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Hallo H.P. und Ulrich

Ulrich schreibt:
<<Was du bisher mit der Menschheit des HERR machst, dass erinnert mich ein wenig an die neuesten Auslegungen zu den Emmausjüngern. In älteren Bibelübersetzungen finden wir in Johannes 19,25 und Lukas 24,18 den Namen Kleopas. Modernere Übersetzungen, wie z.B. die revidierte Elberfelder haben in Johannes 19,25 jetzt Klopas stehem. In letzter Zeit, es entspricht dem Zeitgeist und der Nutzen dieser Auslegung bleibt eigentlich im Verborgenen, wird häufiger behauptet die Emmausjünger seinen ein Ehepaar gewesen, und zwar Kleopas und seine Frau. Anhand der neueren Übersetzungen kann kein Mensch mehr belegen, dass Kleopas überhaupt verheiratet war. Das stört aber niemanden, denn es passt so schön zum Gleichberechtigungsgedanken hier ein Ehepaar nach Emmaus laufen zu lassen.<<

Das verstehe ich nicht ganz.
Klar gibt es einen Unterschied zwischen Klopas und Kleopas, aber sagt das was aus über ob dieser Mann verheiratet war oder nicht?

<<Anhand der neueren Übersetzungen kann kein Mensch mehr belegen, dass Kleopas überhaupt verheiratet war.<<

Was ist mit diesem Satz gemeint? Es heisst doch, das Klopas eine Frau hatte?

Gruss
Michael / CH
 

Lieber Michael /CH,
 
nach den neueren Bibelübersetzung hatte Klopas aus Joh. 19,25 eine Frau, nämlich Maria. In den modernen Übersetzungen wird auch nur an der Stelle Klopas erwähnt. In Lukas 24 finden wir aber einen mit Namen Kleopas. In den modernen Übersetzungen wird Kleopas nur an dieser Stelle erwähnt. Neben der revidierten Elberfelder kannst durch hierzu z.B. die NIV heranziehen.
 
Was nun passiert ist, ist folgendes. Da gibt es einige Bibelausleger, die den Gleichberechtigungsgedanken forcieren wollen, die aus den Emmausjüngern eine Ehepaar machen wollen. Diese modernen Bibelausleger lehnen es eigentlich ab, die alten Übersetzungen zu benutzen. In einigen Gemeinden haben sie schon für reichlich Verwirrung gesorgt, nur weil sie plötzlich einen ganz andrer Vers und Kapiteleinteilung haben als die bekannten Übersetzungen. [Ich habe diese Tatsache vor ein paar Wochen  einigen Amerikanern vorgeführt, selbst die, die moderne amerikanische Übersetzungen benutzten waren doch ziemlich verwirrt wegen der neuen Vers- und Kapiteleinteilung der revidierten Elberfelder]. Alles, wirklich fast alles ist an den neuen Übersetzungen besser, incl. der Tatsache das diese das Wort Jehova nicht mehr benutzen.
 
Wenn allerdings der Gleichberechtigungsgedanke in Lukas 24 unterstützt werden soll, dann greift man ganz schnell auf die alten, ach so schlechten Übersetzungen zurück, denn da hat man in Lukas 24 und in Johannes 19 eine Namensgleichheit. Die alte Elberfelder übersetzt an beiden Stellen Kleopas.
 
Im Grunde genommen spielt es natürlich überhaupt keine Rolle! Es ist völlig gleich ob in Lukas 24 eine Ehepaar auf dem Weg nach Emmaus war oder nicht. Wenn es wichtig wäre, dann hätten wir in der Schrift sicher eine eindeutige Aussage!
 
Mit ging es nur darum ein Prinzip zu verdeutlichen. Wenn man einen Gedanken unbedingt untermauern will, dann nimmt man auch Quellen, die man sonnst gar nicht benutzt. Es ist das Rick-Warren-Warren-Prinzip! Bei 15 Bibelübersetzungen hat er schon immer die passende Formulierung gefunden. Der hat selbst nicht davor zurückgeschreckt innerhalb von wenigen Zeilen den selben Vers auch zwei unterschiedlichen Übersetzungen zu zitieren, nur damit seine verknoteten Gedanken untermauert wurden. [Das kommt bedauerlicher Weise in der deutschen Übersetzung "Leben mit Vision" nicht zum Ausdruck, weil der Übersetzer das Ganze sofort auf fünf unterschiedliche Übersetzungen reduziert hat, ohne dies allerdings deutlich an einer Stelle zu sagen]. Hier haben wir eine Einmaligkeit, die Übersetzung, so schlecht sie an und für sich auch ist, ist (geistlich) Klassen besser als das Original.
 
Wie gesagt, persönlich ist es mir völlig gleich, welche zweite Person da mit nach Emmaus gegangen ist. Man muss in der Schriftanwendung allerdings biblisch konsequent sein und sich nicht von jedem Wind der Lehre hin und her treiben lassen.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich 

 

Hallo Ulrich,

ich weiß nicht, welche revidierte Elberfelder Du benutzt, aber ich habe mal gerade online auf bibleserver.com geguckt. Dort heißt es wie folgt: "Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was dort geschehen ist in diesen Tagen?"

Luther 1984 (die ja so alt ist wie die revidierte Elberfelder) übersetzt dann wie folgt: "Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu

ihm: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?"

Dann hätten wir noch im Angebot die Schlachter 2000: "Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?"

Mehr habe ich online gerade nicht zur Verfügung. Irgendwie kann ich anhand dessen Deine Argumentation nicht nachvollziehen oder habe ich jetzt was falsch verstanden und Du meinst gar nicht, dass in Lukas in den "modernen"

Übersetzungen Klopas steht????

Übrigens würde es mich schwer wundern, wenn der R. Brockhaus Verlag dem "Gleichberechtigungsgedanken" auftrieb verleihen wollte, da (so weit ich

weiß) vor allem die "Freien Brüder" die revidierte Elberfelder herausgebracht haben (wenn ich mich hier irre, kann man mich gerne berichtigen).

Gruß

Thorsten

 

Lieber Thorsten, 24.08.05
 
In Johannes 19 findest du in der revidierten Elberfelder Maria des Klopas Frau. In der alten Elberfelder heisst es es dort Maria des Kleopas Frau. Du hast Recht, in Lukas haben beiden Versionen Kleopas stehen.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich