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Bewirken Zeichen und Wunder echten Glauben?

 Was unterscheidet Zeichen von Wundern? Was sind Wunder?

Jedes Blümlein, das am Wegrand wächst ist ein Wunder, so gut wie der regelmäßige Lauf der unzähligen Himmelskörper in den Weiten des Alls. So ist die Schöpfung mit all ihren Erscheinungen ein Wunder, sie zeugt von der Weisheit und Allmacht Gottes. Zu diesen Wundern gehört gerade die Regelmäßigkeit, die Beständigkeit der Abläufe.

 

Als Jesus das Wasser in Wein verwandelte war das auch ein Wunder, aber es war mehr als das es war ein Zeichen.

Ein Zeichen ist ein Wunder mit einer speziellen Bedeutung. Ein Wunder, das noch etwas ganz spezielles aussagen möchte. Ein Zeichen enthält einen Hinweis, eine Botschaft.

Beispiele:

Nach der Speisung der 5000 sagt Jesus:

Joh 6,35            Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

 

Am Grab des Lazarus stehend sagte er:

Joh 11,25            Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;

und weckte ihn kurz danach auf.

 

Wir sehen, dass es bei Zeichen nicht um das Wunder an sich geht, sondern um das was es aussagen soll. Das sichtbare Zeichen demonstrierte eine unsichtbare Wahrheit. Zeichentaten sind Fingerzeige auf ewige Heilswahrheiten.

 

Wasser in Wein zu verwandeln (Joh.2,1-12) , war ein »Zeichen«, d.h. ein Wunder mit einer Bedeutung. Es war eine übermenschliche Tat mit einer geistlichen Lehre. Diese Wunder sollten zeigen, dass Jesus wirklich der Christus Gottes war. Indem er dieses Wunder tat, »offenbarte er seine Herrlichkeit.« Er offenbarte den Menschen, dass er wirklich Gott war - im Fleisch gekommen.

Man kann den Text auch so verstehen, dass hier eine Umwandlung einer alten Ordnung in eine Neue stattgefunden hat. Die alte Ordnung wird symbolisiert durch die steinernen Wasserkrüge, die für die zeremonielle Waschung benutzt wurde V6.

Der Wein steht für etwas Neues das Jesus gemacht hat und damit den ursprünglichen Sinn der alten Krüge erneuert hat, also gewissermaßen ein Sinnbild für den alten und den neuen Bund den Jesus gemacht hat.

 

„seine Jünger glaubten an ihn“ (Joh.2,11) . Diese Aussage wirft die Frage auf, ob die Jünger wegen des Zeichens glaubten bzw. ob Menschen durch Zeichen zum Glauben kommen.

Es wird oft argumentiert, dass eine ungläubige Welt die Botschaft vom Kreuz viel williger aufnähme wenn Zeichen und Wunder die Predigt begleiteten. Gerne verweist man auf einschlägige Stellen in der Apostelgeschichte oder den Evangelien. Eines der vier Evangelien hat unter anderem das Verhältnis von Zeichen und Glauben zum Thema: Das Johannesevangelium

Um herauszufinden ob Menschen durch Zeichen zum wahren Glauben finden müssen wir alle Stellen im Johannesevangelium studieren die mit diesem Thema zu tun haben.

 


 

1.    Joh.2,23:

       Als er aber am Passahfeste in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat;

Wenn wir weiterlesen, dann merken wir an der Reaktion unseres allwissenden Herrn, dass an diesem Glauben etwas nicht stimmte. Er sah in die Herzen der Leute und wusste, dass dort nur Kopfglaube war, ein Glaube wie ihn auch die Dämonen haben (Jak.2,19). Es ist kein rettender Glaube.

 

2.    Joh.3,2:

Dieser kam des Nachts zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm!

Jesus antwortet ihn auf dieses Glaubensbekenntnis dass er noch weit vom Reich Gottes entfernt ist (V3). Dann spricht der Herr Jesus über seine Sendung und über den Glauben der zum Empfang des ewigen Lebens führt (bis V21). Aufgrund dieser Belehrung hat sich Nikodemus wahrscheinlich bekehrt (6,50+51; 19,39).

Auch hier führten Zeichen nicht zu einem rettenden Glauben.

 

3.    Joh.6,2:

Und es folgte ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.

Warum folgten sie ihm? Nach der Speisung der 5000 heißt es:

Joh 6,14         Als nun die Leute das Zeichen sahen, welches Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!

Haben sie in ihm den Propheten erkannt? Jesus nennt den Grund:

Joh 6,26         Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

Deshalb wollten sie ihn auch in V15 zum König machen, sie dachten nur an Materielle Vorurteile. Das beweist auch ihre Reaktion auf die sich anschließende Predigt. Er erklärt ihnen was er mit der Speisung der 5000 sagen wollte: „Ich bin das Brot des Lebens“.

