, daß wir alle ein zu schlechtes Bild von uns haben, und daß wir vor allem unser Selbstwertgefühl aufbau­en müssen. Petrus hat geschrieben: „So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, auf daß er euch erhöhe zu seiner Zeit” (1 Pe­trus 5,6); doch wir werden heute gedrängt, durch eine entsprechende Vision (Schau) größere Erfolge zu erzielen. Paulus schrieb folgende, vom Geist Gottes inspirierte Worte über Jesus Christus: „Er entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an ... er erniedrigte sich selbst, indem er gehorsam ward bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz" (Philipper 2,7+8). Robert Schulter erkärt diese Stelle ihn Kontext der heutigen erfolgsorientierten Welt völlig anders:
Jesus kannte seinen eigenen Wert, sein Erfolg stärkte sein Selbstbewußtsein .. Er litt am Kreuz, um seine Selbstachtung zu heiligen. Und er trug das Kreuz, um auch Ihr Selbstbewußtsein zu heiligen. Und ebenso wird das Kreuz den Ego-Trip heiligen!" (Hervorhebung im Original).
Erfolg und Selbstwertgefühl sind in der Kirche so bedeutsam ge­worden, daß sie anscheinend alles andere in den Schatten stellen. Ro­bert Schuller stellt fest: „Ein Mensch erfährt die Hölle, wenn er seine Selbstachtung verloren hat.”
„Ich glaube, nichts ist im Namen Christi oder unter der Fahne des Christentums getan worden, was sich auf die menschliche Per­sönlichkeit so zerstörerisch ausgewirkt hat und daher der Evange­lisation so sehr im Wege stand wie die oft plumpe, ungeschickte und unchristliche Strategie, daß man erst einmal versucht, den . Leuten klarzumachen, wie verloren und sündig sie sind.”
Wenn Mose heute noch lebte, dann würde von ihm wahrscheinlich nicht mehr gesagt, daß er „lieber wählte, mit dem Volke Gottes Unge­mach zu leiden, als die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben” (He­bräer 11,25). Früher hieß es: ,;Alle aber, die gottselig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden" (2. Timotheus 3,12). Aber heute heißt es: „Alle, die gottesfürchtig leben wollen, werden in die­ser Welt zu Ansehen und Erfolg kommen.” Nicht nur einzelne Chri­sten, sondern ganze Gemeinden streben jetzt nach Erfolgen, und je größer eine Gemeinde ist, als desto erfolgreicher wird sie angesehen. Nach diesem Maßstab ist der bei weitem erfolgreichste Pfarrer Paul Yonggi Cho, der Leiter der größten Kirchengemeinde der Welt,  die  etwa 400.000 Mitglieder hat.
Cho  ehrt, daß positives Denken, posi­tives Reden und eine positive Schau die Schlüssel zum Erfolg sind. Je-der kann im wörtlichen Sinne etwas „ausbrüten” und so eine verän­derte Wirklichkeit erzeugen, indem er sich in seinen Gedanken ein lebhaftes Bild davon ausmalt und sich ganz darauf konzentriert. Im Vorwort zu Yonggi Chos Buch „Die vierte Dimension' schreibt Robert Schuler:
„Ich habe die Wirklichkeit dieser dynamischen Dimension, die durch eine Schau entsteht, im Gebet selbst erfahren . . . Versu­chen Sie gar nicht erst, das zu verstehen. Fangen Sie einfach damit an und freuen Sie sich daran! Es ist wahr. Es funktioniert. Ich habe es ausprobiert.”
Christliche Hochschulen, Seminare, Missionsgesellschaften und Hilfsorganisationen sind mit in das Erfolgsspiel verwickelt, und die meisten richten sich nach dem Verfahren großer Geschäftsunterneh­men, um ihre Angelegenheiten besser zu regeln. Wenn das bei der Universität von Kalifornien funktioniert, warum dann nicht auch bei einer christlichen Hochschule? Wenn es bei General Motors klappt, warum dann nicht auch bei einer christlichen Hilfsorganisation? Das trifft zweifellos auf manche Bereiche zu wie etwa Buchft hmmng und Geschäftsleitung. Aber in der Geschäftswelt wuchert auch überall die Zauberei, und sie dringt in Form von Erfolgs- und Motivationstechni­ken, von Positivem Denken und den neuesten Psychotherapien, die mit christlichem Vokabular angepriesen werden, auch in den Raum der Kirche ein.
Positives Denken und Reichwerden
Die meisten Vertreter der Erfolgs- und Motivationstechniken und des Positiven Denkens im Bereich der Geschäftswelt sind zur Zaube­rei verführt worden und verführen ihrerseits wieder Millionen von an-deren Menschen. Der größte Teil der grundlegenden Vorstellungen und Techniken hinter allen Selbstverwirklichungskursen, die unsere heutige Gesellschaft regelrecht durchdringen, können auf einen Mann zurückgeführt werden: auf Napoleon Hill. In den folgenden A Ehrungen wird etwas von dem ungeheuren Einfluß Hills deut­lich. Sie stammen von Earl Nightingale, heute einer der beliebtesten und bekanntesten Kursleiter für Erfolgs- und Motivationstechniken. Wir beziehen uns hierbei auf ein Tonband des SMI (Institut fier Erfolg und Motivation). Nightingale bespricht darauf eins von Hüls Büchern mit dem Titel „Denke nach und werde reich”, das er als „eins der er­staunlichsten Bücher überhaupt bezeichnet.

 

Fortsetzung folgt