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Hallo Bibelkreis

Könnt Ihr die Verse LK 16.08+9 auslegen?
 

  • Lk 16,8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Welt {O. dieses Zeitlaufs} sind klüger als die Söhne des Lichts gegen {O. in Bezug auf} ihr eigenes Geschlecht.

  • Lk 16,9 Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Hütten.


  • Vielen Dank
     Philipp E

    Lieber Philipp 26.08.05

    Dies ist eine der schönsten Bibelstellen zum hinzuweisen, dass eine Schriftauslegung eines Verses mit sich selber nur Unsinn ergibt.
      Ich werde in den nächsten Tagen meine handschriftlichen Unterlagen zu Lk 15, (Die Gnadenerweisung Gottes) und Lukas 16 (Die Verantwortung des Menschen) entziffern und  in die Tasten geben.
     ==> Der Herr wollte in Lk 15 das Herz der ungläubigen Pharisäer erreichen und in Lukas 16 das Herz der Jünger. Die Pharisäer haben aber auch tüchtig mitgehört, V 14- und haben gezeigt, dass sie das Gleichnis wohl verstanden haben, aber die Lüge ihres Herzens hat die zeitlichen Vorteile für wichtiger erachtet, als das Geschenk des Ewigen Lebens zu ergreifen.
     Der Schlüssel der Erklärung des Gleichnisses liefert der HERR selbst in den Versen 14 - 18.
    Es geht in diesem Gleichnis nicht um die Art und Weise  des ungerechten Verwalters, (Betrug), sondern um sich Klugheit, sich nach seiner Absetzung irdische Sicherheit zu erwerben.  Die Schwierigkeit beim schellen lesen ist die, dass man zwischen Vers 8 und 9  übersieht, dass in Vers 8 noch der Herr des Verwalters redet, aber ab  Vers 9 der Herr Jesus selbst die Schlussfolgerung seines Gleichnisses erklärt.
    Mit Mammon ist hier aller irdischer Besitz gemeint, der natürlich  durch die Sünde prinzipiell verdorben ist. Unser ganzes irdische Leben\Wirken\Sein, ist nur dazu da, unsere Verantwortung über uns selbst vor Gott zu sehen. Die Irrlehre des Islams  vieler christianisierten  Irrlehrer "lehren", der Mensch hätte keinen freien Willen.  ==>> 
    ../forum/frage1849.htm  
     Das Thema freier Wille hat viel die Gemüter erregt, die sich nicht bekehren wollen
    Die Taufwiedergeburtirrlehre des Irrlehrers  Luthers entsprang ja auch der der Lästerung, dass Gott der Verursacher alles Bösen sei und der Mensch keine Verantwortung habe für sein tun. Aber siehe: 1.Moses 4.7! Man kann Pharisäer sein und die Wahrheit Gottes nicht verstehen. Man kann Theologe und Bibelübersetzter? sein und Gott hassen!

    In IHM
    Hans Peter  Lukas RL    Lukas JND   Lukas Tabelle Kp  14 - 17 (Gooding)

    Lieber Philipp,  28.08.05
     
    dieses Gleichnis zu deuten, fällt nicht leicht. Es gibt wahrscheinlich verschiedene Ansätze, dieses Gleichnis zu verstehen. Nachfolgend stelle ich dar, wie ich es verstehe.
     
    Ich zitiere nochmals die zwei Verse nach der Eberfelder (Lk 16,8 und 9):
     
    "Und der Herr [Jesus] lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht. Und ich [Jesus] sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er [es] zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Zelte."
     
    Nach meiner Ansicht kann man folgende Gegenüberstellungen ausmachen. Dies hilft, das Gleichnis zu deuten.
     
    a. Zeit und Welt
    Diese Zeit und Welt versus die zukünftige Welt (kommende Ewigkeit). Diese Zeit und Welt wird vergehen beim letzten Gericht. In der Ewigkeit warten eine neue Welt und neue Himmel.
     
    b. Söhne der Welt versus Söhne des Lichts.
    Nachfolger einer bestimmten Lebensanschauung oder Religion werden als "Söhne" dieser Lebensanschauung oder Religion bezeichnet. Im jüdisch-christlichen Verständnis des ersten Jahrhunderts sind die "Söhne des Lichts" Menschen, die dem Gott der Bibel gehorsam sind. Sie halten die Gebote. Ich will an dieser Stelle bewusst nicht weiter in Details eingehen. "Söhne der Welt" hingegen befolgen die Gebote und Anweisungen Gottes nur teilweise, gehen Kompromisse ein oder richten sich ganz nach anderen Philosophien aus.
     
    c. Freunde
    Der Verwalter verschafft sich Freunde für das Leben danach (nach seiner Entlassung). Die Söhne des Lichts würden dies auf diese kriminelle Art niemals machen. Jesus ruft seine Nachfolger auf, ebenfalls für die Zeit danach vorzusorgen. Jesus fordert jedoch keinesfalls auf, die kriminellen Machenschaften des Verwalters zu kopieren. Ich verstehe Jesu Aufforderung mehr im Zusammenhang mit Barmherzigkeit üben, auch mit Geld. Ich weise hier auf das Gleichnis über den reichen Mann und Lazarus im gleichen Kapitel 16 hin.
     
