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Hallo Hans Peter!

Gibt es in der Bibel Verse, die von einem Bekennen der Sünde gegenüber einem Seelsorger oder anderen Menschen reden? Ich meine jetzt nicht Sünde gegenüber
 der Person selbst, sondern allgemein Sünden die man begangen hat (z. B. in seiner Vergangenheit). Ist ein solches Bekennen heilsnotwendig?

Vielen Dank für Antworten!

Viktor

Die Reformation brachte das Ende der sakramentalen Praxis der Beichte und Busse.

Bis dahin war „dieses Amt“  Priester oder „Berufstheologen“  vorbehalten.

Seit  der Reformation  kennen wir das Priestertum aller Gläubigen.

Seelsorge  ist ein Aufgabeengebiet für die gesamte Gemeinde, indem sie mit Gebet hinter dem Einzelnen, dem Seelsorgebedürftigen steht.

Das Bussakrament   der römisch-katholischen Kirche, eines von sieben Sakramenten, ist nach ihrer Darstellung „heilsnotwendig“.

Heilsnotwendig ist das Vorhandensein von Bekehrung und Wiedergeburt.

Die obligatorische Beichte als „Pflichtübung“ ist nominell, - dem Namen nach, -  sofern nicht die Gotteskindschaft dahinter  steht. Nach Johannes-Evangelium, Kapitel. 3.

„Wenn  wir unsere Sünden bekennen, ist Er treu und gerecht, dass Er unsere Sünden vergibt“.

Wohlgemerkt: wenn wir in Aufrichtigkeit bekennen.

Nicht als „Pflicht“.

In Dankbarkeit nehme ich die  mir zugesagte göttliche Vergebung in Anspruch. Dazu benötige ich keinen Menschen als „Muss “

Ich bin aber  auch dankbar, wenn die Möglichkeit eines von mir gewollten Seelsorgegesprächs gegeben sein kann,. mit einem gläubigen  Bruder meines Vertrauens. Dieser muss an kein kirchliches Amt gebunden sein.

Die Notwendigkeit eines solchen Gespräches kann gegeben sein, wenn ich mit einer Problemsituation nicht allein fertig wäre. Hier ist  Ergänzung, Austausch, Zuspruch notwendig.

 

Mit freundlichem Gruss Berndt 


Lieber Berndt 

aber die Reformatoren haben doch alle, die in Hausversammlungen sich versammelten zu Tode verfolgt!

Die Reformation hat das Allgemeine Priestertum, das innerhalb Europas verborgen immer praktiziert  wurde,  mindestens so scharf verfolgt wie die Römische „Kirche. Die Reformation brachte niemand auch nur ein Schritt näher zum Kreuz.
 

Vergebung selber gibt es auf verschiedenen Stufen. Wenn ich gegen einen Menschen gesündigt habe, kann ich ja nicht einfach mich "entschuldigen" das Wort  "Ich Entschuldige mich" ,das so oft gesagt wird, ist nur eine der nichts sagende Redewendungen. Wenn ich gesündigt habe kann ich mich doch nicht selbst entschuldigen. Sündigen gibt immer eine Schuld. Und zwar immer vor Gott und vor Menschen.  Also muss ich Busse tun, und dann auf Vergebung hoffen. Der Wiedergeborene erlangt von Gott immer Vergebung, wenn die Bussee  aufrichtig war. Es gibt eine richterliche und eine väterliche Vergebung

==> https:///themen/Untersch.htm

Richterliche Vergebung

Väterliche Vergebung

Gott, der Richter vergibt jedem Glaubenden im Augenblick seiner Bekehrung jede Sünde vollständig und für alle Ewigkeit. Dies ist ein einmaliger Akt und braucht nie mehr wiederholt zu werden. Eph 1:7; Kol 1:14; 1Joh 2:12; Heb 7:27; 9:12; 10:10 Die väterliche Vergebung empfängt ein Kind Gottes stets, wenn es begangene Sünden bekennt. Diese Vergebung dient zur Wiederherstellung der Gemeinschaft mit dem Vater und nicht zur Erlangung der Errettung. 1Joh 1:9; 2:1; Mt 6:14-15; 18:21-35; Mr 11:25-26