Joh 6,41         Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, -

Joh 6,42         und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen?

Vorbei mit Glauben wenn die Materiellen Vorteile weg sind. Das ist keine echter Glaube.

 

4.    Joh.7,31:

Viele aber aus dem Volke glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?

Auch hier müssen wir fragen was für ein Glaube gemeint ist.

Joh 8,31         Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,

Die folgende Rede des Herrn zeigt wie viele dazu bereit waren (ab V34).

Joh 8,58         Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich!

Joh 8,59         Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entwich also.

 

5.     Joh.11,45:

Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn.

es wird anschließend nichts mehr angeführt um diese Aussage zu deuten. Hier greift das Prinzip: Die Bibel mit der Bibel auszulegen, das bedeutet: Die unklaren Stellen mit den klaren auslegen.

Wenn alle anderen Stellen übereinstimmend Kopfglaube als Folge von Zeichen bezeugen, und bei dieser Stelle das weder dementiert noch bestätigt wird dann ist diese Stelle auch so zu verstehen.

 

6.     Joh.12,18:

Darum ging ihm auch das Volk entgegen, weil sie hörten, dass er dieses Zeichen getan habe.

Wollten sie im Glauben ihn als Messias annehmen?

Im gleichen Kapitel in V37 von den gleichen Menschen heißt es:

Solches redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen.

 

7.     Joh.12,37b:

Wiewohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn;

Der niederschmetternde Kommentar, der das Ergebnis aller Zeichen, die der Herr getan hatte zusammenfasst.

Warum war das so? Sie wollten nicht glauben.

Daran konnten auch Zeichen und Wunder nichts ändern. Wer glauben will, dem genügt das Wort des Herrn, der vertraut ihm um Seinetwillen auch ohne Zeichen und Wunder als Beweise.

Die Zeichen und Wunder entfachten ein Strohfeuer, wie bei dem Samen, der auf Felsen fällt und anfängt zu keimen aber gleich wieder verdorrt Luk.8,6.

 

Wenn im Johannesevangelium gesagt wird, dass Menschen an Jesus glaubten, denken wir sofort dass der richtige, Gott wohlgefällige Glaube gemeint ist. Das ist aber nicht immer so wie wir ja bereits gesehen haben. Besonders deutlich wird das noch in Kap.8:

Joh 8,30            Als er solches redete, glaubten viele an ihn.

Joh 8,31            Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,

Ein paar Verse später sagt er zu den gleichen Menschen:

Joh 8,40            Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, welche ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan.

Hier ist eindeutig ein andere Glaube gemeint, als der wahre, eine Glaube.

 

Zeichen und Wunder als Glaubensstärkung

 

Gott hat uns das Volk Israel als Beispiel vor Augen gestellt um daraus zu lernen. 1.Kor.10,1-6.

Israel hatte wie kein anderes Volk das sichtbare Wirken Gottes in seiner Mitte erlebt: Die Zeichen Moses in Ägypten, Durchzug durch Rote Meer, die Zeichen Gottes am Sinai (2.Mo.19,16-19), ...

Ps 106,21            Sie vergaßen Gottes, ihres Retters, der große Dinge in Ägypten getan,

Aber nicht erst die nachfolgenden Generationen.

Röm 10,17            Demnach kommt der Glaube aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort.

Joh 20,29            Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

 

Lk 16,29            Spricht zu ihm Abraham: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören!

Lk 16,30            Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun!

Lk 16,31            Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten auferstände.

 

Joh 20,30            Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buche nicht geschrieben sind.

Joh 20,31            Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen

Auf den 1. Blick könnte man meinen, dass der Sinn der Zeichen des Herrn der gewesen sei, Glauben an ihn zu wecken. Das steht aber tatsächlich nicht da. Es heißt vielmehr, dass aus der unübersehbaren Menge an Zeichen, die der Herr tat eine kleine Auswahl niedergeschrieben worden ist, damit wer das Geschriebene lese, glaube und durch den Glauben das Leben empfange. Die Zeichen wurden geschrieben, damit der Lesende in diesen Zeichen den Sohn Gottes erkenne, glaube und ewiges Leben habe.

Hätten Zeichen und Wunder echten, göttlichen Glauben gewirkt dann hätte Jesus mit Sicherheit eine große Fan-Gemeinde unterm Kreuz gehabt, so waren es nur ein Teil seiner Jünger (außer Judas) und Maria.

Wer nicht glauben will, glaubt auch nicht wenn jemand von den Toten aufersteht. Wer glauben will, der glaubt dem Wort Gottes.

 21.07.2002 Volker Kalkau

Einges   Bernd S.