Frage2519   Home       Bibelkreis.ch       Download dieses Frame mit rechter Maustaste:==2519   3. Mo 20, 18

Lieber Hans Peter

Was bedeutet eigentlich 3. Mo 20, 18 ?

(Wenn ein Mann bei einer Frau liegt zur Zeit ihrer Tage und mit ihr Umgang hat und so den Brunnen ihres Blutes aufdeckt und sie den Brunnen ihres Blutes aufdeckt, so sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden.)

Freundliche Grüsse

Mario

Lieber Mario,

      Du frägst nach der Bedeutung von 3. Mo 20, 18.

Ich bin mir nicht so sicher, ob ich deine Fragen erfasst habe. Aber ich versuche es einmal.

Es stellen sich hier nach meiner Ansicht u.a. folgende Fragen:

a. Um welche Phase im Leben einer Frau handelt es sich?
b. Warum ist es untersagt, während dieser Phase Geschlechtsverkehr zu haben?
c. Sollen wirklich beide getötet werden beim Übertreten dieser Anweisung?

Ich versuche, mich an die Fragen heranzutasten. Dabei stütze ich mich auf das hebräisch-jüdische Verständnis ab.

a. Um welche Phase handelt es sich?
Es handelt sich um die Menstruationstage. Der Brunnen (die Quelle) ihres Blutes wird sichtbar, wenn ihre Scham aufgedeckt wird.

b. Warum ist Geschlechtsverkehr untersagt während dieser Zeit?
Nach hebräisch-jüdischer Auffassung gilt eine Frau für unrein während dieser Zeit. Um es zu vereinfachen, gilt eine Frau nach Beginn der Blutung für sieben Tage als unrein. Wer Umgang mit ihr hat in dieser Zeit, verunreinigt sich ebenfalls. Am Ende dieser sieben Tage ist eine Mikweh, ein Reinigungsbad vorgesehen.

Geistlicher Hintergrund
Gott ist heilig. Er vermittelt das Leben. Gott will das Leben. Heiligung und (ewiges) Leben gehören zusammen.

Das vergossenes Blut steht für das Absterben, für den Tod. Das Ziel der sexuellen Vereinigung ist jedoch, Leben zu zeugen. Das neue Leben soll nicht im Schatten des Todes gezeugt werden.

Nach der Menstruation soll ein klarer Schnitt zwischen Tod und Leben gemacht werden. Mit dem Mikwehbad heiligt die Frau ihren Körper. Sie bereitet ihn vor für die Aufnahme von Leben. Sie bereitet ihren Leib vor für die Aufnahme des Samens ihres Mannes. Das Ungeborene soll in einem Mutterleib, der bereit ist für das Leben, gezeugt werden und heranwachsen.

c. Sollen wirklich beide getötet werden, beim Übertreten dieser Anweisung?
Die drastische Strafandrohung soll primär davor bewahren, dass diese Anweisung überhaupt übertreten wird. Das israelitische und jüdische Volk ist von einem heiligen Gott erwählt worden. Sie erhalten deshalb auch speziell strenge Gebote der täglichen Heiligung.

Vielleicht habe ich damit einen Teil deiner Frage(n) beantwortet.

Mit liebem Gruss

Max B.


 

Lieber Max

     Vielen Dank für Deine Antwort.
Deine Erläuterungen sind sehr einleuchtend und ich stimme Dir in allen Punkten gerne zu.

Nun, da aber 3. Mo 20,18 die Strafandrohung für eine Sünde ist, die neben anderen Sünden wie der Homosexualität (welche jeder wiedergeborene Christ als Sünde bezeichnen würde ) gemacht wird, frage ich mich, ob der Vollzug des Geschlechtsaktes während der Menstruation der Frau nur den Juden untersagt war, oder ob sich auch Christen daran halten sollten?

(Ich selber halte mich übrigens daran)
Freundliche Grüsse
Mario
Lieber Mario, lieber Max, lieber Hans-Peter,
 
        da wir ja unter uns sind, können wir auch ganz offen darüber sprechen: Es gibt Dinge, die stehen nicht einmal einem Heidenmenschen gut an. Dazu gehört nach unserer Ansicht (der meines Mannes und meiner) auch der Geschlechtsverkehr während der Menstruation. Für uns war es selbstverständlich, diese biologische Tatsache zu respektieren und Ruhe zu halten und haben für die Begründung keinesfalls die Bibel herangezogen
(Hans-Peter bitte "weghören" ). Alles in allem: Ich als Frau kann mir nicht Unerotischeres vorstellen als Sex während der "Tage". Abgesehen davon, dass ein (unbeschnittener) Penis auch eine Menge Krankheitskeime in die Gebärmutter (die ja eine Wunde aufweist) hinein transportieren und es somit zu Infektionen kommen kann.
 
Bitte nicht falsch verstehen: Manche Dinge klären sich auch ohne Bibelkenntnisse, weil uns der Herr auch einen Verstand gegeben hat, den wir ab und an mal einschalten sollten.
 
Einen schönen Abend und viele Grüße
 
Brigitte
 
Lieber Mario,
 
      deine Frage lautet, ob diese Anweisung nur für Juden gelte oder auch für jene, die Jesus als ihren HERRN nennen? Ich finde, dies ist schwierig zu beantworten.
 
Ich verstehe die Gebote in 3. Mo. 20,11-21 jedoch ganz im positiven Sinne. Der ganze Abschnitt hat das Wohlergehen und den Fortbestand der Familie und der Sippe zum Ziel. Die allermeisten Verse in diesem Abschnitt fokussieren das Vermeiden von Inzest, was zu Erbschäden führen kann. In diesem Abschnitt kommt das oberste Ziel zum Ausdruck: Bewahrung des Lebens und der Würde des Nächsten.
 
Ich habe jedoch keine definitive Antwort, ob man nun den Vers 18 herausbrechen darf oder nicht. Ich persönlich tue dies nicht.
 
Ich vermeide an dieser Stelle ganz bewusst, die Bergpredigt (Mt. 5-7) gegen diesen Abschnitt in 3. Mo. 20,11-21 abzuwägen. Dies würde eine ganze Bildschirmseite füllen.
 
Mit liebem Gruss
 
 
Max B. 

 

    In dem Gesetz hat Gott dem Volk Israel Verhaltensregeln  aufgeschrieben, die auch allen Nationenvölkern mehr oder weniger  klar waren d.h. Gott hat es ihnen in die Herzen gelegt. (Rö2)
 Das Lesen des Gesetzes macht und weise. Für die Israeliten war das halten der Gesetzes lebenserhaltend.
Für uns sind natürlich die Geistlichen Belehrungen, die in jedem der 613? Gebote verborgen sind, kostbar, wenn wir sie ja wohl kaum alle erforschen können. Die Belehrung die uns Max gegeben hat, hat mir wieder einmal gezeigt, welche Schätze im Wort verborgen liegen. In Ausmass der Strafe wird uns die Heiligkeit Gottes, Seine absoluten Anspruche, aber auch das logische Nachvollziehen könnens Seiner Gedanken bewusst. 

In IHM
Hans Peter    3. Mose