    d. Ende und die Zeit danach
    Das Ende des Verwalters ist seine Entlassung. Danach muss er schauen, wie er sein Leben fristet. Das Ende der Nachfolger Jesu wird wohl ihr Abscheiden aus diesem Leben sein (Tod). Die Zeit danach ist die Ewigkeit.
    Eine zweite Lesart ist, dass die Zeit des "Mammons" zu Ende gehe. Dies wäre spätestens dann, wenn das letzte Gericht stattfindet und die alte Erde und die alten Himmel verschwinden. Die Zeit danach ist ebenfalls die Ewigkeit.
     
    f. Wohnstätte
    Der Verwalter sucht eine Unterkunft in dieser Zeit und Welt für die Zeit "danach". Die Wohnstätte der Nachfolger Jesu in der Ewigkeit ist im neuen Jerusalem auf der neuen Erde. Dort sind Wohnungen bereitet. Wer die Gebote Jesu hält, inklusive Barmherzigkeit üben, wird dort teilnehmen. Ewiges Leben natürlich vorausgesetzt.
     
    g. Klugsein
    Jesus fordert seine Nachfolger auf, ebenfalls klug zu sein. Dies ist wahrscheinlich der einzige Aspekt, den er am Verhalten des Verwalters lobenswert findet.
     
    h. Mammon (Mamon)
    Mamon ist ein aram. Wort und steht für Reichtum. Den Aspekt "ungerechter Mammon" lasse ich, der Kürze wegen, an dieser Stelle weg.
     
     
    Soweit mein Verständnis zu diesem interessanten Gleichnisses.
     
    Mit Gruss
     
    Max B.

    Max B 

    Lieber Max  28.08.05

    ich denke, da es sich da um ein Gleichnis handelt, also eine Geschichte mit einem zentralen Lehrpunkt, der Herr Jesus uns zeigen wollte, dass, wenn es in der Welt schon klar und logisch und akzeptabel ist, wenn einer mit allen Mitteln für eine irdisch gesicherte Zukunft alles in Bewegung setzt, wieviel  mehr wir Gläubigen, es in unserer Verantwortung haben, dass alles, was in uns in die Hände gelegt wurde, zu Ehren Gottes und zu unserem ewigen Segnungen einsetzen sollen. Sobald ich etwas Zeit finde, schreibe ich auch die Gedanken zur heilsgeschichtlichen Bedeutung von Lk 15 + 16 noch auf,  aber das kann dauern...

    in IHM
    Hans Peter

    29.08.05

     Lieber Philipp E.

     Lk 16,8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Welt {O. dieses Zeitlaufs} sind klüger als die Söhne des Lichts gegen {O. in Bezug auf} ihr eigenes Geschlecht.

     Hier erfolgt eine Gegenüberstellung Söhne dieser Welt, und Söhne des Lichts (zu dem sie berufen waren, aber nicht Licht waren).

     Der Verwalter betrog seinen Herrn, und suchte sein Überleben mit weiteren Betrug zu sichern, indem er die Schuldscheine fälschte.

    damit er sein dasein in der irdischen Hütte sichert.

     Die irdische Hütte wird der Ewigen Hütte gegenübergestellt.

    Die Ungläubigen wissen wie man seine irdische Existenz sichert, in der Hütte bleibt.

     Aber die "Gläubigen" (Pharisäer) wissen nicht, wie man seine Ewige Existenz sichert, in der Ewigen Hütte bleibt.

     Lk 16,9 Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Hütten.

     - Machet euch Freunde -

    ist ein Aufruf solche Menschen zu suchen die einen aufnehmen in die ewigen Hütten.

    Der ungerechte Mammon (Gott dieser Welt) hat ihnen den Sinn verblendet solche Menschen zu sehen.

     - mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er zu Ende geht -

    Wertlos wird der Mammon, wenn es mit dem Menschen zu Ende geht, wenn der Mensch den Tod vor Augen hat.

    Da erweist sich sein Gott als ungerecht, er hilft ihn nicht weiter, dieser Gott wird bedeutungslos,

    weil er nicht helfen kann um ewig irdisch weiterleben.

    Der Mensch erkennt (?) wie betrogen er ist durch Mammon.

    Nicht der Betrag des Geldes geht zu Ende, sondern was dieser Betrag für diesen Menschen in seiner Situation noch wert ist,

    das ist der wahre Wert.

     Jesus Christus hat sich hier indirekt als Freund angeboten, welcher aufnimmt in die ewigen Hütten.

     Bei Interesse hätte die Frage lauten müssen: Wo finde ich solche Freunde (Mammon war ja da)?

     Gruß Kurt R.