Die ewige Errettung hat nichts, aber auch gar nichts mit der Vergebung von Menschen zu tun.
Beispiel:
 Ein verurteilter Mensch wird von einem Menschlichen Gericht der gerechten  Todesstrafe zugeführt.
 Er hat sich vorher an 10 Parteien versündigt. Kurz bevor das Fallbeil fällt,  bekennt er Gott seine Sünden "in Globo"  und seine  Schuldhaftigkeit, und glaubt an das Werk des Herrn Jesus und nimmt es im Glauben für sich in Anspruch.
 Er bekommt sofort das Ewige Leben und dann, unmittelbar danach, durch das Fallen des Beils, den irdischen Tod.

Das Ewige Heil hängt einzig und allein am Werk des Herrn Jesus am Kreuze von Golgatha und unser glaubensvolles in Anspruch nehmen  seines Werkes für uns und Seiner Herrschaft über und ab.

Hat er nun von den Menschen , an denen er sich versündigt hat die Vergebung erhalten. Wohl kaum, die haben eventuell nie etwas von seiner Bekehrung gehört und er konnte sie nicht um Vergebung bitten. Ungläubige Menschen sind ja auch nicht zu verpflichten, dass sie Vergebung aussprechen, auch wenn sie es für gewöhnlich ja auch tun.
Gläubige Christen hingegen, werden bei einer Busse und bitte um Vergebung, diese immer gewähren. (Auch wenn`s manchmal etwas schwer sein dürfte, aber uns wurde ja auch vergeben. )

Dann haben wir den Fall von Jakobus 5.14 wo wir eine äusserst praktische Situation von gegenseitigen bekenne von Sünden finden

 Bis bald...  HP

 

 


19.10.05

Hans-Peter, Du schreibst:

Diese Vergebung dient zur Wiederherstellung der Gemeinschaft mit dem Vater und nicht zur Erlangung der Errettung. 1Joh 1:9; 2:1; Mt 6:14-15; 18:21-35; Mr 11:25-26

 

Das ist richtig. Das meinte ich aber  nicht.  Da gibt es keine offenen Fragen.  Aber ich ging von der Ausgangsfrage aus. Und die lautete sinngemäss: muss ich vor Menschen.......... Antwort: Nein, muss ich nicht.

Dass die Reformation auch nur eine halbe Reformation war, ist bekannt. So wurden, bzw. werden  Säuglinge weiterhin getauft. Judenprogrome wurden gutgeheissen, Sogenannte Wiedertäufer wurden verfolgt und   getötet, usw..

Interessant: Spurgeon, der bekannte englische Prediger, war ebenfalls nicht der Meinung, dass ein Mensch „vor einem anderen Menschen beichten muss“.

 

Mit freundlichem Gruss Berndt

 

Neue Antwortadresse: ==> Forumantwort:
Lieber Viktor, lieber Berndt und lieber Hans Peter,

zunächst einmal gibt es den ganz eindeutigen Vers aus Jak. 5,16 "Bekennet denn einander die Vergehungen und betet füreinander,". Hier geht es ganz eindeutig nicht um Sünden die sich wider den anderen, dem ich bekennen soll richten, sondern ganz allgemein um Sünden, die mich z.B. krank machen, dass ist die allgemeine Situation, auf die sich Jakobus bezieht.

Die Situation, wie Jakobus sie beschreibt, finden wir auch in 1. Kor. 11 wieder. "Deshalb sind viele von euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen." (Vers 30) In Vers 31 führt Paulus dann weiter aus, "Aber wenn wir uns selbst beurteilten, so würden wir nicht gerichtet." und weiter wird uns mitgeteilt, dass wir von dem Herrn gezüchtigt werden, damit wir nicht mit der Welt verurteilt werden. In 1. Tim. 5,20 schreibt Paulus "Die da sündigen, überführe vor allen, auf dass auch die übrigen Furcht haben." Sowohl in 1. Kor. 11 als auch in 1. Tim. 5,20 geht es nicht um Sünden, die sich gegen einen anderen Menschen richten. Es geht um Sünden, durch die der Herr Jesus, der Herr im Leben des Gläubigen sein soll verunehrt wird.

Es ist ganz offensichtlich, dass auf die Überführung in 1. Tim. 5,20 ein Bekenntnis folgen muss, und zwar ein öffentliches. 1. Kor. 11 ist nach meiner Überzeugung völlig deckungsgleich mit Jakobus 5. Wir haben es einfach nicht mehr gelehrt bekommen, dass wir einander unsere Sünden bekennen sollen und dann für einander beten sollen.

Im Leben vieler Gläubiger gibt es ganz offensichtlich Sünden, in die Sie immer wieder fallen. Als Beispiel will ich hier nur die weit verbreitete Akzeptanz von Süchten (Nikotin und Alkohol, aber auch Psychopharmaka und andere Medikamente nennen). Es wird einfach niemand mehr darauf hingewiesen, dass der Herr Jesus durch die Veränderungen in unserem Leben geehrt werden will. Unser Leben soll ein Lobpreis für den Herrn Jesus sein, ja wie denn?

Das kann nur geschehen, wenn dem Herrn wirklich die Ehre für Veränderungen in unserem Leben zukommt. Viele Gläubige kämpfen mit den Dingen, die ich oben in der Klammer genannt habe. Sie kämpfen vergeblich, denn sie kämpfen ohne Gnade. In vielen Familien ist das Alkoholproblem von Vater oder Mutter bis zum bitteren Ende verschwiegen worden, weil ja ein Christ solche Probleme nicht hat. Psychische Probleme, schlimme Depressionen werden verschwiegen und mit Tabletten und damit neuen Abhängigkeiten bekämpft, nur weil ein Christ doch solche Probleme nicht hat.

Warum fordert Jakobus so eindeutig das Bekenntnis? Warum sagt Paulus das Sünder vor allen überführt werden müssen? Nun, es geht hier ganz einfach darum, dass einer des anderen Lasten tragen soll und so das Gesetz des Christus erfüllt werden soll (Gal. 6,2). Wenn ich die Last des anderen nicht kenne, dann kann ich sie nicht im Gebet tragen, dann wird gerade das Gesetz des Christus nicht erfüllt. Die Galater wollten in eigner Kraft die Gebote erfüllen, so hatten sie sich selbst von Christus abgetrennt und waren aus der Gnade gefallen. (Gal. 5,4)

Gnade führt immer zur Verherrlichung des Christus. Es muss immer offenbar werden, dass Christus und seine Gnade die Kraftquelle sind. Wenn wir nicht bekennen, dann können wir das Gesetz des Christus nicht erfüllen, dann sind wir aus der Gnade gefallen, dann sind wir in gewisser Hinsicht von Christus abgetrennt, weil wir in Selbstgerechtigkeit und ohne Bekenntnis einen schriftkonformen Weg gehen wollen.

Sicherlich war die Form des Bekennens bis zur Reformation falsch und ein Mittel, mit dem unendlicher Druck aufgebaut wurde. Das, was die Reformatoren dann gemacht haben, führt in gewisser Weise dazu, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde.

Leider unterblieben heute öffentliche Bekenntnisse gerade von so genannten führenden Brüdern. Häufig hat man den Eindruck, sie befürchten einen Autoritätsverlust. Gerade das zeigt, dass Christus gar nicht im Mittelpunkt steht sondern ein gewisser persönlicher Herrschaftsanspruch, den man auf keinen Fall verlieren möchte.

Auch in dieser Hinsicht müssen wir zu den Wurzeln, die in der Schrift gelegt sind zurückkehren und nicht einfach Traditionen fortführen.

herzliche Grüße

Ulrich